Einrü ckungsgebuhr: Die8gefp.Kolonelzeileod. deren Raum 80 Pfg., die 4gesv. Zeile i. Reklame- rei l 2.50 Mk., 25 l0 Teuerungszuschl. Offertgebühr 30 Pig. Bezugs preis: Vierteljährlich 10.50 Mk., monatl. 3.50 Mk.. für Postbezug vierteliährl. 10.50 Mark, monatl. 3.50 Mk. Die Nummer 15 Pfg. Postscheck-Konto Nr. 26659, Frankfurt a. M.
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Geueral'Aazsiger
AmMches Organ für Elabl- uns LanSkrels Zanan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags
Dienstag den 18. Mai
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Verlagsleitung: Ad. Jndermühle.
Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilNich.Hultick: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in Sanau a. M.
Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei danau Fernschreibanschlüsse Nr. 1237 und 1238
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Das Neueste.
Die Räumung des Maingaues ist ohne Ztvischen-fall erfolgt.
Der deutsche Geschäftsträger Mayer nahm Dem an einem Diner des fta-nzö fischen Mi- -isterpcäsidenten teil.
Nach einer Aeußerung Millerands soll Dsutschland nur nach Spa kommen, um Auf- Iläruitgen über die Nichtausführung der mili- järischen BesÜmmungen des Vertrages zu geben.
Zwischen bett deutschen und den Entontemit- gliedem der Saar-Gvenzkommisfion scheint es zu RriAUNgsverschiedvlcheit-en gekommen zu sein.
Dem Hanauer Fußballklub „Viktoria" ist es gelungen, den Budapester Athletikklub (B. A- K.) auf Samstag, 29. Mai, nach Hanau zu vernichten.
Bölkerverstöndigung.
Eine Unterredung mit Dr. Koffer.
Die „Gazetta Popolo* in Turin vom 16. Mai veröffentlicht eine Unterredung ihres Sonderbe- richterstatters mit dem R e i chs m i n ist e r trs Aeußeru Dr. Köster, worin dieser auf Fragen, wie er über die Ergebnisse von San Remo und über die Politik, die die italienische Regierung dort vertrat, denke und mit welchem Programm die deutsche Regierung nach Spa gehe. u. a. erwiderte: Die Ergebnisse von San Remo lassen sich noch nicht vollständig überblicken. Diebeiden widerstrebenden Richtungen, die wir w den Ententeländern überhaupt wahrnehmen, scheinen darin zum Ausdruck gekommen zu sein: lifitrauen gegen Deutschland einerseits und zu- gleich die aus der Erkenntnis der Bedürfnisse ganz Europas geborene Bereitwilligkeit zu einem gewissen Entgegenkommen. Das Miß- Kanen zeigt sich vornehmlich in der Behandlung ist Entwaffnungsfrage. Soweit die geforderte Entwaffnung die Abrüstung Deutschlands bedeutet, kommt sie unseren eigensten Wünschen entgegen. Wir wollen keinen Mili- iarismus, keinen • waffenstarrsnden Frieden ^r, dem ein Revanchekrieg Frankreichs folgen müßte und dann wieder einer von unserer Seite, also Metzelei in Permanenz! Diese Gefühlsein- ftdlung muß auf beiden Seiten aufhören! Der ungeheure Krieg hinter uns und die Zerstörung, die er hinterließ, müssen doch dem Vernünftigen Eer Länder bewiesen haben, daß die Politik wf Grund der Interessengegensätze im Grunde eme verfehlte und zerstörende Politik ist und daß fruchtbare Politik sich auf die Erkenntnis gemeinsamen Interessen stützen muß. Die Not Orte uns zu dieser Erkenntnis und sie fängt M auf der anderen Seite an, dahin zu führen. Wir also wollen die Abrüstung und Wen nichts gegen eine Entwaffnung in diesem «nne. Wenn aber die Entwaffnung soweit geht, M sie die demokratische Regierung, die eben friedliche Politik will, wehrlos macht und militaristischen Reaktion oder dem ebenso "gressiven bolschewistischen System die Wege "Mt, so wird gerade das Gegenteil, nämlich die erneute Gefahr kriegerischer Entwickelungen, Her- "«Mführt. Nur im Interesse derOrd- ^ug und des Friedens suchten wir angesichts J® ©roßt des Reichsgebiets und der tiefen ^ufwühlung der Bevölkerung um die Erhöhung der Sicherheitstruppen ""ch. Wir müssen die Auslegung und Ausfüh- Un9 der Beschlüsse von San Remo ab warten.
