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Geneml-Anzeiger
AmMches Organ für Slröl- unL Landkreis Sana«
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Nr. 85 Montag den 12. April 1920
Das Neueste.
Der Reichsbürgerrat. sowie die süddeutschen Ttaaten nehmen Stellung gegen die französische Note, welche die Auflösung der Einwohnerwehren verlangt.
Belgien hat sein Einverständnis mit dem französischen Vorgehen erklärt und schickt 500 Mann zur Besetzung.
Im Vogtland dauert der rote Schrecken an; Lrandtommandos setzten fünf Villen in Brand.
Bis heute abend soll der gesamte Landkreis Hanau östlich der Bahnlinie Hanau—Friedberg, ferner die Pulverfabrik und ihre Umgebung besetzt werden.
Der Notenwechsel London-Paris.
WB. London, 10. April. Das „Reutersche Büro" hat durch Nachfrage in gut unterrichtete« Kreisen über bie internationale Lage erfahren, daß alle amtlichen Meinungränßerungen in Eng- land bezüglich der Enffendung ftanzösischer Truppen »ach der neutralen Zone dornebmlich getan «urde«, «z» verhindern, daß das englffch-ftanzösische Bünd- »ir, auf das sich die Hoffnung der Welt gründet, irgendwelchen Schaden erleidet und die öffentlich« Meinung, in irgend einem Lande in Erregung ge« bracht wird. Die Ansicht der .britischen Miurfler wird ton dem Grundgedanken beherrscht, daß sich jede? Bündnis rasch anflüsen muß, wenn irgend ein Mitglied der Allianz in einer wichtigen Frage eine Aktion aus eigene Initiative und ohne Zustimmung der anderen MitqÜeder der Allianz unter» nimmt. Im vorliegenden Fall wird geltend gemacht, Ab der FriedenSvertrag eine Lage, wie die jetzt ent- Mdene, nicht vorgesehen habe. Großbritannien war Abkommen bereit, irgend einer notwendigen Aktion Kä^^ »innen, nicht einhält. Dar Vertrauen und der Glaube an die Entente, sowie die ftenndschastlichen Gefühle für das französische Volk, sind nicht vermindert worden.
WB. London, 10. April. Die „Times* meldet, daß die gestern der französischen Rigimmg übermittelte britische Note über den französischen Vormarsch in Deutschland in energischem Tone «bge- iaßt ist. Die Note erklärt, daß daS Verhalten ssrankrerchS eine ernste Streitfrage im Zusammenhang Mit der Durchführung der FriedenSvertrageS aufwirft, du kaum anders gehandhabt werden kann, als durch »tereinstimmende Aktion aller Alliierten. Es fei flar, da» Problem von solcher Größe fei, daß ferner der Alliierten in [her Lage sei, mit ihm allein Segen ein wiedererstandenes Deutschland fertig ,u werd««. Die Note instruiert den britischen Botschafter m PanS, an keiner Konferenz der Botschafter teilzu- uhmen, an welcher Fragen, die den deutschen Frie- renSvertrag berühren, znr Beratnng kommen, wenn 'frankreich nicht die Versichernng gibt, daß eS zu- »unftig mit den Alliierten gemeinsam handeln wird.
Havas über die Rote MillerandS.
Hava» meldet an» Paris: In der Note, welche tt britischen Regierung durch den ftanzösischen Ge- ichäsisträger übermittelt wurde, wird die Erwartung ausgesprochen, daß die Verbündeten Frankreichs an dchen Loyalität nicht zweifeln. ES sei den Alliierten li schon von jeher klar gewesen, daß es der französi-
Regierung nur dann möglich sei, einer Verstür- niitg der deutschen R«ichswehrtruppen im Ruhrgebiete kuzustimmen, wenn Frankreich dafür die bekannten Städte als Pfand besetzen könnte. Am 3. April machte französische Regierung ihren Alliierten die Mit- E'lung, daß General Foch alle Maßnahmen für eine ^litärische Handlung zur Besetzung der genannten Siabtc getroffen habe, die nicht länger zu umgehen iu. Außerdem erinnert Frankreich daran, daß es sich l® Verletzung einer der feierlichsten Artikel des Frie- dcnsvertrages handele. Die deutsche Regierung habe ganz richtig erklärt, daß die Verstärkung der Puppen im Aufstandsgebiet im Gegensatz zu Artikel B des Friedensvertrages stehe, und Frankreich habe die Besetzung der bekannten Städte als Pfand Norbert. Wie hätte sich auch Frankreich mit dem Morecfjeit allein begnügen können, daß daS Gebiet '“fort nach der Unterdrückung des AufstandeS ge» Wut würde?
