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General-Anzeiger
AmMchss Organ für Stadt- und Landkreis Zanan
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Nr. 95
Freitag den 23. April
1920
Sa!
Das Aeusste.
Der ReichLwehrminister kündigte in der gestrigen gifcung der Nationalversammlung an, daß er in den Msten Tagen für die Reichswehr die Schaffung von Kehrkammern verordnen werde.
Der Gesetzentwurf über die Wahl des ReichS- Midenten wurde in zweiter und dritter Lesung an- 'Mmmen.
Die Ententenote an Deutschland, welche die voll- länbige Abrüstung Deutschlands fordert, soll noch «i Laufe dieser Woche abgesandt werden.
RechtSanwalt Bredereck, der Pressechef der Kapp- «zierung wurde in Portsdam verhaftet.
Mit dem sächsischen Ministerpräsidenten wird das gesamte Kabinett zurücktreten.
In Elsaß-Lothringen wurde der Generalstreik noklamiert.
Die deutsche Frage in San Aemo.
Ueber die Beratungen von San Remo läßt sich zur Stunde noch kein klares Bild gewinnen. Amtliche Kommuniques, soweit solche überhaupt nisgegeben werden, sind sehr nichtssagend. Man st also auf dir private Berichterstattung besonders der Ententepresse angewiesen. Was über die Verhandlungen zur deutschen Frage bis jetzt verlautet, ist vielfach widerspruchsvoll und unbe- stimmt. Es scheint jedenfalls, daß vorläufig keine Einigung über die gegen Deutschland anzuwen- Mdew Maßnahmen MM^wersten konnte. Die örsprechungen werden aber hinter den Kulissen rifrig fortgesetzt. Nitti und Lloyd George sollen die Meinung vertreten, daß ein wirtschaftlicher Druck genüge, um von Deutschland die Erfüllung des Versailler FriedenZvertrages zu erzwingen. Rillerand dagegen halte dieses Mittel für unzureichend und verlange darüber hinaus militärische Naßnahmen. Schon heute rechnet man indessen in Ententekreisen damit, daß endlich doch eine Ausgleichformel zwischen den verschiedenen Meinungen gefunden werden wird.
Paris, 22. April. Nach den Privatmeldungen, die heute aus San Remo vorliegen, darf angx kommen werden, daß heute der Oberste Rat sich mit best deutschen Fragen beschäftigen wird. Es läßt sich an Hand der Aeußerungen der Sonderberichterstatter der Pariser Treffe kaum mit Sicherheit feststellen, was in ihren Aeußerungen Tatsächliches oder Taktisches ist. Es hat fast den Anschein, als ob absichtlich in dunkeln Farben gezeichnet werde. Interessant ist nur die Nachricht Sauer Weins im Matt», daß bei der be- kaunten Unterredung, die am Sonntag zwischen Aohd George, Nitti und Millerand stattfand, die 'erden ersten den Gedanken in die Erörterung Morsen haben sollen, es wäre nützlich für die Zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Be- -ichungen, die deutsche Regierung an den Verhandlungen in San Remo teiln eh, - men zu lassen. Es wäre sogar vielleicht rat- mm, den Kanzler in Person an der Riviera zu sehen. Herr Sauerwein fügt hinzu, man könne ch die Wirkung vorstellen, die dieser Vorschlag wf Herrn Millerand gemacht habe. Er komme, l»rk in seinem Recht, unterstützt von Land und Parlament, mit einem ungeheuren Aktenbündel Atex dem Arm, der die Verletzungen des Frie- densvertrages durch Deutschland aufweise. Er ^de jedenfalls feinen Alliierten gesagt, der Verlag von Versailles dürfte kein chiffon de papier Gerden; wenn Deutschland begonnen habe, feinen suten Willen zu zeigen, indem es seine Truppen Mückziche, seine Pretorianer entlasse und die s-aufende von Kanonen und Luftfahrzeugen ab- sssere, dann könne man gern von der Wirtschaft- ^schen Zusammenarbeit sprechen, deren Notwen- slgkeit Frankreich begreife. Darauf hätten jeden- Ms seine beiden Kollegen gesagt: Glauben Sie 'Nt daß die Erörterung' gewinnen würde in Gegenwart deutscher Minister? Der Schlag ei hart gewesen. Millerand habe bei dieser Gelegenheit gezeigt, wie nützlich es sei, weder 'erben noch Schwäche zu haben. Mit seiner Hal- Mg hatt Lloyd George bewiesen, daß er einen Wen Wege gegangen sei. Seit dieser Zeit suche Uohd George andre Wege zu gehen, um zu ^>nem Ziel zu gelangen.
