' Eisrückungsgebühr: Die8gesv.Kolonelzeileod. deren Raum 80 Pfg.. die 4gesp. Zeile i. Reklame- i teil LSO Mk^ 25°foTeuerungszuschl. Offertgebühr MPfg. Bezugsoreis: Vierteljährlich 10.50 Mk., monatl. 3.50 Mk^ für Postbezug vierteljährl. 10.50 Mark, monatl. 3.50 Mk. Die Nummer 15 JBfe. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
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General-Anzeiger
AmMches Organ für Slatl- und Landkreis Lamm
Erschein! täglich mit Ausnahme dek-Lonn- und Feiertags
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Sr. 122
Donnerstag den 27. Mai
1926
Das Neueste.
ras hlests« «cwerkschaftSkartcll wird heute Bchmittas iu einer Sitzung mit den Betriebsräten zu den» Borgehen der Aerzte gegen die zrankenkaffen Stellung nehmen und fich über ÜMt* eventuellen Generalftreik der Hanauer «kbettcrschaft als Antwort auf dieses Vor» sehen schlüffig machen.
Die fMnzöstschr Siantmer hat den Gesetzentwurf betr. M Friedensvertrag mit Oesterreich angenommen.
Einer Warschauer Meldung zufolge haben die Men an der Nordgreuze angegriffen, um eine Ver- binbung mit Ostpreußen herzustelleu-
Gefangen genommene russische Offiziere führen das Schweigen der russischen drahtlosen Stattoncn auf die slllpMvcrschiebungen zurück.
Russische Zettungen berichten von einer förmlichen Massenflucht an« dem hungernden Petersburg.
Eine italienische sozialistische Kommission ist nach Außlaud abgereist.
Der Rerchswehrminister tn Kiel.
wb. Kiel, 26. Mai. Der Reichswehrminister Dr. Geßler ist heute vormittag, von Wilhelms- hwen kommend, in Holtenau eingetroffen und hat sich sofort zur Marinestation zu einer inter- iten Unterredung über Marinefragen begeben. Nach der Unterredung empfing der Reichswehr- minister im Kieler Logenhaus das wiedereinge- setzte Offizieickorps der Marine, an das er eine Ansprache hielt. Im Namen des Offizierkorps sprach sodann der neue Stationschef Kapitän wr See Freiherr" von Eaaern und erklärte, daß St Dreoeremgefetzreil LtzW dem Boden der Verfaflung
Aschültz hieran erfolgte eine fichtigung von Marineabordnungen auf dem großen Exerzierplatz der Wiker Kasernen. Dabei hielt der Reichsminister eine Ansprache, die fich inhaltlich mit der in Wilhelmshaven vor den dorttgen Marineteilen gehaltenen deckt. Nach einem Empfang im Kieler Rathaus, an dem u. a. der Bürgermeister und die Mitglieder der Magistrats ieilnahmen, erfolgte am Nachmittag die Weiter- jchrt des Reichswehrministers nach Lübeck.
Spa.
WB. London, 26. Mai. Reuter. Die an die
lois" brrichtet. Clemenceau sagte über die Entschädigungsfrage: Die Diskussion darüber habe während der Verhandlungen der Friedenskonferenz drei Wochen gedauert. Die englisch-amerikanischen Sachverständigen seien immer für eine Pauschalsumme gewesen. England und Amerika hätten den Betrag, den Deutschland fähig sei zu zählen, auf 75 Milliarden geschätzt. Frankreich hätte für seinen Anteil die Kampfzone wieder aufbauen solle». Er sei dagegen gewesen und schließlich habe man sich auf ein System geeinigt, das Capus unter Zustimmung Clemenceaus das System des offenen Konto? nennt, in dem der Wiedergntmachungs- ausschuß als ständiger kontrollierender Organismus eine Rolle spiele. Darin sei er mit Poincars einig gewesen und er finde es deshalb logisch, daß Poincars sein Amt als Vorsitzender des Wiedergutmachungs- ausschusies niedergelegt habe.
Amerika keine iniernalionale Leihbank.
