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Rotationsdruckd. Waisenhausbuchdruckerei Hanau Fernsvrechanschlülle Nr. 1237 und 1238

General-Anzeiger

AmMHes Organ M Stail- und Landkreis Kamm

Erschein! täglich mit Ausnahme dsr^onn- und Feiertags ^^M^II^^lllMMllllMIIBM^M^M^I^MI.MUmiillll^MKMB8»BBmHmBMtmaB!Mm»ME^lmlHWIIl^^

Nr. M Dienstag den 8. April 1920

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Das Neueste.

Frattffnri a. W. ist heute morgen 3 Uhr be­setzt worden.

Kassen wurden gestürmt, doch hielten die Dressars den Angriffen stand. In den Schuhwarengeschäf- ten erscheinen Leute mit Aus-weisen aller Art, entnehmen Schuhe und behaupten, die Stadtver­waltung löse diese Ausweise ein. In Mülheim sind 500 000 Mark von der Stadtkasse erpreßt worden, angeblich zur Löhnung der Reichswehr- truppen- Auf der ZecheWiese" ttntrbe eine größere Menge Dynamit entnommen. Die Reichs­wehr beschte Oberhausen. Der dortige VollzugS- rat ist geflohen. Aus Karn-ap sind die roten Truppen hinter den Rheku-Herne-Kanal zurück- gegangen. In Düsseldorf befürchtet man einen Terror durch die zurückflutenden roten Banden- Jn Bochum ist die Lage ruhig; dort geht die Waffenabgabe vor sich. PlünderMgen sind bis­her nicht vorgekommen. Es herrscht eine große Lebensmittelknappheit. An rationierten Lebens­rnitteln sind in dieser Woche zwei Pfund Brot und vier Pfund Kartoffeln verteilt worden. Be­sonders knapp ist die Milchzufuhr.

Berlin, 3- April. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Duisburg, Karnap, Recklinghausen und Oberhausen sind bereits von der Reichswehr entsetzt. Die von Norden und Osten in das In­dustriegebiet einrückenden Truppenverbände der Reichswehr wurden von der Bevölkerung mit höchster Befriedigung begrüßt. Nach den Tagen schwerer Not, Angst und Bedrängung sieht das Industriegebiet in den im Auftrag der Rei-chsre- gierung Hilfe bringenden Truppen seine Be­freier und die Dankbarkeit ist allgemein. Die Er­bitterung gegen die roten Banden, deren Aus­schreitungen Land und Städte tagelang in Schrecken und Angst versetzten, ist außerordent­lich groß, znmal diese Banden noch im Zurück- gehen und in Auflösung sich neue Gewalttaten zu Schulden kommen lassen- Die Terroristen, die dHerrschaft sich ihrem Ende zu- neigt, suchen durch Räubereien und Erpressungen noch möglichst viel Geld und Gut zusammenzu- raffen. Aus den noch nicht befreiten Gebieten kommen immer wieder Hilferufe von Organi­sationen und einzelnen Vertretern aller Berufe und Parteien. Die maßvolle Haltung bet mit der Reinigungsaktion betrauten Truppen wird allgemein anerkannt.

Die ksmMttMWchs ZZerrschaft . im WoManK»

