Sanauer
K
LinrLckunasgebubr: Die 8geiv. Kolon«!,eile od. deren Raum 80 Psg- die 4geio. Zeile i. Ketlame» teil 2.50 Mk- 25°toTeuerungszuichl. Öffertgebühr 30 Psg. Bezugspreis: Vierteljährlich 10.50 Mk- monatl. 3.50 3KL für Postbezug oierteliährl. 10.5Ö Kart monatl. 3.50 Mk. Die Nummer 15 Hfg. Postjcheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für SlaSl- «rd Landkreis Sana«
Erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn- und Feiertage
Verlagsleituns: Ad. Snbermühle.
Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich.hultick: für lokalen und provinzielle« Teil iomie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle in hanau a.M.
Notationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Hans» Rerniprechanicblüne Nr. 1237 und 1238
W. 111
Mittwoch den 12. Mai
1926
Das Neueste.
Der türkischen Friedensdelegation ist gestern ^r FriedenSvertrag überreicht worden.
Die erste Liste der von den alliierten Machst, zur Aburteilung vor dem Reichsgericht unter Anklage gestellten Personen umfaßt 45 Namen.
Die deutsche Regierung hat die Entente pissen lassen, daß aus dem Ruhrgebiet alle das gelassene Maß üb ersteigenden Truppen zurück- gezogeir worden sind.'
Der bayerische Landtag protestierte gestern gegen die farbigen Desatzungstruppen.
Die Not der Presse.
Der Verein deutscher ZeitungS- »erleger hielt am 5. Mai in Dresden eine außerordentliche Hauptversammlung ab, Me sich mit der drohenden Katastrophe der Zsi- titngSbetriebe und den Folgen befaßte, die der Zusammenbruch der deutschen Presse für die Dessentsidjfeit und die Volksgesamtheit nach sich ziehen muß. Wir haben wiederholt schon auf die drohende Katastrophe hiingewiesen, halten es aber dennoch für unsere Pflicht, der Oeffentlich- keit immer und immer wieder vor Augen zu Ahrm, wie kalaftrophal dre Not ist und wie jchiv« die Folgen sind, die mit einem Zusammenbruch der deutschen Press« zusammenhängen. Der Vorsitzende des Vereins derttscher Zeitungs- derlegcr, Dr. Faber machte in ber Versamm- lung erschreckende Einzelangaben über die durch die schwer«. «WIchMiLe MMMma bereits eingetretenen inneren Veränderungen in der Wirtschaft der deutschen Zeitungen, und wie bie Leistungen der Press« unter anderem auf dem Miete des Auslandsnachrichtendienstes und der mschatzbac wichtigen politischen Einwirkung auf dar Ausland dadurch geschädigs und schließlich demichtet werden. Das SituationSbild ist in dtai feinen Einz«lhei4en derartig trostlos, daß die Herausgeber der deutschen Press« sich veranlaßt s«h«n, im einzelnen noch über RettungS- Eonen^M beraten, aber auch zu der bei der weiteren Entwicklung in bedrohliche Nähe rückenden Stillegung der Zeitungsbe- hiebe Stellung zu nehmen.
