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Nr. 132

AmMchrs Organ für SlaS!- uns LaAdlrrecs Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertags

Dienskag den 8. Deut

1920

Das Neueste.

Das Reichskabinett dürfte heute oder morgen demissionieren.

Das Abschlutzergebnis der Wahlen zum Reichstage liegt noch nicht vor.

Die Spaer Konferenz wird voraussichtlich auf Mitte Juli verschoben werden.

In Jnsbruck trat die Aerzteschaft der Kran- Knhäufer in den Ausstand.

Das Wahlergebnis.

Das vollständige Ergebnis der Reichstags- v^len liegt auch heute noch nicht vor. Die Zu­sammensetzung und die Stärke der einzelnen Parteien läßt sich deshalb noch nicht übersehen. Müllen läßt sich allerdings heute schorr, was mir gestern bereits bemerkten, daß die Sozial- imohater. schwere Verluste erlitten haben Srheblicher noch ist der Verlust der demokrati­schen Partei. Es läßt sich aus den Cinzelergeb- niffen feststellen, daß nicht nur die Reste der ehe- aialigen Nationalliberalen zur Deutschen Volks- vartei abgewandert sind, sondern auch, daß die Mkspartei aus den Kreisen der Mehrheits- sazialisten Zuwachs erhalten hat. Wie sich nun »er neue Regierungsblock zusammensetzen wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Die Antwort wf diese Frage ist auch schwierig, da, soweit sich seute schon die Lage beurteilen läßt, die Wahlen tut ein negatives Urteil, des Volkes zum Äus- uuck bringen dürften. Das deutsche Volk hat w den bisherigen Quadern des Regierungs- ssockes den Mehrheitssozialisten, dem Zen- rum und Den Demokraten so vier adHöjchla- M, daß sich auf dem Rest kein tragfähiges Re- perungsgebäude errichten läßt. Mit einer Mehr­heit^ von wenigen Stimmen läßt sich weder eine pelsichere Innenpolitik noch eine vertrauen- mveckende Außenpolitik treiben. In Regie- milgskreisen erwartet man daher auch den Rück­tritt der Kabinetts kurz vor dem Zusammen- lritt der neuen Reichstags. Andererseits ist durch die Wahl eine plausible Mehrheit der Rechten oder Linken ausgeschlossen worden. Es iDttb deshalb nichts anderes übrig bleiben, als »u einer erweiterten Koalition, zur Bildung verfassungsmäßigen Regierung auf brei- ifi st er Grundlage zu schreiten. In der Parteipresse wird das Wahlergebnis je nach Kren Richtung beurteilt. *

So bezeichnet dieFrankfurter Zeitung" die Wahlen als ein Unglück für unser armes Voll, ein Unglück, dem weitere Schwere nach- mgen könne und Nachfolgen werde. DerBecl. eokalanzeiger" schreibt u. a.:Die Herrlichkeit bisherigm Regierungsparteien ist zusam- ^engebrochen. Ein Ruck nach rechts und zu Mcher Zeit ein Ruck nach links hat sich in der Mütchen Wählerschaft geltend gemacht, der d>eder durch sanfte noch durch rohe Gewalt, weder N Lug noch durch Trug aufzuhalten war.

weiß man wenigstens in Deutschland, wie Vo^ denkt und fühlt, und jetzt werden die Parteien sich auch darüber zu entscheiden haben, ?, und wie sie diesem ausgesprochenen Volks- Een Rechnung zu tragen haben." Zu der Vage der nun voraussichtlich notwendigen Koa- /onsbildung schreibt das Blatt:Die Par- über die gestern das reichlich verdiente -rrafMicht niedergegangen ist, werden sich da- M m recht bescheidene Rollen fügen müssen, / ihnen fortan zukommen, während diejenigen ^toien, denen gestern das Vertrauen des ut^en Volkes sichtbar zugetragen wurde, von ,!" an mit erhöhter Verantwortlichkeit belastet > in werden. Ohne eine neue Koalitionsbildung lrd es selbstverständlich auch im neuen Reichs- Ä abgchen. Nur darf man wohl voraus-

daß sie dem Kandidatenmachtverhältnis Parteien in gebührendem Maße Rechnung wird. Die rechtsstehenden Parteien und e Unabhängigen können auf den gestrigen Wahl- 8 mit großer Befriedigung zurückblicken. Aber werden sich keiner Täuschung darüber hin- , /H daß ihnen nun erst recht schwere Zeiten ..Erstehen. Aber der Beweis mußte erst einmal rächt werden, daß es ein Ding der Unmög, chteit ist, über sie so wie es bisher beliebt x-fach zur Tagesordnung über^ugehen."