Planen, 2- April. Der Vollzugsausschuß des Arbeitecrats in Oelsnitz im Vogtlande, der vor­gestern bereits den Bürgermeister für abgesetzt er­klärt hatte, hat sich neuerlich in der heutigen Stummer des Amtsblattes bemerkbar gemacht. Er hat beschlossen, die bestehende Arbeiterwehr auf 150 Mann zu erhöhen, und weiter hat er ver­fügt, daß Freitag nachmittag sämtliche Arbeits­lose, die im Besitze von Waffen sind, auf dem Schützenplatze zu erscheinen haben und Waffen und Muniticn mitbringen müssen. Für die Ein­stellung in die Arbeiterwehr ist in erster Linie Bedingung die Zugehörigkeit zu einer politischen Organisation, und da in Oelsnitz bie Arbeiter­schaft vorwiegend kommunistisch organisiert ist, wird die Wehr vorwiegend aus Kommunisten be­stehen. Nachdem die Unternehmerschaft den Unterhalt der Arbeiterwehr garantiert hat, sind 10 Industrielle schriftlich aufgefordert worden, den Betrag von je 100 000 Mark beim Arbeiter­rat zu hinterlegen. Der Arbeiterrat geht dabei von der Erwägung aus, daß Kleinbetriebe, Klein- handwerker usw, die dem Unternehmertum wohl angeboren, vielfach aber selbst um ihre Existenz kämpfen, möglichst zu schonen sind. Die zehn In­dustriellen haben während des Krieges angeblich große Kriegsgewinne gemacht. Weiter verfügt der Arbeiterrat durch Bekanntmachung:Der Sttumpfwarenfabrikant Wagner in Oelsnitz, der in der vorigen Woche mit einer Anzahl von Freunder: eine größere Zecherei im HotelZum Engel" gemacht hatte, hat aus diesem Anlaß eine KontribuÄon von 50 000 Mark zu erlegen, die er in Gemeinschaft mit den Teilnehrnern an der Zecherei aufzubringen hat. Die Summe ist bis Samstag der: 3- April- vormittags 10 Uhr, ab= zuliefern. Das Geld soll den Witwen und Wai­sen der im Kriege Gefallenen zugute kommen und durch die Organisation der Kriegshinterbliebe­nen am Samstag in Empfang genommen und verteilt werden " Drittens sind nach einerVer­fügung" sämtliche Luxus- und Kraftautos auf dem Schützenplatze am Samstag anzufahren. Es ist dem Arbetterrat schriftlich mizuzeigen, ob und wo Kraftwagen in Reparatur stehen.

Planen (Vogtland), 3- April. Heute morgen kurz nach 7 Uhr kam der Rote Vollzugsausschuß aus Falkenstein unter Führung des berüchtigten Holz nach Plauen und besetzte das Rathaus so­wie die umliezenden Gebäude. Wie es he-ßt, beabsichtigt er auch noch weitere öffentliche Ge­bäude zu besetzen. Vorher waren toon rote Pla­

unerläßlich hält, falls die Reichswehr das Ruhr­gebiet betritt, muß sich auf die Besetzung von Frankfurt a. M. usw. gefaßt machen, die aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Zwischenfall vor sich gehen wird. Die Unternehmung begann noch nicht. Man weiß nicht, zu welchem Zeit­punkt sie durchgeführt werden wird, obwohl sie nahe bevorstehend sein muß.

WB. Paris, 5. April- (Havas.) Der deutsche Geschäftsträger M a h e r und der Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation Göppert richte­ten an Milleravd in seiner doppelten Eigen­schaft als Ministerpräsident und Außenminister, sowie M Vorsitzender der Friedenskonferenz eine Note, worin sie sich bemühen, die Bedeutung der im Ruhrrevier von deutschen Truppen unter­nommenen Bewegung abzuschwächen, wobei sie ützhalchten, daß die Zahl dieser Truppen stark übertrieben würde. Sie versichern gleichfalls, daß die von der französischen Regierung verlangten Bürgschafismaßnahmen nicht geboten seien, da die Abwesenheit von Ergänzungsbeständon der Reichswehr nicht länger dauern soll.

WB. Paris, 5. April. (Havas.) Ministerprä­sident Millerand richtete gestern abend an den deutschen Geschäftsträger Mayer ein Schreiben, worin er darauf hinwies, daß er gestern- die so­fortige Zurückziehung der im Ruhrgebiet in un­rechtmäßiger Weiseeinrückendsn Truppen bringend verlangte und erklärte, Frankreich könne keine Abweichung von Artikel 4 4 M Kery E a 11 e n

Millerand sügte hinzu, es sei heute amtlich fest- gestellt, daß die Zahl der deutschen Trrlppen im Ruhrgebiet die erlaubte Stärke überschreite unbi daß der Reichskommissar von der Regierung volle HM-dlungsfreiheit für ihre Verwendung im Ruhrgebiet erhalten habe. Schließlich betonte er, daß der Angriff der Reichswehr am 2- April be­gonnen habe. Millerand stellte fest, daß die deutsche Regierung durch einen plötzlichen Aagriff den Artikel 44 des Vertra­ges verletzte, was einen feindseligen Akt bedeute, der den Frieden der Welt stören muffe. (!) Millerand erklärt, er werde später Mayer die Entscheidung Frankreichs zur Kennt­nis bringen.

