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General-Anzeiger

Amtliches Organ für SteSl- und Landkreis Sanan

Erscheint täglich mit Ausnahme bei Sonn» und Feiertags

Verlagsleitung: Ad. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Nick. H u l t i ck, für lokalen und provinziellen Teil ioroie Sport MoriN; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Ävaisenbausbuchdmckerei banau Fernivrechanichlüsie Nr. 1237 und 1238

Freitag den 18. Juni

1920

Das Neueste.

Dc. Mayer-Kaufbeuren hat den Antrag auf Bilbung einer deutschen Regierung abgelehnt. Reichspräsident Ebert hat dem Abgeordneten Denbach den Reichskanzlerposten angeboten.

Der Reichspräsident richtete einen Erlaß an jje Marine, in dem letztere zur Mitarbeit am Urderaufbau der Marine zum Besten des SaterlanbeS und seiner Zukunft aufgefordert

Die in der Arbeitsgemeinschaft Bayerns, Writcmbergs und Badens vereinigten Orgawi- iationen des E i senb ah nVerkehrs personals haben Mosten, gemeinsam jeden gewaltsamen Um- ftlz von rechts und links durch Stillegung des Seilers im Keime zu ersticken.

Die Lage in bet Pfalz droht zu einer Kata- kophe auszuwachsen.

Fn Warschau ist von einer russischen Gegen- «bolution nichts bekannt.

Sin Kabinett

Fehrenbach?

Mayer-Kanfbeuren hat abgelehnt.

Der Plan, den deutschen Geschäftsträger in I Unis, Dr. Mayer-Kaufbeuren, mit der Kabi- itttsbilbuncr zu beauftragen, ist gescheitert »tdj die Absage Dr. Mayers. Der Grund Mr, daß Dr. Mayer-Kaufbeuren den ihm ge- Midenen Auftrag ablehnte, dürfte unseren zu-

,legen, daß der deutsche Gest

ser Meinung ist, daß in der gegenwärtigen Zesi ein Personenwechsel auf seinem Posten un- iunliif) sei. Wie wir dazu allerdings bemerken Men, ist es in politischen Kreisen Berlins chnes Geheimnis, daß die Kandidatur Dr. Mayers > Kaufbeuren gerade wegen seiner Mgkeit in Paris in Betracht gezogen «urde. Man glaubt, und das ist auch unsere Wcht, daß Dr. Mayer die Sympathie, die er W in Paris erworben hat, als Reichskanzler «w Vertreter des deutschen Reiches in Spa W bester fmchtbar hätte machen können, denn Geschäftsträger. Doch die Ablehnung ist mn da und wir müsten uns damit abfinden. Der Reichskanzler Berits sofort nach Eingang der telegraphischen Absage Herrn Trimborn, um ihm die dadurch geschaffene neue Lage zu deraten. An den Besprechungen nahm auch vrasident Fehrenbach teil. Diese Be- Mechungen scheinen nach den neueren Meldungen u °em. Resultat geführt zu haben, daß sich ^ Präsident Fehrenbach trotz der früheren Mehnung bereit erklärt hat, die Bildung Regierung zu übernehmen. Fehrenbach wie, lautB. T" zunächst Besprechungen mit drei alten Koalitionsparteien. Die So- Onlbemotratie erklärte abermals, daß sie N nicht /IN der Regierungsbildung beteilige. würde angesichts b-er Verhandlungen in Spa neuen Kabinett keine Schwierigkeiten Be= behält sich aber alle Schritte vor. Es Mnrt deshalb nur eine Regierung der bürger- nchen Parteien in Betracht. Ueber die Stellung- Wwe der Deutschen Volkspartei folgendes Schreiben der Abgeordneten cff' ^dresemann und Heinze an Trimborn vor: rjachdem die Sozialdemokrattsche Partei ihre ^istahme an einer Koalition mit den bürger- MN Parteien abgelehnt hat und eine Koalition bürgerlichen Parteien durch den Wider- Mich der Demokratischen Partei unmöglich ge- war, erklärt sich die Deutsche Volkspartei

Ihr Befragen grundsätzlich bereit, in Ge- ^mschaft mit dem Zentrum und den Demokra- i01 «n. der Bildung einer Regierung mitzuwir- ^> Die ernste Lage des Reiches veranlaßt uns yD? mancher Bedenken zu diesem Beschluß. Die Heiligung erfolgt unter folgenden Voraus- ^ungen: 1. Lln unseren Grundsätzen wird durch