Die Katastrophengefahr verschärft sich zusehends durch das ungehemmte und ungeheuer- «che Ansteigen ber Papier- und Mate- Ua l p r e i s« und durch neue Lohn- und ««Haltsforderungen. Die Heraus- seber der beutfdjen Zeitungen sind sich ihrer besonderen Pflichten gegen die Volksgesamtheit durchaus bewußt, aber jede Einsicht und jeder chferwille finden ihre natürlichen Grenzen in wirtschaftlichen Unmöglichkeiten. Die Regierung ond bie Nationalversammlung sind frühzeitig unter Vorlegung von schwerwiegendem Tat- Menmaterial unterrichtet worden, aber die daraus als unumgänglich ergebenden Maßnahmen sind nicht erfolgt, ober sie wurden durch das ^"halten einzelner Regierungen so erschwert, mit Recht der Regierungsvertreter eines mdeutschen Staates kürzlich sagen konnte, es unerhört, wie man es fertig bringe, gleich deitig feierliche Erklärungen über die Lebensnot- Andigkeit der Erhaltung einer freiem und publi- leistungsfähigen deutschen Presse abzu- 8d»en und — nichts oder nichts Richtiges zu Ä um diese unentbehrlichen Organe des öfsent- und wirtschaftlichen Lebens zu erhalten. . So müssen die Herausgeber der Zeitungen darüber im klaren sein, daß jeden A u - SenblickdieUnmöglichkeitdesWei- irerscheinensderZeitungenein- ^Eten kann. Solange es noch möglich ist, muß ftftucht werden, diesen Zeitpunkt noch hinauS- mieben. Es muß alles mögliche geschehen, um
Eindringen ausländischer ^ctsseunternehmungen unter Lutscher Flagge und die Aus schla ch- n9 der Druckereibetriebe der Presse, die Abwanderung der Maschi- ."n«nd des Materials in das AuS- »y b zu verhindern. Ob freilich nach einer ^«llegung die Zeitungen wieder aufgerichtet ??Jiieii können, nach dem Chaos, das durch die Elende Einwirkung der freien Presse auf bie ynNicfye Meinung und bie Wirtschaft entstehen das erscheint höchst zweifelhaft.
- Mit Erschütterung hörten bie aus ganz ^utschland nach Dresden gekommenen Del:gier- »n der Verlcgcrverbönde von einem Koll gen us dem besetzten Gebiet, daß bereits zusam- ^ngebrochene deutsche, früher blüheude Zei- von der Entente ansgegriffen und ihre^ Zwecken dienstbar gemacht worden sind. Auch W wurde« aus bat »er[Aiebensten Gegenden.
des Reiches Einzelheiten mitgeteilt, die sich begreiflicherweise der öffentlichen Erörterung im politischen und wirtschaftlichen Allgemeinin- teresse entziehen, die aber gleichfalls den ganzen Ernst der Lage erkennen lassen. Es ging weiter daraus hervor, daß der politische Radikalismus zweifellos in der wirtschaftlichen Vernichtung der freien Presse eines seiner Ziele sieht und daß eS ihm teilweise gelungen ist, selbst auf diejenigen zu wirken, die schließlich mit d^r Existenz der Zeitungen, die ihnen Arbeit und Brot geben, ihre eigene Existenz durch die Vertretung unerfüllbarer, radikalistischer Lohn- und Gehaltsforderungen vernichten. Die Schuß- und Abwehr- organisation wird auf ihrem Platze sein und sie wird nach der einmütigen Stellung der Versammlung sich darüber klar sein müssen, daß es nun um Sein oder Nichtsein der deutschen Zeitungen und der deutschen Pressefreiheit geht und daß unter so bedrohlichen Umständen ein falscher Schritt genügt, um den Zusammenbruch der Zeitungen herbeizuführen. Bemerkenswert erscheint zur Beurteilung der Lage ferner, daß bereits große und mittlere Druckereibetriebe stillgelegt werden mußten und auch große Zeitungen Einschränkungen bis zur Hälfte des Personals vornehmen mußten.
Zu der neuerdings der Presse zugedachten ganz ungeheuerlichenHinaufschrau- bung der Papierpreise sprachen sich alle Redner in der Versammlung in dem Sinne
aus, daß hier nur ein Entweder — Oder übrig bleibe: Entweder dürfe der Papierpreis die Grenze des im äußerst
. . eit Falle noch möglichen nicht überschreiten oder die Zeitungen müssen ihr Escheinen einstellen. Die Presse muß selbst die
Bevölkerung über diese Lage und wie sie Herbes
einrichten, was die Presse tun kann und was nicht, und wie man in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit es an maßgebenden Stellen fertiggebracht hat, das Feld für die Wahlen für diejenige Presse vorzubereiten, die zwar auch die zwanzig^achen Papierpreise nicht bezahlen, die ebensowenig die anderen Lasten aus Eigenem tragen kann, aber in dem internationalen Radikalismus Hilfsquellen findet. Die Parteien, auch die der Re- gierungskoalition, werden diese Situation vielleicht erst begreifen, wenn der Papierpreis auf der höchsten Höhe der Willkür angelangt ist, und die Presse, auf die man im Wahllampf rechnete, am Boden liegt.