WB. Paris, 3. April. Die Pariser Morgen- presse beschäftigt sich mit dem Einmarsch einer kleinen deutschen Truppenabteilung in die 50- Kilometerzone. Allgemein ist die Stellung der Morgenpresse ablehnend. Besonders klar darüber äußert sich derPlatin", welcher schreibt: Ein französischer Militär, der sich augenblicklich bei Dortmund befindet, schreibt, er hatte das Ein- greifen der Reichswehr für unumgänglich not­wendig, auch wenn die Kohlenbergwerke zerstört würden, denn es sei immer noch besser, reguläre Truppen zum Gegner zu haben als eine rote Armee. DerMatin" glaubt aber, es sei besser, nichts zu unternehmen, denn, sagt er, selbst wenn wir als Garantie Frankfurt a. M., Darmsradt, Homburg imb Hanau besetzen, so wird immer die Tatsache bestehen bleiben, daß der deutsche Generalstab das Kohlenbecken der Ruhr mili­tärisch besetzt hätt und uns Bedingrmgen stellen könnte, und das ist in einem Augenblick, wo wir allein, getrennt von unseren Verbündeten, Vor­gehen würden-

Berlin 3- April. Nach eingelaufenen Nach­richten werden in Bochum, Lauenberg, Heiligen- Haus und anderen belgischen Orten Waffen- gegeben. Dortmund verweigert immer noch die Waffenabgabe. Anscheinend liegt dies daran, daß dem kommunistischen Führer Meinborg die Massen völlig aus der Hand geglitten sind. Heute morgen erhielten die Truppen Befehl zum Vor- rücken. Der östliche linke Flügel steht bei Kar- nap, der westliche bei Duisburg, dessen Besetzung durch die Reichswehr heute abend beendet fein dürfte. In Necklinghausen wurde das ein- rückende Militär mit Jubel empfangen. Heute wird Necklinghausen von der Reichswehr nach Waffen abgesucht. Von der Bevölkerung Reck- linghausens, die 62 000 Seelen zählt, waren nur 200 den roten Banden angegliedert. Bei Essen und in der Umgebung von Essen wird durch die flüchtenden Banden ein großer Terror ausgeübt. Die Banden sind nicht in der Lage, auf den Bergwerken die Nofftandsarbeiten auszuführen. Das Meusr Arbeitsamt und die oj&uilidien

Frankreichs mMSrische Matznahmen.

Frankfurt ist heute morgen gegen 3 Uhr be­setzt worden. Eine Anzahl Flieger kreisten über her Stadt, worauf sang- und klanglos die Be- setzrmg der Bichnhöfe und der öffentlichen Ge­lände. wie Post usw.» erfolgte. Wahrscheinlich hat zu gleicher Zeit auch die Besetzung von Darm- ftadt stattgefunden. Wie uns mitgeteilt wird, ist auch die Besetzung H an aus stündlich zu erwarten» Die westlichen Teile des Landkreises Hanau, wie Bergen, Fechenheim, Naiukur sind bereits heute vormittag besetzt wor- > den, die französischen Truppen befinden sich wei­ter im Vormarsch. Klaren Kopf und kühles Blut ist in diesem Augenblick mehr als je am Platze. Wir ermähnen die Bevölkerung sich ruhig zu ver­halten und jeden Versuch, Widerstand zu leisten, zu unterlasse», da sonst die Lage nur noch schwie­riger würde. ' Die Behörden werden, wie wir HSren, im Amte verbleiben und versuchen, die Interessen der Einwohnerschaft den einrückenden . Truppen gegenüber nach Möglichkeit zv vertreten. jDeShalS nochmals: Rnhe nud Besonnen-

fssirgdfischtzn Maßnahmen sind auf die deutschen Polizeiaktionen gegen die plündernden Landen im Ruhrgebiet zurückzufuhre». Wie Havas meldet, sind es ausschließlich Z w a » g s - m a ß » a h m e u, ton Deutschland zur Achtung deS Friedensvertrages znrückznbringen. Die Be- die Verletzung des Vertrags PfS « der zu er- HEe». _

