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Linrückungsg ebuh r: Die 8geiv. Koloneizeileod. deren Raum 1. Mk die 4ge!v. Zeile i. Reklame­teil 3.Mk25°ioTeuerungszuschl. Offertgebühr

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re i s : Vierteljährlich 12.90 Mk für Postbezug vierteljährl. 12.90 l.30 Mk. Die Nummer 20Dfg. o Nr. 26659, Frankfurt a. M.

sr. 144

AmMches Organ für Stobt» und LanSkrels Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Dienstag den 22. Juni

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil i.V.:W.Moritz: llir lokalen ».provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle tn Sanau a. M.

Rotationsdruck d. Waisenhausbuchdruckerei Hcmml Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

1920

EE362

Das Neueste.

Reichspräsident Ebert hat den bisherigen Prä- Mtm der Nationalversammlung, Abg. Fehrenbach, M Reichskanzler ernannt.

StaatSminister a. D. Friedberg, der Vorsitzende jtk demokratischen Fraktion in der.preussischen Landes- r-rsammlu' g ist plötzlich gestorben.

Ruf dem deutschen Tag in Marienburg protestierten 50000 Bewohner des Abstimmungsgebietes gegen die Verhaftung Dr. HoltumS, des Hauptgeschästsführers in deutschen Ausschusses für Westpreußen.

Die Delegierten der Ententemächte haben beschloßen, m Zukunft nicht mehr durch Geschäftsträger, imbmt durch Botschafter in Berlin vertreten zu lassen.

Englands Auftreten im Orient ist in der französi- ßm Presse so scharfen Angriffen auSgesetzt, daß die iMzöstsche Regierung endlich in eine Untersuchung der Idigelegenheit hat einwilligen müssen.

Die neue Regierung.

I Fehrenbach Reichskanzler > Die neuen

Männer - Die letzten Verhandlungen I Der Wiederaufbau Deutschlands -

Aeutzerungeu desVorwärts".

Die Krisis ist gelöst. Reichspräsident E b e r t | H den bisherigen Präsidenten der National- Ansammlung

Fehrenbach zum Reichskanzler

I tttttnttL Fehrenbach hat das Amt angenommen. I Die endgültige Zusammenstellung des Kabinetts, | den Parteiführern beim Reichspräsiden-

I 'Met, dürfte die Regierung sich MstWnden

Sinttern zufammensepen:

««swartiaes: Geheimrat Simo» Inneres: Dr. Koch,

Reichswehr: Dr. Geßler, Finanzen: Dr. Wirth, Post: Giesberts, Emährung: Hermes, Justiz: Dr. H e i n z e,

Verkehr: Stegerwald, für das ReichMirtsch aftsmimsterium: Dr. Becker,

I ^»tuell erhält bei Besetzung dieses Ministe- I ^ums durch einen Fachmann Dr. Becker das I keichsschatzministerium.

I Die Beratungen zwischen dem Reichskanzler I Wrenbach und den Vertretern her neuen Re- I Mungskoalition, an der Zentrum, Demokraten I Deutsche Volkspartei beteiligt sind, über die I Wtelluny des neuen Regierungs- I Programms sind, wie wir von unterrichteter I lveite erfahren, in den Hauptpunkten zu einem I Riffen Abschluß gelangt. Reichskanzler Feh- I Mich hat den Parteien einen Einigungsvor- i^lag unterbreitet, der als erste Sorge der Re- I tong den

Wiederaufbau Deutschlands

I ^ichnet. Die Regierung habe den festen I Willen, sich dieser Aufgabe auf dem Boden der »efteljenben republikanischen Staats form zu unterziehen. Die Pro- | iMim-Erklärung lautet:

Die vordringlichste Sorge ist der Wie­deraufbau des zusammengebrochenen Va­terlandes. Ihn auf dem Boden der be­stehenden republikanischen Staatsform tatkräftig zu fördern, ist einheitlicher und fester Wille der Regierung. Alle Par­teien fordern wir auf, in einer Zeit, in der es um Leben und Sterben des Voftes geht, in der auswärtige, wirtschaftliche und finanzielle Fragen unsere gesamten Kräfte in Anspruch nehmen müssen, ver­fassungsrechtliche Kämpfe zurücktreten zu lassen. Die Regierung wird mit Ent­schiedenheit alle Versuche einer gewalt­samen Umwälzung bekämpfen."

| . Er Bittet alle Parteien, in einer Zeit, in I die wichtigsten auswärtigen und wirtschaft I . W Fragen alle Kräfte einheitlich in An- | E^uch nehmen müssen, äffe versassungsrech tlichen Nagen dem vaterländischen Interesse gegen- der zurücktreten zu lassen.

