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Sinkst ckangsgebühr: DieSgesv.Kolonelzeileod. deren Raum 60 Pfg.. die 4gesv. Zeile i. Reklame- teil 2.00 Mk 25°ioTeuerungszuschl. Offertgebühr LSPfg. Bezugspreis: Vierteljährlich 6.60 Mk monatl. 2.20 Mk., für Postbezug nierfeliäbrL 6.60 Mark monatl. 2.20 Mk. Die Nummer 10 Pfg. Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

Amtliches Organ für StaSk- und Landkreis Sssa«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierlags

Verlagsleitung: Ab

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TeilRich. Hulti

Teil sowie Spor

anau a. M.

Rotationsdruckd.Waisenhausbuchoruckerei Lamm Fernsorechanschlüffe Nr. 1237 und 1238

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«r. 70

Disnslag -er» 23. M8rz

1920

Das Neueste.

Die preußische LaudeZv ersammlung ist auf fett 25. März einbecufen.

Die Lage im Reiche ist im großen und ganzen unverändert. Die Kämpfe in einzelnen Orten dauern fort, im Ruhrrevier haben sie sich ver­schärft.

Gegen Lubendorff ist Haftbefehl srlasien.

Das Rücktrittsgesuch Noskes ist nunmehr genehmigt.

Volle Aufnahme des Bahn- verkehrs.

"« Berlin, 22. März. Der Eisenbahnverkehr ist nunmehr auf . allen Strecken wieder ausgenommen worden. Zwar sind die Arbeiter noch nicht vollständig auf den Dienststellen erschienen, doch wird der Betrieb von den Beamten und den arbeitswilligen Arbeitern nach Möglichkeit aufrechterhalten. Auch der Güter­verkehr ist, wenn auch Vorläusiz noch in beschränktem Umfange, wieder ausgenommen worden. Auf den Werkstätten ist die Lage noch ungeklärt. In den ein­zelnen Werkstätten haben Abstimmungen stattgeftlnden, die zum Teil für die Wiederaufnahme der Arbeit sind. Ueber die Lohnzahlung während der letzten Woche hat der Minister der öffentlichen Arbeiten folgender angeordnet: Für die Zeit der Betriebseinstellung zum Schutze der Verfassung kann auf Grund einer heutigen Kabinettsbeschluffer an Arbeiter und HilfSbeamte Lohn bis einschließlich SamStag den 20. d. Mir. ge« Zählt werden. Diese Zahlung ist an die Bedingung geknüpft, daß die Arbeit am Montag bin 22. März ausgenommen ist. Arbeiter und HilfSbeamte, die im Laufe des heutigen Tage» ihren Dienst nicht wieder apg^bretm haben, verlierm jeden Anspruch auf Lohn-

WB. Dre mitgeteilt: Der mehr in vollem

nun-

^ mfang« wieder ausgenommen.

Seit Montag verkehren auch die Züge nach und von Leipzig wieder fahrplanmäßig. Zwischen Dresden und Berlin verkehren seit Samstag ebenfalls alle Züge. Einzelne Störungen sind noch bei den von Berlin nach Dresden abgehende» Zügen zu be- »bachten. Die im Zugverkehr mit Breslau einge. treten« Störungen sind gleichfalls behoben. Die Züge werden auch hier bis Breslau durchgeführt. Ebenso ist der Zugverkehr über Eroßemhain und fiamknz in der Richtung SenftenbergKottbus wieder stei. Auch in Thüringen ist der Zugverkehr vneder ausgenommen. Störungen bestehen jedoch noch m Halle, sodaß der Zugverkehr über Leipzig nach Halle zurzeit noch nicht möglich ist. Der Schnellzugs­verkehr von und nach Hannover wird voraussichtlich über BitterfeldDeffau umgelertet.

Nach wie vor muß jedoch damit gerechnet werden, « die zurzeit vorhandenen Verbindungen durch ör t= H che Störungen zeitweise wieder unterbrochen wurden.

Noskes Rücktritt.

WB. Berlin, 22. März. Das Rücktritts- Sesuch des Reichsmehrministers Noske ist vom ^chsprästdent genehmigt worden.

spip große Masse der Arbeiterschaft hat den Austritt Noskes verlangt, da sie' ihm. die Ver­trauensseligkeit gegenüber v. Lüttwitz nicht ver­zechen tann.)

Unabhängige und Umbildung der Regierung.

