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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- tmb Feiertags

Verlagsleituns: Ad. Snbetmüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeine« Teil Rich. du lisch; für totalen und provinzielle« Teil fomie Sport W. Moritz: für Anzeigen unD Reklamen A. Brodt. alle in danau a.M.

Rotationsdruckd.Waisenbausbuchbruckerei darum

Fernivrechanschlüsie Nr. 1237 und 1238

M. 129

Freitag den 4. Juni

1920

Das Neueste.

NeichSwehrminister Dr. Geßler empfing gestern sämtliche Reichswehr-Generale aus allen basischen Gauen zu einer gemeinsamen Aus-

Der allgemeine deutsche Dankbeamtenstrelk ist in letzter Stunde durch Verhandlungen vermie- ia worden,

Nach Friedrichshafen er Meldungen stößt die Meserung der Zeppelinlustschiffe an die Entente auf Schwierigkeiten, da die Arbeiter sich weigern, d« Ablieferung nachzukommen.

Der russische Politiker Hesse stellt die Sterb- Mit in Rußland auf 74,9 pro Tausend fest.

Der belgische Minister des Innern Renkin hat demissioniert.

Der tschecho-slowakischen Nattonalversamm- I tag wird demnächst ein Gesetzentwurf über eine 1nette Staatsanleihe vorgelogi werden.

Eine Zusammenkunft der Reichswehrführer.

Im Hinblick auf den Ernst der Zeit und die I augenblicklich bevorstehenden möglichen Aufgaben I versammelte der Reichswehrminister gestern I sämtliche Generale der Reichswehr aus I allen deutschen Gauen zu gemeinsamer gründlicher I Aursprach e über alle schwebenden I Frug en im Reichswehrministerium. Ausgehend ' M der großen Krankheit» die das deutsche I wtAgwa .Wirtschaftsleben E Zeit in«r«L- 1 Aachen müsse und die der Reichswehrminister I «Ö eine Krisis des Vertrauens bezeichnete, 6e= I knie Dr. Ge ß ler den versammelten Offizieren I menüber, daß der Kapp-Putsch wieder die I Frag« der Reichswehr in den Mittelpunkt aller I Erörterungen gestellt habe. Der Minister fuhr I dann fort: Unter den Nachwehen dieses Putsches I leidet Deutschland noch heute, denn seine Wic- I dingen gehen weit über das hinaus, was man I als das Schlimmste befürchten konnte. Mit dem I ^samten Volle hat auch die Reichswehr an den I Falzen jener Tage zu tragen. Bei der Ueber- I Nme des Amtes kam es für mich vor allem I darauf an, die Truppe aus dem Bürgerkrieg herauszuziehen, um die Möglichkeit zu gewinnen, wieder zu ordnen und ihren inneren Halt zu I stärken. Vor allem lag der Regierung daran, in I Zukunft von der gesamten Reichswehr den Schutz I d« Verfassung gewährleistet zu wissen. Innere Go- ichlossenheit und feste Fühlung zwischen Führern I Truppe war zu alledem Haupterfordernis. Die Führerftage, insbesondere die des Offizier- zeigte sich hier von ausschlaggebender Be­deutung. Es ist klar, daß gerade die innere Lage Offizierkorps seit Ausgang des Krieges jns- ^sondere auch durch die Ereignisse der Revolu- | "0n eine außerordentlich schwierige war. Ich stersönlich unterließ es bei keiner Gelegenheit zu betonen, daß auch die Gesamtheit des Volles hierfür Verständnis haben muß. Der größte Teil I A Offizierskorps ist in den Anschauungen der ssuheven Staatsform erzogen. Es unterliegt kei- Zweifel, daß es gerade charaktervollen Männern schwierig wird, sich ohne inneren Kampf itt neue Zeiten zu finden. Das muß hervorge- | ?°ben werden, e§ darf in dem Offizierskorps wie s^oflaupt in der Reichswehr keine Gesinnungs- ! schnüffelet geben, die politische Glaubensfreiheit alten, haben wir allen Anlaß. Beansprucht ?an sie für sich selbst, so muß man sie aber auch °en politisch Andersdenkenden zubilligen. Es nicht an, daß republikanisch gesinnte Offi-

1 von Kameraden irgendwie zurückgesetzt wer- °en. Eins freilich! Es kann niemand ein öffent- Amt bekleiden, der nicht bereit ist, unter Umständen seine dem Staate gegenüber da- urch übernommene Pflicht zu tun. Das müssen bnr insbesondere von jedem militärischen Führer klangen.

