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Ei«rücknngsg eb ü b r: Die8gesv.KoloneIzeileod. beten Raum 1. Mk., die 4geiv. Zeile i. Reklame­teil 3. Mk.. 25°i»Teuerungszuschl. Offertgebühr 30 Pfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 12.90 Mk., monatl. 4.30 Mk.. für Postbezug vierteliährl. 12.90 Mark, monatl. 4.30 Mk. Die Nummer 20 Pfg.

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General-Anzsiger

AmMches Organ für Sisöl- Landkreis Lanan

Erich sink täglich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertags

flrTi26 Dienslag den 1. Juni

1926

Das Neueste.

Der deutsche Geschäftsträger in Rom v. Herff ßgW-rben.

Die Landtagswahl in Gotha hat eine Hnengung der Mehrheit der Linken gebracht.

Der Papst richtete an die ganze Welt eine Mens-Enzyklika.

Poincare fetzt seinen Kampf gegen eine Pauschalsumme fort.

Die Lage in Persteu wird für England toter kritischer.

Dom Weltmarkt.

veMslyen Mzeugm^e M twt*

Jpti, London, 30. Mai. In England hat die Milde Preisbewegung auf dem Lebensmittel- «akt alle AnstnerksamdLSt gefunden. Die Presse Mast der Frage lang« Besprechungen, aus taten jedoch keine bestimmte Antwort herdorgeht, ck lieft Bewegung vaa Dauer und Einfluß sein M. Die Spekulation glaubt man noch nicht ieseStigt zu haben. Der Korrespondent der Internationalen Preß Untern* hatte zu dieser frage eine Urrterredrrng mit dem Inhaber einer « größten englischen Jmporkhäuser der LebenS- urttelbcan-che. Dieser Sachverständige führt das Anken der Preise auf den amerikanischen und arglistigen Märkten einerseits auf die Tatsache zu­rück, daß sich noch bedeutende Vorräte h be« ProduktionSländern vor- Heben, die wegen Schiflsnot und GeMnapp- jM^WHer nicht zum Konsum angeboten wur- ks. Die internationale DallutaverfchteiMrog der Wen Wochen bot nun Anlaß, daß mehr Käu- ft auftraten, die lange Zeit vom Markte weg- geblitben waren, aber auch jetzt nur auf Kredit kaufen wollten. Die nahe bevorstcherrde Ernte Mden Verkäufern, die Ware« abzu- h^en und st> find in den lebten vier Wichen «ehr Kreditgeschäfte abgeschlossen worden als in den letzten drei Monaten. Die Waren sind schwimmend oder bereits auf den europäischen Märkten eingetroffsn. Me Vorräte in Europa M dadurch merklich größer geworden, so daß hier die Angebote stärker waren als die Nach- frage. Das war auch in Amerika der Fall, und so mußten die Preise vorläufig sinken. Während sich nun für Deutschland bitte Verhältnisse zum Einkauf gebessert haben, kommt sein Export in* solge der netten Entwicklung zum Stillstand, was dMauszufthen war, da die deutsch« In­dustrie sich in letzter Zeit zu schnell auf- surichlen suchte. Der Fehler war, daß sie M® größtenteils mit eigener Kraft zu erreichen Me. Hätte sto sich ausschließlich in der letzten auf das Tauschhandelssystem beschränkt, so vären die deutschen Waren ausschließlich für ^onde Rechnung hergestellt worden» wodurch 2® deutsche Rifcko gering geblieben wäre. Nun W bäte Waren natürlich zu teuer für den Welt- ®«ti, der in vielen Artikeln überladen ist, durch hohen Preise. Vorräte jetzt herzustellen in Fertigproduttion bedeutet immer eiln Risiko, für England. Man sieht deshalb auch fast ^schließlich Waren nur auf Bestellung erzeugt, welche Vorsicht auf lange Zeit anzuraten ist. Die Normalisierung des Weltmarktes ist mit so unvorhergesehenen Schwierigkeiten ver­pufft, daß Kaufmann und Industrieller sich Amseitig über die Produktion täglich verstän- sollten. Nicht außer Acht zu lassen ist ^uer- daß die internationale Konkurrenz mit ^oem Tage größer wird und zwar auch von ^fen, die früher nicht auf dem Weltmärkte er- Aunen oder nur in unbedeutendem Maße. Im England hätte zum Beispiel die Textilindustrie 'ioträte für Milliarden, für deren Absatz der 8unsti-ge Zeitpunkt nach dem Urteil von Fach- vorbei sein soll. Durch Einschränkung der i^oduktion will man nun erreichen, die Krise uozuwenden. Aehnlich ergeht «8 andern Jn- ouitrien, welche wichtige Verbrauchsartikel her-