Havas meldet weiter, Latz Millerand heute italienischen Botschafter empfangen und vor Kammer-Kommission für auswärtige Ange- ^'heiten Erklärungen ab geben werde. Am ^teustag wird Millerand in der Kammer über diplomatischen Beziehungen zwischen Flantsch und England sprechen.
M'. Paris, 11. April. Wie die. Pariser Presse ^«itt, ruute.Lloyd . George gestern vor seiner Ab- usw San Remo noch die Antwort auf die fran- (v'ch: Note fest. Zu Paris erwartet man ihre lleher- im Laufe des heutigen Tages. — vaint y’-e im „Journal" muß angesichts der Tarsach?, daß , rugtiebe Botschafter nicht mehr an den Beratungen I Botschasitikonferenz teilnehmen kann, feststellen, $ « sich bei d>n englisch-französischen Zwischen- nur mehr handelt als um eine einfache Des- pJürung, umfbmehr als die Engländer gestern auch Wer. Sitzung des Obersten Rates in London ^^---udeu-
k Vt'li. Paris, 12. April. Maccell Hutin schreibt «.«s^ d« ÄarE". LaL M Müerauh uari Jcrict
Meinung gefragt habe, die er von dem britischen und französischen Gesichtspunkt hätte. Milleraud antwortete darauf: Augenblicklich kann ich garnichts sagen. Unsere Antwort ist nun bei der britischen Regierung eingelaufen und ich faxn nur mitteilen, daß wir selbst erst die britische Antwort abwarten müssen, um ein genaues Bild von der Lage entrollen zu können. Der.Präsident der Republik wird am Montag zurückkehren. Wenn die Antwort bis zu diesem Tage ebenfalls angekommen ist, so werde ich diese dem Parlament zuerst vorlegen müssen. Hutin fügt hinzu, daß er nach dieser Unterredung den Eindruck habe, als ob Millerand sich von den augenblicklichen Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Regierungen stark betroffen fühle.
Belgiens Kilse.
■ WB. Paris, 11. April. Der Berichterstatter der „Jutransigeant" meldet aus Mainz: 500 Mann belgische Truppen werden heute Arlon verlassen, um sich nach Mainz zu begeben. Von dort werden sie nach den neu besetzten Städten geleitet. /
Proteste.
WB. Stuttgart, 10. April. Die heute vormittag hier abgehaltene Konferenz der Regierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen kam nach eingehender- Aussprache über die gegenwärtige politische Lage zu folgendem Ergebnis: Die in Stuttgart vertretenen Regierungen protestieren gegen die neuerdings erfolgte feindliche Besetzung der Bezirke Frankfurt a. M. und Darmstadt, die weder durch das Rheinlandabkommen noch durch den Fried ens- vertrag gerechtfertigt ist. Die Regierungen erklären, daß sie alten Maßnahmen der Reichsregie- rung zur Wahrung der Reichsinteressen zuftim- men und jeden Versuch, Süddeutschland vom Reiche zu trennen, mit aller Entschiedenheit zu- cückweisen. Bezüglich der allgemeinen wi-rtfchaft- llchoil unü politrscheu Lage nerkutgen sie it^ tretenen Regierungen, daß streng der Reichsver- fassung gemäß verfahren wird, denn nur so ist die Zukunft des Reiches und der deutschen Nation zu sichern. Jede Zentralisation, die über ein vernünftiges Maß hinaus geht, ist eine Gefahr, vor der die vertretenen Regierungen aufs -entschiedenste warnen.
Der „Voss. Ztg." zufolge haben die rheinisch- Peftfälischeu Industrie- und Handelsvertretungen eine Kundgebung an die Reichs- u. Staatsregierung sowie auch an die Parlamente beschlossen, in der gefordert wird, daß jede Leistung aus dem Friedensvertrag an Frankreich so lange eingestellt werde, bis Frankreich die widerrechtlich besetzten Gebiete räume. Die Kundgebung, die von sämtlichen Handelskammern des unbesetzten und besetzten Gebietes von Rheinland- Westfalen, vom Bergbauverin, vom Zechenver- band, vom Kohlensyndikat und anderen Korpo- rationen unterzeichnet ist, begründet diese Auf- ford-eruug damit, daß die französische Besetzung d-es Maingaues die wirtschaftliche Absperrung Norddeutschlands von Süddeutfchland bedeute. Das Vorgehen der Reichswehr im Ruhrgebiet sei unumgänglich notwendig gewesen. Die Herstellung verfassungsmäßiger Zustände sei die Voraussetzung der Warenlieferung an Frankreich und für die Mitarbeit am Wiederaufbau Nordfrankreichs. Der Einmarsch der französischen Trupp-en bedeute Sabotage des uns diktierten Vertrages durch Frankreich selbst.
