Einrücku ngsgebü br:Die8geiv.Koionel5eileod. deren Raum L— Mk^ die 4gew. Zeile i. Reklameteil 3.— Mk- 25°l0Ieuetuno58ui^l. Offertaebübr g0 Pfg. Bezugsvreis: Vierteljährlich 12.W Mk.. monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug Vierteljahr!. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 2OJ3fs. Posticheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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General-Anzeiger
AmMches Organ für SisSl- und Landkreis Kanau
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«
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Donnerstag den 17. Juni 1928
Verlagsleitung: Ab. Indermüble.
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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerer Hanau Fernsorechanschlüsse Nr. 1237 und 1238
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Das Neueste.
[ Der Präsident der Nationalversammlung Srenbach beruft den Reichstag auf den 24. i zu seiner ersten Tagung ein.
Mit der Neubildung des Kabinetts wurde m deutsche Geschäftsträger in Paris Dr. Mayer- itaufbeuren beauftragt.
In den besehen Gebieten haben die Fran- äöfen das Singen deutscher Lieder verboten.
3m Saarbergbau wird ab 1. Juli die Frankenentlöhnung eingeführt.
Zu der letzten Nacht ist in Mittelschleswig die Souveränität wieder an Deutschland über- zegangen.
Der in Stettin tagende Vertretertag der Ncherheitspolizchbeamten lehnte das Streik- iccht ab.
Bor demEnde derKrife?
Mrher-Kaufbeuren als Nachfolger Trimborns.
Die Regierungskrise scheint sich ihrem Ende zu uähern. Laut „Germania" verhandelte Trim- born gestern vormittag — also zum dritten Male -nochmals mit den Vertretern der Mehrheits- iMlisten. Er mußte dabei feststellen, daß für die Teilnahme dieser Partei an der Regierung zur Zeit keinerlei Aussicht vorhanden ist. Es Web also nichts weiteres übrig, als das Augen- «ak auf die Bildung einer bürget; lichen Regierung zu richten. Trimborn mtijU>~i<t Diesem spinne
in erster Linie Fehrsnbach als Reichskanzler in Lorschlag, der jedoch, obschon er allen Parteien Mehm ist, aus triftigen Gründen glaubte ab- lehnen zu müssen. Darauf benannte Trimborn in Uebereinstimmung mit Fehrenbach und unter vsller Billigung der Zentrumsfraktion und des Parteivorstandes, die gestern eine gemeinsame Sitzung abhielten, den deutschen Geschäftsträger
Paris, Dr. Mayer-Kaufbeuren. Herr Mayer-Kaufbeuren, der als Abgeordneter der Bayerischen VoWpartei in den neuen Reichstag wieder gewählt äst, solle auf Grund eines Pro- NMms seine Mitarbeiter auswählen. Dieser Porschlag fand die volle Billigung des Reichspräsidenten, der seinerseits sofort telegraphisch W mit einem entsprechenden Angebot an Dr. Mayer wandte. Dessen Antwort steht zur Stunde
aus. Nimmt er an, was in parlamentarischen Kreisen allgemein gehofft wird, darf man eine Erledigende Erledigung der Trimbornschen Mission. — inzwischen hat Trimborn den Auftrag der Regierungsbildung dem Reichspräst- Miten Ebert zurückgegeben — bestens erwarten.
wir zuverlässig hören, ist bereits eine Liste don Männern, die zum Eintritt in ein solches “nbinett aufgefordert werden sollen, zusammen- Seftellt. Sie enthält: Reichskanzler: Mayer, inneres: Koch, Auswärtiges: v. Nostiz ifiühec sächsischer Gesandter in Wien), Wirt- Mst: Wiedfeld, Finanzen: W r z t h, Schatz: v. Siemens, Arbeit: <Steg«r- a I d, Verkehr: Grüner, Justiz: Heinz e, Reichswehr: Geßler. Diese Liste hat natür-
nur nebensächlichen Wert, da erst aus Grund emez festen Programms des neuen Mannes die Eigneten Mitarbeiter zum Eintritt in das Ka- ausgefordert werden können.
