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Amtliches Organ für Siüöl- und Landkreis Lanau

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Nr. 120

Dienstag den 23. Mai

1920

Das Neueste.

Die Konferenz in Spa ist auf den 21- Juni Dtrtagi. Die deutsche ReichSregierung hat die Einladung angenommen.

Präsident Deschanel erlitt auf einer Reise einen Unfall.

Die international« Fiitanzkvnferenz in Brüs- sel wird am 5. oder 6. Juli zusammentreten.

Das Abkommen mit Sowjetrußland über der Gefangenenaustausch ist ratistziert.

Die Entschädigungs- srage.

Jpm Parts, 23. Mai. Aus Streifen, die stets beauftragt sind, politische Propaganda für die Legierung zu machen, wird jetzt die Mitteiluirg verbreitet, daß zwischen Mllerand und Lloyd George der von Deutschland zu fordernde Be­trag 125 Milliarden Mark betrage, wovon Frank­reich 55 und England 25 Prozent LÄommen soll. Gegenüber dieser Meldung hören wir von Diplo­maten, daß der Betrag nicht festgestellt worden ist. Nach der. Rückkehr Millerands habe er so­fort die Sachverständigen zusammengerufen und ihnen zahlreiche Fragen zur Nachprüfung ge­geben, Me von Lloyd George ««gezweifelt wor- ben sind. Das Resultat der Prüfung muß sehr bald beschafft werden, was aber unmöglich er­scheint, da deswegen mehrere Beauftragte nach Deutschland reisen müssen. Aus London wird in der Sache mitgeteilt, daß ein sehr hoher Be- ' fttstmn den Alliierten gefordert wurde, weil England sich in Weser Frage sehr enlgeg-entom- mend zeigte, s» daß bei einigen Teilnehmern 'er Sitzung Zweifel aufstiegen, ob England diese Meinung wirklich vertrete. Jedenfalls werde sie Frage nicht endgültig gelöst sein mit See Festsetzung der Summe, die auf lange Jahre derteilt ist. Mit der Zeit würde sich eine Aende­rung des Beschlusses ergeben müssen, je nachdem die einzelnen Alliierten an dem Wiederaufbau Deutschlands mehr oder weniger interessiert sind.

Jpu. London, 23. Mai. Es bestätigt sich jetzt, daß die Entente auch in Hythe nicht über die Form der deutschen Entschädigungsforderung W Uebereinstimmung gelangt. Neue Verhand­lungen sind bald in London erforderlich, da Lloyd George es bekanntlich ablehnt, wieder nach Paris zu fahren. In Paris spürt man sehr ?ut, wie zurückhaltend die englische Politik ist. Ehe Mllerand nach Spa geht, will er bestimmt iviffen, ob England die französische Absicht unterstützt. Falls Zweifel bestehen sollten, kann es dazu kommen, daß Millerand die Verantwor­tung nicht mehr tragen wird und zurücktritt. Ge­wisse Kreise in Frankreich drängen darauf, in der Hoffnung, dadurch in England eine Reaktion W erreichen, die für Frankreich eine günstigere Wendung bringen Sann, als die Sitzung mit den Teutschen. Letzter Tage haben sich die fran- idsischen Diplomaten auffallend bemüht, die übri­gen Verbündeten gegen England zu stimmen. Außer Belgien wird wohl aber keiner seine An- l^t ändern, denn die Notwendigkeit, um endlich hiebet in direkte Verhandlungen mit Deutschland ist treten, wird überall anerkannt, weil man an» ulmmt, dadurch die strittigen Punkte leichter lösen zu können. Für Frankreich ist Dpa ein Gang nach Canossa. Auch über das Frankfurter Abenteuer denkt man in ^rschiedenen Kreisen Frankreichs jetzt anders "ls bisher und bezeichnet es offen als eine Niederlage Millerands, womit er sich die letzte Lhmpathie der Verbündeten verscherzt habe. Laich- Seitensprünge werde sich Frankreich wohl ni$t mehr^erlauben dürfen.

