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Amlüches Organ für Statt- und Landkreis Sana«
Erschein! täglich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertags
Nr. 134
Donnerstag den 10. Juni
1920
Das Neueste.
Ministerpräsident Nitti hat im Senat die Demission tzt Kabinetts mitgeteilt.
Finanzrat Dr. Rode wurde von der alliierten Ammisfion aus der Pfalz ausgewiesen.
Der Schah von Persien ist mit seiner Regierung mittet in Teheran eingetroffen.
Die Volksabstimmungen im westpreußischen Abstimmungsgebiet finden am 1L Juli statt.
Der Wille -er Wähler.
Wir ist der Stand der Parteien im neuen Reichstag? Was haben die Wahlen an der Pacteikonstellation geändert? Vorausgeschickt sei, w« ja an dieser Stelle am Tage vor den Wahlen schon gesagt wurde, daß die drei Wahlkreise Ostpreußen, Oppein unb Schleswig-Holstein bei diesen Wahlen nicht mit- zetan haben. Sie werden wegen der ihr auf- erlegten nationalen Abstimmung erst später an die Wahlurne schreiten. Einschließlich dieser drei Wahlkreise werden in den neuen Reichstag eiaziehen: 268 bürgerliche und 192 sozialistische Wgeordnete. Nach wie vor muß also K o a l i - tionsp olitik als die einzig mögliche betrieben werden. So selbstverständlich es in jedem Staate der Welt ist, daß die vom Volle gewähl- itn Vertreter der Mehrheit in der Regierung Zusammenarbeiten, so vermögen wir bei dem Charakter unserer immer noch in den politischen Anderschuhen steckenden Parteien nicht abzu- schen, wie angesichts der radikal-unduldsamen Haltung der Unabhängigen die Regierungs- WtiM gebildet werden könnte. Die Unabhängigen werden jetzt vor allem Baue, zeigen müssen, ob es ihnen ernst ist mit ihrer Arbeit am Volk, oder ob sie auch fürderhin nur von Versprechungen und Illusionen leben wollen.
Wenn man von einem „Verluste der Demokraten und MehrheitSsozialdemokraten Nicht, der zahlenmäßig wohl vorhanden ist, so wird doch erst die kommende Entwicklung zeigen, ob dieser Verlust der Zahl nach zu einem tat- stchlichcn wird oder nicht, vielleicht zu einem Gewinn an innerer Stärke. Beide Parteien waren durch Mitläufer stark belastet, deren Ab- ..strömen durch alle möglichen und unmöglichen Konzessionen verhindert werden sollte. Darunter haben diese Parteien außerordentlich gelitten. Der Abmarsch dieser Mitläufer mit vollem Gepäck ^T w*chil zu einer inneren Entlastung hchchrt haben, die diese Parteien innerlich ge- ^weglicher und stoßkräftiger gemacht hat. «>r dürfen annehmen, daß diejenigen, die zu Mehrheitssozialdemokratie gestanden haben, durchdrungen sind bis zu einer Wirklichkeit?- Holitik, die zum Beispiel erkennt, daß das Er- surter Programm, das zu einem guten Teil er- ist, dringend der Erneuerung bedarf. — für die Demokratie kann her zahlenmäßige -wlnft an Stimmen und Mandate am letzten , zu einem Gewinn werden. Sie war überlastet von Anhängern, unklar in sich selbst, pen- dette bedenklich hin und her, wenn man auch in °er Theorie den „Unentwegten" spielte. Kurz: wnere Festigkeit kann die Partei nur durch wnere Klarheit gewinnen! Wir halten es nicht richtig, wenn die übrigen bürgerlichen Par- über den Verlust der Demokraten froh- würden. Die demokratische Partei ist not- schasst ~ w^enn sie nicht bestände, müßte sie ge- i. Hinsichtlich der Regierungsbildung
Nie eine Krisis sich vermeiden lassen, wenn die ^ar.eien die Schlagwort-Politik endlich beiseite Wirklichkeitspolitik treiben. Zweierlei ^^tinerein sozialistische Regierung müßte t'; dn^Npositon der bürgerlichen Parteien, eine fim ^gerliche Regierung würde an der Oppo- ( ” sozialdemokratischen Parteien schei- ^ Sozialdemokratie an die Seite der und Kommunisten in die schärfste gegen den Staat zu drängen, wäre ^ l! v o l l st e Politik, die unseres nach überhaupt getrieben werden hi‘V/L -Ran braucht dabei nicht einmal an den ^crufenen Bürgerkrieg zu denken, sondern 7^ endlosen Streiks, die uns den Rest hin . rden. Andererseits aber wäre auch eine szr. whlalistische Regierung unmöglich uns zu Zu führen in bessere Verhältnisse. Es n e r r nur eine Möglichkeit: einebür - m. lich-sozialistische Koalition, b t j'est Koalition muß auf eine möglichst । usis gestellt werden. Keine Partei töcrh^, \ ^ Arbeit für das Volk ausgeschlossen Die r! den ehrlichen Willen hierzu hat. v^r]elften, die in der Koalition sitzen.
