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G«rsl-AKzeig W AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Sonn«

Erschein! täglich mit Ausnahme bei Sonn- und Feiertags

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Verlagsleitung: Ad. Jndermühle. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. Hu l tsch -für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a.M. Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Samm Fernsvrechanschlüffe Nr. 1237 und 1238

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«. 125

Montag den 31. Mai

1920

Das Aeueste.

Die Kommandeure der Garnison Groß-Berlin er- Nrw hinter der Verfassung zu stehen und diese evcntl. Bit Waffen zu schützen.

Die WedergutmachungSkommission hat beschloßen, in Berlin eine Vertretung einzurichten.

Z« Beuth«« wurde ein amerikanischer StaatS- angehöriger, der in Oberschlesien Vorträge über tenta hielt, von der ftanzösischen Wache durch einen Schuß getötet.

Zu SchönSerg-Berlin wurde von Unabhängigen ane deutsch-nationale Versammlung gesprengt.

Nur Verordnung bei Reichspräsidenten sieht strenge Maßnahme gegen Disziplinlosigkeiten der Freikorps vor.

I Das Ende I der alliierten Politik.

I In der Press« aller Schattierungen der Ver- I bandsmächte kommt der innere Bruch der frühe- I rm Beziehungen in letzter Zeit immer deut- | sicher zum Vorschein. Interessanter ist jedoch, wie I i« Diplomaten selbst darüber denken. Ein fran- I Lisch er Diplomat erklärte dem römischen Kor- I ttspondenten derInternational Preß Union" I darüber folgendes: Zwischen den Alliierten und I auch innerhalb der Entente, dies kommt täglich I »chr zur Erkenntnis, sind die Beziehungen, wie I sie während des Krieges bestanden, aufgelöst. An I ihre Stelle sind fortwährende Meinungsvecschie- I denheiten, Uneinigkeit, Argwohn und Mißtrauen I getreten. Das Verhältnis zwischen England und I Amerika ist bekanntlich sehr gespannt und un- V sterblich weil Wilson und auch die Mehrheit i er Amerikaner offenbekennen, oaß Eugrano I bei der Friedenskonferenz eine Rolle gespielt hat, I dsi ausschließlich darauf gerichtet war, den I Löwenanteil der Beute zu schlucken. Man denke I mn an die zahllosen Versprechungen, die den I kleinen Staaten gemacht wurden, woraus be- I kenntlich nichts geworden ist. In England spricht man seit Monaten von dem kommenden Krieg I zwischen Großbritannien und Amerika. Heute mögen das politische Phrasen sein, aber es ist kennzeichnend für die Stimmung unter den bei­den größten und stärksten Mächten der Welt, an I deren Politik die Abrüstung allein gescheitert ist. | Das Mißtrauen besteht hauptsächlich auf Han- ! deLgebiet, well jeder der beiden Staaten nur ausführen, aber nichts oder nur meng einführen möchte. Außerdem kämpfen beide um das W e l t- Handelsmonopol. Frankreich befindet sich in einer noch ungünstigeren Rolle gegenüber Amerika. Wirtschaftlich kann es natürlich nicht Wen Amerika konkurrieren und die Ursachen der Mißstimmung liegen ausschließlich aus poli­tischem Gebiete. In Amerika wird Frankreich str bie Fehler verantwortlich gemacht, die Eng- mnd während der Friedenskonferenz beging und die Frankreich unter der Clemenceau-Führung mit gutheißen mußte. Wir kämpfen um unsere ^listenz, um die sich die Verbündeten nicht küm­mern wollen. Dabei sind alle Mttel angewandt Morden, auch solche, durch die die ftanzösische Po- utik noch mchr in Verruf kam. Unsere. Fehler werden in der ganzen Welt so auffallend be­merkt, weil Paris seit Beginn des Krieges das Weltzentrum für die Politik geworden war, das mit Clemenceaus Rücktritt nach London ubecfiedelte. Die letzten Tage haben dafür den gütlichen Beweis gebracht, da die englischen Staatsmänner keine Zeit mehr zu haben scheinen Mr Verhandlungen in Paris. Wilson hat die französische Politik allzu deutlich genommen und vor einiger Zeit in sehr scharfer Weise ver- urteilt, weshalb die französische Presse leider darauf dazu beitrug, Amerika uns noch mehr zu ^tsremden. Heute sprechen die meisten Ameri- kaner gegenüber Frankreich sich ebenso unfreund- N aus wie gegenüber England. Die politischen Anhänger Wilsons Pflichten auch seiner un- veundlichen Politik gegen Italien bei, obwohl Italiens Schwierigkeiten um die Adriafrage M bekanntlich derart sind, daß wirklich keine Regierung sich zurzeit auf Wilsons Standpunkt Men darf. Für Italien fällt aber die Haltung Amerikas weit schwerer ins Gewicht, weil es zu wirtschaftlich schwächeren Ländern gehört, me von Amerikas Ausfichr und Kredit in erheb- Achem Maße abhängen. Von seinen bisherigen Freunden kann es ebenso wie Frankreich keine Hufe erwarten. Zu der Einsicht ist man in Rom in Paris gekommen. Als nun Frankreichs eolitik während der letzten Monate bei jeder Fittigen Frage gegenüber England zugeben mußte, ivar es erklärlich, daß in der Presse nach en Ursachen gesucht wurde und dabei auch die äußerst günstige wirtschaftliche Stellung Gna­