zu sehen, wieweit wir hierfür Verständnis Aden. Die andere Tendenz, unser Wirtschafts- bben zu erhalten, die sich bereits im Londoner ^ftfdfaftsmanifest aus sprach, begrüßen wir »poinehr, als jetzt auch Frankreich dazu geneigt r sein scheint. Die Konferenz in Spa ^>, toenn sie zu Besprechungen in wirklich redlichem Geiste mit gutem Willen von beiden men führt, einen großen Fortschritt zur Ver- ! Mung der Völker und zur Heilung der Wun- ^ Europas bedeuten. Insoweit Ihr Minister- ^laent durch seine Reden und seine Initiative । feine Betätigung auf der Konferenz auf fen günstigen Ausgang hinwirkte, bewundern 11 feine staatsmännische Einsicht und sind mit
Herzen auf Seite seiner Politik. Mit Zedern aber haben Sie auch die Antwort auf ^rc zweite Frage. Auf die Einzelheiten des W^gramms einzugehen, wäre verfrüht. Wir ^!jen ja noch nicht, welche genauen Fragen in zur Erörterung gestellt werden sollen. Wir ^oen uns jedenfalls bemühen, in dem Sinne ?tt, zu wirken, wie ich es Ihnen eben ange- ^tet, im Sinne einer Veritän di.au na der Völ
ker und der Erkenntnis ihrer Solidarität und der Förderung des Wiederaufbaues des fast zu Grunde gerichteten Europas.
Die Konferenz von Kythe.
Deutschlapid soll nur Aufklärung über die Nichterfüllung geben?
WB. Paris, 17. Mai. Ministerpräsident Miller« nd sagte zu einem Vertreter des „Matm" gestern nach Schluß der Konferenz von Hhthe, man sei übereingekommen, daß Deutschland nur nach Spa kommen solle, um Aufklärung emzu g e b e n, namentlich über die Nichtausführung der militärischen Best immun gen des Vertrages. Man fei auch darin einig gewesen, daß man die Erläuterungen nicht abzuweisen brauche, die die deutsche Regierung den vereinigten Alliierten geben werde, um alle Maßnahmen zu treffen, die die interalliierten Kontrollkommissionen für nötig erachten. Auch wegen der nichter- füllten wirtschaftlichen Klauseln wolle man die Konferenz von Spa nicht abwarten, um ihre Ausführung sicherzustellen. Dem Vertreter des „Journal" sagte MilleraNd. man wolle für die deutsche Entschädigung eine feste Summe festsetzen, damit die ehemaligen Feinde die Schwere ihrer Last erkennen, und sie zu einer baldigen Tilgung zu ermutigen. Der festgesetzte Betrag werde aber nur das Minimum sein, unter das man nicht heruntergehen werde. Die Türe bleibe aber zu Erhöhungen offen. Wenn sich die wirtschaftliche Lage Deutschlands in besonderem Maße verbessere, dann sei es nur gerecht daß die Alliierten ihren Anteil von diesem Nutzen hätten.
WB. Amsterdam, 18. Mai- Newhmk Herald Mi^ ^^tBJÄ^Ä
fen, daß Die Allnerten keine weiteren SprHfin- digkeiten dulden werden. Bezüglich der Ablieferung des Kriegsmaterials bemerkt das Blatt, daß der Friedensvertrag bis auf die letzten Kanonen durchgesetzt werden müsse, dennoch müsse Deutschland genug reguläre Truppen behalten, um inneren Unruhen Herr zu werden. Dies liege ebenso im Interesse der Alliierten wie die Festsetzung der Entschädigungssumme. Das Blatt sagt weiter, daß das, was in dieser Woche erreicht worden wäre, weit wichtiger sei, als irgend etwas anderes.
Belgische GeWaKherrfchnfk.
