192f
Festtag den 11. Juni
das
7 Meh rh eitZ soziali st en,
Die Kruppsche Friedrich Alfred - Hütte in Rhein- iWsm wurde von denumstrierenden Arbeitern voll- tant stillgelegt.
18 Bayer Dolkspartei,
3 Demokraten und
3 Bauernbundler.
Die alte Koalition in WLs'^i-srerz
Der Wahlausfall in Thüringen.
Bei den Reichstagswahlen in Thüringen bat zweifellos der Thüringer Landbund den Vogel abgeschossen. Er trat zum ersten Male bei den Wablen mit einer eigenen Kandidatenliste hervor und vermochte auf den ersten Anhieb 164 877 Stimmen zu sammeln. Zusammen mit der Deutschnationalen Volkspartei (80 862 Stimmen) und der Deutschen Volkspartei (144 760 Stimmen) erhielten die rechtSstebendenParten 399 499 Stimmen. Ihnen stehen 486 789 Stimmen der sozialistischen Parteien gegenüber (156 349 der Mehrheitssozialisten, 310 857 her- Unabhängigen und 19 583 der Kemmumsten). Die Demokraten mit 86 289 Stimmen haben rund 150 000 Stimmen eingebüßt; das Zentrum it 47241 Stimmen keine nennenswerte Einbuße.
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags
Landtag staitfinben ist auf Gnm er "Ergebnisse der Reichstagswahlen die Möglichkeit einer sozialistischen Mehrheit nicht ausgeschlossen. Jedenfalls werden die Demokraten bei jeder möglichen Koalition den Aus- schlag geben.
PräsidentschastL-Kandidatur?
Der „Lokalanz." will von unterrichteter Seite gehört haben, daß Reichspräsident E b c r t mcht von neuem für die Präsidentschaft zu kandidieren beabsichtigt. Er finde innerhalb seiner Partei gewisse Widerstände gegen seine Person und empfinde es als ungerechtfertigt, da seine Kritiker anscheinend übersehen, daß er als Reichspräsident nicht sowohl in erster Linie Parteiinteressen als vielmehr den Interessen der gesamten deutschen Volkes zu dienen habe.
Die Alliierten bereiten eine äußerst „energische" Me bezüglich der Ausführung der Versailler Ver- wge» vor.
Die Delegation der englischen Arbeiterpartei, die Wand bereift hat, ist nach London zurückgekehrt.
Der Kreistag des Landkreises Flensburg protestiert gegen die neue deutsch-dänische Grenze.
Die beiden sächsischen Regierungsparteien ver- Hentlichte« eine Erklärung, worin gesagt wird, daß m Wahl zum neuen Landtag nach Erledigung der dringendsten Borlagen vorgenommen werden wird.
An italienischen Kreisen herrscht die Meinung vor, ich Giolitti mit der Bildung des Kabinetts betraut ioerbe.
* Ueber die Lage der bergischen Industrie wird dem „Lokalanzeiger" aus Solingen versichert, daß die Arbeitseinstellungen zunehmen, die Aufträge aurbleiben und die bereits abgeschlossenen Aufträge zum größten Teil wieder zurückgezogen werden.
* Einer .uorrespondcnzmcldung zufolge sind i« Mai in der Reichsdruckerei weitere 4,5 Milliarden ungedeckte RUchsbanlnoten gedruckt wordem Seit dem 1. Juni arbeitet die Reichldrnckerci mit verstärktem Betriebspersonal-
(Weitere Politische Nachrichten auf Seite 5.)
Paris, 10. Juni. Eine Havar-Note verweist aus Die neueren,» einactretene Verwickelung der euro- I päisch«« politischen Lage imolge des Rücktritts bec ! eben erst gebildeten SebinettS in Italien und de i schweren Regierungskrise in Deutschland anläßlich des ! Walllausfalls und fährt dann fort: Unter diesen Um- ■ ständen fragt man sich in o,sielten alliierten Kreisen. I ob das italienische Parärme ll und das deutsche ! Kabinett rechtzeitig genug gebildet sein werden, um > noch vor dem Datum der Zusammenkung der Alliierien Auf eine Rundfrage der Württemberg er Zei- in Brüssel, der VorbereilungSkonferenz für Spa, sich tu na bei der Reateruna über die politische Lage i den beiden Parlamenten poriuftefien. Sollte dies
5 r.nabhängigs.