und daß dieser vaterländischen Notwendigkeit Parteirücksichten und Parteimeinungen untergeordnet würden.
WB. RotterVatn, 9. Juni. Der „Nieuwe Rotter- damühe Courant" schreibt in einem Leitartikel: Das Ergebnis der Reichtagswablen ist ungünstig, da die Wahlen die Grundlage, worauf eine Regierung möglich war, vernichten, ohne eine neue zu schaffen. Deutschland geht aller Wahrscheinlich'eit nach noch einer Periode großer Schwierigkeiten entgegen. Bisher war die Bildung der häufig umge- formten Kabinette schwierig genug. Aber man wußte doch wenigstens immer, wo die geeigneten Leute zu finden waren. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Für die ruhige Entwickelung, die Deutschland in erster Linie nötig hat, muß dieser Zustand verhängnisvoll sein.
Erneute Mabinettskrise in Italien
WB. Rom, 9. Juni. Die Kammer wurde unter dem Vorsitz von Rossi eröffnet. Nachdem Ministerpräsident Nitti der Kammer die Neubildung des Kabinetts und die Zurückziehung des Dekrets über die Erhöhung des Brotpreises mitgeteilt hatte, überreichte er angesichts der gegenwärtigen parlamentarischen Lage die Demission des Kabinetts. Die Mitteilung wurde bei den Sozialisten mit Beifall ausgenommen. Präsident Rossi teilte hierauf mit daß Orlando seine Demission als Präsident der Kammer gegeben habe.
WB. Mailand, 9. Juni. Wie der „Eorriere della Sera" berichtet, haben die Arbeiter und Angestellten von Rom am Dienstag nachmittag die Arbeit eingestellt als Protest gegen die Erhöhung des Brotpreises.
WB. Amsterdam, 9. Juni. Die „Westminster Gazette" bespricht in einem Leitartikel über das Ergebnis der deutschen Reichtagswahlen den do^vLlten Ruck nach links, und^nach rechts und Mfk! Die deutsche Regierung war bet den Wahlen in keiner Weise in einer beneidenswerten Lage. Sie hatte die unmögliche Aufgabe, das eigene Volk und die bisherigen Gegner zufrieden zu stellen. Ihre Aufgabe ist durch die Härte der Alliierten-Politik noch erschwert worden. Die Alliierten haben dem Herrn Ebert und dem Herrn Müller nicht die Möglichkeit gegeben, mit irgendeinem kleinen Erfolg vor die Wähler zu treten. Sie haben sich bisher einer Revision auch der unmöglichen Bestimmungen des Friedensvertrages widersetzt. Inzwischen haben die reaktionären Parteien' die Regierung nicht nur für die von ihr begangenen Fehler, sondern auch für die eigenen Verbrechen und Torheiten verantwortlich gemacht, während die Arbeiterschaft angesichts des herrschenden Elends und der Hoffnungslosigkeit der Lage mehr und mehr versucht wurde, in einer gewaltsamen Umwälzung das Neltungsmittel zu sehen. Die Alliierten müssen sich je^t überlegen, ob sie nicht selbst die sehr ernste Verantwortung für die gefährliche Verwirrung tragen, die sich aus dem Wahlaus- ffall für die deutsche Politik ergibt. Diese Verwirrung ist eine Gefahr für die ganze Welt. Wir haben die Pflicht, sie zu verhindern. Mit einer folgerichtigen konzilianten Politik kann noch etwas getan werden, um einer gemäßigten deutschen Regierung eine Lebensmöglichkeit zu geben.
DrePslMK SerAMsrlen unverändert.