Ipu. Washington, 26. Mai. In der Presse aller Parteien wird in deutlicher Form zum Ausdruck gebracht, daß Europa sich verrechnet, wenn auf große Unterstützungen Amerikas gerechnet werde, um die europäischen Finanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Regierung Wilsons tue in dieser Hinsicht gar nichts, uxb welche Regierung auch kommen möge, Amerika müsse sein Kapital zu anderen Zwecken enlegett, all die Schulden des Krieges in Europa zu zahlen. Auch führende Personen der Finanzwelt, die in den Blättern ihre Ansicht äußern, halten es für verfehlt in Europa immer von dem reichen Amerika zu sprechen und so den Eindruck zu erwecken, als ob man es mit einer internationalen Leihbank zu tun habe. Amerika könne nichts anderes tun, als seine überschüssige Produktion zu verkaufen. Dar Entgegenkommen liege bereits darin, wenn man an Staaten liefere, die nirgens wo anders Kredite erhalten. Ob solche Kredite erhöht werden könnten, Hänge allein davon ab, wie sich diese Staaten durch eigene Kraft auf« zurichten versuchten und nicht alles von Amerika er-
stehen »un über 30 000 Russen. ES sind drabflose Verbindungen angelegt, um mit den türkischen Nationalisten in Verbindung zu trete« und eS wird ein gemischter Generalstab gebildet, der für die Operationen im Kaukasus in Frage kommen 'soll. Die armenische Geistlichkeit hat einen Aufruf an die Armenier erlassen, sich völlig neutral zu verhalten und keinen Anlaß zu bieten, ein Blutbad zu provozieren. Von türkischer Seite scheint auch nichts gegen die Armenier unternommen zu werden, da sich die Nationalisten auf ihre Tätigkeit ix Nnatolien beschränken und ihr Augenmerk hauptsächlich darauf richten, die Bewegungen der Griechen und der Entente- truppen zu verfolgen.
Massenflucht aus Petersburg.
WB. Kopenhagen, 26. Mai. Wie »Berlingski Tidende" meldet, berichten russische Zeitungen von einer förmlichen Massenflucht aus bem hungernden Petersburg. Durchschnittlich 1500 Menschen verlassen täglich die Stadt.
Zur Wiederaufnahme des Wandels mit Rußland. WB. Kopenhagen, 26. Mai. Aus Paris wird gemeldet, daß eine internationale Konferenz zur Beratung der Wiederaufnahme des Handels mit Rußland im Juni in Paris zusammentreten werde, die auch die Schadenersatzforderungen der Alliierten und Neutralen an Sowjet-Rußland behandeln solle.
Eine italienische Kommission für Rußland.
WB. Mailand, 26. Mai- .‘Sortiere della Sera" meldet, daß am Dienstag die Mtglieder der sozialistischen Kommission auf direkten Weg nach Rußland abgereist sind. Der Kommission
Der Frre-ensverkrag mil
bund, der Direktor des „Avautr", ferner zwei
»msche Regierimg gerichtete Note der Alliierten, worin Mit Rücksicht auf die deutschen Wahlen der Aufschub - >er Konferenz in Spa bis zu» 21. Juni vorgeschlagen "ird, hebt hervor, der Zweck der Konferenz sei, die MterfüHung feierlicher Verpflichtungen bei Versailler
Nichterfüllung feierlicher Verpflichtung, «trags durch Deutschland zu eri_____ ... ...
Mutigen wegen der Sicherung und Durchführung des Vertrages in ~ "
erörtern und Ab-
en.
Durchfuhrung Er fei deshalb
«M größter Wichtigkeit, außerhalb ihres Wirkungskreise» siezende Vorurteile ^xternal prooecupation) abgeleukt oder verzögert »nde.
'onferenj nicht durch
WB» Paris, 26. Mai. Wieder .Jntransigeant" «itteilt, wird die Zusammenkimst zwischen Lloyd 7^rge und Milleraud erst gegen den 10. Juni statt- pudi«.
Frankreich vn- die Entschädigungssumme.
