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Nr. 131 Montag den 7. Juni

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Verlagsleitung: Ab. Indermühle.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen TeilRick. Hu l tick'für lokalen und orovinziellen Teil iowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Hana« Fernsprechanschlüffe Nr. 1237 und 1238

1920

Die Aeichslagswahten.

Die Wahlen zum ersten Reichstag im neuen Deutschland sind vorüber sie sind, wie von Bändiger Stelle gemeldet wird, im ganzen Reiche ruhig verlaufen. Meldungen in diesem Sinne liegen aus Berlin, Pommern, insbeson­dere aus Stettin, Greifswald, Chemnitz, Leipzig sowie auS den übrigen Teilen des Freistaates Sachsen vor. Auch in Breslau und anderen schlesischen Orten, aus Köln, Osnabrück, Gotha imb den nordwestdeutschen Städten Hannover, Sraunschweig und Bremen, ferner aus dem Ruhrgebiet liegen gleiche Meldungen vor. Die tot dem Wahltag überall herrschende Nervosität, die sich in Putschbefürchtungen von rechts und links kund gab, war einer ruhigen Stimmung gewichen, sodaß das Wahlgeschäft allgemein reibungslos verlief. Trotzdem das endgültige Resultat der Wahlen noch nicht vorliegt, so zeigen sie doch heute schon fast ausnahmslos das Gesamtbild einer starken Einbuße der Mehr- Msozi allsten zugunsten der U. S. P. und einen erheblichen Gewinn der Deutschen Volks- »artei, sowie der Deutschnationalen auf Kosten der Demokraten, die fast überall an Stimmenzahl zurückgegangen sind. Das Zentrum scheint sich im allgemeinen gehalten zu haben. Die Wahl­beteiligung war in verschiedenen Bezirken reger, in anderen Bezirken wieder geringer als im Por­sche. Die Wahlbeteiligung dürste etwa 75 bis 80 Prozent im Durchschnitt betragen haben.

Mr lasten nachstehend die bis Redaktions­Muß bei uns eingelaufenen Resultatmeldungen schen. Die in () etngefügten Zahlen bedeuten die bisherigen Mandate der Parteien.

D _ Kessen-Nassa«.

Marburg. (Rrets.) Zentrum 1172(1454), Demokraten 2905 (3595), Deutschnational 7884 (6570), Deutsche Volkspartei 6658 (2830), tlnabhang. Soz. 3872 (580), Mehrheitssozialisten 3425 (8998).

Cassel, (Stadt.) Die Wahlen sind sehr ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war ziemlich stark. Sie betrug 93 Prozent. Es erhielten: Deutschn. 18 755 (579), Deutsche Bolksp. 16 830 (2626), Zentrum 3680 (4134), Dem. 10 251 (25 211), Mehrheitssoz. 30 914 (51484), U.S. P. 10171 (1212), Komm. 122 ().

Wiesbaden. (Stadt.) Dt. Volksp. 15263 Deutschnatl. 3526, Demokraten 9917, Zentrum 6270, Mehrheitssozialisten 10102, U. S. P. 6252. Fulda. Zentr. 6501, Dem. 836, Kom. 18, D. N. V. 779, U. S. P. 2034, D. V. P. 687, M.-Soz. 1180.

Höchst a. M. (Kreis und Stadt.) Dt. A>lksp. 4553, Deutschnatl. 634, Demokraten «57, Zentrum 7692, Mehrheitssozialisten 9579, u. 6. 9426.

m Weilburg (Stadt). Deutsch-Natl. 73, Dt. Mlkspt. 645, Zentrum 178, Dem. 661, Mehr­heitssoz. 441, Unabh. Soz. 68.

Homburg v. d. H. Deutsch-natl. 697, Dt. ^Hsp. 2163, Zentrum 2757, Demokraten 933, Mehrheitssoz 2169, Unabh. Soz 1275, Kom- Mmsten 1.

Wetzlar. Ztr. 604, Dem. 2391, Kom., Dschn. S II. S. P. 6103, Deutsche Volksp. 6972, Mehr- dntssoz. 7937.