Scharf wurde auch wiederum die fiskalische Holzwirtschaftspolitik und ihre Einwirkung auf den Papierpreis gekennzeichnet. Es ist nicht möglich gewesen, durch irgendwelche Erhöhungen der Bezugs- und Anzeigenpreise mehr als einen Bruchteil der früheren Preiserhöhungen für Papier und Materialien aufzu- brimgem, und es beleuchtet die Lage, wenn die Verleger heute für Fracht und Zufuhr des Papiers allein schon das Mehrfache der ganzen früheren Kosten des Druckpapiers bezahlen müssen! Unter allen diesen Umständen muß leider damit gerechnet werden, daß die von der Berufsvertretung der deutschen Zeitungen längst vorausgesagte schlimme Entwicklung ihren Verlauf nimmt und daß die Regierenden und die Volksvertreter zu spät erkennen werden, welchen unheilvollen Schaden sie durch ihre Lauheit für die Volksgesamtheit angerichtet haben. Die Entschließungen der Herausgeber der deutschen Zeitungen, die sich mit dem Papierpreis, den anderen Material- und Betriebskosten, den Lohn- und Gehaltsfragen beschäftigen, geben dieser Stimmung und letzten Warnungen Ausdruck. Nach allem muß indessen, wenn nicht in letzter Stunde alle, die es angeht, die Dinge im Zei- tungsgewerbe sehen, wie sie tatsächlich sind, und danach handeln, mit den ernstesten Ereignissen im Zeitungsgewerbe in absehbarer Zeit gerechnet werden.
Schließlich wurden drei Resolutionen gefaßt.
Die Resolution betreffend das Papier lautet:
„Die bisher gemachten Versuche der Reichsregierung und der Nationalversammlung eine Senkung des Papierpreises herbeizufüh.en, erweisen sich als gänzlich unzulänglich und sind nicht geeignet, den wirtschaftlichen Zusammenbruch der deutschen Presse zu verhindern. Die außerordentliche Hauptversammlung des V. D. Z. V. muß an der von ihrem Vorsitzenden in dem Telegramm an den Präsidenten der Nationalversammlung ausgesprochenen Federung festhalten, daß der deutschen Presse ein Papierpreis über zwei Mark hinaus nicht weiier zuge- mutet werden darf, daß vielmehr alle darüber
en
Regekumg zwi'chen
hinausgehenden Forderungen im öffentlich und allgemeinen Interesse der Regelung zwi'ch Reich und Papiererzeugern vorzubehalten sind. Wen« diese Vorder uns Ächt «füllt wird, lehnt
die Organisation der deutschen ZeitungSverleger jede Verantwortung für die unübersehbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen einer solchen Unterlassung ab. Es ist lange und oft genug gewarnt worden, heute hat sich die Lage bereits derartig verschärft, daß sich die Beratungen der Herausgeber der deutschen Zeitungen notgedrungen vor allem den Maßnahmen zuwenden, die bei der drohenden, durch die Papierpreise und die anderen unerträglichen Belastungen erzwungenen Stillegung der Zeiiu gen zu treffen sind. Wenn die Regierung und die Parteien im Wahlkampf noch auf die P.esse rechnen, dann müssen sofort energische Schritte geschehen, um das weitere Erscheinen der Zeitungen zu gewährleisten, andernfalls wird sich mit dem Schicksal der freien deutschen Presse das Schicksal der Parteien erfüllen, die nicht imstande oder zu kurzsichtig waren, sich diese Presse zu erhalten."
Die Resolution betreffend die Abwehr- organisation lautet:
„Die außerordentliche Hauptversammlung des V. D- Z. V. erklärt sich einverstanden mit den Vereinbarungen, die der Vorstand des V. D- Z. V. mit dem Vorstand des D. B. V. bezüglich der gemeinsamen Abwehrorganisation getroffen hat. Sie begrüßt mit Genugtuung d.e dadurch bekundete Solidarität des Zeitungs- unb Buchdruckgewerbes und überträgt der von beiden Vereinen geschaffenen Abwehrorgan sa- tion die Wahrung der in Frage kommenden wirtschaftlichen Lebensinter essen des Zeitungswesens."