Das einzigste Mittel ist, eine internatio- ^so Kontrolle auszuüben auf die Waren und >^te, um jede ungünstige Bewegung sofort zu kennen.

Gegen die Ansfuhrabgabe.

Eine Versammlung, die von der Handels- ^nwer für den bergischen Jndustriebezirk nach Mnwn einberufen und von etwa 250 Firmen Ausfuhrindustrie besucht war, nahm gegen >f Ausfuhrabgabe in folgender Entschließung ^Mung:

u »Eine umfassende Versammlung der an der !*Mr betet Lutten Statt ^ Ai^^

JudustrieLezirks fordert dringend die sofortige Aufhebung der Ausfuhrabgabe. Eine soziale Abgabe von dem Valutagewinn setzt solchen Ge­winn voraus. Da jedoch seit dem Auftauchen des Gedankens nicht nur die Selbstkosten infolge der erhöhten Löhne, Kohlenpreise und sonstigen Unkosten sehr erheblich gestiegen sind, sondern auch bitte Bewertung der Mark eine starke Besse­rung erfahren hat, kann von Valutagewinnen nicht mehr die Rede sein. In zahlreichen Ar­tikeln sind sogar die Weltmarktpreise längst er­reicht oder schon überschritten. Die Abgabe und die mit ihrer Erhebung unvermeidlich verbunde­nen Zeitverluste würden den harten Kampf der deutschen Industrie um ihre Weltgeltung er­schweren. Betrieb sein schränkun gen haben schon stattgefunden, weitere sind unvermeidlich, und so werden schwere Schädigungen der Arbeiter und Angestellten notwendigerweise die Folge sein. Die Aufhebung der Maßnahme ist im Interesse der gesamten deutschen Wirtschaft, im Interesse sowohl der Arbettgeber wie der Arbeitnehmer unbedingt erforderlich.*

Eine Enzyklika des Papstes.

Rom, 31. Mai. Der Papst richtete an das Episkopat der ganzen Welt eine Enzyklika über die christliche Versöhnung und den Frieden. Er ermähnt alle Kinder der Kirche des ganzen Erd­kreises, den ehemaligen Streit zu vergessen und an seine Stelle Eintracht und gegenseitige Liebe zu setzen. Der Papst fügt hinzu, daß er allen Feinden der katholischen Kirche verzeiht und keine Gelegenheit außer Acht lassen wolle, Gutes zu erweisen. Er schließt mit dem Wunsche, daß alle Christen, würdig dieses Namens, auch denen gegenüber so handeln möchten, die sie im Laufe des Krieges beleidigten.

des Papstes ermähnt rotester die katholische Presse, sich jeder Unduldsamkeit zu entfalten und alles das zu vermeiden, was gegen die Gesetze des Christentums verstößt. Wir wollen, daß bei allen Völkern, die während des Krieges sich feindlich gegenüberstanden, jeder Zwiespalt ver­schwinden, daß aber die Gerechtigkeit zu ihrem Rechte kommen muß. Die freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen den Völkern müssen wieder ausgenommen werden. Eine allgemeine Völker- versöhnung ist i!n die Wege geleitet. Der heilige Stuhl hat während des Krieges immer wieder die brüderliche Versöhnung der Völker gepredigt. Diese Grundsätze werden jetzt noch lauter von der Kirche betont. Die Haltung des heiligen Stuhles ist nicht so aufzufafsen, als ob dieser aus seine geheiligten Rechte verzichte, im Gegen­teil, wir haben schon unter unserem Vorgänger betont, daß es eine heilige Pflicht ist, die Würde und die Rechte des apostolüschen Stuhls zu ver­teidigen. Deshalb verlangen wir dringend, daß Friede gemacht wird, damit auch ie abnormale Lage des Kitchenfirrsten ein Ende hat. Die Kirche ist das wirksamste Mttel, um die Brüder­lichkeit wieder herzustellen unter den Menschen. Wir wnden uns daher an alle Menschen und Völker der Erde, die mit gutem Herzen dem katholischen Glauben und der SHrdie Christi an- gehären, und fordern sie aus- wieder, Menschen zu werden.

