Einzelbild herunterladen
 

Sanauer 1 Anzeiger

s&<a»Ä!Ä teil 2.50 Mk., 25 °/0 Teuerungszuschl. Offertgebühr ÄWp«.*iÄÄ

Mark. monatl. 3.50 Mk. Die Nummer 15 Pfg.

Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

Verlagsleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen TeilRich. Sultsch: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; iür Anzeige« und Reklamen A. Brodt. alle tu Hanau a. 8JL Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hana« Fernivrechanschlulle Nr. 1237 «nd 1238

General-Anzeiger

AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Zanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

Nr. 101 - Freitag den 30. April ' 2 1920

Das Neueste.

Die Nationalversammlung nahm das Tumult- gesetz in allen drei Lesungen an.

Das Inkrafttreten des Postgebührengefetzes ist verschoben.

Die sächsischen Demokraten und Mehrheits- sozialisten haben beschlossen, an der bisherigen stoalitionspolitik festzuhalten.

Millerand gab in der gestrigen Sitzung des Senats eine Erklärung über einen deutsch- stanzöstschen Meinungsaustausch ab.

Die Formel der Entwaffnung.

Als die Besetzung des MainMMS am Mor- gen dK 6. April erfolgte, wurde von Frankreich hoch und heilig versichert auch aus den Kund­gebungen der Besatzungsbehörden ging dies her- M, daß die franFosifchen Truppen nur so lange den Maingau besetzt halten würden, bis die ReichSwehrverstäckungen aus der neutralen Zone zurückgezogen seien. Der Außenminister Dr. Wer hat nun, wie wir berichteten, erklärt, daß jetzt in der neutralen Zone deutsche Truppen nur noch in der durch das Abkommen vom 8. August 1919 zugestandenen Kopfstärke stehen und daß um Verlängerung des Abkommens nachgesucht wor­den sei. Der Minister beruft sich, wie das schon sein Vorgänger getan hat, darauf, daß die Kopfstärke der noch in der neutralen Zone befindlichen Truppen dem Abkommen mit den Mierten entspreche. Demgegenüber erklären die Alliierten, daß in dem Abkommen von der Kopf­zahl überhaupt nicht die Rede ist, sondern daß die Grundlage dieses Abkommens die Zahl der militärischen Einheiten bildet. DasJournal" teilt mit, daß die französischen und belgischen Truppen den Maingau verlassen, wenn die deutsche Reichswehr im Ruhrgebiet nur noch N Bataillone, 6 Schwadronen, 2 Batterien um- siffen wird, und ReichSwehrminister Dr. Geßler erklärt: Die Formationen hatten vorerst die in ber deutschen Armee übliche Stärke, die sich nicht wesentlich von der französischen Formationsstärke unterschied. Bald aber zeigte sich, daß infolge der herrschenden Unsicherheit die Stärke unserer For­mationen immer mehr zusammenschrumpste. Da man aber an der Front niemals eine Umgrup­pierung der Formationen vornehmen kann, so mußte es bei der verringerten Formationsstärke bleiben. Dadurch ist ein Mißverhältnis zwischen Formation und Kopfzahl entstanden, und wir können nur eines von beiden tun, entweder die Kopfzahl^ oder die Anzahl der Formationen inne- halten. Und da bleiben wir schon deshalb bei bet Kopfzahl, weil wir bei Janehalten der For- mationszahl weit unter die erlaubten 17 500 Mann kommen würden, vielleicht bis auf 12 000 oder noch weniger. Mc können also von gar nichts anderem als von Kopszahl sprechen. Mit iwej Batterien ist einfach nichts anzufangen. Das würde das Ende bedeuten. Wir wollen nicht noch sinmal gegen unsere eigenen Landsleute zu Mde ziehen müssen.