WB. Essen, 10. April. Die Essener Stadtverordnetenversammlung beschloß einstimmig folgendes:
Erst als Plünderungen und Gewalttätigkeiten gegen die große Masse der arbeitswilligen Bevölkerung und gegen Einzelpersonen den Ruhrkohlenbezirk an den Rand des Abgrundes brachten, belegte die Reichsregierung auf dringendste behördliche und private Notrufe den neutralen Teil des Bezirks mit Reichswehr, so auch die Stadt Essen, in der die Verhältnisse unerträglich geworden waren. Wir bekunden vor aller Welt, daß der Reichsleitung kein anderer Auswegmehrblieb, wollte sie uns nicht elend zu Grunde gehen lassen. Mit heißem Mitempfinden grüßen wir, die Volksgenossen in den unbeteiligten Städten, die daraufhin von Frankreich besetzt wurden. Wir erheben feierlichen Einspruch gegen dieses Vorgehen Frankreichs, das jedem Recht gegenüberftcht, worauf auch der Besiegte Anspruch hat, zumal nach Abschluß des FAedens.
San Remo.
WB. Paris, 12. April. Die Agentur Havas meldet, dass die Konferenz in Sau Remo wahrscheinlich am 19. April beginnen werde, um sich mit der Frage des Friedensvertrages mit der Türkei zu beschäftigen, dessen Einzelheiten in London ausgearbeitet wurden. Gewiss« wichtige Fragen, namentlich die' englischen Klauseln, wurden jedoch noch in der Schwebe gelassen, um sie den alliierten Regierungen vorzulegen. Es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass die Frage von Konstantinopel noch einmal aufgeworfen werde.
WB, Rom, 11. April. Nach einer Note ist es ausgeschlossen, dass auf der bevorstehenden Konferenz in San Remo die Pressevertreter ausgeschlossen würden. Die Regierung habe alle notwendigen Massnahmen getroffen, um die schnelle Benutzung des Telegraphen- und Telephon-Dienstes durch die Presse zu sichern.
Gegen die Auflösung der Einwohnerwehren.
Berlin, 11. April. Der Reichsbürgerrat hat folgende Kundgebung an die Reichsregierung und an die preußische Regierung gerichtet:
„Die Nachricht von der geplanten Auflösung der Einwohnerwehren hat überall in der Bürgerschaft des Reichs die größteBeunruhigung uyd Erreg n n g hervorgeruKu. Zum Schutze der Verfassung und zur Aufrechterhaltung der Ordnung bedarf jeder Staat der nötigen Machtmittel. Pflicht der Reichsleitung und der Regierung gegenüber der gesamten Bevölkerung ist es, diese zu erhalten oder sich zu verschaffen. .Wir erwarten zuversichtlich, daß die Regierung kein Mittel unversucht lassen wird, dieser ihrer Aufgabe zu genügen, sonst wächst die Gefahr, daß Deutschland durch die Auflösung der inneren Ordnung zugrunde geht.
WB. Stuttgart, 10. Avril. Unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Blos fand heute in Stuttgart eine Besprechung der Regierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen statt. Bei dieser Besprechung nahmen die versammelten Regierungen einmütig gegen die französische Note Stellung, welche die Auflösung der Einwohnerwehren verlangt. Diese sind als Schutz gegen Ausschreitungen und Verbrechen aller Art ausgestellt worden. Die versammelten Regierungen erklären es für unmöglich, die Einwohnerwehren aufzulösen. da die Auflösung für erhebliche Teile
menbruch der Staatsordnung sei. Die Staatsregierungen verlangen von der Reichsregierung, daß diese erneut mit dem Obersten Rate iq Verhandlung eintritt, um den Fortbestand der Einwohnerwehr zu sichern.
Die Ksmmunististhe Arbetter- parlei.
