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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Saturn
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Moniag den 22. März
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Das Neueste.
Der Friedensvertrag ist im amerikanischen 5mat nicht ratifiziert, sondern an Wilson zurück- gegeben worden.
Der verschärfte Belagerungszustand, der über Berlin verhängt worden war, ist aufgehoben.
In Leipzig haben schwere Kämpfe stattgefunden.
Mehrer» Pariser Zeitungen forschen von einem Nutritt Lesi ens in das neue deutsche Kabinett.
Selbskerhalkung des Maates.
Auslandshilfe M Form von Millia-rdenkrediten ach die Berliner Rckbeilivn und jetzt die Be- VSgung von links fallen auf eine Zeit zusammen. Es ist, als od man dem armen deutschen Volke mich nicht eines Augenblickes Länge zur Selbst- b cstmuMg und Einkchr übrig lassen wollte. Und doch ist dies, was an dieser Stelle so oft betont vorden ist, so dringend nötig. Wir stehen voc dem Riesenwerk des Ausbaues als ein Volk in Ketten, vor einer Aufgabe, wie sie in gleicher Schwere wcchl noch keinem Volke gestellt worden ist. Me Gewaltakte und Unruhen bringen uns keine Erlieichterungen, sondern allerschwerste Lasten. Ministerpräsident Millerand erklärte dieser Tage dem Pariser Korrespondenten des »Daily Chronicle", daß Frankreich kein untätiger Zuschauer bleiben körvre, wenn die nationale
soch Nnruhen werde» uns einer Revidterung des sie werden
gründ, dem tote zu entrinnen Begonnen näher firhren und was schließlich rettungslos? hirteMstürz-sw Netzn» weg mit diesen Zerstörungen unseres Wiederaufbaues. Das Sinnen und Trachten» das ganze Drucken, die mühevolle Arbeit unseres gangen Volkes muß einzig und titeln darauf eingestellt feist, unser Volk lebens- sihig zu machen. Diese Lebensfähigkeit erhangen mir aber nicht dadurch, daß wir uns im Innern ves Landes zerfleischen, llrrruhen stiften und schfich-lich Stifiahrcen nach russischem Vorbild, das hier in Deutschland so überraschend echt seine Wiedecholung erlebte, «rufrichten. Die Entwick- dwg in Rußland und hier verlief ja bisher in kucvensreren Parallelen. Me Brussilow-Offensive von 1916 entspricht unserem Hindenburgpro- gramm. Hier wie dort wurde die Industrie stark derMgezogen, wurde die Landwirtschaft entvölkert. Die Folge war, verringerte Produktion und gesteigerte Entbehrung- Das führte zur Revolution vom März 1917, bei der Kerenski und die Kadetten eine stark nationale Note anschlugen und nsit 'Hr im Sommer und Herbst die Lage
voNo-mmen beherrschten, daß man noch ankerte Mb Monate vor dem Siege Lenins diesen Sieg nuSgejxyioffen hielt. Damals aber setzte drüben das Schauspiel ein, das unsere Zeit so getreulich kopiert hat, und genau einen Monat vor der Herrschaft Lenins erfolgte der Putsch ton rechts, der am 8. November niedergeschlagen Mfbe. Ob nun die deutsche Entwicklung linie E^ich der russischen verlaufen wird, das ist eine 'wage, die heute noch nicht beantwortet werden kann» die uns aber alle -beschäftigt.
