Einzelbild herunterladen
 

^121

«Weral-Anzeiger

MMches Organ Mr Matt- und Lairökrsis Sana»

ErfLÄnl täglich mit Ausnahme der^onn- und Verlage

«ES I «I»I««S!M»V^WLAM«NU!U««WM«E^.»«!«E»öE»»^^MS»W»<t4M^M^

Verlagsleitung: Ad. Snbermüjle. Verantwortlich: für politischen und allgen TeilRich.HnltsÄ: für lokalen und vrooinz Tsrl sowie Sport.r '

Reklamen A. Brodt, alle in Hanau a. ^ Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hanau . Fernsprechanschlusfe Nr. 1237 und 1238

...gemeinen _ vrovinziellen Moritz; für Anzeigen und

Mittwoch den 26. Mai

1928

Das Neueste.

jKichSwehrnrimstrr Dr. Geßler hielt an die Marine- wgkhörrKe» eine Ansprache.

Ja glasten fanden anlSßlich der Feier des Ein- M Stuften® in des Krieg blutige Zusammenstöße N#-

Der »atramcke fazioLstische Kongreß in Norwegen fordert die Vebergabe aller Macht an die revolutionären Scherücheu und geistig« Arbeit«.

Die Polen geb« die NSSeroberung von Kiew durch kowjcttruppeu zu.

Eine Ansprache desVeichswehr- miaisters an die Marine.

WR WVHelmshaveu, 25. Mai. Der ReichS- ochrmtnifter hielt a» die Offizier« und Abord-- MP der Marinetruppenieil« in Wilhelms- fc«n «fae Ansprache, in der er unter Hinweis afdieMärzereignisse «.«.faste:! »Dadurch, daß da bemalte Chef der Admiralität sich Kapp Mb Lüttwitz zur Verfügung stellte, entstand an i« Wasserkante ein besonders hoh^ Maß von ldckkrcheit. und VerwirrÄag. Auf der einen Seite ji-ndeu weite Kreise des Seeoffizierkscps, die zkucktca, ihrem rechtmäßigen, vom Reichspräsi- dwteu «dlgesetzten Vorgesetzten zur Aofrechter- Wmrg von Ruhe und Ordnung Gehorsam Stiften zu «LA«, auf bet anderen Seite entstand Ä den Untergebenen der Verdacht, daß das Seeoffizierkorps in seiner Gesamtheit sich den llsurpatooen zur Verfügung stelle. Dadurch kam S in WllhrlmZhaven zur vorläufigen Fest- M >-- .«s». «-. !°w-I»,tz M U^ch.

Folge, daß nicht nur fett Wochen fein Offizier ochr Dienst tat, sondern auch beide Teile sich «8 einem ttzMH wachsame« Gefühl d« M^- tauen» und der Erbitterung gegenüber steh«. Kh habe mich bis jetzt fegßtijer Stellungnahme schalten, weil ich mir des schweres GewissenS- imfliklI beider Teile bewußt war. Jetzt ist der Aeitpuntk gckoumren, da der Untersuchungsaus- schuß auf Grund eines «firstimmig gefaßten Be­schlusses sowohl für WilhelmShave« wie für Mel ns« große Anzahl Offiziere vorschkrGu konnte, »st twllstänW unbelastet au» dem fVerfahren ?enwrgegangen sind. Für diese kann ich des- halb die Bürgschaft übernehmen, daß sie als Einser von Gharäfi er des veersasfungs rn äß i gen Organen bedingungslos gut Verfst0gm^j fke^h^rir»j Für sie muß ich aber edeüso fordern, daß ihren Aenstbefehl« voll und ganz unter Ausschluß cker Nebeweinflilsse Gehorsam geleistet wird. Dastir wird sich die Regierung mit ihrer ganzen Autorität ekusetze». Es gMt, freut Vater- sa»d« dte b«scheide«« Wehrmacht J«r S e e'e, die uns der Friedensvertrag läßt, in bester Quakttät z« er halten. Wenn uns die Aufgabe manchmal zu schwierig echheint, so denk« wir an die toten Helden vom Aagevak, deren Gedächtnis wir in diesen Tagen «Scheu, und geloben wir, daß wir ihr Erbe auch to trüben Tagen in Treue verwalten, nicht nur für uns, sondern auch vor allem für unsere Kin­der und EnkeL"

Neue Pnlschabsichten?