Eintritt in die Regierung nichts geändert. Die Rücksicht auf den Wiederaufbau Deutsch- erfordert sachliche Erledigung der Ge- ^aste für die Politik und das Wirtschaftsleben, Me Rücksicht auf die parlamentarische Stellung Parteizugehörigkeit. 3. Alle Beamteastellen in Zukunft nach Befähigung, ohne Rücksicht P«rteirngehörigkeit zu besetzen. Im ^'Sen nehmen wir gerne zur Kenntnis, daß eyrer und Ihrer Pacteffreunde Auffastung nach e Neuregelung nicht ledielch als llebergangs- ^misterium gedacht ist, sondern einen Versuch Enteilt, dauernde Aufbauarbeit zu leisten,

Die in diesem Schreiben zum Ausdruck ge­kommene Hoffnung, daß das kommende Ministe­rium nicht lediglich als ein Uebergangsministe rium gedacht sei, sondern dem dauernden Wie­deraufbau dienen soll, begegneten den linksge­richteten Kreisen der bisherigen Koalition einem starken Pessimismus, da diese Kreise nach wie vor sich von einer Auflösung des Reichs­tages besondere Pacteivorteile versprechen. Diese Stellungnahme der Mehrheitssozialisten wird zweifelsohne durch die Gewerkschaften unterstützt werden, die in den letzten Tagen eine bemerkenswerte Schwenkung zu praktisch auf­bauender Politik erkennen ließen.

Die Demokratische Partei hat sich, wie derLokalanzeiger" meldet, gestern bereit erklärt, sich an der Regierungsbildung zu betei­ligen, daß wir mit der Bildung eines Blocks der Mitte zu rechnen haben.

DDP. Berlin, 18. Juni. Die Fortdauer der gegenwärtigen Krise, die infolge der Uneinig­keit der bürgerlichen Parteieü kaum überwindbar scheint, wird naturgemäß in den linksradikalen Kreisen mit Genugtuung vermerkt. Man rechnet besonders unter den Unabhängigen darauf, daß die offenbare Schwäche der bürgerlichen Partei­führer in der Wählerschaft Unmut hervorrufen werde. Man glaubt auch, daß es nur eines ge­ringen Anstoßes der beiden sozialistischen Par­teien bedürfen würde, um eine sehr schnelle Auf­lösung des gegenwärtigen Reichstages herbeizu- führen. In der dann notwendig werdenden Neu­wahl rechnen die sozialistischen streife mit Be­stimmtheit darauf, eine überwiegende Anzahl von Mandaten zu erhalten, auf Grund der . dann möglich wäre, die erstrebte reine Arbeiter- regierung zu schaffen.

im Reichstag.

Bei den Wahlen vom 6. Juni waren auf die kommunistische Partei 438 000 Stimmen entfallen, trotzdem erlangte sie nur zwei Mandate. Im Wahlkreis Ehemnitz wurde Heckert, auf der Reichswahlliste Klara Zetkin gewählt. Wie dieRote Fahne" mittteilt, hat Heckert ent­sprechend der vom Parteitag festgelegten Reihen­folge im Einvernehmen mit dem Zentralkomitee und den Genossen des Themnitzer Kreises auf die Annahme der Wahl verzichtet, sodaß an seine Stelle im Kreise EhemnitzZwickau die Genossin Klara Zetkin rückt und an ihre Stelle Dr. Paul Levi das auf die Reichswahlliste entfallende Mandat übernimmt.

Der Reichspräsident

an die Marine.

