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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Statt» rot Landkreis Kamu

Erschein! täglich mit Ausnahme bet -Sonn- und Feiertage

Nr. 91 Montag den 19. April

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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckeret Sanau Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

1926

Das Neueste.

Nach einer Meldung desPetit Parisien" soll unter bat Alliierten völlige Einigkeit über die Ausführung itl FriedenSvcrtrager herrschen.

Zu der FestungSstrafanstalt Niederschönfeld wurde ch, weitverzweigtes hochverräterisches Komplott entdeckt.

Hölz wurde in Marienbad in 'Böhmen verhaftet

Die preußische Zentrale für Einwohnerwehren gilt B aufgelöst.

Die Pariser Polizei entdeckte ein russisches Komplott, tar für die Errichtung einer russischen Monarchie Propaganda betrieb.

Sau Remo.

Hente nimmt He Alliierten-Konserenz in San Aemo ihnen Anfang. Die ganze Welt ist auf ästen AnZgang gespannt, sollen doch eine ganze änzahl hochbedetktungsvoller Fragen erledigt »erden, die besonders für die Zukunft Europas «d für die Durchführung und. die Revision des Kersiriller Dokumentes von ausschlaggebender Bedeutung sein werden. Die Konferenz wird sich Ä erster Linie mit den Ereignissen in Deutsch- kmd besassen, dann soll die Adriafrage, das Va- Iiltaproblem und schließlich der Friedensvertrag für W Türken behandelt werden. Es kann kei­mn Zweifel unterliegen, daß der erste Pro- pammpunkt weitaus den größten Teil der Be- AtMgen, deren Dauer schon heute auf mindestens cht bis zehn Tage angesetzt wird, in Anspruch lernen wird. Die Disku ssion wird sich nicht allein M die Haltung der Alliierten gegenüber MMMad drehen» ,ks wM Mch das LÄhLltuis

Ä Derbiurdeten untereinander neuerdings fest- Kellt werden müssen. Wenn auch Meldungen Besiegen, die besagen, daß die alliierten Regie- «gen unter sich einig seien, und daß sie eine Mdgebung planen, in der Deutschland ermähnt »erden soll, keine weiteren Versuche zu untec- »ehmen, die Ausführungen der Bedingungen

Versailler Friedens zu verzögern, so glauben- vir dennoch, und die Konferenz wird es be- veisen daß Meinnngsve-rschiedenheiten be­uchen zwischen der französischen- und britisch- tasienischen Politik, besonders in mit der Aus- «Mg des FriodenSvertcages zusammenhängen- Xn Dingen. Eine Klärung dieser Meinungsver- chichenheiten wird und muß erfolgen, sollen nicht ^ws Tages die vielen Riffe und Sprünge doch M zu einem unheilbaren Bruch werden. Die Kenntnis, daß Deutschland nur dann im Stande ist, einer großen Anzahl seiner Der- dfsichrMgen UachzuLumnen, wenn man ihm den Wiedeomtfibau und die Erhaltung seines Wirt- chastSlebenZ gestattet hat in den letzten Mo- mten in den Kreisen der britisch-italienischen Vierungen Platz gefunden. Man hat gerade ^t auch eingesehen, daß manche Artikel des «rsarller MktateS selbst beim besten Willen un- ^rchführbar und unerfüllbar sind und man hat da-

in der Politik gegen Deutschland etwas zur Mßigung «NUeschwenkt, nicht aus freundlichem Mlwollen gegen uns, sondern eben aus der Nicht heraus, daß es auch im Interesse des Mutzigers liegt, den Schuldner- lebenS- und Wmigsfähig zu erhalten. Es ist uns daher un= Ländlich, daß man die gemeinsame Kund- Mung der Alliierten mit dem Hinweis an ^iitschlMch schließen sollte, daß jeder weitere Mögerungsversuch die Wiederaufnahme bet Wade nach sich ziehen werde. Diese Maßnahme, ein Herausholen der alten Gewaltmethoden der Rüstkammer und die endgültige Der- ^chtunz von Deutschlands Wirtschaft bedeuten wäre uns schlechterdings unbegreiflich.