. In der gestrigen Fraktionssttzung der De u t- e n V o l k s p a r t e i fand lautVoss. Ztg." I ^Taktik der Demokraten herben Tadel, iveil ke die Deutsche Volkspartei in eine schiefe Situ- ^°" zu bringen geeignet geivesen sei. Die wtbotljebuna der Verfassungsftage sei umso

überflüssiger gewesen, als es sich doch nur um eine rein theoretische Erörterung handelte, der praktisch gar keine Bedeutung zukomme, weil kein Mensch mit der Möglichkeit einer Monarchie in absehbarer Zeit rechne.

Besonders günstig wird von den Blättern die Berufung des Geheimrats Simon zum Reichsnnnifter des Aeußern ausgenommen. Ein Blatt sagt: Als langjähriges Mitglied des Aus­wärtigen Amts kann Dr. Simon den Anspruch erheben, als Fachnrann für das neue Amt be­zeichnet zu werden. Sein politisches Programm ist der Oeffentlichkeit unbekannt, aber man darf ihm zutrauen, daß er bei seinem hohen Pflicht­bewußtsein und bei seiner unbedingten Ge­wissenhaftigkeit ohne ein solches Programm kaum sein neues Amt übernommen haben würde.

Der neue Reichstag, dessen Zusammentritt auf den 24. Juni festgesetzt ist, wird voraussicht­lich in einer kurzen Sitzung die notwendigsten vorbereitenden Arbeiten der Geschäftsordnung erledigen, den Alterspräsidenten feststellen und die Präsidentenwahl vornehmen. Am Freitag, vielleicht auch schon Donnerstag, wird sich der Reichstag- dann wieder vertagen, um am Diens­tag nächster Woche seine eigentlichen Arbeiten aufzunehmen. An diesem Tage wird das neue Kabinett sich vorstellen und das Vertrauen des Hauses erbitten.

WR. Berlin, 21. Juni. Der Chef der Reichskanzlei, Staatssekretär Albert, hat in­folge des Kabinettwechsels dem Reichskanzler sein Amt zur Verfügung gestellt. Der Reichs­kanzler bat den Staatssekretär, sein verant­wortungsvolles Amt fortzuführeu«

riv--Teh) 7 .

im Laufe des Nachmittags erfolgen. Die Regierung wird aus den Reihen des Zentrums, der Demokratischen und der Deutschen Vokk^vo^l gebildet und eventuell durch Fachminister ergänzt werden. Ueber das Negie- ruugsprogramm zwischen den 3 Regierungsparteien fei volle Verständigung erzielt worden. Die neue Re­gierung wird erklären, daß sie auf dein Boden der Verfassung in Weimar steht, und den Wiederaufbau des zusammengebrochenen Vaterlandes auf dem Bodm der republikanischen Staatsverfassung als ihre 'Auf­gabe bezeichnet. Sie wird an die Parteien die Bitte richten, sie angesichts der Not des Landes unter Zu­rückstellung parteipolitischer Zwistizkeiten in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Das Blatt fügt hinzu, daß die Sozialdemokratie sich ihre endgültige Entscheidung hinsichtlich der soge­nannten wohlwollenden Neutralität Vorbehalte, bis die Fraktion das letzte Wort gesprochen habe. Die Entscheidung der Fraktion sei aber abhängig von dem Programm der bürgerlichen Parteien.

Telegramm-Wechsel

zwischen Fehrenbach und seiner Vaterstadt.

Freiburg, 22. Juni. (WB.) Gestern nachmittag ist dem Oberbürgermeister der Stadt Freiburg das nachstebende Telegramm zugegangen:

Den ersten Gruß nach Uebernabme des schweren Amtes entbietet der geliebten Vaterstadt

Fehrenbach, Reichskanzler.

Der Oberbürgermeister erwiderte hierauf mit fol­genden Worten:

Freudig bewegt und stolzen Herzens senden Oberbürgermeister und Stadtrat der Heimatstadt mit bestem Dank für das freundliche Gedenken die innigsten Wünsche zur Uebernahme des bohen ver­antwortungsvollen Amtes in der frohen Hoffnung, daß Ihr aufopferungsvoller Entschluß unserem geliebten deutschen Vaterlande zum Heile und zum Segen gereichen möge. gez. Dr. Thoma.

