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General-Anzeiger

AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Lonn- und Feiertage

Verlagsleitung: Ab. Jndermüble.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen TeilRich.Hultick: tür lokalen und vrovinz.elle« Teil sowie Svort W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

Notationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Han«l Fernivrechanschlusse Nr. 1237 und 1238-

Rr. 114

Monlag SLR 17. Mai

1920

E®

Buna

Das Neueste.

Die Räumung des Maingaues hat heute morgen (Uhr begonnen. Hanau ist geräumt.

Die Konferenz von Spa ist verschoben worden.

Aserbeidschan hat Armenien den Krieg erllärt.

Die rumänische Regierung muß auf Veranlaffung bet Entente Maßnahmen zur Beteiligung an dem Mischen Abenteuer gegen Sowjet-Rußland treffen.

Die Schweiz hat durch Volksabstimmung ihren Beitritt zum Völkerbund beschlossen.

Die ASrrmung des Mamgarrss.

Nachdem General Rollet, der Chef der inter- Merten militärischen Kontrollkommission, offiziell be- Wgt hatte, daß die deutschen Streitkräfte in der »Nitraten Zone die vorgesehene Zahl nicht überschreiten, gab Marschall F o ch gestern den Befehl, den Main- M zu verlassen und die Desatzungstruppen in die khemalige Grenze des Brückenkopfes znrückmführen. Die Rückzugsbewegung setzte heute in den fnähen Morgenstunden ein und verlief bis jetzt in aller Ruhe, llm während der Räumung unliebsamen Vorfällen vorzubeugen, forderten die französischen Behörden von Frankfurt und Hanau und wahrscheinlich auch in >eu übrigen Orten die Stellung von Geiseln, einem Verlangen, dem stattgegeben wurde. Frankfurt mnßte außerdem eine BürgschaftSsumme voneinerMillion Mark hinterlegen.

Damit wäre die anderthalb Monate währende Lesetzimg deutschen Gebietes beendet und wir hoffen, daß sich derSpasiergang* nicht wiederholt. Die Mmung bedeutet auch eine Erleichterung und Ent-

^Mm,ng vcocui« auw eine ynieimrerung uns ENt- ,,,^ ^ejri mglhi»t hpr 'danuiing der Situation für die kommende Konferenz ; " ^^n^ Gerald« her m Ährt »tVirHAwWfat !lr,i- nun Haw WnS.,;»« oesAiaug ptI«U) , uec

in Spa. Deutscherseits hat man von Anbeginn den Standpunkt vertreten, daß nur dann eine gedeihliche Zusammenarbeit in Spa zu erhoffen sei, menn Deutsch­land und damit auch die Wett den sicheren Eindruck rewonnen habe, daß sich Frankreich auch in der Ver- iolgung feiner bisherigen Politik uns gegenüber im Emstfalle grenzen zu setzen weiß. Es gibt keinen Deutsche», dem die feste Ueberzeugung zu nehmen wäre, daß Frankreich nach wie vor den Willen hat, das furchtbare Werk von Versailles noch durch eine Ver­eisung der wirtschaftlichen und politischen Ohnmacht Deutschlands zu krönen. Aber auch die Erkenntnis Met für die Zukunft ganz Europas so schwerwiegen- ®en Tatsache kann die andere Ueberzeugung nicht ent- krästen, daß die Verhältniffe sich je länger desto mehr, ali stärker, als selbst die französischeSicherungs- »olitik^ erweisen werden. Noch vor wenigen Tagen tote die chauvinistische Pariser Boulevardpresse immer wieder verlangt, daß die Besetzung des Maingaus auf­recht erhalten werden müsse. Herr Poincarö, wie die Daudet und Konsorten, hatten offen den Wunsch aus­gesprochen, daß da» Werk derEntpreußung* des Maingau» mit alten Mitteln durchgesetzt werde, und diese Presse erbrachte damit einen neuen Beweis für die Begründetheit des deutschen Verlange»? der vor- genzen Räumurm.

WB. Frankfurt a. M., 17. Mai. Die Rtu- Zung Frankfurt» hat heute früh 4 Uhr begonnen.

7 Uhr hatte der größte Teil der Bescitzunz die «tadt verlaffen. Die zurückgebliebenen Truppen beren ebenfalls marschbereit. Zwischenfälle hoben sich nicht ereignet.

Die Konferenz von Kythe.

Die Konferenz in Spa aufgeschoben.