«scheint dies unbegreiflich, wenn man es gar nicht gelten lassen will, daß in Groß- ntonnien Vernunft und Menschlichkeit nach dem M des Krieges wieder so weit zurückgekehrt daß sich ein großer Teil des englischen Ms gegen das grausame Zwangsmittel der S°®abe auflehnen würde. Sollte man aber wirk- ^ daran 'denken, deutsche Frauen und Kinder uerdings in den Hungertod zu stoßen, so müßte ^otgg das deutsche Volk an jeder erträg- a>en Zukunft verzweifeln. Und geschähe dies, wnnte, was an dieser Stelle wiederholt schon W Ausdruck gekommen ist, nicht allein Deutsch- ^ zugrunde gehen, so würden auch andere Saaten, besonders Frankreich an den Rand des Wr en§ gedrängt werden. Es wäre das Ver- rviich^e, was geschehen könnte, wollten die Zuerten zu den alten grausamen Methoden der .^Apolitik, zur Blockade, zurückkehren, um Deutschland die Durchführung von Bostim- ^"^en des Friedensvertrages zu erzwingen, die ^c<9 nichts zu erzwingen AM Daruni hegen wir

soll unter scharfe Kontrolle der Verbündeten kom­men, damit sie nicht gefährlich werden könne. Nordwest-Arnienien soll ein unabhängier Staat werden. Die Kurden bekommen eine selbständige Verwaltung. Die türkischen Enklaven in Thracien kommen zu Griechenland; das Hinterland von Adana und'Ad-alia kommt unter ftanzöstsche bezw. italienische Kontrolle. Konstantinopel und die Meerengen soll international werden. D. Rd.)

FranzMche PsZMKer

Über die bisherige Ausführung des Frie- dcuSvertrages.

WB Paris, 18. April. DerMotin" veröffent. licht heute vormittag Neunerungen ftanzösischer Poli­tiker über die Art und Weise, wie Deutschland die Friedensbedingungen von Versailles ausgeführt habe. Der ehemalige Senatspräsident D u b o st meint, der Grundfehler des Friedensvettrages sei, daß man nicht begriffen habe, daß die Zukunft von der Regelung finanzieller Fragen abhänge. Der ehemalige Präsi­dent Poincars hat Bedenken, ob Deutschland bis 1. Mai 1921 die vorgeschriebene Summe in Goldmark zahlen werde. L o u ch e u r habe in der Kammer mit­geteilt, daß, alle schon erfolgten Lieferunzen abge­rechnet, Frankreich auf die Summe von 86 Milliar­den zählen könne. PoincarS ruft aus:Möge es dem Himmel gefallen, daß er recht behält!" Finanzministet Francois M a r s a l habe in der Kammer ant 14. April erklärt, nach seiner Kenntnis hätte Amerika 730 Mil­lionen Goldmark, England 325 Millionen Goldmark für gelieferte Nahrungsmittel von-Deutschland er­halten. Frankreich hat für gelieferte Nahrungsmittel 131 Millionen FrancS in Kohlen empfangen. Als Ersatz für llnterhaltungskosten der Besatzungsarmee habe Frankreich bis 1. Februar 600 Millionen Mark in Papier erhalten, was weniger als den zehnten Teil der Kosten für die Besatzungsarmee darstelle, die er im ganzen auf 1600 Millionen FrancS berechnet. Der Abgeordnete LouiS D u h o st habe in der Kammer ge­fragt, welche Kohlenabschlüsse im August 1919 mit Deutschland getroffen worden seien und welche Mengen es zu liefern gehabt hätte. Das Protokoll spreche sich darüber nicht aus. Bis 31. März hatte Deutschland Frankreich geliefert 3 654 318 Tonnen. Der sozialistische Abgeordnete Vi n c ent Auriol habe in der Kammer die Zinsenftage besprochen. Deutschland müsse im Grundsatz 5 Proz Frankreich aber mindestens 5*/4 Proz., also während 25 Jahren eilten höheren Zinsfuß bezahlen als Deutschland.

Die BsZeiÜgung Belgiens an Der Besehnng.

Ipn. Brüssel, 18. April. In Belgien macht sich jetzt eine heftige Opposition gegen den Beschluß-der Regierung bemerkbar, auf Grnnd welchen belgische Truppen an der Besetzung Frankfurts teilgenomnien haben. Besonders die flämischen Blätter erklären sich entschieden gegen eine derartige Politik, die Belgien an Frankreich kette. Der Ministerrat hat über die Frage zweimal beraten müssen, da in der ersten Sitzung Vandervelde sich energisch gegen eine solche Beteiligung wandte.

DsKlichla^Ds Wiehlieferungen an Frankreich.