Wenn wir die in einem einzigen Menschen- ®«r gewonnene Erfahrung und Einsicht ständig -Zs Nationalschatz vererben konnten, wir würden glückliches Volk sein! So aber ist es ewiges Wt daß jedes Geschlecht sich die zum Leben votigen ErfahrungM' im wesentlichen erst selbst gerben muß, um sie zu besitzen. Wohl kann an Stelle der Erfahrmtgen für einen besonnenen und nachdenklichen Geist die Geschichte, die große ^ehrmeisterm der Völker, treten; aber es sind M nur die wenigsten, die in ihre Schüle gehen und darin, wirklich -etwas lernen. Unser Volk, 7° °Mt zusammengewürfelte Menge, gleicht in sittlicher Hinsicht einem Massenheer von Kin- Ungezügelte Begierden und Instinkte, oppelt ungezügelt durch den hinter uns liegen* ^ Krieg und die herrschende Not, zucken in erten Kreisen, werden aufgerufen, werden auf* ^ntzcht durch Ereignisse und Reden, ballen sich iuiammrn und entladen sich in fürchterlicher ^«ie — ohne zu bedenken, daß ein Volk nur 'U omniengehalten werden kann, wie Wasser in uieni Gefäß. Wer die Form zerbricht, verliert M den Inhalt. Das haben die Erfahrungen v'^r gelehrt. Darum müssen alle die, denen und Erkenntnis gegeben ist, auf den
achten, denn er ist es. der ein Volk zu- »wvllenbält. Die Lehre von Staat, von Gesamt-^
Wohl ist es, die ein Volk kennen muß, wenn es sich selbst erhalten will. Durch den Sprung, den wir aus dem Obrigkeitsstaat in den Volksstaat gemacht haben, der mehr als gewagt war bei einem Volke, das politisch so ungeschult und physisch und psychisch so aus dem Gleichgenncht gekommen war, wie das deutsche, kam es, daß sich Kreise unseres Volkes dem Maat Auge in Auge als Feind gegenübergestellt sahen und noch gestellt sehen. Sie bekämpfen den heutigen Staat. Der Kampf, der sich heute, nachdem der Putsch von rechts abgeschlagen ist, in verschiedenen Gegenden entwickelt, richtet sich nicht gegen einzelne Personen, er gilt auch nicht der Regierung als Gesamtheit, sondern er gilt dem Staate, dem Volke in seiner übergroßen Mehrheit. Die' Ge- samtregierung muß deshalb mit aller Schärfe dagegen eurschreiten, sie vertritt das ewig unabänderliche Gesetz von der Selbsterhaltung des Staates und Volkes. Und dieses Gesetz ist zu respektieren. Wird es befolgt, dann kann die Antwort auf die Frage, ob die weitere deutsche Entwicklungslinie gleich der russischen verlaufen
wird, nicht mehr zweifelhaft fein.
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Ebert Wer die Uslgen des PEches.
WB. Stuttgart, 20. März. Reichspräsident labert gewährte einem Vertreter der Schweize- rrschon Depeschen-Agentuc ein Interview.
Ueber die Maßnahmen, die die Reichsregie- rung gegen künftige Putschversuche ins Auge gefaßt hat, äußerte sich Ebertwie folgt: Me Reichsvegierung stützt sich auf das Vertrauen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes. Dieser starke Block der ordnungsliebenden Mitte ist durch die letzten Ereignisse fest z u s a m m e n g e s ch w e i ß t. Zu ihm stehen
chen Volks von rechts 'ist rasch und gründlich abgeschlagen worden. Auf der Grundlage der treugebTiebe* nett Truppen wird die Reichswehr neu geordnet werden. Alle Offiziere, die auf der Seite von Kapp standen oder irgend einen Zweifel an ihrer Loyalität merken ließen, werden rüchichtZ- los entfernt werden. Das sind wir schon dem Vertrauen schuldig, das die Bevölkerung zur Truppe haben muß. Wer künftig von rechts her wagen sollte, gegen die verfassungsmäßige Ordnung anzurennen, wird in sein Unglück kaufen Ebenso entschieden wird sich die Regierung gegen die Elemente stellen, die von links her unternehmen wollten, die ruhige Entwicklung und die Sicherheit in Deutschland zu stören.
