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Gmeral-Anzeiger
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Sr. 66
Donnerstag den 18. März
1920
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M-zusammengeLrochene Gegenrevolution.
Ein furchtbar ernstes Spiel war es, was Zeit der Nacht vom 12. zum 13. März in Berlin bis gestern getrieben wurde. Ernst nicht deshalb, it>eil es um einem Kopf, sondern weil eS um unser «Her Köpfe ging. Das Spiel hieß: Zusannnen- druch bessert, was front Deutschen Reiche noch übrig geblieben war. Nicht der Kampf zwischen Parteien mit all seinen furchtbaren Folgen, nicht Jystemwechsel, sondern Deutschlands völliger Zu- iammenbruch, Deutschlands Zerfall stand in Frage, als Generallandschaftsdirektor Kapp mit feinen Getreuen — letztere waren es nur kurze Zeit — in der Reichshauptstadt einzog, um Regierung zu spielen Ein unverantwortliches Spiel mit dem Schicksal des deutschen Volkes war es, was die Berliner Gegenrevolutionäre just in der Stunde zu treiben begannen, 'in der man zum ersten Mal im Innern veS Landes wie außenpolitisch auf eine Wendung zum Besseren hoffen kannte. Wahnwitzig war das Beginnen dieser Herren, die sich nicht gescheut haben sollen, Truppen durch allerhand Versprechungen zu ihren Getreuen zu machen. Doch die ang »eignete Macht, mit der das Volk absolut garnicht Unverstanden var, hielt nicht lange Stand, die Regierung, die üch als solche auSrufen ließ, als sie ohne Kampf in die Regierungsgebäu-e ein gezogen war, sollte gar bald erleben, einmal, daß Berlin nicht das Reich ist und zum andern, daß die Mehrheit des Bolle« garnicht daran denkt, von der Reichsvegie- rung und der Verfassung loszulassen, lwß sie der- artige Gewaltstreiche entschieden verwirft.' Macht hat nicht, bet über achttausend Soldaten verfügt, sondern w der, der über die Mehrheit eines
Nicht, deshalb mußten sie, was vorauSzüschen war. binnen wenigen Tagen zusannnvnbvechen. Die Berliner Regierung mag zwar mit der furchtbaren Waffe der modernen Revolution, der allgemeinen Arbeitsniederlegung, gerechnet haben, aber sie hat ihre Folgen sicherlich nicht voll er« rannt. WaS ein allgemeiner und hartnäckig durch- geführter Generalstreik gerade in den Zuständen, unter denen wir zu leben gezwungen sind, bedeutet, wird heute, nachdem wir Zeuge dieser furchtbaren Waffe gewesen sind, jedem klar sein. Weitere Momente, die den Zusammenbruch der Kapp- Herrschaft gefördert haben, dürfte die sehr bald elirgetretene Uneinigkeit unter den „Getreuen" «app8, ferner die Haltung der unabhäng. Berliner Arbeiterschaft sein. Das Hauptmoment aber, r"8 den Zusammenbruch der»Berliner Rebellion s" rasch herbeiführte. war die Geschlossenheit des deutsche Volke», mit der es hinter der Reichs- ttgrerung stand und diesen Berliner Gewaltstreich »Meinte
Die Gefahr ist beseitigt, nun heißt es wieder «n die Arbeit. Der Berlin« Putsch hat Äcm deutschen Volke schweren Schaden zugefügt, er wutz wieder gutgemacht »erben. Jeder Mann « die Arbeit! So ruft die Reichsregierung ;d^"n Volke zu. Die Regierung erwartet, daß ! der Mann seine Pflicht tut. Keine Angst vor Putschen, aufgebaut das Reich unserer Kinder, Neich. das unter Blut und Tränen gegrüm ^ ^den ist und durch den Schweiß des gan- ^ ,. vollendet werden muß. Ohne Furcht 1wit Arbeit: so wird baß Werk gelingen, rh.