Der Geist des deutschen Volkes ungebrochen.

WB. Amster-aur, 21. Juni. Der Chefredak­teur derDaily News", A. G. Gordmer, hebt in seinem neuesten Aufsätze über die Ergebnis seiner Studienreise durch Deutschland hervor, daß trotz aller Schwierigkeiten und allen Elends der Geist des deutschen Volkes ungebrochen sei. Die Lust zum Lernen sei -größer denn je, und der Wille, durch Arbeit und Sparsamkeit allmählich wieder hochzukommen, allgemein. Gardiner fährt fort: Das Ernährungsproblem löschte die Erinnerungen an den Krieg aus. Es wird wenig von Rache geredet, Feindseligkeiten sind selten wahczünehMM. Soweit Erbitterung vorhanden ist, richtet sie sich gegen die Franzosen, und zwar nicht wegen des Krieges, sondern wegen der Er­eignisse nach dem Kriege. Englische Offiziere und Beamte in Deutschland waren es, die mir gegenüber am nachdrücklichsten die Tatsache ver­urteilten, daß Deutschland noch immer als Aus gestoßener behandeft wird. Ein englischer Mili­tär von hoher Autorität tadelte mit größter Er­bitterung die Unterordnung der englischen Voli-

tik unter die kurzsichtigen Bestrebungen d-cs fran­zösischen Chauvmisidus. Die englischen Kon­sulate stellten mit Entrüstung die Offenherzig­keit und Freundlichkeit, die den Engländern in Deutschland gezeigt wird, fest, im Gegensatz dazu aber die beschämende Tatsache, daß es für deutsche Geschäftsleute noch immer unmöglich ist, in London ein Nachtquartier zu erhalten. Ein hervorragender englischer Beamter, der in Deutschland mit wichtigem Aufgaben betraut ist, sagte:Ist der Kc,ieg zu Ende oder geht er weiter? Diese Nropaganda des Hasses entspricht nicht unseren Ueberlieferungen- Früher war es nicht unsere Gewohnheit, Zusammengebro- chcne mit Füßen zu treten." Am Schlüsse des Artikels'spricht Gardinec die Ueberzeugung aus, daß in der englischen Politik, wie in der Stim­mung des englischen Publikums eine Wandlung zum Besseren eintreten würde, wenn man sich anstatt von der böswilligen einheimischen Presse von englischen Offizieren und Beamten beraten lassen wollte, die in Deutschland tätig sind.

SSaaZsrmmsZer Dr. FrreZberg -h

WB. Berlin, 21. Juni. Der Abgeordnete StaatS- hiüüster Dx. Robert Friedberg ist gestern abend plötz­lich an einem Herzschlag verstorben. Er war gestern noch völlig wohl und hatte feiner Wahlpflicht genügt. Der Reichspräsident hat anläßlich des Hinscheidens des Staatsministers an Frau Dr. Friedberg folgen­des Schreiben gerichtet: Anläßlich des Hinscheidens ihres verehrten Herrn Gemahls beeile ich mich, Ihnen meine herzliche Teilnahme auszudrücken. Deutschland und Preußen haben einen ihrer erfahrensten Politiker verloren, der als Mann der gissenscherst und als Parlamentarier hochgeachtet war und in dem arbeits­reichen Leben feine Persönlichkeit und seine staats- männische Begabung dem Wohle des Vaterlandes wid­mete. In schwerer Zeit hatte er als stellvertretender Ministerpräsident Einfluß auf die Geschicke Preußens »'^ ^t^-^he.-.ala. Qja&t.'r.ba^.mnfrnHf^ Wartet!

Gedenken wird ihm allezeit gesichert bleiben.

DeizstchZNlüg w WeskMmchsR.

DD. Königsberg, 21. Juni. Eine gewaltige Kundgebung des Deutschtums war der gestrige Deutschen­tag in Marienburg. Etwa 50 000 Personen waren dazu zusammengeströmt. Der eigentlichen Feier ging ein imponierender Umzug durch die Stadt voraus. Üeberwältigenden Eindruck machte ein vom Berliner Lehrergesangverein gegebenes Konzert in der Marien- burg. Auch in den anderen Städten und Dörfern des Abstimmungsgebietes haben gestern Dcutschentage statt- gefunben, die nach den bisher vorliegenden Nachrichten überall einen würdigen und eindrucksvollen Verlauf genommen haben.

