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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei öanav Fernsprechanicklusss Nr. 1237 und 1238

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Amtliches Organ für SlM- und Landkreis Kanau | Rotatimisdrmkr>.Waisenhausbuchdrucke«?'Han«m I Fernsprechanicklusss Nr. 1237 und 1238

Erschein! täglich mit Ausnahme bekrönn- und Feiertage * -^ ^^-^ »---

UIS7 Montag den 28. April 1920

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, Das Neueste.

Dar deutsche Verlangen, die Armee auf 200 000 Aann zu erhöhen, soll abgelehnt worden sein.

Der türkische Vertreter in San Remo erklärte, daß sie Türkei den Friedensvertrag niemals unterzeichnen mde.

Z« Britisch-Jndien hat sich in letzter Zeit die anti- dritzsche Bewegung weit verbreitet.

Der Generalstreik in Elsaß - Lothringen ist allge- vtin.

Die Kreditabkommen

mit Kolland und Amerika.

Nach den traurigen Meldungen der letzten Lage endlich einmal ein Lichtblick. Das Aus­land bekommt langsam wieder Vertrauen zu uns, and die Ernährungsschwierigkeiten dieses Jahres »erben im Wesentlichen behoben durch die neuen -reditabkommen, die soeben mit Holland und Amerika abgeschlossen worden sind. Von Holland «halten wir einen Kredit von 25 Millionen Äulden, eine recht beträchtliche Summe, wenn mir sie nach dem heutigen Markkurs umrechnen «ollen. Wichtiger aber und weit bedeutungs­voller ist das zweite Abkommen, das nunmehr «ach langen Verhandlungen, die durch den Kapp- Slltsch noch unnötigerweise hinaus gezögert wur- ttn, zum Abschluß gekommen ist. Danach liefern amerikanische Packerfirmen an die Reichseinfuhr- Lebensmittel im Werte von 45 Millionen r, das entspricht dem heutigen Kursstand zweidreiviertel Milliarden Mark- Die letztere beweist, wie bedeutungsvoll das AbkosurM für unsere Ernährung ist. Aber nicht allein diese .ichs, sondern auch das Verzeichnis der Waren, tie uns dafür geliefert werden, ist weit eindrucks­voller. Unsere Vvlksecnährung ist überaus be- hrnklich, und die leitenden Stellen mußten es sich hin und her überlegen, wie wir bis zur nächsten Ernte dmchkommen wollten. Nunmehr ist der Ankauf von 250 Millionen Kilogramm Brotge­treide gesichert. Ueber weitere 150 Millionen Kg. wird noch verhandelt, und es ist zu hoffen, daß bet Kaufvertrag dafür recht bald abgeschlosien mrd. 45 Millionen Kg. ausländisches Fleisch, 25 Millionen Kg. Speck, 25 Millionen Kg. Ichmalz will uns Amerika weiterhin liefern, außerdem aber noch 50 000 lebende Schweine und 20000 lebende Rinder. Für die Säuglinge wer­den 400 000 Kisten Milch zu je 48 Dosen geliefert, weiterhin sollen wir Oelfrüchte klommen zur Herstellung von Margarine, 10 Millionen Kg. Reis und eine große Menge von Kartoffeln.

Wie weiter gemeldet wiri), sind Lieferungs- derträge nicht nur mit Amerika und Holland, sondern auch mit England, Schweden, Aorwegen und der Schweiz, besonders aber mit I t a l i e n in Vorbereitung. Die Jta- !iener wollen größere Mengen Obst und Gemüse m Deutschland liefern. England hat für den Sommer 1920 bereits große Mengen Textil- und Rohstoffe, insbesondere Baumwolle, für Deutsch- iand in Aussicht gestellt.

