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EinrückungsgebübrrDie 8getv.Kolonelzeileod. teren Raum 60 Pig.. die 4gesp. Zeile k Reklame- tet 1 2.00 Mk., 25 °f0 Teuerungszuschl. Ossertgebübr

25Psg. Bezugspreis: Vierteljährlich 6.60 Mk., monatl. 2.20 Mk^ für Postbezug viertel;äbrll 6.60 ' Stark monatl. 2.20 Mk. Die Nummer 10 Psg.

Poiticheck-Koato Nr. 26659, Frankfurt a. M.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Saturn

Erscheint täglich mit Ausnahme dec>2onn-- und Feiertags

Verlagsleitung: Ad. Judermühl«. - mtmortlich: für volitischen und allgemeinen RiL.Hultschrfürlokalen und provinziellen sowie Svort W. Moritz: für Anzeige« u«d

iellamen A. Brodt. alle tn Hanau a. M. ltionsdruck d. Wai senhausbuchdruckerer Lamm FernspreLanschlüsse Nr. 1237 und 1238

M. 68

Samstag den 20. März

1920

Das Neueste.

Die Unruhen im Reiche dauern fort, in ver­schiedenen industriellen Betrieben wurden revo- iutionäre Betriebsräte gebildet.

Der Oberste Rat hat beschlossen, einer mo­narchistischen wie Räteregierung die Lebens- Mel- und Rohstoffzufuhren abzuschneiden.

Noske bleibt weiter Reichswehrminister.

Der Oberreichsanwalt beim Reichsgericht Leipzig hat das Verfahren gegen Kapp und Genossen eingeleitet.

KandelsstaststM.

Wahrend alle anderen - Kulturstaaten

nach

tote vor regelmäßige monatliche Ausweise über den auswärtigen H^andel veröffentlichen, sind wir von diesem wichtigen Brauch abgekommen. Bor dem Kriege konnte sich auch die deutsche Handelsstatistik sehen lassen. Sie war der eng­lischen zum mindesten ebenbürtig. Mit Kriegs- deginn steiften wir diese Handesnachweise ein. Das hatte seinen guten Grund, denn die Feinde sollten- nicht erfahren, welche Kanäle uns offen« standen. Tatsächlich ist trotz der Blockade unser Außenhandel, wenn auch in stark beschränktem Maße, immer in Fluß gewesen. Allein wir haben, die Veröffentlichung der Handelsausweife auch

dem Waffenstillstand, ja selbst nach dem Friedensschluß, -noch nicht wieder ausgenommen.

Es ist richtig, daß die amtlichen Ausweise kein vollkommenes Bild gegeben haben würden. Nicht nur im Westen, an allen Grenzen blüht der

sind

Weiten strömt, ist auf viele Milliarden Papiev- mark zu beziffern. Wir halten gewisse phan­tastische Angaben über die Menge dieser ge­schmuggelten Waren einigermaßen- für übertrie­ben. Wenn wir nur nach Papiermark rechnen, so mag es leidlich stimmen. Silier wir können im Ausland für Papiermark eben fast nichts auf« Kufen, da ^ B. in Amsterdam deutsche Bank­noten gleich bündelweise für wenige Gulden an- geboten, werden. Diese Papiermackangebote dienen auch meist nicht zur Finanzierung von ^usuhrwaren. Wer mit einer Million deutscher Papiermark im Auslairde Aufläufe machen will, wird nicht allzuweit kommen. Vielmehr kaufen Spekulanten die deutschen Banknoten auf, um «wüt nach Deutschland zu fahren und alles l'wgadje billig an sich zu reißen. Perserteppiche, wertvolle Kunstwerke und Bibliotheken gehen ins Ausland, da 1000 holländische Gulden in Deutschland die Kaufkraft von 36 000 Mark

Was für 36 000 Papier-mark in Deutsch- gekauft werden kaun, ist viel nrehr, als sich w Hollantd für 1000 Gulden auftreiben ließe.