In den letzten Tagen werden wieder Nach­richten über bevorstehende Putschabsichten ver­leitet. Me hierzu mitgeteilt wird, werden diese Meldungen vom Reichswehrministerium «it größter Aufmerksanckeit b erfolgt. Der Chef

Heeresleitung General v. Seeckt wird rote die schon seit längerer Zeit beabsichtigte Me zu den Trupp enkommandos der Reichs-

an treten; besondere Aufmerksamkeit sollen "«bei die Verhältnisse im Sennelager und sn Paderborner und Münsterer Be- M finden. Auch der Gründung des Frontbun- geht offiziellen Mitteilungen zufolge das Deichs Wehrministerium aufmerksam nach. Bis rote soll dieser Frontbund keinerlei Eingang in

Reichswehr gefunden haben. Die Freikorps Weil zum allergrößten Teil aufgelöst.

Konmmnistische Mordanschläge?

Grünberg (Schlesien), 22. Mai. Londrat

Erkelenz veröffentlicht in den Grünberger Meszeitungen einen aufgefundenen Mord- °fehl gegen 13 angesehene Bürger der Stadt (darunter eine Frau), nach ihrer Par- ^ugehörigkeit Socialdemokraten, Demokraten, Putsche. Volkspartei und . Deutschnationale Er Mordbefehl sollte danach am Wahltage aus- Ü^ührt und die auf der Liste Verzeichneten soll- ro an ihrer Arbeitsstätte oder in ihrer Woh­nung umgebracht werden. Ferner sollten die «L«r der RLiMbanh. der aniteMu. Baute® und

der großen Bettiebe befchlagnahmt werden. Die Urheber des Mordplanes feien der Staatsan­waltschaft in Glogau bekannt gegeben. Sie werden sich wegen Hochverrats zu verantworten haben.

WB. Grünberg, 25. Mai. Auf den städttschen Oberförster StuckY wurde gestern Nacht ein Mordanschlag verübt. Von der Veranda eines Hauses wurden von zwei unbekannten Männern vier Schüsse aus Jnfanteriegewehren auf das Schlafzimmer des Oberförsters abge­geben. Die abgegebenen Schüsse waren auf die Stelle gerichtet, wo bis vor ttrrzem noch das Bett des Oberförsters stand; da dieses inzwischM weggerückt war, wurde niernand verletzt. Der Anschlag hängt möglicherweise mit den kom- munisikscheu Mordplänen zusammen.

Ein blMgerAlrisgs-GSöeAklag.

--- Rom, 25. Mai. Die hiesige fünfte Jah­resfeier der italienischen KttegserMrung endete tragisch: Studenten wollten nach der Feier im Universitätshofe zum Quirinal ziehen, um dem König zu huldigen, stießen aber auf eine starke Öeifpene. In der Via Nazionale, vor der ausstellung, fielen während eines Wort­wechsels der Studenten mit dem Polizeikom­missar aus noch unaufgeklätter Ursache plötzlich zwei Schüsse und nun setzte eine tolle Schießerei ein. Die Verwirrung war arg, da die Straße in den Abendstunden von einer Erfrischung suchenden Menge und zahlreichen vom Vlumenkorso zurückkehrenden bekränzten Wagen belebt war. Insgesamt blieben fünf Polizisten und ein Bürger tot auf dem Platze, während an Verwundeten 25 gezählt wurden.

WB. Rom, 25. Mai. DerEörriere d'Jtalia"

festanten und Polizei zu einem Zusammenstoß kam, wobei es 3 Tote und einige Verletzte gab. Die Ruhe ist wieder hergestellt.

WB. Valencia, 25. Mai. Gestern abend schössen Manifestanten auf die Polizei. Ein Polizist wurde getötet. In einem Kaffeehaus explodierte eine Bombe, wodurch 11 Personen ernstlich verletzt wurden.

LliMenlose Ausführung des VerfaiAsr Vertrages.