WB. Paris, 26. Mai. Ministerpräsident Mille- hat heute vormittag die Mtglieder der SenatS- lommissionen für auswärtige Angelegenheiten emp- süngen und ihnen über die englisch-französischen Verhandlungen, über die Festsetzung der von Deutschland >u zahlenden Entschädigungssuinme dieselben Erklärungen abgegeben, die er Ende voriger Woche den Eichen Ausschüssen bet Kammer gegebe« hat. Mille- fand ertlärte, daß der Wunsch der Alliierten, schon die deutsche Schuld festzusetzen, feststehe, und daß °awr nicht nur England, sondern auch Belgien ein» Diese Absicht fei übrigens schon im März fiuHi^ und öffentlich durch die wirtschaftliche Denk- ^rift der Obersten Rates zum Ausdruck gebracht worden. .
Ipa. Paris, 26. Mai. Die Krttik im Senat ist der Regierung gewünscht, um sich auf diese Weise über die Stimmung zu orientieren, welche über bie der Summe herrscht. Man nimmt schon heute Regierungskreisen an, daß Frankreich auf einer hahen Fordcrmrg bestehen bleiben muß, da die öffeut« M Meinung die deutsche Entschädigung als letzte Mfe betrachtet, die Frankreich aus dem Kriege zu gärten habe. Das Verhältnis zu den Verbündeten sich, wie ein französischer Diplomat im cyten Rmisterrat treffend erklärte, so gelockert, daß alle yotfnungen auf tatsächliche Unterstützungen aufgegeben »erben sind. Es muß eine neue Koalition gefunden die rein wirtschaftliche Interessen verfolgt, diese nicht zu Stande, so sei die Entwicklung Frankreichs in jeder Hinsicht sehr ungünstig.
Clemenceau über Deutschlands Eutschadig- .uuijspflicht.
WB, PariL, 26. Mai. Alued Capus hatte, eine
Oesterreich.
WB. Paris, 27. Mai. Die Kammer hat den Gesetzentwurf betreffend den Friedensvertrag mit Oesterreich angenommen. Der Berichterstatter führte die wichtigsten Bessimmungen deS Vertrages an und betonte die Notwendigkeit, die Versorgung Oesterreichs zu sichern, damit el nicht dem Bolschewismus oder dem Pangermanismus (Vereinigung mit Deutschland. D. Red.) anheimgesalle.
Angriffe der Russen.
Herstellung einer Verbindung mit Ostpreußen?
WB. Amsterdam, 26. Mai. Einer Washingtoner Meldung zufolge berichtet die „Associated Preß" aus Warschau:
Die Russen haben an der Nordgrenze angegriffen, um die polnischen Linien zu durchbrechen und die Verbindung mit Ostpreußen herzustellen.
Aussage rusfischer Offiziere.
Ipn. Warschau, 26. Mai. Gefangen genommene russische Offiziere erklärten, daß das lange Schweigen der russischen drahtlosen Stationen mit inneren Unruhen in Rußland nicht in Verbindung gestanden habe. Die Sowjetregierung hatte den Betrieb der Stationen so. lange eingestellt, bis die im großen Umfange vorgenommenen Truppenbewegungen und Modilimtionen beendet waren. Die Verhältnisse im Kaukasus und Persien hatten sofortige Truppensendungen erforderlich gemacht, die für die polnische Front bestimmt waren. Jetzt seien aber wohl mindestens 70000 Mann gegen Polen verfügbar, da sich besonders in Südrußland so viel Freiwillige gemeldet hatten, darunter 9000 Juden. In der Ukraine und in von den Polen besetzten Gebieten feien überall Judenverfolgungen angestellt worden, wobei die polnischen und ukrainischen Truppen so brutal vorgegangen seien, daß sich selbst der schärsste Gegner der Sowjetregierung unter den Juden als Freiwilliger anbot, seine ermordeten Glaubensgenossen zu rächen. Die Gefangenen sind durch Orte geführt worden, wo sie Hunderte von Leichen ermordeter Juden liegen sahen. Die toteArmee werde nach Angabe dieser Offiziere in längstens 5 Wochen wieder im Besitz der von den Polen eroberten Gebiete sein, da die Vorbereitungen sehr umfangreich seien. Diesmal werde der Kampf von längerer Dauer sein. — Die polnische Regierung wird übrigens durch Materialuiangel sehr bald gezwungen sein, sich auf einen längeren Kampf nicht einzulaffen. ete hat deshalb bereits in Paris und London durch die Ententekommissionen aus baldige Lieferungen drängen lassen, wogegen aber bekanntlich in England heftige Proteste erhoben werden.
