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Sr. 138

Gsklera!-MZsiFW AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Sanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. Hultsch- für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hanau FernsvrechaniLlüfie Nr. 1237 und 1238

Dienstag den 15. Juni

1920

Das Neueste.

Erheimrat Dr. Trimborn vom Zentrum mit der zitzimmgsbildung beauftragt.

Die Nachricht von einer Gegenrevolution in Ruß- tab wurde bis jetzt noch nicht bestätigt.

Zu Frankreich wurden die Fleischpreise bedeutend halügesetzt.

Da» Todesurteil im dritten Münchener Geiselmord- pszeß wurde gestern vollstreckt.

Die Bolschewisten ersuchten Finnland um sofortigen Waffenstillstand.

Die Schwierigkeil -er Lage.

Berlin, 14. Juni. Der Reichspräsident hatte heute vormittag mit dem Zentrumsabgeordneten ! Geheimrat Dr. Trimborn eine längere De- ! sftochuing, in deren Verlauf Trimborn die gro- | fen Schwierigkeiten der Bildung des neuen i Kabinetts betonte. Der Reichspräsident ersuchte

Lumborn unter Hinweis auf den Ernst Situation, gleichwohl die Kabinettsbildung übernehmen. Trimborn übernahm darauf Auftrag.

der

zu den

Die von uns gestern angeführte Vermutung, I ich, nach dein Heinze abgelehnt hatte, die Ka- I binettsbildung einem Vertreter des Zentrums I übertragen werden würde, hat sich inzwischen be- I stätigt. Der Reichspräsident hat den Geheimrat I Dr. Trimborn die Kabinettsbildung ange tragen I *2X2?rTm bUo rn*fe^ zutiächst inkt M I Unterhändlern der Sozialdemokraten, den I Herren Müller und Löbe, in Verbindung und I siegte sie, wie derVorwärts" berichtet, ob sie I einer nach rechts erweiterten Koalition bei- I toten könnten, wenn das Zentrum darin die I Führung übernehme. Nach der Verneinung I vandte er sich einer zweiten Kombination zu, I die mit Einschluß der Bayerischen Vollspartei I 243 Mandate umfassen würde. Herr Löbe ec- I iriberte, daß die sozialdemokratische Fraktion I M hieran nicht teilnehmen könne. Herr Müller Mrte darauf aus, eine von solch geringer Mehr- I Mt getragene Regierung werde nicht mit der I Listen Autorität nach Spa gehen können. I E«uf erwiderte Trimborn, es gebe eine dritte | Möglichkeit: ein Block der Mitte, aus Demo- ^len, Zentrum und Deutscher Vollspartei be- I Er könne zwar nur 188 Abgeordnete t ^nehmen, vielleicht aber auf wohlwollende Neu- I "ENtät der Nachbarparteien rechnen. Die So- I wbwiofratie wünsche doch auch ein regierungs- wge3, Kabinett und dürfe eine solche Regie- | nicht schroff ablehnen. Sie könne ja einen I vachmrnister als Sicherheitswache im Kabinett I bucucklossm. Ein allen genehmer R e i ch sk a n z - | e*. sei vielleicht in Herrn Fehrenbach zu I Zinnen. Besonders hervorgetretene Vertreter I Großkapitals und des Alldeulschtums wür- utn m einem solchen Kabinett nicht enthalten Da die sozialdemokratische Fraktion zu wer solchen Koaltton noch nicht Stellung ge- mmen hatte, mußten ihre Vertreter, wie der | 'vorwärts" berichtet, ihre Stellungnahme ver- ,Z^n. Genosse Müller habe aber im voraus v-er- ^ eine solche Koalition von der sozial- I idiotischen Fraktion nach ihren Taten be- umt werden müsse und jeder Versuch, aus- Politik nach dem Rezept der Deutschen U3partei zu treiben, aufs schärfste bekämpft -..^^ müßte. DerVorwärts" überschreibt Z?" BerichtKeine Aussicht auf Lösung" und I St: 2(u^ btr nieiter abliegende Plan, die on aller bürgerlichen Parteien noch ein- Ertvägung zu ziehen, wird kaum größere ' auf Erfolg haben.