WB. Hythe, 15. Mai. (Reuter). Eine amtliche Mitteilung über die Konferenz besagt: Lloyd ^orge und Millerand haben sich heute dahin Leeinigt, daß die Konferenz in Spa auf = ^schoben wird, bis die Reichstagswahlen statt­gefunden haben. Vorläufig Horden, daß der Versailler Vc Llc Bestimmungen über die Entwaffnn ?pa erörtert werden, weiter in Kraf

ist vorgeschlagen

Versailler Vertrag und besonders mg, die in

.vucu wuvm,, ^^ ... ^>raft bleiben Men. Bezüglich der Wiedergutmachungen erklärte ^ullerand, sein vorläufiges Einverständnis zur Msetzung einer endgültigen Summe. Die Fest- °tzung ist gewiffen Bedingungen unterworfen, von ^nen eine ist, daß Frankreich Abschlagszahlungen °°n Deutschland erhält.

Das Ergebnis von Hythe.

WB. Hythe, 16. Mai. (HavaS.) Die von den Wtidjcit und französischen Ministern nach Schluß der . ""uferenz angegebene Erklärung lautet:

. ! Die englische und französische Regierung er= Wen an. daß es im allgemeinen Interesse liegt, daß Wiedergutmachung der durch den Krieg ber= dachten Schäden unverzüglich sichergestc!lt wird daß zu diesem Zweck die notwendigen Mittel so ^>nell wie möglich flüssig gemacht werden. Sie er- ^ucen ferner an, daß es wüuscheuswert ist, daß Deutschland in den Stand gesetzt werde, durch eine sw Erfüllung seiner Verpflichtungen seine finan- leOe Autonomie wieder zu erlangen.

Q - Die Regierungen glauben übrigens, daß um eine

nur «icuicllUiyVH yiuuvvn hvuUvm^ vuö um uiu __ - __ _ _. -, § - ^

der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die all- LinksrKdMals PuNchabstchrm; ?

S'tnetne Weltlage schwer belasten, berbeizufuvren und - -

endgültig eine Aera des Friedens herzustellen, es

notwendig sei, zu e uer Regelung der Gesamtheit

aler internationalen durch den Krieg der ursachten Lasten zu kommen und daß es parallel damit notwendig sei, die Bereinigung (Avurementt der Kriegslasten der alliierten Länder und der Wiedergut­machungslasten der Mittelmächte sicherzustellen.

3. Infolgedessen werden die Sachverständigen der beiden Länder damit beauftragt, sofort ihren Regie­rungen zur Prüfung den Minimalbetrag der deutschen Schuld, der sowohl von den Alliierten angenommen werden könne, als auch vereinbar sei mit der Zahlungsfähigkeit Deutschlands, vorzuschlagen, des ferneren die Zahlungsiuodalitäteu und die bestmöglichste Art, diese Schuld flüssig zu machen, zu bestimmen.

Um die oben angeführten Absichten zu erreichen, müßten deshalb Grundlagen gefunden werden, nach denen die von Deutschland geleisteten Zahlungen zwischen den Alliierten verteilt werden sonnten, gemäß den zuvor getroffenen Wmachungen, die da, wo es notwendig sei, vervollkommnet werden müssen.

Was gehl in Moskau vor?

Ein neuer Feldzug gege,r Sowjet - Rntzlarrd.

Nach Kopenhagener Meldungen aus Moskau ist dort ein ernster Auf st and ausgebroch'en. An verschiedenen Stellen der Stadt fanden Brand­stiftungen statt, wobei militärische Vorräte ver­nichtet wurden.

(Diese alarmierenden Meldungen lassen sich 'auf ihre Richtigkeit vorerst nicht kontrollieren, sie er­halten aber eine gewisse Bekräftigung durch die von uns bereits gemeldete Tatsache, daß seit Mon­tag voriger Woche keine Funksprüche aus Moskau mehr vorliegen, was um so auffälliger ist, als vor­dem Moskau alle zwei Stunden Funkentelegramme ausgab. D. Red.)

DieVerschwörung" gegen Sowjet-Nutzlarrd.