WB. SUnsterdam, 9. Juni. Im englischen Unter» banse fragte ein Mitglied, ob auf der Konferenz von Hytbe beschlossen worden sei, daß, wenn Deutschland es unterlasse, die Bestimuiuugen des Versailler Veck träges zu erfüllen, die Besetzung durch die Alliierten auf weiteres deuisches Gebiet ansgedehm werde. Lloyd George erwiderte, diese Frage sei in Hythe nicht er örtert worden. Die Politik der Alliierten, wie sie in der Erklärung von Sun Remo festgelegt worden sei, habe sich nidjt geändert.
Lloyd George über seine russische Politik.
Lloyd George führte im Unterhanse in seiner Erklärung über die Unterredungen mit Kraisin noch aus: Die Alliierten, die sich darüber klar seien, daß die Welt einer Periode der Knappheit entgegengehe, hielten es für nötig, die Beziehungen zu dem Lande mieber herzm.eilen, das früher 25 v. H. der Lebeusmittel Europas auSgefüDrt habe. Es seien außer Getreide zweifellos Del, Flachs und Nutzholz in Rußland vorhanden, und eines der Ziele der Befprechung mit Krassin sei die Pecüesserunq der TranspStstbedingnngeu. Lloyd George man te sich gegen dar Argument, daß mau mit dem Lande, dessen Regierung man verabscheue, keinen Handel treiben dürfe, und fragte, ob man denn nicht nur der Türkei und dem zar-suichen Rußland Handel neu ieben habe. Wenn man sich weigern würde, mit Rußland Kamel zu treiben, solange es dort eine bmichekustffche Regierung gebe, so mürbe man eine antj rorbcnlhdje Dummheit begehen.
Jpa. Lsitdori, 9. Juni. In NegierungSkreilen wird nuigeteiU, daß es Lloyd George gelungen sei, Frankreich von der Notwendigkeit der Verhandlungen
verheiraten sich ja nicht, wie man zu sagen pflegt; sie leisten nichts anderes als Nothilfe für Volk und Vaterland, und dazu steht keiner zu hoch, und ist niemand zu gering. Wir finden es erstaunlich, daß neben der Sozialdemokratie auch führende Männer der demokratischen Partei mit dem Gedanken liebäugeln, in die Opposition zu gehen. Das wäre wahrhaftig „Konsequenz der Urteilslosigkeit". Die Demokraten werden heute gebraucht, sie bilden das Zünglein an der Wage, werden also entscheidenden Einfluß in jeder Frage ausüben können. Weshalb will die Partei die Koalition Der lassen? Ein Geschästsmini- sterium ist praktisch den politischen Stürmen des neuen Reichstages nicht gewachsen. Deshalb wird neuerdings der Gedanke baldiger Neuwahlen ernsthaft erörtert. Wir glauben nur, daß auch eventuelle Neuwahlen kein anderes Resultat zeitigen werden. Es muß deshalb den Besprechungen der Parteien, die ja, wie aus einer unten folgenden Notiz hervorgeht, in diesen Tagen stattfinden, und den Verhandlungen mit dem Reichspräsidenten und feinen beauftragten Ministern überlassen bleiben, Formeln und Zugeständnisse zu finden, die die Regierungsbildung ermöglichen. Daß die bürgerlich - sozialistische Koalition lebensfähig sein kann, liegt lediglich an den Parteien selbst. Wo ein Wille, da ein Weg! Wir, sind uns alle darüber klar: Es kann niemals der Wille nur einer Partei oder gar der Wille nur eines Mannes, sondern es kann nur der Wille des Volkes, parlamentarisch ausgedrückt: der Wille der Mehrheit des Volkes gelten! Und diesem Willen haben sich die Parteien unterzuordnen, auch bei der bevorstehenden Kabinettsbildung. Verstärkte Kräfte rechts und TutiS: Das ist die Signatur der VolNabstimmung! Zusammen-
tie Losung sein!
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Die beiden Parteien der Rechten sowie die Demokraten hielten gestern Besprechungen ab, die heute fortgesetzt werden. Die Sozialdemo- kraten haben sich ebenfalls beraten, doch wird ihre Stellungnahme erst in den nächsten Tagen geklärt werden. Das Zentrum wird sich ebenfalls in den nächsten Tagen zu einer Besprechung zusammenfinden.