Andre Sonderberichterstatter betonen, daß "^ französische Abordnung ihre Abreise auf ^»nntagvormittag festgesetzt hat. Petit Parisien p sogar wissen, daß die drei Ministerpräsiden- °" seit Sonntagabend nicht mehr über die Zische Frage gesprochen hätten, und Pertinax M es für notwendig. Zu «uMreu, daß die
alliierten Delegationen außerhalb der Sitzungen nicht miteinander verkehrten. Keine Einladung habe stattgefunden, kein Besuch, und als Beispiel für diesen Zustand führt Pertinax an, daß Herr Barröre, der französische Botschafter in Rom. nicht ein einziges Mal Lloyd George, den er seit Jahren kenne, gesehen habe. Ministerpräsident Nitti habe seinen Gästen nicht Gelegenheit gegeben, sich bei ihm zu versammeln. Der Berichterstatter meint, weder Lloyd George noch Nitti könnten sich einer Täuschung hingeben über die Haltung Millerands. Die festen Worte, die er am Sonntag gesprochen habe, könnten bei ihnen nicht den geringsten Zweifel aufkommen fassen.
Zu der Meldung des Matin, Nitti und Lloyd George hätten die A n w e s e n h e i t b e 3 deutschen Reichskanzlers in San Remo für wünschenswert erklärt, erfährt die Vossische Ztg. aus der Reichskanzlei, daß die deutsche Regierung von einem solchen Vorschlag amtlich keine Kenntnis erhalten hat.
WB. P »ris, 22. April. Der Sonderberichterstatter des Journal des Debüts in San Remo meldet, daß die deutsche Angelegenheit schon den Gegenstand besonderer arbeitsreicher Verhandlungen zwischen den Ministerpräsidenten gebildet hätte. Die MeinungSverfchiedenheitenseienernst.
Der Eindruck der deutschen Note.
WB. San Remo, 22. April. Die deutsche Note, welche die Forderung nach einer Armee von 2 00000 Mann stellt, hat in Konferenz- kreisen lebhaften Eindruck hervorgerufen. Es scheint, daß sie ohne Ueberraschung und auf englischer und italienischer Seite sogar mit einem gewissenWohl- wollen ausgenommen wurde. Auf französischer Seite behält man sich die Bildung einer Meinung vor bis zur Prüfung dieser Frage durch die Konferenz. Er möge sein, daß die bolschewistische Gefahr eine Vermehrung des deutschen Heeres nötig mache, welches allerdings schon zahlreicher sei, als es sein solle. Nach dem militaristischen Staatsstreich Kapps sonne aber Frankreich gegen eine Verstärkung der deutschen Armee Bedenken hegen. Wenn der Bolschewismus zu fürchten sei, so sei es der Militarismus nicht weniger. Wenn der Friedensvertrag daher die von Deutschland gewünschte Aenderung erfahre, erscheine es gerechtfertigt, daß Frankreich genügend Garatien erhalte gegenüber jedem Versuch einer militärischen Revanche. Die deutsche Note werde den Regierungschefs Anlaß geben, das ganze Problem der Entwaffnung Deutschlands zu besprechen.
(Die gestrige WL.-Meldung nach der eine 300 000 Mann starke Armee gefordert wird, scheint, nach der vorliegenden Meldung falsch zu sein. Es handelt sich nur um 200 000 Mann. D. Red.)
Paris, 22. April. Die deutsche Denkschrift über die Stärke des deutschen Heeres, die gestern in San Remo angekommen ist, hat keine gute Presse. Das Journal meint sogar, die Denkschrift komme im günstigen Augenblick. Noch einmal mehr mache Deutschland die Fehler gut, die die Alliierten begangen hätten. Während man in San Remo darüber verhandle, mit welchen Mitteln man die deutsche Militärmacht heruntersetzen könne, befleißigten sich die Regierenden in Berlin, der Welt zu zeigen, welchen Nutzen sie aus ihrer wieder aufgerichteten Militärmacht ziehen wollten. Was am meisten bemängelt wird, ist, daß schwere Artillerie, Eisenbahntruppen und Flugzeuge verlangt werden. Das geht nach der Ansicht der meisten Pariser Blätter über den Rahmen, der einer Polizeitruppe gezogen fei, hinaus. Der Gaulois meint sogar, durch die Note habe Deutschland die Revision des Friedensver- trages verlangt.