Vom Schmuggel abgesehen, mit dem wir noch

Zeit rechnen müssen, haben wir aber auch ^ine reguläre Ein- und Ausfuhr. Inzwischen Essen wir allniählich Mittel und Wege finden, r* den Schmuggel abzubauen. Darum M aber kein Grund vor, dichte Schleier über were reguläre Einfuhr un-d Ausfuhr zu ziehen. L^CEtei-l, wenn das deutsche Voll ständig unterrichtet würde, was in reeller Weise «ble G renzen hin einkornmt und hin aus geht, rt^r?03 in mancherlei Hinsicht vorteiHast Snmal dann, wenn neben den Ziffern lais1^ die Ziffern des letzten Friedensjahres s.Z..Sesetzt würden. Die englische Hand-els- »,,,^'t.Slbt regelmäßig nicht nur die Monats- Zubern auch die Vergleichszisfern hvw CT ^^re bekannt. Wenn wir beispiels- hJ6 aus unseren Veröffentlichungen ersehen, » wir an bestimmten Gütern früher ausführ- a.,.® ^un zu erkennen, ivas heute von diesem LW6* "orig geblieben ist, so muß das zum Nach-

.^d zur Tat anregen. Vielerlei Rritif ^. c '° oec Regierung erspart. Und nicht nur bekn» öer.. gegenseitigen parteipolitischen V-er- wurde ein Riegel vorgeschoben. Wir dai °us den amtlichen Ziffern sehen, ja , ®?n dieser ob« jener Ware nichts mehr da tot.® da sein kann, weil die Einfuhr zurückge- ^"^ ut. Oder wir würden davon unterrichtet,

^E für überflüssige Genußnrittel noch der Z "usgeben. Hier liegt der Erziehungswert a^Edelsstaiistik, was die Engländer an sich te S^ ausprobiert haben. Wir aber wissen nebt uon dem, was unsere Mrtschaft an- stibi^'-?^ daher im Grunde unsere Lebens- ntKiA ^Estimmt. Die Nichtveröffentlichung Äck^r.-^ Handelsausweise läßt sich nicht wehr rechtfertigen-

Ei« Aufri»!

6er preußischen Regierung.

Die preußische Staatsregierung erläßt fol­genden Auftuf:

Berlin, 19. März 1920.

In der Bevölkerung, die infolge der diktato­rischen Maßnahmen der sogenannten Kapp-Re­gierung tagelang ohne genügende Aufklärung über den Gang der Ereignisse geblieben öfter durch blinde Nachrichten in Verwirr img gebracht worden ist, laufen die unsinnigsten Gerüchte um, denen so rasch wie möglich entgegenzutreten die preußische Staatsregierung für ihre Pflicht hält.

1. Die Staatsgewalt ruht in vollem Umfang wieder in den Händen der verfassungsmäßigen Regierung.

2. Diese Wiederherstellung der versassungs- mäßigen Zustände ist 'durch die vorbehaltlose Er­füllung der Forderungen der Reichsregierung er­reicht worden.

3. Auch die gesamte Reichswehr untersteht wieder den Anordnungen der verfassungsmäßi­gen Regierung; eine militärische Nebenregierung gibt es nicht mehr.

4. Nur die in Berlin bereits früher garni- soNierenden Truppen bleiben an ihrem Stand­ort. Die nach der Hauptstadt eingeftrungenen Truppenteile werden so rasch wie möglich ent­fernt, soweit ihre Zurückziehung nicht schon jetzt erfolgt ist. Die Zurückziehung auch des Restes wird reibungslos erfolgen, wenn die Bevölke­rung die Ruhe bewahrt.

5. Die rasche und unblutige Niederwerfung des Putsches verdanft das deutsche Volk der ein- mütigen und entschlossenen Haltung der Arbei­terschaft, des entscheidenden Teiles des Bürger­tums und namentlich auch des größten Teils der

An 'der politischen Einsicht und der Festigkeit dieser Volkskreise ist ein Aufftand gescheitert, der für unser Vaterland die allergrößte Gefahr be­deutete.

6. Von irgendwelchen Verhandlungen auf dem Fuße der Gleichberechtigung mit der sogen. Kapp-Regierung ist niemals die Rede gewesen. Die preußische Regierung und all ihre Mitglie­der haben genau so wie die Reichsregierung immer auf der Forderung der bedingungslosen Unterwerfung derer bestanden, die kein Recht und nichts als die Gewalt der Waffen hinter sich hatten.

7. Die preußische Staatsregierung ist ent­schlossen, die Ruhe und Ordnung im ganzen Staatsgebiet mit allen ihr zur Verfügung stehen­den Mitteln aufrechtzuerhalten. Dazu werden die der Verfassung treu gebliebenen Truppen­teile und Sicherheitswehren verwendet.