WB. Berlin, 17. Juni. Der Reichspräsident richtete an die Reichsmarine solaenden Erlaß: Die Märzunrnhen und ihre Folzeerscheinuagen führten in der Marine zu scharfen Gegensätzen und hatte die Er­haltung der uns gebliebenen Wehrkraft znr See ernst­lich in Frage gestellt. Mit Befriedigung habe ich da­her die Meldung des Neichswebrministers empfangen, daß am 81. Mai. dem Jahrestag der Seeschlacht am ©sagerrat die Offiziere, die nach Prüfung der Vor­gänge als unbelastet befunden wurden, den ihnen zn- ''allenden Dienst ordnungsmäßig wieder aufnehmen konnten. Damit ist die militärische Ordnung in der Marine, wie die gesetzlichen Bestimmungen nnb Organi- sationSvarschriften c8 verlangen, wieder hergestellt wor­den. Allen denen, die in den Unrutetagen zur Reichs- verfaffung und berfaffung§mä6igen Regierung standen, spreche ich hiermit den Dank des Vaterlandes aus. Pflicht jedes einzelnen ist es nun in unbedingter Ver- fassungstrene und selbstloser Eingabe an das Volks - ganze unter BeiseitesteNen alles Trennenden redlich niitzuwirken. daß treue Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen alle der Marine Angehörigen verbinden ju gemeinsamer, auf Pflichttreue und Manneszucht beru­hender Leistung. Soll die Marine ihre Ausgabe er­füllen, so mnß sie festgefügt im Innern und von dem cinmüt gen Willen beseelt sein, sich rückbaltslos der verfassunasmästiaen Regierung unterzuordnen. Die Regelung der Dienstverbalnisse in der Marine ist Sache »es Reichswehrmvi-sterS und der von 'bm eingesetzten Dienststellen. Die Mannsckm'len müssen sich jeder Einwirkung auf militärdienstliche Angelegenheiten ent­halten. Der Dienst in ber ?Jiarinc ist freiwillig. Wer den Dienst auf sich nimmt, muß sich aber verpflichten, die Pflichten, die ihm b'e Verfassung, die Gesetze und die Dienstordnung auferOgen, gewificnhakt z» erfüllen. So fordere ich alle Offiziere und Mannschaften auf, die Rciden zu schließen zu treuer Mitarbeit am Wie­deraufbau der Marine zum Besten des Vaterlandes und feiner Zukunft.

Die Befreiung Schleswigs.

. WB. plenSburg, 17. Suüi. Anläßlich der fcicr- lichen Rückkehr der deutschen Truppen imdj Flensbura prangte die ganze Stadt im reichsten Flaggcniu'nn ck Um 97a Uhr vormittag« begann die Feier jmt einem GolteSdiensl in allen Kirchen, nachdem Schulfeiern borangegangen waren. Lange vor Beginn der Be- grüßunaefeter auf dem Südermarlte hatte sich eine

nnaeheure Menschenmenge angesammelt. Kurz vor 11 Uhr trafen die Truppen vor der Stadt ein. Sie wurden unter dem Jubel der festlich gestimmten Menge unter den Klänaen des SchleSwig-Holstein-MarscheS nächstem Südermarkt beakeit^t, aus dem sich Vertreter der StaatS- itnb städtischenBebörden, Vereine, Juunnaen, studentische Abordnungen aus Kiel unv. eingefnnben hatten. Nachdem das Niede' ländische Dankgebet ge- fungen war, hielt Oberbüraermrister Todsen eine An- 'vrache, in der er an die Schstißworte des soeben ge- fimgenen Liedes anknüpfte:O .<?err, mach un§ frei!" In seiner Rede gab er sodann der tiefsten Freude der Bevölkerung von Stadt und Land über die Wieder­vereinigung mit dem deutschen Mutterlands Ausdruck. Darauf hieß er die anwesenden Vertreter be5 Reiche?. Röster und Seherina, sowie die NeichSwehrtruvpeu und alle erschienenen Abordnungen herzlich willkommen. Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland endete die Ansprache. Begeistert stimmte die Menge e'n. Darauf ergriff ReichSminister Küster das Wort, der namens der Reicksregierung und des ganzen deutschen Volke? Flensburg und feine Bewohner, sowie diejenigen der Zweiten Zone begrüßte. Durch den Machtspruch der Gegner war die zweite Zone eine Zeitlang von dem alten Vatersande abaeschnitten, jetzt, da sie freiwillig it uns zurückkam, war es ein Sieg des Rechts, der hier erfochten wurde. Ein Sieg der Idee des Selb''- bestimmnngSrechts, die hier zu ersticken drohte im Sch'amme des Egoismus. Hier erlebte man den Triumph unseres neugeborenen Nationalbewußtsein?. Flensburg werde wieder ein Teil beS großen ein- he'tlichen Reiches sein, ein Pfeiler des neugeborenen Schleswig-Holsteins. Die Treue der Schleswia-Ho'- steiner zi'm Heimatlande rettete Deirtickfland seine Nord­mark. Die Neichsregierung fei überzeugt, daß sich die Einheit nur auf einem gesunden Volkskörper aufbauen lasse, doch von innen heraus müsse sie kommen. Küster schloß nut einem Hoch auf Schleswig-Holstein, worauf die Alenge da? Schleswe--Holstein-Licd fang. Sodann bildete sich ein gewaltiger Zug, der sich durch die Straßen bewegte.

