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General-Anzeiger
Amlliches Organ Wr Slaöl- und Landkreis Zam»
Erscheint täglich mit Ausnahme dse^onn- und Feiertag»
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Nr. 77 ^■»■■■eassMOKiQ«^®
Mittwoch den 31. März
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1920
Das Neueste.
K» der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung «klärte der Reichskanzler, daß die französische Regie, rang ihren Standpunkt aufgegeben habe, die Linie Hana«, Frankfurt, Darmstadt zu desetzen und daß fk bereit fei, uns einen Spielraum von zwei bis drei Wochen zur Verwendung einer stärkeren Truppen- «acht im neutrale« unruhigen Gebiet zu geben.
Der Wortlaut der Antwortnote an die holländische Regierung über die Kaiserfrage soll heute überreicht werden.
Der preußische Minister des Innern ist in da« Ruhrgebiet gesandt worden, um Verhandlungen mit den Aufständischen zu führe«.
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Wilson spricht sich für die Besetzung des Ruhr- bezirks durch deutsche Truppen und gegen jede Ausdehnung der Besetzungsgebietes der Alliierten in Deutschland aus.
Die Lage im Industriegebiet.
Nachdem die Kapp-Regierung sich verflüch- tigt hat, sieht sich die Regierung gezwungen, den stampf um die Verfassung und die Existenz des 5taate3 gegen links zu führen. Nicht gegen die Ncbeiter, wie behauptet wird, sondern gegen Verbrecher am Staat und gegen unser Volk. Wir lassen uns in unserem Glauben an die deutsche Arbeiterschaft nicht irre machen; sie hat Zustände, wie sie im rheinisch-westfälischen Industriegebiet herrschen, ganz gewiß nicht ge-
Die deutsche Arbeiterschaft will ihr Recht, vor Ausbeutung ;
Gleichberechtigung im und lebendige Anteillnahm« rm Staat. Sie will aber keine Gewaltherrschaft, »o« welcher Seite sie immer kommen mag; denn sie weiß, ^daß eine solche Herrschaft auf die Dauer ein unhaltbarer und unerträglicher Zustand ist. Dies geht denn auch deutlich aus einer Entschließung des deutschen Gewerkschafts- bundes, der die gesamten christlichen Gewerkschaften, die Deutsche Angest elllen-Gewerkschaft und die Beamten- und Staatsangestellben-Ge- verkschaft umfaßt, hervor, dir besagt, daß sich der zenannte Gewerkschaftsbund gegen einen Gene- calstreik erklärt, da dieser nur die links- radikalen Diktaturgelüste för ° 3ern würde. Nach an amtlicher Stelle einge- laufenen Nachrichten haben die Eifenbahnbeam- ten und die christlich organisierten Arbeiter im Aufstandsgebiet ihren Dienst verlassen und sind gegenüber dem Spartakistenterror in einen Regens tret! eingetreten. Die Streikenden haben sich bereit erklärt, eventuelle Waffentransporte von außerhalb zum Wehrkreiskommando nach Münster zu befördern,
Die Lage im Industriegebiet selbst wird von oer Regierung als sehr ernst angesehen, letztere hat beschlossen, alles zu tun, um jedes unnötige Blutvergießen zu vermeiden. Wir finden dies als richtig und hoffen, Naß sich auch die Aufständischen zu einer baldigen Einigung herbeilassen. Der preußische Midister des Innern, Severing, ist nach dem Auf- standsgebiet entsandt worden, mit der Vollmacht, daß die Entscheidungen über die militärischen Operationen in dem Gebiet nur im Einvernehmen mit ihm erfolgen dürfen. Die Regierung ist also auch, nachdem das Ultimatum bereits ab- kelaufen ist, weiter bemüht, im Wege der Verständigung die schweren Gefahren eines Bürger- ineges zu vermeiden. Trotz dieser Bereiterklä- mng wurde gestern nacht in Berlin in einer Versammlung der revolutionären Betriebsräte sollende Entschließung angenommen:'
»Die Stunde des Handelns ist gekommen. Durch Verhandeln ist die Arbeiterklasse zum selbstmörderischen Abbruch des Streiks gezwun- öen worden. Durch weiteres Verhandeln sind unsere Genossen im Ruhrrevier nicht mehr zu retten. Jedes weitere Zögern gibt der Soldateska die Möglichkeit, unter den Arbeitern des ^uhrgebiets ein entsetzliches Blutbad anzurich- hn und auf Umwegen ihr Ziel vom 13. März doch noch zu erreichen. Die Generalversamm- lung der Betriebsräte beschließt, daß die Arbeiter und Angestellten aller Berufe heute sofort in den Betrieben zusammentreten, um den Gene- falstreik vorzubereiten. Mittwoch um 1 Uhr findet eine nochmalige Delegiertenversammlung statt, zu der nur die Mitglieder Zutritt haben."