Der Rückwill von Kapp und Lüttwitz.
r ^klii», 17. März. Heute vormittag am 10 Uhr '" ”ie Führer der in Berlin anwesenden Parteien . "lWNahmc der Unabhängigen zu einer Besprechung sammengetreten und baden dort die Forderung der <«tes von Kapp ausgestellt. Herr Kapp hat dieser ’^erung nachgegeben. An den General v. Lüttwitz , «»nächst die vollziehende Gewalt übergegangen, er . ""' Auftrag, die Truppen au» Berlin zurückzu» $ .c”‘ ^" Reichspräsident soll ersucht werden, einen A^'ger für ihn zu ernennen. Heute wird NoSkc ^ ^'" erwartet. General v. Lüttwitz wird von tat ^'^"»lcr Schiffer, als dem in Berlin anwesen- Mf‘^« der verfaffimgrmäßigen ReichSregierung, ,, ^"^ von seinem Posten enthoben lverden. Ge- ^ ."' 0ven wird mit der Führung der Truppen ‘^nqt und erhält von dem Vizekanzler ben Be- < ae verüdlcibenden Truppen sofort anS Berlin ^"Milbren.
Aitta"^^ 17' !^rj. Um ß3'* Uhr war heute nach- d, i.,11 "^ klugem Sträuben von dem General -sUieih das AbsäuedLgcsuch bei in Bizekanzler ^u^“'r “«saufen. ES wurde durch ben Major ubcrbraeüt Lirekanzler Schiffer bat kür ben
abwesenden Reichspräsident das Abschiedsgesuch sofort genehmigt. General v. Seeckt ist in Abwesenheit des Rcichswehrminifter» mit der Wahrnehmung der Geschäfte im Reichswehrministerium beauftragt. Die Fübrimg her in Berlin stehenden Truppen hat General V. Oben übernommen. Sie sollen so schnell wie möglich aus Berlin znrückgesübrt werden.
Berlin, 17. März. Der Stellvertreter des Reichskanzlers Schiffer hat um 6 Uhr die Geschäfte in der Reichskanzlei übernommen, nachdem die Usurpatoren sich von dort entfernt hatten. Die. Marineffaggen auf den staatlichen Gebäuden wurden zur gleichen Zeit eingezogen, ein sichtbares Zeichen nach außen, daß die Militärdiktatur in Berlin beseitigt ist und da» demokratisch gesinnte Volk gesiegt hat.
WB. Stuttgart, 1R. »Sez.
An das -euksche Volk!
Kapp und Lüttwitz sind zurückgetreten.
Das verbrecherische Abenteuer in Berlin ist beendet. Bor aller Welt ist im Kampf der letzte,» Tage der nnwiderlegliche Beweis geliefert worden, daß die Demokratie in der deutschen Republik feine Täuschung ist, sondern die alleinige Macht, die anch mit dem Bersnch der Militärdiktatur im Handumdrehen fertig zu werden versteht. DaS Aden- txuer ist zu Ende, der verbrecherisch unterbrochene Wiederaufbau von Volk und Wirtschaft muß wieder ausgenommen nnd zum Erfolg geführt werde«. Dazu ist vor allem nötig, daß die Arbeiterschaft ihre starke Waste der Eeneralstretk» niederlegt. In zahlreichen Fällen ist die Arbeit wieder ans- a«»o«,m«n w^oe». «tun »iU e» i«r ^ Teile, die Wirtschaft wieder in «ang setzen.
Zu allererst die Kohlenförderung, ohne die eS fein Leben gibt. Arbeiter, seid ebenso tatkräftig und willfährig zur Stelle, wie bei der Abwehr der BolkSverfü-rer. Aedermann an die Arbeit! Die Regierung wird mit allen Kräften die Aufgaben deS Wiederanf- baueS fördern und die Hochverräter, die Euch »um Generalstreik gezwungen haben, der strengsten Bestrafung zuführen und dafür sorgen, daß niemals wieder eine Golda. teSka in da» Geschick deS »««Ischen BolkeS ei,»greifen kann. Den Sieg hab«« wir gemeinsam errungen — anS Werk!
Der Reichspräsident r E b ert.
Die ReichSregierung: Bauer.
Die Relchsrepienm« richtet an da» deutsche Volk weiter folgenden Aufruf:
An da» deutsche Volk!
Da» wahnwitzige Unternehmen der Kapp und Lutt witz, die Deutschland in scluvereS, in seinen Folgen nicht übersehbare» Unglück gesiürzt haben, ist zusammen, gebrochen. An der Fesiigkeit bet Staafsregtcrnng ist der Staatsstreich gescheitert. Da« bentfdic Volk in seinen allerbreitesten Schichten und in fast allen Par. teien bat sofort erkennen lassen, daß es treu zur Verfassung und zu der vom Volke gewählten Regierung stellt. Dieter Einmütigkeit ist er in erster Linie zu danken, daß der Weg zur Ordnung f» rasch wieder gefunden wurde.
