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AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Satan

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Fernivrechanichlufie Nr. 1237 und 1238

Nr. 130

Samstag den 8. Juni

1920

Das Neueste.

Der Friedensvertrag mit Ungarn ist gestern nachmittag 4% Uhr unterzeichnet worden.

Der italienische Unterstaatssekretär Graf Mza reist heute nach London, um über die Frage der Verteilung der Wiedergutmachungs- | summe zu verhandeln.

In Gleiwitz kam es zu einer wüsten Schlägerei ; seitens einer großen Anzahl Franzosen, die ; schließlich in einen Angriff auf das Polizeibüro wartete.

Vor den Reichslagswah!e«.

Morgen ist der Tag, an dem das deutsche Volk in die Wahlurne schreitet, um über die Zu- janmensetzung des ersten Reichstags im deutschen Wsstaate zu entscheiden, der Tag, an dem den deutschen Männern und Frauen die Möglichkeit gegeben wird, zu sagen, wie sie sich jii der Politik, die die Fraktionen der Parteien jeit dem 19. Januar 1919 getrieben haben, Men, zu sagen, was sie hoffen und was sie rollen. Ueberblicken wir den Wahlkampf der Parteien, deren agitatorische Leistungen in den letzten Wochen, so gelangen wir zunächst zu der Feststellung, daß der Kampf, wenn auch scharf, pdoch im Gegensatz zum vorigen Jahre, mit allem gebotenen Ernst geführt wurde. Die Wahlversammlungen im Reiche verliefen mit wenigen Ausnahmen, ruhig, die vom Jahre 1919 her gewohnten stundenlangen Diskussionen

sielen größtenteils weg. Die funkelnagelneuen DwMmms. mit denen sich alle Parteien aus- Mßtt es 'Falten, würd en in di<"

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rurchpeitscht, da man erkannt hatte, daß das Parteiprogramm im Kampfe auch nicht viel nchr als einFetzen Papier" ist und daß für )ie Stellungnahme des Wählers nicht die mehr »bet minder guten Vorsätze, womit die Parteien

Ä Ä men ein Sitz entfällt. Bei den Wahlen zur

Nationalversammlung sind im ganzen reichlich

± pz§ ^^^ 30^ Millionen Stimmen abgegeben worden. Da

Parteien als aus ihren papierenen Ver- Iprechungen, weshalb diesmal die Parteien ihr Hauptgewicht auf die Erläuterungen ihres bis- Wgen Verhaltens legten. Die Mehrheits- parteien erläuterten was sie von ihren Grund- i^en in die Wirklichkeit umgesetzt haben und betonten dabei die Schwierigkeiten, die sich ihnen nach dem Zusammenbruch des deutschen Reiches entgegenstellten, während die Oppositions­parteien, die Unfähigkeit der Mehrheitsparteien während der bisherigen Regierungszeit der steten, sowie die Nichterfüllung der gegebenen Versprechungen hervorhoben. Statt Wieder- Wau Riederreißung! Die Mehrheitsparteien antworteten wieder, daß gerade die Oppositions­parteien ihnen die größten Schwierigkeiten in ben Weg gelegt hätten. Daß dabei von den Wein aller Parteien so manches wichtige Moment, so mancher im verflossenen Jahre ge- wachter Fehler verschwiegen wurde, ist nur zu sttständlich, denn fehlerlos ist keine Partei und lsder Redner legt sein Hauptaugenmerk darauf, Zuhörerschaft für seine Partei zu gewinnen. Der von der Deutschen Volkspartei ausgegangene Muf zur Sammlung des Bürgertums zur ^Haftung einer Einheitsfront um eine sozialistische Mehrheitsbildung zu verhüten, hat kein Gehör gefunden. Die Demokraten lehnten diesen

^ammelruf ab, da diese Politik nur für die I Rechtsparteien von Vorteil sein würde.