Eine derartige Entschließung ist angesichts der Regierungserklärungen einfach unverftänd- ssch. Es scheint bei vielen Arbeitern noch bom Kien Qbrtükeitsstaate her hie verkehrte Ansicht
im Blute zu liegen, daß die Regierung ihr natürlicher Gegner sei. Mit dieser Auffassung muß endlich gebrochen werden, nachdem die Arbeiterschaft zur herrschenden Partei im Staate geworden ist. Die Arbeiterschaft hat jetzt den Befähigungsnachweis zu erbringen, daß sie ihre Macht im Sinne des Rechts und der Freiheit an- zuwendeir weiß. Hoffentlich glückt er ihr.
ErneuertÄ VsUmKchr für Severing.
WB. Berlin, 80. März. (Amtlich.) Im Anschluß an die Vorkommnisse im Ruhrrevier erteilte die Neichrregiernng dem Reichs- und EtaatSkom^issar Severing folgende erweiterte Vollmacht: Die Vollmacht des Reichs- und Staatskommissars Severing wird dahin erweitert, daß die Entscheidungen über militärische Operationen in dem Gebiet, für das er bestellt ist, im Einvernehmen mit ihm erfolgen sollen. Er wird ferner bevollmächtigt, erstens zu prüfen xnb zu entscheiden, ob Personen, die in Schutzhast oder in anst nicht gerichtlich bestätigte Hast genommen sind, estzuhalten oder vorbehaltlich des gerichtlichen Ver- ahrens zu entlassen sind, zweitens den Namen der- enigen Personen zu bezeichnen, deren Entlassung oder onstige disziplinarische Verfolgung er empfiehlt, weil ie an der von Kapp und Freiherr» von Lüttwitz ein- geleitete» hochverräterischen Bewegung sich als Führer, Verführer oder Aufhctzcr aktiv beteiligten. Er ist ermächtigt, Unterbevollmächtigte für einzelne Städte oder Bezirke zu ernennen, die bex militärischen Stellen als politische Berater zur Seite stehen. Sämtliche Behörden werden ersucht und alle Organisationen,'Verbände und andere Stellen werden aufgeforbert, dem Reichskommissar und seinen Unterbevollmächtigte« jede nötige Unterstützung zu gewähren.
WB. Berlin, 30. März. Die den Militärbefehlshabern mündlich oder schriftlich erteilte Vollmacht, eine Verschärfung der auf Grund des Art. 48 erlassenen Ausnahmebestimmungen nach eigenem Befinden bei Gefahr im Verzüge eintreten zu lassen, insbesondere Standgerichte einzusetzen wird zurückgezogen. Standgerichte bleiben nur in den Regierungsbezirken Düssel- doli^vllrLbLra^tünster sHwie iin, Bezirk der Reichk- Auch hier werden sie, sobald die Lage er gestattet, aufgehoben.
Der Reichspräsident: Ebert.
Der Reichswehrminister: Dr. G e ß l e r.
Düsseldorf, 31. März. Der Generalstreik ist bisher nur in einzelnen Orten ausgebrochen, so in Bochum und in Elberfeld. In den Fabriken ist durchweg gearbeitet worden. Das Leben auf den Straßen zeigt kaum irgendwelche Veränderung. Der in Hagen proklamierte Generalstreik ist abgesagt worden. Morgen kommt Reichskom- missar Severing hierher, um nochmals mit der Arbeiterschaft aus Grund der Bielefelder Be- chlüsse zu verhandeln.
