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General-Anzeiger AmMches Organ Wr Slaöl- uns LanSkreis Zanan Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

Ar. 87 Mittwoch den 14. AprU ' ISA

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Das Neueste.

3» der Nationalversammlung fand gestern die Be- sprechung der Erklärung der Regierung statt.

Mlleraud gab gestern in der Kammer seine Er- tlärung über den englisch-französischen Zwischenfall und sie Einigung der beiden Kabinette ab.

Tschitschcriu ruft die Entente um Vermittelung des Friedens zwischen Sowjet-Rußland und Polen am

Die Desetzungsfrage.

Der Einspruch der englischen Regierung gegen die Besetzung deutscher Städte im Mmn- M durch französische Truppen führte zu einem Masten Notenwechsel zwischen London und Parts, der von so manchem als ein gutes Zei­chen angesehen wurde. Die erste Note Englands, von deren Inhalt nur ein Auszug derTimes" unterrichtete, verlangte vor allem, daß die front zöstfche Regierung künftighin die Alliierten stets von ihren Absichten gegen Deutschland unterrichte ehe sie Aeje auMhrs. Die Note enthielt weitechiu die Mtteilung, daß der eng­lische Botschafter in Paris einstweilen keinen Beratungen der Botschafterkonferenz über deutsche Angelegenheiten mehr anwohnen werde. Mllevand antwortete darauf sogleich und er­klärte dabei, daß Frankreichbereit sei, sich für tm weiteres Vorgehen der Zustimmung der Miertsn zu versichern". LlvO George beant- vwrtete diese Mitteilung noch vor seiner Abreise nach San Renw. Ueber den Inhalt dieser Ant­wort wurde nur fetomt daß sie in versöhn- lichenl Tone MMrn fei.

^^£& WK« wohl auch richtig sein^ man kann K wenigstens ms den Meldungen, die heute vorliegen und die vielfach ganz interessant sind, ferner aus der Erklärung MMerands in der gestrigen KannnersttzAng entnehmen. Eine Msi- rmugsverschtedenheit über die Mittel, die Aus­führung des Friedensvertrages von Versailles sicherzuftellem hat sich zwar heraus gebild et ge- HM, aber die betden Kabinette in London und Paris haben sich, wie Mlleraud zum Schluß feiner gestrigen Erklärung sagt, geeinigt, sie er­kennen mehr denn st die Notwendigkeit, ihre in- kime und herzliche Zufarmnenarbeit für die Regelung aller schwierigen Fragen aufrecht zu erhalten. Me Einigung auf wessen Kosten steht noch dahin ist zwar erfolgt, aber die Be- schungsfrage wird sicherlich in San Remo noch viel besprochen werden müssen, ehe eine Platt­form gefunden wird, auf der die englisch-italie- insche Politik des Wiederaufbaues mit der Mili- tärpolrtik Frankreichs zusammen arbeiten können.

MMerand vor der Kammer.

WB. Paris, 14. April. In der gestrigen Kammersitzung legte Ministerpräsident Mille- rand die Ereignisse dar, die die deutsche Regie- umg veranlaßten, mehr Streitkräfte in die neu- bale Zone «inmarschieren zu lassen, als ihr ge­stattet worden sei. Um das Verlangen Deutschlands zu beurteilen, müsse man be­merken, daß es zuerst aus militärischen Kreisen gekommen sei, die den Staatsstreich unternommen hätten, zu einer Zeit, da Deutsch­land noch keine wesentlichen Bestimmungen des Friedensvertrages ausgeführt hätte. Daher habe am 16. März dem französischen Botschafter »ach London telegraphiert, er meine, die Alliier- ^n würden einen großen, nicht wieder gut zu machenden Fehler begehen, wenn sie sich nicht gegen Gefahren schützten, deren Ernsthaftigkeit s, augenblicklichen Ereignisse zeigten. Am 19. llcärz habe er dem Botschafter telegraphiert, daß $ stch formell dem Einmarsch der deutschen Trup- dfn in das Ruhrgebiet widersetzt habe, den die »legierung Bauer verlangte. Der Standpunkt der französischen Regierung war, daß gewisse ^urgschuften gegeben werden müßten dafür, daß »er Friedensvertrag von Versailles nicht verletzt ^de. Am 21. März habe er dem französischen ^otschgfter telegraphiert, wenn, die Deutschen d»e Unruhen im Ruhrgebiet niederschlagen woll­ten, dann gäbe es nur 'eine genügende Bürg- Mst: ein Pfand. Die französische Okkupation Witte endigen, wenn die Deutschen ihre Truppen zurückgezogen hätten. Marschall Foch sei bereit S^wesen, Frankfurt und Darnrstadt im Namen ch Alliierten zu besetzen. Die französische Re- E^ung hatte überdies Gründe, amzünehmen, daß die vorgesehenen Maßnahmen im Ruhrbezirk von der Militärpartei gewünscht würden. Am ^.März hatte die französische Regierung neue ^unde, an der Nützlichkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zu zweifeln angesichts des Zeug- » eines französischen Generals, der fest- MtL. hie/Drintmia im Rubraebiet würde nur