lands wie dessen Errungenschaften aus dem Frie­den unter die Lupe genommen wurde. Die Po­lemik der ftanzösischen Presse gegenüber England ist ja bekannt. Damit gilt aber auch d ie Entente als abgetan. Man weiß wirk­lich keine ausschlaggebende Frage heute zu ent­decken, die von Frankreich an England gestellt tu erben könnte, um dessen Verhältnis zu Frank­reich genau zu konstatieren. Die Vectrauensftage läßt sich in diesem Falle nicht stellen- Von er­fahrenen Pölitikern'ist schon während des Krie­ges auf diese kommenden Dinge hingewiesen wor­den, aber Frankreich hielt den Umschwung nicht für möglich. Nun stehen- wir vor der Tatsache, daß EnglandsWeliMachtstellung sich noch nrehr ausbreitet, als vor dem Kriege, weil sein gefährlichster Feind ausgeschaltet ist und der neue bei der- weiten Entfernung viel leichter bekämpft werden kann, zumal sich dessen Welt- stellung auch erst aufbauen soll. Bei diesem Ringen tritt ganz E u r o p a nur als Z u - schauer auf. Für Frankreichs. äußere Politik traten andere Argumente in die Erscheinung. Von einem Teil unseres Volkes wurde die Auf­nahme der Beziehungen mit dem Vatikan erfor­derlich gehalten, w-as in gewisser Hinsicht auch Vorteile für die ftanzösische Politik bieten kann. Der Vatikan hat ein gleiches Interesse wie Frank­reich an einer Erstarkung Polens, dessen Macht von Riga bis Odessa mit Einschluß der Ukraine, erwünscht wird. Die Politik findet natürlich zahl­reiche Gegner einerseits auf dem Balkan, und andererseits in Rußland. Oesterreich, Ungarn, Ukraine, Polen und Griechenland unterstützen den Vatikan in seinem Streben. Tschecho-Slowakei, Serbien, Bulgarien und in geringem Maße auch Italien stehen dieser Politik ungünstig gegenüber. Deutschlands Stellung M bekannt. Obwohl es 4MSMMK Politik aus nationalen Gründen und sieht in Rußland einen stillen Verbündeten, der unfrei­willig dieselbe Politik wie Deutschland verfolgen muß. In Frankreich hat daher die Verbindung mit dem Vatikan weite Krei-se enttäuscht- Der Widerstand ist stärker als in der Oeffentlichkeit zum Ausdruck kommt, sodaß schon vielfach behaup­tet wird, das neue Verhältnis werde- nicht von langer Dauer sein. Wie dem auch sei, jedenfalls gibt es zucZeitkrinenStaattnEüropa, in dem eine starke Mehrheit re- gierenkann. Heb er als sehen wir die Uneinig­keit in der äußeren Politik, obwohl sie wegen der inneren Streitigkeiten in einigen Staaten, wo­runter auch Deutschland, noch nicht so in die Erscheinung tritt. Das Verhältnis Frankreichs zu Italien ist freundschaftlich zu nennen, weil beide Staaten in Zukunft in mancher Weise auf­einander angewiesen sind. Wir haben daher ein großes Interesse daran, wie sich Italiens äußere Politik in Zukunft entwickeln wird. Daß sie deutschfteundlich wird, was sie zum Teil schon ist, war zu erwarten infolge dtr inneren Entwick­lung. Auch in Frankreich, besonders im Handel, wächst diese Erkennung zusehends. Der fran­zösische Handel ist diesen Mngen gegen­über nicht blind und es werden starke An­strengungen gemacht, um die Regierung zu über»- zeugen, die FeindschaftDeutschlands, die wirklich besteht, zu Überdrücken^ Von der Möglichkeit wird es abhängen, ob die zukünftige Politik auf dem Kontinent von Deutschland- Rußland ober von einem anderen Block bestimmt wird. Die Klärung wäre im Interesse aller Län­der des Kontinents sehr bald erwünscht.