Jpu. Washington, 23. Mai. Ueber die letzte ousammenkunst der Ententeregierungen, wo die Kutsche Entschädigung beraten wurde, wird in ^Nerungskreisen erklärt, daß sich die Entente '^rechnet, wenn sie annimmt, in Amerika die der zu finden, welche sie von Deutschland zu "derp gedenkt. Einem solchen Versuch werde r afrikanische Regierung und auch die Fi- 1 'weit Schranken setzen, wodurch die Absicht igt. Für den Aufbau Europas werden der und Kredite in Amerika zu haben sein, . 1,1 erstere auch in geringerem Maße, als man ' Europa annimmt, jedoch stehe kein Dollar zur Fügung für eine Ententespeku- 1 g. t i o n, um über Deutschland die amerika- "'ichen Milliarden flüssig zu machen. Auch an ^' Börse wurde die Frage gestern sehr be- i^ochen, jedoch in abfälligem Sinne.

WB. Paris, 24. Mai. Nach demPetit Pa- ^lien" sprack Millerand aestern au den Mitalie-

bern der Kammerausschüsse für auswärtige An­gelegenheiten und für Finanzen über die in Hythe zwischen ihm und Lloyd George gepfloge­nen Verhandlungen. Wenn man gezwungen sei, die Festsetzung eines Pauschalbetrages für die Kciegseatschädigung zu erörtern, so ergebe sich das aus bet Unmöglichkeit, daß Frankreich den Friedensvertrag ohne den Beistand seiner Alliierten ausführen könne. Der Grundsatz der Zinszahlung sei in Hythe anerkannt worden. Man habe auch davon gesprochen, die Geldzah­lungen getrennt zu halten von den Lieferungen, die als Restitutionen erfolgen müßten, also von den Lieferungen an Kohle und Vieh. Der Zins­fuß soll nicht geringer sein als 5 Prozent bei einem Prozent Amortisation.

Ribot erklärte gestern bei der Generaldebatte des Steuergesetzes im Senat, das Wesentliche bei der Festsetzung der Entschädigungssumme, die Deutschland bezahlen solle, sei die Frage der Pfänder. Erhalte man sie nicht, so gewähre man eine Herabsetzung der Schuld ohne Kom­pensation.

WB. Paris, 23. Mai. Pertinax gibt im Echo de Paris" zu, daß die Erklärungen Bonar Laws die ganze Ungewißheit des Uebereinkom- mens oder vielmehr der Anfangsübereinkommen bewiesen, die zwischen London und Paris be­züglich der Ausführung des Friedensvertrages von Versailles zustande gekommen seien. Kein Text setze die Schlußfolgerungen fest, zu denen die Verhandlungen, die seit fast einem Monat im Gange seien, geführt hätten. Es gebe keinen unterzeichneten Vertrag, also auch kein endgül­tiges Abkommen. Wenn man an die fortgesetzten Schwankungen der gegenwärtigen englischen Politik denke, dann könne man wohl fragen, wel­ches die Grundsätze seien, worüber sich Mille- WMMW

leihe ab. Um diese durchzuführen, müsse man sich auf den guten Willen neutraler Finanzleute verlassen, und auf diese könne Deutschland Ein­fluß ausüben. Aber es frägt sich, ob diese Mit­tel genügen würden, daß der neutrale Markt nicht dem Beispiel des amerikanischen Marktes folge, und ob dieser fortfahren würde, wie jetzt, sich zurückzuhalten. Ein Wort von Wilson und den Direktoren der Federal Reserve würde ge­nügen, eine günstige Lösung herbeizuführen. Wenn die internationale Anleihe von jeder di­rekten- Steuer befreit werde, werde sie sicher Er­folg haben, aber bis jetzt könne man daran nicht glauben. Pertinax ist nicht der Ansicht, daß alle Anstrengungen Millerands bis jetzt erfolglos gewesen seien. Er weist auf das selbständige Vorgehen im Maingau hin und meint Frank­reich sei ohne solide kontinentale Hilfe. Mille­rand habe in Sau Remo eine versöhnliche Note angeschlagen. Wenn dieser Versuch mit Klug­heit fort;;fefet werde, dann könne vielleicht gesagt werden, daß kein vergeblicher Versuch gemacht sei. Dann werde sich auch eine enge Zusammen­arbeit der Regierungen von London und Paris ergeben.