General ReLnharöl über Pntschvorberettungen.

In einer Ansprache über Putschvorbereitun­gen, die General Reinhardt mit einem Mit­arbeiter desBerliner Tageblatts^ hatte, kam er zu der Feststellung, daß genügend ver­fassungstreu« Truppen zur Abwehr b erei t s eien. Der General sagte: Wenn jetzt irgendwo, beispielswesse in Westfalen Truppen­teile aufgelöst werden, so zerstreuen sich selbst­verständlich die zur Auflösung kommenden Mannschaften und reisen zuweilen in klemen Trupps auch nach Ostpreußen und ahmrchen Puntten. Das erweckt den Anschein von be­stimmten Mannschaftsbewegungen, die an sich aber gar nichts gefahrvolles zu bedeuten haben. Wenn anderswo Putschanschläge vorberertet werden, so haben die örtlich zuständigen Rmchs- wehrkommandos darauf zu achten. Die Brigade Döberitz hat -srit der Bekämpfung von Putsch­vorbereitungen nichts zu tun. Sie steht als unmittelbare Reftrve dem Reichswehrmunster zur Verfügung und hat dott aufzutreten, wo sich Widerstand gegen die Staatsgewalt geigt, um Verfassungsbrüche zu vereiteln.

Die achte Forderung der Gewerkschaften.

Die an dem März-Generalstreik beteiligten Organisationen traten gestern zu einer Beratung einen, in welcher die Ueberzeugung zum cuck kam, daß durch die gegenwärtige Situation die ungesäumte Erfüllung der achten Lorderuna. tAuMma der rouLenroolutiomireu

Truppenteile und ihre Ersetzung durch republi­kanische zuverlässige, inbesondere aus der orga- nisietten Arbeitnehmerschaft zu bildende Forma­tionen) verlangt werden muß.

Die Golhaer Landlagswahr.

Die Mehrheit der Linken gesprengt.

Bei den vorgestrigen Wahlen zum Gothaer Landtag erhielten die Unabhängigen 37 899, der Bauernbund 21412, die Deutsche Volkspartei 12686, die Deutsch-Nationalen 4117, die Demokraten 7675, die Mehrheitssozialisten 3925 Stimmen. Es erhalten: die Unabhängigen 9, der Bauernbund 5, die Deutsche Volkspartei 3, die Deutsch-Nationalen 1, die Demokraten 1 Sitz. Leer gehen die Mehrheitssozialisten aus. Die deutsche Volkspatter hat ihre Sttmmenzahl verdoppelt, während die Deutschnationalen zu Gunsten des Bauernbundes die Hälfte der Stimmen verloren. Die bisherige Mehrheit der unabhängigen Sozialdemokratte ist damit gesprengt.

Die Herrtsch-franzssischen LZKKKelsLeziehttngen.

Ipn. Paris, 1. Juni. Ueber die deutsch­französischen Handelsbesprechungen verlautet in amtlichen Kreisen, daß die Deutschen sich nicht an die Abmachungen binden wollen, den Ver- sailler Vertrag bei diesen Besprechungen nicht in die Debatten zu ziehen. Sie sollen erklätt haben, daß Hies kaum möglich sei, weil alle neuen Verpflichtungen, die Deutschland aus dem Handels- und Industriegebiet eingeht, mit diesem Vertrag und dessen Forderungen eng in Ver­bindung stehen, da es von dem Vettrag ab- hängt, ob Deutschland in der Lage ist, neue Verpflichtungen freiwillig auf sich zu nehmen. ;M^-fWd^ von den deutschen Sachverständigen über die Leistungen der deutschen Jndufttte auf der Grundlage des Vertrages orientiert zu werden. Deshalb sollen weitere Sachverständige aus Deutschland nach Paris kommen. ,

Der deutsche GeschaftstrÄger in Rom -h

WB. Rom, 31. Mai. (Stefani.) Der deutsche Geschäftsträger in Rom, v. Herfs, ist Sonntag abend gestorben.