m D sehe meine Hauptaufgabe darin, eine ^Uohnung zwischen oft weit auseinander- n Anschauungen herbeizuführen, vor allem zu wirken, daß die Reichswehr nicht im Senen Volke als Fremdkörper empfunden wird. ^r Soldat braucht keine Vorrechte, soll aber urcht hinter den anderen zurückstehen brau- Wir müssen vom deutschen Volke eine ge- ^e Beurteilung der schwierigen Lage seiner Wehrmacht und Aufgaben, vor die sie immer und ..^r wieder gestellt wird, v«!langen, gleichzeitig ^e Angehörigen der Wehrmacht aber be- c^vl sein, auch ihrerseits den Weg zu ihren Mit- au suchen. Es kommt bar auf am jeden

Eindruck zu vermeiden, als ob die Truppe statt der Gesamtheit nur einzelnen Parteien zugehöre. Unser Werk der Versöhnung darf nicht durch un­nötige Zwischenfälle gestört werden. Wollen Sie bitte auf die jüngeren Kameraden einwirken, daß sie als Angehörige der Wehrmacht sich nach Kräf­ten bemühen, jene Vorfälle zu vermeiden, die lei­der noch zu häufig die Oeffentlichkeit beschäftigt haben und letzten Endes immer einen herben Mißklang hinterlassen. Der so sehr bedauerliche Fall Paasche wird, wie ich hoffe, erneut dazu bei- tragen, alle Angehörigen der Wehrmacht auf die strengste Jnnehaliung der gesetzlichen Schranken hinzuweisen.

Die endliche Stabilisierung unserer staatlichen Verhältnisse erscheint mir gerade auch im In­teresse der Reichswehr von besonderer Bedeutung. Immer und immer wieder ist mir bei Besuchen der Truppe am stärksten in Erscheinung getreten, das dort herrschende Gefühl wirtschaftlicher Un- ficherheit. Die Frage, was wird aus mir, wird mich die Regierung auf die Straße setzen, der ich in schwersten Tagen Dienste geleistet, bewegt jeden einzelnen. Wollen wir in der Wehrmacht zu ge­ordneten Verhältnissen gelangen, müssen wir dieser Unsicherheit ein Ende machen. Sie ist aber für den einzelnen nicht behoben, wenn wir nicht wissen, daß wir 200 000 Mann behalten werden. Darüber soll in Spa entschieden werden. Damit es zu den dortigen Verhandlungen überhaupt kommt, ist Hauptbedingung aber die Erhaltung der inneren Ruhe und Ordnung in Deutschland. Ich sprach gestern mit dem Reichskanzler, was ich den Herren antworten sollte, wenn an mich die Frage gestellt wird, was geschehe, wenn nach den Wahlen die neue Regierung nicht gleich zustande komme. Darauf wurde mir die Antwort, unter allen Umständen wird eine verfassungsmäßige Re­gierung gebildet werden. Außerdem hat nach der Lierfassuna die oberste Koirmandogewalt , über

Schon aus diesem Grunde können aus der F " age der Regierungsbildung kei­nerlei Schwierigkeiten für die Reichswehr entstehen. Wer sich gegen die Befehlsgewalt des Reichspräsidenten wendet, verstößt unter allen Umständen gegen die Ver­fassung. Wenn die Eigenschaften, welche die alte Armee groß gemacht haben, Pflichttreue und Ka­meradschaft, auch in der heutigen Wehrmacht er­halten bleiben, dann werden wir meiner Ueber­zeugung nach über alle Schwierigkeiten hinweg­kommen. Dazu erbitte ich Ihre Unterstützung. Mir selbst hat als Reichswehnninifter nie etwas an­deres vor Augen gestanden und wird auch künftig nicht stehen, als das Wohl der Reichswehr und der Marine und vor allem das Wohl unseres Va­terlandes, da« heute mehr denn je auf die Mit­arbeit eines jeden einzelnen von uns angewiesen ist. Der Reichspräsident benutzte die Besprechung, um auch seinerseits die Schwierigkeiten der gegen­wärtigen Lage Deutschlands zu kennzeichnen und darauf hinzuweisen, daß nur die zusammen- fassende Arbeit aller-Volkskräfte auf dem Boden der Verfassung und Gesetze zu einer besseren Zu­kunft führen können.