WB. Paris, 25. Mai. Die interparlamen­tarische Gruppe der Deputterten und Senatoren bei ehemaligen Kampfzone hielt heute vor­mittag wieder eine Sitzung ab und forderte angesichts der Auskünfte, die Millerand über die augenbfickfich gepflogenen englifch-ftanzösischen Verhandlungen gab, die lückenlose Ausführung des Friedensvertrages von Versailles. Sie steht die ins Auge gefaßte Pauschalsumme als eine Verminderung der deutschen Schuld an und erklätt, daß der Fried ensverttag von Versailles vom Parlament angenommen worden sei und nur vom Parlament abgeändert werden könne. An der Aussprache beteiligten sich u. a. Klotz, Pomcare, Loucheur und Louis Marin.

wb. Paris, 25. Mai. Der gemäßigte sozialistische Abgeordnete Paul Aubriot, der letzte Woche auf Veranlassung Millemnds seine Jnterpellatton über die Festsetzung der Wieder- gutmachungssumme, die Deutschland an Frank­reich zu zahlen hat, zurückzog, schrieb heute an Millerand, er müsse seine Anfrage anfrecht er­halten. Er werde am Donnerstag oder Freitag in der Kammer die Festsetzung der Debatte verlangen, die er im Interesse Frankreichs für unvermeidlich hatte.

Amerika will Me Schulden nicht emlreiSen.

Die ablehnende Haltung der amerikanischen Eeschästsweü und Oeffentlichkeit gegen den in Hythe erörterten Plan, Amerika zum Ein- treiber der deutschen Schulden an die Verbandsmächte zu machen, wird durch nach-- stehende New-Porker Meldung desManchester Guardian" beleuchtet:

Ein unwillkommenerer Vorschlag konnte den Amerikanern überhaupt nicht gemacht werden. Er findet allgemeine Verutteilung bei den Bank- leuten, in der Presse und natürlich allgemein in der ganzen Oeffentlichkett. Da wäre ein direktes Verlangen, die europäischen Schulden an Amerika überhaupt durchzustreichen, noch er- ttäglicher gewesen. Wie kann man glauben, daß ein Vorschlag, wonach die Vereinigten Staaten die Schulden einkassieren sollen aus einem Vertrag, den sie überhaupt noch nicht ratifiziert haben, auch nur die geringste Aus­sicht auf Annahme hätte? Die Amerikaner sind nM nur itii davon übeueuLt. dak bu wüt.

schaftlichen Bedingungen des Friedensvertrags, wie sie aufgesetzt sind und wie sie von der fran» zösischen Regierung ausgelegt werden, jeden Gedanken an eine Kriegsentschädigung hinfällig machen, sie sind ebenso überzeugt, daß jeder Versuch, die Entschädigung im Namen des Ver- sailler Vertrags einzuziehen, mit endlosen Ge­walttaten, mit Unordnungen und mit einer Er, Bitterling der Bevölkerung einhergehen müßte. Wenn eine so grundsätzlich deutschfeindliche und franzosenfreundliche Zeitung wie die New-Pork Times sagt,kein Kongreß, keine Regierung könnte in ihrer Gefälligkeit gegen die Alliietten so weit gehen, unser Land zum ersten und best­gehaßten Gläubiger Deutschlands zu machen", so kann man daran die Unbeliebtheit des Planes ermessen.

LloyS George über den Völker-? htMÄ.

WB. London, 26. Mai. Auf der Vöikerbnnds- konferenz wurde ein Brief Lloyd Georges verlesen, worin dieser bedauert, der Konferenz nicht beiwohnen zu können und hinzufügt: Der Gedanke, daß der Völkerbund erfolglos bleiben könne, würde eine furcht­bare Aussicht eröffnen. Die einzige Möglichkeit, die dann bleibe, wäre der Krieg, dessen zerstörende Me­thoden so entwickelt seien, daß der Tod der Zivilisation die Folge sein würde. Diese Aussicht sei zu furchtbar, um sie auch nur in Erwägung zu ziehen.

Die BolfcheWisteK ist Persien.