Sya.

WB. Mailand, 31. Matt DerSecolo* be­richtet, daß die affilierten Regierungen nunmehr dahin über eingekommen seien, den Tag der Kon­ferenz von Spa nicht zu verschieben. Sie wird also endgültig am 21. Juni stattfirrden.

WB. Rom, 31. Mai. Nach demMessagero" sollen die Verhandlungen der am 21. Juni in Spa beginnenden Konferenz eine Woche dauern.

Pomeares KaMps gegen die PguschatsuMme.

Poincars setzt in der Revue des deux Mondes, die gestern erschienen ist, seinen Kampf gegen die Fest­setzung einer Pauschalsumme uns gegen Spa fort. Er ist der Ansicht, man habe dem Vertrag von Versailles durch das Nachgeben in der Nusliefcrungsfrage und durch die Hinausschiebung der Entwaffnungssrist einen Stoß versetzt. Die Festsetzung der deutschen Schuld brariche in keiner Weise die Mobilisierung von Ab­zahlungen aufzubalten. Das beweise das Protokoll vom 28. Juni 1919. Es sei aber heute verfallen, da die deutsche Regierung innerhalb der gewährten Frist die vorgeschriebenen Vorschläge nicht gemacht babe. Er bkribt dabei, daß der WiedergutmachungsauSschust seinen Zweck verloren habe, wenn man eine Pauschal­summe festsetze. Der Minimalbetrag laufe Gemhr, zum Forfait zu werden, und dabei glaubten Ueber* menschen, sie könnten dagegen etwas machen. Die Zahlungsfäbigkeit Deutschlands sei heute am niedrigsten. Sie könne aber morgen stärker werden. Sie^ hätte die Wiedergutmachungskommission verfolgen müssen von Jahr zu Jahr. Der Präsident vertritt die Meinung, die Konferenz von Spa könne einer der gefährlichsten Abenteuer werden.

Eine Neuorienkisrung

der EsttentemiichSe?

Ipn. Rom, 1. Juni. Im Hinblick auf die neuen Verhandlungen zwischen den Entente-Mächten, um zur Uebereinstimmung in wichtigen, den Friedensvertrag betreffenden Fragen zu gelangen, hält man eS in italienischen diplomatischen Kreisen für ausgeschlossen, daß die Entente noch eine Lebenskraft besitzt. Der militärische Grund für Englands Ententepolitik bestehe nicht mehr. Damit gingen bei England auch alle übrigen Interessen verloren, weil Frankreich eben kein Land sei, mit dem große Geschäfte zu machen sind. Frankreich brauche England auch, wenn es nicht fein ausgesprochener Freund sei. Es wird nicht erwartet, daß' sich das lose Verhältnis in der Entente, wenn diese überhaupt bestehen bleibe, jemals wieder bessern werde. Von vielen Franzosen würde das schon lange eingeschen und darauf gedrängt, daß Frankreich sich mue Verbündete iuehe- ä denen auch Atollen und

Deutschland gehören müßten, ober wenigsten« Wirt schaftlich gebunden wären. Ob sich aber in Frankreich jemals eine Mehrheit für diese Politik finden wird,if fast ausgeschlossen.

Die Lage in Jtaliem

Eine neue Krisis?