Verschiebung ber Konferenz m' Spa.

WB. Berlin, 22. Mai. Der hiesige großbri- tannische Geschäftsträger hat im Äustrage der Regierungen von Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien dem Reichskanzler heute eine Note übermittelt, in der die Verlegung des Termins der Konferenz von Spa auf den 21. Juni vorgeschlagen und das Einver- stäudnis der deutschen Regierung dazu erbeten wird.

WB. Berlin, 24. Mai. Der Reichskanzler teilte dem großbritannischen Geschäftsträger mit, daß die Reichsregierung die Einladnng zur Konferenz in Spa auf den 21. Juni angenommen hat.

Die Schuiden ber Alliierten an Amerika.

WB. Paris, 24. Mai. DerTsmps" »er« öffsntlicht ein Kabeltelegramm aus New-Hork, wonach der Gedanke, daß die Schulden der Alliierten nur in beut Maße zurückgszahlt werden könnten, wie Dentschland Zahlung leiste, für die amerikanische Regierung unan­nehmbar sei.

Bnternati anale Finanzkonferenz.

Nach einerTemps"-Akeldung aus London er­fährt man von autorisierter Seite: Die internationale Finanzkoujerenz in Brüssel wird am 5. oder 6. Juli zusammentreten. Die Verhandlungen werden öffentlich fein. 25 Nationen, darunter Deutschland und Oesterreich, sind vertreten. Die Konferenz selbst wird bestimmen, ob die Vertreter Deutschlands uns Oesterreichs Stimmberechtigung haben oder nur beratend zugelassen werden. Der Berichterstatter glaubt, daß die Finänzminister der verschiedenen Staaten den Vera unaen beiwohnen werden.

WB. Paris, 22. Atai Ueber die Finanzkünfs- renz von Brüssel, die am 5. oder 6. Juli zusammen- treten soll, macht der Londoner Korrespondent der Temps" einige Angaben. Der Hauptzweck der Konferenz sei, die Art der Mobilisierung der in Spa festgesetzten deutschen Entschädigungssumme festzulegen. Außerdem soll über die Ausgabe einer internationalen Anleihe entschieden werden, durch die die Mobilisierung der deutschen Entschädigung erleichtert und die Wiederherstellung der wirtschaft­lichen Lage in ganz Europa gesichert werden solle. In gut unterrichteten Kreisen glaube man, die An­leihe werde hauptsächlich in Süd- und Nordamerika gezeichnet werden. Jedes Land soll auf der Kon­ferenz über den Stand seiner Finanzen, seiner aus­ländischen Schuld und seines Außenhandels Auskunft geben.

WB. London, 23. Mai. Die ..Morning Post" berichtet aus Washington, es stehe fest, daß Amerika sich auf der Finanzkonferenz vertreten lassen werde. Der amerikanische Vertreter werde jedoch nur als Zuhörer an den Beratungen teilnehnren,

Ms VsMachrmg Dsutschiauds Zurch farbige FkÄnzsjen.

Jpu. New-Dork, 24. Mai. IZelche Gründe die französische Regierung auch dafür angebenmag, schreibt der New-AorkerGlobe", daß sie Deutschland durch halbzivilisierte Eingeborene Afrikas bewachen läßt, das Gewissen jedes Laien muß dieses Vorgehen' als ungerecht und unverantwortlich verdammen. In süddeutschen amerikanischen Zeitungen wird noch viel schärfer darüber geurteilt, selbst von Blättern, die stets franzosenfreundlich waren. Einige derselben schreiben, daß man der zivilisierten Welt Frankreichs alle Sympathien entziehen müsse, nachdem es mit Negern eine solche Gemeinschaft gepflogen habe.

Im besetzten deutschen Gebiete liegen nach in Berlin vorliegenden Nachrichten:

») Schwarze Truppen (Neger):

2. Ein.madagassisches Jägerregiment. Die Mada- gasscu, Bewohner von Madagaskar, sind aus ver­schiedenen Bevölkermigsbestandieilen zusammengesetzt: auS den Hova, einem Mischvolk. aus metajischen und afrikanischen Elementen, und aus den^Sakataven. DaS Regiment steht in Ludwigshafen, Speyer und Germersheim.

b) Braune Truppen (Nordafrikaner), etwa 16 Schützenregimenter, verteilt auf das ganze besetzte Rheinland.

c) Gelbe (Asiaten) Truppen, liegen im besetzten deutschen Gebiet nicht.