Jpu. Konstantinopel, 25. Mai. Am 19. Mai haben die Seestteitträfte der russischen Bolschewisten auf dem Kaspischen M^sr Baku verlassen und trafen in der Nacht zum 20. Mai in der Bucht von Enzali ein, wo sie in der Hafenstadt Kasma Truppen landeten. Auch sind Truppen nach Roscht unterwegs, um viLs-i ^ Stadt .. zu beteten. Die persi­schen Bolschewisten in Täbris haben dort die neue Republik Persien errlart und verfügen über eine Truppenmacht von nahezu 16 000 Mann, der große Mengen Waffen und Kriegsmaterial, teils aus Rußland, teils aus der Türkei, zur Verfügung steht. Am 20. Mai ist auch der Hasen von Abbasabad, der nördlich von Teheran liegt, von einigen russischen Kanonenbooten aus­gesucht worden, die dort 800 Mann landeten. Von diesen Truppen, unter denen sich Perser und Türken befinden, ist die Stadt besetzt, doch sollen hier noch 10 000 Mann folgen, die auf Teheran vergehen werden. Die Bolschewisten in Täbris rücken ebenfalls auf Teheran auf. da sie aus dem Kaukasus neue Verstärkungen erhal­ten haben. Bei Askabad, an der G-enze von Turkestan, befindet sich eine weitere Armee von Aufständischen, die dort die persische Grenze überschreiten wollen. Der Schah v o n P e r - s i e n ist von Buschir nach Jspahan weiter ge­reist, doch glaubt man, daß er sich nicht ^mehr nach Teheran begeben wird, solange, die Stadt bedroht ist. Die englischen Truppen sind im Süd Westen Berstens sehr verteilt, sc^daß sie aus die Entwickelung im Norden keinen Einfluß aus- üben können. Me persische Gendarnierie wird M zu gering bezeichnet, um selbst Teheran zu schützen. In Persien hat die Propaganda gegen den persisch-englischen Vertrag die Bevölkerung stark in rrattonalistischem Sinne erregt, wovon die Bolschewisten Gebrauch gemacht haben und den Persern verkündeten, daß sie ihnen zur Rück- erlangung ihrer Freiheit helfen wollen. _ Des­halb genießen die russischen Bolsche­wisten selbst von den persischen Behörden übereil Unterstützung, was die Be- vAkerung vielfach in den Glauben versetzt, als bestehe zwischen Persien und Sowjet-Rußland ein geheimes Bündnis gegen England. Lolche Artikel sind in den peffischen Zeitungen erschie- n-en, ohne daß die Behörden dieselben bemen tiert haben. Die ausländischen Gesandtschaften -in Teheran mit Ausnahme des englischen Ge­sandten Sir Percy Scott beschlossen, in Teheran zu bleiben, auch wenn die Bolschewisten die Stadt einnehmen. Me Engländer ziehen ihre Truppen jetzt auf Jspahan zurück. In englischen Kreisen Persiens nimmt man an, daß kein Widerstand geleistet werden kann, weil die Bol- schewiften sehr stark sind. Man erwartet im per­sischen Golf ein englisches Geschwader, das be­reits aus Alexandrien ausgelaufen ist und den Suezkanal passiert hat. Auch das indische Ge­schwader soll folgen. An eine militäriiche Ex­peditton ist aber jetzt nicht zu denken, wfil die Zustände in Indien eine große Aufmerksamkeit erfordern. Soweit die hiesigen englischen Mili- terrfreife sich aus den drahtlosen Meldungen aus Tehemn ein Bild machen können, glaubt man annehmen zu müssen, daß es in Persien ernster ausüeht, als die englische Regierung weiß. Ver­mutlich seien die Zustände so, daß überhaupt von englischer Seite nichts unternommen werden Laun. als üo» Land zu verLaü« «ad fi& aas Jfo

Beherrschung der Lage in Drttisch-Fndien zu be­schränken, wo es ebenfalls zu Aufftändeu kow- men soll.

Poren und Vrchland.

Eine polnische Niederlage.