WB. Berlin, 17. Jnn.i. Der Reichspräsi­dent ließ gestern dem Oberbürgermeister von FlenS- bura folg.ndes Telegramm utgeben:Anläßlich der -RüiireNr her alten deutschen Stadt Flensburg und her Zweiten Zone zum deutschen Mitterlaude bitte ich Sie, der Bevölkerung meinen herzlichsten Glückwunsch au?- zu'prechen. Die unwandelbare Treue und die feste Zuversicht der deutschen Grenzmark haben nach langen Monaten bangen Harrens zum Erfolge geführt. Flensburg und die zweite Zone sind nun immer mit dem deutschen Vaterlande wieder verbunden, dessen Regierung Treue um Treue vergelten wird.

Nebernahme durch die dänische Verwaltnttg.

WB. Sonderburg, 17. Juni. Die Eisenbahnen in der gesamten ersten Zone sind in der vergangenen Nacht an die dänische Verwaltung übergegangen. Auch die Telegraphenverwaltung wurde von den dänischen Behörden übernommen. Für alle telephonischen Ge­spräche mit Deutschland wurde die Kronentaxe ein­geführt.

Ernste Sage in der Pfalz.

WB. München, 17. Juni. Halbamtlich. Tr Lage in der Pfalz drobt sich zu einer Katastrophe auszuwachsen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die französische Vesatzungsbehörde die jüngst vollzogene Verhaftung sozialistischer Arbeiterführer zu einer Machtpwbe ausnützen will. In Ludwigshassn find Tnrvpenver- stärkungen eingetroffen; starke Patrouillen mit Maschinengewehren durchziehen die Stadt. Harmlose Passanten werden auf Aus weise ge­prüft. Bekanntmachungen verlangen die Ab­lieferung versteckter Waffen. Die Verhängung des Belagerungszustandes über die Pfalz wird befürchtet. Am 18. Juni, mittags 12 Uhr, erwartet die Arbeiterschaft der Pfalz die Antwort auf ihren Protest wegen der Ver­haftungen. Dann wird es sich zeigen, ob in der Pfalz der französische Militarismus neue vielleicht blutige Triumphe feiert, wie seinerzeit in dem Ludwigshafener Postamt, oder ob doch noch die Vernunft und Menschlichkeit den Sieg davontragen.

Bele^ö-IUNg ScherösMürrRS.

WB. Berlin, 17. Juni. Sonnenfeld seit, der behauptet hatte, auch ihm gegenüber fei seinerzeit von Scheidsmann nahestehender Seite erklärt worden, daß für die Tötung Liebknechts und Luxemburgs 100000 Mark von Scheidsmann Sklarz bereitgetellt wurden, wurde vom Land­gericht Berlin wegen Beleidigung Scheidemanns zu zwei Monaten Gefängnis und Pilblikations- beiugnis imVorwärts", derFreiheit", der Täglichen Rundschau" und derDeutschen Zeitung" verurteilt.

Sie A. S. P.-Mürmer UNksr fi^.

Die unabhängigeHamb. Volksztg/s, bie jetzt von dem aus herLeipziger VottSzntnug" anSgeschwdcuen Dr. Kurt Geyer redigiert wird, bringt einen Artikel aus des Feder von Karl Radek:Zur Frage bee Terrors", worin es bei t:

Wer die Geschichte der ungarischen Räteregie- run i und ebenso ber in München kennt, der weiß, welchen zersetzenden Einfluß die lyri­schen Jünglinge (Jünglinge ohne Unterschied deS Alters) bei ihrem Kali fiiielten."

Dazu bemerkt die Leipziger Dolkszta." mit gif­tigem Hohn:Es ist gewiß nicht ohne Reiz, daß es Radek ist, der Vorstehendes ausspricht, und daß Ge­nosse Geyer eS abbrueft. Wenn aber in dem Radek- 'wen Artikel nur von lyrischen Jünglingen (ohne Unterschied der Alters) die Rede ist, so bleibt noch unbeantwortet bie Frage, ob die politischen Jünglinge (ebenfalls ohne Unterschied deS Alters) hon besserem Einfluß gewesen sind." Auf diese Weise erhält der einst von den Leipziger U. S. P.» Männern nmjnbelte Kurt Geyer, der sich allerdings durch seine klägliche Haltung nach dem Einrücken der Maercker-Truppen in Leipzig bei feinen eigenen Ge­nossen um allen Kredit gebracht hatte, noch nachträglich einen derben Fußtritt. Zugleich ist aber in dieser Kritik derLeipziger Volksztg." an denvolitischen Jünglingen" ein Vernichtungsurteil über die BetaU- gung jugendlicher Elemente an der Spitze der U. s. P. enthalten, wie es schärfer wohl kaum von gegne­rischer Seite gefällt werden könnte. Sind doch die meisten derHelden", die sich m der Rätebewegung hervorgetan haben, noch nicht über 30 Jahre alt.