Mürrcht«, 22. März. Die sezialdemokratische ^"^ Post* bringt über die letzten Vorgänge m Arim folgenden Drahtbericht:

» Arbeitsgemeinschaft der Angestelltenverbände M der Beamteniund haben gestern dem Abbruch des meralstreiks zugestimmt. Unter den Zustimmenden i » «?u$ bekannte Mitglieder der U. S. P., so Rusch, vom Metallarbeiterverband Aufhäuser, . " ben Angestelltenverbänden VollmeishauS. Trotz- fordert die Parteileitung der U. S. P. zur Fort- des Generalstreiks auf, ohne aber ein klarer di,-ür 3u nennen. Die U. D. P. wagt nicht, ^att°i£tatur zu verlangen, aber auch aus Furcht ben Kommunisten Hut sie nicht den Mut, den Ab- bes Gcnernistrcikr zu empfehlen. Wahrscheinlich br wan, bte U. S. P. die Aufforderung ergehen, an Neubildung der Regierung teilzunehmen. Die in ^.P" anwesenden ausländischen Parteigenossen Bel», o? und Huysmans, außerde« Franzoseir nnd W i ^beu der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, ^/' Deutschland heute nur eine KoalitionSregierung .. r Parteien mit Einschluß der U. S. P. möglich auf dem Boden der Republik stehe. Eine Rrbeiterrcgierung halten sie unter den gegett- li ^'^u Verhältnisse« für völlig unmöglich. Die «' . P» zeigt wenig Neigung, durch Eintritt in die "ung Verantwortungen zu übernehmen; sie will i)#((c, allen Diiigen die agitatorische Phrase offen

Haftbefehl gegen Lrr-en-vrff.

Berlin, 22. März. Gegen den General ^^ Ludendorff ist wegen seiner Beteiligung an ^mKupp-Lüttwitz-Putsch Haftbefehl erlassen

Die Kattung der Errterrts.

WB Bern, 22. März. Der Pariser Korrespon­dent derBasler NationalzeitunI" faßt die Haltung der Entente gegenüber Deutschland dahin zu­sammen :

Obwohl der Versailler Friedensvertrag Deutschland zu Kohlenlieserungen an Frankreick verpflichtet, ob­wohl die gegenivärtige Desorganisation und Unruhen im Ruhrgebiet diese Kohlenlieserungen auf absehbare Zeit bin in Frage stellen können, obwohl eine Wie­derherstellung der Ordnung im Rubrgcbiet nur durch reguläre deutsche Truppen möglich ist, so ist man in Paris doch auf den Buchstaben des Artikels 43 des Versailler Vertrages versessen ,md der deutschen Re­gierung hat man verboten, in der neutralen 50 Kilo- meter-Zone rechts des Rheins irgendwelche militärische Einrichtungen zu unterhalten oder Operationen zu unternehmen.

Der Korrespondent weist demgegenüber darauf hm. daß Deutschland trotzdem Truppen in das Ruhrgebiet geschickt habe und die Franzosen es stillschweigend ge­duldet hättet. Dies fei immerhin ein Fortschritt.

Aber nm so befremdlicher, heißt es weiter, muß es anmuten, daß bin französischer Seite offiziell demen­tiert wird, die Ententevertreter in Berlin, die am letzten Freitag Minister Schiffer gratuliert hätten, han­delten im Auftrage de? Obersten Rates. Dieses De­menti wird bestätigt dadurch, daß nur der britische, der italienische nr.b der belgische Geschäftsträger in Berlin an dieser Demarche beteiligt waren.. Das De­menti läßt bereitS^Schlüsse zu auf die Ausnahme, die bei der Entente ein zweites Ersuchen der deutschen Re­gierung finden wird, .nämlich die weitere Entwaffnung Deutschlands angesichts der spartakistischen Gefahr weiter binanKzuschieben und eine Erhöhung der Truvpenbestände zu gestatten. Aus amerikanischer Quelle verlautet, die englischen und italienischen Ver­treter stünden diesem Ersuchen günstig gegenüber. Es wird auch die praktische Unmöglichkeit erörtert, dre Ver­handlungen vor dem Leipziger Sondergericht in abseh­barer Zeit durchzuführen.

Die Sage tm Reichswehrbrigadebezirk XI.

WB. Caffel, 22. März. Die Reichswehrbrigade Xk macht folgende Mitteilungen über die Lage:

Kassel: Ruhe.

Eisenach: Reichswehrtruppen unter General Rumschetten rückten gestern in die Nabe der Stadt vor. An die Bevölkerung wurde die Forderung .ge­stellt, unrechtmäßige Feuerwaffen abzuliefern und ver­fassungsmäßige Zustände wieder herzustellen. Die Truppen rückten heute mittag 12 Uhr, ohne Widerstand zu finden, in die Stadt ein.