E^m geurteilt, scheint auch Trimborn i^si8 der Krise durch eine parteipolitische ! ^i'^.^on nicht zu gelingen. Die Sozial- i ^^'"atic bleibt weiter auf ihrem Standpunkt sie C8 überhaupt einer ist bestehen, daß ! t,.,incr nach rechts erweiterten Koalition nicht Irenen kann. Die Partei kann einmal aus den Q -Mähen der Theorie nicht heraus und zum ^crnmal liegt die Furcht vor dem radikalen «i7^?b)ort wie ein lähmender Bann über der l' S" llhnt deshalb-auch die alte Koali- n unter Einbezug der Bayerischen Vollspartei tio^"^dlich weil die Tragfläche dieser Koali- nW /mgi-^dji,. Trimborn macht pun den l 'M/ eine rein-bürgerliche Regierung zu bil- ^^sec Versuch dürfte jedoch an der Hal- der demokratischen Partei scheitern, denn

deren Organe haben sich bisher auf den Stand­punkt gestellt, daß ohne die Sozialdemokratie die Demokratische Partei sich an keiner Regierungs­bildung zu beteiligen vermag. Als letzter Weg zur Regierungsbildung käme dann nur noch die Bildung des reinen Wictschastskabinetts in Frage. Nach derNoss. 3tg" nennt man bereits Namen, die für eine solche Kombination in Be­tracht kämen. So heißt es, daß als Reichskanzler der ehemalige Oberbürgermeister von Straßburg Dr. Schwan der (gegenwärtig Oberpräsident d. Prov. Hess.-Nassau), vorgeschlagen werde, der einige Wochen lang auch Staatssekretär des Reichswirtschaftsamtes unter Graf Hertling ge­wesen ist. Dr. Schwander wird als eine Per­sönlichkeit bezeichnet, die allen Parteien genehm sein könnte. Für das Reichsministerium des Aeußern wird Geheimrat Simons genannt, der bei den Verhandlungen in Versailles hervor­ragend mitgewirkt hat. Für das Reichswirt­schaftsministerium Geheimrat Wiedfeld, für das Reichsernährungsamt der Führer der Bayeri­schen Volkspartei Dr- Heim; das Reichsministe­rium des Innern soll Severing, dem gegenwär­tigen preußischen Minister des Innern, ange­boten werden.

Ob aber der Gedanke eines Wictschafts- kabinetts sich wird verwirklichen lassen, das hängt wieder von der Haltung der Mehrheits- sozialisten und der Demokraten ab. Daß die Mehrhei^sozialisten ablehnen werden, darf wohl heute schon als sicher angenomemn werden, sodaß auch das Scheitern dieser Kombination wahr­scheinlich ist. Damit wäre von allen arithmetisch­politischen Kombinationen, die die Zahlen des Wahlergebnisses vom 6. Juni so oder so grup­piert überhaupt zugelassen, erschöpft. Was nun ü-,w >;~fei HA b-ute noch nickt saaLN.

SBartim Seimes Mandat scheiterte.

Die Deutsche Volkspartei nimmt zu der neuge­schaffenen Konstellation in ihrerNatl. Korr." folgen­dermaßen Stellung: Es wäre die Gelegenheit-geg'beu, die Bereitwilligkeit der Deutschen Volkspartei zur Ueber­nahme der Regierunusverantwortung auch praktisch zu erweisen, andererseits aber auch, eine rasche und un­zweideutige Entscheidung über die Haltung der Soziast bemotratie berbeiznfübren. Aus diesem Grunde bat sich der Abgeordnete Dr. Heinze bereit erklärt, den Auftrag zur Kabinettbildung unter der Voraussetzung auszuführen, daß die sozialdemokratische Fraktion sich nicht von der Regierungsbildung ausschließt. Um hierüber Klarheit zu gewinnen, hatte Dr. Heinze eir» Unterredung mit dem bisherigen Reichskanzler Hermann Müller und dem Vorsitzenden der sozialdemviratstchen Fraktion Loebe, die ihm beide erhärten, daß ihre Fraktion sich einer Regierung, an der die Deutsche Volkspartei beteiligt fei, nicht anschließen werde. Hie. auf gab Dr. üetr ;e dem Reichspräsidenten irrn Man­dat zurück. Die Verantwortung für das Nicki zu st an be­kommen einer regierungsfähigen Mehrheit fällt abo fo= m i ausschließlich der sozialdemokratischen Fraktion zur Last. Die Schwierigkeiten sind noch vermehrt worden . urch die schwankende Haltung derdemokratis en Partei. Sie hat deutlich erkennen la.en, daß sie eine Regie­rungsbildung ohne die Teilnahme der Sozialdemokraten ablehne.