Die Polizeiaktion gegen die plündernden Landen im Ruhrgebiet, die der Reichskanzler am Karfreitag gegenüber den Pressevertretern Äs wahrscheinlich notwendig ankündigte, haben am Samstag begonnen, da die bewaffneten Landen den getroffenen Vereinbarungen und den Aufforderungen der Arbeiterführer keinerlei Beachtung schenkten. Bis Freitag Mitternacht waren der ReichskommiffarSevering und General Matter an die Weisungen der Reichsregierung gebunden, daß die Truppen, deren Aufmarsch bereits vor einigen Tagen beendet war, nicht vorrücken dürfen. In der gleichen Nacht noch ist von Berlin aus nach Münster telegraphiert worden, daß Severing nunmehr freie Hand fabe, da die regellosen Banden, in die die Rote Armee im Ruhrgebiet sich aufgelöst hat, sich an das Bielefelder Abkommen nicht gekehrt hätten und alle Parteien, auch die sozialdemo­kratische einschließlich der Unabhängigen, die Neichsregiemng um schleunigstes Eingreifen gegen die Banden gebeten hätten. Von der Vollmacht der Regierung hat Severing unverzüglich Ge­brauch gemacht. Die Polizeiaktion gegen die Banden nahm sofort ihren Anfang und es wird damit gerechnet, daß sie in wenigen Tagen beendet ist. Nach den in Berlin einlaufenden Meldungen wickelt sich die Aktion sehr rasch ab. Der größte Teil der unruhigen Städte ist bereits besetzt worden. Die Truppenverbände wurden, tote es in den Meldungen heißt, von der Be- dölkerung mit höchster Befriedigung begrüßt.

Aus der Fülle hier während der Osterfeier- iage eingegangenen Nachrichten seien die folgen­den, als'besonders wichtig, wiedergegeben:

WB. Paris, 5. April. (Havas.) Die militärischen Maßnahmen, welche Frankreich ins Äuge faßt, um Deutschland zur Achtung des nriedensvertrages zurückzubringen, sind aus- ichließlich Zwangsmaßnahmen. Die beabsichtigte Besetzung der Zone von Frankfurt, Darmstadt mb Hanau bezweckt einzig und allein, als Antwort auf die Verletzung des Vertrages Pfänder zu erhalten. Wenn die Alliierten in Deutschland neue Gebiets besetzen, wird das außerhalb des Ruhrbeckens, wo die Reichswehr Ergeht, erfolgen. Die deutsche Regierung, die übrigens am 28. März davon benachrigtigt ^btbe. welche Büraichasien Frankreich für

kate angeschlagen, in denen Holz zunächst die Aufforderung erläßt, sämtliche Hieb-, Schuß- und Stoßwaffen abzuliefern. Wer feine Waffen nicht abliefert, hat mit Erschießung zu rechnen. Ferner erläßt er eine Aufforderung an alle Be­sitzenden und größeren Geschäftsinhaber, sich um 3 Uhr nachmittags im Gas6 Traemel einzufindev zwecks Finanzierung der Roten Garde im Vogt, land- Wer nicht erscheint, hat strengste Strafe zr erwarten. Für Sonntag vormittag sind zwei große Volksvecsammlungm angÄündi^, in denen Holz sprechen null.

Der ReLchsprasiösnl an die Reichswehr.