Keine russische Gegenrevolution.

Geheime Einmischung von außen.

ckpn. Warschau. 18. Juni. Auf Gnmd einer japanischen Zeitungsnachricht war letzter Tage m her europäischen Presse das Ende der isowjetrepublik herb reitet worden. In Paris und London weiß man n'cht? darüber, obwohl in London eine gute draht­lose Verbindung mit Moskau besteht, welche kein Wort über eine Gegenrevolution von Moskau erhielt. Auch dw Nachrichten von der russischen Front und aus Kiew erwähnen mit keinem Wort etwa? von Attentaten auf Lenin und Trotzki, Bestätigt wird, daß Bruffilow noch in Moskau an den militärischen Plänen gegen Polen und Japan arbeitet, die von Offizi reu angeführt werden,die er persönlich vor'chlagt. Die Räteregierung stimmt allen Vorschlägen BrnssiEwS zu und arbeitet mit ihm in vollem Einverständnis. Es geben aber in Rußland augenblicklich Dinge vor, welche auf eine geheime Einmischung von außen schließen lassen und wogegen die Regierung die Wecr- ^hyibft n Sicherheitsmaßnahmen getroffen hat. Au« bie armenische Abordnung, die in Moskau

wurde, soll Slufträge von fremden Personen ailsfuüren, hie sich gegen die Bolichewisten richten. Die Regie­rung ist äußerst mißtrauisch gegen die ausländischen Missionen geworden, bie sie in letzter Zeit zulicy, to« haf; die italienische Abordnung einstweilen Nicht m Moskau zugelaffen wird und in Petersburg , bleibt. Auch gegen die englischen Arbeiter zeigt sich eine Ab­kehr der Regierung uub die Kommission wird Rußland auf dem schnellsten Wege verlassen müssen.

Gegen die Anerkennung der SowKetregierung.

Die Konferenz des Arbeiterbundes in Mon­treal (Britisch - Nord - Amerika) hat eme Reso­lution. die von den Vereinigten Staaten die Aufhebung der Blockade in Rugkand und die Anerkennung der Sowjetregierung verlangte, die Zustimmung verweigert.

Am Lr'muZschau.

WB. Tokio, 18. Juni. Der japanische y11'^ bc3 Ammern veröffentlicht den Inhalt der am.lt. Mar an China gerichteten Note. Darin wird >v.cderhoit aelagt, daß Japan wünsche, Verhandlungen über bie Rückgabe von Kiautschau an China einjuleiten und erklärt, daß Japan zur 3iückgabe dieses Gebieter und zur Zurückziehung seiner Truppcn bereit nt. Die.»otc erinnert barm, daß in dem Versculler ^rieben Eh!na in die Uebertragung von Schantimg an Japan emgc- willigt hat. Die Rückgabe von Kiaujlchau an China wiilde au den Beliuumungen des Versailler Sriedenc- vertragcs nichts ändern.

Eine AsuvrieMsrung im uMsrikau^chsu Seekanösl.

WB. Wa-Hingtou. 18. Juni, Der vom senat angenommene Gesetzentwurf über die Handelsmanne Miro nunmehr im Repräsentantenhaus: diskutiert war- den. Dieses Gesetz würde bie Kündigung von etwa 23 SanbeUoeri ragen mit fremden Rationen veran­lassen, was eine tiefgreifende Aenderung der Pouin inbezug auf den Seetransport mit dem

Amerikas

Auslande

bedeuten würde.

Kurze Meldungen,

23. Juni findet in Paris eine inter»

* Am v..........- . . , , nationale Handelökon-creiiz statt, an der lnS jetzt Frankreich, Amerika, England und Belgien teil»

nehmen. . .. .

* Das französische Krieasmrrllsierrum gibt brannt, daß »n Kriege auf französischer Seite l 358 872 Mann gefallen sind. Darunter sind als verschwunden gemeldet 361 854 Mann.

Der türkische Groß Wesir Damad Reschid Pascha ist gestern abend in Boulogne eingetroffen. Lr wird heule in Paris erwartet.

* Der schwe znische Rationalrat beschloß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten die Er­richtung von 3 neuen Geiandschaften in Brüssel, Stockholm und Warschau.

* Krassin hatte gestern in London eine Unter, rednng mit dem persischen Außenminister, dem Prinzen

^"'Aus Tokio wird gemeldet: In Kobc rourbe ein mit 400 Bomben gefüllter Korb beschlagnahmt, der für die javanischen Kommunisten bestimmt war.