Das sind Sonnenblicke, die einen Strahl der Hoffnung in unser Dunkel bringen. Wenn man Ach die unmittelbaren Wirkungen derartiger Kredite gewiß nicht überschätzen darf, so spricht 'ch in alledem doch eine Art Vertrauen aus, das zu begrüßen haben. Dieses Vertrauen wird $ erster Linie in die deutsche Arbeitskraft gesetzt, 5°>t der gerade in den Tagen des Kapp-Putsches Ausländische Sachverständige und führende Kauf- ssute gesagt hatten, daß sie über den größten ^efftand bereits hinaus sei. In dem ausländi- schen Entgegenkommen haben wir ferner eine Art Wechsel auf Sicht zu erblicken, ausgestellt auf die dem Kriege so vielfach erprobte Untern eh- ®Mg§Iuft des deutschen Kaufmanns und Jndu- istiellen. Jene Initiative und Tatkraft, das ist Befriedigung festzustellen, beginnt der deutsche ^-ufmann mehr und mehr auch auf dem inländi- 'chen Markt zu betätigen, und er wird es in der Ochsten Zukunft um so freudiger und nachdrück- ^tr tun, je mehr die Sicherheit wächst, daß der ^deiLprozeß nicht durch neue Unruhen und

-chr gestört wird. Wir müssen endlich damit "u'dören, die Politik in das Wirtschaftsleben ^'Ueinzutragen. mit jenem ungeheuer gefährlichen ^^Iiment, das unsere Arbeitsstätten zum Tum- ^-viatz schrankenloser politischer Leidenschaften das die Arbeit unseres Volkes, auf die «We alles ankommt, lahm legt und das kärgliche um das wir ringen, aus dem Hause treiben

Wir packen eS, wenn wir nur wollen, wenn «rt zur Selbstbesinnung gekommen sind. DaS

ist die tröstliche Gewißheit, die wie ein Hoff­nungsstrahl durch das Dunkel der Gegenwart schimmert. Selbstbefreiung ist der beste Schutz, Erkenntnis der Lage der erste Schritt auf dem Wege zur Besserung.

Die internationale Kredilverslechlunfl.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben nach einer Aufstellung derTägl. Rundschau" während des Krieges im ganzen 1896 Millionen Lstrl. an die kriegführenden Staaten der Entente als Darlehn gegeben, nämlich an England 843, an Frankreich 550, an Italien 325, an Rußland 38, an Belgien 80, an Serbien 20, an andere Verbündete 40 Millionen Lstrl.

England hat 1470 Millionen Lstrl. ver­liehen, nämlich an Frankreich 508, an Italien 467, an Rußland 568, an Belgien 98, an Serbien £0, an andere Verbündete 79 Millionen Lstrl.

Frankreich hat an Italien 35, an Rußland 160, an Belgien 90, an Serbien 20, an andere Verbündete 50, zusammen 355 Millionen Lstrl. als Darlehen abgegeben.

Im ganzen haben England 843, Frankreich 1058, Italien 827, Rußland 706, Belgien 268, die anderen Verbündeten 164 Millionen von­einander gepumpt, zusammen 8985 Millio­nen ßftrL oder an 2156 Milliarden Mark.

Bei der heutigen Entwertung der Valuta, wie sie in Rußland, Frankreich, Serbien, Belgien, Italien besteht, erhöhen sich die gegen­wärtigen Forderungen noch beträchtlich. Man sieht aber aus diesem gegenseitigen Pump- und Abhängigkeitsverhältnis der einzelnen Staaten, wie sehr die Finanzen der Gläubiger-

Zusammenstellung mit Sicherheit hervorzugehen, daß die Vereinigten Staaten von Amerika nirgends gepumpt, sondern nur Darlehen ab­gegeben haben, woraus sich die allmächtige amerikanischen Dollars und die

Stellung des Hochspannung erklären läßt.

der Newyorker Börse wohl

San Remo.

Nach einer HavaS-Meldung hatten Millerand und Lloyd George am Samstag vormittag eine mehr als zweistündige Besprechung, die ein sehr ersprießliches Ergebnis zeitigte. Ueber folgende Fragen scheinen die beiden Regierungen zu einer Einigung gelangt zu sein: Entwaffnung Deutschlands, Wiedergutmachungen und AktionSgemeinschaften der Alliierten. Diese Ver­einbarungen sollen dem Obersten Rat unterbreitet werden. Die Alliierten sind entschlossen, von Deutsch­land so schnell als möglich die Aufstellung über die Summe zu verlangen, die diese» auf das Konto der Wiedergutmachungen zu leisten hat. Die deutsche Re­gierung wird ermächtigt werden, durch einen ihrer Vertreter, der später von den Alliierten be­ruf e n werden wird, über diese Punkte ihre Meinung zu äußern. Diese direkten Besprechungen würden wahrscheinlich bald stattfinden.