Als Vertreter der versammelten Generale hielt der Chef der Heeresleitung, General von Seeckt, folgende Ansprache:

Die obersten Führer der Reichswehr sind heute hier in Berlin versammelt, volle Einigkeit im Denken und Handeln, im Wollen und Voll­bringen zum Wohle des Ganzen zu erzielen. So begrüßen wir es dankbar, daß Sie, Herr Präsi­dent, in unserer Mitte erschienen sind, nachdem die Verfassung, die sich das deutsche Volk neu ge­geben hat, Sie an die Spitze der Wehrmacht stellt. Unser allen gewiesenes Ziel ist klar: es ist die Gesundung und Wiedererstarkung unseres Vater­landes, wozu uns Ordnung und Arbeit führen muß. Wir alle sind der festen Ueberzeugung, daß hierfür der Staat einer festen wobl disziplinierten Wehrmacht bedarf, in der selbst Ordnung und Arbeit gilt. Diese junge neue Wehrmacht herzu­stellen, ist unsere Zlufgabe. Manches ist erreicht, vieles bleibt noch zu tun. Wir bedürfen für unsere Arbeit des Vertrauens und des Verständnilles weiter Kreise des gesamten Volkes, als dessen Vertretung uns die Regieruna und an ihrer Spitze Sie, Herr Präsident, gelten. Wenn wir um dieses Vertrauen bitten, so geben wir dafür als Pfand die Versicherung unserer entschlossenen Treue zu der beschworenen Verpflichtung auf Gesetz und Verfassung. Auf dem Boden anderer uns in der Erinnerung heiliger Verbältnisse aus­gewachsen. durch die barte und noch böchste Schule des Soldaten, durch einen ehrenvoll durchfo-ck^ tenen Krieg hindurchge"angen, sind wir gewillt und bereit, dem neuen Heere die alte soldatische Schule einnrpflanzen, den Geist, der alle Staaten des Vaterlandes verbindet, Vaterlandsliebe, da­mit Volk und Heer wieder eins werden, den Geist -ex Disziplin und des Gehorsams, den Geist der

Treue, damit! das wieder gilt in Deutschland: Ein Mann, ein Wort!

Hierauf nahm der Reichspräsident das Wort. Nachdem er dem General v. Soeckt für seine Worte gedankt hatte, fuhr er fort:

Eine unbedingte verfassungstreue, gut dis­ziplinierte und von pflichtbewußten Offizieren geführte Truppe ist in Zeiten der Gärung und Entwickelung notwendiger denn je. Die Organi­sation dieses Heeres ist geschaffen; sie nun auch ganz zu erfüllen mit dem Geiste der Treue zur Verfassung und zum Volksganzen, dem Gefühl der Verantwortung für Recht und Gesetz und dem Gedanken selbstloser Hingabe für das Vater­land und dessen Zukunft ist eine Aufgabe, die in Ihren und der übrigen Führer Händen ruht.

Meine Herren! Ich habe volles Verständnis für die heutigen Schwierigkeiten für den Offizier- Mit dem Abbau des alten Heeres ver­schwindet sein Beruf, für den er eine Lebens­arbeit eingesetzt hat, und der kleine Teil der Offiziere, der im neuen Heere steht, kommt in der langen Ueergangszeit nicht aus wirtschaftlicher Unsicherheit heraus. Soweit als möglich haben wir dem mit Fürsorgemaßnahmen entgegenge­arbeitet. Ich erkenne auch dankbar an, was oft unter schwierigen Verhältnissen und Opfern die Reichswehr, Führer und Mannschaften, bisher für die Sicherheit und Erhaltung des Vaterlan­des geleistet haben. Die Erhaltung der Ruhe im Innern ist die erste Voraussetzung für die Wie­derbelebung und Erstarkung unseres Vaterlandes. Dieses Ziel, das uns allen gemein sein muß, er­reichen wir aber nur durch ruhige Entwicklung auf dem Boden der Verfassung. Nur so können wir Vaterland und Volk vor Not und Vernich­tung schützen. Tragen Sie, meine Herren Ge­nerale, diesen Geist der verantwortlichen pflicht­bewußten Arbeit im ganzen in Ihren Befchls- bereichen überall hin, pflegen und erhalten Sie ihn, Dann wird die fiau^r, WJ^P aller mitarbeitenden Volksschichten umschlossen, ein wichtiger Grundstein des Wiederaufbaues unseres Vaterlandes sein.