Wir haben hier zweierlei Ansichten. Die «gierten scheinen sich getäuscht zu fühlen; eine -Täuschung ist aber nach den Erklärungen des deutschen Reichswehrministers nicht der Fall.

werden sich also Verhandlungen notwendig wachen, die aber so schnell wie möglich tingele, ^b durchgeführt werden sollten, denn der Aufbau unseres schwer betroffenen Vaterlandes ist nicht möglich, wenn alliierte Truppen den Maingau oder andere deutsche Gebiete besetzt halten. Wenn wir auch angesichts der Panikstimmung im In­dustriegebiet wünschen, daß sich die Alliierten zu ^uer Verständigung auf Grund der Geßlersche Mcht herbeilassen möchten, so fehlt uns doch der Glauben an diese Einigung, wenn wir uns dor Augen halten, mit welcher Formel Millerand

den Verhandlungstisch von San Remo ge­lten ist. Es besteht heute allgemein kein Zwei- i" mehr darüber, daß Millerand in San Remo Mz energisch für unsere Entwaffnung einge- , ten ist. Millerand mußte diese Parole aus- k L ^Er erinnern An diesem Augenblick daran, gelegentlich der Ratifizierungsdebatte in der ^uzösischen Kammer schon bis in die Reihen der jrozialdemokraten hinein der Regierung der ^orwurf gemacht wurde, daß sie es nicht ber= ^°en hätte, durch den Friedensvertrag die voll- Mig« Entwaffnung Deutschlands herbcizu- mhren. Andre Lefevre, der heutige Kriegsmi-

hieß der Abgeordnete, der damals in einer ^bemerkten Rede den Ruf zum erstenmal er- ^lev ließ, der von da an wie ein Kehrreim

am Ende jeder Beschwerde über dengerechten", aber für Deutschland viel zumilden" Versailler Vertrag angestimmt wurde. Wie oft wurde die vollständige Entwaffnung Deutschlands gefordert. Millerand wurde im Kammerausschuß wieder­holt vernommen, und die Pariser Presse setzte fast täglich in langen Artikeln auseinander, welch ungeheure militärische Organisationen Deutsch­land noch besitze. Wenn wir uns dies alles vor Augen halten, wird uns so manches verständ­licher, was sich in den letzten Tagen und Wochen ereignet hat und was sich vielleicht in den nächsten Tagen noch ereignen wird. Millerand mußte mit dem LosungswortEntwaffnung Deutsch­lands" zur Konferenz gehen und er hat ge­siegt, obwohl wir eigentlich nichts mehr zu ent­waffnen haben. Ob 100 000 ober 200 000 Mann Reichswehr, bleibt sich für uns gleich. Als Me­nsch außen hin bleibt die Truppe auf jeden Fall bedeutungslos. Sie kann nur den Eharakter einer Sicherheitswehr im Innern haben, und diese Wehr müssen wir, wenn wir durch Unruhen nicht vollkommen in den Abgrund ge­stürzt werden sollen, haben und verlangen! Wir wollen nichts anderes und können auch nichts anderes wollen als die Ordnung im Lande auf­rechterhalten, die uns die Wiederaufnahme der Arbeit gestattet.Deutschlands Zukunft liegt nicht mehr beim Schwerte, sondern bei der Arbeit, der Pflichterfüllung und der Solidarität aller Volksgenossen", wie in der preußischen Lan­desversammlung sehr richtig ausgeführt wurde.

Verhandlungen müssen so rasch wie möglich stattsinden, um den Maingau zu befreien. Die Entente hat natürlich die Macht, mit Deutschland zu machen was sie will. Und das deutsche Volk darf sich nicht einen Augenblick der Illusion hin­geben, daß es von irgend einer Seite Hilfe zu eMarren hätte. «LMM ballen wir es für unsere Pflicht die Entente, besonders aber Frankreich, darauf hinzuweisen, daß, wenn uns der nötige Schutz für das Innere unseres Lan­des versagt wird, die Gefahr besteht, daß nicht nur Deutschland vollkommen in Trümmer ge­schlagen wird, sondern auch Frankreich in den Abgrund stürzt. Ist Deutschland aber erschlagen, dann gibt es für Frankreich keine Macht der Welt mehr, die ihm die Leiter zum Aufstieg aus bent Abgrunde halten wird. Das Schicksal Deutschlands liegt in Frankreichs Hand. Das Schicksal Deutschlands ist das Schicksal Europas. Und unter den Trümmern Europas wird Frank­reich mit begraben. Dies sollte Frankreich bei den kommenden Behandlungen wohl bedeuten. Lenkt Frankreich ein, so werden die anderen En­tentestaaten folgen. rh.