Frankfurt. ®s wurden abgegeben für: 1920 1919 Helfferich (Deutschnat.) 22 834 10 708 Rießer (Deutsche Volkspt.) 34139 22 252 Schwarz (Zentrum 25 680 28 433 Schücking (Demokrat) 32 371 58 641 Scheidemann (Soz.) 67 858 109 372 Dißmann (U. S. P.) 38 200 10 751 Zetkin (Komm.) 1229 ^ses Abstimmungsergebnis zeigt ein starkes Anwachsen der Deutschen liberalen Volkspartei, ,CI Deutschnationalen, dann der Unabhängigen, ">e schwere Niederlage erleidet die Demokratiche -Eei und auch der gewaltige Rückgang der 1 ^demokratischen Ziffern ist auffällig.

Hessen.

Darmstadt. Deutsch-natl. 1722 (1107), Dt. fÄattei 17 849 (11266), Zentrum 2597 Demokraten 6349 (12 992), Mehrheitssoz. ^° (16134), Unabh. Soz. 2769 (364), ^"nmunisten 190 (-)'.

zzq ^'^>tadt-Land. Bis heute früh lagen aus @7 /twa der Hälfte der Gemeinden, folgende . « vor: Deutschn. Partei 26361, Deutsche 46 517, Zent. 34 410, Dem. 25 239, 1931' 73 884, Unabhängige Soz. 31736, ^iA^bach-Stadt. Unabhängig 7642, Mehr- IWx,la^en 13462, Kommunisten 941, Volkspartei 4509, Zentrum 4428, ^»oktalen 3621. Lessiicke Volksvartei 2796.

Offenbach-Land. Unabhängige 7911, Mehr­heitssozialisten 16784, Kommunisten 591, Deutsche Volkspartei 2261, Zentrum 9272, Demokraten 2598, Hessische Volkspartei 3340.

Mainz-Stadt. 68963 Stimmberechtigte. Hessische Volksp. 367, Dt. Volksp. 5554, Dem. 7626, Zentr. 13 525, Mehrheitssoz. 16 414 Un­abh. Soz. 7416, Komm, keine.

Gießen. Deutsche Volksp. 4950, U. S- P. 3076 Mehrheitssoz. 2789, Dem. 2269, Deutschnatl. 1840' Zentrum 667, Kom. 34.

WormsStadt. Deutsche Vol^p. 7527, Hessische Volksp. 209, Zentr. 2842, Dem. 2078, Mehrheitssoz. 7078, Unabh. 2116, Kom. 99.

Baden.

Vforzkeim (Stadt): Mehrheitssoz. 8382, Dtsche. Volkspt. 3082, Zentrum 2009. Demokr. 3499, Kom. 894, Unabb. 3394, Deutschn. 7797.

Pfor heim (Land): Mehrheitssoz. 4884, Dtsche. Volkspt. 322, Zentrum 1340, Demokr. 1032, Kom. 357, Unabb 1428, Deutschn. 3286. Es stehen noch einige Bezirke auS.

Pirm^sens. Vorläufiges Ersebms: Deutsche volksp. 5439, Demokr. 8754, Mebrhei s'oz. 2266, U. E. P. 3466, Zentr. 2604, Deutschnatl. -, Kom. 130.

Karls-nbe. Mehrheitssoz. 17 360 (34 673), Deutsche Volksp. 645« (), Zentr. 12 971 (14 709), Dem. 12 751 (24 739), Deutschnat. 11665 (8878), Unabh. 13 828 (2653), Kom. 629 (-1.

Heidelberg. Dem. 7995 (15 628), Mebrheitsioz. 13 894 (21272), Zentr. 9S3S (19 756-, Deutschn. 6640 (6701), Deutsche Volksp. 8437 (-), Unabh. 6041 (600), Kom. 839 ().

MannheimStadt ».Land. Mehrheitssoz. 33 528 (63 355), Deutsche Volksp. 14 476 (), Zentr. 18 037 (18 765), Dem. 10 939 (26 550), Deutschn. 10 354 (6027),. Kom- 4447 (-), Unabh. 24 157 (4838). .

Württemberg.