Auch die öffentlichen Beamten haben fast durchweg abgelehnt, sich den Staatsstreichlern zur BersÜPing zu stellen: sie halten zu ihrem Eid, beu sie auf bie Ber. fassung geleistet haben.
Für die gute berfaffungOtrene Haltung wird allen diesen Kreisen der wärmste Dank der Reich»regierung ausgesprochen. Die Reichsreuierung wird mit Entschiedenheit und grösster Raschhcit alle« tun, um bie schweren Folgen des abgeschlossenen Verbrechens wieder gutginvadjen.
Die ReichSregierung:
SteichspräsideiU ® b e r t Reichskanzler Dauer.
Attsruf der Preußischen Sraals- regieruug.
Die Preußische ©tanteregiernng erlaßt folgenden Ausruf:
9.HU dem heutigen Tage ist die Militärherrschaft, die eine kleine Schar in Berlin auszurichten versuchte, zusaiiimengebrocheu. liapp und General v. Lüttwitz Hub von ihren angenuiluc" Aemtern ziiinckgctceteu. Den Oberbefehl über die in Berlin stationierten Truppen hat auf Anordlumg der Reichgregierung General b. Seeckt übernommen. Die Sicherheit ber NeichShauptsiadt übernehmen „bie her Regierung treu gebliebenen Bestandteile oer Sicherheitswebr und bie bereit« früher in Berlin cinurarschitite Reiciidwehr.' Die unter General V. Lüttiintz einuiarschicUen Truppe» werden schleunigst und zwar spätestens bis Doimerv, tag anend aus Berlin benutegefülnt. Aste Zeiuings bcicyungen, Delepponzensnren und bie sonnigen von der Militärdiktatur aiigeorbucten Maßnahmen merben sofort aufgehoben. An der eiumütigeit entschiedeuen
Die Unruhen in Leipzig.
----- Leipzik», 17. März. Der Rücktritt Kapp» hat die Lage keineswegs erleichtert. Sie ist tiefernst Dtp gangen Tag haben schwere Gefechte in der näheren Umgebung der inneren Stadt und in den Vorstädte» stattgefunden. Zum Teil sind Schützengräben aufgeworfen worden. Die NeichSwchrbrigade hält den Ring betest Von außen her sind die Arbeiter, schwer be» waffnet, vorgerückt und haben Gefechtsführung mit tat ReichZwebrbrigade genommen. In dem Heutig« Tagesbericht der Brigade wird gemeldet, daß von Ost« her, von Taucha, weitere Reichswehrtrupp« auf Leipzig marschieren. Ob diese eingetroffen sind, läßt sich gitr Stunde nicht feststellen. Mit Einbruch da Diinkelbeit ist die Sage in der ganzen Stadt völlig iinsicher geworden. Gegen 7 Uhr traf mit einet» Sonderzna der von der Dresdener Regierung entsandt« Minister Schwarz ein und begann sofort Besprechungen darüber, ob sich der Kampf uicht beenden lasse. Kurg vor 9 Uhr wurde eine Vereinbarung in der Richtung getroffen, daß um 10 Uhr abends vorläufige Waffru- ruhe zwischen den beiden rümpfenden Partei« eilt» treten solle. Ein entsprechender Brigadebefehl, unterzeichnet von bem Kommandierenden Senft v. Pilsack. ist ergangen. Von der Gegenseite ist derselbe Befehl ausgegeben worden. Um '/«11 Uhr tritt ein neugebildeter Aktionsausschuß im Ratbcm« zu einer Sitzung zusammen. Er hat zurzeit den Bekehl über bie Stadt. Er ist zusammengesetzt an» zwei Unabhängigen, einem Mehrheitssozialisten, zwei Demokraten, einem besol. beten und einem imbesoldeten Stadtrat und soll unser Vorsitz de« Minister« Schwarz tagen. Diese Vereinbarung ist in der Stadtvcrordnetensitznng zustande gekommen. Im Laufe des Tage« gab er in der ganzen Stadt sehr viele Verwundete und Tote: eine Zahl kann vorläufig nicht angegeben werden. Die Zeitungen sind zuletzt mit den Abendausgaben erschienen; morgen trüb werden sie nicht erscheinen. Der Zugverkehr ist fast ganz eingestellt.
Nürnberg, 17. März. Heute tarn er hier zn Zusammenstöße» zwischen ReichSwehrtruppen und di^ Menge, wobei auf Pechen Seiten geschossen amnbo» 18 Personen wurden getötet, 40 verwundet. Lee Generalstreik wird »erschürft toetter geführt.