Der ReichsWehrmirrifter über die PMfchgeflchr.

Vor dieser Besprechung empfing Dr. Geßler, der von einer Reise aus Schlesien zurückgekehrt war, einen Mitarbeiter derVoss- Ztg", dem er über die Lage in Schlesien folgende Erklärung gab:

Meine Eindrücke aus Schlesien kann ich da­hin zusammenfassen, daß das Verhältnis zwi­schen Bevölkerung und dem Heere heute derartig ist, daß eine Putschgefahr im Augenblick nicht besteht. Wir haben eine tadellose Truppe zur Verfügung, die uns ebensosehr nach rechts wie nach links Schutz gewähren wird. Die Maßnahmen der Regierung sind dahin ge­troffen, daß wir keinerlei Ausweichen zugeben, sondern fest und beharrlich den Dingen ins Auge sehen. Die Loyalitätserklärung der Offiziere Groß-Berlins hat nach meinen Erkundungen ausgezeichnet gewirkt und in die Bevölkerung die erforderliche Beruhigung für den Wahltag ge­tragen. Die Kommandeure aus dem ganzen Reiche werden sich in Berlin ver­sammeln und hier im ReichSwehrministerium mit mir konferieren. Was die Wirtschaftslage des Heeres, besonders die Versorgung der aus- schechenden Soldaten und Offiziere betrifft, so bedarf diese Frage sorgsame Beachtung. Denn die schlechte Verpflegung, die ungenügende Be­kleidung, die Sorge um die Zukunft spielen eine Rolle, die keine Regierung außer acht lassen darf. Selbstverständlich muß aber die Regierung G e - horssam fordern und durchsetzen. Deshalb kann der Frontbund nicht geduldet werden. Was den Fall Rausch betrifft, so liegen die Gründe seines Rücktrittes in dem von Ihnen bereits ver­öffentlichten Brief. Die Broschüre und meine Stellungnahme zu ihr hat durch die gestrige Er­klärung bereits ihre Erledigung gefunden. Die angebliche Entfernung verfassungstreuer Ele­mente aus der Reichswehr, die von Herrn Rausch in seinem Briefe behauptet worden ist, entbehrt der Unterlagen, ebenso die Behauptung, daß die Zentralstellen machtlos den Vorgängen in der Provinz gegenüberstehen. Was endlich das zu enge Arbeitsgebiet des Staatssekretärs Stock be­trifft, so glaube ich, durch eine Erklärung Stocks selbst die erforderliche Erklärung geben zu können- Unrutreffend ist auch die Behauptung, daß in der Reichswehr derin den Händen vou Offizieren liegende, vom Krieg her berüchtigte vaterländische Unterricht" fortgesetzt werde. Der int Kriege eingcführtr vaterländische Unterricht wird in der Reichswehr nicht betrieben. Die Angabe des Briefschreibers bezieht sich vermut­lich auf die im Winter 1919/20 in einzelnen Wehrkreisen eingerichteten mehrwöchigen staats- bürgerlichvn Kurse. Durch diese Kurse sollten

die Teilnehmer (Unteroffiziere und Mannschaf­ten sowie auch jüngere Offiziere) einen Einblick in das StaatSleben und in volkswirtschaftlich« Fragen erhalten. Die Vortragenden, darunter zahlreiche Parteisekretäre, waren verpflichtet, sich jeder Pavieipolitik zu enthalten. Das Reichswehr Ministerium beabsichtigt, diese Kurse auch für dar künftige Reichsheer weiter auSzubauen. Zu diesem Zweck lollen im Anschluß an die Ende Junt tagende Reichsschulkonferenz unter Hinzuziehung von Fachleuten und Vertretern der Truppen Richtlinien über die Unterrichtsstoffe und Unten» richtsmethode sowie üb« die Wahl der Lehrer ausgearbeitet werden.

Die Sicherheitspolizei fest hinter d« Regierung."