»Bert Tagebl" schreibt: Wir stehen wie- r, wie im Jahre 1919 vor dem Chaos. Die :»rge Koalition wird sich, auch wenn sie, eine '"^ Mehrheit ausweisen sollte; kaum halten nnen. Mit ihr wird alles unsicher, was nicht °B im Innern zur Vorbereitung des Wieder- lchaues geschaffen war, sondern auch was nach «wi rar Revision des Friedensvertaas vorbe-

reitet wurde. Die Nächstliegende Koalition wäre eine Verbindung der Rechtsparteien mit dem Zentrum. Der nach rechts neigende'Abgeordnete Tvimborn hat in seiner letzten Reichstagsrede einer solchen Regierung bereits die Wege zu bahnen gesucht. Aber selbst wenn man vergessen wollte, daß Erzberger wieder kommt, hätte sie nicht bloß die beiden fostaldemokratilchen Par­teien, sondern auch das demokratische Bürgertum gegen sich. Wir bezweifeln ernstlich, daß es unter den heutigen Umständen ülrrrhaupt möglich ist, gegen die geschlossenen Massen der Arbeiter zu regieren, ganz gewiß aber nicht zugleich gegen die bürgerlichen Demokraten.

Während dasB e r l i n e r T a g e b l a t i" von Unklarheit und Verwirrung spricht, sich als­dann über Gefühlspolitik verbreitet und schließ­lich sagt: Die Demokratie hat eine Bataille verloren, jetzt ist Rührigkeit die erst- demokra­tische Pflicht, zieht derVorwärts" Lehren für die Partei aus dem Verlauf des Wasilkamp- fes. Es sei klar, daß unter den 11,6 Millionen, die der Sozialdemokratie am 19. Januar 1919 zufielen, ein außerordentlich großer Prozentsatz solcher sich befand, die nur aus dem Gefühl der Enttäuschung über das zusammengebrochene System in der Sozialdemokratie be» .Hoffnungs­stern einer glücklichen Zukunft erblickten. Nicht politifch sattelfeste Ueberzeugung von der Not­wendigkeit des Sozialismus, nicht Erwägungen der politischen Demokratie trieb diese Wähler- massen der Partei der Sozialdemokratie zu. son­dern nur bilndes Vertrauen in die Redlichkeit und Unbestechlichkeit der Partei. Es sei des­halb nichts Unerhörtes, wenn ein Teil dieser' Wähler von einer Enttäuschung in die andere falle und nun wieder einen neuen Sternnach Bethlehem suchten- Es ist notwendig, daß die ifsoOw» und bleibt und daß die Partei erweise, daß jenes Vertrauen in die Redlirbkeit der Pai-tei berechtigt war und bleiben wird. Die Genossen, die geschlossen und in unermüdlichem Eifer der wildesten Verleumdung und den wildesten^ An­griffen zum Trotz die Fahne der Partei ge­tragen haben, werden von jetzt ab mit Stolz sie weiterführen, denn man kann mit aller» Recht behaupten, daß die Scharen, die nach den Erleb­nissen des letzten Jahres der Sozialdemokratie die Treue hielten, ihr auch für die Zukunft sicher sind. DieGermania" stellt fest daß das Zentrum an dem Rückgang der Mittel- parieüen kaum ernstlich beteiligt erscheint. In der Hauptsache seien die Parteifreunde im Lande fest zusammengeschlossen geblieben. Sie habe alle Ursache, der politischen Einsicht ihrer Anhänger sich zu freuen, denn sie.gebe dem Wir­ken der Partei im Parlament gerade im Zeit­alter der Demokratie erst den wirklichen trag- fähigen Boden, den andere Parteien nach den Ergebnissen dieser Wahl nicht recht zu sinden vermochten. Diese Tragfähigkeit könnte aber nicht dauernd Lbersvannt werden. ^n der Deutschen Allg. Ztg." wird es . für wahrscheinlich gehalten, daß im bisherigen Wahlbild die Mittelfarben noch zu schwach auf- getragen seien. Es werde Tatsache bleiben, daß die Mittelparteien geschwächt und beide Extreme gestärkt sein würden. In der Stärkung der bei­den Extreme liege das, was die Lage kenn­zeichne Der politische Wille des Volkes hänge von der Mittellinie ab, aber er sei gespalten. Es gebe zwei Seitenwege, von denen keiner für sich fahrbar sei und daher werde die Politik ver­suchen müssen, den Wagen wieder auf einem Mittelweg vorwärts zu bringen. Die beiden Rechtsparteien würden selbst mit dem Zentrum voraussichtlich keine Mehrheit bilden können. Ein Beitritt der Demokraten zu einer Rechts- gruppierung erscheine den Verhältnissen nach ausgeschlossen. Ebensowenig wie die Rechts­parteien für sich würden voraussichtlich die bei­den Linksparteien zusammen eine Majorität bil­den können. Eine solche wäre vielleicht theo­retisch möglich, wenn das Zentrum /ich zu den beiden Linksparteien gesellen wurde. Aber diese Kombinaiion erscheine bei den ic^i gen Aggredatzuständen des Zentrums durchaus unwahrscheinlich. Die Deutsche Volk/artcr sei offenbar geneigt, auch mit der Sozialdemmraue zusammen zu regieren. Die gleiche Genei gib: t bei der Sozialdemokcotie anzunehmen, fei aber zu verneinen. Weil andere Kombi nationen schwer denkbar seien, deute manches darauf hin, daß die alte Kombination auch mit schwacher Majo­rität sich wird entschließen müssen, die E < H ' tc vorläufig zu übernehmen. Die ,.K o l n. Zeitung" schreibt: Wie auch die künftige Regierungsmehrheit sich gestalten mag, die Deutsche Volkspartei kann nicht mehr umgangen werden, dakür bat ihr ein viel zu