Berti«, 17. Mär». An betriebenen Stell« bet Stadt kam e« heute zu Zusammenstößen zwischen der. Reichswehr und der Menge, die mehrere Tote und Verwundete gekostet haben. An ber Adalbertbrücke wurde ein Oberleutnant in« Wasser geworfen. Er ist ertrunken.
WB. Hamburg, 17. März. In Hamburg ist alle» ruhig. Die Soldaten, die man anfangs unter- verschiedenen Vorspiegelungen dafür gewonnen hatte, gegen bie verfassungsmäßige Regierung Stellung zu nehmen, haben sich nunmehr gegen ihre Führer auf» gelehnt, etliche an bie HB*nb gestellt und andere verhaftet.
......^»"MwnniBWM—w—»■ । ' 'v Lokales.
Hanau, 18. März.
* Johannesklrchengemeinde. Die Gottes» dienste finden vom 21. d. M. (nächsten Sonntag) ab wieder in unserer Kirche statt
* Kirchenkonzert. Wie bereits mitgeteilt, veranstaltet der Gesangverein der Marienkirche am Sonntag ben 21. d. Mts.» abends halb 8 Uhr, in bet Marienkirche ein Kirchen», konzert. Nach dein uns vorliegenden Pwgrainnr ist es der stillen und ernsten heiligen Passions. zeit angemessen und verspricht allen kirchenmustk- liebenden Christen einen genußreichen Mend, zumal bewcitzrte niusikalische Kräfte mitwirken. Wen sollte es aber auch nach all den Wirren der Zeit nicht einladen, bei stiller Einkehr der Musik der heiligen Passion zu lauschen? Besonders darauf hingewiesen werden muß, daß der Kirchengesangverein das Konzert nicht etwa für seine Zwecke veranstaltet, sondern er strebt damit an, erstens der Gemeinde zu dienen unb zweitens zur Wiederausschiniickung der einst so herrlidfen, infolge der im Kriege abgelieferten Zinnpfeifen verunzierten Orgel beizutragen. Der Reinertrag des Konzertes, dessen Besuch sehr zu empfehlen ist, soll daher zur Beschaffung neuer Prospeltpfeifen verweirdet werden.
* Stadttheater. Heute halb 7 Uhr Bev einsuoStellung „Minna von Barnhelm". — Wo 24. Freitags-Abonnemenlövorstellung geht morgen um halb 7 Uhr die Operettenposse „Die tolle Komteß" in Szene, während eamstn^ 7 Uhr „Das Schwarzwaldmädel" auf dem Spiel- plan steht. Für diese Äuffühmng gelten die grauen Einlaßkarten von Montag den 15. Matz, worauf ausdrücklich hingewiesen wird. Betont wird, daß die Vorstellung um 7 Uhr beginnt Sonntag abend 7 Uhr gelangt der Eanghoser' Einakterzyklus „Der Segen des Irrtums", der bei jeder Aufführung einen durchschlagenden Erfolg erzielte, zur Wiederholung. In Bot- hereitung befindet sich da» Drama „?lelsrida" von Jakob Loeweilberg.
* Beschlagnahmt wurde im Hose einer Metzgerei im Zentrum der Stadt das Fleisch von einer schwarzgeschlachteten Kuh und einem Kalb. '
Abwcbr von Arbeiterschaft und Bürgertum ist die Militärdiktatur zerschellt. Unser Volk wird die neu erkämpfte Freiheit für alle Zeiten zu wahren missen.
Die Preußische Regierung, gez. Hirsch.
Ein demokrattscher Aufruf.
WR. Berlin, 18. März. Der Vorstand der Demokratischen Partei veröffentlicht solgenden Aufruf: Da» Volk bat gesiegt! Kapv und Lüttwitz sind zum Rücktritt gezwimgen worden, die militärische Diktatur ist beseitiat. die Führung der Tnrppen ist verfassungstreuen Offizieren anvcrtraut worden. Pflicht aller unserer Anhänger ist es, nunmehr zur Arbeit zurückzukehren. Wir haben die Rechte deS Volke? zurückerobert, jetzt wollen w'r unsere Frauen und Kinder vor Dünger und Elend schützen. Auf dem Boden des Recht? und der Verfassung werden wir eine Umbildung des Kabinett» und möglichst baldige Neuwahlen verlangen. Wir treten auch für die verfassungSuwßig festaelegte Wahl de» Präsidenten durch das Volk ein. Da? Verbrechen der Putschisten bat da« Gefühl der Einheit be« Vaterlandes auf« schwerste erschüttert. DeS Siege» würdig, muß da» Volk au« eigener Krait Ruhe und Ordnung wieder herstellen gegen jede Diktatur. Vorwärts und aufwärts für die demokratische Republik I
Rückkehr der Regierung nach Berlin.