Für ein WMschafrskabmett.

Die B. Z. am Mittag" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Abgeordneten Voegler über ein W i r t s ch a f t s k a b i n e t t. Er sagt, der Ministerpräsident müsse seine Mitarbei­ter selbst auswählen, ohne sich an Die Partei­grenzen zu binden. Ein solches Ministerium wird eine Mehrheit im Parlament finden. Diese Mehrheiten können wechseln, obwohl bei den praktischen Vorschlägen für den Wiederaufbau ein sachlicher .Zwang vorliegt, dem sich keine Partei ungestraft entziehen darf. Die Partei, die gegen das Wiederaufbaukabinett in kurzsich­tiger Opposition stände, triebe Obstruktion gegen die Gesundung unserer wirtschaftlichen und so­zialen Verhältnisse. Ein solcher von einer festen Koalition freier Ministerpräsident wäre endlich wieder in der Lage, zu führen. Da könnten auch Oppositionsparteien in bestimmten Fällen mit­arbeiten und zustimmen. Die Opposition wäre nicht mehr, wie bisher, in einen dauernden Gegensatz hineingezwungen, und dem Volke wäre geholfen! Jedermann weiß, wir brauchen die Arbeiterschaft, wir brauchen die Landwirt­schaft, wir brauchen die Intelligenz der In­dustrie, Handel, Gewerbe und Beamtenschaft. Also macht ein Ministerium aus Arbeitern, Bauern und Fachmännern, ein M i n i st e - rium des Wiederaufbaus!

Mit scharfer Ironie wendet sich Voegler im übrigen gegen die Art, wie bisher die Frage bei Regierungsbildung von allen Parteien behan­delt wurde:

Nicht d a r ü b e r, daß wir in den näch­sten Wochen die schwerwiegendsten Verhandlun­gen mit unseren Gegnern in Spa zu führen haben werden. Verhandlungen, von deren AuS­

gang alle Volksgenossen in gleicher Weife ab­hängig sind,

nicht darüber, daß die Wirtschaftskrise, die zahlreiche Betriebe, Jndustriegruppen und deren Arbeiterschaft stillzulegen droht, durch eine Steigerung und Verbilliguug der Urpro­duktion überwunden werden muß,

nicht darüber, daß die Defizitwirt­schaft, bei den Eisenbahnen monatlich zwei bis vier Millionen Mark, sobald als möglich durch Reorganisation unseres Verkehrswesens besei­tigt werden wird,

nicht darüber, daß eine Vereinfachung der Verwaltung und schleunigste Auflösung der Kriegsgesellschaften schon aus Gründen der Sparsamkeit dringend durchgeführt werden müßte,

nicht darüber, daß ein Abbau der Zwangswirtschaft eingeleitet werden muß, der die Produktionsfreudigkeit hebt, und den kost­spieligen Apparat der Verteilungs-Bürokratie

auflöst,

nicht darüber, daß die Notenpresse still­gelegt werden muß, wenn wir uns nicht jede

Gesundung selbst unmöglich machen

finanzielle wollen,

vereinfacht Haupt von

darüber, daß das Steuersvstem werden muß, schon damit es über- der Steuerverwaltung durchgeführt

werden kann,

nicht darüb er, daß ?mr gründlicheren, vorurteilsfreien Behandlung dieser dringenden wirtschaftlichen Maßnahmen ein organisiertes Zusammenarbeiten aller werktätigen Berufs­stände nötig ist,

nein, darüber bat man sich nicht den Kopf -erbrochen. Die schwierigen Ileberlegungen der VarteimalLematiker..Leben chabin, ob die Par-

: bei der jetzigen Konstellation günstig ab-

schneidet."

DEurschlKuds Kshlen- und Vieh- tteferuugen.