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Zu der Aeußerung des Reichspostministers G i e s b e r 1 s in der „G e r m a n i a", ihm erscheine eine Koalition von Scheidemann bis Stresemann als durchaus nützlich, aber als wenig wahrscheinlich, und es bleibe nur übrig, den gegenwärtigen Koalitionsparteien solange die Führung der Regierungsgeschäfte zu überlassen, bis zum Herbst das Volk erneut Gelegenheit erhalte, mit etwas ruhigeren Nerven und geklärterem Urteil über seine politischen Geschicke zu entscheiden, meint der „Vo c w ä r ts": Ob sich die alte Koalition bis zum Herbst halten könne, wollen wir nicht untersuchen. Es dürfte klar sein, daß die Sozialdemokratie keine Neigung hat, weiter den Prügelknaben zu spielen für Dinge, die sich in den letzten anderthalb Jahren abgespielt haben, ohne daß die Sozial- demokratie sie verhindern konnte. Aber daß dieser Reichstag ohne Mehrheit keine lange Lebensdauer haben kann, wird jedermann einleuchten.
Die „Germania" hebt hervor, daß die Sozialdemokratie als ganzes durchaus auf der Höhe des Vorjahres geblieben ist. Sie hat nicht einen Rückgang, sondern eine kleine Zunahme an Reichstagssitzen zu verzeichnen. Die Verschiebungen auf der Linken vollzogen sich lediglich innerhalb der Sozialdemokratie. Vom Zentrum sagt das Blatt, es habe zwar auch heute noch eine ausschlaggebende Stellung, aber es habe sie nicht mehr allein. Es müsse dem entscheidenden Druck Rechnung tragen, den das überragende Stimmengewicht der Mehrheits- sozialdemokratie auf die Wagschale auszuüben vermöge. Die Zukunft unseres Vaterlandes sei nach wie vor in entscheidendem Maße in die Hand dieser Partei gegeben.
Im „Lokalanzeiger" heißt es: Falls das schwierige Werk der Kabinettsbildung keinem der bis jetzt genannten Männer gelänge, werde der Reichspräsident die Führer der Parteien zu einer Besprechung einladen und sie ermähnen muffen, daß das Wohl des Ganzen über den an sich wohl begründeten Parteiinberesfen stehe.
Der deutsche Geschätssträger in Paris Dr. M a y e r, der gegenwärtig in München weilt, sprach sein Bedauern aus, daß im Wahlkampf davon gesprochen wurde, daß eine Partei mit einer anderen in keine Reg'erungSkoaliüon gehe. Er gebe die Hoffnung nicht auf, daß die Notwendigkeit einer Regierungsbildung auf breitester Grundlage als zwingend anerkannt
mit Rußland zu überzeugen. Die Absicht, Mllerand nach London zu bringen, um selbst mit Krasfin zu verhandeln, kommt jedoch vorläufig nicht zur Ausführung. Die französische Regierung wird andere Vertreter nach Lo/don senden, die an den verschiedenen Kommissionen, welche mit Krasfin verhandeln, teilnehmen sollen.
Frankreich und Deutschland.
Der Vorsitzende der Kölner Handelskammer, Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Hagen, hat am SamStag in der Reihe der von der Universität veranstalteten öffentlichen Vorlefimgen beiläufig von den Eindrücke« berichtet, die er dieser Tage bei einem Aufenthalt in PariS gewonnen habe. Der Haß der Franzosen gegen Deutschland, so meinte er, habe merklich nachgelassen, ihr Blick sei jetzt mehr auf das Praktische gerichtet. In Frankreich lägen die wirffchastlichen Verhältnisse an vielen Stellen viel schlechter als bei uns, und man werde dort nicht weiterkommen, wenn man nicht in den Besitz von Barmitteln gelange. Man habe während des Kriege? große Schulden in Amerika gemacht und habe ein außerordentlich großes Fehlbudget. Von einer Entwicklung der Industrie wie bei uns könne in Frankreich keine Rede sein. Es sei ein ruiniertes Land; von einer glänzenden Ernte, auch der Weinernte, erhoffe eS die Rückkehr zu erträglichen Verhältnissen. Wenn wir nun an Frankreich gewisse Summen abführen sollen, so fei das aus unserm Vermögen undenkbar (wir sollen in Gold bezahlen, haben aber keins, wir sollen in Kohlen bezahlen und haben selbst für uns keine); eS werde nichts anderes übrig bleiben, als eine große internationale Geldanleihe, die sich nur verwirklichen lasse, wenn Amerika seine Hand dazu bietet. Der Redner hegt die vielleicht übertriebene Hoffnung, daß, wenn mir Frankreich jetzt nicht im Stiche lassen, sondern ihm helfen, eine Zeit kommt, die für die Zukunft nicht zu unterschätzcn ist. Frankreich werde hilfesuchend jetzt nach Deutschland schauen, und das um so mehr, als zurzeit eine Spannung zwischen England und Italien auf der einen und Frankreich auf der anderen Seite zu erkennen sei. Eine der vornehmsten Aufgaben der deutschen Bankwelt werd« eS ia, azrch in dieser Beziehung helfest) em^ug-eifen. — Mau wiro orese KmHMUge» ...n ^.e. ^, ,;. Kumtn's nehmen und sich dabei der llnterrednng " Münsters Dr. Köster erinnern, in der unter anberm die Voraussetzungen bezeichnet-sind, unter denen eine Politik des Einvernehmens zwischen Frankreich uüb Deutschland Aussicht auf Erfolg haben könnte.