Die Operationen im Kaukasus.
Jpu. Konstantinopel, 26. Mai. Berichte aus dem Kaukasus melden, daß bolschewistische Truppen, die Don Armenier« angegriffen wurden, mit diesen in Kämpfe verwickelt sind. Die Russen erhalten fortwährend Verstärkungen und haben auch m Georgien nirgends Widerstand gefunden, da die Regiernngs- truppc« dieses Staates sich den Russen angeschlossen
Abgeordnete von der sozialistischen Kammer
gruppe sowie ein Abgeordneter von dem Verband der Konsumgenossenschaften an. Die Kommission reist über Berlin, Kopenhagen und Reval nach Rußland.
Wilso« und das armenische Mandal.
WB. Haag, 26. Mai. Wie aus Washington gemeldet wird, erklärte Wilson in einer Botschaft an den Kongreß bezüglich der Annahme des armenischen Mandats, er sei aufrichtig überzeugt, daß sein Vorgehen dem Wunsch des amerikanischen Volkes entspreche. Der Antrag Wilson wurde dem Ausschuß für auswärtigL Angelegenheiten überwiesen.
Die amerikanische Ausfuhr gesunken.
Ipu. New York, 26. Mai. Im April war die amerikanische Ausfubr um 30 Millionen geringer als im selben Monat des Vorjahres. Amtlich wird der Rückgang auf die Streiks und Verkehrsbeschränkungen zurückgefübrt, die im April die Ausmhr behinderten. Auch im Mai ist die Ausfuhr geringer geworden.
Der BinnenschifserslreiL vor dem Ju- sammenbruch.
Von unterrichteter Seite erfahren wir: Der Streik der Binnenschiffer ist dem völligen Zusammenbruch nahe. In zwei großen Kähnen mit je 1000 Tonnen waren die Kohlen erneut warm geworden, so daß die Gefahr der völligen Verbrennung der Ladungen vorlag. Das brächte sogar das syndikalistische Sreikkomitee zu der Ueberzeugung, daß es ein Verbrechen gewesen wäre, die Kähne noch länger zurückzuhalten. Und so sind ite denn am 2. Psingstfeiertag durch Dresden in Richtung Hamburg, abgeschwommen. Auch in Magdeburg ist der Streik erfreulicherweise im Abbröckeln begriffen. Von Magdeburg aus sind eine ganze Anzahl Kähne nach Hamburg Unterwegs, ebenso wie auch aus Hamburg geladene Kähne für Sachsen abgeschwommen sind«
Sturze Meldungen.
* Wie aus Innsbruck gemeldet wird, haben die nationale sozialistische Arbeiterpartei und die politische Vertretung der nationalen Gewerkschaften die Zulassung eines Vertreters der genannten Partei zu den Sitzungen zur Borberatung des Anschlusses an Deutschland gefordert.
* Die belgisch-franzofisch-luxemburgychen .relegierten sind zur Prüfung der luxembiucgcschen Eisenbahn- frage zusanmiengetretcil. Dabei wurde bent lnxem- burgischen Vertreter mitgeteilt, daß zwischen beit französischen und den belgischen Vertretern eine Einigung zustande gekommen sei.
sind zur
haben. Sie erklärten jedoch, nicht gegen englische
Truppe« fechten iu wollen. An der OMü« der L-üe»
Lokales.
Hanau, 27. Mai.
Getreideablieferung»
Die Arbeiten zur Frühjahrsbestellung lsabel die Ablieferung von Brotgetreide und Gerste stark beeinträchtigt. Der Zeitraum für du Zahlung der Höchftprämien von 300 Mk. für die Tonne Brotgetreide und Gerste ist daher bis zum 15. Juni 1920 verlängert worden. Mithin tritt die Senkung d« Prämie um 100 Mk., also auf 200 Mk. für die Tonne, erst nach dem 15. Juni ein. Im übrigen ist die Höchstprämie von 300 Mk. auch nach dem 15. Juni 1920 noch zu ge- währen, wenn die Ablieferung des Getreides aus Gründen, die der Lieferer nicht zu vertrete» hat, nicht rechtzeitig hat erfolgen können.