WB. Berlin, 17. Mai. Die belgische Gewaltherrschaft in den Kreisen Eupen und Malmedy nimmt immer rücksichtslosere Formen an. Nachdem die Belgier vom ersten Tage der Besetzung ab, systematisch die Volksbefragung im Keime zu ersticken suchten, nachdem sie nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages zum Scheine Stimmlisten arrslegten, sie aber so handhaben, daß schon rein technisch nur ein verschwindender Bruchteil der Stimmberechtigten sich darin ein- tragen kann, nachdem sie gegen die für Deutschland abstimmenden Personen mit Zwangsmaßnahmen vorgehen, die die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz bedeuten, gingen sie vor kurzem dazu über; alle Personen, die nach dem 1. August 1914 in die Kreise zugezogen sind, aus- zuweisen. Den Betroffenen wird nur eine Frist von wenigen Tagen gelassen. Wenn sie das ihnen zum Kurse von einer Mark gleich einem Franken umgewechselte Geld nicht zum Tageskurse zurückzahlen, was den meisten unmöglich ist, so wird ihnen ihr bewegliches Gut zurück behalten., Hunderte von Familien werden hierdurch in die größte Notlage gebracht. Bei der allgemeinen Wohnungsnot können sie nirgendswo, namentlich nicht in Aachen, ein Unterkommen finden. Die Ausweisungen erfolgen im Widerspruch zu dem in den Kreisen gültigen Recht und zu den verschiedenen Bestimmungen des Friedensvertra- ges. Selbst der belgische Bevollmächtigte, der in Aachen mit dem deutschen Uebergabekommissgc verhandelt, erklärte die Ausweisungen für unzulässig. Den nachdrücklichen Protest, den die deutsche Regierung sofort bei der Friedenskonferenz, beim Völkerbund und bei der belgischen Regierung erhob, scheinen die belgischen Lokalbehörden unberücksichtigt zu lassen. Diese neue, geradezu unmenschliche Maßnahme kennzeichnet zur Genüge das belgische Gewaltregime in den Kreisen Eupen und Malmedy. Trotz dieser offenkundigen Tatsachen wollen belgische Abgeordnete und Minister die Welt glauben machen, daß in diesen Gebieten Belgien das Regiment mit Milde, Wohlwollen und Takt ausübe und daß alles in schönster Ordnung sei.
Uns öen AbfkimMtmgsgebielen.
Protest gegen die Kronenwährung.
WB. Berlin, 17. Mai. Der Präsident der deutschen Friedensdcleaation in
Paris übergab dem Präsidenten der Friedenskonferenz folgende Note:
Herr Präsident! Wie der deutsche Bevollmächtigte bei der i n t e r n a t i o n a l e n Kommission in Flensburg auf Grund von Mitteilungen des Generalsekretärs der Kommission Brudenell-Bruce und des norwegischen Mitgliedes H a f t y e berichtet, beabsichtigt die internationale Kommission in der ersten Zone des schleswigschen Abstimmungsgebietes alsbald die d änische Kronenwährung einzuführen. Der deutsche Bevollmächtigte erhob hiergegen sofort Einspruch. Nach den: Friedensvertrag Art. 109, Nr. 3 letzter Absatz hat Dänemark wohl das Recht, nach Verständigung mit der internationalen Kommission die erste Zone unmittelbar nach der Verkündigung als Abstimmungsergebnisses durch seine Militär- und Verwaltungsbehörden besetzen zu lassen. Laut Art. 110 geht aber die Souveränität über das abzutretende Gebiet erst nach der endgültigen Festlegung der Grenze an Dänemark über. Bis dahin besitzt Dänemark nur diejenigen Rechte, die im Art- 109 Nr. 3 angegeben sind. Die Münzhoheit gehört nicht dazu, verbleibt vielmehr einstweilen bei Deutschland. Die deutsche Regierung kann daher der Einführung der Kronenwährung nicht Anstimmen. Die wirtschaftlichen Miß - st ä n d e, mit denen die Absicht der Einführung der Kronenwährung begründet wird, haben sich schon vor der Abstimmung fühlbar gemacht, weil infolge dänischer Propaganda viele Einwohner ihre Geschäfte in Kronenwährung abgeschlossen haben und sich dadurch in schwere Wirtschaftsnot brachten. Durch die Verzögerung der Grenzfest- setzung wurde der Uebelstand noch weiter gefor-
Kronenwährung nicht behoben, sondern vielmehr auf die zweite Zone des Abstimmungsgebiets ausgedehnt. Auch die nach der Absicht der internationalen Kommission einzurichtende S p e r r- I i n i e vermochte ihn nicht zu beseitigen. Durch Einführung der Kronenwährung würden ferner die in der ersten Zone bis heute in loyaler Weise im Amte gebliebenen deutschen Beamten infolge der zu erwartenden Teuerung nicht mehr in der Lage sein, ihr Leben bert zu fristen, sodaß erneute ungeahnte Schwierigkeiten im ganzen Abstimmungsgebiet entstehen würden. Es darf darauf hingewiesen werden, daß die internationale Konrmission den zur Zeit ihrer Kopenhagener Vorarbeiten ihr zugeteilten deutschen Vertretern die Beibehaltung der Markwährung zugestanden und sich auch in ihrer Proklamation im gleichen Sinne ausge- sprocheiN hat.