Es handelt sich hier also um ein Kabinett, ebne Regierung der Mitte sein würde: po- ''«!ch zunächst gestützt auf Zenicum, Demokraten knd Deutsche Volkspartol. Ueber die Stellung Teutschen Volkspartei zu diesem Vorschlag die Meinungen noch auseinander. Nach
--Leipz. N. N." hat Trimborn der Deutschen ^olkspartei in den späteren Besprechungen eine Heiligung an der Regierung nicht mehr ange- "ten. Als einzige Konzession an die Deutsche ■“olöpartei bot er Dr. Heinze das Justizministe- luin an. Dr. Heinz« lehnte aber nach Rücksprache " seinen politischen Freunden dieses Aner- leten ab. Nach einer anderen Leseart setzte sich -^mborn, gestern mit dem Vorsitzenden der olisparteilichen Reichstagsfraktion in Verbin- . n6, um ihn zu fragen, ob er das JustiMiniste-
Im 3U übernehmen bereit sei. Dr. Heinze machte e Unnabwe von dem Beschluß seiner Partei- ! eunbe abhängig. Dies« entschieden auch in r n e i n e n b e m Sinne. Die Deutsche ostsparlei, so soll erklärt worden sein, nähme n bet Zusammensetzung des neuen Kabinetts
Anteil, als sie Wert darauf lege, das Reichswirtschaftsministerium mit dem
Geheimrat Wiedfeld besetzt werde und das Reichswehrministerium einem Fachmann übertragen werde.
Die Einberufung des Reichstags.
WB. Berlin, 16. Juni. Der Präsident der Nationalversammlung erläßt folgende Bekanntmachung : Auf Grund der Aktikel 27 und 180 der Verfassung wird der neugewählte Reichstag berufen, am Donnerstag den 24. Juni 1920, nachmittags 3 Uhr, zusammenzutreten. Der Präsident der Nationalversammlung: C. Fehrenbach.
Bayern und die Kandidatur Mayer-Kaust eurem
— Nürnberg. 16. Juni. Die Nachricht von der Beauftragung des Geschäftsträgers Dr. Mayer-Kanf- beuren mit der Regierungsbildung hat in bayerischen politischen Kreisen Aufsehen erregt. Man glaubt nicht, daß es ihm ohne weiteres gelingen würde, seinen Auftrag, der dahin gehen dürfte, bie bisherige Koalition durch Hinzutritt der bayerischen VolkSpartei zu verstärken, auszuführen. Dr. Mayer-Kaufbeuren gilt als der schärfste Gegner Dr. Heims innerhalb der bayerischen Volksvartei und hat wiederholt erkennen lassen, daß ihm die föderalistische Politik, die unter Führung Heims von der Partei befolgt wird, durchaus nickt zumgt. Sollte Dr. Mayer tatsächlich den Versuch unternehmen, die Bayerische Volk-partei als Vorspann für eine Regierungsbildung auf dem hobelt der alten Koalition zu benutzen, so wird er seiner Partei weitgehendste Garantien bafür zu geben haben, daß die zentralistische Tendenz der bisherigen Polirik aufge- geben wird. In demokratischen Kreisen verfolgt man die augenblicklichen Vorgänge in Berlin mit erhöhtem Interesse. Man läßt keinen Zweifel darüber, daß der bayerische Flügel der Deutschen Demokraten zweifelsohne geneigt ist, sich an einer rein bürgerlichen Regierungsbildung zu beteiligen.
Die Gewerkschaften für die Teilnahme an der Regierung.