In einer Sitzung der SichecheitspoNzA Preußens im Ministerium des Innern gab der Thef der Sicherheitspolizei Preußens, Pries, dorff, im Namen aller Führer dem Minister Seoering folgende Erklärung ab:

Die Sicherheitspolizei steht fest hinter der vom Volk eingesetzten verfassungsmäßigen Re­gierung, mögen von rechts oder links Angriffe gegen die Legierung erfolgen. Für die Sicher­heitspolizei ist der ruhende Pol in der Er­scheinungen Flucht der Reichspräsident. Wir müssen endlich zur Ruhe kommen, unser armes Vaterland kann sich nur erholen, wenn der Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens und öffentlichen Lebens ohne Störungen durch Putsch- versuche von rechts oder links erfolgen kann. Jeden Putsch wird die Sicherheitspolizei rücksichtslos unterdrücken und in» den kommenden Wochen beweisen, daß sie des Ver­trauens der Regierung würdig ist.

WK Stettin, 3. Juni. Das WehrkreiSkom- mando gibt folgendes bekannt:

Sämtliche TruMensührer der R eichswehrbrsi gäbe 2 in allen Garnisonen der Provinz Pom­mern und der Grenzmark Westpveußen-Posen haben erklärt, daß sie mit ihren Truppenteilen, vom ältesten Offizier bis zum jüngsten Mann, geschlossen auf dem Boden des Aufrufes ihres Militärbefehlshabers n. des Oberpräsidenten von 1. Juni stehen und gewillt sind, die Verfassung der verfassungsmäßigen Regierung gegen jeden Angriff von rechts oder links zu schützen.

Der Zusammentritt -es Reichstages.

wb. Berlin, 3. Juni. Wie wir erfahren, ist die Frage des Zusammentritts des Reichs­tages von folgenden Terminen der Reichstags­wahlordnung abhängig: 6. Juni: Wahltag. 9. Juni: Eingang der Ergebnisse der Wahl­bezirke beim ReichswahNeiter. 10. Juni: Sitzung der Kreiswahlausschüsse zur Ermittlung des Wahlergebnisses in den Wahlkreisen. 11. Juni: Eingang der Erststimmen der Wahlkreise bei den Verbandswahlleitern und beim Reichswahl­leiter. 12. Juni: Sitzungen der Verbands. ausschüsse zur Ermittlung der Zahl der aufgrund der Reststimmen noch auf die Kreiswahlvor. schlage entfallenden Abgeordneten; Mitteilung an die Kreiswahlleiter und Abgabe der Rest- stimmen an die Reichswahlleiter. 13. Juni: Sitzungen der Kreiswahlausschüsse zur Verteilung der Abgeordnetensitze auf die Kreiswahlvor- schläae; Erklärung der erforderlichen Anzahl von Abgeordneten als gewählt; Benachrichtigung der Gewählten; gleichzeitig Eingang der Rest­stimmen der Wahlkreisverbände beim Reichs- wahllsiter. 14. Juni: Sitzung des Reichswahl- ausschusses zur Feststellung der Zahl der auf dis Nsichswahlvorschläge fallenden Abgeordneten­sitze; Erklärung der entsprechenden Zahl von Abgeordneten als gewählt; Benachrichtigung der Gewählten. 15. Juni: Zustellung der Nachricht an die aufgrund der Reichsliste Ge­wählten über die Wahl. 22. Juni: Ablauf der Frist zur Erklärung über die Annahme der Wahl aufgmnd 'der Kreiswahlvorschläge. 23. Juni: Ablauf der Frist zur Erklärung übet die Annahme der Wahl aufgrund der Reichsliste.

Die Zusammenrufung des neuen Reichstags ist daher frühestens am 23. Juni möglich.

Die Grenze gegen Dünemark.

Heber die ansgczwnnyene Klausen - Linie in den« Vertragsentwurf, auf den Deutichland binnen 10 Tagen Antwort geben soll, bei fit c« in der Deutschen Allgem. Ztg.: Die vorgesehene Grenze verläuft ungefähr wie die Klausen'icbe Linie mit einigen Abweichungen zu ilnounüen Deutschlaud». Neu ist gegenüber dem Fi iedensvertrag, daß Dänemark nicht nur den deutschen Staatsbesir, sondern auch den provinziellen Besitz bei Provinz SckleSwig.Holüem und den Privatbksitz aller deutschen Mitglieder des sch eswig-dotsteinischcn Herzog- [ au"e8 erwerben soll. Alle Staus», Miet- und Pacht­verträge in B^zug auf Staats- oder Provinzgüter, nach dem Waffen still staub abgeschlossen, sollen null UW nichtig sein, wenn Dänemark »übt auftymet»