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Mauer K Anzeiger

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eile i. Nekll

Geneml-Anzeiger

AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«

Erscheint täglich mit Ausnahme bekrönn- unb Feiertags

Verlagsleitung: Ad. Jndermsibl«.

Verantwortlich: für volitischen und allgemeinen TeilRich. Sultsch' für lokalen und vrovinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen-und Reklamen A. Brodt. alle in Sanau a.M.

Rotationsdruckd.Waifenhausbuchdruckerei Hanau Fernsprechanschlulle Nr. 1237 und 1238

M. 89

Frettag den 16. April

1926

Dementi.

Die Wolff-Agentur veröffentlicht in den jMschen Zeitungen einenamtlichen" Bericht, igelet direkt von Berlin kommt, d. h. von der preußischen Regierung, und in welchen: gesagt Ntrd, daß am 9. Apül eine Sitzung höherer kranzosischer Offiziere in Mainz stattgefunden hätte Im Verlauf dieser Versammlung seien jütisch-strategische Fragen erörtert wordm, welche die Zerstückelung Deutschlands in kleine Republiken zum Ziele hatten.

Dieser Bericht entbehrt jeder Grundlage und ist von vornherein erlogen. Weder am 9. April, ch an den vorhergehenden Tagen hat eine solche Versammlung höherer Offiziere in Mainz Mgefunden.

Es ist wieder eine Lüge mehr, oder es ist Meicht nur ein Versuch, sich im voraus gegen bie Schwierigkeiten, welche die preußische Regie- nmg im Innern Deutschland hervorbringen to, zu verteidigen.

Das Neueste.

Die Hanarror Stadtverordneten beschlossen gestern die Einführung einer Karten- und Lust- irrkeitssteuec.

In der gestrigen Sitzung der Natronalver- swlmlung wurde der Gesetzentwurf betr. die Lishrbung der Militärgerichtsbarkeit behandelt, ferner das Filmzensurgesetz endgültig ange-

Der Bund der Landwirte wendet sich mit Jeinem Aufruf an die deutsche Oeffentlichkeit.

^(e militärischen Operationen im Dogklande schreiten planmäßig Hötz ist in Frauen- Mdun g geflohen.

Leber die sächsische AmtShauptmannschaft Klauchau wurde der Ausnahmezustand verhängt, in sich dort- ein neues Brandkomitee gebildet hatte.

Nitti wird in San Rsnw die Aufnahme Deutschlands und Oesterreichs in den Völkerbund befürworten.

Recht und Macht.

Glider Staatsbürger hat ein Recht auf Schutz von Leben und Eigentum!" So rief am

" aber Recht allein bedeutet wenig oder nichts, nicht die Macht hinter dem Recht y t Me Legende von dem deutschen MM- MSmus als dem gefährlichsten Feinde des MedenS ist längst zerstört, so gründ!', Z zerstörst B wir zum Gespött unserer Feinde geworden M Wir sind kein unabhängiger Staat mehr; $ Vertrag von Versailles läßt uns nur eine ^chiinsouveränität in Buchstabenform- Nichts

Und weil dem so ist, darum sollten wir mit dem Schein einer Macht nicht schmücken, wir. nicht besitzen. Die Reichswehr, deren icrnie eine Mach: mit Wirkung gegen das Aus- , vortäuscht, kann ihre Aufgabe der Ver- eidigung des Reiches nicht erfüllen, sie muß, M auch Keßler erklärte,reformiert" werden. §? ist als Mlitärmacht eine fromme Täuschung, wir daher mit dieser Illusion auf und wir statt der Reichswehr eine Polizei- deren Charakter und deren Ausgabe un- ^'deutig zum Ausdruck kommt und die ihre Ausgabe wirklich erfüllen kann. Eine solche »W6 kann nicht in, den Verdacht kommen, ein Wumenf der Eroberung zu sein, das einen evanchkkieg vorbereitet, oder gegen friedliche "nsgenosien gehetzt wird, sie kann sich aber zu w Organisation zum wirklichen Selbstschutz , ler ordnungsliebenden Staatsbürger in «Mland bilden.