Ipn. Paris, 18. April. Deutschland hat an Frank­reich bis jetzt 10 000 Schafe, 4000 Ziegen, 4000 Rinder und 1400 Pferde abgeliefert, die von der französischen Regierung im Wiederaufbaugebiet verteilt wurden. In den nächsten beiden Monaten soll der Rest der Vieblieferung zum Abschluß kommen.

Ein hochVErrälsrifthss KsmKlstt anfgsDeM.

WB. Berlin, 18. April. Die hiesige bayerische Gesandtschaft teilt mit: In letzter Zeit haben sich Anhaltspunkte dafür ergeben, daß in der Festurlgshaftanftalt Meder- schönenfeldzumSturz der Regierung und der Einführung der Räterepublik anscheinend ein weitverzweigtes hochverräte­risches Komplott geplant ist. Das im einzelnen festgelegte hochverräterische Unternehmen sollte nach der Entwaffnung der Einwohnerwehr ins Werk gesetzt werden. Eine am 17. April in der Festungsanstalt Niederschönenfeld bei den Gefangenen vorgenommene Durchsuchung bestätigte diese Verdachtsgründe. Die Unter­suchung ist eingeleitet. Die Oeffsntlichkeit wird über den weiteren Gang der Angelegen­heit unterrichtet. Man darf gespannt sein, die-Tatsachen kennen zu lernen, auf die sich vorläufig die dunklen Andeutungen der Justiz­verwaltung stützen.

Die Auslösung Der Einwohner­wehren.

WB. Berlin, 17. April. Aus dem preußischen Ministerium des Innern erhalten wir folgende Mit­teilung : Die Waffendepots der Einwohnerwehren im Landespolizeibezirk Berlin sind nach Anweisung des Polizeipräsidenten von Berlin in Verwahrung her Sicherheitspolizei zu nehmen. Die Zentrale :f ü r Ernwo hnerwehren gilt als aufgelöst. Dem Minister des Innern ist die Abwicklungsftelle der Zentrale für Einwohnerwehren unterstellt. Sie hat den Abbau mit der größteu Beschleunigung durS- juifübrafc -1

die Hoffnung und die Erwartung, daß die ge­meldete gemeinsame Kundgebung der Alliierten, bis sie zur Tat wird, vieles in seiner Schärfe, vor allem aber die unmenschliche Blockadedrohung verliert; wir hoffen, daß die englischen und ita­lienischen Vertreter in San Remo wie wir schon meldeten, soll auch der Botschafter der Ver­einigten Staaten an der Konferenz teilnehmen, allerdings nicht aftiv heute und in den folgen­den Tagen Frankreich klar machen werden und können, wie verderblich und arbeitslähmend allein die moralische Wirkung eines solchen Schrittes sein müßte, ohne daß ihm auch nur die praktische Durchführung überhaupt folgt.

WB. Paris, 18. April. DerMatin" ver­öffentlicht einen Artikel Primäres, in dem dieser die Aufgaben der Konferenz in San Remo einer genauen Prüfung unterzieht. Er erinnert an die freiwillige Teilnahme Belgiens an der Besetzung Frankfurts und nennt diese eine heroische Tat. Die Alliierten müßten fest zusammenhalten, denn wenn heute ein Angriff auf Belgien und Frankreich stattfinden würde, fei weder auf den Völkerbund noch auf die sofortige Mithilfe der anderen Alliierten zu rechnen- Die Alliierten müßten jetzt ihre Maßnahmen inbezug auf die Ausführung des Fried ensv ertrag es treffen. Nur in der Entwaffnung Deutschlands und in der Wiedergutmachung aller Schäden durch dasselbe könne auch für Deutschland die Wre­de r g e f u n d u n g erreicht werden. (?)