Der Reichspräsident richtete soLgenden, vom Reichskanzler gegengezeichneten Erlaß an den Reichswehrminister zur Dekanatgabe an die Reichswehr: Eine tiefgehende Beuaruhigunp hat im Anschluß an den Staatsstreich bom 13 März in der Reichswchr um sich gegriffen. Die Frage der Bestrafung der am Putsche Beteilig­ten, sowie der Verhütung ähnlicher Vorkomm­nisse in Zukunft, hat in den ersten Tagen unter den Offizieren und Mannschaften eine begreif­liche Erregung geschaffen, die an verschiedenen Stellen zu Handlungen der Selbsthilfe führten. Durch die Erlasse des Reichswehrmini- sterZ ist kein Zweifel gelassen, daß alle am Putsche beteiligten militärischen Vorgesetzten ge­richtlichen Bestrafungen unterliegen werden, daß aber die Verführten keine Verantwortung trifft, für die Ausführung der ihnen von treulosen Führern gegebenen Befehle. Ferner wurde in dem Erlasse gesagt, daß ein eigenmächtiges Ein­greifen in die Unterfudjuftg von unberechtigter Seite oder eine Neubildung militärischer For­mationen keinesfalls mehr geduldet werde. Der­artige Ueber griffe gefährden den Bestand der Reichswehr, die zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung un-entbehrlich ist. Ich erinnere nochmals daran, daß jede Handlung wie Ab­setzung von Offizieren, eigenmächttge Neuwahl von Führern als Verletzung der Disziplin und als Vergehen gegen Verfassung und Gesetze an- zusehen ist und nur den Gang einer ordnungsge­mäßen Untersuchung stört. Ich bin entschlossen, um jede Politik aus der Reichswehr fernzuhal­ten, keinerlei politische Betäti- g u n g in irgendeiner Richtung in ihr zu dul­den, und die Truppe zu einem in sich geschlosse­nen, von berfaffungStreuen Führern geleiteten Machtmittel zum Schutze der Ordnung zu gestal­ten. Ich erwarte, daß die Reichswehr im Ver- trauen auf die von mir und der Regierung ein­gesetzten Führer sich rückhaltlos und in straffer Disziplin der schweren Aufgabe der Sicherung des Reickes und seiner Verfassung zur Ver­fügung stellt. Nur so wird es möglich sein, daS durch den Staatsstreich erschütterte Vertrauen des Volkes zur Reichswehr wiederzugewinmen, ohne das sie ihrer schweren Aufgabe nicht gerecht werden kann. Allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften, die in den Tagen der Revolte ihre Pflicht getan haben, und unter den schwie­rigen Verhältnissen weiter tun, sage ich im Na­men des Reiches meinen Dank.

EnHMKkmng in DKnsmark.

WB. Kopenhagen, 4. April. Der König de» rief gestern abend um 9 Uhr die Führer aller Reichstagsparteien zu einer Zusammenkunft nach dem Schloß Amalienborg, um über die Lage zu verhandeln. Die Besprechungen bauerten von 9 Uhr abends bis halb 6 Uhr früh. Alle Parteisiihrer waren darüber einig, daß es nob wendig sei, Wahlen nach einem neuen Wahl-' gesetz abzuhalten, und daß der Generalstreik ab­gesagt werde. Staatsminister Liebe erttärte auf Anregung des Königs, daß er zurückzutreten wünsche. Der König wird nun dem Obervor, muiwschastsdirektor Friis die Bildung des neuen Kabinetts übertragen mit der Aufgabe, den Reichstag so bald wie möglich die Sitzungen wieder aufnehmen zu lassen und die Verhand­lungen über das neue Wahlgesetz zu Ende zu führen. Alle Parteiführer versprachen ihr Zu­sammenwirken mit dem neuen auf dieser Grund­lage gebildeten Kabinett.

Der dänische Generalstreik abgesagt.

WB. Kopenhagen, 5. April. (Ritzen-Büro.) Da die Einigkeit zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern hergestellt wurde, ist der General­streik abgesagt worden.

bapan rüstet

wb. Haag, 3. April.Rieuwo dourant* meldet aus Washington: Kriegsfefretär Daniels teilte im Senatsausschuß für Marine- Angelegenheiten mit, daß Japan die Karolinen-, Mariannen- und Marschallinseln eifrig befestigt. Ferner teilt Daniels mit, daß Japan ein großes Flottenprogramm vorbereitet.