Li«rückL»gssebuhr:Die8gesp.Kolonelzeilead. deren Raum M Pfg., die 4gew. Zeile i. Reklmne- teil 2.50 MIT 25°loTsuerunsszuschl. Offertgebübr 30Pfg. Bezugspreis:Vierteljährlich 10.50 Mk.. monatl. 3.50 Mk^ für Postbezug vierteljährl. 10.50 Mark, uwnatl. 3.50 Mk. Die Nummer 15 Pfg.
Posticheck-Kouto Nr. 26659. Frankfurt a. AL.
General-Anzeiger
AmMches Orgem für SZaö!- mO ßai^l^ds §ayM
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Sr. 116 ^"
WMMvch Ksrr 19. Mai
»sesäMt«sssesb
1928
Das Neueste.
Ueber Kcmst«mtinopel wurde der BelagerungSzu- panb verhängt.
Mti hat bett Auftrag erhalten, ein neues Kabinett p bilden.
Der Prozeß wegen der Kapitulation von Maiebeuge tiüetr mit Freisprechung.
Die deutschen „Krieg-Verbrecher" find nach Leipzig pn Vernehmung geladen.
Heute tritt die Nationalversammlung zu ihrer letzten Mmg zusammen.
Sylhe ein Zwischenakt.
Ueber dir B-sratimgen in Hyche ist bisher in den französischen MAtern rvcht wenig be- nchtÄ worden; wenn man sich erinnert, wie reichlich die Sonderbsrichte jüngst aus Sun tao nach Paris flossen, so kann man diesmal zerrdezu von einer völligen Verstopfunig der Quellen reden. Es scheint, daß erst jetzt, nach tat Abschluß der Beratungen von Hythe, einiges durch sickern soll, und wahrscheinlich werden sich die beteiligten Staatsmänner M sagen, daß mit ihrer amtlichen Mitteilung die öffentlich« Meinung nicht sonderlich viel inzufüngen weiß. Diese Mitteilung ist so all- Mein gehalten, daß 2H« das Ergebnis von Satt Steino hinaus so gut wie nichts gefördert «den z« sein scheint. Dieser Eindruck wird wohl im wesentlichen zu Recht bestehen, auch penn selbstverständlich zwischen den englischen M französischen Staatsmännern und Sachver- /iMdigen viel mehr an Einzelheiten besprocken »nd«r ist, als in der amtlichen Mitteilung zum ?Mdruck kommt- Solche Einzelheiten, von denen bereits einige mehr oder minder zuverlässig be- kimt werde», sind aber zur Beurteilung des Mebnisses von Hythe notwendig; ohne sie bliebe die eigentliche und einzige Leistung der Auftrag an die beiderseitigen Sachverständigen, „sofort iften Regierungen den Betrag der deutschen Schuld, der sowohl von den Vetbün-deten ange- iiommen werden kann als auch mit der Zah- iungsfähigkeit Deutschlands vereint ist, zur PrüfMg vorzuschlagen/ Die beiderseitigen Sachverständigen sind aber nicht etwa, wie man denke» sollte, die des Verbands auf der einen und Deutschlands auf der anderen Seite; viel- «chr sollen nur die Sachverständigen Frankreichs und Englands darüber entscheiden, was mit der Zahlungsfähigkeit Deutschlands vereinbar ist! Daß sie sich bei dieser eigenartigen Aufgabe nicht an die sachverständigen Darlegungen unseres Reichsfinanzministers halten werden, das kann man schon aus den heftigen Anfechtungen schließen, die dessen Dresdner Rede in der fvcm- iöslschen Presse erfahren hat. Wenn wir nach diesem Verfahren am 21- Juni in Spa über den Umfang unserer Leistungsfähigkeit aufgeklärt werden sollen, so könnte das eine nette Uebor- Mschung geben. Indessen wird man den eng= Eschen und französischen Sachverständigen, den toten mehr, den andern weniger, doch ein gewisses Maß von Bemühungen um eine nüchterne, wirklichkeitsgetreue Abschätzung unsrer finan- iiellen und wirtschaftlichen Lage zutrauen