Das Korrespondenzblatt des Allgemeinen
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der Stunde, enthält aber einige allgemeine Betrachtungen über den Wahlausfall und seine Folgen. Zunächst stehe fest, daß ohne Koalition eine Regierung überhaupt nicht möglich sei, auch eine rein sozialistische Regierung habe keine ausreichende Mehrheit, und da die bürgerliche Mehrheit gegenüber einer reinen sozialistischen Klassenregiecung eine kompakte Masse bilden würde, so würde eine solche sozialistische Klassenherrschaft nur einen Tag dauern. Nicht viel besser wäre es um das Schicksal einer reinen Arbeiterregierung bestellt, bestehend aus Ger- weckschaftlern der sozialistischen und linksbürger- lichen Parteien. Sie wäre auf die Duldung der bürgerlichen Parteien angewiesen, und darin liege eine Schwäche, die sie zum Siechtum verurteilen müßte. So blieben nur die drei Möglichkeiten: einer Koalition der Linken, einer Koalition der Rechten und einer Koalition der Mtte. Eine Koalition der Linken hätte zur Voraussetzung, daß die Unabhängigen aus ihrer Verantwörtungslosigkeit heraustraten und an der Regierung teilnähmen; aber die Erklärung der „Freiheit", daß sie beim besten Willen zwischen den Herren Rießer und Strese- mann einerseits und den Herren Siemens und Dernburg anderseits keinen so großen Unterschied entdecken könnte, reduziere die ganze Bereitwilligkeit der Unabhängigen, vecantwort- liche Politik zu treiben, auf bett Wert einer hohlen Deklamation, denn ebensogut könnten die Kommunisten deklamieren, daß sie _ zwischen Scheidemann und Ledebour keinen so großen Unterschied finden könnten. Eine Koalition der Rechten müsse nach der Entwicklung der Singe in unserer jungen Republik wie nach dem Wahlausfall ausgeschlossen sein. Deshalb sei die Ausrechterhaltung der bisherigen Koalition von Sozialdemokratie, Demokraten und Zentrum die beste Lösung der Krisis. Die Sozialdemokratie werde sich hoffentlich auch über den Wahlkampf hinaus so viel Verantwortung bewahrt haben, baß sie nicht die Hand dazu biete, der Reaktion in den Steigbügel zu helfen. Sie könne diese Verantwortung nicht auf andere ab= wälzen und sich nicht hinter die Unveraniwort- lichkeit anderer verstecken. Wenn die Republik in ihrer Sicherheit bedroht sei, so müsse sie,-als die stärkste Partei, in die Bresche treten, nicht um der Partei, aber um des Volkes und des Vaterlandes willen. Die Gewerkschaften hätten ein besonders dringendes Interesse an der Abwehr einer reaktionären Koalition, da eine Re gierung der Rechten den acht Punkten vom 20- März die Anerkennung "«0 die Ausführung versagen würde; damit ab,-- wurde die ganze Streitfrage von neuem aufi.erollt werden, was praktisch einer Wiederholung des Generalstreiks gleichkäme. Eine solche Zwangslage könne niemand wünschen, dem ein geordneter Wiederaufbau Deutschlands am Herzen liege.
Die Deutsche VelksPurlei
zur demokratischen Erklärung.
Zu der Erklärung des demokratiichcn Fraktions- Vorsitzenden Dr. Petersen wird dem „Berl. Lok.-An^." von hervorragender volksparteilicher Seite mitgeteilt:
„Das, was Dr. Petersen hier aUsführt, wurde von der Deutschen Volks pari ei schon zu Beginn der Krii e g e f o r b ett Zu wiederholten Malen wurde aus ihrer Mitte darauf hingewiesen. daß in der gegenwärtigen Lage für Deutschland ein Wirtsckaftsininisterium die beste Lösung !e‘. Interessant ist, daß auch die Demokraten sich jetzt von dem parlamentarischen System, wie es bisher anfae- saßt wurde, abw-nden und es dem Präsidenten überlassen, einen Reichskanzler zu ernennen, dem es also Vorbehalten bleibt, ein Minllterium zusammenznbringen.
Die Entscheidung liegt mithin nicht bei den Parteien, sondern beim Reichspräsidenten. Die Erklärung Betersens ist eine glatte Absage an den Grundsatz, der bisher von den Koalitionsparteien vertreten war. Wenn die demokratische Fraktion sich auf bett Standpunkt stellt, daß jede monarchische Agitation bekämvft werden muß, so verläßt sie damit ben Boden der Reichsversassung. Wir werden von dem Standpunkt, den wir bisher in dieser Frage eingenommen haben, unter keinen Umständen abweichen. Man kann auf dem Boden der Verfassung sieben und trotzdem Monarchist sein. Scheidemann ließ sich vom Kaiser zum Staatssekretär machen, trotzdem bie Sozialdemokratie als letztes Ziel die Beseitigung der Monarchie erstrebte. Wenn man die Erklärung lieft, bat man die Empfindung, daß auf die Reichskanzlerschast Schiffers hingearbeitet wird, der, wie verlautet, sein Ministerium schon fertig hat. Ein Demokrat soll also Reichskanzler werden trotz des Ausfalles der Wablen, die die Demokraten nahezu vernichtet haben! Wir können unter keinen Umständen dulden, daß die kleinste Partei im Reichstage den Kanzler stellt. Ueber bie Kanzlerschaft eines Zeurnimsmannes läßt sich reden. Das Zentrum ist die stärkste bürgerliche Partes, stellt in der Mitte und hat daher ein Recht, für sich die Kanzlerschaft in Anspruch zu nehmen. Mit der Person Feyrenbachs sind wir einverstanden".