Warschau, 25. Mai. Der polnische Front» bettcht bestätigt die Rückeroberung von Kiew durch die Sowjettruppen und meldet gleichzettig, daß die Bolschewisten ihren Angriff mit größter Zähigkeit fortsetzen. Der mssische amtliche Frontbericht vorn 22. meldet, daß die Sowjetarmeen an der polnischen Front die allgemeine Offensive auf einer Breite von 65 Werft ausgenommen haben. Die Berestna wurde überschritten und der Marsch gegen Westen angetreten. Die Polen befinden sich in vollem Rückzüge. General Szepttckt hat das Oberkommando des polnischen Heeres an der ganzen russischen Fwnt übernommen. 3® Wilnaer Blättern veröffentlicht er folgende ,Er­klärung : Alle Maßnahmen werden getroffen: Es liegen keine Gründe zu irgendwelchen Be, sorgnissen vor. Alles wird in Ordnung gebracht werden. Me Einwohnerschaft Wilnas kann ruhig sein. Aus diesem Aufruf ersieht man, daß der Durchbruch der Russen an der Düna, an der Polack bereits zu einer Bedrohung Wilnas geworben ist und daß in dieser Stadt bereits eine Panik herrscht. Welche Schlüsse aus der Tatsache des Kommandowechiels zu ziehen find, ergibt sich nach 6jähttger Kriegs- erfaBrung ganz von selbst: Ein solcher Kommando­wechsel erfolgt stets nur nach einer verhängnis­vollen und großen Niederlage. Die, polnischen Berichte schweigen sich über die Konsequenz des russischen Durchbruchs allzu auffällig aus. Set der sehr spärlichen Uebermittlung von Pnoat- Wfl^U aus ^irnH baber volle MaOM über den Umfang der polnischen Niederlage- noch immer nicht zu gewinnen.

Dsr Ztrskrmd Deschanels.

WB. Paris, 26. Mai. (Havas.) Der Zu» stand des Präsidenten Deschanels hat sich ge­bessert. Deschanel verbrachte gestern nachmittag kurze Zeit in seinem Arbeitszimmer. Abends wurde von den Aerzten folgender Bericht ausgegeben:

Zustand beftiedigend, Herztättgteit normal, reine Fiebererscheinungen.

Dsr Wert des Bürgertums.

ImSortiere della Sera" vom 15. Mai weist Emaudi nach, daß das italienische Bürger­tum höhere Steuern als das englische gable und fordert statt neuer konfiskatorischer Steuer­systeme die Vervollkommnung des techniichen Apparates zur Einziehung der Steuern. Am Schluß verteidigt er das Bürgertum gegen dre- üblichen, auch in Deutschland gegen dasselvL immer wieder erhobenen Anklagen und schließt mit folgenden beherzigenswerten Worten:

Man muß den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, nämlich, daß es keine radikale Nekorm gibt, die das Land retten könnte, daß lerne Möglichkeit von Wundern besteht, und daß alle die gemachten Phrasen die üble Frucht der alten rhetorischen und schwatzhaften Saat sind. 3talien, und wie Italien die übrige Welt, werden sich nicht durch ein spezifisches Mittet, durch ein Wunder, retten. Sie werden sich nicht retten, indem sie das Bürgettum am schwärzen und verzweifelt nach lebendigen und frischen Kräften rufen, von denen niemanb weiß, wo sie sind und was sie bisher geschaffen haben. Sie werden sich aber retten, wenn alle das tun werden, was noch heute der beste -teil des Bürgertums tut, derjenige Teil, der trotz allen immer wieder gegen ihn gerichteten Verleum­dungen, trotz der Voraussagungen seines Ver- schwindens, hartnäckig fortfähtt, zu arbeiten zu sparen und Steuern zu zahlen., Die Wett lebt, und die Staaten halten sich aufrecht, wen neuen den staatlichen Unternehmungen, die mangelhaft arbeiten und mit Fehlbeträgen von Hunderten von Millionen und Milliarden von Lire ab. schließen, sich ein produzierendes und organi­sierendes Brirgertum von Bauern, industriellen und Kaufleuten befindet, das nicht nur zäher, länger als die ungelernten und gelernten Arbeiter und Beamten arbeitet, sondern auch höhere Steuern zahlt und trotzdein spart. Es gibt keinen anderen Ausweg, als den übrigen Teil , des Volkes bürgerlich zu machen. Und in diesem übrigen Teil sind ebenso die neuen Reichen wie die Proletarier einbegriffen. Bürgerlich machen, heißt das Voll an den Ge­danken gewöhnen, daß die Rettung allem uno einzig im einfachen Leben, in angeitrengiei Arbeit, im Sparen und in der Erfüllung der Pflichten gegenüber dem Staate besteht.