WB Berlin, 11. April. In den Hobenstaufen- sälen am Kottbuserdamm hielt heute vormittag-die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands, die sich kürzlich aus den radikalsten Elementen der Reichszentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands gebildet hat, ihre erste Versammlung ab. Der Referent Altmann bezichtigte die Gewerkschaiten des offenen Verrats an der Sache des Proletariats. Nur die gewählten Betriebsorganisationen verkörperten die wahre Lflacht in Deutschland. Deutschland stände bereits am Anfang des Bürgerkriegs, und nichts könnte den Sieg der wahrhaft revolutionären Kommunistischen Arbeiterpartei verhindern, weder die Baltikumtruppen, die käuflich seien, noch die Reichswehr, die man durch eine kräftige Propaganda trennen werde, noch die Orts- und "Bürgerwehren, die sich gegenseitig zerreiben würden. Der in den nächsten Wochen zu erwartende Abfall der süddeutschen Staaten werde die "Niederlage des Kapitalisinns und der Bourgeoisie noch beschleunigen. Dann könnte das Räresystem eingeführt und eine rote Armee ausgestellt werden.
Dsr SchreMen des Wogtlanörs.
Die Brandko«nma,»dos in Tätigkeit.
Am vergangenen Samstag kam c« in Plauen zu schweren Ausschreitungen der H ö l z' s ch e n r o t e n Garde. Plündernde Banden durchzogen die ganze Stadt. Eine Abteilung drang in das Kaffee Trömel und nahm den anwesenden Gästen bei Geld ab. Der Wirt eines Weinrestaurants, der sich weigerte, 10 000 Mark auszuliefern, wurde fortgeschleppt, konnte aber später vom Publikum auf der Straße wieder^ befreit werden. Auch in Privnthäuser drangen die Plünderer ein. Noch in der Nacht räumten die Rotgar»isien die Lon ihnen besetzte Kaserne, das Ratbsus und den Bahnhof und fuhren sodann unter Mitnahme von Geiseln nach Falkeustecu ab. Eines ihrer Automobile veruvglückte unterwegs, wobei es mehrere Verwundete gab. In der Stadt stauen ist nach dem Abzug der roten Gardisten Ruhe eingetreten. Recchswehrtruppen sind bis Sonntag nachmittag in Plauen noch nicht eingetragen.
Ein Telegramm aus Falken st e in lautet:
Auf die Kunde von dein Anmarsch von Reichs- wehrtruvpcn trat in der Nacht zum Sonntag das von Hölz gebildete Brandkommando ix Tätigkeit und steckte 5 Villen in Brand. Gegen 3 Uhr früh glich d i e S t a dt einem Flammeum ee r. Zm Hof des Amtsgerichts ließ Hölz die den Einwohner abge- noimncncu Waffen verbrennen. Um 4 Uhr früh verließen Hölz und feine Anhänger, nachdem sie, die Geiseln freigebigen hatten, in 10 Autos die Stadt und fuhren nach der sächsisch-böwnischen Grenze davon. Der Sonderberichterstatter der „Leipziger Neuesten Nachrichten", der bereits am Sonnabend früh in Planen fefigenomnien worden :»ar, soll mitgeschleppt worden sein. Da bie Telegraphen- und Telephonvcr- d-ndungen unterbrochen fina, fehlt seitdem jede Nachricht von Hölz. bsdj n urmt man an, daß er sich in Klingcnt«! «»fhätt
Die „Voss. Ztg." schreibt über den roten Schrecken M BoLMÄ L, «♦A,ÄK. We»^aLÖ<&« da<.Ver».
brecherische der Tätigkeit bei Hölz so deutlich erwiesen, daß man sich immer nur frage* kam», wie die Landesregierung diesem Treiben ohne jede» Eingreifen zusehen konnte. Die Drohung Hölz, beim Einmarsch der Reichswehr die Villen in Brand zu stecken, würd« schon bei dem bloßen Gerücht auSgeführt.
Gegen den Generalstreik.
WB. Eh«mnih, 11. April. Bei bet Abstimmung» ob für den Fall, daß die Reichswehr in das Vogtland gesandt wird, der Generalstreik eintreten soll«, stimmten 26 000 für und 44 000 gegen ben Generalstreik. Dessen ungeachtet erließ die Kommunistische Partei ein Extrablatt, daS zum Generalstreik auffordert.
Amerikas Führung auf dem Finanzgebiet.