I Die Wahlvorbereitungen sind nun beendet, ^Schlacht kann geschlagen werden. Die natio- ! ^ Aufgabe, die des Reichstages harrt, ist un- ^ndlich schwierig. Unser Volk befindet sich in tiefen Sumpfe, aus dem es nur durch die Zusammenfassung aller gesunden Kräfte herauskommen kann. Unser Volk kann ?ut gesunden durch einen festgegliederten und in I Pillen Grundmauern stark aufgebauten Staat, in ! führende Männer bem Volke die Richtung ; den Willen angeben. Deshalb muß jeder i Zns sein Bestes dazu tun, daß wir einen ^ichstag bekommen, der der Aufgabe gewachsen und in Wahrheit den Namen verdient, der so ^8, in Mißkredit geraten ist, einer National- ^lammlunz! Die Wahl darf nicht dazu führen, wir, was ja der heißeste Wunsch Scheide- ?>anns ist eine rein sozialistische Regierung kommen. Das, hieße nackte Klassen- . ^rrschaft, die zur Vergewaltigung der an- Hälfte des Volkes führen muß, wie die Npiele einzelner sozialistischer Regierungen "Wnb des letzten Jahres bewieien. Dies kann

keine Beruhigung des Volkes zu erfolgreicher Arbeit bringen sondern neue Konflikte, neue Kämpfe, Zerreiben der Kräfte, hie wir zum Auf­bau so dringend nötig brauchen. Das bedeutet unsinnige Sozialisterungsexperimente, bedeutet Unterdrückung bürgerlicher Schichten, die zu Sklaven der Arbeiter herabgedrückt werden sollen. Eine reine Arbeiterregierung ist aber auch unfähig, das deutsche Volk zu regieren und es nach außen zu vertreten. Und wenn dabei auf die Internationale hingewiesen wird, die dann das ihre tun würde, um die Weltrevolution zu entfachen, so sagen wir: Es waren unselige Pro­pheten, die unser Volk mit dem Hinweis auf das internationale Rechtsempfinden der Völker in Sicherheit gewiegt und seinen starken Arm ge­lähmt haben. Wo sind diese Völker während der Zeit geblieben, wo man das deutsche Volk in unerhörter, schamloser Weise vergewaltigte?

Es ist so und bleibt ewig wahr: Wir sind gestellt auf die eigene Kraft. Be­sinnen wir uns darauf, daß in unserem Volke, wie der Weltkrieg bewiesen hat, ungeheure Kräfte ruhen. Diese Selbstbesinnung unseres Volkes ist die Voraussetzung für das große Werk, für das wir morgen an die Wahlurne schreiten. Hinweg mit den Aposteln der Inter­nationale! Her zu mir, wer zum deutschen Volke gehört? So ruft das große Werk der Wahl des ersten Reichstages im neuen deutschen Staate, jedem Deutschen zu. Wählt wie ihr wollt,. aber wählt deutsche Männer und deutsche Frauen, die gewillt sind, das deutsche Land zu schützen und die keinen Klassen staat, sondern den neuen, großen, freien deutschen Volks­staat, in dem unser ganzes Volk, aber auch das ganze, in voller Gleichbe -

u n g sicher unter Schutz wohnen kann, "KÄSN -

rage, wie der neue Reichstag aus;eben

wird, läßt sich heute noch nicht beantworten. Die rein zahlenmäßigen Schätzungen sind schon da­durch erschwert, daß der neue Reichstag keine um­

grenzte Mandatsziffer aufweist, seine Stärke wird vielmehr aus der Zahl der abgegebenen

men ein Sitz entfällt. Bei den Wahlen zur

fällt diesmal Posen weg, das wir an die Polen haben abtreten müssen. Ebenso wird in Ober- schlesie-n von der Entente die Wahl widerrecht­lich verhindert. Legt man diese Zahlen zugrunde, so würde man auf etwa 475 Abgeordnete kommen. Kompliziert wird die Lage noch da­durch, daß Schleswig-Holstein und Ostpreußen später wählen werden, daß also hier die Mandate zur Nationalversammlung zu­nächst weiter zu Recht bestehen. Infolgedessen gehen die Sozialdemokraten mit einem sicheren Bestand von 13 Mandaten in den Wahlkampf, die Demokraten mit 8, während hier auf die Deutschnationalen nur 3, auf die Deutsche Volks­partei 2 und auf das Zentrum 1 Sitz entfallen. Hier wird erst die Nachwahl, die für Schleswig- Holstein im Herbst zu erwarten ist, das Bild vervollständigen. Daß sie, obwohl die Mehrheits­parteien dadurch wesentlich begünstigt werden, von einschneidender Bedeutung sind, glauben wir nicht. Die Entscheidung wird bereits am morgigen Sonntag fallen.