8. Allen Parteien ist die Gewißheit gegeben, daß sie ihre Forderungen in einem politischen Kampf durchzusetzen Gelegenheit finden werden.

9. Um die Hungersnot und namenloses Elend von der ganzen Bevölkerung abzuwenven, ist die Wiederherstellung des Wirtschaftslebens das dringendste Gebot der Stunde,

Das Verfahren gegen Kapp nnö GZRDffsn.

WB. Berlin, 19. März. Der Oberreichs­anwalt bei dem Reichsgericht in Leipzig hat, wie wir stören, das Verfahren gegen die Mit­glieder der sogenannten Regierung Kapp, ins­besondere ^egen Herrn Kapp selbst, gegen den General Lüttwitz, gegen Herrn v. Jagow und die anderen bereits eingeleitet.

--- Berlin, 19. März. Nach den aus Königsberg eingelaufenen Nachrichten ist Oberpräsident Winnig wegen seiner zweifelhaften Haltung gegenüber der Kappregierung aus der sozial- demokratischen Partei ausgestoßen worden. Dr. Kapp ist seines Postens als General landfchafts- direktor vom stellvertretenden Oberpräsidenren in Ostpreußen enthoben worden.

Noske bleib;»

tVL. Stuttgart, 19. März. Wie wir von zu­ständiger Seite erfahren, entsprechen die Meldungen über den Rücktritt des ReichSwehrministers Noske nicht den Tatsachen.

WB. Stuttgart, 19. März. Die sozialdemo- kratische Fraktion der Natianalversamuilimg hat in einer heute vormittag abgehobenen Sitzung nach ein­gehender Aussprache gegen wenige Stimmen beschlossen, daß der Reichswehrminister Noske auf ihren dringen­den Wunsch auf seinem Posten zu verbleiben habe.

WB. Stuttgart, 19. März. Wie wir aus parla­mentarischen Kreisen erfahren, war Abgeordneter Scheide- mann zu seinem Vorstoß gegen Noske in der Sitzung der Nationalversammlung in Stuttgart von seiner Fraktion nicht ermächtigt worden. Bereits in be..

Brattion§fi&mg am 17. März gab die überwiegende lehrheit der Fraktion der Meinung Ausdruck, daß ungeachtet mancher Fehler der Vergangenheit nie«

mand so wie Norke in

age sei, die

politischen Schwierigkeiten der Gegen­wart zu überwinden.

WB. Stuttgart, 19. März. Die Mitglieder der Nationalversammlung, die hier noch fast vollzählig versammelt sind, träten heute vormittag im Württem­bergischen Landtagsgebäude zu Fraktionssitzungen zu­sammen, in denen die politische Lage und die Mög­lichkeit der Rückkehr nach Berlin besprochen wurde. Ebenso wie die sozialdemokratrsche Fraktion, beschäf­tigten sich auch das Zentrum und die Demokratie mit den Röcktrittsabsichten NoSkes. Auch in diesen Frak­tionen kam zum Ausdruck, daß man ein Verbleiben Noskes im Amte begrüßen, ja sogar wünschen würde.

Ein Mufruf en die Lanöarbeiter.

WB. Berlin, 18. März. Der Zentralver­band der Forst-, Land- und Weinbergarbeiter Deutschlands erläßt folgenden Aufruf:

Landarbeiter! Ein Generalstreik der Land­arbeiter würde das größte Unglück für unser Volk bedeuten, weil er in der Saatzeit den Airbau der notwendigsten Nahrungsmittel des Volkes unwiederbringlich verhindert. Die Frauen und Kinder unseres Volkes werden in Hunger und Verzweislung gestürzt. Ihretwegen bitten wir Euch, keiner Generalstreikparole Folge zu leisten. Kommt Eurer Arbeitspflicht nach, damit die Feldbestellung nicht in verderbenbringender Weise verzögert wird. Die Landarbeit ist Dienst am Volke und darf nie als politisches Kampfmittel mißbraucht werden.

Bis Sage im Reichs.