starker Teil des deutschen Bürgertums gestern den Beweis seines. Vertrauens gegeben. Sie sieht sich freilich vor schwerste Ausgaben gestellt, denn es ist eine böse Erbschaft, welche die neue Mehrheit, die sich vermutlich bilden muß, anzu- treten hat, und dazu beweist das gewaltige An­wachsen der unabhängigen Stimmen, daß das deutsche Volk bis zu einem gefährlichen Grade radikalisiert ist, und daß jede Politik, die auf dem Boden der gegebenen Verhältnisse orga­nisch weiterbauen will, der schärfsten Opposition phantastischer und demagogischer Wortführer ausgesetzt fein' wird Aber um so lauter muß die Deutsche Volksparten nunmehr unseres Er- achtens den Ruf zur Sammlung er­neuern; denn hier liegt der einzige Weg, der Rettung bringt. Niemand darf zurückaewiesen werden, der auf dem Boden der Verfassung im Dienste aller Vollsklassen zum Wähle des ge­meinsamen Vaterlandes mitarbeiten will; nur mit dem offenen oder verkappten Revolutionär, dem Putschisten wie dem Bolschewiken, gibt es keine Gemeinschaft.

Ein TeilergeSms aus $emRei$e.

Bis gestern abend 1 0 Uhr lagen 317 Teilergeb­nisse ans allen Wablkrenen mit Ausnahme von Koblenz-Trier (24. Wahlkreis) vor. Als gewählt gelten 86 MekrheitrioziaMen, 57 Unabhängige, 1 Kommunist, 27 Demokraten, 43 Zentrum, 12 bayrische Volkspartei, 42 Dentiche Volksvartci, 41 Deutsch- nationale, darunter 1 hessischer Bau-rnbund, 1 Würl- tember,ische Bürgerpartei, 2 bayrische Mittelpartei, 1 Schleswia-Holüeiuischer Bauernde»!okrat, 2 Deutsch- Hannoveraner, drei württembergischer Pauernbuno, 2 bayrischer Bauernbund.

21. Wahlkreis: Zreffea - Nassau.

Teilergebnis.