im Falle einer militärischen Intervention be­droht. Der Minister verlas auch Noten des Oberkommissars in Koblenz, der den Alliierten zur Kenntnis brächte, daß Arbeiterdelegierte aus dem Ruhrgebiet sich formell gegen den Einmarsch der Reichswehr ausgesprochen hätten und ver­sicherten, die Ordnung werde nicht gestört wer- den, indem sie hinzufügten, der Angriff der Reichswehr sei das Werk der Militärpartei, und sie wünschten deren Entwaffnung.

Nachdem Mlleraud seine Note an den deut­schen Geschäftsträger in Paris verlesen.hatte, in der der Einmarsch her Reichswehr in die neu­trale Zone bestimmt abgelehnt wurde, erinnerte er daran, daß die deutsche Regierung trotz dieser Weigerung ohne Ermächtigung eingegriffen habe. Er habe jedoch auch nicht vergessen, daß nichts wünschenswerter sei, als die normale Meder- Herstelluug der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Er ver- kenrie auch die Schwierigkeiten nicht, mit denen die deutsche Regierung zu rechnen habe, und er fei bereit, ihnen Rechnung zu tragen, unter einer Bedingung jedoch: daß die deutsche Regierung durch ihre Handlungen einen Beweis ihres guten Glaubens gebe. Frankreich habe seine In­teressen und seine Sicherheit geschützt, zugleich aber auch die seiner Alliierten. Millerand lobte alsdann die bewunderungswürdige, mutige Hal­tung Belgiens.

Mlleraud schloß: Ich freue mich, der Kam­mer mitteilen zu können, daß nach einem loyalen Meinungsaustausch zwischen den Kabinetten in London und Paris diese sich geeinigt haben, zu erklären, daß die Auseinandersetzungen zwischen Paris und London dahin geführt haberr, festzu­stellen, daß, wenn sich zwischen ihnen eine Mei­nungsverschiedenheit über die Mittel, die Aus­führung oes Krtedensveetrages «un AMMes sicherzUstellsn, her aus gebildet habe, sie mehr denn je die Notwendigkeit erkennen, ihre intime und herzliche Zusammenarbeit für die Regelung aller schwierigen Fragen aufrecht zu erhalten.

Darauf setzte die Kammer die Beratung der Steuergesetze fort.

WB PariS, 13. April. Wie ^aba? meldet, er­wartet man, daß Millerand am Mittwoch im Senat eine ähnliche Erklärung über die auswärtige Politik abgeben wird, wie gestern in der Kammer.

Aus LSM englischen Anierhsus.

DaS Unterhaus beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung sofort mit der Frage der Besetzung des Main­gaues und der französischen Rheinpolitik. Einer Reuter­meldung zufolge erklärte Bonar Law im Unter- Hause auf die Frage, ob ein Protest an die deutsche Regierung bezüglich ihrer fortdauernden Verletzimgen des Friedensvertrages gerichtet fei, das sei gerade eine Art von Fragen, die nicht gestellt werden durften. Die Unterteile der Frage könnten nicht besprochen werden, ohne die Gesamtfrage zur Sprache zu bringen. Wenn diese Angelegenheit allein das britische Volk an- gehen würde, so würde die Regierung bereitwilligst eine Debatte darüber annehmen. Es sei möglich, daß bei Lauf der Ereignisse es wünschenswert machen werde, im Unterhause darüber zu debattieren. In diesem Falle würde die Regierung dazu vollkouimen bereit sein. Er glaube, daß die Behauptung, ,daß Deutschland mehr als 2 Millionen Mann unter den Waffen habe, vollkomnien unbegründet sei und hoffe, daß die Reichswehr und die Baltikumtluppen bald aus dem Ruhrgebiet zurückgezogen wurden.