Durch diese Verlängerung wird den Land, wirken wiederum ein großes Entgegenkommen gezeigt und es wird deshalb von ihnen erwartet, daß sie nunmehr baldkfist ihrer Ab-
lieserungspflicht restlos nachkommen.
Es muß immer wieder heroorgehoben werden, daß alles abgelieserte Brotgetreide im Kreise verbleibt und zur Sicherstellung der Brotversorgung für die versorgungsberechtigte Kreis- bevölkerung dient.
Die doppelte Pflicht eines jeden Erzeugers ist es daher, jedes über den Rahmen des zw lästigen Verbrauchs zur Verfügung stehend« Pfund Brotgetreide sofort an die Unter« kommistionäre für die Kreiskomstelle abzuliefern.
Falls nicht in letzter Stunde die noch ab- lieferungspflichtigen Mengen zur Abgabe gelangen, find die Vorräte des Kreises in aller Kürze zu Ende und es rückt die Gefahr einer Brotnot in greifbare Nähe.
Die Erhebung Ses Aeichsnolopsers
auf sich warten lassen, t, die Grundbesitzer auf
dürfte nicht mehr lange auf sich warten lasten. Da erscheint es angebracht, die Grundbesitzer aus einige Bestimmungen des Gesetzes aufmerksam zu machen, die für die von ihnen zu treffende Wahl für Entrichtung des Reichsnotopfers von
Einfluß sein werden.
Die Abgabe, die vom 1. Januar 1920 ab mit 5 Prozent zu verzinsen ist, kann entrichtet werden in bar oder in von den Abgabepflichtigen selbst gezeichneter Kriegsanleihe (§ 43 des Gesetzes). Auf Antrag kann statt der Kapital- abgabe derjenige Teil der Abgabe, der auf den Grundbesitz entfällt, als eine 5V-Pwzentlge jährliche Tilgungsrate auf dem Erundbuchblatt deZ' Abgabepflichtigen eingetragen werden (§ 33). Diese Entrichtung des Reichsnotopfers im Wegs einer Tilgungsrate zieht aber die Sprozentige Verzinsung der Steuer nach sich. Es werden daher doch wohl' viele Grundbesitzer die sofortige Kapitalabgabe vorziehen. Um diese auch denjenigen zu ermöglichen, die nicht über die dazu erforderlichen baren Mittel verfügen, bestimmt § 36 des Gesetzes, daß zur Bezahlung des der Rente — dem sogenannten Reichsnotzins — zu Grunde liegenden Abgabebetrags völlig kostenfrei bei derjenigen öffentlichen oder unter Staatsaufsicht stehenden Kreditanstalt, die den Grundbesitz an erster Stelle beliehen hat, ein hypothekarisches Darlehn ausgenommen werden kann, das allen anderen Eintragungen im Range vorgeht. Es bedarf also keiner Verhandlungen mit den Nachgläubigern wegen Vorrangseinräumung und dergl.
Als öffentliche Kreditanstalt kommt im hiesigen Regierungsbezirk insbesondere die Landeskreditkasse in Frage, die die gewünschten Ablösungsdarlehn derzeit zu 4' « Prozent Zinsen mit 3 Prozent Kursverlust gewähren könnte.
Der abgabepflichtige Grundbesitzer würde also an den jährlichen Zinsen nicht unerheblich ersparen. Das Reich aber hat ein großes Interesse daran, möglichst rasch in den Genuß größerer Steuerbeträge zu gelangen. Um zu einer baldigen Entrichtung derselben anzu- regen, wird daher in § 41 des Gesetzes den bis zum 30. Juni 1920 erfolgenden Zahlungen eine Vergütung von 8 Prozent, den bis zum 31. Dezember 1920 erfolgenden eine solche von 4 Prozent eingeräumt, sodaß also anstatt 100 Mk. Steuer nur 92 Mk. bezw. 96 Mk. zu entrichten sind. (Es bleibt zu hoffen, daß diese Fristen erstreckt werden.)
* Rentenzahlung. DieZahlung der Heeres» reuten für Monat Juni findet Freitag den 28. und Samstag den 29., jedesmal von 8—12 Uhr vormittags und von 2—5 Uhr nachmittags statt. Die Abhebung der Gebührniste an den festge. Letzten Zahltagen ist dringend notwendig.