dür- H und es wird Sache der deutschen Regierung 'tot, diesen Bemühungen nachzuhelfen, auch wenn sie von den Verbandsmächten nicht dazu Mangezogen worden ist. Nach dem Friedens- »evtrag ist ja der deutschen Regierung aufge- itoen, mit Vorschlägen über die Abtragung der Wiedergutmachungsschuld an den Verband ^erchzutreten; der letzte Zeitpunkt dafür war der >0. Mgj. Man hat sich aber in Berlin dahin schlüssig gemacht und dirs auch dem Verband witgeteitt, daß diese Vorschläge erst auf der Zusammenkunft in Spa unterbreitet werden wllen. Der Verband scheint damit einverstanden tu fein, wenigstens ist aus Hythe nicht Gegen- siliges berichtet worden, trotzdem der Zeitpunkt sur Spa um vier Wochen hinausgeschoben wor- °en ist. Jedenfalls hat die deutsche Regierung Gelegenheit genug, sei es durch öffentliche Reden oder durch Veröffentlichungen in der Presse, etwaigen Ueberschätzungsneigungen der Rorbaiidssachverständizen entgegenzuwirken utb ^sre Lage wahrheitsgemäß zu schildern. Die Zusammenkunft von Hythe aber bleibt einstweilen ein Zwischenakt, den man des nähern tot besprechen könnte, wenn der amtlichen Mit- -^ilung weitere folgen werden.
WB. Amsterdam, 18. Mai. „Daily Chronicle" schreibt zum Ergebnis der Konferenz in Hythe: ..Der Vorschlag Frankreichs, in die erste Reihe ^e Besatzungskosten, dann die Entschädigung VelgiestL und an dritter Stelle inte Entschä
digung Frankreichs zu setzen, würde in Praxis darauf hinausgekommen sein, daß die anderen Länder überhaupt nichts erhalten halten. Dieser Vorschlag ist nicht angenommen worden, sondern die leitenden Staatsmänner haben sich über vernünftige Pläne geeinigt, durch die zwischen den deutschen und alliierten Schulden eine Verbindung hergestellt wird. Die Last dieser Kombination fällt in erster Linie auf England, aber vom Standpunkt der Billigkeit und Klugheit läßt sich viel für den Plan sagen. Als i-n t e r n a t i o n a l e r Plan würde er natürlich viel vollständiger sein- wenn sich Amerika ihm angeschlossen hätte."
„Daily News" stimmt der gegenseitigen Schuldenreglung vom ganzen Herzen zu. Nur „E v eni n g N e w s" ist unzufrieden und fragt, ob es in Ordnung sei, daß England bei seiner heutigen Finanzlage zugemutet werde, unter Umständen einen großen Betrag abzuschreiben.
Wie das Datum der Konferenz in € m, so sind auch die Nachrichten über die Lir.ergut- machungssummev schwankend und unsicher. Fast scheint es, so schreibt die „Deutsche Allgemeine Zeitung", als würde bei den Verhandlungen vergessen, daß die Goldmark auch jetzt nach der starken Aufwärtsbewegung der deutschen Valuta noch immer das Zehnfache des Papiergeldes ausmache. Was der englische Wirifchafts'achvev- ständige Keynes als äußerste Leistungsgrenze für Deutschland bezeichnet hat, wird bedeutend überschritten. Wenn die Konferenz in Spa überhaupt einen Zweck haben soll, so darf das Ergebnis vorweggenommen werden. Man muß erwarten, daß von den Gläubigern ein Ausgleich gesucht werden wird zwischen Gewünschtem und wirklich Möglichem: Dieser Grundgedanke ist in Deutschland begrüßi worden als Ausgangspunkt für friedliche Bezi-chungen aufgruno per ^tchch- bercchtigung. Diese deutsche Auffassung wird solange die gleiche bleiben, als sich die Grundlagen der Einladung nicht verschieben.