Die Württembergisch-Hohenzollernschen Wahlen znni Reichstag find ruhig verlaufen. Gegen Vi5 Uhr morgen 3 MH^^

+ 59 315, die U. S. P. 2 (-) Sitze H r5 220, die Württemb- Bürgerpart. 1 (2) Sitze + 40 486, der Banernbund 3 () Sitze 4- 15 825, die Deutsche Volksp. () keinen Sitz 4- 42 946, die Demokr. 2 (4) Sitze 4- 4136°, die Kom. () keinen Sitz 4- 36 911» das Zentrum 4 (4) Sitze 4- 29 358 Reststimmen. Zu­sammen 14 Sitze gegen 17 bei der letzten Wahl. (Die Reststimmen werden bekanntlich auf die Reichs- wahllisten übertragen).

RürnbsrgStadt. 230 Bezirke, 10 Bezirke stehen noch aus: Mehrheitssoz. 44 542, USP 40 824, Demokr. 37 306, M-ttelpart. 17 784, Kom. 3191, Deutsche VP. 2611, Bah. VP. (Zentrum) 14162, Dentsch-Soz. 1762 Stimmen.

Berlin.

Nach der vorläufigen Feststellung find in Berlin abgegeben worden: Mehrheitssoz. 185 631, U. S. P. 453 867, Demokr. 71 543, Zentr. 31151, D. V. P. 140 889, D.utschnatl. 122 719, Kom. 15 169, Wirt­schaft!. Vereinigung 28 931 Stimmen. Darnach ent­fallen auf die Mehrheitssoz. 3 (5), U. S. P. 7 (4), Demokr. 1 (2), D. V. P. 2 (1), Deutschnatl. 2 (1) Sitze.

WB. Berlin, 6. Juni. Pünktlich um 6 Uhr wurde der Wahlast geschlossen. Die Wahlen sind ohn jede Störung verlaufen und haben sich in­folge der großen Zahl von Wahllokalen (m Ber­lin allein 1456) schnell abgewickelt. Nach , der bisherigen ersten Uebersicht dürften im Arbeiter­viertel etwa 80 Prozent, im Westen 75 Prozent und im Zentrum ca. 65 Prozent von 1400 000 eingeschriebenen Wählern ihre Pflicht erfüllt haben. Bei dem am Nachmittag einsetzenden Schlepperdienst waren die Unabhängigen beson­ders rührig. Sie veranstalteten in den Außen­bezirken Umzüge mit roten Fahnen und Plakaten und kündigten ihre Ansprachen mit Glocken- läuten an- Die ersten Meldungen aus dem Reiche kamen aus Erfurt, wo nach einer leb­haften Agitation der letzten Tage der Wahltag selbst ebenfalls ruhig verlief. Aehnliche Mel­dungen liegen aus Bayern vor, wo neben den Wahlen zum Reichstag auch die bayerischen Landtagswahlen stattgefunden haben. Die Wahl­beteiligung soll hier kaum über 70:75 Prozent hinausgegangen sein.

Wahlkreis Leipzig.

Mehrheitssoz. 57 159, U. S. V. 265 641, Demokr. 53 491, Zentr. 2520, D- Volksp. 132 132, Deutschnatl. 106 240, Kom. 11 540 Stimmen. 14 Krei e sieben noch aus. Es entfallen voraussichtlich: 1t. S. P. 4 (3), D. Volksp. 2 (-) Sitze, MebrbestS oz. (2), Dcutich. natl. (!) und Demokr. (2) je 1 Sitz.

Wahlkr is Chemnih-Zwickau.

Amtliches Wahlergebnis des Wahlkreises 23 Chemnitz- Zwickau: Mehrheilswz. 291 115, ll. S. P- 155 69, Demokr. 77 313, Zentrum 2443, D. Volksp. 150 536, Deutschnat. V. V. 153 423, Kom. 82 593, Deutsih- Sovaldemokr. 12191 Stimmen. Es entfaltn vor- auSsichtlich für die MebrbeibKoz. 4 (8), U. S. V. 2 (), Deimstr. 1 (3), Deutsche VolkSp. 2 (), Deutsch». Vottsp. 2 (1 >, Kom. 1 1) Abgeordue er.

In Chcmnit;-Stadt fino die Wahlen bei 77 Vroreut Wablbctcilmuna in voller Nutze miauten.