’* Berti«, 17. März. Die ReichSregierung und die Nationalversammlung werden nunmehr in Berlin erwartet. Die Nationalversammlung soll im ReichS- tagSgebäude in ben nächsten Tagen zusammentreten. Slrafantrag gegen die Amstürzler
Wie au? Leipzig gemeldet wird, hat bie ReichSregierung beim OberreickSanwalt in Leipzig bie Strafverfolgung gegen' folgende Führer der Berliner Meuterer beantragt: LandschaftSdirektor a. D. Kap p, General v. Lüttwitz, Regierungspräsident v. I a g o w, Admiral V. Tr o t h a. Schiele, ^auptmgnn a. H. Papst, Nemtsanwatt Predexech Oberst a. D. Bauer und Kapitän G r y a r b t.
Der Ausftaud der Eisenbahn* und PoflangefleMen beende!.
WB. »erlin# 17. März. Der AuSstawv der Elsenbal»»»- «,»d Posta,»gestellter» ist bee«det. Die Arbeit wird morgen wieder aufgeno,„«,«,,.
(Am Dir«ktio»Sbe»irk Frankfurt kannte man heute vormittag diesen Beschluß noch nicht, weShalb der Berkehr heute „och stockt«. D.Red.)
Ein hochverrAsrifcher Ober* pröfidenl.
WB. Stuttgart, 17. März. Auf eine Anfrage des Reichsuiinisterium» des Innern vom 15. März an sämtliche Ovcrpräsidenten über die Lage ist bei dem Reichrnsimster folgenbt« Telegramm au« BreSlau eiitgegaugen: „An den ehemaligen ReichSminister be« Innern. Brerlau und Schlesien sind restlos in der Hand der Kappleute. Anträgen wie bie vom 15. März sind daher zwecklos. Der Obcrpräsident*.
Der Dlcidiämimfter beä Innern hat den Obcrreichr- auwalt in Leipzig telegravyisch ersucht, gegen den Oberpräsidenten von Schlesien ein Verfahren wegen Hochverrat« einzuleiten.
MU dem Telegramm des bisherigen Oberprästdenten von Schlesien ist die Tatsache nicht widerlegt, daß dir gesamte schlesische Arbeiterschaft restlos hinter der Re» Brauer steht und rücksichtslos die Putschisten it Zahlreiche Meldungen, besonders aus Görlitz und dem Äaldenburger Revier, zeugen davon, daß die freche jlntiuort des ehemaligen Obcrprüsidcntcn sich nur auf einige putschlstische Neichswehrbataillone stützt, bie infolge der Einigleit oer schlesische» Arbeiterschast auch nur ein Herrscherdasein von wenigen Tagen fristen werden.
Zufammenfköhe in Berlin.
Barriladenbau der Kommunisten
WB. Berlin, 18- März. Ikbor die Zusammenstöße in der Stadt im Laufe des gestrigen Tage» erfahren wir noch folgende Einzerheitze»:
In der Veteranenstraß« wurde ein Mädchen burch einen Schuß leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht. In her Brunnenstraße tu irr ben mehreoe Personen verwundet. Am HermannS- Platz griff eine größere Menschenmenge zwei SicherheitSsoldaten an. Einer davon wurde schwer mißhandelt in# Krankenhaus gebracht, der üiocite warf die Waffe von sich unÜ ergriff die Flucht, wurde aber von der Menge ergriffen und fortgeschleppt. Obwohl sofort Reichswehr ein» griff, gelang eS nicht, den Sokoaten aufzufinden. Die Menge tvurde zerstreut- — Eine größere Menschenmenge rückte gegen Mittag von Neukölln nach Berlin In der Nähe der Kottbuserbrücke griff der Pöbel einen Posten an und marf mehrere Soldaten in# Wasser. Ein Kommando der Reichswehr ^ilie zu Hilfe, rettete bie Kameraden und löste bie Menge aus. Aus verschiedenen Teilen ber Sta'or wird gemeldet, daß die K o m in u - nisten Barrikaden bauen, so am Kott- buser Tor und der Frankfurter All«.