in der ganzen Welt vorhanden, bie Nachfrage ließ aber her hohen Preist wegen nach. Die hohen Preise sind aber auch znrhckznfübren am die verringerte Produktion. Es wird nirgends auf die Förderung der produktiven Arbest bei uns genügend Wert gelegt. Eine viel zu große Menge Menschen ist unbrobu'tiv [tätig. Die Zahl der Beamten in den Staats- und Pribatbetrieben ist viel zu $ ron. Deutschlands großes Leiden ist die Verringerung der W a r e n m e n g e, die es heute herftehf. ZMernüäßig, nach dem unbrauchbaren Maßstab der Mark gerechnet, wächst alles, aber tilogrammähig ist ein Rückgang in der Produktion zu verzeichnen.
AttSNKhMeZUftKNd
Lmd VsichsAgStVKhleN.
WB. Berlin, 17. Mai. Der Reichsminister des Innern richtete an die auf Grund des Ausnahmezustandes eingesetzten Regierungskommissare nachstehenden Erlaß: Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Reichstag-wahlen wurde erwogen, ob der in einem großen Teil des deutschen Reiches noch bestehende Ä'nSnahmeznstand aufgehoben werden könne. Nach rei,sicher Prüfling erscheint die? mit Rücksicht auf die gesamte wirtschaftliche und politische Lage nicht an= gängig. Die Wahlagitstion darf jedoch keinesfalls eingeschränkt werden. Deshalb ersuche ich, bon Ver- mmmlungs- und ZeitungSverboken unbedingt abzu- sehen, soweit nicht eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung borliegt Auch sind alle auf diesen Gebieten etwa bestehenden Einschränkungen, z. B. die Anmeldep'-ckit für Versammlungen. die Vorlegung von Flugblättern vor ihrer Veröffentlichung usw. aufzuheben. Eine völlig un= varteusche Stellungnahme allen politischen Parteien gegenüber ist unbedingt geboten.
Die SchAMagung der NMVNslVTrftMMluNg.
Av! heutigen Mittwoch tritt bie Nationalversamm- üiM ju ^ einer, kurzen letzten Tagung zusanimen, die wahrscheinirch morgen m-on sc-Wel werden werd. In der morgenden Sitzung wrrd erste Interpellation wegen der schwarzen Truppen'eingebracht werden, auf die die Regierung antworten wird. Wenn verschiedentlich die Rede davon gewesen ist, daß in der Schlußsitzung der Nationalversammlung die Regierung noch eine Erklärung über Spa abgegen werde, so hört die „Deutsche Allgemeine Zeitung", daß eine solche Erklärung nicht vorgesehen sei.
Die öeulschsn„KriSgSVSrörLchSr"
zur Vernehmung nach Leipzig geladen.
Nach dem „Berliner Tageblatt" sind die in der kürzlich überreichten Liste der Entente der Kriegsver- brechen beschuldigten Deutschen vom Oberreichsanwalt für die Zeit vom 7. bis 20. Snm zur Vernehmung nach Leipzig geladen worden.
Eine Ehrung des dsulfchen Exkaisers.
Ipu. Amsterdlrm, 18. Mai. Beim Verlassen Amerongens ist dem Kaiser seitens der Einwohnerschaft eine besondere Ehrung zuteil geworden. Eine Musikkapelle spielte vor dem Schloß, während eines Abschiedsdiners, an dem die Bürgermeister der Nachbargemeinden teil- nahmen.
WB. Haag, 18. Mai. (Ko rrespondenz-Vüro.) In Erwiderung auf eine-Anfrage erklärte der Minister des Innern, daß für den Kaiser aus dem Staatsschatz niemals irgendwelche Gelder zur Bestreitung von Lebens- und Genußmitteln, für Wohnungseinrichtung usw. bezahlt worden seien. Für den vormaligen Kronprinzen gelte dasselbe. Für letzteren seien lediglich 14 500 Gulden zu einer Wohnungseinrichtung zur Verfügung gestellt worden.