Rr» ^"n wir diese Konzession, die auf den ersten J Ewe krasse Undankbarkeit darzustellen scheint ^i^Männer, die bisher Leib und Leben für Sicherheit des Reiches eingesetzt haben, Än/ w geschieht das, um nach außen hin auch ^ letzten Schimmer eines deutschen Militaris- ^ zu beseitigen, um jene Schutzfarbe anzu- ,Mien. die man in der Tierwelt alsMimikri" zeichnet, und um den Weg zu einer Vecstän- im Innern freizumachen. Wir müssen hier zum Auf- und Ausbau von innen kommen. Einst galten wir für das best- ^Kliniertrste Volk der Welt, heute sind wir das < .^Vplinierteste, weil es der Regierung an t/''1 Machtmittel, fehlt, ihren Willen, der den ^u der Volks Mehrheit darstellen soll, Geltung

zu verschaffen. Bezeichnen wir dieses Machtmittel wie wir wollen, richten wir es so volkstümlich ein, wie das nur möglich ist, aber schaffen wir ungesäumt dem Staate das Mittel, das er zur Selbsterhaltung nötig hat. Es kommt auf den Namen und auf die Achselklappen nicht an, son­dern um die Schaffung einer wirklichen Sicher­heit für Leib und Leben aller Volksgenossen. Mit Politik oder gar mit Parteipolitik hat dies nichts zu tun. Es ist das eine Frage der reinen Mensch­lichkeit, die gelöst werden muß, und gemeinsam gelöst werden muß ohne Unterschied der Partei und Gesinnung von allen, die Anspruch erheben auf die unveräußerlichen :md unveränderlichen Menschenrechte.

Die Reichswehr muß reformiert werden." Die Links radikalen stellen sich diese Re­form sehr leicht vor. In einer Delegiertensitzung der Aktionsausschüsse und der sozialdemokra ' 5 Parteien, die am Mittwoch in Gera (Reuß) stattfand, in der man Stellung zu dem Einmarsch der Reichswehr in das Vogtland nahnu wurden Richtlinien ausgestellt, die u. a. folgende Punkte enthalten:Unter der Reichswehr und den Ar­beitern Aufllärungsdienst im Sinne des sozia­listischen Klassenkampfes zu leisten."Auf­lösung der Reichswehr und Bewaffnung der Ar­beiterschaft unter Kontrolle der Arbeiterorgani­sationen." Es handelt sich hier um die Grün­dung einer bewaffneten Macht, für die in einem demokratischen Staat kein Platz ist. Wir brauchen nicht Soldaten einer Partei, sondern Sicherheits­truppen aus dem ganzen Volke für das ganze Volk. Wir brauchen eine parteilose Schutz- machst der das Volk Vertrauen entgegenbrinzt, die von ihm auch als eine wirkliche Schutzmacht der Verfassung aufgefaßt wird. Das haben die letzten Vorgänge im Reiche bewiesen, man venre nur an die AnkmUägungen, daß hAm ^ marsch von Truppen Bergwerke in bis Luft ge­sprengt, wahllos 'Männer, Frauen, Greise und Kinder getötet, Attentate auf die Spitzen des Deutschen Reiches und die Führer der deutschen Arbeiterbewegung ausgeübt werden sollen und deshalb sollte man auch nicht einen Augen­blick mehr zögern. Eine ausreichende Macht wie man sie nennt ist gleichgültig ist zu einer Lebensnotwendigkeit für Volk und Land gewor­den, ihr Schaffung ist ein Gebot der Menschlich­keit, um die Leiden unseres Volkes ab,zukürzen, ein Gebot der Selbsterhaltung. Das Recht auf Schutz allein genügt nicht, hinter dem R e ch i m u ß d i e M a ch t st e h e n. rh.

GewMfame Stellung von Fsröerungen.

WB Berlin, 15. April. Die Betriebsräte der Fabrik Knorrbremse in Lichtenberg drangen heute in das Verwaltungsgebäude ein und stellten folgende For- berungen an die Direktoren: 1. Zahlung von 1000 Mark an jeden der 3600 Arbeiter, 2. keine Akkord­arbeit mehr, sondern 6 Mark Stnndenlohn, 3. Be­zahlung der Kappstreiktage. Bei der Gelegenheit wur­den die Arbeiter tätlich gegen einzelne Beamte und zwangen schließlich den Direktor, vor die draußen ver­sammelten Arbeiter zu gehen und ihnen folgende schrift­liche Zusage zu machen, die er angesichts der drohen­den Haltung der Arbeiter auch abgegeben hat: Zah­lung von 500 Mark. Zu Punkt 2 und 3 erklärte er, sich jetzt nicht festlegen zn können. Die Direktion er­kannte aber nachher die Erklärung des Direktors nicht an. Auch der Bund der Metallindustriellen lehnte die Forderungen ab unb beschloß, morgen die Fabrik zu schließen und die Arbeiter zn entlassen. Man fürchtet, daß die Arbeiter infolgedessen die Fabrik morgen sa­botieren werden. Es ist aber für ausreichenden Schutz durch die Sicherheitspolizei gesorgt.