Jpu. Paris, 22. April. Die Ententenote an Deutschland, welche die vollständige Abrüstung Deutschlands fordern soll, wird noch im Laufe dieser Woche- abgesandt. Die Ententegenerale befinden sich ebenfalls in San Remo, wo der Wortlaut der Note aufgestellt wird. Von San Remo begibt sich General Foch nach Paris und wird dann eine neue Reise durch das besetzte Gebiet unternehmen.
WB. Parts, 22. April. Havas meldet aus San Remo: Die Konferenz setzte heute die AnSarbeitung des trieben 3b ertrag es mit der Türkei fort, die, wie man glaubt, heute zu Ende geben wird.
WB. Konstantinopel, 22. April. Die Oberkommissare haben der Pforte die Aufforderung übermittelt, Delegierte nach Paris zur Entgegennahme der Friedensbedingungen am 10. Mai zu entsenden.
Ms Slärke der Reichswehr in -er neulralen Zone.
In einer von dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation in Berlin dem Präsidenten der Friedenskommission übergebenen Note ist darauf hingewiesen worden, daß infolge der bis zum 21. April durchgeführten Verminderung die Kopfstärke der Truppen in der §0 Kilometerzone die zulässige Zahl nicht mehr über - steigt, daß nur noch die Zahl der Verbände um 10 Jnfantenebataillone und 10 Batterien über- schriUen M. Die weitere Veeminderun« der Ver
bände ist im gegenwärtigen Augenblick nicht angängig, da die Durchführung der polizeilichen Maßnahmen in den stark bevölkerten dicht beieinander liegenden Ortschaften es besonders vorteilhaft erscheinen lassen, kleine Verbände zu verwenden. Unter diesen Umständen hat die deutsche Regierung gebeten, daß die zulässige Tcuppen- zahl entsprechend früherer Anträge lediglich nach Köpfen bemessen werde. Sie müsse aber mit besonderem Ernst und im Bewußtsein ihrer Verantwortung immer wieder darauf Hinweisen, wie wichtig es ist, immer wieder für die Ruhe, Sicherheit und Ordnung in dem Gebiet einstehen zu können, das den Kern des deutschen industriellen Lebens bildet. Dem Vorsitzenden des interalliierten Ueberwachungsausschusses für das Landheer, General Nollet, ist außerdem eine genaue Uebersicht der Truppenverbände in der 50 Kilometer- Zone übermittelst worden.
Berlin, 22. April. Ueber die Stärke der Truppen in den Abschnitten 1 und 2 der neutralen Zone, die von Wesel bis Köln reichen, werden amtlich folgende Mitteilungen gemacht: Am 18. April nachmittags waren vorhanden: 31 Bataillone, 8 Eskadronen und 26 Batterien mit einer Gesamtstärke von 19 000 Mann. Dazu kamen in den Abschnitten 3—5 4% Bataillone, 3 Eskadronen und keine Batterie mit einer Gesamtstärke von 2170 Mann. Am 21. April abends betrug die Zahl in den Abschnitten 1—2 26 Bataillone, 7 Eskadronen und 12 Batterien mit einer Gesamtstärke von 15 429 Mann.
PersorrarNsränderungen.
WB. Berlin, 22. April. Amtlich wird miige- teilt: Beim preußischen Minister des Innern .finden jetzt Besprechungen für die einzelnen Provinzen statt, die der Erörterung der Frage dienen, ob und inwieweit Personalveränderungen erforderlich sind, um in den einzelnen Verwaltungsbezirken das bisherige Vertrauensverhältnis zwischen der Behörde und den verfassungstreuen Schichten der Bevölkerung wieder herzustellen. Das Resultat einer solchen Sitzung für Pommern ist bereits bekannt gegeben worden. Die heutige Besprechung befaßte sich mit Schlesien. Es wurde beschlossen, folgende Land- räte zu beurlauben: von Rother (Liegnitz), von Schrötter (Löwenberg), v. Schuckmann (Steinau), v- Ravensberg (Gurau), Rojan (Oels), Graf Limbucg-Stirum (Neumarkt), Sayur (Nams- lau); die drei Ungenannten waren bereits, beurlaubt.