Es erhielten: Mehrheitssoz. 58 022, Unabh. 6 308, Dem. 2 424, Zentr. 754, Deutsche Volksp. 26 484, Deutsch». 26 984, Kom. 20 129, Wirtschaftliche Ver­einigung (Deutschsoz.) 921 Stimmen.

Dresden (endgültiges Ergebnis). Mehrheitssoz. 9l 412. Deutsche VV. 63 410, USP. 54316, Demokr. 2869, Deutschnatl. 33 763, Zentr. 4600, Laus. Partei 81, Kom. 478 Stimmen.

Aus dem übrigen Reiche.

-Halle (Saale). Mehrheitssoz. 10131, Unabh. 44 531, Dem. 12 510, Zentr. 1468, Deutsche Volksp. 19 843, Deutschn. 17 330, Kom. 1556.

.Hannover. Amtliches Wahlergebnis. Mehr­heitssoz. 87 049, Deutsch-Hannoveraner 35 812, Zentr. 11144, Dem. 10 156, Deutsche Volksp. 45 416, Unabh. 28 300, Deutschn. 16 200, Deutschsoz. 450, National- dem. 517, Kom. 1074.

Hildesheim. Mehrheitssoz. 10 551, Welsen 882, Zentr. 6 342, Dem. 1774, Deutsche Volksp. 8872, Unabh. 1468, Deutschn. 1266, Deutschsoz. 48, Nalio- ualdem. 1, Kom. 212.

BremenStadt. 12 Uhr nachts. Unabh. 52 142, Mehrheitssoz. 36 431, Zentr. 3059, Dem. 22 492, Welsen 449, Deutsche Volksp. 40 518, Deutschn. 10 333, Kom. 7274.

Dortmn,dTtadt. Endergebnis. Deutsche Volksp. 26 531, Deutsch". 2526, Zentr. 32 247, Dem. 4 714, Mebrl'ciiswz. 25 521, Unabh. 37 630, Kom. 1323, Polen 3625.

Breslau. Mehrheitssoz. 109 167, Zentr. 37 656, Tem . 18 825, Deutschn. 41 549, MittciEandspartei 6 568, Kom. 656, ungültig 1077. Vier Wahlbezirke stehen noch aus.

StettinS'adt. Mehrbsitssoz. 17 558, Unabb. 22 756, Kom. 945, Dem. 4429, Resormgruppe 1448, Zentr. 1121, Deutsch». 8356, Deutsche Volksp. 23 381, zerspl. 13.

OsnabrückStadt. Mebrbutssoz. 10588, Unabh 6061, Dem. 3430, Zentr. 10 897, Deutsche Volksp. 10013, Deutsch». 1691, Kom. 2, Deutsch-Hannove­raner 1650.

ErfurtStadt/ Endergebnis. Mehrheitssoz. 4015, Dem. «429,. Zentr. 2852, Teutsche Volksp. 10 704, Deutschn. 11 881, Kom. 475.

DüsseldorfStadt. Teilergebnis aus 154 Wahl­bezirken. Deutsche Volksp. 18 552, Deutsch». 14 705. Dem. 5987, Zentr. 42 27 , Mehrheitssoz. 9182, Unabb. 45 517, Kom. 1457, Polen 208, Christl. Volksp. 334 Koblenz. Zentr. 10 131, Dem. 877, Deutsche Volksp. 6155, Mehrbeitsioz. 4008, Unabh. 4920, Christl. Volksp. 161, Teutsch». 1049.

TrierStadt. Zentrum 15 287, Demokr. 1945, Deutsche VP. 2090, Mehrheitssoz. 2904, USP. 2447, Christi. VP. 210, Deutschnatl. 108 Stimmen.

SiegenLandkreis. (Amtlich.) Mehrheitssoz. 6922, USB. 5237, Demokr. 3515, Zentr. 8531, Deutsche VP. 21121, Kom. 10, Christl. VP. 1 Stimme

BrounschtveigLand. Mebrheitsioz. 19 933, USP. 63 826, Demokr. 11201, Zentr. 1963, Deutsche VP. 43 662, Deutschnatl. 16 256, Kom. 698, Teutsch - Han. 1168, Deutsch-Soz. 1152 Stimmen.