Millerands Politik gegen die Arbeiter.
Ipu. Pakts, 18. Mai. Millerand, der einst selbst vorgab, Sozialist zu sein und damals mit Hilfe der Arbeilerschaft Frankreichs sich einen Namen in der ftairzösischen Politik zu machen wußte, ist heute Frankreichs Ministerpräsident und sieht sich in dieser Eigenschaft gezwungen, gegeudie französischc Arbeiterschaft Vorzugehen und dieser den Kampf anzusagen. DaS ist letzter Tage geschehen und nun muß es sich zeigen, ob Blillerands Auffassung richtig ist, daß die Arbeiterschaft Frankreichs unter sich so uneinig ist, daß alle drittel gegen sie angewandt werden können. Vielfach ist diese Ansicht in letzter Zeit in Frankreich verbreitet worden und zwar von denjenigen Kreisen, die aus der reaktionäreren Politik noch eine Richtung der Scharfmacher entwickeln wollen, um durch Kampf zur Äiacht ;u gelangen. Das kann aber nur auf Kosten der Arbeiter mid Klembauern geschehen, die Frankreich zu seinem Wiederaufvan dringend nötig hat. Alan hält daher auch Ptillerands Politik gegen bie Arbeiter für ein großes Wagnis, weil er sich auf Kreise verläßt, die bei jeder {Gelegenheit wieder Umfallen ober doch machtlos werden, wenn die Massen gegen sie vorgehen wollen. Die Arbcitergrwc kfchaften sind mit der sozialistischen Partei einig, suchen aber zunächst die Unter- stütznng der übrigen Arbeiter zu finden, weshalb sie noch eine reservierte Haltung entnehmen. Zur Zcit ist man in Frankreich bannt beschäftigt, bat Kampfmittel des Geseralltreike» neu iu »raauiiieren.
Deulsch-polnische Verhandlungen
WB. Berlin, 18. Mai. Seit Mitte April schweben in Paris deutsch-polnische Verhandlungen. Der Ausgangspunkt ist ein in Paris am 9. Januar geschlossenes deutsch - polnisckes Abkomme n ^wodurch sich Deutschland verpflichtet, gewisse Punkte mit Polen m naher Zukunft vertraglich zu regeln. Es handelt sich um eine Verständigung über du Verpflichtung er deutschen Regierung au? ihrer ^rgMart na ^a Ausgabe von y o 1 n 11 ^en 9Kar t ir» er t en, ferner um die Regelung des ^rfahrens bei der im Friedeusvertrage vorgesehenen Restitution von Maschinen u. s. w., umben Eintritt Polens mde Verträge der laufenden Verwaltung, um die s-! - stellung, nach welchen Grundsätzen die infolge der Gebietsabtretung erforderliche Verteilung der Pcnnon-- last auf Deutschland und Polen zu erfolgen hat, um bie lleberantwortung der Akten und die Teilung von Archiven^ soweit dies infolge des Friedensvertrages notwendig geworden ist. Alle diese Punkte und durch die Verhandlungen in den Unterkomnnssionen w weit aefördert, daß sie für abschließende Erörterungen im Plenum der Delegationen reif sind. Die deutsche Delc- aation vertrat seit Beginn der Verhandlungen den Standpunkt, daß gleichzeitig mit derobenerwähnten, MÄÄU^ flstk--^ ÄÄ «ä gewährleisteten staatsbürgerlichen und wirttchatlichen ».s Ää?® ää.®**B bereit. Die alliierten Hauptmächte erkannten ihrer eits die Notwendigkeit einer schl-umgen vertraslichen^Rrge- lung des Verkehrs burcb den sogenannten polnpchm Korridor an, sie zeigte^ auch Verständnis- flk^d« Umfassung der deutschen Delegierten, datz-die Gru.dlgu.rg der OptionSfrage als äußerst dnngüch anzirschen pr. Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen über die beiden Fmaen bald ausgenommen und dann mit den übrigen Punkten gemeinsam abgemessen m^ so loyal Deutschland seinen vertraglichen Verpflichtungen zu genügen bereit ist, so nachhaltig muß es>dar« bestehen, daß Polen auch feine aus dem ^nedensvertrage sich ergebenden Pflichten erfüllt.