Bereits neulich schlugen die deutschen Links­radikalen Lärm über eine angeblich von Berlin aus inszenierte Verschwörung gegen Sowjet-Ruß

Hing der künftigen freien Stadt Danzig erhielten: Dir Deutschnauonale Volkspartel 34, die So stak-

kannten Berliner Sowjetgesandten Kopp informiert ist, in Berlin habe sich ein neues Zentrum für die russischen Reaktionäre und Akonarchisten gebildet, und zwar im Salon der der Kadettenpartei ange? hörenden Fürstin Bariatinsky. Britische und französische Offiziere und diplomatische Agenten treffen hier, wie der Berichterstatter behauptet, mit den Führern der verschiedenen gegen die Sowjet- regierung gerichteten Bewegung zusammen. Oberst Rodzianko, der Neffe des früheren Dumapräsidsn- ten, der unter Zudenitsch kämvfte, organisierte einen Mttelpuntt für die Rekrutierung einer weißen Armee aus russischen Emigranten. Letzte Woche habe er einflußreiche Vertreter der Alliierten im Salon der Fürstin Bariatinsky getroffen. Jeder Soldat solle 1000 Mark in bar erhalten; 30000 Mark sollten bei einer deutschen Bank für die Familie des betreffenden Soldaten hinterlegt werden. Diese Summe sei von dem geheimen japanischen Rekrutierungsbureau in Berlin festgesetzt, das frühere Offiziere der Zaren­armes aussende. Die russischen Reaktionäre hätten den Plan, die Ukraine mit Hilfe der Polen zu erobern und von hier aus Sowjetrußland anzugreifen. Um die nationalistischen Kreise der Ukraine z» gewinnen, wolle man einen ukrai­nischen Hetmann einsctzen. Drei Kandidaten ständen für diese Würde zu Gebot, die auch mit Namen genannt würden. Um dem Plan eine aktuelle Note zu geben, habe man die auf die reichen Grund­besitzer der Süd- und Westukraine fich^ stützende Kleboroby-Gruppe dafür gewonnen, die letzten Winter in Wien gebildet worden sei und jetzt ihre Tätigkeit nach Berlin verlegt habe. Ihre Führer gehörten zur äuzerften Rechten der alten ukrai­nischen RarÄ und hätten seinerzeit den Frieden von Brest-Litowsk mit Deutschland geschlossen.

Kopetttzagen, 14. Mai. (Wolfs.) Acht Dele­gierte der Sowjetregierung sind am Mittwoch nach London abgereist.

Numanien gegen Sowjet-RrManö.

Ipu Bukarest, 17. Mai. Die rumänische Re­gierung, die an dem polnischen Abenteuer gegen Sowjet-Rußland bisher wenig Interesse fand, muß jedoch jetzt auf Veranlassung der Entente Maßnahmen treffen um eine Armee von 30000 Mann zur Ver­fügung zu stellen. In Rumänien herrscht gegen die Auffassung des Ministerpräsidenten Averescu eine scharfe Opposition und die radikalen Arbeiterkrelie haben in den letzten Wochen eine Bewegung gegen die Mobilisatwn eingeleitet, die unter den Soldaten vielfach den Erfolg gehabt hat, daß verschiedene Meu­tereien vor kamen. Averescu, der sich nach Warschau begeben wollte, um dort mit dem französisch-polnischen Generalstab die Teilnahme Rumäniens zu beraten, mußte von dieser Reise absehen und sandte einen Ver­treter dorthin. Es läßt sich aber jetzt schon annehmen, daß es keineswegs zu einer großen Beteiligung Ru­mäniens an der Bekämvmng der Sowjet-Republik kommen wird. Die Verhältnisse Rumäniens sins der­art kritisch, daß die Arbeiter- und Bauernbevölkerung dagegen in Aufstand kommen würden. Die Regierung Averescu besitzt nicht die Sympathie der Mehrheit Du Bevölkerung. ,

Wie die P. P. N. an zuständiger Stelle erfahren, hat die preußische Neaieruu« Kenntnis erhalten

von einer geheimen kommunistischen -Konferenz, die am 26. und 27. April in Berlin Neukölln stattgefunden hat. Diese Konferenz hat sich einstimmig dafür entschieden, ohne Rücksicht auf die Wahlen den Versuch zur gewaltsamen Errichtung einer deutschen Räterepublik sobald wie möglich zu unternehmen und der im Gang befind­lichen Entwaffnungsaktion zuvorzukommen. Für die Gewinnung der Landbevölkerung und der Be­amten, sowie für die Durchführung der Bewegung wurden besondere Pläne ausgearbeitet. Die Leitung des Putsches soll in den Händen eines Fünferrats liegen, in dem Schnellbacher (Hanau), Hermann, Fröhlich, Dr. Ernst Meyer und Walcher (Stuttgart) gewählt wurden. In die neue Rate- regierung sollen S. P. D.-Leute unter keinen Um­ständen, U. S. P. D.-Leute möglichst wenig aus­genommen werden. Gegen die bürgerlichen Par­teien und die Sozialdemokratie soll durch Verhaf­tungen und Verweigerung der Lebensmittel ein starker Terror ausgeübt werden. Der genaue Termin der Aktion soll erst nach weiteren Verhandlungen mit Moskau festgesetzt werden.