Einrückungsg ebührtDre 8gesp.Kolonelzeileod. deren Raum 1.—Mk„ die 4gesp. Zeile i. Reklame- teil 3.— Mk.. 25°(oTeuerungszuschl. Offertgebübr ZgPfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk., für Postbezug vierteljährl. 12.90 Mark. monatL 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg. Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.
St. 135
Das Neueste.
Amtliches Organ für StaSi- und Landkreis Kam»
Verlagsleituns
Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. Hultsw: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen unb Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a.M.
Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Sana« , Fermprechanschlüffe Nr. 1237 und 1238
Noch keine FilSrung.
Die Lösung der Krise wird wohl noch verschiedene Tage dauern. Einstweilen find die FrMonen noch nicht beisammen, haben vielmehr bis in die letzten Tage allerlei Nachzügler erhalten und erst langsam treffen ihre Mitglieber, bie alten und die neuen, in Berlin ein. Ueber bie bisherigen Besprechungen liegen Berichte licht vor, sodaß man nur auf die Stellungnahme der Parteipreffe angewiesen ist. Aber auch aus dieser Presse geht bis jetzt nichts hervor, daß mr einen Schritt weiter gekommen wären. Wir haben ja auch so erstaunlich viel Zeit, und es scheint fast, als ob die zur Zeit maßgebenden Herren augeirdlicklich keine teile hi ' "'
loten Punkt hinwegzukommen. e Parteien bohren mit dem Zeigefinger an der Denkerstirn: Was erlaubt und was verbietet mir mein Programm? Kann ich etwas tun, was mein politischer Gegner auch tut, oder muß ich aus Prinzip nicht vielmehr das Gegenteil tun? Die Arbeit ruft, uud Z)as Philosophieren, das Pheoretisieren und Spintisieren geht los. So ist's deutsche Art.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" spricht heute von einer Zuspitzung der knsischen Momente. Nur durch ein nachgiebiges Abweichen bet Sozi-aldemokratie von ihrem bisherigen Standipunkt könne die Möglichkeit eröffnet werden, zur bisherigen Mehrheit bie Lutsche Volkspartei heranzuziehen. Die erste Erklärung von Seiten der Demokratischen -Partei, welche darauf hinaus geht, die Schuld an der Mgenwärtigen Lage den bisherigen Oppositionsparteien zuzuschieben und diesen Parteien an- s Heimzugeben, jetzt Wege zu finden, auf denen sie ^me aktionsfähige Regierung finden könne, kann, ivie das Blatt meint, keinen Abschluß, sondern Wi eine Etappe auf dem Wege der weiteren Beratungen bedeuten. Vorläufig sei die Aussicht M eine Wiederherstellung der alten Koalition, wenn auch in einem sehr geschwächten Umfange, M keineswegs völlig aus dem Bereich der Möglichkeiten ausgeschaltet-
Die „Germania" sagt: E-cst nach den Aussprachen der vollständig versammelten Frak- «oneu werde man wissen, ob die Absagen einer Mitarbeit mit anderen ganz aufrechterhalten wurden. Im übrigen glaubt das Blatt, daß Zentrum und Demokratie sich ohne weiteres be- reitfinden lassen worden, sich zu der alten Koa- «N°n wieder zusammenzuschließen. Der am nächsten Sonntag zusammentretende Parteitag °er Bayerischen Vollspartei und die Fraktions- “ttganblungen der Deutschen Volkspartei wür- vielleicht dazu beitragen, die jetzt noch vor- ?nndenen Schwierigkeiten herabzumindecn.
Der „V orwärts" fragt, ob die von den Unabhängigen neuerdings aufgestellten Bedingungen die Regierungsbildung erleichtern Wiir= wt Der Standpunkt, den die Unabhängigen einnehmen, sei viel vernünftiger als der ur- ^ruygliche, denn damit werde die Verantwor- Mg für das Scheitern einer Linkskoalition den 'urgerlichen Mittelparteien zugeschoben. Die i^ialdemokratische Fraktion werbe die Bedin- ^ug«n annehmen. Beide sozialdemokratischen -urteien würden dann ihre Bedingungen als fliehtfames Programm den bürgerlichen Mit- ZParteien unterbreiten. Lehnten diese ab, so es an ihnen, eine Regierung ohne Sozial- ^mokratie zu bilden.