Ipu. PariS, 30. Huris. In derRuv Blas" wird in einem längeren Artikel über Frankreichs.Ent­schädigung festgestellt, baS Deutschland von allen seinen Verpflichtungen gegenüber Frankreich die finanzielle am schnellsten erfüll habe. Bis 1. Mai 1921 müßte Deutschland 20 Milliarden im Goldwert bezahlen. Von diesem Betrage können alle Lieferungen Deutschlands an Frankreich. gekürzt werden. Wie nun der frühere Präsident Poincare und der Minister Loucheur gleichzeitig fest stellen, sind ca. 15 bis 16 Milliarden von dieser Summe bezahlt. In manchen Kreisen Frankreichs ruft diese Leistungs­fähigkeit Deutschlands neue Angst hervor, denn die völlige Erschöpfung Deutschlands, von der vielfach die Rede ist, wird stark angezweifelt. Von anderer Seite wird angeführt, daß Frankreich gerade diese Quelle nicht verstopfen dürfe, sondern zu großer Ent­wicklung. bringen müßte. Ein W iri­sch a ft s ü be r e i n k o in m e n zwischen Frank­reich und Deutschland könnte für Frankreich die Vorteile bringen, daß es den Ueberfluß der deutschen Produktion an sich bringen könne. Dies sei der ein* zigeAurweg, der Frankreichs Wirtschaftsnieder- gang^ aufhalten könne. Diese neuen Auffassungen, die von so hervorragenden Stellen nun verbreitet werden, haben jedoch zunächst den Zweck, England davon zu überzeugen, daß Frankreich in der Ent- ichädigungsfrage vorgehen und an erster Stelle be­friedigt werden müßte.

Ein deutsch-französischer Meinungsaustausch.

WB. Berlin, 29. April. Die Reichsregierung regte in Paris anläßlich der demnächstigen Be­sprechungen über Ein- und Ausfuhrverbote an, noch eine allgemeine Aussprache über die deutsch-französischen wirtschaft­lichen Beziehungen zwischen hervor­ragenden beiderseitigen Sachverständigen statt: finden zu lassen. Der französische Ministerprhsi- dent ging bereitwillig auf den Vorschlag ein, in­dem er betonte, daß auch er auf die Wiederauf­nahme der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern großen Wert lege. Der Zeit­punkt der Besprechungen wird ehestens festgelegt, ebenso sollen die Sachverständigen bald bestimmt werden, die Deutschland zu vertreten haben wer­den- Damit ist ein alter Vorschlag der deutschen Reaieruna in die Tat umaesetzt und das Prinzip

der freien Aussprache, wie es jetzt auch für die Zusammenkunft in Spaa gesiegt hast für die schwierigen deutsch-französischen Wirtschaftsprob­leme verwirklicht. Es ist zu hoffen, daß die Be­setzung des Maingaues rückgängig gemacht sein wird, ehe sich die beiderseitigen führenden Wirt­schafter an einen Tisch setzen.

WB. Paris, 29. April. In der heutigen Sitzung des Senats gab Ministerpräsident Mille- rand über die Verhandlungen von San Remo dieselbe Erklärung ab, die er gestern in der Kam­mer abgegeben hatte. Er fügte hinzu: Seit der gestrigen Sitzung der Kammer hat sich etwas Neues ereignet. Heute vormittag hat mich am Quai d'Orsay der Vorsitzende der deutschen Dele­gation bei der Friedenskonferenz, Ministerial­direktor Göppert, aufgesucht, um mir zu erklären, daß die deutsche Regierung der französischen Re- gierrmg einen Meinungsaustausch unter einigen deutschen und französischen Delegierten, die Sach­verständige des wirtschaftlichen Lebens sein sollen, votschlägt, die alle Fragen besprechen sollen, die den Handelsverkehr zwischen beiden Ländern betreffen. Ich habe den Vorschlag der deutschen Regierung angenommen und erklärt, daß der Handelsminister in kürzester Frist die französischen Delegierten für die vorgeschlagene Konferenz ernennen werde. Ich habe hinzuge­fügt, daß es nicht von uns abhängen werde, daß diese Konferenz raschestens zu guten Resultaten führen werde. (Sehr lebhafter Beifall.) Der Senat trat alsdann in die Tagesordnung ein.