Im Auftrag meiner Regierung beehre ich mich, Vorstehendes zur Kenntnis der alliierten Hauptmächte zu bringen und die Bitte auszu- sprechen, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Einführung der Kronenwährung in der ersten Zone bis zur endgültigen Festsetzung der deutsch- dänischen Grenze unterbleibt.
FlenSburg, 18. Mai. Bei einer Zusammenkunft von Vertretern aller Bernfsstände Flensburgs wurde folgende Entschließung gefaßt:
Die internationale Kommission spielt in völliger Verkennung der tatsächlichen Vcrhältnlsse, gestützt auf Bajonette und Maswinengewehre, mit den, Schicksal berühr durch den Friedensvertrag nur für die Zeit und den Zweck der Abstimmung nnbertrauten Bevölkerung. Sie erläßt Gesetze, wozu sie nach dem klaren Wortlaut des Friedensvertrages kein Recht hat und trifft unvernünftige Maßnabmen, deren Konsequenzen sie nicht übersehen und nicht verantworten kann. So setzte sie u. a. unbekümmert um den lauten Einspruch der öffentlichen Meinung und gegen den Widerspruch der deutschen Regiernng die Einführung der Kronenwährung in der ersten Zone auf den 20. Mai fest. ' Diese Maßnahme muß Zir das ganze Abstimmungsgebiet, besonders aber für Flensburg und die zweite Zone, geradezu verderbliche ivirtschaftliche Folgen haben. Der Friedensvertrag gibt der Kommission kein Recht zu solchen Maßnahnien, sondern sie hat nach erfolgter Abstimmung nur unverzüglich die Grenzregulierung vorzunehmen.
WB Flensburg, 17. Mai. Dem Protest der 31816 Südschleswiger gegen die Znternatioualisiernng der zweiten Zone schlössen sich weitere 5323 Personen durch Unterschrift an, sodaß die Gesamtzahl der Unterschriften 37139 beträgt.
MeirmngsvsrschiedsnhLiken in der SKar-GrenzkoMM^fton?
WB. Saarbrücken, 18. Mai. Die deutschen Mitglieder der Grenzlommiision haben, wie zuverlässig verlautet, Vorbereitungen für ihre Abreise getroffen. Man glaubt daraus schließen zu dürfen, daß Meinnugs- verschiedeiiheitcn zwischen den deutschen Uns Entente* Mitgliedern der Grenzkommission entstanden sind und es hat den Anschein, daß entgegenMetzte Auslegungen des Friedensvertrages von Versailles den Grund dieser Rteinuuasversckiedenbeitem bilüeu können.
Die Räumung des Maingaues ohne Zwischenfall erfolgt.
WB Mainz, 17. Mai. Havas zufolge erfolgte die Räumung des ganzen Maingaues ohne jeglichen Zwischenfall. General Vidalon, der Kommandant der Frankfurter Besatzungstruppen, erklärte den deutschen Zivilbehörden, er lege Wert darauf, der ruhigen Hai' tung, welche die Bevölkerung bis zuletzt an den Tax legte, lobende Erwähnung zu tun.
Das erste Diner des französischen Ministerpräsidenten seit Friedensschluß.