Die Regierung, die über die Pläne der Kommunisten genau unterrichtet ist, glaubt von einem Einschreiten vorläufig absehen zu können, wird aber die Bewegung genau überwachen, und wenn die Putschpläne weiter verfolgt werden, rück­sichtslos zugreifen.

Die verfMUNggsösKös Werwmm- htng ©on Danzig.

WB. Danzig, 17. Mai. Bei den gestern vorge- nommentn Wahlen zur verfassunggebenden Versamm-

demokraten 19, die A.S. P. 21, die Freie wirtschaftliche Vereinigung 12, das Zentrum 7,die Dentsch-demokratische Partei 10, die Polnische Partei 7 Sitze. Es fehlen zwar noch einige Bezirke, deren Stimmen jedoch an dem Resultat nichts ändern werden.

Die Wahlen-zur Landes- verlKMMlrmg in Drarmschweig»

WB. Brannschweig, 17. Mai. Bei den gestern abgehaltenen Wahlen zur braunschweigischen LandeS- Versammlung wurden nach den vorläufigen nichtamt­lichen Ermittlungen in der Stadt Braunschweig ab­gegeben :

Für die Liste der Sozialdemokratin 8128. des Landeswahlverbandes (bürgerlich ohne Demokraten) 27 244, der demokratischen Partei 6818, der Kommu­nisten 1691, der Unabhängigen Soz. Partei 28 031 Stimmen. Bei der Landtagswahl im Dezember 1918 entfielen auf die Sozialdemokratin 316(1, den Landes­wahlverband 14719, die Demokraten 18124, die IL S. P. 23 071 Stimmen. Die Kommunisten hatten 1918 keine

eigene Liste aufgestellt.

Amerika uuö der Friede.

WB. Washington, 16. Mai. (Havas.) Senat wurde eine von den Republikanern

Im ein-

gebrachte Resolution, die den Kriegszustand zwischen den Vereinigten Staaten einerseits und Deutschland und Oesterreich andererseits für beendet erklärt, mit 43 gegen 38 Stimmen angenommen.

Die Lage im Orient

die

der

Ipu. Athen, 16. Mai. Der Vormarsch der griechischen Truppen auf Adrianopel ist von der Entente einstweilen eingestellt worden, da Verhandlungen, welche zur Auflösung türkischen Truppen in Adrianopel führen sollten, nicht zu einem günstigen Resultat führten. In Thrazien finden griechenfeindliche Kundgebungen statt, die von den Türken organisiert sein sollen.

Ipu. Kairo, 16. Mai. In den Araber­gebieten in Palästina haben sich die Fremden größtenteils veranlaßt gesehen, ihre Kolonien zu verlassen und sich in das von englischen Truppen besetzte Gebiet zurückgezogen. Man schätzt die Flüchtlinge bereits auf über 4000. Die'Araber erhalten fortwährend Verstärkungen und organisieren sich in Gruppen von 400 600 Mann, die sehr stark bewaffnet sind, führen rlölt kleine Geschütze mit sich.

bis

Sie

Gme ^rie^serMiinn^

WB. A«N crSnin, 15. Mau Einer kiomfanti» nopeler Meldung zufolge erklärte Aserbeidschau Armenien den Äties»

Deutschland und Amerika.

Unter diesem Titel veröffentlicht soebe» der letzte deutsche Botschafter in Amerika, Gral ' B e r n st or f f, feine KriegSerinnerunge» (Ver­lag Unfein & Co., Berlin). Da» Werk ist in Anbetracht der entscheidenden Rolle, die Ameri­kas Eintritt in den Krieg spielte, mit Spannung erwartet worden. Wir entnehmen dem erster Bande ein zweiter soll die diplomatisch« Tätigkeit der Verfasser? nach seiner Heimkehr von Amerika bebandeln die folgender Kapitel. Die aus eigenster Anschauung beruhen!« Charakteristik der Amerikaner, besonder» bei Präsidenten Will on, dürfte geeignet sein, den lebhaftesten Interesse unserer Leser zu begegnen

Amerika und England.