Für den, der einige Uebung darin hat, aus der Entwicklung her Dinge Katastrophen voraus- zuempfinden, war es klar, daß der Berliner

Sturz bet Rebellen zu Unruhen im Reiche, zu einer Gegenbewegung durch die Linksradikalen kommen würde. Und diese Bewegung haben wir jetzt. Die Unruhen treten besonders heftig au in der Thüringer, Leipziger und Nürnberger Gegend» wo der Kampf bereits zahlreiche Opfer gefordert hat. Auch in Berlin ist noch keine Ruhe, hier wie in anderen Gegenden setzen die Unabhängigen und Kommunisten den Gene­ralstreik fort, die Massen befinden sich auf der Straße, ^Zusammenstöße sind an der Tagesord­nung,. so daß sich die Verhau gung des Belage- rungszustandeZ hie und ba' notwendig gemacht hat. Es ist bedauerlich, daß der Kampf fortge­setzt wird, nachdem die Berliner Rebellen gestürz sind und bereits strafrechtlich verfolgt werden Der Berliner Gewaltstreich, den wir vom ersten Tage an als unverantwortlich und verbrecherisch bezeichnet haben, beginnt sich in einen Straßen- terror zu verwandeln, gegen den das deiUsche Volk ebenso einmütig und geschlossen protestieren sollte, wie gegen den verbrecherischen Anschlag der Kappleute aus das deutsche Reich. Pflich der Regierung ist es, auch gegen diese Bewegung zur rechten Zeit mit allen Machtnntteln in die Schranken zu treten,.denn das deutsche Volk will teine Vergewaltigung. Das Volkswohl verlangt von unS Ruhe und Arbeit. Nicht Kampf, son­dern Arbe-t ist die große Forderung unserer Na- iivn. ^Obgleich das deutsche Volk innerpolitisch sein Schicksal selbst bestimmt, darf die Fernwir- kung der Vorgänge im Innern auf das Ausland, auf das wir nun. einmal angewiesen sind, nie­mals außeracht gelassen werden. Der Kapp- Putsch hat unserem wirtschaftlichen und poli­tischen Leben bereits unübersehbare Schäden zu- gefügt, ein Putsch von links müßte diese Schäden naturgemäß noch vergrößern. Dabei ist von be­sonderer Wichtigkeit, das unten folgende Tele­gramm, nach dem der Oberste Rat beschlossen hat, e-ner monarchistischen wie Räteregierung die Lebensmittölzufuhren abzuschnciden. Ueber die 2age im Reiche liegen folgende Meldungen vor:

WB. Stuttgart, 19. März. lieber die Lage im Reiche wird gemeldet: Im Ruhr- revier ist die Lage ernst. In einigen Lrten wurden Räteregierungen ausgerufen, Die regierungstreuen Truppen des Generals Wetter find zu schwach, Um der Bewegung ''crr zu werden. Berstärkungen sind abge- saudt. Die Meldungen aus Thüringen lauten beruhigender. B e.r l i n befindet sich zu zwei Drittel fest in den Häuden der Rc- gicrungstruppen. Im Nordcu und Lsten der Stadt wird noch getämpft. Es besteht Hoffnung, daß eine gewisse Beruhigung ein« tritt. Der Generalstreik dauert fort. Die Zeitungen erscheinen nicht.

WB. Berlin, 19. März. Die Moabiter Wache meldete gestern Wend: Heute spät nachmittags

wurden 12 Angehörige der Tiergarten-Komprg> nie des Schützenregiments Groß-Bevli-n, OW ziere und Mannschaften, auf dem Raffer Wil­helm-Platz in Schöneberg von einer bewaffneten Menge getötet. Die Reichswehrsoldaten sollt« nach Abgabe ihrer Waffen von der Sicherheits­polizei in einem Lastauto abtransportiert wer­den, nachdem ihnen freies Geleit zugestchert worden war; sie wurden aber auf dem Auto von der Menge umgebracht. Der sich daran anschlie­ßende Kampf zwischen SichexheitSbeamten der Menge wurde zu Gunsten bei Sicherheitsb» amtsn entschieden.

WB. Berlin. 19. März. Infolge des Seite«

darf und Hoppegartem, zu schweren Ausschrei­tungen. Don Berlin wurde ein Panzerzug ent­sandt. Heute gegen Mittag, als zwei Panzer autos mit Reichswehrsoldaten aus der LandS- bergerstraße kommend, den AleMn-derplatz passie­ren wollten, wurden sie von einer tausenWpfi- gen Menge angehalten und belästigt. Die Sol­daten eröffneten sofort Maschinengewehrfeuer. Eine größere Anzahl Personen wurden getötet oder verwundet. Bei den gestrigen Exzessen am alten Schöneberger Rathaus wurden neun Offiziere getötet-

WB. Weimar, 19. März. Seit gestern herrscht hier Ruhe. Es finden Verhandlungen zwischen der Bürgerschaft und dem Militär statt, die Reichswehr zum Verlassen der Stadt zu bringen. Rechtsanwalt Jenck, der als Diktator in Wei­mar ausgerufen wurde, der Leiter der ,Thürin­ger Landeszeitung", v. Steckmann-Stein, sowie andere Personen, gegen die.Haftbefehle erlassen worden sind, sind flüchtig.