Deutzchlands grobes Leiden.
In. der gestrigen Generalvcrsammlimg der Siemens u. Halske A.-G., in der die Rutrage der Verwaltung auf Verdoppelung des Grundkapitals und auf ©djaffung von Namensaktion mit dreißigtachem Stimmrecht angenommen wurden, führte der ^or- sitzende Karl Friedrich von Siemens u. a. aus: Unsere Valuta wird g ü n stige r. Sie wird pch bessern bis zum Schnittpunkt der inneren und aiistercn Kaulkraft unseres Geldes, wenn wir durch erpohte Produktion die BesserungSbcwegung unterstiitzcii. Wenn wir den Schnittpunkt erreicht haben, werden Schwierigkeiten des Exports einsetzcn. Schon lleute überschreiten in manchen Artikeln, anch in der Elcktro- tcchiiik, die Inlandspreise bie Weltmarktpreise. Die Länder, die auch eine schlechte Valuta haben, sind uns heute ick»» fast vollkommen verschlolle«. Bedarf ist
Kriegsmaterial gegen
Sowjelrutzland.
WB. Mailand, 18. Mai. Die Eistnbahxer hon Brescia weigerten sich, einen von F r an k r e i ch kommenden Zug mit Kriegsmaterial, bet,für Bukarest bestimmt ist, weiterzuleiten, da es sich sicher um Kriegsmaterial handele, welches zum Kampfe gegen Sowjet» rußland verwendet werden solle.
WB. Amsterdam, 18. Mai. Der „Telegraaf* meldet aus London: Bonar Law erklärte im U n t en 6 a it fe in Erwiderung mehrerer Anfrage«: „Als i» Oktober 1919 die russischen Randsiaatrn zu einem All- griff auf die Räteregierung um Unterstützung baten, konnte die englische Regierung keine finanzielle Hrlfe leisten. Sie bot aber Polen einen Vorrat an überzähligem Kriegsmaterial unter bet Bedingung an, daß es auf polnische Rechnung befördert ward, irgend eme andere Bedingung wurde an die Lieferzmg nicht geknüpft."
Ein neues Ksbrnelt AiM.
WB. Rom, 18. Mai. Nitti erhielt den Auftrast zur Bildung des Kabinetts. Wie man versichert, hat 'Nitti bis jetzt noch keine Angebote gemacht und ist noch mit Sondierungsarbeiten zur Feststellung der Auffassungen der verschiedenen Parteiführer beschäftigt.
Der katholischen Volkspartei ist es demnach nicht möglich gewesen, die Regierungsumbildung vorzu- nehmen, wozu sie eigentlich durch ihr entscheidendes Eingreifen beim Sturze Nittis verpflichtet gieren wäre. Laut „Secolo" herrscht in Rom Uebereinstimmung darüber, daß er Nitti gelingen werde, ein Kabinett zu bilden, das voraussichtlich bis zum Herbst, den mutmaßlichen Zeitpunkt von Kammerneuwahlen, bestehen wird.
Die Mitwirkung der Radikalen u. Katholiken*
(Letzte Meldung.)