DieVossische Zeitung" begrüßt es mit Genugtuung, daß endlich eine allgemeine Aus­sprache über die deutsch-französischen Wirtschafts­beziehungen zwischen Vertretern der beiden Mächte herbeigeführt würde. Das Blatt erinnert daran, daß schon seitens des französischen Ministers Loucheur den deutschen Unterhändlern, die mit ihm die Stopsung des Loches im Westen besprechen sollten, der Vorschlag einer allgemeinen Aussprache über die Gesamtheit der deutsch­französischen Wirtschaftsbeziehungen gemacht worden ist. Loucheur war damals umgeben von einer Anzahl -hervorragender französischer Industrieller und wies darauf hin, daß sein Vorschlag sowohl von der französischen Industrie wie von der französischen Regierung gebilligt werde.

Deukschlanös Kohlenlieferung an Frankreich.

wb. Paris, 29. April. Havas. Das Journal Ossiciel" veröffentlicht die Antwort, welche dem Abgeordneten Marin auf seine Anfrage bezüglich der deutschen Kohlenlieferungen durch den Ministerpräsidenten erteilt wurde. Millerand gab danach folgende Aufstellung über die Kohlenlieferungen Deutschlands anFrankreich: Bis 31. Januar waren geliefert: 162236 Tonnen Braunkohlen und 132692 Tonnen Steinkohlen. Im Februar: 380 674 Tonnen Braunkohlen und 214432 Tonnen Kohlen. Vom 1. bis 10. März: 95 301 Tonnen Braunkohlen und 39 772 Tonnen Steinkohlen. Vom 1. bis 20. März: 780 036 Tonnen Braunkohlen und 90065 Tonnen Stein­kohlen. Vom 20. bis 31. März: 151729 Tonnen Braunkohlen und 90065 Tonnen Steinkohlen sowie vom 1. bis 10. April: 114658 Tonnen Braunkohlen und 41425 Tonnen Steinkohlen.

Ein polnischer Angriff auf die Ukraine.

Warschau, 29. April. (Wolfs.) Wiener Korr.-

Bur. Die polnische Armee P i l s u d r k i s hat an die ukrainische Bevölkerung eine Proklamation gerichtet, in der sie bekanntgibt, daß die polnischen Armeen die fremden Bedrücker, die gegen die Ukrainer die Waffen erhoben haben, vom ukrainischen Gebiet verjagen würden. Die polnischen Armeen würden so­lange in der Ukraine verbleiben, bis eine ordentliche ukrainische Regierung die Gewalt übernehme und die ukrainischen Truppen eine neue Invasion verhindern könnten, damit das freie Volk der Ukrainer über sein Schicksal entscheiden könne. Gemeinsam mit den pol­nischen Truppen würsen jene Ukrainer zurückkehren, die in Polen Zuflucht gefunden hätten. PilsudSki sei überzeugt, daß die Uh-ainer aller aufbieten werden, um mit Hilfe PolenS die Freiheit zu verteidigen. Die polnischen Armeen gewährleisteten allen Ukrainern ohne Unterschied der Klasse, H^kunft und Konfession Leben und Schutz. Die ukrainische Vertretung in"War­schau hat einen gleichlautenden Aufruf Petljuras vcr- öffentlich

Das polnische Ministerium des Aeußern gibt be­kannt, daß die polnische Armee die Unabhängigkeit der Ukraine und ein Direktorium unter Petljura, all Chef der ukramiiLeu Volksrepublik, anerlenne»

Der polnische Kriegsbericht vom 27. April besagt I Die polnischen Armeen unternahmen am 25. April unter Fühnmg PilsudskiS an der wolhynische» und podolischen Front einen allgemeinen Angriff. Uns ersten Tage eroberte der rechte Flügel Qwrutlch, Krctvno, Wilsk und Cucow. Am 26. April wurde die Verfol­gung des weichenden Feindes auf der ganzen Front fortgesetzt und Zitomir besetzt. 38 Divisionen Infan­terie und 17 Divisionen Kavallerie der BoffchewiK wurden geschlagen und beträchtliche Beute gemacht.

Beschlagnahme eines Waffen- lagers auf Rügen.