Lord Robert Cecil drückte sein Bedauern aus, daß bezüglich der Haltung der britischen Regierung in der Frage des Vormarsches der französischen Truppen die Presse früher unterrichtet worden sei als das Par­lament. Bonar Law erwiderte hierauf: Zwei oder drei Tage laug stellte die Presse dem Lande nur eine Seite der Frage dar. Da das Parlament keine Sitzungen abhielt, wurde es für richtig gehalten, die Darlegung des britischen Standpunktes zu veröffent­lichen. In Erwiderung einer Anfrage, ob die britische Regierung die Absicht habe, die zwischen ihr und der französischen Regierung gewechselten Noten zu ver­öffentlichen, antwortete Bonar Law, das hinge nicht allein von der britischen Regierung ab, sondern auch davon, ob die Bundesgenossen Englands mit der Ver­öffentlichung einverstanden seien. Bonar Law erklärte außerdem, eine öffentliche Darlegung der Differenzen im Parlament könnte als eine Kritik an der Haltung der Bilndesgenossen aufgefaßt werden und die Deut­schen zu der Ansicht bringen, daß keine vollkommene Uebereinstimmung zwischen den Alliierten bezüglich der Durchführuns des Friedensvertrages bestehe.

Der BoZschafisrat.

WB. PariS, 13. April. Der Botschaftsrat trat gestern vormittag unter dem Vorsitze von Jules Eam- bon zusammen. Nachmittags um 1 Uhr überreichte Lord Derby die Antwort der briti­schen Regierung auf die letzte Note der franzö­sischen Regierung. 'Mit der Neberreichung dieser Antivort scheint der englisch-französische Zwischentall beigelegt zu sein. Nach der Beendigung der Vot- schasterkonferenz, die über sieben Stunden dauerte, oat der englische Botschafter, nachdem er die Note seiner Regierung überreicht hatte, den Ministcrprasidentcu um tiniae Anschnitte, um über die Abüwteu der,frankou^veu

Regierung Gewißheit zu erlangen. Die Auskünfte waren so einfach - und so leicht zu erlangen, daß Millerand sie Lord Derby noch während der Sitzung gehn konnte und sie nicht einmal schriftlich niederzu- legru brauchte. Der englische Botschafter übermittelte sie telegraphisch seiner Regierung. Heute Dien tag wird Bouar Law im Unterhause über die diplomatischen Beziehungen zwischen England und Frankreich Bericht erstatten, während Millerand in der französischen Kammer sprechen wird, wenn nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten. Man glaubt, daß die ftanzö- sischen Truppen die Städte im Maingau gleichzeitig räumen werden. Andererseits schafft das Verlangen der deutschen Regierung um eine Verlängerung der zur Entwaffnung Deutschlands vorgesehenen Frist eine völlig neue Lage, der die AXiierten und besonders Frankreich Rechnung tragen müssen. Diese Forderung wird der erste Punkt der Tagesordnung bei den Ver­handlungen in San Remo sein. UeberdieS ist eS wahrscheinlich, daß die französische Regierung, um nicht den Anschein zu erwecken, als wolle sie auf die Entschließungen der Alliierten einen Druck auSüben, sich bemühen wird, die Dauer der Besetzung dieser Städte zu beschränken und sich dazu herbeilassen wird, die Trupven, sobald die Lage im Ruhrrevier, waS die Truppenbestände aubelangt, wieder normal ist, zurück- zuziehen. Unter diesen Unständen kann man sagen, daß die Verhandlungen zwischen Paris und London glatt von statten gehen werden.

Sirre Londoner Stimme.

WB. London, 13. April. Reuter erfährt, daß die englisch-französischen Bezrehungen mit Rücksicht auf den Zwischenfall hinsichtlich des Ruhr- gebiets heute vom Kabinettsrat erörtert wurden und die Lage merklich günstiger ist, als die Erklärung Bonar Laws im ljnterhausc es anzudeuten schien. Es besteht guter Grund zu der HiDnung, daß die Soli­darität der Bündnisses aufrecht erhalten wird und das Ende des unangenehmen Z w i s ch e n f a l l S so gut wie erreicht ist. Es wird erwartet, daß der französische Rückzug auS der neu* traten Zone schnell auf die Räumung durch die beut* schen Truppen, mit der, wie berichtet, bereits der An­fang gemacht wurde, folgen wird. Es war im übrigen schon am Donnerstag völlig klar, daß die Franzosen Grund hatten, über die Entsendung deutscher Truppen in das neutrale Gebiet besorgt zu sein. Es ist des­halb leicht zu begreifen, weshalb Frankreich nicht ge* neigt war, die nötige Gegenbewegung zu verzögern. Die letzten Ereignisse haben dazu gedient, der Mijitär- Partei in Deutschland zu zeigen, daß ihr Handeln sorgfältig überwacht wird.