Deutschrlationale 155000 Deutsche Volkspartei 154000

Zentrum 137 000

Demokraten 96000

Mebrheitssozialdemokrat. 241000

Unabhängige Kommunisten

106078

64465

187579

280132

463113

42980

110000

10000

400 Bezirke stehen noch aus.

Bis jetzt sind gewählt Deutschnationale 2 (1): Helfserich, Lind, Deutsche Volks- partöi 2 (1): Rießer, Hepp, Demokraten 1 (3): Schücking, Zentr. 2 (3): Schwarz, Herbert, Socialdemokraten 4 (7): Schei - bemann, T esch, Kaiser, Thone, U. S. P. 1 (): Dißmann.

Durch die Wahlverbindung mit dem Wahl­kreis Hessen-Darmstadt erhalten aller Voraus­sicht nach die Deutschnationalen noch einen wei­teren Sitz, ebenso die 11. S. P.

22. Wahlkreis: Keff.-DarmfkadZ.

Hessische Volkspartei Deutsche Volkspartei Zentrum Demokratische Partei Sozialdemokratie Unabhängige Kommunisten

1919

43359

73349

110853 124201

289211

12633

1920

83153

94653

95453

63715

179814

72281

3035 die Mandate

bis jetzt

Demnach verteilen sich _ . wie folgt: Hess. Volkspt. 1 (0) + 23153 Nest- stimmen, Deutsche Volkspt. 1 (1) + 34563 Neststimmen, Zentrum 1 (2) 4- 35453 Rest­stimmen, Demokraten 1 (2) + 3715 Reststimmen, Sozialdemokraten 2 (4) + 59814 Neftstimmen, Unabhängige 1 (0) + 12281 Reststimmen,

Kommunisten.

Durch die Wahlverbindung mit dem Wahl­kreis Hessen-Nassau erhalten aller Voraussicht nach die Mehrheitssozialisten einen weiteren Sitz, ebenso die Deutsche Volkspartei, eventuell auch das Zentrum.

6. Wahlkreis Pommeriß.

Es erhielten: Nnabhäng. 140 055, Sozial- dem. 164 962, Deutsche Volksp. 161 915, Christi. Volksp. 6382, Deutschnatl. 277 453, Dcmokr. 35 964. Refocmgruppe 6511, Komm. 9120, Wirt- scha-tsbund 1755.

Gewählt sind 4 Deutschnatl'onale. 2 Deutsche Vollspart ei, 2 Socialisten. 2 Unabhängige und der Demokrat Lippmann, der durch 31 000 Meck­lenburger Reststimmen die erforderliche Dtim- menzahl erhält.

1919: DD 176 075 (2), Z 4836 (0), S 333 027 (5), Dn 194 751 (3), DV 88 744 (1J, 11 15403 (0).

16. Wahl'reis Weser Ems.

Unabhängige 102 2 61, Sozialdem. 112 474, Christl.-Soz. Partei 1231, Zentr. 134 840, Dem- 79 633. Lann. Vartel 20 921. Deutsche Volksp.

141442, Deutschnatl. 23166, Komm. 12 788. Es fehlt noch ein ländlicher Wahlkreis, der ana; an dem Gesamtergebnis nichts ändern kann.

1919: DD. 186 276 (3), Z 137 947 (2). S. 218 793 (3), Dn 18 254 (0), DV 69 435 (1), U 52 971 (1), W 13 879 (0).

20. Wahlkreis: Westfalen-Süd.

Hagen. (Amtliches Wahlergebnis.) Mehv heitssoz. 244136, Unabh. 231511, Kom. 11291, Dem. 59 783, Zentr. 328 962, Deutsche Volkspt. 191266, Deutschn. 60 772, Christl. Volkspt. 575, 'Polen 23 586.

1919: DD. 115 765 (1), Z. 329 339 (5), S. 479 792 (7), Dn. 59 241 (1), DV. 118 421 (2), U. 59952 (0).