WB. San Remo, 26. April. Die Konferenz hat im Prinzip beschlossen, für nächsten Monat deutsche Delegierte nach Belgien zu einer Zu­sammenkunft mit Vertretern der Alliieren ein- zuladen, um über die Anwendung der Wiedergut- machungsbestimmungen zu beraten.

WB. Paris, 25. April. Der Vertreter der Agentur Havas in San Remo teilt in einem län­geren Telegramm mit, daß Lloyd George und M i l l e r a n d vormittags eine Unterredung hatten. Es scheine, daß die Hauptprobleme, die die Konferenz zu lösen habe, nunmehr soweit ge­fördert seien, daß sie gelöst werden könnten. Es sei ein Abkommen ausgearbeitet worden, das morgen dem Obersten Rat vorgelegt werde, das ein gemeinsames Einverständnis zwi­schen den Alliierten feststellen werde. Ueber die beiden Deutschland betreffenden Haupt­punkte, Entwaffnung und Wiedergutmachung, hätten Millerand und Lloyd George die Grund­lage einer Verständigung gefunden. Es scheine, daß die Meinungsverschiedenheiten, die sich am ersten Tage der Beratung gezeigt hätten, viel mehr auf wirKichen Mißverständnissen als auf Meinungsverschiedenheiten beruht hätten. Die gemeinsame Erklärung werde ohne Zweifel auch die gemeinsamen Gefühle Frankreichs und Eng­lands betonen. Es werde ein Dokument ausge- arbeitet, das von Deutschland die Ausarbei­tung desFriedensvertrageS ver­lange. Das Manifest werde jedoch erklären, daß die deutsche Regierung aufgefordert werde, Vorschläge zu unterbreiten. Der deutsche Kanzler werde infolgedessen s p ä t e r rin­ge l a d r n, mit den alliierten Staatschess, die vorher das Programm und die Ausdehnung der direkten Besprechung regeln würden, zu verhan­deln. Es sei möglich, daß diese Zusammenkunft

in Brüssel, womöglich noch vor der inter­alliierten Finanzkommission, die dort im Mai zu- sammentrete, stattfinden werde. Diese Finanz­kommission setze tatsächlich, um zu einem Ergeb­nis zu gelangen, das vorherige Einverständnis der Alliierten über die Wiedergutmachungsftage voraus.

Am 10. Mai laufe die Deutschland inbezug auf die Wiedergutmachung gewährte Frist ab. Diese Frist könne leicht verlängert werden, um den Deutschen alle Initiative nach dieser Richtung zu gestatten. Die Alliierten seien geneigt, so schnell wie möglich die Summe festzu­setzen, die Deutschland mit Rücksicht auf seine Zahlungsfähigkeit zu entrichten habe und unter Berücksichtigung desien, daß es sich wieder an die Arbeit begeben müsse, um seine Verpflichtungen zu erfüllen. Es scheine nicht, daß man bereits über die Bewertung der Summe, die man von Deutschland in steigenden ArmMäten oder in festgesetzten Beträgen nach Steigerung der deut­schen Einnahmen aus den Eisenbahnen und Zoll­verwaltungen verlangen wolle, eine Entschei­dung getroffen habe. Der letztere Modus scheine begünstigt zu werden, namentlich in belgischen Kreisen- Aber das sei eine Frage, die in zweiter Linie komme. Die Hauptsache sei, daß der Grund­satz angenommen werde, die deutsche Schuld fest­zusetzen. Auf alle Fälle aber werde in San Remo keine Ziffer festgesetzt werden. Das könne erst später in Paris geschehen, wo man alle notwen­digen Jnformationsmittel besitze.

Das 200 000 Mann-Heer abgelehnt.

WB. Paris, 25. April. Nach dem «Petit Journal" soll das deutsche Verlangen, seine Armee auf 200 000 Mann beramznsetzen, abgefeimt worden sein. Jules Sauerwein sagt imMaffn", die Stärke des deutschen

Liauu., Mer die P^izeikrälte könnten vermehrt werden.

WB. Paris, 26. April. Der Sonderberichterstatter des.Jntransiaeant" in San Remo meldet, man werde Deutschland vielleicht ein Heer von 150 000 Mann belassen.