Auf die Frage: „Wird eventt^ell an die Entente unter Hinweis auf die letzten Ereignisse das Ersuchen gerichtet, mit dem Abbau der Reichswehr warten zu dürfen?" antwortete der Reichspräsident: Die Entwicklung der nächsten Tage wird zeigen, ob die Reduzierung der Reichswehr nach den Wünschen der Entente ohne Getabr für die innere Ordnung möglich sein wirh. Ich persönlich halte das nicht für möglich. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die für unser Volk bestehen, bilden naturgemäß einen starken Gärungsstoff. Darin liegt ein Element der Unruhe, dessen Wirkrmosmöglich- keiten kein Mensch kennt. Eine starke Bereitschaft ist deshalb geboten. Soweit die alliierten Mächte ein Interesse daran haben, daß Deutschland den Friedensvertrag erfüllt, müssen sie daran denken, im Punkte der Heovesstärke gewisse Konzessionen zu machen.
Ueber die Strafen, welche für die Em- pörer vorgesehen sind, äußerte sich Ebert: Gegen diese Männer wird das deutsche Strafgesetz ohne Nachsicht zur Anwendung kommen. Das deutsche Straffecht sieht für Hochverrat die schwersten Strafen vor. Außerdem wird das Vermögen der Schuldigm zugunsten des Reiches konfisziert werden, um damit wenigstens einen Teil des schweren materiellen Schadens, den sie angerich- tet haben, gutzumachen.
Auf die Frage: „Sind Ergänzungen oder teilweise Aenderungen in der Reichs- regierung vorgesehen?", sagte der Reichspräsident: Darüber kann zurzeit noch nichts gesagt werden. Wir werden in Berlin darüber sprechen. Entscheidend hierfür sind die Beschlüsse des Kabinetts und der Nationalversammlung.
Ueber die Beziehungen zu den ausländts-ben Staaten erklärte der Reichspräsident: Die Außenpolitik der ReichSregierung ist durch den Friedensverttag in hohem Maße gebunden. Wir wollen freundschaftliche Beziehungen zu allen Ländern der Erde. Wir wollen Fvieden. Ruhe und wirtschaftlichen Aufbau mit allen Staaten. Was unsere Stellung gur Schweiz im besonderen an geht, so ist sie vorgezeichnet durch die lange Lradttuw der LreuMLaff zwischen uns mrd
der Schweiz. Daran wird horfentlich nie etwas geändert werden.
Die letzte Frage: „Werden die Kohlen- sendungen nach der Schweiz und die Lieferungen an die Entente durch die Unruhen im Ruhrgebiet erhebliche Störungen erfahren?" beantwortete der Reichspräsident folgendermaßen: Im Augenblick kann noch nicht überfehen werden, wie groß die Störungen in der Kohlenförderung durch die Unruhen sind. Wenn sich aber Herausstellen sollte, daß erhebliche Forderungsausfälle vorgekommen sind, werden sie nicht allein von Deutschland getragen werden können.
Die nächste SitzNRg Zer Nsüsnsl- VersÄMMlUNI.
Präsident Fehrenbach hat folgendes Telegramm an die Mitglieder der Nationalverfamm- lung gerichtet: Ich bitte sämtliche Kollegen, sich Montag den 22. dieses Monats in Berlin etn= zufinden, damit am folgenden Tage die Fraktionen zu Beratungen zufarnmentreten. Die nächste Plenarsitzung gedenke ich vorläufig auf Mittwoch den 24. dieses Monats, nachmittags, anzu- beraumen.
Der Berliner Generalstreik heenösZ.
Aufhebung des verschärften Belagerungszustandes.
Der Generalstreik ist auch für Berlin beendet. Nachdem am Samstag morgen die Vereinbarungen zwischen den Gewerkschaftsführem und den Vertretern 'der Mehrheitsparteien getroffen worden waren, beschlossen die GenerEommifsion der Gewerkschaften und die hauptsächlich aus Unabhängigen bestehenden Berliner Gewerffchafts- kvmmissionen die Aushebung des Generalstreiks.
er¥Ft<itten zurückzug
Laufe des Tages Betriebsversammlungen statt.