WB Paris, 18. Mai. Zum ersten Male seit Friedensschluß hat gestern abend der ftanzösische Ministerpräsident und Außenminister dem ganzen diplomatischen Korps ein Diner gegeben. Der deutsche Geschäftsträger Meyer war dazu eingeladen itnb nahm daran teil.
Sperrung französischer Eisen-- bahnwerkstötten.,
WB Piris, 18. Mai. Wie der „Matin" meldet, sperrten gestern die Eisenbahngesellschaften der Süd- Lahn nnd der Paris—Lyon—Mittelmeerbahn ihre Reparaturwerfftätten. Davon lperden 10000 Arbeiter betroffen.
Willerand gegen die Syndikalisten.
Ipu. Paris, 18. Mai. Millerand führt in der Presse sein Vorgehen gegen die Syndikalisten nun aus Entdeckungen zurück, die in Frankreich inbezug mit Verbindungen der französischen Syndikalisten mit russischen Bolschewisten gemacht seien. Das Land sei in Gefahr eines Umsturzes gebracht, der mit Gewalt vorgenommen werden ioM. Beianuiüch üi owje ät»- ■ Häuptling auch früher schon ausgestellt worden, jedoch ohne Beweise. Mit Millerands Auffaffung in dieser Frage herrscht wenig Uebereinstimmung, doch ist es noch verfrüht, das Ende dieser Krisis voranszuschen, da nicht feststeht, welche Mittel die Arbeiterschaft, ein* wenden kann nnd will. Keineswegs scheint sie zum Nachgeben entschlossen zu sein. Die innere Politik beherrscht augenblicklich das ganze Leben Frankreichs. Die Kabinettskrise in Italien trägt noch weiter dazu bei, daß die Interessen der Auslandspolitik einstweilen zwischen den Alliierten nicht ausgetauscht werden können, sodaß die zahlreichen angesagten Besprechungen aufgeschoben sind. Selbst die für den 16. Mai geplante Feier der Heiligsprechung der Jungfrau von Orleans mußte ausgesetzt werden.
MeMenburgifche 8andlagsrsahl.
WB. Neustrelitz, 17- Mai. Bei den gestrigen Wahlen 8um L-andtag erhielten die Mehrheitssozialisten 15 Sitze, die Deutschnationalen zusammen mit der Deutschen Volkspartei und dem Bauernbund, die eine Listenverbindung ein gegangen waren, 10, die Demokrateir 5, die Handwerker 4 und die Unabhängigen einen Sitz. Die Rentner errangen keinen eigenen Sitz. Bei den letzten Wahlen errangen die beiden sozialdemo- kraiischen Parteien, die damals geschlossen Vorgängen, 18 und die bürgerlichen 5ßarteten 17 Sitze.
(Zu den Wahlen in Braunschweig, Danzig und Neustrelitz heißt es im „Vorwärts": In allen drei Ländern bewegte sich der Wahlausfall in so verschiedener Richtung, daß eine Voraussage für die Reichstagswahlen in keiner Weife zu stellen ist. Es kommt darauf an, die voreiligen Hoffnungen von rechts zunichte zu machen. Dies kann aber nicht geschehen durch den Kampf der sozialistischen Richtungen untereinander.)
Der AnZerfuchungsausfchutz für FZeffen-Mirffsu.
Der Untersuchungsausschuß des Regierungs« bezirks Cassel, der für die Behandlung einge- gangener Beschwerden wegen des Verhaltens von Beamten während der Kapptage durch Verfügung des Ministers des Innern eingesetzt wurde, hielt im Laufe der vorigen Woche unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten für Hessen- Nassau, Dr. Schwand er 2 Sitzungen ab, in denen eine Reihe bisher eingegangener Beschwerde, angelegenheiten zur Verhandlung kamen. Er beschloß nach Ausscheidung eines Falles, die vorgebrachten Anklagen durch Zeugenverneh, mutig festzustellen. Es handelt sich bei den eingereichten Fällen um Beschwerden gegen 3 Landräte, einen Bürgermeister und einen Postmeister.
* In der holländischen Kammer wird die Regierung über die Frage interpelliert, ob es nicht angebracht sei, infolge der von Deutschland sestgeschten Paß-Visum-Gebühren für Ausländer auch die holländischen Visum-Gebühren für Deutsche entsprechend au erltöbes