WR. Paris, 14. Juni. Die Wiedergutmachnnas- 'ommiss-on teilt über den gegenwärtiaen Stand der Koblen- und Vieblieftrunacn Deutschlands laut Verteilter Friedeusvertrag mit, daß erbosten haben am 31. Mai an Koblen: Frankreich 4 686 042 Tonnen, von denen 4f6 000 Tonnen an Luxemburg abgetr-ten wurden, Italien 316 063 Tonnen und Belgien 98553 Tonnen: Vieh: Frankreich 6 547 Pferde. 40 720 Stück Rindvieh, 67 476 Schafe, 7875 Zieaeu, Belgien 3116 Pferde, 43 489 Stück Rindvieh. 32 644 Schafe, 6140 Ziegen und 28 339 Stück Geflügel.

Lohnerhöhung für die Bergarbeiter.

WB. Essen, 15. Juni. Der am 21. Mai für das RuhrgehiN vereinbarte Tarifv'rtraa wurde heute zwi­schen ' den 'Vertretern der Arbeitnehmerverbände unb den VertrUern des' Zechenverbandes endgültig abge­schlossen: Die Bergarbeiter erhalten eine Lohnerböbung Bor ii pM von der 1.50 Mk. von der Zeche bar be­zahlt um 4.50 Mk. vom Reiche übernommen werden Die Angestellten erhalten einen NeickSzuschuß in glei­cher Weise wie die Arbeiter. Außerdem bekommen sie eine der Sohnerhöhung entsprechende Gehaltsaufbesse­rung. Durch diese Regelung wird die Erhöhung der Kohlenpreise vermieden.'

Das Münchener Todesurleil vsttftreclrk.

WB. München, 14. Juni. Das Urteil im brüten Gmclmordprorcß, wodurch der Augellagte Wallesbau ier zum Tode verurteilt wurde, ist gestern vom Ministerrat bestätigt und heute vormittag vollstreckt worden.

Spa.

Jpa. Brüssel, 14. Juni. Von gut unterrichteter Seite beißt es, daß die Konferenz in Spa weiter au«- geschoben w^rd, und daß vorher die Konferenz in Brüssel ftaüfinbet, auf der eine weitere Unterstützung Deutschlands mit Lebensmitteln unb Rohstoffen zur Verhandlung tommt. T e französische Regierung macht jedoch heftige Opposition gegen eine Vermehrung der Rohstoffueicningen an Deutschland und hat einen dies­bezüglichen Antrag dem Obersten Wirtschaftsrat bereits vorgelegt.

Die österreichifche

Regierungskrise.

WB. Wien, 14. Juni. Korrbu-eau. Staats­kanzler Renner sprach in einer massenhaft besuchten soz alistischen Bcriammlung über die Krise, wobei er oie Haltung der Sozialdemokraten barlegte, die keine Schuld an der Krise treffe. Renner erklärte, die österreichische Arbeilerklasse werde eine Diktatur der Bourgeoisie nicht dulven. Die österreichische Arleit^- Unfie werde ihr Recht in der Republik und den tyr gebül enden Anteil an der Macht fest halten. Reuucr wurde von einer ungeheuren Menschcnuienge Ovatio

um dorgebrackt.

WB. Wie«, lt. Juni. In der Schung des,................ . .

Hauptausichusscs ergab sich aus den Erklärungen der durchs erfährt die Reüicrung Averescu eine bedeutende Redner die übereinftimmenbe Meinuna, daß unter den I Verstärkung

obwaltenden Verhältnissen die Fortdiner der gegen» wärtigm Nationalversammlung nicht mehr möglich sei. Demgemäß wurde einstimmig beschlossen, die nötigen Gesetzentwürfe betreffend Auflösung der konstituierenden Nationalversammlung und Durchfäbrung der Neu­wahlen unverzüglich ausarbeiten zu lassen. Die Be­ratungen über die Bildung der Regierung werden in der nächsten Sitzung des HauptauSschusses fortgesetzt.

Noch keine Bestätigung

-er russischen Gegenrevolution.

WB. Paris, den 14. Juni (Havas). In offiziellen Kreisen liegt auch bis jetzt noch keine Bestättgung bet Gegenrevolution in Rußland vor. Die Radiotele­gramme aus Moskau, die die Funkstationm heut« morgen erhielten, waren andauernd unentzifferbar.

WB. Rom, 14. Juni. Wie die Agentur Stefan« meldet, ist in Italien keine Nachricht eingetroffen, die die Gerüchte über eine Gegenrevolution in Rußland bestätigen würde.

Zur Räumung Kiews.