Die U. S. P. will Opposition bleibe».
Die „Freiheit", das Organ der Unabhängi- weist den Gedanken von sich, daß die U. S. P- in eine Regierung mit Mehrheitssozialisten Wo Demokratie eintreten könnte. Das Blatt
fragt, ob man eine Regierung bilden solle mit den Herren Siemens, Gothein und Dernburg, vielleicht zur Verlängerung des Achtstundentages, zur Verhinderung der Sozialisierung, zur Verminderung der direkten Steuern und zur Be- festrgung des Kapitalisnius? Und ob man glaube, daß die Unabhängigen mit dem Zentrum zusammen arbeiten könnten, das ängstlich darauf bedacht sei, den Anschluß an die Rechtsparteien zu vollziehen. Dann aber bemerkt die „Frei- it" balgendes:
„Aber ist eine bürgerliche Regierung nicht eine große Gefahr für die Arbeiterbewegung? Wir könnten daraus antworten, daß ja auch die Koalit.. nsrezierung nichts anderes gemacht hat als bürgerliche Politik. Daß es für uns kaum schlimmer lammen könnte als unter Noske und Heine. Aber wir wollen doch sagen, daß uns eine bürgerliche Regierung durchaus nicht so gefahrvoll zu sein scheint. Es ist richtig, daß der Kamps der Arbeiterllaffe noch erschwert werden kann. wefln das Bürgertum allein über die Verwaltung verfügt. Aber wir denken, daß die Ar- betterklaffe stark genug ist, um jeder bürgerlichen Regierung sehr bestimmte Schranken zu setzen. Eine solche Regierung wird bei den bestehenden Machtverbältnissen es sehr sorgsam vermeiden müssen, die Arbeiterschaft allzu sehr herauszu- fordern, sie wird weder parlamentarisch noch gesellschaftlich so stark fein, um der Arbeiterklasse dauernden Schaden zufügen zu können. Eine bürgerliche Regierung bedeutet aber Klarheit u»b bessere Kampfbedingungen für die Arbeiterklasse." '
Läc man aus diesen Aeußerungen der „Freiheit" entnehmen kann, haben die Unabhängigen nur das eine Interesse, daß für sie klare Verhältnisse geschaffen werden, und daß die Vorbe- dinaun ür die Austragung des Kampfes zwi
wird. Eine Regierung, in der Sozialisten sitzen ist für sie hemmend. Dazu kommt, was die „Freiheit" aber nicht ausspricht, daß die Abneigung der Unabhängigen gegen die Teilnahme an der Regierung auf die Furcht zurückzuführen ist, daß positive Arbeit für die Partei zum Nachteil auswirken müßte und die Anhänger der U. S. P. D. zu den Kommunisten übergehen könnten, wie einst die Anhänger der S. P. D. zur U. S- P. D. Wenn man die Betrachtungen der „Roten Fahne" zum Wahlergebnis liest, erkennt man bereits die Hoffnung der Kommumisten, daß sich die Unabhängigen durch ihre Teilnahme an der Regierung ruinieren würden. Die Kommunisten haben nicht so ganz unrecht, weil sie eben auf den Unverstand der breiten Masse rechnen, aus die mangelnde Staatserziehung des Durch- schaittsarbeiters, der Fabrzehnte hindurch poetisch nur durch die Phrase erzogen worden ist. So ist es verständlich, daß auch Dr. Rudolf Breitscheid, einer der Führer der U. S- P. D-, erklärt: die U- S. P. D. würde nicht in die Fehler der S. P. D. verfallen, zunral die II. S. P. D. grundsätzlich Gegner jeder Gemeinschaft mit kapitalistischen Gruppen sei.
Die Frage der Regierungsbildung, mit den Unabhängigen dürfte damit abgetan sein.
WB. Amsterdam, 10. Juni. Die „Daily News" schreibt zu dem Ergebnis der deutschen ReichStags- wahlen: „Die wirtschaftliche Lage Deutschlands war ein Mühlstein am Halse der bisherigen ’ Regierung. Für diese tragen tatsächlich die Alliierten eine größere Verantwortung als die deutsche Regierung. Selbst wenn sich in Deutschland hervorragende Staatsmänner fänden, würde dies doch wenig helfen, wenn die Alliierten die in den letzten Monaten verfolgte Politik fortsetzeit. In diesem Falle wäre die Auflösung Deutschlands unvermeidlich. Ein Aufschub der Konferenz von Spa kann dem neuen deutschen Ministerium, falls ein solches zustande kommt, ermöglichen) die Lage zu tlären, verlängert aber auch die 3eit lähmender Ungewißheit, die an der Hoffumigs- losigkeit und Apathie der Deutschen schuld ist. Wenn die Alliierten in Spa unmögliche Forderungen stellen, wie man sie täglich aus Frankreich hört, so wird zede deutsche Regierung, die nichts als dies WnblergebmS hinter sich hat, binnen einem Tage verschwinden.