Ein Angliickzsfall Dsschanels.

PariS, 24. Mai. (Wolff.) Der Präsident ist trotz des Jnssuenzaankalls am 2s. Mai, abends 9.20 Uhr vom Lyoner Bähnöof im Sonderzuge in Beglei­tung des Minister des Innern Steeg nach Montbri- wn abgereist. Kurz nachdem der Zug die Station Montargis passiert hatte, öffnete DeSchanel das Schlaf- abteil, mit Lust zu schöpfen. Hierbei fiel er topfit6er in den Sand. Der Smi setzte die Fahrt fort. Tes- chanel konnte zu Fuß bis zum nächsten Bahnwärter-- häuSchen weitergehen. Hier wurde her Unterpräfett von Montargis benackrichtigt, der den Präsidenten im Automobil nach der Präfektur brächte. Der Präsident trug nur im Gesicht leichte Verletzungen davon. Der Minister Steeg reifte zur Tenkmalsenthüllung nach Montbrison weiter.

WB. Paris,. Mai. Nach einem gestern nach­mittag ausgegebenett Bericht über den Gesundheits­zustand Deschanels ist dieser im Gesicht und am linken Knie leicht verletzt. Sein Zustand gibt keinerlei An­laß zu Beunruhigung.

Die franzssische SireikbeWegung

WB. Paris, 24. Mai. Nach einer Havasmeldung beschlossen die Bergarbeiter in Cransae und Becaze- Pille, den Ausstand so lange fortzusetzen, bis alle ent­lassenen Arbeiter wieder eingestellt sind, oder bis das Versprechen gegeben wird, daß keine Entlassungen mehr erfolgen.

Paris, 24. Mai. (2BoI^,u- B^deskomitee der Eisenbahner beschloß, den Streck weitesizusübren. Er soll dieselben Ziele verfolgen und dieselben For­derungen durchsetzen, die zu Beginn aufgestellt wurden.

EiR IttkamMe^ftstz ZWischsn TÄelien und Griechen.

WB. Athen, 25. Mai. Das griechische Hauptquartier in Smyrna meldet, daß ein Zu­sammenstoß in der Gegend von Odemisch zwischen einer türkischen Truppe von etwa 400 Mann, die von irregulären Truppen unterstützt wurde, und griechischen Truppen stattgefunden habe. Die Türken hatten eine starke Niederlage erlitten und viele Tote, Verwundete und Ge­fangene zurückgelassen. Die griechischen Verluste seien verhältnismäßig gering.

Dis ZugolKsiLKCn Keichs- WKhlVsrschläge.

In der heute erscheinenden Sondernummer desReichsanzeigers" veröffentlicht der Reichs- waülleiter die vom Reichswahlausschuß zuqe-

lassenen Reichswahlvacschläge mit Kennwortes in folgender Nummernfolge: Nr. 1- S. P- D., Sozialdemokratische Partei Deutschlands, 33 Bewerber; Nr. 2. Peter Spähn, Zentrum, 11 Bewerber; Nr. 3. Petersen-Bäumer, 38 Bewer­ber; Nr. 4. Deutschnational, 21 Bewerber; Nr. 5. Deutsche Volksparter, 21 Bewerber; Nr. 6. N. S. P. D-, Toni Sender-Dittman«, 24 Bewerber; Nr. 7. Deutsche Mittelstandspartei, 3 Bewerber; Nr. 8. Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund), 17 Bewerber; Nr. 9. Alte Partei, 1 Bewerber; Nr. 10. Auf­bau Partei, 12 Bewerber; Nr. 11. Nationaldemo» statische Volkspattei, 6 Bewerber; Nr. 12- Bayerischer Bauernbund, 1 Bewerber; Nr. 13- Alpers, 6 Bewerber; Nr. 14. Uberftäbt, 4 Be­werber; Nr. 15. Ehristlich-föberalistische Reichs­wahlliste, 3 Bewerber; Nr. 16. Deutsch-sozia­listische Partei, 11 Bewerber; Nr. 17. Lausitzei Volkspartei, 12 Bewerber.