Wie Lage im Vn-rrftriegLÄret.

Essen, 13. April. Die fünf Eisenbahnerv«- bände, Gewerkschaftsbund deutscher Eisenbahn- beamter, Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer, Gewerkschaft deutscher Rangi-erbediensteter, All­gemeiner Eisenbahnerverband und die Gewerk­schaft deutscher Eisenbahner, die eine Arbeitsge­meinschaft eingegangen sind, erklärten in einer gestrigen Versammlung, wenn die Regierung dem Druck von links weiter nachgebe und das Industriegebiet wieder schutzlos lasse, müß­ten die Eisenbahner girr eigenen Sicherheit und für den Westen Deutschlands zur Selbst­hilfe greifen. Die Arbeitsgemeinschaft wurde beauftragt, alles für den neuen Kampf vorzube- reiten, wenn die Vorkommnisse der letzten Woche sich wiederholen sollten. Jedem Terror, ob von rechts oder links, solle energisch entgegengetreten werden.

Münster, 13. April. Ueber die ^Lage im Wup­pertal wird von militärischer Seite berichtet: Tausende ehemaliger Rotgardisten^ sind ins Wuppertal und seine Umgebung geflüchtet und warten dort auf einen für ihre Zwecke günstigen Zeitpunft. Es herrscht infolgedessen überall große Unsicherheit. Einbrüche, Banden­diebstähle, Raub und Plünderungen sind an der Tagesordnung. Besonders ftech benehmen sich einige Banden am Rande der Wuppechädie. Sie Überfällen die Wäschereien und einzeln stehenden Häuser und Bauerngehöfte, um Wäsche, Kleider, .Lebensmittel und Geld zu erpressen. Das Raub­gesindel ist teilweise vornehm gekleidet und oft nicht einmal der deutschen Sprache mächtig. Auch in den Städten kommt es bisweilen zu Schießereien mit den Rotgardisten. Die gesamte Bürgerschaft und die überwiegende Mehrzahl der Arbeiter hat das ganze Treiben satt. Eine Waffenabgobe hat im Wuppertal kaum stattge- funden; die abgelieferten Waffen sind unbrauch­bar. Zurzeit werden zahlreiche von den Roten Truppen requirierte Personen- - und Lastautos nach Holland verschoben.

Wie derSetl. Lokalanzeiger- aus Barmen meldet, haben wilde Rotgardisten versucht, den Bahnhof und die Hauptpost zu besetzen und zu plündern. Sie wurden jedoch durch die Sicher­heitswehr vertrieben.

Nach einer Meldung desBerl. Lokalanzei- aers* aus Essen sind nach einer Meldung von

militärischer Seite in Hanibara 17 völlig ent­kleidete Leichen nach einem meuchlerischen Ueber- fall auf eine Gruppe Reichswehr eingeliefer» worden. Es sind zum größten Teil Reichswehv angehörige, die lebend in Gefangenschaft «p rieten.

Weiter berichtet das genannte Blatt, baf General Walter, der gestern vormittag in BerM eintraf, am Nachmittag eine längere Unter­redung beim Reichspräsidenten hatte, an der sich auch Severing beteiligte. Es ist unbedingt da­mit zu rechnen, daß die militärischen Operatio­nen im Westen in den nächsten Tagen ihr End« finden werden.

Keine Sssirennung Bayerns.