Die Resolution betreffend den ReichS- wirtschaftsrat lautet:
„Die außerordentliche Hauptversammlung des
daß die Vorbereitungen für eine Körperschaft wie der Reichswirtschaftsrat getroffen worden sind, ohne daß der Reichspräsident und die Regierungen sich veranlaßt gesehen haben, den V. D- Z. V., die Berufsorganisation der deutschen Zeitungen, zur Entsendung einer Vertretung in den vorbereitenden Reichswirtschaftsrat aufzufordern. Mit den Erklärungen, die von Vertretern der Reichsregie- rung bei Verhandlungen über die schwere Existenzbedrohung der deutschen Zeitungen abgegeben worden sind, läßt sich ein derartiges Verhalten und eine so unbegreifliche Unterlassung umso weniger vereinbaren, als die deutschen Zor- tungsvecleger gerade jetzt darüber zu entscheiden haben, wie überhaupt eine Möglichkeit geschaffen werden soll, um das Zeitungsgewerbe über die nächste Zeit, ja auch nur während der Wahlzeit aufrecht zu erhalten. Die außerordentliche Hauptversammlung des V. D. Z. D., der über 1600 Zeitungen aller Parteirichtungen mit Ausnahme der unabhängigen und kommunistischen Presse zu vertreten hat, muß verlangen, i^ß dieses ebenso kränkende, wie auch kurzsichtige Verhalten der mit der Vorbereitung des Ueichs- wirtschaftsrates betrauten Beauftragten gebessert wird und darf erwarten, daß eine Aufklärung erfolgt. Der V. D. Z. D. ersucht ergebenst an seinen Vorsitzenden, Herrn Dr. Robert Faber, Magdeburg. Bahnhofstraße 17. eine Nachricht ge langen zu lassen, ob etwa ein vorher dorthin gelangter Bescheid aufrecht erhalten wird, in dem von der betreffenden Regierungsstelle gesagt wird, es habe sich nicht ermöglichen lassen, einen Vertreter des Zeitungsgewerbes in den vorbereitenden Reichswirtschaftsrat aufzuneh- men. Danach werden die Zeitungen ihr Verhalten einzurichten haben. Betont werden muß, daß die deutschen Zeitungsverleger, die bisher trotz den einer Katastrophe zutreibenden Verhältnissen unter schwersten Opfern nicht zuletzt im öffentlichen Interesse immer noch das Erscheinen der Zeitungen ermöglicht haben, eine berufene Vertretung ihres Gewerbes im Reichs- wirischaftsrat nur erblicken können in der Wahl eines von ihnen vorzuschlagenden, mit den Eigenheiten des Zeitungsgewerber praktisch vertäuten Fachmannes ihres Vertrauens."
Der Reichspräsident
an die Schweizer.
WB. Berlin, 11. Mai. Der Reichspräsident richtete an den schweizerischen Bundesprästden- ten folgendes Schreiben:
Nachdem zwischen dem Deutschen Reich einerseits und Frankreich sowie Großbritannien andererseits die diplomatischen Beziehungen wie- derhergestellt sind und demgemäß die schweizerischen Gesandtschaften in Pans und London auf hätten, die deutschen Inte, essen in Frankreich und Großbritannien wahrzunehmen, drängt es mich, Ihnen, Herr Präsident, und der schwei- zerifchen Eidgenossenschaft meinen und der deut
schen Regierung wärmsten Dank auSzuspreche« für die bereitwillige Uebernahme und die AuS» Übung des Schutzes der Deutschen in diese» Ländern. Das ganze deutsche Volk ist firb in diesen Gefühlen der Dankbarkeit einig un» ist sich dessen bewußt, welcher schweren verantwort-- vollen Aufgabe sich die Schweizer unterzöge« und welche außerordentliche Mühewaltung damit für alle daran beteiligten Stellen. Verbund«» war. Die Verdienste, die sich die schweizerisch« Regierung bei der Erfüllung dieser Aufgabe ft» Geiste edler Menschlichkeit und in wahrhaft neutraler Gesinnung erworben hat, werden glanzvoll in der Geschichte der Völker fortleben. Insbesondere gebührt auch der Ausdruck des Dankes den beiden schweizerischen Gesandtschaften 1» Paris und London, wie allen ihre« Mitglio» dern. Ihre hingebungsvoll« Arbeit im deutsche» Interesse, namentlich ihr aufopfernd« Bö» mühen, den schwergeprüften deutschen Kriegs, und Zivilgefangenen ihr hartes LoS zu erleichtern, wird im deutschen Volke nicht vergessen werden. Ebenso machte die hiesige schweizerisch« Gesandtschaft durch die Vermittelung des Verkehrs mit ihren Schwesterbehörden in Paris und London sich um das Wohl Tausender verdient. Die von allen ihren Leitern und Mitgliedern stets bewiesene selbstlose Hilfsbereitschaft und ihr verständnisvolles Zusammenwirken mit den beteiligten deutschen Behörden förderte den Schutz der deutschen Interesses im Ausland« in vorbildlicher Weise.