Und daß die Entscheidung zu Gunsten unse­res Vaterlandes ausfalle, dafür sorge jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau, denn sie sind morgen die Aufbauenden am Vaterlande, die die Millionen von Bausteinen, Stein für Stein, an den Bauplatz tragen, mit der Aufforderung an die Regierung: Wir taten das unsere; er­füllt nun eure Pflicht! Wer wollte fehlen, wenn all die Millionen Deutscher vom eisgrauen Mütterchen bis herab zum jugendlichen Burschen Bausteine für das Deutschland der Zukunft bei­tragen?! Es gibt keine Ausnahme, keine Ent­schuldigung, keine Müdigkeit. Das Vaterland ruft, tue deine Schuldigkeit! Verleugne nicht dein Vaterland in einem Augenblick, wo es auf

dich angewiesen ist!

Was w! aus Spa?

Wie bereits gestern gemeldet, kann der neue Reichstag frühestens auf den 23. Juni einberufen werden. Wer wird also zur Konferenz nach Spa. die angeblich unwiderruflich auf den 21. Juni festgelegt worden ist, von deutscher Seite gehen? Die deutsche Regierung hat den Vcrbandsmäch- ten mitgeteilt, daß sie nach Spa den Reichskanz­ler und den Neichsminister der Auswärtigen entsenden werde, dabei aber Namen nicht ge­nannt. Bis zur Neubildung des Kabinetts und bis zur ordnungsmäßigen Uebernahme der Ge­schäfte, auf Grund deren ein neuer Neichsmini-

ster des Auswärtigen als verhandlungsfähiger Staatsmann auftreten könnte, dürfte auch nach dem 23. Juni eine geraume Zeit verstreichen. Es wird die Nachricht verbreitet, daß von deut­scher Seite eine Note abgegangen sei, die um die Mitteilung des für die Konferenz in Spa vorgesehenen Programms bitte. Es ist wohl an= zunehmen, daß unsre diplomatische Vertretung in Paris bemüht ist, über diesen Punkt Aufklärung zu erhalten, jedoch ist unseres Wissens eine Note in diesem Sinne nicht abgegangen.

WB. Rom, 5. Juni. (Stefani.) Graf S f o r z a, Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern, wird heute nach London reisen, um der britischen Regierung den italienischen Stand­punkt in der Frage der Verteilung der Wieder­gutmachungssumme zur Kenntnis zu bringen. Was die Konferenz von Spa betrifft, vernehmen die Blätter, daß die Alliierten auf Ansuchen Italiens vor dieser Konferenz wahrscheinlich am 18; Juni zusammentreten werden. An dieser Besprechung werden die Regierungschefs von Italien, Belgien, Frankreich und England teil- nehmen und sich dann am 21. Juni nach Spa begehen zur Erörterung der Entschädigungs­und Wiedergutmachung-frage mit dem deutschen Reichskanzler. Japan wird an dieser Konferenz nicht teilnehmen, da es an den zu behandelnden Fragen nicht interessiert ist.

Aus dem WeichsraZ.

Der Reichsrat genehmigte in seiner öffent­lichen Sitzung am Freitag nachmittag u. a. die Gewährung von Reichsbeihilfen zu den Auf­wendungen der Gemeinden für die Erwerbs­losenfürsorge in der Textilindustrie. Angenom­men wurde ein Entwurf von Bestimmungen zum Schutz der mit Preßluft beschäftigten Arbeiter. Der Reichsrat gab dem Wunsch Ausdruck, daß ^ieje,f^^^^