WB. München, 13. April. Zu Beginn bei heutigen Sitzung bei WahlgefetzauSschusser ergriff bei Ministerpräsident Dr. von K a b r das Wort zu einet Rede, in der er unter anderem erklärte: Gewiss» Aeußerungen der letzten Tage über eine Besvrechusz zwischen mir und einer Abordnung her BezirkSfübrn der Münchener Einwotznerwehr haben in weiten Kreisen Beunruhigungen ausgelöst. Die Herren von der Ein» wobnerwebr sprachen von der großen Unruhe, die durch die Note der Entente in ihren Kreisen erzeugt worden wäre. Ich versicherte den Herren mit allem Nachdruck, daß die Regierung alles tun werde, um dem Lande seinen Heimarsschutz zu erhalten. Wir hätten bereit» schon in dieser Sache mit Berlin Fühlung genommen und der HandelSminister sei nach Berlin gereist, um dort den Standpunkt der bayerischen Regierung mit aller Entschiedenheit zu vertreten. Daß ich dabei von der Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer LoS- trennung Bayerns hont Reiche gesprochen hätte, ist nickt richtig. Im Anschluß an die Aussprache habe ich dem einen oder anderen Herren gegenüber geäußert, daß man betreffs des Vorgehen» der Entente im Main- gan und an der Grenze Bayerns auf die Ansicht kommen könne, daß Frankreich einen Keil zwischen Nord und Süd treiben wolle, um so'Deutschland zv zersplittern. Ich hatte gebeten, dieseErklärung, wenn sie auch durchanS einwandfrei fei, vertraulich zu be­handeln, da unter Umständen irrige Folgen daran» gezogen werden könnten. Ich habe es immer als nn« bedingt notwendig für den Bestand Deutschlands ge­halten, daß alle Länder bei dem Reiche verbleiben und habe dies auch stets in der Regierung vertreten. Auch in den Derhandlimaen mit den Regierungen von Sachlen, Württemberg, Baden und Hessen habe ich in diesem Sinne gewirkt und mich aufbaS Entschiedenste aufbtefen Stand» nunff gestellt. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß eine LoSlösung Bayern» vom Reiche eine für Bayern der- derbliche Isolierung wäre, und werde daber, getreu der von mir bei der Uebernahme meines Amtes gegebenen Erklärung, niemals die Hand zu einer Maßnabm« bieten, bie auf eine solche Losirennung abzi-len könnte. Auch in der Einwobnerwchrsraae, die ich zur Zeit als eine wichtige Lebensfrage der staatlichen Ordnung in Patern erachte, habe ich als Ministerpräsident wieder» holt betont, und habe nicht den geringsten Anlaß von bieder Ansicht alnuweichen, daß es Vflicht der bayerischen Regierung ist, auch im Interesse des Reiches für b« Erhaltung dieser polizeilichen Schutztruppe mit ®nh schiedenbeit einnttreten. Selbstverständlich werde ich auch in dieser Frage nicht von dem verfassimgSgtmatzen Wege abweichen.

DeKZfche NationaloerfKMmlttng.

Auf der Tagesordnung stehen zunächst 5(nfragen. Auf Anftage des Abg. M n m m (D. Ratl.) wegen Ä b f ch a t f u n g d e S R e l i g i o n Su n t c r r r» t? in Bremen wird regierungsseitig geantwortet, day tiefer Zustand mit dem Sinne der Rcich»versassuno nicht im Einklang stehe. Die Legierung habe sich mit bew Bremer Senat in Verbindung gesetzt.

Auf Anfrage Dr. B ö h m e-Magdcburg (Dem.; wegen Handhabung beS S r e d e I u n g S g e s e tz e? in Pueußen, wonach der preußische Landwrrt- febaftsminifier nicht gewillt fei, 10 Prozent bei DoiiläilcnlandeS zur Deckung bestellender Kleinbetriebe zur Verfügung zu stellen, wird regierungsseitig geant­wortet, daß dies nicht zutreffend fei.

Auf Anfrage bei Abg. M e n d e (D. Vpt.) wegen unerhörter Zustände im Schulwesen in G o t h e wird regierungsseitig geantwortet, daß auf Verordnung des Reichspräsidenten ein Reichskommissar mit weitgehendsten Vollmachten zur Prüfung und Am stelluiig der Mißstände nach @otha enttandt worden sm.

Auf Aufraae Frau Zieh (U. S.) wegen M t ß- ständ c imF estun gS gefä ng uc 8 inS van. d a u wird regierungsseitig geantwortet, daß die Kla* gen der Berechtigung nicht entbehren, daß ltdoch »on einer weitgehenden Verlaufung nicht gesprochen werden kaiin. Berechtigten Beschwerden werde abgeholfen. Neue Hemden würden auSgegeben.

Auf Anfrage des Nbg. B e u e r m a n n Vp..- wegen der Schreckenregiments derPolev in Posen und Westpreußen wird regierungsseitig ge­antwortet, daß die Reichsregierung dauernd Vorste-ttu» gen erhoben habe und Entschädigungen gefordert habe. Von Repressalien gegen Polen auf deutschem Gebiet sei'bisher aus politischen Gründen abgesehen worden.

Auf Aufraze des Abg. L ö b e (S.) wegen Vor- anS ga h l ungber ® ehältsau f be f f er nng ab 1. 4. wird regierungsseitig geantwortet, »an die bti Ende. März bewilligten erhöhten Teuerungszulage» weiter gezahlt werden, ebenso die rkriegSbeihilfen.

Auf eine weitere Anfrage des Abg. Lobe wegen Veröffentlichung der Stande» d«, schwebenden 6 ch u l d wird regierungsseitig ge- antwortet, daß diese Veröffentlichung monatlich erfolgt^