ZurgSgL^WÄMgeN Smttfchsn Lage
Paris, 16. Juni. Zu dem Beschluß der deutschen Mehrheitssozialisten, in keine Regierung einzutreten, die die Parteien der Rechten mit entschliefet, bemerkt der „Matin", daß die Taktik der Partei Müller-Scheidemann klar auf der Hand liege. Die Sozialdemokraten, die bet den Wahlen so große Verluste erlitten, müßten diese Niederlage ihrer Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien zuschreiben. Jetzt sei es das Ziel der Sozialdemokraten, durch Partei- politik die verlorenen Stimmen zurückzugewin- nen. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen sie zunächst ihren guten Ruf als Sozialdemokraten wieder erlangen und dann die Auflösung des Reichstages betreiben. Dies beides können sie nur als Oppositionspartei erreichen. Die deutschen Sozialdemokraten würden, so meint der „Matin-, in allen Formen Opposition treiben, vom Mißtrauensvotum angefangen, bis zum Generalstreik.
Das hoMmörsch-dsulsche AbksMWen.
WB. Haag, 16. Juni. Der Gesetzentwurf über das holländisch-deutsche Kredit- und Koh° lenabkommen ist der Zweiten Kammer zugestellt worden. In den Erläuterungen heißt es:
„Auf Grund des Abkommens wird Holland einen zweifachen Kredit für Deutschland eröffnen, einen von 60 Millionen Gulden für den Ankauf von Lebensrnitteln holländischen oder niederländisch-indischen Ursprungs. und einen zweiten von 140 Millionen Gulden für den Ankauf von Rohstoffen. Für beide Kredite ist der Zinsfuß auf 6 Prozent festgesetzt. Als Unterpfand werden deutsche Schatzanweisungen bis zu einem Betrage von 200 Millionen Gulden bet der Niederländischen Bank deponiert. Die Rückzahlung des Lebensmittelkredits soll durch Verrechnung mit 25 Pro ent des Preises für Kohlen erfolgen, die auf Grund des Abkommens durch Deutschland an Holland geliefert werden, mit der Maßnahme, daß Deutschland nicht mehr als höchstens 20 Millionen Gulden jährlich ab- zuzablen braucht. Es wird damit gerechnet, daß der Lebensmittelkredit auf diese Weise in fünf Jahren getilgt sein wird. Der Robstoffkredit muß spätestens am 31. Dezember 1921 getilgt sein. Hierbei ist nicht bestimmt, daß die Robfioffc niederländischen oder niederländisch-indischen Ursprungs sein müssen, sodaß Deutschland auf den vorteilhaftesten Märkten kaufen kann."
Die ösMch-MMNfchsn .
VsrhemNrmgsn.
WR. Prag, 16. Juni. Nach einer Meldung des Tschecho-Slowakischen Pressebüros wurden bei den lieutiaen. wirtschaftlichen Verhandlungen
mit Vertretern Deutschlands unter dem VorU des Staatssekretärs Dr. Schuster zunächst Schifft fahrtsfragen besprochen. Generalkonsul Vavrecka präcisierte den tschecho-slowakischen Standpunkt. In die darauf folgende Wechselrede griffen besonders der Vorsitzende der deutschen Delegation von Stockhammer und von tschecho-slowakischer Seite Professor Klier ein. Die Besprechungen hatten informativen Charakter. Sodann wurde die Redaktion des bisherigen Verhandlungs- Ergebnisses insbesondere in der Angelegenheit des Zollverfahrens, der Handlungsreisenden, der gegenwärtigen Rechtshilfe und der Bedingungen des Veredelungsverkehrs fortgesetzt.
Die Keusche Abrüstung.
WB. Paris, 16. Juni. Die Kammer-Kommissio« für Auswärtiges nahm einen Bericht L efsvreS über die deutsche Abrüstung entgegen. Der Minister nah seiner Meinung dahingehend Ausdruck, daß, wenn Deutschland auch gewisse Punkte des Vertrages aus- geführt habe, eS im ganzen genommen keinen guten Willen an den Tag lege. Er sprach die feste Hoffnung aus, daß es der Entschließung und der Itebereinftim* mutig unter den Alliierten doch gelingen werde, von DcutschlaiiddievollständigeAusführungderBcdinsunge» zu erlangen.