Eine Erklärung der

Berliner Kommandeure.

WB. Berlin, 30. Mai. Das Reichswehr- ministerium teilt mit: Aus Anlaß der zahl­reichen Putschgerüchte erschienen heute die Kommandeure der Garnisonen Groh-Berlins beim Reichswehrminister und legten ihm folgende Erklärung vor:

Wir versammelten Kommandeure der Garnisonen Eroß-Berlins geben hiermit dem Reichswehrminister die feierliche Erklärung ab, daß wir und die uns unterstellten Truppen­teile bedingungslos hinter der verfassungs­mäßigen Regierung stehen und mit unseren Truppen bereit find, die Verfassung gegen jeden gewaltsamen Umsturz, von rechts oder links, wenn es sein muß auch mit Waffen zu schützen. Wir bitten diese Erklärung auch dem Reichspräsidenten zu unterbreiten."

Der Reichswehrminister erwiderte: Mit Befriedigung nehme ich die feierliche Erklärung Ihrer Loyalität entgegen. Sie gibt mir die Gewißheit, daß wir den nächsten Wochen mit unbedingter Ruhe und Zuversicht entgegen« sehen können. Ich danke Ihnen. Uebermitteln Sie bitte allen Ihren Offizieren. Unter­

affinieren und Mannschaften meine kamerad­schaftlichen Grüße. Ich vertraue Ihnen, baue aus ihr Manneswort und danke Ihnen von gangem Herzen. Ich werde heute noch dem Reichspräsidenten Meldung erstatten.

Der Reichspräsident hat die Erklärung mit Dank und Befriedigung entgegengenommen.

Auch von der Bevölkerung dürfte diese Erklärung allgemein begrüßt werden, geigt sie doch, daß wir eine die Verfassung schützend-' Truppe haben. An uns, die wir den deutschen Venassnngsstaat in Gerechtigkeit und Freiheit wollen. liegt es nun, uns nicht von be- -ablten Agenten zu Unvorsichtigkeiten hinreißen zu lassen. Wir alle wollen eine einzige, weder von rechts noch von links undurchbrechbare Front bilden, wenn etwa von einer Seite aus der Versuch gemacht werden sollte, das deutsche Volk zu vergewaltigen, es um sein Selbstbestimmungsrecht und seine Freiheit zu betrügen !

Zur AuftZsung Äsr Freikorps.

Eine Verordnung des Reichspräsidenten.

WB. Berlin, 30. Mai. In der letzten Zeit machten sich Bestrebungen bemerkbar, die Entlassenen oder zur Entlassung bestimmten A n g e h ö r i g e n d e r Freikorps oder ähnlicher Formationen zusammen- zuschließen, um der A u f l ö s u n g W i d e r st a n d zu leisten oder aufgelöste Verbände wieder zu ver­einigen. Um diesen Vorgängen, die nicht nur die Aus­führung'der von Deutschland im Friedensvertrag über­nommenen Verpflichtungen gefährden, sondern auch zur Beunruhigung der Bevölkerung führen, tatkräftig be­gegnen zu können, ordnete der Reichspräsident auf Grund des Artikels 48 Absatz 2' der Reichsverfassung in dieser Verordnung vom 30. Mai besondere Maßnahmen an. Dadurch wird jede Aufforder­ung an frühere oder derzeitige Angehörige der Frei­korps zu vereintem Ungehorsam oder gewalt­samem W i d e r st a n d gegen die Anordnungen der zuständigen Dienststellen,insbesondere gegen die Anord­nungen über die Auflösung, Verringerung,Umgliederung

bei Vorliegen mildernder Umstände mit Gefängnis be­straft. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, der es unternimmt, ohne Genehmigung der zuständigen Stelle Personen zu Verbänden militärischer oder polizeilicher Art zusammenzuschließen, oder wer an solchen Ver­bänden teilnimmt. Der Reichswehrminister, ist ermäch­tigt, zur Aburteilung solcher Straftaten nach Bedarf außerordentliche Gerichte einzusetzen.