Neue Parteien.

Im Büchereisaale des Statistischen Reichs­amtes fand am Samstag eine Sitzung des Reichswahlausschusses unter Vorsitz des Reicks- wahlleiters, Geh. Regierungsrats Delbcück, statt. Aus dem Verlauf der Sitzung, deren Auf­gabe es war, die Gültigkeit der eingereichten Wahlvorschläge zu prüfen und festzustellen, er­fuhr man das Gemisch der Parteien, das ant 6. Juni die Wahlstätt betreten wird. Die meisten Listen wurden, einzelne unter Strei­chung des einen oder anderen Namens, bom Reichswahlausschuß genehmigt, außer den be­kannten großen Parteien noch dieNational- demokratische Volkspattei",' eineChristlich­soziale Volkspartei", die sich in Münster gebildet hat dieWirtschaftliche Aufbaupartei" (12 Be­werbers dieHannoversch-Brannschweigisch- Schlkswig-HotstLrursche Landesparter' (erjrcr Name Abg. Alpers), derDeutsche Wirtschafts- bund für Stadt und Land" (4 Bewerber), die Christlich-föderalistische Partei (8 Bewerber), dieDeutsch-sozialistische Partei" (11 Bewer­ber) und dieLausttzer Volkspartei". Eine in Bochum ansässige Polenpartei mit zwei Bewer­bern wurde aus Formmängeln nicht zugelassen.

DieGrenze öe§8shnforöerungen.

Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber- verbände hat in ihrer Ausschutzsitzung am 20. Mai in eingehender Aussprache die gesamte Wirt­schaftslage Deutschlands erörtert. Sie hält es für ihre dringende Pflicht, den ernsten Mahnruf an sämtliche Ihr angeschlossenen Arbeitgeberverbände zu richten, jede neue Erhöhung der Löhne und Ge­hälter abzulehnen. Die Preise der deutschen Er­zeugnisse haben die Weltmarktpreise ungefähr erreicht, zum Teil bereits überschritten. Schon heute stockt überall der Absatz- Eine abermalige Steigerung der Gestehungskosten durch weiteres Anschwellen der Löhne und Gehälter und die daraus folgende Verteuerung der Preise muß zur Katastrophe führen und damit unabsehbares Elend über alle Krei k des deutschen Volkes, nicht zuletzt der Arbeitnehiner bringen. Den Arbeitnehmern selbst ist auch mit der reinen Steigerung der Löhne und Gehälter zuge­gebenermaßen nicht gedient. Ihnen wie der ganzen deutschen Wirtschaft kann nur geholfen werden durch vermehrte und verbilligte Produktion, die allein und durch sich eine Senkung der Preise be­wirken kann.

Kurze Meldungen.

* Der ehemalige deutsche Kronprinz verlebte die Feiertage bei seinen Eltern in der neuen Wohnung auf Doora. Die Kaiserin, die in letz-, ter Zeit krank war, ist vollkommen wieder her­gestellt.

* Die Reichszentrale für Kriegs- und Zivil­gefangene teilt mit: Das Abkommen mit Sow- ' jetrußland über den Gefangenenaustausch ist von beiden Teilen ratifiziert worden. Der zweite Transport mit deutschen Heimkehrern aus Sow- jetrußland ist am 22. Mai im Durchgangslager Kreckow bei Stettin eingetroffen.

* Wie verlautet, ist die Entscheidung in der Schleswigfrage getroffen worden, und zwar soll die neue Grenze mit der Clarisenlinie zusammen­fallen. .

* Aus Mexiko wird amtlich gemeldet, don General Carranza am Donnerstag ermordet wurde. (Carranza war 65 Jahre alt.)

* Reichspräsident Ebert richtete an den Staatspräsidenten Ulrich ein Schreiben, in dem er der hessischen Bevöllerung für ihre Haltung \ während der französischen Besetzung den Dan' ausspricht.

* Nach einer Meldung desMatm" aus Washington hat das Repräsentantenhaus öu Resolution Knox angenommen, durch die bei Kriegszustand mit Deutschland für beendet er­klärt wird.