Bayerns VerlreUmg im Ueichsksge.
Unter Berücksichtigung der Verbindung der KreiSwahlvol schlage sind jetzt zum Reichstag in Bayern insgesamt als gewählt zu erachten:
5 Bayer. Mittelstarker unb 2 -k Volls- partei,
in Württemberg nach dem Ausfall her Wahlen erklärte Staatspräsident Blos, er halte die Koalitionsmehrheitfürtragfähig genug. Das Zentrum werde an der Koalition festhalten. Innerhalb der Sozialdemokratie gehen die Auffassungen über das Verbleiben in der Koalition auseinander. Es werden gegenwärtig Beratungen darüber gepflogen. Kultusminister Dr. v. Hieber (Dem.) hält es für dringend erwünscht, daß die Kirchen- und Schulfragen aus dem politischen Kampf entfernt werden, da das Zentrum wegen dieser Fragen zum Anschluß nach rechts veranlaßt werden könnte. Hieber und ebenso Finanzminister Liesching (Dem.) erblickten die beste Lösung für Württemberg darin, daß die bisherige Koalition beibehalten werde. Justizminister Bolz (Ztr.) verneint die Frage, ob die Koalition erweiterungsfähig sei. Eine Erweiterung nach rechts müßte am Widerstand der Sozialdemokraten und Demokraten scheitern, eine Erweiterung ndch links würde vom Zentrum unbedingt abgelehnt werden. Die Regierung müsse nunmehr ein reines Geschäftsministerium sein und sich vorwiegend auf die wirtschaftlichen und finanziellen Fragen beschränken.
Die Lage in Sachsen.
Eine Erklärung der Regierungsparteien.
Die beiden sächsischen Regierungsparteien, Sozialdemokraten und Demokraten, veröffentlichen folgende Erklärung:
Die beiden sächsischen.Regierungsparteien sind gewillt, die Folgerungen aus dem Ergebnis der stieichs- tagswahlen zu ziehen. Man wird deshalb die Regierungsbildung im Reiche abzuwarten haben. Die jetzige Kammermehrheit ist der Meinung, daß die Wahl zum neuen Landtag ungesäumt vorzunehmen ist, sobald die dringendsten Vorlagen, die im Interesse des Landes liegen, erledigt sind. Insbesondere müsse die Verfassung, zu deren Erledigung die Kammer gewählt worden ist, die in übernächster Woche zu erwartende Wahlgesetzvorlage sowie das Landessteuergesetz für die Gemeinden verabschiedet werden.
Eberl verzichtet aus die
Eine „energische“ Äste an Derrstchlanö in VorbsreiLsrng.
WB. Paris, 10. Juni. Nach dem „Jn- transtgeant" bereiten die Sinterten gegenwärtig eine äußerst energische Note vor, die Deutschland alle Verletzungen des VersaUler Äertrages, die es bis jetzt in wirtschaftlicher Hinsicht begangen hat, in Erinnerung rufen wird. Die Deutschen seien in der Tat durch Verleihung verschiedener Konzessionen dazu gelangt, ihre früheren Verbündeten und die Neutralen zum Schaden der Sieger zu begünstigen.
WerzichL auf die Konferenz von Sps?
nicht der Fall sein, so müßte die Konferenz in 6p» von neuem vertagt werden. Er könnte daher möglich sein, daß unter diesen Umständen die Führer der alliierten Regierungen genötigt sind, auf ein« Z» sammenkunft zu verzichten. In diesem Falle könnt« die internationale Finanzkonferenz der Alliierten, Deutschlands und der Neutralen in Brüssel vielleicht stattfinden, ohne dar Ergebnis der Konferenz in Ep« abzuwarten. Sie würde dann die Aufgabe haben geeignete Maßnahmen zu treffen, um da» wirtschaftliche Gleichgewicht Europas wiederherzuftellen unter Sicherung der Bestimmungen des FriedenSvertrage», vor allem durch die Ausgabe einer internationalen Anleihe. Die alliierten Regierungen und die Wieder» gutmachungrkommisston werden natürlich diese Beschlüsse gutheißen, die als unumgäuglich notwendig angesehen werden, wenn man in kurzer Zeit den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europa» m Angriff nehmen will.