Die Jpu. meldet aus Amsterdam: Währen! der Dauer des Krieges und auch nach ba» Waffenstillstand ist die deutsche Valuta fast ausschließlich von der Amsterdamer Börse bestimmt worden. Vielfach ist auf diese Tatsache hingewiesen worden mit der Vermutung, daß damit eine bestimmte holländische Spekulation verbunden gewesen sei. Seit etwa vier Wochen hat sich dieses Verhältnis verschoben und zwar ist du sogenannte internationale Leitung der deutsche» Valuta nach den amerikanischen Börsen überge. gangen, sodass sich jetzt Amsterdam nach Amerika richtet, während es bisher umgekehrt war. In Sachverständigenkreisen führt man diese Tatsache darauf zurück, dass dS Einfluss der in Amerika wohnenden fast 24 Millionen Staatsangehörigen, die in Deutschland, Rußland oder in anderen Mittelländern geboren sind oder diesen entstammen, sowie ferner die Aufnahme der Ha»- delsbeziehungen zwischen Deutschland und Amerika in erheblichem Maße dazu beigetragen haben, die amerikanischen Interessen an Deutschland zu erhöhen. Diese sind bereits heute viel stärker, als die deutsch-holländischen Interesse und werden in nächster Zeit eine ungeahnte Erweiterung erfahren. Darauf ist es auch zurück- zuführen, daß die in Amerika erfolgenden Mark- Ankäufe zur Verbesserung der deutschen Valuta geführt haben, die sehr wahrscheinlich jetzt an» haltend sein wird, weil Aiaerika die Führung auf dem Finanzgebiet nun in den Händen hat
Ein freunbfchafkliches Verhältnis zwifchen Malten—Oesterreich?
Die „Jpu" meldet aus Rom: Die Verhandlungen mit dem österreichischen Reichskanzler Renner nehmen einen günstigen Verlauf und es wird zweifellos ein wirtschaftliches Verhältnis zustande kommen, das Oesterreichs Wiederaufbau gewährleistet. Von der italieuischen Regirruug wird bisher weitgehendstes Entgegenkommen grzeigt und fie hat in der Tat ein freundschaftliches Verhältnis zugestchert.
Lokales.
Der VsrbanDswahlkreis Keffett.
Der nach dem Entwurf des Reichstagswahl- gesetzes vorgesehene VerbandswahlkreiS 20 (Hessen) setzt sich wie folgt zusammen: 1. Wahlkreis 59 (Caffel): Bestehend aus Stadtkreis Kassel, Landkreis Cassel, Kreis Fritzlar. Kreis Hofgeis^ rnar, Kreis Homberg, Kreis Meldungen, Kreis Wilholmshausen, Kreis Wolfhagen, Kreis Waldeck (ohne Kreis Pyrmont;5kreis Pyrmont gehört zum 52. Wahlkreis Herford-Minden); 2- Wahlkreis 60 (Hanau). Bestchend aus KreiS Esch wege. Kreis Fulda, Kreis Gelnhausen, Kreis Gersfeld, Stadtkreis Hanau, Landkreis Hanau, Kreis Hersfeld, Kreis Hünfeld, Kreis Roten- bürg (Hessen-Nassau), Kreis Schlächtern, Kreis Ziegenhain; 3. Wahlkreis 61 (Marburg): Be- stehend aus Kreis Biedenkopf, Dillkreis, Kreis Frankenberg, Kreis Kirchhain, Kreis Lunburg Kreis Marburg, Oberlahnkreis, Oberwesterwald- kreis, Unterwesterwaldkreis, Kreis Westerburg Kreis Wetzlac; 4. Wahlkreis 62 (Wiesbaden): Bestehend aus Kreis Höchst, Obertaunuskreiz. Rheiygaukreis, Kreis St. Goarshausen, Unterlahnkreis, Untertaunuskreis, Kreis Usingen, Stadtkreis Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden; 5 Wahlkreis 63 (Frankfurt a. M-): Umfassend den Stadtkreis Frankfurt a. M.; 6. Wahlkreis HO (Darmstadt): -Umfassend die Provinz Star- kenburg; 7. Wahlkreis 111 (Gießen): Umfassend die Provinz Oberhessen; 8. Wahlkreis 11'2 (Mainz): Umfassend die Provinz Rdnnb essen
Es sind für die Wahlkreise 59 bis 63 je 4 W geordnete, für den Wahlkreis 110 5 Abgeordnete, für die Wahlkreise 111 und 112 je 3 Abgerrsnete, zusammen also für den Verbandswahlkreis 20 31 Abgeordnete vorgesehen.
Der Wahlkreis Hanau wählt demnach also 4 Abgeordnete, womit die Gewähr geboten ist, da« unsere engere Heimat im künftigen Reichstag, «Abgesehen von der Parteizugehörigkeit der «nzelueÄ yHwTAnrhtiAfMt. mehr nartrelev. tritt-ÖMlftti '