WB. Amsterdam, 14. Juni. Eine drahtlose. Moskauer Meldung besagt: Die roten Truppen be­setzten Kiew. Vor der Räumung sprengten die Polen die Wladimir-Kathedrale, die Eisenbahnstationen, die Elektrizitätswerke und die Wasserleitung. Diese Maß­nahmen, die durch keinerlei militärische Notwendigkeit zu begründen ist, bat die Stadt der Gefahr schwerer epidemischer Krankheiten ausgesetzt.

Eine persische Sowselregierung.

WB. Amsterdam, 14. Juni. JDieTimes" meldet aus Teheran vom 10. Juni: Kutschik Khan entschied sich nach einigem Schwanken für den Leninismus und rief sich selbst in, Nescht zum Ministerpräsidenten und Kriegsminister der persischen Sowjetregierung aus. Das deutsche Konsulat in Täbris wird einem Bericht zufolge noch immer belagert. General Haldane, ^Oberbefehlshaber in Mesopotamien, ist inTeheran eingetroffen. .4,1, I

Das neue italienische Kabinett.

DerSecolo" veröffentlicht folgende vorläufige Liste des neuen Kabinetts: Vorsitz und Inneres: (Si i o I i 11 i; Auswärtiges: Sforza; Kolonien: Raggi: Schatz: Bonomi; Finanzen: Meda: Oeffcutliche Arbeiten: Peano; Landwirtschaft: Mi- cheli; Krieg: de Nicola; Marine: Secchi; Unterricht: Croce; Befreite Gebiete: Rainer:; Justiz: Fera; Industrie: Alessio; Arbeit und Fürsorge: A b b i a t e; Post: Camera.

WB Wien, 14. Juni. DerNeuen Fr. Presse" zufolge sagte der italienische Gesandte Toretta bei einem Dinir. das der Staatskanzler Nenner gab, die Politik Italiens gegenüber Oesterreich Hänge nicht von dem Willen der Legierung, sondern von dem Willen des Volkes ab. Jede Regierung werde aber die bt§« hörige Politik der Freundschaft mit Oesterreich weiter verfolgen.

Die Türkei.

WP. Konstantinopel, 14. Juni. In Re- gierungskreisen glaubt man, daß der Großwein bei der Friedenskonferenz noch einmal um Frist, Verlängerung für die Einreichung der türkischen Antwort auf die Friedensbedingungen der Entente nachsuchen werde. Damad Tewfik hat sich nach Paris begeben, um die Verhandlungen über den Friedens? ertrag selbst zu sühren. In amtlichen Kreisen wird bekannt, daß die türkisch« 'Antwort auf die Friedensbedingungen Haupt, sächlich g-tgen folgende Punkte protestieren wird: Gegen die Klauseln betreffend Thrazien und Smyrna, gegen die Eingriffe in die Sou­veränität des Sultans durch die Jnternationali- fierung der Ufer des Bosporus und schließlich gegen die Klauseln, welche den Staaten die Kapitulationsrechte wieder zubilligen, die sie vor dem Kriege besaßen. Die Pforte wird auch verlangen, daß dem Sultan seine Vorrechte als Kalif über diejenigen Muselmanen, die vom Kaiserreich abgetrennt werden, belassen werden und wird ferner darauf bestehen, daß dem Friedensvertrag ein Paragraph eingeführt wird, der die Garantien über die während des Krieges ausgenommen Anleihen aufrechterhält.

Kurze Meldungen.

Die finnische Regierung hat die Unabhängig» keit der Ukraine anerkannt,

* Der französische ErnährunaSminister erlief;,beutt eine Bekanntmachung nach der die Fleischpreise bc- dcntcud heravgcfct;t werden, in Anbetracht der stark sittkenden Preise für lebendes View

* Die bulgarische Regierung hat beschlossen, bte Wirtschaftsbeziehungen mit Rumänien wieder ausiunedmen.

* Der schweizerische Nationalrat nahm.iq seiner Schlußsitzung die Vorlage über die Erhöhung d»r Zölle mit 92 ; 39 Stimmen an und erklärte mit t.0l ,cgen 43 Stimmen das Gesetz als dringlich.

' * Der Streif der Eisenbahner im Bezir

Mailand ist im Abflauen begriffen.

* Take JoneScu und Bratianu wurden im rn. manischen Kabinett zu Ministern ernannt, hiev