Die Vertreter der Äsurfchrn Eisenindustrie in Paris.
Die als Vertreter der deutschen Eisenindustrie vom Auswärtigen Amt zu den Wiitschaftsverhandlnngen in Paris beru-enen Herren StinneS. Vögler, Pönsgen und Dr. Wicdifeld haben ihre Betest gung zugesagt. Die Enriendung des Dr. Wiedtfeld war bereits zu den ersten WirtschastSverhandlunaen in Sans geplant gc- Wesen, er hatte jedoch abgelehnt, weil mir dem Namen der Firma, die er vertritt, der Kruyvwerke, in Frankreich vielleicht noch irrige Vorstellungen verbunden wurden, aus denen sich eine gewisse Voreingenommenheit bei den Verhandlungen härte ergeben können. Nachdem nun von französtcher Seite ausdrücklich der Wunsch geäußert worden m»r, daß die vor aP' i e n» Ostreichen Männer der deutschen Schwenndu ■ e zu den Verhandlungen mistommen sollt n, kb i i d Re Bedenken fallengelassen und Vorurteile in : eser Be. Ziehung von den französischen inteieffitrte.i Kreisen nicht mehr zu befürchten zu fein. Vor einiger Zeit hatte der Vorwärts angekündigt, daß, wenn StinneS nach Pari« gehe, auch Hus dort auftreten würde. Näheres über die Absicht einer derartigen Entscndnng konnte bis jetzt nicht in Erfahrung gebracht merben-
Eine öenische LeZensmittel- Kommission in England.
— Paris, 9. Juni. Die „Tlsiies" berichten, daß der dcillscheLebcusmittrlkonlrolleur Merz vor einigen Tagen mit einer deutschen Kommission in London ein« traf. Diese Kommission, die bereits wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist, hatte me hrere Besprechungen mit »cm englischen Lebens mitte! minister. Der Aufenthalt ber Commission wurde streng geheim,gehalten, und man kam überän, daß über die Besprechungen nichts ver- ianiba.cn sollte. Der Grund für die'es erulfchmeigen ist unbekannt. Die „Times" enthüllen aber einen Anhaltepunkt über die geführten Beratungen. Die Mitglieder der deutschen Ko iimüsion erklärten, daß Denlichiand nicht produzieren könne, da die gegenwärtig verteilten Lebensmittel ungenügenb seien. Deshalb forderte die deutsche Kominüsion, daß die englische Regierung sofort SebenSmittel liefere, damit wenigsten» die gegenwärtig verteilten Lebens mitte!, der Strom - rang zukommen könnten. Diese Forderung gründet sich auf Artikel 23b des Friedensvei träges, der DenssL- ianb vcrpstichtet, in den Jahren 1919, 1920 und >921 Lieferungen im Werte von 20 Milliarden Goldmark an die Alliierten vorznuehmen. Für diese Summe können nach dem Friedcnsv-rtrag Lebensmittel uns Rohstoffe an Deutschland geliefert werden.. Der deutsche Lcbeiismittclkontrolleur wieS nach, daß Deutschland für mehr als 20 Milliarden Goldmark Vieh und andere Artikel, bereits geliefert habe. Er forderte, daß die englische Regierung diese Zahlungen auerfenue, indem sie Teussch- land Rohstoffe, hauptsächlich Phosphate und Mineralien liefere. Die Kommission forderte auch, daß ^cutich- lanb einige Handelsschiffe behalten könne. Die deutschen Vertreter behagten sich, daß, da man Deut; 4» land z n wenig Schiffe gelassen uabe, Deutschland für eingeführte Waren höhere Schiffsfrachten bezahlen müsse als andere Völker.