Die Truppenverminderung im Ruhrgebiet.
Berlin, 11. Mai. General Rollet ist gestern amtlich mitgeteilt worden, daß die ü b e v schieß endenL ruppen a u-.d"n t ten Zone zurückgezogen worden sind und nur noch 19 Bataillone, 9 Schwadronen und zwei Batterien vorhanden sind, also ein Bataillon und eine Schwadron weniger als vor dem Einmarsch ins Ruhrrevier. General Rollet hat einen Offizier zur Nachprüfung in die neutrale Zone entsandt.
Nach einer Havasmeldung soll der Alliierten« rat den deutschen Einspruch gegen die Fortdauer der Besetzung Frankfurts und des Maingaues bis zur Besprechung mit den Deutschen in Spa zurückgestellt haben.
Die Konferenz in Spa.
Wie wir schon gestern meldeten, scheint die Konferenz in Spa doch vertagt zu werden. Der belgische Wirtschaftsminister, der Ende vergangener Woche aus Paris zurückgekehtt ist, erklärt, daß die Konferenz in Spa auf die internationale Finanzkonferenz in Brüssel folgen werde. Diese werde wahrscheinlich Anfang Juli beginnen. .
Ipu. Paris, 11. Mai. Die Teilnahme der deutschen Regierung an der Ende Juni statt« findenden Konferenz in Spa macht in Pans noch vielerlei Sorge und es erscheint nicht aus. geschlossen, daß die Konferenz immer weiter- aufgeschoben werden wird. In Paris hat man * den Eindruck. als ob Deutschland die Uneinig« * seit der Alliierten benutzen wolle, um an der Festsetzung der Entschädigungssumme selbst mit zu beraten. Gegen diese Auffassung kommen natürlich alle französischen Stimmen in Opposition und es heißt, daß sich die französische Regierung, um hierüber Sicherheit zu erlangen, an die Verbündeten um Aufklärung gewandt hat. Zunächst ließ Frankreich schon erklären, daß es nicht geneigt sei, mit einer deutsche« Delegation über die Finanzfrazen zu unterhandeln, ehe diese mit den Verbündeten vollständig gelöst sind.
London, 10. Mai. Der diplomatische Mld- arbeiter des Daily Telegraph schreibt: Man ist der Ansicht, daß die Rolle der deutschen Abordnung im Spa sich vorläufig auf bie, Unterbrei* jung der Einzelheiten über die L a g e De utschlands beschränken wird. Nach Prüfung dieser Angaben, wird der Oberste Rat die von Deutschland zu zahlenden Raten und vielleicht auch den Betrag der ersten Rats festsetzen. Dann wird die deutsche Mission ein» geladen werden, bestimmte Vorschläge über bie Zahlungs weisezu machen. Lord Robert Cepil und Keynes sind gegen die schwebende Höhe der Zahlung, weil dadurch die Arbeitslust der Deutschen getötet werden würde. Die Franzosen bestehen aber auf einer derartigen Regelung- Tu« Schadenvergütung wird auf der Goldbasis, b. nach dein Wechftlkms von 1914, erfolgen, M sonst der verursachte Schaden in Nordftankcerch nicht festzustellen wäre. Der zu zahlende Betrag w.rd also steigen, wenn die Preise der Baustoffe sich inzwischen noch weiter erhöhen sollte«.
(Weit«« Politische Nachrichten auf Seite 54