ausgedehnt werden. Die Pachtschutzordnung wurde mit den Veränderungen angenommen, die der sechste Ausschuß der Nationalversamm­lung beschloßen hat. Angenommen wurde fer­ner der Entwurf einer Regelung der Teer- wirtschaft nach den Beschlüssen des Volks­wirtschaftsausschusses der Nationalversamm­lung. Danach wurde insbesondere der Einfluß der kleinen Betriebe gegenüber den Großbetrieben verstärkt. Ferner wurde die wichtige Bestimmung neu "ausgenommen, daß von dem Reichswirtschaftsministerium Höchst­preise auch für Rohteer festgesetzt werden sonnen Geheimrat von Woldeck erklärte, augenblicklich könne das Ministerium von feiner Befugnis zur Festsetzung von Höchstpreisen keinen Gebrauch machen, da sonst wiederum eine vollkommene Zwangswirtschaft aufgebaut werden müsse. Entsprechend den Erhöhungen der übrigen Eisenbahntarife wurde auch die Erhöhung des Militärtariss ab 15. Juni beschlossen. Danach erhöhen sich die Preise für Versonenbeförderung um 300 Prozent, für Güterbeförderung um 450 Prozent; auch im Militärtarif sollen künftig Tarife entsprechend den jeweiligen Zuschlägen im öffentlichen Verkehr gestattet werden.

Ein franZösischsr Angriff

auf deuffchs Zisikstsn.

WB. Gleiwitz, 4. Juni. Infolge schamloser Benehmens einer Frauensperson gegenüber einem Franzosen, der sie in Schutz nahm, kam es gestern abend in einem hiesigen Tanzlokal zu einer wüncu Schlägerei seitens einer großen Anzahl sranzön che» Soldaten, die sich unter Androbung von Waffengewalt Eintritt in die geschlossene Tauzgesellichast verschafft hatten. Ein städtischer Wachmeiller, der beruhigen' ein wirken wollte, wurde mit den Zivilisten aus dem Saal gedrängt. Darauf stürmten 150 Franzosen, wie dieBreSlaner Morgenzeitung" meldet, eme in bei Waste liegende Polizeiwache. Die Beamten wurden übel zugerichtet, u. a. wurde ent schon auf dem Bette irgender schwerverletzter Beamter mit dem Seiten­gewehr gestochen. Auch die zn Hilfe gerufene Sicher- aeite-polizei gerbt mit den Franzo'en zusammen. Schließlich ergriffen die Franzosen, um sich der Ver­antwortung für ihre Taten zu entheben, die Flucht Heute abend findet eine große Kundgebung der Gieb nutzer Arbeiterschaft statt, die unter allen ihn stäuben die Entwaffnung der Franzosen anßcrbalb ihrer Dienstes verlangt. Der Gleiwitzer Maginrat sandte Telegramme an die Regierung, an die Geschäftsträger der Alliierten in Berlin sowie an die Eutentekommission in Oppeln mit dem Ersuchen, sofort emmgretfeu, da der Magistrat nicht mehr Herr der Lage sei.

Keine Erhöhung -er Effenbahn- sahrpreise.

Zur angeblichen abermaligen Erhöhung der Eisenbahnsahrpreise im Herbst äußerte sich der sächsische r inanmUifter Rcinbold in einer in Chemnitz abgehaltenen Wahlrede am Mittwoch dahin, daß ihm von einem derartigen Plan der ReichsreLieruna nichts helruitii sei. und daß

Sachsen im Reichsrat einer Erhöhung entgegen treten werde. Er selbst sei sogar für eunen Ab« bau der hohen Vorortpreise.

Die englisch-russischen Derhandluugea

WB. London, 4. Juni. Lloyd George erklärte im Unterhause, es müßten noch gewisse Frag« aus dem Wege geräumt werden, bevor die eng­lische Regierung sich überhaupt in Verhand­lungen mit Krassin einlasse. Eine davon sei die der englischen Gefangenen in Rußland. Fer« ner würden Garantien gegen Angriffe auf bri­tische Interessen im Osten und in der Heimat während der Fortführung der Verhandlunge« gefordert- Wenn diese Schwierigkeiten beseitigt seien, dann würden die Verhandlungen über die Handelsbeziehungen von den Vertretern allst? Regierungen geführt werden. Vertreter der fratu zösischen und italienischen Regierung seien an­wesend und bereit, sich an der Fortführung der Verhandlungen zu beteiligen. Lloyd George bo- stritt mit Nachdruck, daß ihm irgend etwas davon: bekannt sei, daß in Frankreich über die Ver­handlungen Beunruhigung herrsche.