Für Besetzungsfrage.

WiB. Paris, 15. April. Nach einer Londoner Meldung desPetit Parisien" erklärte Bonar Law gestern im Unterlaufe, der französisch-eng­lische Notenwechsel über die Besetzung von Frankfurt und der umliegenden Städte werde nicht veröffentlicht werden.

Wie dasEcho de Paris" erfährt, wird auch der italienische Botschafter der heutigen Sitzung der Botschofterkonfcrenz wieder beiwohnen. Da­raus ergibt sich, daß auch er von seiner Regie­rung den Auftrag erhalten hatte, an den Be­ratungen über die deutschen Angelegenheiten so lange nicht leilzunehmen, bis die französische Besetzung der Städte im Maingau geregelt ist. Die nächste Sitzung der Botschafterkonferenz wird sich heute nachmittag mit der Volsabstimmung von Marienwerder und mit der Frage der Aus­führung der maritimen Klauseln des Vertrages befassen.

DerPopulaire" stellt fest, daß in England ein scharfer Feldzug gegen die Besetzung des linken und rechten Rheinufers durch schwarze Truppen einsetzte. General Thompson habe im Dailh Herald" geschrieben, daß es eine große Gefahr sei, Wilde iu bewaMew Sie könnten

sich eines Tages der Waffen gegen die Europäer bedienen. Auch die ZeitschriftLa Claris" sprach von vielen Zwischensällen, die in Deutsch­land zwischen Schwarzen und deutschen Frauen sich ereignet hätten. Auch derPopulaire" macht heute Andeutungen dieser Art.

WB. Brüssel, 15. April. Das offiziöseJour­nal de Bruxelles" sucht das belgische Volk zu be­schwichtigen, indem es erklärt, es bestehe keine Befürchtung, daß die englische Regierung Bel­gien weitere Kredite verweigern werde wegen der Beteiligung belgischer Soldaten an der Be­setzung Frankfurts. Die englische Regierung habe schon lange erklärt, daß sie über den 1918 be­willigten Kredit von 9 Millionen Pfund Ster­ling nicht hinausgehen könne. Lediglich mit Privatbanken habe die belgische Regierung noch verhandelt. Die Befürchtung könne nicht auf­recht erhalten werden, daß die Beteiligung an der Okkupation irgend etwas mit der englischen Ablehnung zu tun habe.

Journal de Dcuxelles" gibt heute unum­wunden zu, daß die belgische Regierung Hinter­gedanken gehabt hatte, als sie ein Bataillon nach Frankfurt a. M. entsandte, denn das Blatt er­klärt, eine der Folgen des Dienstes, den Belgien Frankreich leiste, fei, daß die Lösung der belgisch- französischen Frage der luxemburgischen Eisen­bahnen beschleunigt werde. Jedenfalls scheint Belgien bie große Genugtuung zu haben,' daß wenigstens vorerst Delegierte für diese Verhand­lungen ernannt werden. Im übrigen wehrt sich das Blatt dagegen, daß dieLibre Belgique" an­nehmen könnte, die englische Regierung könne Belgien seinne Schritt verübeln. Die belgische Regierung habe übrigens schon ehe der Konflikt zwischen England und Frankreich bekannt ge­worden sei, beschlossen. Frankreich beizusprinzen.

San Remo.

WB Mailand, 15. April. Nitti wird heute nach San Remo abreisen, obwohl die Konferenz ihre offi­ziellen Sitzungen erst am 20. b. M. anfnehmm wird, weil Millerand nicht eher anwesend sein kann. In der Zwischenzeit werden zwischen den englischen und dem italienischen Ministerpräsidenten Besprechungen gepflogen werden. Die Abhaltung der Konferenz werbeetiva eine Woche in Anspruch nehmen, und zwar werden nicht nur die adriatische und türkische Frage besprochen werden. Wie verlautet, sollen die Dele­gierten des russischen Handels, die gegenwärtig in Kopenbagen weilen, Schritte unternommen haben, um zu erreichen, daß sie an der Konferenz von San Remo teilnebmen können.