Wie uns von unterrichteter Stelle mitgeteilt wird, sind sämtliche Verbände, die-früher Freikorps ange- hörten, als solche nicht mehr vorhanden, eine Anzahl dieser bisherigen Verbände sind in die Reichswehr über­nommen worden und werden, da sie neben der Regimentsnummer auch die frühere Freikorpsbezeich­nung tragen, irrtümlicherweise von der Oeffentlichkeit als Freikorps angesehen.

Die Marinebrigaden Ehrhardt und Löwenfeldt werden nach Ansicht des Rcichsw'ehrministeriums bis zum 31. Mai, spätestens bis zum 10. Juni beendet sein.

Zur Wie-erguilmschungs-ebatte in der französischen Kammer.

WB. Paris, 29. Mai. Zu der gestrigen Kann merfttzung äußertPetit Parisien", das Wesent­liche sei, daß alle Redner Millerand ihr Ver­trauen ausgedrückt hätten und seine grundlegende Erklärung, daß Deutschland die vollständige Wie­dergutmachung der Schäden an Gütern und Men­schen obliege, gebilligt hätten. Nachdem dieser Grundsatz angenommen sei, handele es sich nur noch um die Art der Durchführung.Echo de Paris" meint, jetzt handele es sich darum, den Vertrag, der keine Ausführungsmaßnahmen Por­sche, ausführbar zu machen. Wolle man zu einem selbständigen Vorgehen schreiten? Millerand habe das im April versucht und es sei nicht gesagt, daß er es nicht noch einmal versuchen müsse; aber man solle sich in acht nehmen. Durch dieses Spiel laufe man Gefahr, wie 1840 in Europa isoliert zu werden, mit der Erschwerung, daß an­gesichts des niedrigen Standes des Franken Frankreich mit Deutschland und Rußland zu den Isolierten des Weltalls zählen werde.Figaro" ist der Ansicht, Mille-rand versuche in die wirkliche Schuldonerkennung umzuivandeln, was nur Ver­sprechung sei. Er wolle sofort realisierbare Werte schaffen, die Frankreich ohne Verzug auf dem Weltmarkt diskontieren könne. Aber auf diesen Wechsel Deutschlands sei das Giro der Alliierten nötig. Das schienen die Gegner Millerands zu bergeffen. In derHumanite" sagt Marcel Cachin, nur drei Mittel könnten Frankreich aus den Schwierigkeiten herausführen, erstens, daß die Alliierten Frankreich auf die ersten deutschen Zahlungen die Priorität zuerkennen würden, zweitens, daß sie die Bons diskontieren, die man erhalten würde und drittens, daß die inter­nationale Anleihe die französischen Finanzen ver- besiere.Journal du Peuple" erklärt, die- Fest­setzung eines Pauschhetrages für die Kriegsent­schädigungen habe den Vorzug, das Konto abzu- schließen. Das offene Konto erhalte, wenn nicht

den Kriegszustand, so doch den Zustand des Haffes aufrecht.Action Foanccrise". meint, Millerand habe sich seinerzeit zur lückenlosen Ausführung bekannt. Als er aber sein Programm habe erfüllen wollen, habe er die Unmöglichkit eingesehen. Jeder andere an seiner StÄle hätt, den gleichen Weg gehen, müssen. Er habe zu wäh» l.en gehabt zwischen endlosem Warten auf Zah­lungen, die nicht erfolgten und die durch nichts garantiert seien, und zwischen tatsächlichen Zah­lungen oder, wie Millerand sage, zwischen Reali­täten. Er bringe aber die Schlußfolgerung: Steine Realitäten ohne Bürgschaft.