Der über Berlin verhängte verfchärfte Belagerungszustand wurde noch am Samstag aufgehoben.
LegiSN ZuMMiger Steigs* k-arrZler?
WB. Paris, 22. März. Mehrere Pariser Zei tungen, darunter das „Pariser Journal" und der „Petit Parisien" besprechen die Möglichkeit, daß S e g i e n in das neue deutsche Kabinett ein, treten würde. Es sei sogar davon die Rede, daß man ihm den Posten des Kanzlers anvertrauen wolle. Wie man wisse, gehöre Segien der Mehr- Heitspartet an und habe feinen Sitz nicht weit
Der „Petit Parisien" stellt allerdings seit, daß die von der Regierung Bauer nachgesuchte Bewilligung von der Entente nicht genehmigt worden'sei? da sie nicht nur Truppen in die neutrale Zone entsandte, sondern die Zahl dieser Truppen auch in keinem Verhältnis stand zu .. , -- - .... , her im Gesuch angegebenen Truppenstärke,
bedeutende imperialistische» Statt eines Bataillons, das Düsseldorf bescher sollte, sind dort 13 Bataillone einmarschiert. Es scheint, daß man mit geringeren Streitkräften der bewaffneten Arbeiter Herr werden könnte. — Welche Meldung nun zutrifft, konnten mir
Von Scheidemann. Während des Krieges habe
er sich durch eine
Kühnheit ausgezeichrret, sodass man von keinem Siege des Syndikalismus reden könne.
DES ^Ägsusr PrsgraMM.
— Hagen, 21. März. In der hier abgehal- tenen Konferenz der sozialistischen Parteien des Jndustriebezirks, an der 120 Vertreter aus den Kreisen Elberfeld, Barmen, Hagen, Schwelm, Altena, Jserlohn, Siegen. Hamm, Soest, Dortmund, Bochum, Düsseldorf und Remscheid teil- nahmen, wurden folgende Richtlinien ausgestellt:
1. Vorläufige Waffenabgabe sämtlicher Reichswehrtruppen und die Entfernung sämtlicher Offiziere aus der Reichswehr. Aufhebung und Entwaffnung der grünen Polizei und der Bürgerwehr in allen Städten 'des Bezirks.
2. An Stelle der aufgelösten Truppenkörper soll eine aus den Angehörigen der eingangs erwähnten Parteien zusammengesetzte Volkswehr gebildet werden unter Führung republikanisch gesinnter Bürger.
3. Bis zur Aufstellung des Volksheeres nach einem noch zu entwerfenden Plane, der mit dem Fried ensverffag in Einklang gebracht und mit der Entente vereinbart werden muß, übernimmt die bewaffnete Arbeiterschaft die Sicherung der Ruhe und Ordnung.
4. Es ist in allen Städten und Ortschaften Sorge zu tragen, daß vorläufig nach diesem Grundsätze verfahren wird und daß. um Ueber- raschungen zu vermeiden, ein genügend starkes Aufgebot von bewaffneten Arbeitern zur jeder- zeitigen Verfügung der zentralen Kampfleitungen steht"
5. Wir verlangen die Bestrafung der Berliner Hochverräter sowie aller Retchswehroffiziere, die sich geweigert haben gegen die, Hochverräter zu kämpfen.
6. An der Einheit beS Reiches halten wir fest. Die Parteien stehen grundsätzlich auf dem Boden der Verfassung, in welcher die revolutionären Errungenschaften festgelegt sind. Wir erklären gegenüber dendurch die Reaktion M dheWelt
gefetzten Lügen, daß an eine Aufrichtung der Diktatur des Proletariats nicht gedacht wird. Anderslautende Meldungen sind von der Reaktion in die Welt gesetzt, um Beunruhigung und Spaltung unter den Mehrhertsparteien hervor- zurufen. Die Reaktion hofft auf den Ausbruck des allgemeinen Bürgerkrieges. Deshalb glaub« man keinen Meldungen» die von Rätediktatnc und Bolschewismus reden!