Berlin, 31. März. Wie die „P. P. N." aus Dortmund erfahren, hat General Watter Befehl erhalten, den Vormarsch einzustellen. Wie die Korrespondenz weiter hört, wurde in Krefeld, Neuß und Kaisersworth von den Arbeiterverbänden der Anschluß an die Ruhrrepublik aus- gerufen. Starke englische Truppenabteilungen haben diese Städte besetzt.
Haag, 30. März. Nach dem „Algemeen Han- delsblad" sind Sonntag nachmittag ein belgischer Offizier und ein Beamter auf dem Rathaus in Duisburg erschienen und haben dem Spartakistenführer Wild ein Ultimatum auf sofortige Räumung von Duisburg und Wahrung einer Neutralitätszone von 10 Km. östlich des Rheins überreicht. Dies Ultimatum drückt stark auf die spartakistische Stimmung.
Münster i. W., 30. März. Duisburger Banken berichten, daß das Exekutivkomitee der Kommunisten sämtliche Banken beschlagnahmte. In einem Teil des Kreises Lüdringhausen haben rote Truppen geplündert und die Landwirte ge- brandschätzt. Aehnliche Nachrichten kommen aus dem Kreise Recklinghausen. Die Eisenbahn- brücke bei Selm wurde von roten Truppen gesprengt.
Me Kattuns der AMierZen.
Ipn. Paris, 3t. März. (Gigenmetd. des „Han. Anz.) Der Bericht der französischen Kotzlenkommission, die in t sse?» gewesen ist, um sich über die deutschen Kohlenliefernngen in Frankreich zu orientieren, wurde von Millerand im Kabinett besprochen und auch dem «esamtc»: Rat vorgcicgt. Frankreich vertritt gegenüber dem Verbündeten den Standpunkt, daß es seitens der Lllliierten ersorder!ich ist, das Ruhrgebiet doch zu bc» besetze», weil Frankreich auf dir Kohtenlie- sernn« Deutschlands nicht verzichten kann. Während Millerand dem gesamten Rat das Eingreifen damit erklärte, daß Deutschland gezwungen werden müsse, seinen Berpflich- tuuceu aus dem FriedenSvertrag nachzn- kommeu^ vertrat Marschall Foch die Stuf« sassung, hast es im Interesse der Berbands- mft$tc liege, wenn gleichzeitig in Deutschland in den von den Kommunisten gefährdeten Lrebiete» energisch ausgetreten werde, um dem Kommunismus da« £aubi einrudrücke».
jedenfalls werde die Entente der Berliner Regierung damit selbst eine« Dienst erweisen. Der gesamte Rat beschloß aber, «och die weiteren Ereigulffe abzuwarten.
Paris, 30. März. Me Pariser Morgenblätter veröffentlichen ein Telegramm von Wilson, 'in dem sich dieser für die Besetzung des Ruhrbezirks durch deutsche Truppen und gegen jede Ausdehnung des Besatzungsgebietes der Miier- ten in Deutschland erklärt.
FßollMÄ «Nö Zsr Kuhrks^Mkk. lpu. Amsterdam, 31. März. (Eigenmeld. b. „Han. Mz.") Der Essener Bürgermeister Dr. Helm und der Bergarbeitersührer W trafen gestern im Haag ein und hatten mit der holländischen Regierung eine Besprechung über die Lebensmittelnot im Ruhrgebiet. Beide Herren ersuchten die holländische Regierung im Hinblick auf die Notzustände im Ruhrgebiet dringend LeSensmittel dahin zu senden, da durch ein Uebereinkommen, das zwischen den Arbeitern und der Regierung beschlossen worden sei, der Kampf der Spatakisten jetzt beendet wurde und die Arbeit wieder ausgenommen werde. Von letzterem war die holländische Regierung aber nicht zu überzeugen, da anderslautende Berichte vorliegen, die gerade das Gegenteil behaupteten. Trotzdem hat die holländische Regierung gewisse Zusagen gemacht, wenn die deutsche Regierung in der Lage ist, die kommunisttsche Gewaltherrschaft im Ruhrgebiet zu beseitigen. Dr. Helm reiste sofort nach Berlin um mit der deutschen Regierung zu verhandeln, während ' kus im Haag verblieb und dort warten will, bis die weiteren Verhandlungen wieder atzFKMDWG LMW, können.