WB. Paris, 18. April. DerPetit Parisien" schreibt, daß in allem, was die Entwaffnung Deutschlands und die Ausführung des Friedens- vertrages ängeht, zwischen den Vertretern der Alliierten völlige Einigkeit herrsche. Andre Lefevre und Winston Churchill würden in San News ein Programm vorlegen, in dem der vollkommen gleiche Stand- p « n kr der deiven Siegirrungen zuar AuSdrnU touuar. Der Schritt der alliierten Vertreter in Berlin, sagt das Blatt, ist in der Tat nur eine Warnung, deren feierliche Form der deutschen Regierung zu denken geben muß. Dieser Schritt, der Deutschland an den Ablauf der Frist am 10. April erinnert und auffordert, seinen Verpflichtungen nachzukommen, umfasst jedoch nicht die Fragen, die von General Rollet in seiner Note auf­geworfen worden sind. Es wird an den Führern jen­seits des Rheins liegen, sich das beste Druckmittel zu wählen, um Deutschland zur Entwaffnung zu zwingen. Wird man zu einem Ultimatum greifen mit der Drohung besonderer Maflnahmen? Man wird es für das geeignetste Mittel halten müssen, denn die Vergangenheit beweist, daß Drohungen und Mahnungen nicht genügen, um Deutschland zur Achtung des Friedens- vertrageS zu bringen.

WB. Paris, 18. April. Auf der Reise nach San Remo empfing Millerand die Sonderberichterstatter von Havas und Reuter. Er betonte, daß er die Erklärung Lloyd Georges in Marseille vollkommen billige. Er sei sicher, daß, nachdem die englische und französische Regierung ihren Standpunkt klar auseinandergesetzt hätten, man zur Aufrechterhalturig der Entente eordiale kommen werde, die die beiden Länder vor dem Sieg so eng vereinte.

WB. San Remo, 18. April. Agenzia Stefani. Ministerpräsident Nitti hatte gestern mit Atillerand eine Besprechung. Heute, findet unter den drei Minister­präsidenten der erste Meinungsaustausch über die Ar­beiten der Konferenz statt. Der amerikanische Bot­schafter Underwood Johnson erklärte, er sei nur vorüber­gehend in San Remo, um Nitti einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Er werde sofort nach Rom zurückkehren, ohne sich an den Arbeiten der Konferenz zu beteiligen.

WB. Parts, 17. April. Der Präsident der ukrai­nischen Delegation in Paris reiste nach San Remo ab. Auch der Gesandte von Finnland in Rom kommt; eine assyrisch-chaldäische Delegation wird erwarrct. Sie will Bericht über die letzten Abkommen m Kleinasien erstatten.

WB. Paris, 18. April. Nach einer Meldung des Temps aus San Remo sind die Südslaven noch nicht in San Remo eingetroffen. Die Adriafrage könne ohne sie nicht gelöst werden.

Besetzung Adrianopels durch EnlenlelruNpen?

Jpu. Konstantinopel, 18. April. Die Na- fionaliften haben gedroht, die türkischen Dele­gierten, die sich bereit erklären sollten, den Frie- densvertrag von der Entente anzunehmen, als Hochverräter zu behandeln und ihnen den Auf­enthalt in Klein-Asien zu verbieten. Die Entente sandte Truppen nach Adrianopel, _ um die Auflösung und Entwaffnung der dort befind­lichen Opposttionsacmee, die auf 68000 Mann geschätzt wird, vorzunehmen. Adrianopel soll mit Ententetruppen besetzt werden.

(Bekanntlich soll die tiirkische Frage auch auf der Konferenz in San Remo behandelt werden. Nach einer Pariser Nteldung beabsichtigt man, )en in London vorbereiteten Entwurf eines Frie­densvertrages mit der Türkei abzuündern- Die Türkei soll die Hälfte seiner Bewohner verlieren. Sie soll 9 Millionen Ottomanen und 2 Millionen Christen als Untertanen behalten. Ungefähr 10 Millionen Araber, Armenier und Griechen ivMep Mkü Dir verbleibend« kleine Türkei

Kölz verhaftet.

WB. Dresden, 18. April. Dom Wehrkreis kommando 4 wird mitgeteilt: Nach übereiln stimmenden Meldungen der tschechischen Grenz« kommandos in Eradlitz und Breitenbach sowie der Militärpolizei in Eger ist Hök^ am 17, April in Marienbad verhaftet und in das Kriegsgerichtsgefängnis Eger eingeliefert worden:

Zu der Verhaftung von Holz wird der Polizeiinspektion Eger noch mitgeteilt: Holz verweigert jede Auskunft über seine Person. Er erklärte, erst vor dem Gerichtshof in Prag Red< stehen zu wollen. Durch Gegenüberstellung mt! einigen anderen im Kreisgerichtsgefängnis b» findlichen Verhafteten wurde jedoch seine Jdew tität festgestellt. Bei ihm wurden noch etwa 130000 Mark vorgefunden. Mit ihm zusam-, men wurde ein Kommunist namens Weber festgenommen.