Jpu. Paris, 31- Mai. Die Erklärungen welche Millerand den Vertretern der Se> natskommissionen für auswärtige und finanziell« Angelegenheiten gab, wonach die deutsche Ent­schädigungssumme erst am 1. Mai 1921 festge- stellt werden soll, womit sich Lloyd George ein­verstanden erklärt habe, wird von englischen Diplomaten b est ritten. Was Millerand als Tatsache ankündigt. das sei nur die franzö­sische Meinung und Ansicht, der weder England noch sonst einer der Verbündeten sich ange­schloffen habe. Auf der Konferenz in Hythe ist darüber ausführlich und des längeren verhandelt worden, daß es dringend für erforderlich gehal­ten wird, womit auch alle Sachverständigen ein­stimmen, die Summe so bald wie mög­lich f e st z u st e l le n. Millerand habe «inge- chilligt, daß dies auf der Konferenz in Spa oder kurz danach geschehen soll. Die erforderlichen Unterlagen sollten bis dahin beschafft werden. Diese seien auch von Frankreich jetzt beigebvacht, doch habe Millerand dieselben dem Ministerrat noch nicht vorgelegt.

Von -sr Wieösrqutmachungs-

Wie das AckbUbr-AS-ndblatt aus zuverlässiger Quelle erfährt, beschloß die Pariser Wiedergutmackmngs- fommiinon, in Berlin eine Vertretung der Wieder- gutmachungSkommiffion einzurichten, die aus je einem französischen, englischen, italienischen und belgischen Delegierten bestehen wird. Die Teilnahme Amerikas bildet noch Gegenstand von Verhandlungen. .Der fran­zösische Vertreter wird über Deutschlands Industrie und Bergwerke zu berichten haben, der englische Dele­gierte soll sich mit Geldinstituten, Kreditfragen und allgemeinen Finanz- und- Valutaangelegcnbeiten be. schäftigen, der italienische Vertreter wird mit der Unter­suchung der Verkehrslage betraut sein, dem B-lgie, soll die Aufgabe zufallen, über die Vethmt- Nisse der deutschen Landwirtschaft zu berichten. Der Generalsekretär bei neu einurrichtendeir wirtschaftlichen JnformatioisdiensteS, der Franzose Billoteaux, tras bereits vor einigen Tsgen in der Reichshauptitadt ein Der Vertreter Frankreichs wird Professor Haguemv sein, der bereits seit längerer Zeit als Leiter der französischcu Wirtschaftskommission tn Berun tätig Die anderen Delegierten sind noch nicht ernannt.

Am SchaNlung.

WB. London, 30. Mai. Reuter erfährt, daß China den Versailler Vertrag nicht unterzeichnet hat wegen der Artikel, dre die deutschen Rechte auf Schantung den Japa­nern übertragen. Aus diesem Grunde lehnt es China ab, mit Japan Verhandlungen über Schantung einzuleiten, denn diese Verhandlungen würden die Anerkennung der betreffenden Ar­tikel bedeuten. Zu dem japanischen Anraten, seine an der Schantungbahn postierten Truppen iurückzuziehen. bemerkt China, daß es selbst voll- . kommen in der Lage sei, den Schutz dieser Linie au^zuüben und das überdies Deutschland nie das Recht gehabt, - noch sich genommen habe, an dieser Linie Truppen zu halten.

WB. London, 30. Mai. (Havas.) China wird die von Japan angebotene Zurückziehung seiner Truppen annehmen. Da- wurde das Ende dieser ungerechtfertigten Besetzung bedeu­ten. Wie China am 25. Mai Japan mitteilt, kann es den Rückzug nach seinem Belieben vornehmen. Diesem Rückzug soll nicht die Be­deutung einer Einleitung von Verhandlungen über Schantung noch einer Anerkennung des Versailler Vertrages, bezüglich Schantungs durch China zukommen.

Ein Amerikaner in Oberschlesien gelökel.

WB. «euthc», 31. Mai. Gestern vormittag hielten die Franzosen am Ring die elektrische Straßenbahn an und rissen den im Wagen befindlichen amerika­nischen Staatsangehörigen Heide, der zur Zeit in OberschlesicnVorträgeübcrAmerikahieltcherauS.Während die Franzosen vor dem Hotel Lomnitz mit Heide ver- vandclten, fiel von der französischen Wache rm Lomnitz. potel plötzlich ein Schuß, durch den Heide i n das ->erz getroffen und getötet wurde. Trotzdem die Erregung unter der Bevölketung noch sehr stark ist, ist er zu Ausschreitungen bislang nicht gekommen.