Gotha, Ohrdruff und Suhl befinden sich noch in der Hand der Aufrührer.

Erfurt und Langensalza: Lage unver­ändert. In Sommer da haben die Aufrührer die Einwohnerwehr entwaffnet und das gleiche Ersuchen an die Einwohnerwehr in W e i ß e n s e e gestellt. Die Lage ist gespannt.

Nordhausen: Es herrschen noch ungesetzliche Zustände. Ueber Beendigung des Generalstreiks schweben

Verhandlungen.

In S o n d e r S h a u s e n und K o b u r g hat sich die Lage verschärft. Radikale Elemente haben sich be­waffnet. *

WIB. Berlin, 22- März. Nördlich von Span- dau tarn es am Montag bei dem Dorfe Hennigs- dorf, das große Fabriken hat, zu einem schweren Kampf zwischen Reichswehrtruppen und Auf­rührern. Es waren starte Banden aus der Gegend von Veiten, gut ausgerüstet mit Maschi­nengewehren, gemeldet. Das Dorf Bötzow hatten sie geplündert. Bei Hennigsdorf stießen sie auf von Spandau herbei gerufene Kompagnien Reichs­wehr, die sich aber wegen der Uebermacht einst­weilen zucückziehen mußten. Nach Eintreffen von Verstärkungen wurde mit Artillerievorberei­tung ein planmäßiger und umfassender Angriff unternommen. Es entwickelte sich ein heftiger Häuserkampf in Hennigsdorf. Schließlich mußten die Aufrührer den Ort unter Zurücklaffung von 14 Toten und zahlreichen Verwundeten sowie vielen Waffen räumen. Auf Seiten der Reichs­wehrtruppen gab es 2 Tote und 12 Verwundete. Die Verfolgung nach Veiten zu schreitet fort. Die Brücken über die Havel nach Berlin sind von Reichswehrtruppen besetzt.

WB. Berlin, 22. März. In Adlershof kam es am Samstag zu schweren Kämpfen zwischen Reichswehrtruppen und Aufrührern. Zwischen Adlershof und Mtglienicke befindet sich ein gro­ßes Benzollager, das von einem Offizier rmb etwa 25 Mann bewacht wurde. Samstag vor­mittag rückten die Aufrührer, die aus Adlershof. Köpenick und Niederschöneweide kamen, auf das Benzollager los und stellten bet Besatzung das Ultimatum abzurücken. Der Offizier lehnte das ab und betonte, daß er im Auftrage der alten Regierung auf dem Posten ausharren würde. Gegen Mittag eröffneten die Aufrührer das 'Feuer auf die Besatzung, die sich tapfer wehrte.

Schließlich, als die Besatzung auf einen Offizier und vier Mann zusammengeschmolzen war. muß., sie sich ergeben. Flieger, welche den Zusammen­stoß beobachteten, riefen Militär herbei, das auf esnem Panzerzug schleunigst Peranrückte. Die Aufrührer zogen sich nach Adlershof'zurück. Nun kam es zu schweren Straßenkämpfen. die sich bis zum Abend aus dehnten. Die Truppen zogen nach Köppenick weiter und zerstörten unterwegs die auf der Chaussee errichteten Barrikaden. Sie stellten auch in Köpenickchie Ruhe her.

WB. Hamburg, 22- März. Die Hamburger Werften haben die Arbeit in nahezu vollem Um­fange wieder ausgenommen-

WB. Hamburg, 23. März Die Hamburger Wersten haben die Arbeit nahezu im vollen Umfang wieder ausgenommen.

WB. Kiel, 23. März. Die Parteien beschlossen, die Arbeit in den lebenswichtigen Betrieben wieder aMzunehmen. Die Brigade Löwenfeld hat den Kampf mit den Arbeitern abgebrochen und sich nordwestlich zurückgezogen.

WB. Kiel, 22. März. Die Parteien beschlossen, die Arbeit in den lebenswichtigen Betrieben wie­der auszunehmen. Die Brigade Löwenfeld hat

ben Kampf mit den Arbeitern abgebrochen sich nordwärts zurückgezogen.

und

WB. München, 22- März. Von den bei den Straubinger Unruhen Beteiligten wurden von dem Straubinger VollZgericht 43 verurteilt. In zwei Fällen wurde auf Zuchthausstrafe von drei Jahren, in den übrigen auf Gefängnisstrafen zwischen 2 Jahren, 4 Monaten und wenigen Tagen erkannt.