25. Wahlkreis Düsseldorf-Ost.

Düsseldorf. (Amtliches Wahlergebnis.) Christl. Volksp. 2949, Demokr. 49 884, Deutsch­natl. 120 356, Deutsche Volksp. 126 743, Komm. 12 077, Polen 6016, Mehrheitssoz. 96 639, Un« abh. 217 410, Zentr. 234 745, Wiederaufbau- partsi 62. Es sind gewählt an Abgeordneten: von den Demokraten einer, aus der Verbindung mit dem 26. Wahlkreis, von den Deutschnativ- nalen 2, von der Deutschen Volkspartei 2, ferner ein Mehrheitssozialist, 3 Unabhängige, 3 Zea- tCUI1919: DD 116 391 (1), Z 262 252 (4), S 244 044 (3), Dn 74 423 (1), DV 74 423 (1), U 177160 (2).

26. Wahlkreis: Düsseldorf-West.

Düsseldorf. (Endergebnis.) Dem. 33812, Deut'chn. 44 259, Deutsche Volkspt. 86 812, Z. 301494, Christi. Volkspt. 8445, Mehrhertsfoz. 96 746, Unabh. 98 820, Kom. 36345, Polen 10 605. 1919: DD. 49 328 (0), Z. 348294 (7), 6.

35. Wahlkreis: Baden.

Karlsruhe. Vorläufiges Gesamtergebnis. Abgegebene gültige Stimmen 245 695. Mehr« heitssoz. 190 309, Deutsche Volkspt. 64 814, Zentr. 343 631, Dem. 118 484, Deut,chn. 113 245, Kom. 14 489, Unabh. 162 504.

* 1919: DD. 226 836 (3), Z. 381135 (5), 6. 368 824 (5), Dn. 78 976 (1).

Doch DnschieSimg ösr Spaer Konferenz.

Mailand, 8. Juni. Ein Londoner Tele« gramm desSortiere della Sera" besagt, daß Millerand auf die energischen Vor­stellungen Nittis hin schließlich der Ber« "chisbunq der Konferenz von Spa zuzeitimmt habe. Es feien gegenwärtig zwischen Lloyd George, Millerand uns Mtti Verhan.-» ngen im Gange zur Festsetzung eines neuen Punktes für diese Konferenz, Die dai '*- £ scheinNch gegen Mitte Zul» startsinse» würde.

Die Brüsseler Besprechung.

WB Rotterdam, 7. Juni. Die Minister» präsidenten von England, Frankreich, Belgien und Italien werden an der Brüsseler Beiprechung teilnehmen, welche der Spaer Konferenz vor­ausgehen soll.

Anruhen in Graz.

WB. Kpaz, 8 Juni. ©eftern nachmittag kam t$ in der inneren Stadt zu größeren Menichena ilamm» langen, die eine bedrohliche Haltung annahmen. »5 wurde daher die Räumung und Absperrung der inne­ren Siadt von der Polizei, Gendarmerie und Volcr» wehr durchgeführt. An verschiedenen Stellen w uden Ma'chinciigewebre aufgefteUr. Zahlreiche Visionen wnrdeii wegen Widers-tzlichkejt verhaftet. Eine Anzahl vorwiegend jugendlicher Personen drang in das VteS« optheäter in der Annenstraße ein und richteten Miwerrn Schaden an. Die Polizei ging mit Man.er Wasse oor, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Aus der Stadtbrücke und dem dahinterliegenden Murerplatze versammelten sich einige tausend Menschen, die m bie innere Stadt gelangen wollten und gegen die Pouzei eine drohende Haltung einnahmen. Gegen 7 /« Uhr nbcnds mußte der Befehl zum Schießen gegeben wer- hcn, wobei es 6 Tote und 15 Verwundete gab. Die Deiiionstranten, die nach der Schießerei auseinander« gestoben mare", versammelten sich wieder am dem Äiu>eip»atz und vor der Stadtbrücke, die auch 10euer» hin abgesperrt blieb. Die organisierte Arberterschast beteiligte sich an den Ansammlungen nicht.

Türkei.

WR. PariS, 7. Juni. Nach einer HavaSmeldmis aus KonstanUnopcl vom 5. Juni wird der Großweiir im Lau e dieser Wo He na h Paris reisen, um die ntmort auf den FriedenSve tragsentwurs zu über» rmoeu. Es wird auch eine Zusammenkunft Mu VcuneloS statHncen.

(Weitere volitisLe Nachrichten auf Leite 8-1.