Von dem amtlichen diplomatischen Verkehr abgesehen, muß leider gesagt werden, daß gegen­seitiges Mißverstehen die Signatur der deutsch- amerikanischm B«ziehung«n gewesen ist. In Deutschland hatte man kein Verständnis für di« eigenartige Mischung von politischer Klugheit, Geschäftssmn. Zähigkeit und Sentimalität, welche in dem amerikanischen Volkscharakter versinigt ist. Anderseits nehmen sich die Amerikaner nie­mals die Zeit, eine ftemde Nation verstehen zu lernen. Kenntnis anderer Sprachen ist in den Vereinigten Staaten nicht verbreitet. Die Ame­rikaner nehmen unbewußt geistige Anleihe bei den Englikndern auf, als der einzigen Nation, deren Literatur und Presse ihnen in der Ur-

schrist zugänglich sind. Selbstverständlich trug dies dazu bei, den Amerikanern das Verständnis Deutschlands zu erschweren, weil die deutsch- englischen Beziehungen sich ständig ungünstiger gestalteten und dies in der englischen Presse star. len Widerhall fand. DieMMMt

in den Vereinigten Staaten eine unbedingtere Herrschaft aus als in Engfand selbst. Bezeich­nend hierfür ist zum Bei,viel, daß kein Diplomat in Washington auf den Gedanken kommen würde, seine Geschäfte in einer anderen Sprache zu er­ledigen. Es leuchtet ein, daß diese Sachlage dem englischen poliftschen und kulturellen Einfluß Tür und Tor öffnet.

Wenn auch die Amerikaner unbewußt unter

englischem geistigen Einfluß stehen, müssen wir uns doch hüten, sie einfach, wie das meistens ge­schieht, als Angelsachsen zu bezeichnen. Die Ame- rikaner nennen sich in ihrem eigenen Lande so gut wie niemals Angelsachsen. Nur gelegentlich be­dient sich ein Amerikaner dieses Ausdruckes, wenn er in London eine VerbrüderungStischrede hält. Als Regel gilt aber, daß, die Amerikaner nichts anderes als Amerikaner sein wollen.

Die Deutsch-Amerikaner.

Die Amerikaner deutscher Abstammung hange« fast ausnahmslos mit inniger Liebe an ihrer alten Heimar aber sie sind Amerikaner, ebenso wie alle anderen.Germania ist unsere Mutter und ColuMia unsere Braut*, sagte Carl Schurz und charakterisierte mit diesen Worten die Sach­lage prägnant und richtig. So wird der soge­nannte Deutschamerikaner seinem neuen Heimat­land« den Vor/ug geben, so oft es zu einem deutsch-amerikanischen Konflikt kommt. Immer aber wird er alles tun, was in seinen Kräften steht, um einen solchen zu verhindern. Für die 'chivierige und peinliche Stellung der Amerikaner deutscher Abstammung fehlte bei uns schon vor dem Kriege das richtige Verständnis. Während des Krieges war dies noch mehr der Fall. Zu allen Zeiten wurde die Frage derDeutschairre. rikaner* bei uns nicht mit Takt behandelt. Na­mentlich erwartete man zu viel von ihnen. Dir Amerikaner deutsche Hemmung haben in ihrer neuen Heimat alle Fehler und Vorzüge des deutschen Volkes beibehalten. Wir dürfen ihnen keinen Dorwurf daraus machen, wenn sie weniger politisches Interesse und Verständnis haben als die übrigen Amerikancr.

Seit der ersten Schlacht an der Marne stellte Präsident Wilson die These auf, daß eine End- scheidung durch die Waffen nicht mehr herbeigs. führt werden könne. Diese Ansicht, die auch die meinige war, bht trotz allem, was uns sonst trennte, die Grundlage für ein gewisses Maß von Zusammenarbeit. , ,

Ueber Herrn Willens Persönlichkeit bestehen noch heute Zweifel. Er ist der glänzendste red­nerische Exponent der amerikanischen Wettan« s -nung. Er widmet aber der Ausführung sei­nes jeweiligen ^"ooramms nicht dieselbe Energie und Folgerichii keil wie der Formulierung 9$8 Programms' selbst. Uüzwciseihart steht der Prä­sident, dank seiner Hechts ti^ KiLM Kl«

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