WB. Kalmar, 23. Mär;. Hier ist der General­streik proklamiert worden. Der Betrieb der städtischen Werke ist gesichert.

Rhsimfch-NsstfäliZches Industriegebiet.

--- Köln, 22. März. Ein Berichterstatter,

zuverlässiger Beobachtungen:

Es ist unrichtig, daß im Industriegebiet die Rätediktatur ausgerufen ist oder ausgerufen werden soll. In Duisburg wurde am gestrigen Sonntag gesümpft, jedoch richtet sich der Kampf nur gegen die Reichswehr, nicht gegen die Re­gierung und die Verfassung. Der Haß gegen die Reichswehrtruppen ist bei der großen Mehr­heit der Bevölkerung ungeheuer. Maßgebende Leute der Roten Armee erklärten mir, daß sich die Arbeiter niemals von Reichswehrtruppen wurden entwaffnen lassen. Sie seien unter Umständen Bereit, die Waffen an die Engländer abzuliefern, nicht aber an die Reichswehr. Man glaubt, es bestehe der Plan, das Industriegebiet mit Reichswehrtruppen zu umzingeln und'dann konzentrisch zum Allgriff überzugehen. In diesem Falle sei die Rote Armee zum äußersten Widerstand entschlösse;:. Rote Soldaten ver­sicherten mir, daß dann Sabotage und schweres Unheil nicht aufzuhalten sei. Rabiate Elemente seien, wenn es zur Schlacht um das Industrie­gebiet komme, bereit, die Werke mit Dynanrit in die Luft zu sprengen und die Zechen zu ersäufen. Es müsse deshalb alles auf eine friedliche Lösung eingestellt werden.

EinFrontbericht" aus dem Ruhrgebret.

--- Essen, 22. März. Die Kämpfe zwischen der Roten Armee und den Reichswehrtruppen, die sich auf Wesel zurückgezogen haben, dauerten auch heute den ganzen Tag über iwch an. Das Ruhr-Echo", das Organ der Unabhängigen, veröffentlicht heute abend in einer Sonderaus­gabe folgendenFrontbericht":

Der linke Flügel der roten Armee erstreckt sich von Dinslaken über Holten nach Dorsten. Auf diesem Teil der Front finden gegenwärtig noch heftige Kämpfe statt. Walsum und Dorsten sind genommen. Der allgemeine Vormarsch geht in der Richtung auf Wesel. In der Nähe von Haltern, da wo die Bahn nach Recklinghausen und Wesel abzweigt, wurde ein von Münster in das Jirdustrierevier gesandter Panzerzug zum Stehen gebracht, indem die Bahngeleise vor und hinter dem Zuge sprengt wurden. Der Panzerzug ist dadurch aktionsunfähig geworden. Auf dem Frontabschnitt zwischen Dorsten über Recklinghausen bis Dortmund ist es ruhig. Die allgemeine militärische Lage steht für die revolutionären Truppen günstig.

RachWiner Mitteilung der Leitung der Roten Armee sind in den Kämpfen vom Samstag bisher als Beute eingebracht worden 5 Geschütze, 6 Minenwerfer, 3000 Gewehre, 20000 Schuß Munition, 200 Pferde, 200 Lanzen und viel Bagage.

--- Berlin, 23. März. Reichspostminister Eiesberts ist gestern im Austrage des Reichs­kabinetts nach dem Ruhrrevier gefahren, um dort im Wege der Vermittlung weitere Kämpfe zwischen der Reichswehr und den bewaffneten Arbeitern zu verhindern.

Sachsen.

WB. Leipzig, 22. März, mittags. Nach ehre« amtlichen Bericht sind, abgesehen von Plünderunge» der Lebensmittellpeicher am Dresdener Freiladebahn, Hof, im Laufe des Sonntag? keine AuS'chreitimg« vorgekommen. Der Iohännisplatz und die Jobrnuis- kirche wurden von den Aufständischen vormittags ge­räumt und in den von den Truppen besetzte» innere» Stadtkern einbezogen. In der Westvorstadt verließe« die Aufständischen keine ihrer Stellungen. Stoßtrupp? sind aus dem bisher gehaltenen inneren Stadtring nach allen Seiten vorgetrieben. Es ist eine teilweise Waffenabgabe erfolgt,' jedoch hat auch der Transport von Waffen nach auswärts stattgekunde». Anderseits wurden erneut bewaffnete Haufen, Absperrungen nr der Gegend des ehemaligen VolkshauseS und einge­baute Maschinengewehre im Westen festgestelll. Weitere Trupvenverstärkungen sind im Laufe des Tages ein« getroffen. Ein Anschlag gegen die Wohnung des Leiterff der technischen Nothilfe verlief ergebnislos.