WB. Amsterdam, 4. Juni. DieTime-* schreibt zu der gestrigen Erklärung Lloyd Geor­ges: Die Maske ist endlich gefallen. Das englische Kabinett, aber nicht der Oberste Rat der Alliier­ten, gesteht ein, daß es sich in direkten politischen Verhandlungen mit der Sowjelwgierung be­findet. Wir wundern uns nicht. Im Januar und Februar war die Trumpffarte Lloyd Georges vor dem Obersten Rat der Vertreter der nicht- politischen kooperativen Bewegung in Rußland. An dessen Stelle hat Lenin jetzt Krassin und andere gute Marxisten gesetzt. Unsere Regierung ist genau so bereit mit der einen wie der anderen Schule zu verhandeln. Wird die ftanzösische Re­gierung und das ftanzösische Volk^uns die gleiche Großzügiakeit zeigen? Am Schlüsse des Artikels wendet sich dieLimes^ der Semerfung Lloyd Georges zu, wonach ihm nichts von ben franzö­sischen Besorgnissen bekannt sei und lädt ihn ein, die Aeußerungen französischec Staatsmänner in ber. Presse und in der Freitagssitzung der fran­zösischen Kammer recht sorgfältig durchzulesen und zu überlegen, welchen Eindruck die Extratour mit dem Sowjetismus in Frankreich hervorrufen dürfte.Daily Chronicle" schreibt: Die englische Auffassung ist, daß der Güteraustausch nicht nur beiden Teilen für den Augenblick förderlich sein soll, sondern auch der Gütererzeugung in der Zukunft zugute kommen muß. Mese Ergebnisse werden aber vielleicht nicht so schnell zu erreichen sein. Die englischen Minister und der Wirtschafts­rat müssen noch die Sicherheiten haben, das Krassins Darlegungen die nötigen Grundlagen besitzen. Es wird vielleicht nötig sein, auf wich­tigen Plätzen wie Odessa, Riga und Reval Unter­suchungen vorzunehmen, um festzultellen, ob Vor­räte vorhanden und wie groß sie sind.

1113. Amsterdam, 4. Juni LautDaily News' erklärte Krassin bei der Besprechung mit Lloyd George, daß sich für Verhandlungen die folgen­den drei Möglichkeiten ergaben: Die Wiederauf­nahme des Handels bei gleichzeitiger Fortsetzung des .Krieges, die Wiederaufnahme des Handels bei gleichzeitigem Friedensschluß, endlich der Aufschub der Frage der Handelsbezehungen bis $irr Wiederherstellung des Friedens. Die letzt« Möglichkeit bezeichnet dieDaily News" als das am wenigsten Wünschenswerte und die erste als die wahrscheinlichste.

Jpu London, 4. Juni. Der englische Ver« tret er Wise hat bei den Verhandlungen mit Krassin erklärt, daß die Alliierten beschlossen haben, die Blockade Rußlands aufzuheben, wenn die Sowietregierung dagegen den freien Handel mit den Alliierten für ganz Rußland bewilligt- sZusammenlritl des Völkerbundrakes.

WB. London, 5. Juni. (Amtlich.) Auf Er­suchen der persischen Regierung wird der Völker- bundrat am 11. Juni in London zufammen- treten zur Prüfung der in Persien geschaffenen Lage.

Kurze Meldungen.

* LautAlgemeen Handelsblad" legte eine Abordnung des Eisenbabnerbundes Lloyd George den Standpunkt der Arbeiter gegenüber der Beförderung von Munition nach Irland dar.

* Der Mörder Earranzas, Herrero, wird sich in der nächsten Woche vor einem KnegK- gsricht zu verantworten haben. Er sitzt jetzt in Mexiko im Ge'ängnis, wo man letzter Tage versucht satte, ihn fliehen zu lassen. Seine Hel­fer wurden jedoch rechtzeitig entdsckt.

* Die Sitzung der ungarischen National­versammlung wurde nach einer Ansprache des Präsidenten Nakovszly über den Friedensver­trag zum Zeichen der Trauer aekchloffen.