Ein AsVSlMsns-^vMiZee in ^Dllmrö.
Ipu. Amsterdam, 81. März. (Eigmmeld. d-s „Han. Anz.") Die holländischen kommunistischen Vereinigungen erwarten von dem Spartakistenkrieg im Ruhrgebiete anscheinend einen vollen Erfolg. Man hält die Zeit für gekommen, sich anch in Holland auf kommende Dinge vorzubereiten. Sie haben alle der kommunistischen Partei angehörenden Verbände zu einer Versammlung eingeladen, in der einRevolutions-Komitee gebildet werden soll.
Zur Rauöertak
Ns SomMunMen Mlz.
Ueber die Räubertat des berüchtigten Diktators des Vogtlandes H ö l z mit seiner bis an die Zähne bewaffneten Bande in Plauen, über die wir bereits berichteten, erfahren wir noch folgende Einzelheiten:
Holz war am Sonntag mit seiner Bande nach Plänen gekommen, um hier eine Versammlung abzuhalten. In dieser führte er u. a. aus, daß er nicht nach Plauen gekommen sei, um nur zu sprechen, sondern um einen „Saustall aus- zumisten". Was er damit meinte, sollte sich bald zeigen- Mit mehreren Autos fuhr Hölz nach der Versammlung zur „Neuen Vogtländischen Zeitung" und richtete dort eine geradezu grauenhafte Verwüstung an. In der Geschäftsstelle,, im Maschinensaal, kurzum im ganzen Gebäude wurde mit Brecheisen und anderen Werkzeugen, sogar zum Teil unter Zuhilfenahme von Benzin, das darüber gegossen und entzündet wurde, alles zerstört, was nicht niet- und nagelfest war. Die große Rotationsmaschine wurde vollkornmen vernichtet, die Geschäftsbücher, die Korresvon- denz, das Archiv, kurzum eine Fülle unersetzlichen Materials auf die Straße geschafft und verbrannt. Die städttsche Polizei war, da Plauen ohne jeden militärischen Schutz ist, zu schwach, dem verbrecherischen Treiben Einhalt zu tun und mußte tatenlos das Vernichtungswerk geschehen lassen. Der angerichtete Schaden belauft sich auf über eine Million, ganz abgesehen davon, daß eine große Menge Werte zerstört sind, die nicht ersetzt werden können. Daß Hölz die „Neue Vogtl. Zeitung" zu seinem Zerstörungs- werk ausgesucht hat, dürfte darauf zurückzu- führen sein, daß dieses Blatt über das Treiben von Hölz in einer Weise berichtet hatte, die ihm nicht behagt hat.
(Wie uns von privater Seite mitgeteilt wird, soll es sich hier nicht um den berüchtigten Hölz handeln. Doch im allgemeinen ändert dies nichts an dem Vorkommnis, das zeigt, zu welch ungeheuerlichen Vorkommnissen das Versagen der StaatS- und Rechtsautorität flirrt. Wo bleibt hier die Arbeiter schuft, die die Aufgabe übernommen bat. für Recht und Orbnuna m fernen?
Wenn wir soweit gekommen sind, daß derjenige, der die Maschinengewehre und Handgranaten! hat, tun und lassen darf, was er will, dann find wir glücklich bei dem Wüstenrecht, das heißt bei dem Zustand völliger Rechtlosigkeit angelangt Der geschilderte Vorgang zeigt, wie gefährlich es ist, Waffen in die Hände von Personen zu geben, die sich keiner kkonttolle unterwerfen. Hier wird die Waffe zu einer Gefahr für Leib mrd Leben der Mtmenschen, zu einem Werkzeug der Zerstörung, die das letzte vernichtet was bis Feind« uns gelassen haben. D. Red.)