Soweit die augenblicklich schwebenden Fragen der Grenzfestsetzung noch zu bearbeiten und zu ttären sind, werden die Landräte aus Gurau und Namslau für diese Angelegenheit noch weiter amtlich arbeiten.
WB. Berlin, 22. April. Auch Hauptmann Hahn vom persönlichen Stäbe des Reichswehrministeriums wurde wie Major v. Gilsa beurlaubt. Me wir erfahren, stehen weitere Pcr- sonalveränderungen in der Heeresleitung und in den Personalämtern bevor. Der persönliche Stab des Reichswehrministeriums soll ganz aufgehoben werden, da man von dem Gedanken aus geht, daß der persönliche Stab nur eine Wiederholung des Reichswehrministeriums sei und als solcher durch die Verkleinerung des Heeres überflüssig werde. Irgendwelche Differenzen sollen bei der Beur- faubutig nicht mitspielen. Beide Offiziere beantragen lediglich einen längeren Erholungsurlaub. Major v. Gilsa will sich nach Oberbayern begeben und auf Wunsch des Reichspräsidenten später einen Posten in der Reichswehr übernehmen.
Schaffrmg einer ssZrK?-emokrK?» ParlKMenismehrherl.
WB Berlin, 22. April. In her gestrigen Funktionärversammlung ber sozialdemokratischen Partei gelangte nach den Abendblättern nach Ablelmnnr der meitergebenben radikalen Entschließung Kölitz eine Resolution Stampfer-Krüger zur Annahme, die die Benutzung der bevorstehenden Reichstagswahl zur S ch a f f n n g der s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n P a r l a in e n S m e b r h e i t fordert und sich unter Ablehnung jeder Diktatur zur Herbeiführnng einer Einigung mit der U. S. P. auf dem Boden einer rein demokratischen sozialistischen Politik bereit erklärt.
Die „Freiheit" bemerkt dazu, der Verlauf ber Konferenz bedeute keinen Sieg der Opposition.
Die sächsische Minisierkrise.
Rücktritt des gesamten KaSinetts.
WB. Dresden, 22. April. Die Meldung über den bevorstehenden Rücktritt des iächf«chen Minist:r- präsidenten Dr. Eradnauer bestätigt sich. Mit dem Ministerpräsidenten wird verfassungsmäßig das gesamte Kabinett zurücktreten. Es darf als sicher angenommen werden, daß das neue Kabinett wiederum ein Koalitiouskabinett fein wird«
Kapp.
Stackholm, 21. April. Die Polizei hatte Kap- auf Grund der schwedischen Verfassung aus dem Lande auSgewiesen, da er mit einem falschen Paß angekommen ist. Die Polizeibehörde teilt aber gleichzeitig mit, daß er für Kapp gegenwärtig unmöglich sei, ein Paßvisum für ein andres Land zu erhalten. Darum schlage sie vor, Kapp zu erlauben, sich in Schweden anfzuhalten, jedoch unter polizeilicher Aufsicht. Du Regierung wird ihre Entscheidung in den nächste» Tagen treffen. Kapp selbst hat folgende» Schreiber an die Regierung gerichtet:
Ich darf annehmen, daß das politische Asylrechd da? die schwedische Regierunggewährt, auch für mich gift Anderseits kann dieRegierung mich auch «ach völkerrechtlichen Grundsätzen als Ausländer nach einem andern Lande als Deutschland anrweisen (aus staatlichen Vernunftsgründen). Mein persönlicher Wunsch ist, in Schweden zu bleiben und eventuell meine Frau und Tochter nachkommen zu lassen, sobald ich einer passenden Aufenthaltsort gefunben habe. Alr solcher denke ich mir einen verstecktliegenden Ort auf dem Lande. Ich beabsichtige, mich mit wissenschaftliche» Studien zu beschäftigen, nicht aber mit Politik und den politischen Verhältnissm Deutschlands. Damit ich mich unangetastet hier im Lande niederlaflen kann wird es ohne Zweifel notwendig sein, daß mir eil Legimationspaß ausgefertigt wird. E? war mein, Absicht, gleich nach meiner Ankunft hier im Lande mit bei der Regierung zu melden und um da» Asylrecht zu bitten. Dabei würde ich auch die Angelegenheit meines Flugzeugs geordnet haben, woran ich durch Verhaftung vcrhiudett wurde. Sollte mir wider Erwarten nicht erlaubt werden, in Schweden zu bleiben, so würde ich bitten, mir einen Paß auszusteLen über Holland—Belgien—Franftcich nach der Schweiz. Au» leichterklärlichen Gründen würde ich nur ungern Zuflucht in einem Lande' suchen wie England oder dev Vereinigten Staaten, mit denen mein Vaterland noch vor kurzem Krieg geführt hat.