= Jena. 19. März. Hier ist bisher, vor einigen Zwischenfällen abgeschest, die Ruhr voll­kommen gewahrt worden. Der Gsneralstreir-SLüt vorläufig weiter. Die Unabhängigen haben einen provisorischen Arbeiter-rat eingesetzt Und fordern, nachdem der Gememderat die Errich­tung einer Einwohnerwehr beschlossen hat, im Gegensatz dazu zum Eintritt in die sogenannten Hundertschaften auf. Auch ein revolutionärer Stoßtrupp ist in die Erscheinung ^treten. In den letzten Tagen wurden die Univrrsüätsvro- fessoren Plate und Stoy zu ihrer persönlichen Sicherheit in Schutzhaft genommen. Auch gegen Professor Thümmel, sollte dieselbe Maßnahme Anwendung finden, er ist aber nicht auffindbar gewesen.

WB. Kassel, 19. März. Der Generalstreik ist beendet. Die Zahl der Opfer belauft sick auf 17 Tote. 48 Schwer- und 21 Leichtverletzte. Heute herrscht Ruhe. Das Militär ist Herr der Lage.

WB. Mannheim. 19. März. Arbeiter der be­kannten Armaturenfabrik von Bopp u. Reuther wählten heute einen revolutionären Betriebsrat setzten die Direktoren ab und wollen das Werk auf eigene Faust weiterführen. Ein großer Teil der Angestellten und Arbeiter ist mit dieser Um­sturzbewegung nicht einverstanden-

W3. Mannheim, 20. März. In verschiedene»

hiesigen Firmen, wie Copp u. Reuter, Benz u. Co, Kergin wurden revolutionäre Betriebsräte gebildet, und die Betriebe unter eigene Verwaltung genommen- Vom Arbeitsministerium sind aus Karlsruhe Vertreter zu Verhandlungen eingetroffen.

WB. Essen, 19. Alärz. Essen ergab sich mittags der bewaffneten Arbeiterschaft. Die beiderseitigen Ver­luste werden auf 300 Tote geschätzt.

WB. Düsseldorf, 19. März. Du angesagte Wiederaufnahme der Arbeit wurde durch die Kommu­nisten verhindert.

WB. Düsseldorf, 20. März. Diese Nacht bat sich das Militär aus der Stadt zurückgezogen. Laut Bekanntmachung des Oberbürgermeisters wird die Einwohnerwehr, welche durch organisierte Arbeiter bebeutenb »erstarkt worden ist, für die Aufrechterhaltrurz der Ruhe und Ordnung sorgen. In der Stadt herrsch 3iuhc- In den Fabriken geht die Arbeit fast allgemein

WB. Nürnberg, 19. März. Seit vergangen« Nacht ist über das Gebiet von Nürnberg und Fürtb der»erschärfteBeIagerungSzustandver hängt worden.

WB. GSrlrtz, 19. März. In der Nähe von Görlitz spielen sich zur Zeit heftige Kämpfe ab.

WB. Breöla», 19. März. Das Freikorps Ap» lock wurde bet dem Abmarsch, der entsprechend den Vereinbarungen begann, deute nachmittag auf der Schweidmtz-r Straße in heimtückischer Weise durch Feuer auS den Häusern überfallen. Die Truppen setzten sich zur Wehr und säuberten die Straße. E» kam dabei zu einer längeren Schießerei. Die Verluste sind noch: nicht feügefteflt. DaS Generalkommando ist nunmehr nicht in der Lage, das bereits begonnene Herauszichen der Truppen aus der Stadt heute nacht fortzusetzen.

Blutige Kämpfe in Leipzig.

WB. Leipzig, 19. März. Bei bett zwischen Vertretern der Arbeiterschaft und den Militär­behörden in der Nacht zum Donnerstag ge­pflogenen Verhandlungen wurden Vereinbarun»