WB. Falkensttin i. Vgl!., 80. März. Der rote Vollzugsausschuß erläßt in dem unter Vorzensur stehenden „Falkensteiner Anzeiger" einen Aufruf an die besitzende Klasse, in dem bei dem eveutuelle« Ein« marsch der Tnlppen mit der Proklamation der Generalstreiks und der Stillegung aller Betriebs auch der lebcnSfoidjtigfkn, gedroht wird. Sollte die Maßnahme nicht genügen, um den Einmarsch der Truppen zu verhindern, würde nicht davor zurückgeschreÄ werden, die Maschinen in den Betrieben zu zerstören, die Häuser der besitzenden Klasse «nd die Gebäude der Behörden in Brand zu setzen oder in die Luft zu sprengen. Zu diesem Zweck wurden Brandkomitres und RacheksmiteeS gebildet, um beim Herannahen der Truppen sofort in Tätigkeit zu treten und untex bet besitzenden Klasse aufzuräumen.
Der AegrerungsKonfliLk in Dänemark.
WB. Kopenhogen, 30. März. Der König H^ das Ultimatum abgelehnt. Die sozialdemokratisch«
Partei hat daraufhin den Generalstreik für morgen ftüh proklamiert. Sie beabsichtigt, ein eigenes
Kabinett zu bilde« und den König und daS Kabinett, das in seinem Auftrage gebildet wird, zum Rücktritt »«fznforder».
WB. Kopenhagen, SO. März. Auf das Ulti« matum der bereinigten Gewerkschaften und anderer Organisationen antwortete ber König, daß er aus seiner gestern «Send der Dekegation gegebenen Antwort beharre, nach der er nicht der Ansicht ist, einen Staatsstreich begangen zu haben. Er wünschte die Abhaltung neuer Wahlen und die Bildung eines Ministeriums in Uebereinstimmung mit der Mehrheit der neuen FolketingS. Der Beginn des Generalstreiks, der für morgen vormittag festgesetzt war, ist jetzt auf morgen mittag verschoben worden. Morgen bomüttag werde« dir Gewerkschaften über die Durchführung des Generalstreiks beraten.
WB. Kopenhagen, 30. März. Das heute bom König ernannte Kabinett setzt sich folgendermaßen zu- fammen: StaatSminister und Justizminister Rechts- anwalt Otto Liebe, Unterricht UniveffitätSrektor Professor Rovsing, Minister des Innern SttftSamtmarm und Kammerherr Oxholm, Verteidigungsminister Kommandeur Konow, Minister für öffentliche Arbeiten Ingenieur Monberg, Finanzminister Direktor Hjerl Hansen, Kirchenminister Rektor HaaS, HandelSminister Schiffsreeder Svenion. Konow übernimmt einstweilen auch das Ministerium des Aeußern und Oxholm da» Ministerium für Landwirtschaft.
Amerikanisches Fett für Deutsch- land.
Ipn. Nrw York, 31. März. (Eigenmeld. d. „Haa.
Anz.") Vor einiger Zeit ist von einer amerikanischen Handelsgruppe an Deutschland ein Kredit von 25 Millionen Dollar gewährt worden, wofür meisten« Fett eingetauft wurde. Die ersten Sendungen sind bereits verschifft worden.
Sswielrußlan- an die Uationeu -er Well.
WB. Annapolis, 29. März. New York American veröffentlicht ein drahtloses an Litwinoff gesandtes Friedensangebot von Sowjetrußland an die Nationen der Welt. Es umfaßt folgende Punkte: 1. Die Anerkennung der Sowjetrepublik Rußland, 2. Die Anerkennung des Rechtes, das Sowjetexperiment in Rußland weiter zu entwickeln, 3. Die Bereiterklärung Sowjetrußlands,, sich nicht in die innere Angelegenheiten der anderen Länder einzumischen. 4. Die Verpflichtung der anderen Länder, sich ebenfalls der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands zu enthalten, 5. Die Wiederaufnahme der Wittfchaftsdeziehungen, 6. Die Auflösung der roten Armee, sobald der Friede gesichert ist, 7. Anerkennung der Schulden und Anleihen einschließlich der Zinsen. Außerdem erklärt sich die Sowjetregierung bereit, die Freiheit jedes Landes, sich feine eigene Re» gierungsart zu wählen, zu achten und diesen Grundsatz auch auf die russischen Randstaaten anzuwenden. Die Sowjetregierung lehne es feierlichst ab, irgendwelche gegen die alliierten Regierungen gerichteten geheimen Verhandlungen mit Deutschland in Erwägung zu ziehen. Sie suche keine Alliance mit irgendeiner Nation unt wolle keine Nation anareifeu.