Jpu. Rom, 1. Juni. Die Ereignisse der letztes Tage haben in Stellten die Sozialisten sehr gegen die Regierung verstimmt, sodaß noch weite« Shmbgebnagen ernster Art zu erwarten find. Ji parlamentarischen Kreisen, welche die Reyiernntz stützen, befürchtet man schon, daß sich das Kw btnett kaum halten witd, wenn die Sozialisteo ihm ihre Feindschaft ankündigen. Die Gefahr groß, daß dies sehr bald geschehen wird. Damit stände die Regierung vor der Wahl, noch weiter nach links zu rücken, was man für unmöglich hält, oder ein Sabines mit halber Diktatur z« bilden, das man Giotttti und efiittigen Milttao, personea zutraut, die sich auf eine bürgerlich« Minderheit zwar stützen und das polltttche De­fizit durch Diktatur aus gleichen müssen. Dadurch soll Ruhe und scheinbare Ordnung eingeführt werden, bis sich die Lage von selbst ändern wird, Mt den wirtschaftlichen ZustLuben hat das Land noch lange zu kämpfen und nach dem Urteil gemäßigter Kreise hängt alles davon ab, wie sich Italiens auswärtige Politik gestattet, deren Klärung dringend erforderlich ist. Italien muß auf fremde Hilfe und Unterstützung rechnen können, die es weder von Frankreich noch Amerika und England unter den jetzigen Umständen er­warten kann. Deshalb drängt man geradezu darauf, die politische Stellung der Regierung nach außen hin zunächst neu aufzubauen, wo­durch die Industrie sich entwickeln kann und die VollseMährung sicher gestellt wird.

Der ruMchS EinM m Werften.

Gegen den englischen Imperialismus.

Ipn. Konstantinopel, 1. Juni. Der englische drahtlose Dienst aus Perfien verbreitet folgende Mitteilung über den weiteren Verlauf des bolschewistischen Einfalls in Persien. Teheran wird von allen ausländischen Vettretern ver­lassen. Die englischen Truppen bleiben, bis die britische Gesandschaft, die erst in den letzten Jahren bedeutende Handelseinrichtungen an­gelegt hat, geräumt ist. Die persische Regierung hat sich nach Hamadan begeben, wohin auch der Schah gereist ist, der sich erst von Bushir nach Jspahan begeben wollte, aber durch eine an­rückende türkische Truppsmnacht, die Täbris zu ihrem Ziel hat, verhindett wurde. Die Russen rechnen bestimmt mit einem allgemeinen Aufstand in Persien, Afghanistan und Belutschistan, wie die Propaganda in diesen Ländern beweist. Dazu werden Ausstände in Indien erwartet. Man will die englischen Truppenkontigente zerstören. Keineswegs haben die Russen vor, sich selbst einen Weg durch Persien nach Indien zu bahnen, denn es stehen ihnen dafür weder die erforderlichon Soldaten noch die TranZporttolonnen und Materialien zur Verfügung. Die Arbett in den genannten Län­dern soll eben von den Aufftändifchen selbst ver­richtet wüten. In Resht begannen sofort reli­giöse Aufklärungen, in denen der§ eilige Stieg* gegen England verkündet wurde, Englische Fahnen wurden dabei verbrannt und den Teilnehmern der Schwm abgenommen, daß sie alles bereitstellen, um die englische H e r r s ch a f t i m O r i e n 1 z u v e r n i ch t e n. Diese Wnnderprediger, der Zahl sehr groß ist. und die stch aus Türken, Jndicr, Aegypter usw. zusammensetzen, haben bereits mit der Bildung von Karawannen begonnen, die sich 4ns Innere des Landes begeben sollen. Schon jetzt zeigt sich, daß Äre Organisation nicht ausschließlich ru' -i ist. Ste hat den gemeinsamen Zweck, den Auf­stand bis nach Indien übergreifen zu lassen. Diese Bewegung hat die Unterstützung von zahlreichen Seiten erhalten, die an der Ausscheidung des englischen Imperialismus im Orient interessiert sind. Die persische Regierung hat den englischen Gesandten ersucht, die Hilfe Englands auf Grund des persisch-enzlischen Vertrages zu for­dern. Der englische Militärkoinmandeur in Kon- siantinopel erwartet M größeres britisches Ge­schwader mit Marinetruppen- die alle Land- ttuppen in der Türkei ersetzen sollen, da« die letz­teren nach Persien beordert sind. Ferner sind Verhandlungen zwischen England, Griechenland und Frankreich im Gange, um die Besatzung in der Türkei zu verstärken, weil man hier das Abenteuer in Persien für eine Ableitung hält und die eigentlichen Vorgänge in der Türkei und Aegypten erwartet werden. In Bagdad befinden sich bereits 56 000 britische Soldaten, die aus Palästina und Aegypten dort zusammengezogen wurden, um nach dem Kaukasus und der vev>