WB. Rom, 18. Mai. Nitti, der die Besprechungen zur Lösung der Knse fortgesetzt hat, hatte heute morgen eine längere Audienz beim König. Nachmittags oer- i«nimeUeu. stütz . ru, »er Kammer bie tonfhtuhrneben parlamentarischen Gruppen, um oie von ihnen zur Losung bet Kriseemz«Mmende Haltung zu brnredieff.' Die radikalen Gruvven nahmen eine Tagesordunnz an, in der sie sich für die Bildung eines reform-to- rischen Kabinetts aussprachen und beschlossen, «ch mit den übrigen demokratischen Gruppen in Verbindung zu ie^en. In parlamentarischen Kreisen wird dieu Teilnahme als ein Beweis dafür angesehen, dan du Radikalen dem Kabinett ihre Mitwirkung lernen werden. Die parlamentarische Gruppe der kathsliichcnZ.ro. .?- - Partei hat die Haltung ihres Dollzugtzausschustes und dessen Besprechungen anläßlich der Krise gebilligt. Dleee Entscheidung wird ebenfalls in parlamentarischen Krei.cn als das Vorspiel der Mitwirkung der katholischen Volks- Partei für ein Kabinett Nitti betrachtet.
Arrs der Türkei.
Belagerungszustand über Konstantinopel.
Ipu. Konstantinopel, 18. Mai. Für.die Rückkehr der türkischen Fricdtttsdelcgcrtion find umfangreiche Regieruugsmatznahrne» aetrossen, da nach Gerüchten ernc V e r - s ch w ö r u u g besteht, um die Mitglreder der TcLegaLion,dic den AricdenSvertrag entgcgrn- nahme», zu ermorden. ^ Perzonen und bisher in dieser Lache verhaftet warben, doch nimmt man an, daß auch auf der Reise von Paris nach hier Maßregeln zum «chirtzc der Kommission getroffen werden mußten, i te Aufregung unter der Bevölkerung Konstan.r- nopels ist auf das höchste gestiegen und »-« Tntentetruppe» lassen bte Strafen durch besondere Wachen Tag und Nacht fantroJicrcn. Ueber Ko « stautinopel ist der Beta a c r n n g s z u st a n d erklärt worden-Bon verschiedenen Leiten wird berrchtet, daß b*. Sultan einen Fluchtversuch gemacht habe, der
mißlungen fei. _ ,„
WB. Haag, 19. Mai. Laut „Nieuwe Eonrant hat bet Vizekönig von Indien e i n e B o t s ck a f t a n die Mohammedaner Indiens gerichtet, ui der er erklärt, die Friedmsbedmgungen für die s urfet seien nach eingehender Befragung der mohammcsanncben Vertreter aller Länder ausgestellt worden. Am Schlug der Botschaft wird den Wohamiuedanern unter Hritucher Herrschaft vollkommene religiöse Freiheit jugqtaiert.
Iüu. Koitstanrinopcl, 17. Mai. Nachricotcu euS englischen Quellen meldeu, daß sich in Armemen eure sozialistische Regierung festsetze, die von den ii : iuhen Pkationalisten zusammengestellt wurde. i'irnttnten ur jetzt das Bindeglied zwischen den Bolichewipeu im Mau« kasus und den Nationalisten in Anatomien geworrcu, die sich stark dezentralisieren und überall neue Vetter mit einer Bewegung betrauen, deren Ziele überall ök« selben sind. In Angora hält Mustani Kemal Paicha fortwährend Sitzungen seines Parlamentes ab, das sich mit den Streitfragen der ehemaligen Türkei beschäftigt und die Nachbarvölker zu gewinnen sticht. Unter betr Tuick der Rationalisten seien alle Pläne der Simoniet ausaegcben worden und von Afghanistan bis Angora sei eine Kette anti-englischer Völker entstanden, du notgedrungen jetzt zusammenhalten und abwarten, was England dagegen zu unternehmen gedenkt.
♦ Zu der Mitteilung des „Berliner LokalanzeigerS* über eine angeblich bevorstehende Auflösung d«r bayerischen Reichswehr wird von zustandigel Seite mitgeteilt, daß die Meldung durchaus unbegründet ÜL