WB. Berlin, 29. April. Wie die Abend­blätter melden, konnten ca. 1000 Karabiner, 120 Maschinengewehre und eine Anzahl Armee­pistolen und anderes Material auf der Insel Rügen beschlagnahmt worden. Der Führer des dortigen Landschutzes wurde verhaftet, da er die Waffen hat verschieben wollen. Der Landschutz wurde aufgelösst

Die Neubildung der sächsischen Regierung-

Festhalten an der Koalitian.

wb. Dresden, 29. April. In einer gemein­samen Sitzung der sozialdemokrattschen und der deutsch-demokrattschen Frattion der Volkskammer wurde heute beschlossen, an der bisherigen Koalition unter voller Wahrung der programma­tischen Selbständigkeit beider Frakttonen fest zuhalten und der Kandidatur des früheren Kultusministers Buck als Ministerpräsident zuzustimmen.

ipu. Tokio, 29. April. (Ostasiatischer Dienst.) Der Chef des japanischen Eeneralstabes, General Uschara, erklärte die Notwendigkeit der japanischen Attion in Sibirien damit, daß diese keineswegs den Krieg gegen Sowjetrußland bedeute, sondern mit der Politik des japanischen Minister- präsidentenHara übereinstlmme und ausschließlich auf die Vetteidigung des eigenen Landes abziele. Die großen Opfer, die Japan dafür jetzt bringen müsse, heben die Resultate vollkommen auf, indem Japan von der bolschewisttschen Politik nicht überrumpelt worden sei. Der Minister­präsident habe erklärt, daß die Regierung in Zukunft eine weitgehende soziale Polttik ver­folgen werde, die den Interessen aller Stände entspreche. Wie lange die japanische Expeditton in Sibirien noch durch'gefühtt werden müsse, konnte der Generalstabschef nicht bestimmen, doch glaubte er die Truppen sofort zurücknehmen zu können, wenn die Sowjetregierung ihre Propaganda in Ostasien aufgebe. Im übrigen seien mit China aussichtsreiche Verhandlungen im Gange, die einen besseren Schutz der sibittschen' Grenzen ennoglichen sollen. Nachdem die Kriegsgefangenen alle abtransportiert wären, bestehe Aussicht, daß die Bauernbevölkerung wieder die normale Verwaltung des Landes übernehmen könne.

Kurze Meldungen.

* Der amerikanische Senat lehnte mit 39 gegen 23 Stimmen eine Bill ab, nach der Kaufleute, die mit PeutfCcn Waren handeln, gezwungen sein sollten die BezeichnungHändler in deutschen Waren" aus dem Firmenschild allzubringen.

* Die Dockarbeiter in Amsterdam und Statt erbat* haben nach zehnwöchigem Streik heute die Arbeit ohne Zwischenfall wieder aufaenommen.

* Zwei Fabriken in Neapel kündigten ihren Ar­beitern, weil sie die. Arbeit nicht wieder aufnebmen wollten. Darauf wurde der Generalflreik erklärt.

* Die Blätter melden, daß England der «riechischen Regierrttra einen Kredit von 10 Millionen Pfund Sterling eröffnet hat.

' .DerLokalanz." nieldet aus Halle, daß der Gast- wirtcvcrband^ in Ballenstedt im Harz beschlossen hat, von ausländischen Kurgästen in anbetracht bei Valuta einen Aufschlag von 200 Prozent auf die je­weils fälligen Preise zu erheben.

* Auf dem Wilhelmsschacht 2 in Zwickau sind gestern nachmittag neun Mann der Belegschaft durch einen Kloczbrand cingefCIoffen worden. Man glaubt, daß sie erstickt sind. Die Rettungsarbeitm werben fortgesetzt. Die.tausend Mann starke Belegschaft ist vormittags nicht cingeiahren.

* Die preußische Legation beim heilige« Stuhl ist abberufen worden und wird durch eine deutsche Gesandschaft ersetzt werden.

* Die Entlassung des französischen Soldaten. Jahrganges 1918 soll nach einer Mitteilung des Kriegsministeriums zwischen, dem 1. und 15. Juni vorgenommen werden. Von mehreren Parteien soll die Regierung in der Kammer über die verlängerte Dienstzeit diejes Jahr­ganges interpelliert werde»,'