WB Paris, 11. Juni. „Journal der Debatr" erklärt, daß man in diplomatischen Kreisen mit der Möglichkeit zu rechnen scheine, die internationale Fi- • nanzkonferenz von Brüssel entgegen den bisherige» Bestimmungen vor der Konferenz in Spa abzuhalte«. Die Zusammenkunft in Spa könnte überflüssig werden, wenn in Brüssel zwischen den Alliierten ein Linien ständnis erzielt würde. Dies sei aber noch nicht endgültig entschieden.
Protest gegen die neue öeutfch-öünische Grenze.
Flensburg, 10. Juni. Der Kreistag des Landkreises Flensburg legt einstimmig schärfste Verwahrung dagegen ein, daß als neue deutschdänische Grenze die sogenannte Clausensche Linie in Aussicht genommen worden ist. In dieser Verwahrung heiß es: Diese Linie widerspricht dem Nationalitätenprinzip, schafft geographisch und wirtschaftlich unhaltbare Verhältnisse und legt den Keim zu neuen internationalen Verwicklungen. Der vorgelegte Entwurf findet keinerlei Stütze in dem Versailler ™ ’ .lurh-iaUi^ eUi.^ sich gegen ilMtum bet Nordmari, wie es schmach
voller nicht gedacht werden kann. Es schafft zwischen den beiden Nachbarvölkern Gegensätze, die sich niemals werden überbrücken lassen und früher oder später ein Ende mit Schrecken nehmen müssen. Der Kreistag verlangt einstimmig, daß alle Forderungen, die im Versailler Friedensdiktat keine Begründung finden, ab, gelehnt werden.
--- Flensburg, 8. Juni. In einer großen Versammlung des Schleswig-Holstein-Bundes wurde eine Entschließung angenommen, in der die Reichsregierung ausgefordert wird, den von der Entente überreichten Vertragsentwurf über Nord-Schleswig in der vorliegenden Form unter allen Umständen abzulehnen, weil er eine in wirtschaftlicher und nationaler Beziehung^ unmögliche Grenzfestsetzung vorsehe, den Schutz deutscher Minderheiten in der ersten Zone ver- misien lasse und auch in mehreren Pum i dem Friedensvertrag ausdrücklich widerspr. :. Ein solcher Vertrag könne niemals b,: oeuffch- dänischen Gegensätze ausgleichen und niemals zu einem dauernden Frieden zwischen beiden Nationen führen, wie wir ihn im Interesse bei Erenzbevölkerung und im Interesse des deutschen Vaterlandes dringend wünschen.
GervMfaMe SMsgung eines Kruppschen Werkes.
WB. © fielt, 11. Juni. Am 9. Juni zogen mehrer! hundert Arbeiter vor das Verwaltungsgebäude der Kruppschen Friedrich Alfred-Hütte in Rheinhausen uni suchten von der Verwaltung eine bedeutende Lohn« erhohung zu erzwingen. Die Verwaltung erklärte, hierüber nur mit dem Betriebsrat, als der gesetzmäßigen Vertretung der Arbeiterschaft verhandeln zu können. Die vor dem Verwaltungsgebäude demonstrierende Menge war inzwischen stark angewachsen und legte nach einigen Reden ihrer Führer sofort daS gesamte Werk still. Die Arbeitswilligen wurden aus den Werkstätten ver- trieben und die Ausführung von Notstandsarbeiten mit Gewalt veröln .tL Es kam zu Ansschreitungen und Mißhandlungen. Die Friedrich Alfred-Hütte mit 8590 Mann Belegschaft liegt völlig still. Keinerlei Rotstandsarbeiten werden verrichtet, der Betriebsrat der Hütte war von der Aktion nicht unterrichtet iuor« Den nno vermochte bisher wenig Einfluß auf bie Tumultanten auszuüben. Der Schaden belauft sich, jetzt schon auf Millionen.
Kurze Meldungen.