DLs Wahltaktik Der Kommnntste«

Die tommuntstifte Partei (Spartakusbund) hat beschlossen, sich an den Reichstagswahlen zu beteiligen, obwohl sie den Parlamentarrsmus an sich verwirft und ihr Ziel durch einen Mafsen- kampf außerhalb des Parlaments durchsetzen will. In einem Aufruf heißt es, die Partei geh^ nur ins Parlament, um für ihre Anschauungen Propaganda zu treiben. Die Partei wird aber jedenfalls bei den Wahlen selbständig vorgehen und lehnt ein Zusammengehen mit den Unab­hängigen entschieden ab. Das wird wie folg! begründet:Allen Anhängem der Unabhängigen Sozialdemokratisch-en Partei rufen wir die Ge­fahr in Erinnerung, die das Verhalten dieser Partei für die deutsche Revolution bedeutete- Wir erinnern daran, daß sie es war, die den An­schluß Deutschlands an Rußland verhinderte, die die ersten Werbungen für Die heute so verworfe­nen Baktikumtruppen billigte, die die Entwaff­nung des Proletariats mit in die Wege leitete und es so zu seiner heutigen Schwäche verurteilte, die die deutsche konterrevolutionäre Bürokratie in ihren Aemtern hielt, die sich den ersten großen Lohnbewegungen, in denen das deutsche Prole­tariat seine Not klagte, entgegenstemmte, die selbst jetzt wieder dem gewaltigen Streik gegen die Kappleute in den Rücken fiel, so früh, daß es den Kapp-Lüttwitz möglich blieb, alles zu retten und morgen wieder zu kommen- Sie dürfen auch nicht vergessen, wie die Unabhängige Partei es war, die bis jetzt verhindert hat, daß die großen Scharen des deutschen Proletariats sich mit ihren russischen Brüdern, den Helden der Weltrevolu­tion, in der dritten Internationale gefunden haben, die die gefährliche Illusion unterhält, als könne das Proletariat im Parlament den Sozia- lismus erobern, die die neue Illusion hervor­rufen, daß esSozialismus" sei. wenn eine Kommission von Bürokraten dieSozialisierung" dekretiere und die so die Kraft und den Willen- des Proletariats lahmt."

Aus Den Parteien.

. Deutsche BolkSpartei.

DemBerl. Lokalanz." zufolge tagte im Abfl-t orbnetenhauS gestern der Zentralverbant der Deutschen Volkspartei. Abgeord­neter S t r e s e m a n n erstattete Bericht und erklärte, der Reichstag bedürfe einer Ergänzung in einer Kammer der Arbeit, welche die politische Parlamentsherrschaft begrenze. Die Deutsche Volkspartei bekenne sich zur organischen Weiterentwickelung und bekämpf« energisch die Streikbetze, die dem Volke d i e Arbeit vergellen wollen. Die aus- w ä r ti g eP o l i t i kmüßte von Sachverständi­gen Persönlichkeiten geleitet werden.

Teinokratrsche Partei.

Der Parteiausschuß der Deutschen dew» kratischen Partei hielt am Samstag mit Sonntag im Reichstagsgebäude eine Tagung ab. Die Aussprache schloß mit der einstimmigen Annabmc einer Erklärung, in der die algemetne Arbeitseinstellung als außerordentliches Abwehrmittel gegen die Kappsch« Umstürzbewegung in den vom Umsturz ergriffenen und bedrohten Reichsgebieten für angebracht erklärt wurde, um auf unblutigem Wege den verbrecherischen Anschlag zu überwinden. Der Ausschuß sprach auch sein Ein­verständnis damit aus, daß die Parteileitung und die demokratische Fraktion die Uebcrgriffe gewerkschaftlicher Verbände auf das' Gebiet der ReichSregierung und Ge­setzgebung zurückgewiesen hat. D r. F r i e d b e r g hat aus Gcsunvheitsrücksichten fein Amt als Vorsitzender des Vorstandes der Partei niedergelegt.

Deuftche in Meöerlün-.-FndieA.

Ipu. Haag, 18. April. Die niederländisch-indischco Blätter berichten, daß am 1. März in Priok 200 Deutsche angekommen sind, die in niederländisch Judicir BeamtensteUungen bei der Polizei, Post und RegierungL» BüroS erhielten.

Melterr^olftischc NäMLtes ffli Stiie Ü.