WB. Marrenwctder, 21. Juni. Im Anschluß an die auf dem Dcutschcntag m Marienburg abge« bastenen Reden protestierten 50 000 Bewohner des Ab­stimmungsgebietes in einem Telegramm an das Aus­wärtige Amt in Berlin gegen die unerhörte Verhaftung Dr. Holiums, des Haupt-Geschäftsführers des Deutschen Ausschusses für Westpreußen. Sie fordern sofortige Befreiung. Die Arbeitsgemeinschaft sämtlicher poli» tischen Parteien des wesipreußischen AbsümmuugS- gebietes macht auf die schwerwiegende» Folge» bei zunehmender Erregung aufmerEiant und leimen jede Verantwortung für bie weitere Entwicklung ab.

Ersatz-LoZhrrngen Luxemburg.

Straßburg i. Elsaß, 22. Juni. Der Schutz­verband für Elsaß-Lothringen hat an die fran­zösische Regierung einen Aufruf gerichtet, indem der Wunsch geäußert wird, daß die zwischen Elsaß-Lothringen und Luxeniburg bestehenden Handelsbeziehungen keine Unterbrechung erleiden mögen. Ferner wird eine Handels- Union zwischen den beiden Ländern angestrebt, was auch ein Entgegenkommen für Luxemburg bedeuten würde, das 85 pCt. seiner Einkäufe in Elsaß-Lothringen besorgt.

EngLsmds MrrflreZsn im Orient

ipu. Paris, 22. Juni. Die Angriffe der franzö­sischen Presse und in der Kammer-Kommission gegen Englands Auftreten im Orient nehme» so scharfe Formen an, daß die Regierung endlich in bie Unter­suchung hat emwilligen müssen. Nur lehnt sie noch die Vernchniung deS in Versailles befindlichen franzö­sischen Ober - Komniandiercndcn Generals Franchet d'Espery ab, inetl die Angelegenheit nicht geeignet sei. tu aller Oeffentlichkeit besprochen zu werden. Die Re­gierung erklärt, daß bnrd) eine öffentliche Besprechung das Verhältnis Frankreichs zu England- gestört werden könne. Mehrere Kommissions- nutglieder und auch zahlreiche Blätter fordern aber mir aller Schärfe die Vernehmung des Generals, da nicht. Zu begreifen fei, weshalb der General als Ober- ^ommaudierender der Strenträtte in der Türkei während der ernsten Vorgänge dort in Versailles He nnb nicht zu bewegen seß wieoer auf seinen Posten zmückzukehren. Aus den Verbaudlnngeu der Kommission ging hervor, daß Gereral Franche d'Espery scholl von vornarrem bei feinen Anordnungen in Krnstantmopel auf den Widerstand der englischen Generäle stieß, die nichts von feinen Anoldimnaen auSführten und schließlich

sogar wichtigen Besprechungen überhaupt fernbliebe» Sie handelten ganz nach eigenem Entschlüsse trat kümmerten sich um die Franzosen nberbaupt nicht mehr. Ein Zusammenarbeiten, wie dies während der Kriege» bestand, war ganz unmöglich. Jetzt versuchen Bartboo und Briand die Sache auf die Spitze zu treibe» und alle Aufklärungen über den Vorfall zu verlange» In diplomatischen Kreisen fürchtet man, daß Mille­rand über die Sache fallen würde, weil er die

ver>

französischen Interessen gegenüber England aus poli­tischen Rücksichten nicht in geeigneter Weise treten hat.

Kylhe.