Köln. Von 300 Bezirken der Stadt ist das Er­gebnis von 267 Bezirken bekannt. Deutschnatl. 6488, Deutsche VP. 33 522, Zentr. 81 972, Christl. VP. 8528, Demokr. 14 257, Mehrheitssoz. 60 340, USP. 27 321 Stimmen.

Magdeburg Stadt. Mehrheitssoz. 61 86.3, USP. 31044, Demokr. 24 381, Zentr. 3085, Deutsche VP. 28 245, Deutschnatl. VP. 13 122, Kom. 1769, National-Dcmokr. 491 Stimmen.

Offene Worte des Generals Samts.

In der Unterredung mit einem Vertreter des Daily Cbroniele" sagte General Smntr noch:

Südafrika braucht nicht selbstsüchtig zu sein, aber es will außerhalb der europäischen Wirren bleiben. Frankreich ergreift ohne Zustimmung der anderen Alliierten die schärfsten militärischen Maßnahmen gegen Deutschland, die, wie man fast meinen könnte, darauf bedacht waren, die letzten Ueberbleib'el der Regierung zn zerstören und in Deutschland russische Zustände bervorzurufen. Polen fällt in Rußland ein; während in San Remo über die Wiederanknabme der Handelsbeziehungen mit Rußland beraten wird, führt General PilsudSki gegen Rußland Krier. obwohl in weiten Gebieten Polens Hungersnot und Typhus wüten. Dies darf nickt sein. Der Völkerbund hätte diese Unternehmung Verbindern muffen. Trotzdem lautet die amtliche Antwort im englischen Unterlaufe: Es ist nicht die Aufgabe der Völkerbundes, sib einzu« mischen. Es ist unmöglich, Rußland zu b-fiegen. Früher oder später wird PilsudSki nach dem Vorbilde DenikinS und KoltschakS seine Lektion lernen müssen.

Sind die Staatsmänner Europas sich tatsächlich ernstlich bewußt, was die alte Welt in das ChaoS treibt? Der Bolschewismus mäßigte seine Gewalt- mctbode, aber der beste Weg, den Bolschwismnr wi-der zu beleben und ganz Rußland hinter der Sowset regierung zu mehligen, ist der Einfall in dieses Land und die Auuexion großer Gebiete derselben. Fra - zösische Militärmaßnahmen und amerikanische Muni- tionS cnbima.cn setzen die Polen offenbar in den Stand, die Offensive lortzuietzen und die Großmächte tun nichts.

Im weitere» V riause der Unterrebung sagte Smuls über das SerbUniiS der Dominions zum Miitterlgiide, das brit rche Vo'k müsse sich dessen be- i"iißt sein, daß die Sckwe 'erstaoten vouständige Gleich­heit und Freibeit ccniencn müßten. Nur auf dieser i -nind.age werke der eugli.ckc Staateilbund in Zu­kunft fortoauern.

Die englifch-rusf. Verhandlnngeu

Jpu. jParis, 6. Juni. Auch nach den er« zwungenen amtlichen Ausreden die von London über die Art der Verhandlungen mit Kraffin verbreitet worden sind, ist Frankreich nicht mit Englands Vorgehen einverstanden. Wenn es auch heißt, es werde nur über Handelsfragen verhandelt, so ist doch erwiesen, daß diese so eng mit der russischen Politik verknüpft sind, daß an eine Loslösung nicht gedacht wird. Die russische Goldausfuhr ist beabsichtigt und wurde in der vergangenen Woche gerade aus eng» lischen Quellen berichtet, welche über die Ziele der Sowjetregierung genau unterrichtet sind. Daß England bei den Handelsgeschäften mU Rußland begünstigt wird, ist ebenfalls nicht zu bestreiten, weil Frankreich nichts an Rußland liefern kann und dieses Land gebraucht, wohl aber England. Letzteres verfügt über alle Ar. tikel, die Rußland verlangt und hat sogar, ge- misse Vorräte zu dem Zweck in Häfen der Ostser aufgestapelt, um Amerika zuvor zu kommen, Englands Interesse ist daher nicht zu verleugnen und die Pariser Presse äußert sich in scharfen Worten über die zweideutige Politik, die jetzt in London getrieben wird, wo sich die französt, schen Unterhändler über das Ohr schlagen lassen, Die Presse erblickt in dem enzlischen Vorgehen die Wiedergeburt der altenglischen Politik, die während des Krieges Frankreich gegenüber aus» geschaltet war, jetzt aber rücksichtslos auch gegen die Verbündeten angewandt wird. Die Be­schönigungen der englischen . Blätter können Frankreich nicht mehr befriedigen, so heißt es in Paris. Die Entente-Verpflichtungen bestän­den nur für Frankreich, nicht auch für England, das sich darüber hinwegzusetzen wüßte.