Frankenlöhnung im Saarbergbau.
WB. Saarbrücken, 16. Juni. Die gestern statt« gefundenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Bergarbeiterorganisationen einerseits und der französischen Bergverwaltung andererseits haben bis heute bahingeführt, daß vom 1. Juli ab die Frankenent- [öhnung im Prinzip eingeführt wird und Abschlags. Zahlungen sowohl wie die Hauptzahlungen des LohneS zum 1. August in Franken erfolgen. Die Lebens- mittellieferungen werden aufgehoben. Die christlichen Gewerkschaften haben gegen die Frankenentlöhnung Protest eingelegt. Die Verhandlungen über die Höhe der Löhne und anderes sollen heute mittag fertgefeit MM
Die Aukersuchung der Mürzvorgäuge.
WB. Berlin, 16. Juni. Beim UntcriuchungS- auSschuß für die Märzvorgänge im Rei'chswehrministerium wurde gegen 691 Offiziere Anklage erhoben. Bisher ist in 307 Fällen entschieden worden. In 97 Fällen wurde auf Dienstentlassung und Beurlandung erkannt, der Rest durch Versetzung und Niederschlag erledigt. Um auch dem Unterpersonal zu seinem Recht zu verhelfen und unrechtmäßige Entlassungen zu verhüten, wurde ein weiteres Referat für Beschwerden von Unter, personal mit einem Offizier, eitlem Unteroffizier und einem Zivilreferenten errichtet.
Das Absirrgen von deutschen Liedern verdoten.
WB. Worms, 16. Juni. Laut einer amtliche» Bekanntmachung des Chefs deS Generalstabs hat der kommandierende General der Rheinarmee in der durch die französische Armee be'etzteii Zone infolge von Zwischenfällen und um Anlässe zu Unruhen zu ver, meiden, verboten, daß in der Oeffentlichkeit o r unter Verhältnissen, die her Oeffentlichkeit gH m neu, deutsche Hymnen oder Lieder, welche einen -e ndselige» oder provozierenden Charakter gegen Frankreich tragen, gesungen werden. Verboten sind u. a. „Die Wacht am Rhein", „Deutschland über alles", „Heil Dir in Siegerkranz", „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen", „Haßgemng" usw. Ferner wird in der französisch besetzten Zone unter allen.Umständen das Flaggen in den Rationalsarben, sei es in den alten oder in den neuen Farben, verboten. Jede Uebertre^tung mirb als. Ungehorsam gegen einen von den ranzösischen Mckitär»- behörden gegebenen Befehl betrachtet und als solcher bestraft, entsprechend Artikel 6 der Ordonnanz Nr. 1 der interalliierten Kommission.
Die Befreiung MiliLlfchlesrvigs«
— FlenSburg, 16. Juni. Der Tag der Befreiung von der Internationalen Koinmission ist gekommen. Heute mittag sanken die Z-ahnen der vier alliierte» Mächte unter dem Jubel einer großen Menschenmenge. Als die Franzosen abzogen, ertönten deuticke vaterländische Lieder. In der Nacht znm Donnerstag geht die Souveränität wieder an Deutschland über. Dann finden am Donnerstag früh in allen Schulen Feiern statt, in allen Kirchen Dankgottesdienste. Um 11 Uhr ziehen die deutschen Truppen unter Glockengeläute in die Stadt ein. Sie werden von der Stadtvertretung und dem Reichsminister des Answäriigen Dr. KoW begrüßt werden. Abends werden an den verschicoenc» Punkten der Stadt Volksfeste abgehalten, auf denen auch die Minister sprechen wollen.
WB. Kopenhagen, 16. Juni. Nach citier Mitteilung der internationalen Kommission für Ichleswig wurde die dänische Paßgrenze in der Nacht zum 15. Jum von Königsau an die LandeSgrenze verlegt.
Angansches ObftfLr Derrifchrand.
WB. Budapest, 16. Juni. Wie die Blätter mel- den, hat Deutschland Ungarn 600 Waggons zur Durch, fübrung der Obstaussuhr zur Versügung gestellt. Ein Teil davon ist bereits unterwegs. Die ObstauSfyM nach Oesterreich und Deutschland hat bereits begonnen
. (Weitere Polilikebe Nachnchten auf Seite 5.)