WB Paris, 15. April. Nach demPetit Jour­nal" ist es nicht wahrscheinlich, daß die amerikanische Regierung auf der Konferenz von San Remo ver­treten sein werde.

WB London, 16. April. Im Unterbaust fragte ein Abgeordneter an, ob Deutschland den Friedens­vertrag hinsichlich der Abrüstung und der Ablieferung des Kriegsmaterials und der Kobleulieferungen an Frankreich verletzte und welche Maßnahmen zutreffen­den Falls der Oberste Rat und die englische Regierung zn ergreifen gedächten, damit Deutschland seine Ver­pflichtungen erfülle. Bonar Law erklärte, dies fei eine Frage, die im Unterhaus nicht beantwortet werden könne. Die Abgeordneten sollten wissen, daß bie Aus­führungen des Friedensvertrages vom Botschafterrat und der WiedergutmachnngSkommission sorgfältig über­wacht werden. Diese Frage werde zweifellos auf der Konferenz in San Renw besprochen werden.

AM für AufrrahMe Deutschlands in den Völkerbund.

Bafel, 15. April. DiePreßinsormation" be­richtet aus Rom: Äiinistcrpräsident Nitti wird auf der Botschafterkonfereuz in Sau Remo einen Antrag nachdrücklichst unterstützen, welcher auf die Aufnahme Deutschlands und Oesterreichs in den Völkerbund in möglichst kurzer Zeit hinausläuft. Dieser Beschluß Nittis ist auf das günstige Ergebnis der Konferenz mit dem Staatskanzler Renner und auf die jüngste« willkürlichen Schritte Frankreichs zurückzuführen.

Eine deulscheNole über die Kreise Eupen und Malmedy.

Die deutsche Regierung ließ Anfang April in Paris eilte umfangreiche Note übergeben, in der sie nachdrück­lichst Beschwerde führt gegen die unerhörten Gewalt- maßnahmen, die die belgischen Gehörten im Hinblick auf die Volksabstimmung in den Kreisen Eupen und Malmedy zur Anwendung bringen. Schon in technischer Beziehung kann von einer sachgemäßen Abstimmung keine Rede sein, denn es liegen nur zwei Stimmlisten aus, und die einzelne Eintragung dauert so lange, daß innerhalb der sechsmonatigen Abstimmungszeit bei ununterbrochener Reihenfolge der Eintragungen nur eine Minderheit der Stimmberechtigten dar Stimmrecht ausüben könnte. Bei der Eintragung werden bie Stimmberechtigten durch die belgischen Kreiskommissare in kaum glaublicher Skifc beeinflußt. Vor allem aber gehen die Belgier gegen Personen, die sich für Deutsch­land einfragen, mit Zwangsmaßnahmen vor, die nichts weniger als eine Lcrnichtiiug ihrer wirtschaftlichen Existenz bedeuten. Von Plaßregeln dieser Art sind die unerträglichsten, die Entzsthung der Erlaubnis zum frägt Verkehr im Meuten Lehret, die EinhehaltUNL

der Lebensmittelkarten und der Ausschluß vom Geld« Umtausch. Die deutsche Regierung sieht in diesem Vorgehen nicht nur einen Bruch des wiederholten feierlichen Vcrsvrechens der Vorsorge für eine freie, unbeeinflußte Stimmabgabe, fonbern auch eine Ver­letzung des FriedenSvertrage», da eS die Ausübung eines vertraglich verbrieften Rechtes verhindert^ Sie legt gegen diese» Verhalten der belgischen Behörde« nachträglich Verwahrung ein nnd verlangt, daß Vor­kehrungen für die technische Durchführbarkeit der Ab­stimmung getroffen werden, derart, daß jede Beein» flussnng des Abstimmenden aufhört, die Eintragung«» geheim gehalten und dagegen verstoßende Beamte ent> fernt werden. Die Note wendet sich endlich an bey Völkerbund mit dem Ersuchen, eine Kommission zm Ueberwachung zu entsenden, und spricht die Erwartung auS, daß Maßnahmen getroffen werden, um die Ver- gewaltignng einer Bevölkerung von mehr all 80006 Seelen zu verhindern.

Eine neue Vergewaltigung Ostpreußens.

Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Ein, neue unerhörte Vergewaltigung des klaren Ausvruch» Ostpreußens auf einen freien Durchgangsverkehr mit dem übrigen Deutschland versucht die polnische Rr» gientng. Anläßlich der Bankn otenabstempelnng sperrte Polen zehn Tage jeden Verkehr mit dem Auslande. Bei dieser Gelegenheit will es den deutschen Durch- gangsverkehr mit Ostpreußen noch weiter einschränken. Lediglich auf der ganz unzureichenden eingleisigen Nebenbahnlinie üter CzerS-Marienwerder, und «ud hier nur bei Tage, will Polen das Durchlaufen timg« deutscher Wagen durch polnische». Gebiet zulassen offenbar nur, um nach außen bin den Schein zu wahren, daß es den Friedensvertrag innehalt«.^ Du preußische Eisenbahnverwaltung hat sofort die nötigen Schritte zur Abwehr der neuen Verletzung des Frie- densvertrages unternommen.

Keine Verhaftung von Lüttwitz.

, HLsttW mittag machten wir durch AuShang fglgendi WTB,=2)Mbung bekannt:

Durch umfangreiche Ueberwachung der Güter in SL Provinz Pommern ist es heute vormittag in Harr geglückt des General» Lüttwitz, sowie des Mazorr^ Bischof habhaft zu werden. In Stolpmünde konnt ein Propagandabüro der Baltikuw-Truppen auSgebobei werden. Sämtliche Verhafteten wurden unter starte Bewaffnung nach Stettin gebracht.

Am Nachmittag wurde diese Meldung durch fol- gende Notiz widerrufen: .

WB. Berlin, 15. April. Ueber die Verhaftung des Generals Lüttwitz und des Majors Bischof ist bis zur Stunde an zuständiger Stelle noch nichts bekannt. Soweit feßgestellt werden konnte, wurde die ausge- geben« Meldung über die Verhaftung dem Wolffbüro von unbekannter Seite unter Mißbrauch des Namen? eines Angestellten der Presseabteilung der Reichs- regierung übermittelt. ,

Notiz: Da» Wolffbüro hat wegen deS Vorfalls eine gerichtliche Untersuchung beantragt und alle Maß' nahmen ergriffen, die geeignet sind, die Feststellung bei Urhebers der Mystifikation zu ermöglichen.

Kölz auf der Flucht.

WB. Leipzig, 15. April. In einem amtliche Bericht aus dem Vogtland heißt es: Bei bett gestern gemeldeten Zusammenstößen mit der Bande des HLlz südlich Rautenkranz hatten bie Truppen keine Verluste. Die Zahl der hierbei gemachten Gefangenen hat sich auf 100 erhöht. Erbeutet wurde ein Maschinengewehr, 300 Ge­wehre und verschiedene Personenkraftwagen, darunter der von Hölz. Holz selbst ist angeb­lich in Frauenkleidung entkommen. Die Babnlinie Falkenstein-Klingenthal ist an meh­reren Stellen durch Brückensprengungen und Zer- stömngen der Geleise unterbrochen. Bei der Annäherung der Truppen verließ der Aktions­ausschuß in Burgstädt die Stadt. Gestern mit­tag wurden Leukersdorf und Umgegend, heut« morgen Hohenstein-Ernstthal kampflos besetzt. Ueber die Amtshauptmannschaft Elauchau wurde gestern der Ausnahmezustand verhängt. Dort hat sich ein neues Brandkomitee gebildet. Der neu gegründete Bürgerausschuß hat eine be­waffnete Abwehr gegen den roten Terwr orga-

Blauen, 15- -lpril. Die hiesigen Arbeiter hab«» beschlossen, nicht in den Generalstreik zu treten, da sie in beut Einrücken der Reichswehr nur eine gegen H»l» gerichtete Aktion erblicken. Den hier eingebrachten 122 Rotgardisten wurden annähernd 150 000 Mark abgeMommen.

Frankreichs Anleihen an Rußland

DieJpu" meldet aus Paris: England hat der französischen Regierung zugesagt, daß es Frankreichs Forderungen bei den Verhand­lungen mit Rußland unterstützen werde. Frank­reich wünscht bekanntlich von der Sowjet-Regie­rung die Anerkennung, daß Rußland alle ftüheren Anleihen, die es von Frankreich erhielt, zurück- zahlt. Diese Forderung solle zunächst von Ruß­land garantiert werden, ehe die Verhandlungen ausgenommen werden.