Besetzung des Ruhrgebietes verwarfen.

WB. Amsterdam, 25. April. Wie das Reutersche Büro aus 2a» Remo meinet, gab LloydGeorge bekannt, dass das Ergebnis seiner Besprechungen mit Millerand in einer gemeinsamen Erklärung niedergelegt werde, wonach Frankreich und England übereinge- kommen wäre«, dass die Be i nmirngen des FriedenSvertrages über die E n 1w as fn u n g Deutschlands durchgeführt werden sollen und dass der Gedanke einer Besetzung des rechten Rhein Users und deS RithrgebietsdurchKrankreichver» warfen wird.

Rittis Auffassung.

WB Paris, 25. April. (Hades.) Nitti erklärte Vertretern der französischen Presse, er betrachte das FriedenSproblem nicht nur vom italienischen Standpunkte, sondern vom Standpunkte ganz Europas. Der Rrieg hat!» eine beträchtliche Herabminderilii» der Erzeugung Europa» im Gefolge. Anginblicklich seien noch 300 Millionen Menschen ge­wissermaßen für das wirtschaftliche Leben der Welt untätig. Diese Lage könne ohne Gefahr nicht länger dauern. Man müsse Europa deshalb zum Frieden

und zur Arbeit zurückfübrcn.

Das sei ein gemein-

iameS Interesse aller Nationen. Es sei deshalb not­wendig, daß in allen Ländern Fer Friedensgeist den kriegerischen Geist ersetze. Man müsse wissen, was man wolle, ob man den Krieg fortsetzen oder wirklich Frie­den machen wolle. Seine Ueberzeugung sei, man müsse sofort und überall den Frieden herstellen, sonst gehe man, den größten Katastrophen entgegen. Weil er beabsichtige, Europa wieder zum Leben zu bringen, mache er seit Monaten die größten Anstrengungen, um ganz Europa zum Frieden zurückzuführen. Das ein­zige Mittel, dieses Sterilität zu erzielen, sei, die Sieger und die Besiegten zu vereinen. Er begreife die Ge­fühle Frankreichs, aber Italien helfe Oesterreich, daß es nicht HimgerS sterbe. Achnlich müsse man gegen­über Deutschland verfahren. Dieses Land habe weder eine Flotte noch Rohmaterialien. Sein Wechsel­kurs stehe schlecht. Es bliebe ihm nichts mehr als feine Maschinen, seine Organisation und die Arme seiner Bewohner. Ihnen müsse man die Möglichkeit geben, zu arbeiten und zu leben und dadurch auch die Mittel, ihre Veipstichtungen zn erfüllen. Wenn man das nicht tue, werde Deutschland notwendigerweise dem Bolschewismus oder dem Militarismus verfallen. Wenn man sage, Frankreich zweifle an den pazifistischen Ge­fühlen Deutschlands, so wolle er diese Be'orgn:S an- nehmen. Deshalb fei er mit Frankreich eini^über die Notwendigkeit der deutschen Entwaffnung. Plan sagte, er sei ein Anhänger der Revision der Friedensver- trate* Da» sei falsch. Man behauptete auch, Italien

sei mit den Mittelmächten durch ein geheime Ab­kommen gebunden. DaS sei eine lächerliche Erstndnng. Er sei nur einer Politik der Realitäten treu. I« der Politik deS demokratischen Italiens gäbe er kein ®e» heimnis.

In einem weiteren Interview erklärte NM: Der europäische Frieden werde nur erreicht, wenn auf Deutschland, als auf das große Sammelbecken der Energie und auf Rußland, al» auf das der Rohstoffe der gebührende Wert gelegt wird.

Die z« leistenden Entschädisitnge«.

WB. PariS, 25. April. DasEcho de Paris" berichtet anS San Remo: Minister» präfidcnt Millerand empfahl als Zahlung-- fystem' der von Deutschland zu leistenden Entschädigungen allmählich steigende JahreS- Zahlungen aus 30 Jahre. Keine Jahreszahl solle jedoch geringer als drei Milliarden sein.

Die Türkei weigert sich?