WB. Paris, 21. Juni. Havas. Unter in Hythe besprochenen Fragen soll, wie

ben die

Blätter berichten, die Frage der deutschen Ent­schädigung besonders vorgeschritten sein. Der Petit Parisien" stellt fest, daß das Ueberein- kommen zwischen Frankreich und England sich verwirkliche. Die wichtigsten Punkte seien von den beiden Regierungen angenommen worden. Man sehe keinerlei Schwierigkeiten für die An­nahme voraus, da sich die Absichten ziemlich deckten. Da das Einverständnis Italiens nach erfolgen müsse, habe man den endgültigen Be­schluß auf heute vertagt. Das Uebereinkommen betrifft internationale Anleihen, die durch die deutsche Entschädigungssumme gewährleistet werden sollen, und von denen Frankreich, England, Italien und Deutschland einen größeren oder kleineren Teil erhält. LautPetit Parisien" war auf französischer Seite der Wunsch nach Verständigung in dieser Sache, trotz ge­wisser Vorbehalte, sehr lebhaft, und der gute Wille Englands dürfte auch nicht gering sein. Man einigte sich dahin, daß Deutschland seine Wiedergutmachungsschuld inForm von jährlichen Beiträgen zahlen solle, die sich nach der Leistungsfähigkeit Deutschlands richten, aber ein? MindoKstnnw.^ von drei Milliarden Gold­

auf eine Dauer von 35 Jahren zu entrichten. Perthinax berichtet imEcho de Paris". böR Marschall Foch eine Erklämng zur militärischen Lage abgegeben und die Alliierten aufgefordert habe, an Deutschland eine neue 3iote zur Er­reichung der schnelleren Entwaffnung und der Vernichtung der deutschen Kriegsmaterialien zu senden. Der gegenwärtige Stand des deutschen Heeres ermögliche es einer Militärpartei, die sich jeden Augenblick in Berlin bilden könne, die Gewalt an sich zu reißen. Wie dasJournal" mitteilt, ist man bei der Durchführung des Friedensver- trages von den Zwangsinaßnahmen der mili­tärischen Besetzung abgekommen. Man beschloß, daß, wenn Deutschland die Klauseln des Friedens- vertrages nicht erfülle, man zu einem Bruch der wirtschaftlichen Beziehungen greifen wolle, was einer gemilderten Blockade gleichkäine.

WB. London, 21. Juni. Die Zeitungen ver­öffentlichen ein Telegramm aus Hythe, wonach Graf Sforza erklärt habe, daß Italien? ; Pro­zent an der von Deutschland zu zahlender Ent­schädigungssumme verlange.

Kurze Meldungen.

* Der Reichspräsident hat an die Witwe deS a» Sonntag verstorbenen Prinzen von Schönaich-Earolath ein Beileidstelegramm gerichtet, in dem er von dem Verstorbenen als einem von lebendigem sozialer Empfinden beseelten politischen Führer spricht.

* Bei den Genicindewahlen für Groß-Berlin- b» teiligten sich nur 55 Prozent. Nach den bisher be­kannten Zahlen dürsten auf die Unabhängigen 87 Sitze, bie Sozmldimokralcn 38, die wirtschaftliche Vereini­gung 10, Die Demokraten 16, das Zentrum 8, die Deutsche VolkSpartei 37 und die Deutschnationalen 26 entfallen. Drei Mandate erscheinen noch zweifelhaft.

* Der Stuttgarter Landesvorstand der sozialdemo­kratischen Partei beschloß, daß die Sozialdemokratie aus der Regierung Württembergs ausscheiden solle.

* Der vom Völkerbund mit der Heimschaffung der noch in Sibirien befindlichen Kriegsgefangenen beauf^ tragt« Professor Namen" ist in Genf angekommen und hielt mit dem internationalen Roten Kreuz - Komitee eine Besprechung ab.

* Der Warschauer Korrespondent derMorninß Post" meldet feinem Blatte, es sei nunmehr sicher, dag die Bolschcwistcu diesen Sommer eine neue Offensive gegen Polen auslösen würden. Sie konzentrierten beträchtliche Streitkräfte zwischen Beresina und Düna.

* Am Sonntag kam es in Mailaub anläßlich eine» patriotischen Kundgebung zu Ehren der Bersaglieri zv blutigen Zusammenstößen zwischen den Teilnehmern an der Kundgebung und einer sozialistischen Gegen- demonstration. Mehrere Personen wurden verwundet Einige Oifizkre wurden von den Sozialisten schwer mißhandelt. . . _ , . _

* Der 24ftünbige Demonstrationsstreik in Ludwigs« Hafen ist ruhig verlaufen. Weitere Verhaftungen silt» nicht mehr vorgekommen. Die in Haft befindliche» Arbeiterführer sind nicht entlassen worden.

* Die Entente - Kommission beendete die Sontrolh der Flugzeuge in Bayern. 8S Flugzeuge muß Bayer» an bie Entente abbefern, die übrigen saßen unbrauch­bar aemackt werden.