An den Reichspräsidenten Ebert sandten die drei sozialistischen Parteien nachfolgendes Tele- graium:
Die drei sozialistischen Parteien des Industriegebietes, die heute morgen zu einer Konferenz hier versammelt waren, stellen sich einmütig auf den Standpunkt, daß alle Kräfte eingesetzt werben müssen, um die Reaktion nieder- zuschlagen. In keiner Weife können sie GenerÄ v. Walter Vertrauen entgegenbringen, der als reaktionärer monarchistischer Offizier zu morgen die Arbeiter zur Abgabe der Waffen aufforderte, bis heute aber'n och nichts tat, um das Bataillon Schulz, das auf dem Boden der Kapp-Regierung steht, zu entwaffnen. Wir verlangen sofortige Einstellung der Truppenbewegungen, da wir sonst gezwungen sind, in berechtigter Abwehr zum Angriff zu schreiten, um zu verhindern, daß zu- sammengezogene reaktionäre Truppen im Industriegebiet den weißen Schrecken einführen. Die Konferenz lehnt einstimmig die Einführung da Rätediktatur ab und stellt sich in ihrem Vorgehen auf durchaus legalen Boden, verlangt aber Garantien, um vor der Reaktion gesichert zu fern. Im Gegensatz zu allen anderen Bebauptungen herrscht im Industriegebiete größte Ruhe und Ordnung. Die Arbeit ist mit Ausnahme der unter den Waffen stehenden Arbeiter vollkommen wieder airfgenommen worden. Wir bitten, fofor’ tige Entscheidung zu treffen.
Dmrffche Zimpert im LefetzlSK SsMeS?
WB. Köln, 20. März. Die „Kölnisch« Zeitung" meldet aus Stuttgart: Die Entente hat der Reichsregierung die Ermächtigung erteilt, die Reichswehrtruppen zur Riederhaltung des Aufruhrs im Industriegebiet innerhalb des besetzten Gebietes aufmarschieren zu lassen.
noch nicht feststellen.
EttiMaffnete BsichsWShr im LsseMerr MheirMmK»
Die Interalliierte Rheinland - Kommission teilt mit: 1500 Mann und 1 General der Reichswehr haben Beute das britisch besetzte Gebiet betreten Diese Truppen sind entwaffnet und unter britische Militärbewachung gestellt worden, da dieses Vorgeben im Gegensatz zu Artikel 9 der Verordnung Nr. 3 der Interalliierten Hohen Rheinlandkommission steht.
Diese Mitteilung bezieht sich auf die Sümpft im Belgischen Land. Beim Sturm auf Rem, scheid wurden die Regierungstruppen von bei Uebermacht der Kommunisten zurückgedränat^und mußten schließlich auf das besetzte Gebiet übet* treten.
Der amerikanische Werlreker über eine SlaarsumWälzung.
WB. Berlin, 21. März. Der Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin hat der deutschen Regierung gegenüber seiner Genugtuung über die jüngst erfolgte Beseitigung der militaristischen Elemente und die Wieder Herstellung verfassungsmäßigerZustände Ausdruä gegeben. Er ist überzeugt, daß die öffentlich« Meinung in Amerika alle Versuche, von welcher Seite her sie immer kommen mögen, die darauf ab. zielen,geordneteund festeZustände zu durchbrechen, aufs Schärfste mißbilligen werde. Gewaltakte oder Bestrebungen, eine Staatsumwälzung durch ungesetzliche Mittel herbeizuführen, würden dazu beitragen, die Wiederaufnahme guter Beziehungen mit den Vereinigten Staaten aufs schwerste zu gefährden. Solche Handlungen würden auch aufs ernsteste die Lebensmittel-,