Jpu. Warschau, 6. Juni. In Moskau hat man einen. Bericht von Krassin erhalten, der über die Besprechungen mit Lloyd George nähere Einzelheiten enthält. Krassin ersucht die Rätsregierung ihm unverzüglich Antwort zu den gestellten Fragen zu erteilen und seine Vollmacht auf diesen Teil der Besprechungen, der über politische Fragen handelt, auszudehnen.

NMis Slellung gefährdet?

--. Rom, 6. Juni. Der Zentralverband der ra­dikalen Partei erklärte in einer Tagesordnung, daß die radikalen Abgeordneten, die inS Kabinett eintraten, gegen das Programm der eigenen Partei gehandelt hätten. Sollte die radikale Parlamcntsgrnppe, die bekanntlich freimanrerifchen Befehlen gehorcht, diesen Wink aufnehmen, so erscheint, NittiS Stellung gefährdet.

Vorwiegend glaubt man jedoch, die Kammer werde Nitti zumindest nach Spa senden, da die Verbündeten gewillt sind, den Termin jedenfalls und bei einer neuen italienischen Knie auch ohne italienischen Vertreter einzuhalten. Nitti wird dieser Stimmung Rechnung tragen und wahrscheinlich die Gewährung nur eines Hanshaltszwölstels fordern.

* Mailand, 6. Juni. Die Laae des Mmiste« rium? Nitti wird in maßgebenden hiesigen v. en sehr kritisch beurteilt, und man weist darauf b u- bafs die jüngsten Ereignisse in Rom, die blutigen Zusammen­stöße zwischen Studenten und Soldaten der königlichen Garde und die daraus folgenden »»illkürlichen Ver- haftungen von Dalmatinern und Fmmanern nicht nur die Nationalen, sondern auch die Radikalen in bis Opposition gegen Nitti getrieben haben. Die Natio­nalen gaben bereits die Parole aus: Lieber Giolrtti als N tti! Auch die ungeheuren Skandale in den be­freiten Gebieten Italiens, die Veruntreuungen, die sich nach den heutigen Meldungen der Blätter auf 200 Millionen Lire belaufen sollen, haben die Stellung Nitti? bedenklich erschüttert.

Lokales.

Hanau, 7. Juni.

10 Gebote des Naturschutzes. Wie jeder da- Seime zur Pflege des Hermatschutzes, die in unserer schönen Gegend leider nicht immer ge­nügend beachtet wird, beitragen kann, das lehren kurz und bündig folgende 10 Gebote des Natur­schutzes: 1. Du sollst die Natur, die dich durch ihre Schönheit erfreut, nicht schädigen. 2- Du sollst die Natur nicht durch wegseworfene Pa­piere, Glasscherben, Blechdoson und smisiig,e Ab­fälle schänden. 3. Du sollst den Frieden der Natur nicht durch Lärm und Johlen stören. 4. Du sollst keivMLflanzen mit den Wurzeln oder Knollen auSrei. 5. Du sollst von den Bäu­men und Sträuchern keine Zweige abreißen. 6. Du sollst die Baumrinde nicht als Stamm», buch benutzen. 7. Du sollst Blumen, die unter dem Schutzverbst stehen, unangetastet lassen. 8. Du sollst keine Sammlungen von Pflanzen, Insekten u- a. anlegen, wenn du dich nicht ernst­lich damit beschäftigen willst. 9. Du sollst keine Eidechstu, Molche, Frösche, Schlangen und an­dere Tivre quälen oder töten. 10. Du sollst Kinder und unversländige Erwachsene zur Scho­nung der Natur andalten.