WB. PariS, 26. April. Nach einer Meldung bei Daily Mail- aus San Remo soll der Vertreter der Türkei Ghalib Kismali Bey erklätt haben, die Türkei werde diesen Vertrag niemals unterzeichnen. Laut .Chicago Tribune" soll der Türkei ein Heer von 25 000 Mann belassen werden. In Konstantinopel dürfe sie nur eine Kompanie als Ehrenwache bei Sultan« unterhalten. Konstantinopel soll eine Polizei- truppe unterhalten, die der interalliierten Kommission untersteht.

Der Generalstreik in Elsatz- Lothringen.

WB. Paris, 25. April. Nach einer Meldung bei Temps" protestierten die gewerkschaftlichen Arbeiter StraßburgS aufs Heftigste gegen die Anwesenheit der marokkanischen Division, derselben, die auS Frank­furt a. M. zurückgezogen wurde.

Nach einer Meldung auS Metz ist der Eisenbahner- streik in Lothringen allgemein. Die Züge PariS-^iauch

Paris, April. Nach Prwatmeldungen des elf. - Journalisten Grumbach an die Humanits aus Metz "3 der Streit in Elsaß-Lothringen seit gestern allgemein. DaS Eisenbahn- und Postpersonal schloß sich 'bm an. Ein bedauerlicher Zwischenfall ereignete sich in Algringen bei Tietenhofen. Der Unterpräfett von Diedeulosen verließ dort angesichts eines Temonstralionszuges von Aroutern plötzlich sein Auto und bedrohte die Menge mit dem Revolver. Er und die beiden chn begleuen» den Gendarmen seien verletzt tvoroen. Der Unter« prüfest soll einen Messer- oder Bajonettstich erhalten yaden. Nach einer anderen Meldung wurden zwei Schwadronen Kavallerie nach Algringen geschickt. ^a Diedenhoseu und Umgegend soll eS den Deutschen ver­boten sein, ihre Wohnungen zu veilassen, solange der Streit anvauert.

Ein Führer der koNmumstischen Arbeilerparlei vsrhastet.

WB. Frankfurt a. M.,25.April. Di-Kriminal« Polizei nahm heute den Fübrer her kommummschen Arbeiterpartei Deutschlands, Ernst König auS z uneU dorf, in Schutzhaft. Wie sich hrauSstcllte, bat sich der Festgenommene den Nanirn Röntg falichiich bei« gelegt. In Wirklichkeit heißt er Ginster und ist mit dem Kommunisten gleichen Namen» auS Duisburg» Hamborn identisch.

Zur Kebung der französischen Valuta.

lpu. PariS, 26. April. Zur Hebung der französischen Valuta sind verschiedene Einfuhr, gesetze erlassen worden. Verboten ist die Ein- i'uhr von Blumen aus England, Früchten. Stickereien und dergleichen aus Belgien und einigen Sorten Juwelen aus Holland.

Deutsche Waren in Südafrika.

Jpu. Kapstadt, 26. April. In Südafrika sind wieder deutsche Waren in großer Menge ange­kommen, worunter sich alle Artikel befinden, u. a Pianos, Musikautomaten, Maschinen unb Eisen, waren, die großen Absatz finden- Die Jmpor» teure haben 'noch große Bestellungen gemache, klagen aber sehr über die unpünktlichen Liefe­rungen, sodaß die früheren Handelsbeziehungen noch nicht ausgenommen werden könnten.

Die Kohlenförderung im Ruhrgebiet.

(kfftn, 25. April. Von zuständiger stelle wird mitgeteilt, saß sich die Kohlen-örderung im Ruhrremer in der letzten Zeit wieder e!wo» gebessert hat, wenn auch die Ueberßunben noch nicht voll gefahren werden. Im einzelnen werden für die Zeit zwischen dem 12. und 20. April folgende Zableu genannt: 12. April 256 000 Tonnen, 13. April 286 000 Tonnen, 14- April 250 000 Tonnen, 15. April 268 000 Tonnen, 1«. April 299 000 Tonnen, 17. April 264 000 Tonnen, 19. Apru 271000 Tonnen, 19. Avril 317 000 Tonnen, 20. SpnJ 269 000 Tonnen. Auch die Wagmsrellung wird all genügend bezeichnet.

(Weitere politische Nachri^ten aus Seile S-)