MKMchs Bedrohung Sch!estsns«
WB. BreSlait, 22. April. Ein von der ..Schlef Volksztg." veröffentlichter streng vertraulicher Geheim- besehl des polni'chen Komitees zum Schutze Schlesien« beginnt mit den Worten:
Das Hauptkommaudo hat mit der Aufstellung bei neuen Militärorganisation sofort zu beginnen beziv, dir jetzigen Formationen nach besonderen Richtlinien neu 31t organisieren. Dann heißt eS: Es naht die sieit, in der die Organisation von unserer Arbeit Zeugnis ablegtn wird, wenn wir die aufdringliche» Deutschen aus unseren polnischen Landen heraustreiben werden und die SicherheitSwehr durch die polnisch, Volkswehr ersetzt wird. . .
Die oben erwähnten Richtlinien beziehen sich gul die militärische Organisation der Sakolvercine, bis Mobilisationslisten, die Errichtung politischer und militärischer Nachrichtenabteilungen, die Bildung be- Gendarmerie, die Sammlung von Waffen, Munitioi und militärischen AuSrüstungsgegenständen usw. sowii auf die Errichtung von Waffenniederlagen. Der von Kostanecki gezeichnete Befehl ist an das Abstimmung?, kommissariat in Beuthen gerichtet, in dem Korianty den Vorsitz führt.
Den Generalstreik in Elsatz- Lslhringen proklamiert.
WB. Paris, 22. April. Nach einer Havasmelduns auS Mülhausen ist der Befehl zum Generalstreii um Mitternacht gegeben worden. Die Eisenbahnei haben heute vormittag die Arbeit verlassen. In bei Stadt ist der Verkehr unterbunden. Die Textilfabriken die Metallwarenfabriken,die elektrischenIlntemehmungei und die großen Geichäste sind geschlossen. Keim Zeitung erscheint: Telephon und Telegraph fnitb titulieren noch. Die Stadt ist sehr lebhaft. Die Ordnung wurde nicht gestört.
Nach einer Havasmcldnna anS Straßb nr^ funktioniert die Elektrizität seit Mitternacht nicht. Seit heute vormittag ist der Aus'tand allgemein, nur die Post hält einen beschränkten Dienst aufrecht. Einig« Züge sind angekouimcn und abgegaugen.
Nach einer Havasmeldung aus Saargemünd un, Metz scheint in Lothringen ber Generalstreik nicht allgemein durchgefübrt wordeu zu sein.
(Der Streck geht von den Bergarbeiter Lothringen« aus. Die Arbeitgeber hatten es abgefeimt mit de» Arbeitergewcrkschafteu zu verbandeln, worauf sich bit anderen Gewerkichasten mit den Bergarbeitern einig . erklärten. D. Red.)
Kurze Meldungen.
* Heute wird in allen Betrieben be* Berlin«! Gastwirtsgewerbr» die Arbeit mieber ausgenommen. In den gestrigen Versammlnngcn haben 9235 Angestellte für die Aufnahme der Arbeit und 1281 für du Fortsetzung des Streiks gestimmt.
* Der „Berliner Lokalauzeiger" meldet aus DreSdeix daß in der Dynamitfabrik in Freiberg gestern eint Explosion stattfand, wobei zwei Personen getötet und mehrere verwundet wurden.
* Den - Wiener Abendblättern znfolge ist bis ■ Streikbewegung der Industricangestellten k^MP'n> heitliche, da nicht alle Gruppen der BeaiiitenschsM nc^ anschlossen. Die Arbeiterschaft ist am AuSstand n:Ä beteiligt.
* „Telegraas" meldet: Der amerikannche Scua! hat mit 46 gegen 10 Stimmen einen Gescyentwnrj angenommen, wodurch das stebeude Heer im Friede» aur 17 043 Offiziere und 280 000 Mann vermwdtq Wirk '