Der Eisenbahnbetrieb im Streikgebiet Leipzig ist heute vormittag 6 Uhr in vollem Umfange wieder aus­genommen worden. In Z w i ck a u ist die Arbeit ebenfalls wieder aufgeuommen worden. In Leis- n i g herrscht Ruhe. InBorna sind die Demokraten aus dem Aktionsausschuß ausgetreten. Die Beamte» wollen streiten, falls die Räterepublik agSgerufen wird. Die lllrbeitswilligen werden von den Kommunisten an der Aufnahme der Arbeit gehindert.

WB. Halle, 22. März. Die Lage hat sich hier bedeutend verschlechtert. Während des gestrigen Tages und nachts kam es zu lebhaften Feuergefechten zwischen Truppen und bewaffneten Arbeitern. Die Stadt Halle soll ziemlich von den Arbeitern eingeschlosien fein.

WB. Plane»» (Vogtland), 22. März. Heute nackt drangen bewaffnete Bauern mit Maschinengewehren. Minenwerfern und Handgranaten in das Landgericht ein und verlangten die Herausgabe der bei dem Falken­steiner Putsch vom 24. bis 27. April 1919 Beteiligten, sowie die Herausgabe der Akten. Der StaatSanmolr, der die Herausgabe verweigerte, wurde mit dm be­freiten Gefangenen auf einem Auto fortgeMeppt.

WB. Berlin, 22. März. Die preußische Landesversammlung ist auf den 25. März nach Berlin einberufen.

Zrrr BsaMenÄssswungsreform.

WB. Berlin, 23. März. Der ReichSrat nabm in seiner gestrigen Sitzung die Vorschläge für die Bcamtexbesoldungsreform am

WeraRhÄNg Her Grabstätte Bismarcks.

WB. Hamburg, 22. März. In der Nacht zum Sonntag wurde das Mausoleum FriedrichSruh, die Grabstätte des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck, von zwei Einbrechern heimgesucht, die silberne Kränze und dergl. raubten. Die Einbrecher, zwei etwa 25jäbrige feldgraue Männer, wurden verhaftet.

Generalstreik in Stratzburg»

WB. Saarbrücken, 22. März. Der »Neue Saar« titrier" meldet aus Straßburg : In Straßburg ist heute früh der Generalstreik ausgebrochen, da die Verhano- lungen mit den Metallarbeitern zn keiner Einigung geführt haben. Der Entschluß. ihr Unterstützung der Metallarbeiter in den Generalstreik ein zutreten, wurde gestern abend gefaßt. Infolgedessen wurde die Arbeit in den städtischen Elektrizität.?- und Gaswerken, bei der Straßenbahn und in den großen Industrieanlage« eingestellt. Die Zeitungen erscheinen nicht. Für heute vormittag war eine Versammlung 'der Streikenden am beräumt, um darüber Beschluß zu lasten, ob der Streik auf ganz Elsaß-Lothringen anSgc« dehnt werden soll.

LettlandLilauen.

WB. Kopenhagen, 23. März. Ein Telegramm derBerlingske Tidende" aus Reval besagt: Trotz de§ englischen Eingriffe? in den Grenzstreit zwischen Lettland und Litauen wird die Spannung zwischen beiden Staaten mit jedem Tage größer. Es liegen Meldungen vor, daß beide Parteien sich auf den Krieg vorbereiten und Truppen an der Grenze zusammen, ziehem Bezüglich eines gemeinsamen Auftretens der Raiid- staaten beim Friedensschluß mit Rußland ist noch keine Klarheit geschaffen. Die litauische Regierung |41va der lettischen eine vorberatende Besprechung in London oder Paris vor. Nach Ententemeldungen soll der Völkerbund beabsichtigen, bei den Randstaaten vor­stellig zu werden, die Friedensverhandlungen mit der Moskauer Regierung unter dem Protektorat bei Völkerbundes stattfinden zu lassen.

Kurze Meldungen.

* Der belgische Ministerrat hat gegen die beide« Stimmen des inneren und äußeren Ministers den holländisch-belgische«» Vertrag genehmigt.

* Der Eisenbahnerstreik in Madrid tonst! verhindert werden.

* In Lissabon ist der Tslephonairgeft Ate«»« streit beerbet. In ganz Portugal herrscht Ruhe.

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