hanauer 1 Anzeiger
&rtÄ’Ä‘s» «&5»Ä»Ä »o»L SÄMk. für W6«jm «i«rteUUtt.M3 Mark, monatl. 2L0 Mr. Die Nummer 10 Pfg. Poßschsck-Koato Nr. 26659. Frankfurt a. M.
GMerlü-Anzeiger
AmMches Organ für Stahl- und LanSKreks Kasan
Erscheint tägllch mit Ausnahme der Gönn- und Feiertage
Sr. «4
Dienstag den 16. März
1921
Ausruf.
Nachdem die Bevölkerung trotz der schwierigen Lage in anerkennendster Weise die
Ruhe und Or-nung
in allen Teilen des Stadt- und Land- bezirks bisher mustergültigst auftecht galten hat, mache ich im Einverständnis mit dem Herrn Landrat von der mir erteilten Ermächtigung
Erleichterungen bezüglich -es
kintreten zu lasten, Gebrauch und bestimme folgendes:
I. GewerkschastlicheMitgliederversamm- lungen, geschlossene Mitgliederversammlungen der Parteien, Beleg- schafts- und Betriebsversammlungen können vom Polizeidirektor bezw. Landrat nach Anmeldung gestattet werben, öffentliche politische Versammlungen dagegen bleiben einst- weUen verboten.
L Die Polizeistunde wird auf 11 Uhr nachts festgesetzt. Das Betreten der Straßen ohne I erschein wird von 12 Uhr nachtS bis verboten. ||
Falls die Ruhe und Ordnung weiter Ulfrecht erhalten wird, treten in kürzester Zeit weitere Erleichterungen ein.
Hanan den 15. März 1920.
um 1
Thümmel.
Uebersicht.
UeberbliL man die im Laufe der letzten Nacht und fett heutigen Morgenstunden hier eingelaufenen Mel- dmlgeu au« dem Reiche, so tritt besonders die eine Tatsache hervor, daß die Reichsregierung, die gestern in Stuttgart «ingetroffe« ist, Fühlung mit dem ganzen bliche hat, daß sich die Gegeurevolution lediglich auf ^rlin und einige kleinen Bezirke beschränkt, und daß übrige Reich auf dem Boden der alten Regierung der von dem Volke gewählten Ler- ^Mg steht. Ein eindrucksvolle« Argument, ta« her Berliner Bewegung entgegentritt, st der selbst von den sonst am weitesten rechts stehen- ™ Elementen im Reiche unterstrichene Hinweis auf unter der Regierung Ebert-Bauer in den letzte« Wochen eingetretene Besserung der wirtschaftlichen ^> die nun jäh unterbrochen worden sei. Die von °rnherem unwahrscheinlich klingenden Meldungen, 6 ^ ReichSregierung gut der Berliner Be- ^!ing Verhandlungen gewünscht habe, ferner, ^ Kaph und seine Freunde in ^Settbinie aussichtsvollen Verhandlungen mit Arbeiter- ^trerern stünden, haben sich als trügerisch erwiesen, o« Gegenteil, die Reichsregierung lehnt jede Verhand- , ^ ^ der berliner Regierung ab und fordert die / ^ungslose Abdankung Kap PS und Genossen. Auch ^ ^E'Mg der Berliner Vorgänge auf das Ausland ^ nach Pariser Pressestimmen durchaus ungünstig, ^'."^ hat mit Stuttgart eine französische tclegra-
1 ^ Verbindung sowie einen Kurierdienst eingerichtet.
. '-n München scheint in legier Stunde ein Um» । ^'l! zugunsten der Reichsregierung eingetreten zu ^‘ ^ ^ verwirrenden Nachrichten waren dort auf
- -^chterschernen der Zeitungen zurückzuführen. "^ol Moehl hat erklärt, daß jetzt die Sachlage für 511 Miau sei.
^ - v verschiedenen Städten des deutschen Reiches, ist $Zusammenstößen zwischen der Arbeiterschaft und ^^pknlörhern gesäumten, die jedoch kaum ernst zu uud auf die im Reiche allgemein kolportierten D.^^Echcnde Nachrichten zurückzuführen sein dürfte. «I« ^"laralstreik ist allgemein, doch dürfte dieser bald » /endet angesehen werden, da nach der Ansicht des ^ ‘iltamtes des Reichskanzlers der Generalstreik nur ^daeiüürt werden soll, wo die «eaeu-
revolutiov die Macht in ben Händen hat. Zusammenfasseud glauben wir feststellen zu können daß die Gegenrevolution allgemein ein moralische? Fiasko erlitten ■ und die größte Empörung ausgelöst hat. Unsere, an dieser Stelle oft genug angeführte Ansicht, nämlich, daß in einem Volks- und RchtSstaat der Wille deS Volke? nur mit loyalen Mitteln durchgesetzt werden darf, daß jedes gewaltsame Machtmittel, mag es angewandt werden von dieser oder jener Seite, z« verwerfen ist, scheint man in allen Kreisen z«zn- stimmen.
Oberstes Gesetz ist und bleibt da? V o l k ? w o b und dieses verlangt von unS Ruhe. Ordnung und Arbeit. Durch Bewegungen, Gewaltakte, wie die in Berlin wird aber das Volkswohl schwer geschädnst, direkt und indirekt. Es ist ein alter Grundsatz: Wer sich auf die Gewalt stützt, kommt durch die Ge
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Die Reichsregierung mSLuttgsrk.
WB. Stuttgart, 15. März. Heute mittag 1.05 Uhr traf die Reichsregierung, an ihrer Spitze Reichspräsident Eberi und Reichskanzler Bauer, im Sauber» zug von Dresden kommend auf dem diesigen Hmrpt- balmbof ein. Zu ihrem Empfang waren der Württem- bergische Staatspräsident, der Minister des Innern, der Reichsverkehrsminister Dr. Bell und einige Parlamentarier erschienen. Die Dütglieder der Reichsregierung habe« im Hotel Markquart Wohnung genommen.
Reichskanzler Bauer über die Lage.
Reickskcmzler Bauer gab bald nach seinem Ein- trefftn in Stuttgart den Vertretern der Presse Erklä- rangen über die Austastung der Reichsregierung. Es streik vorhanden. Die Regierung habe dazu nicht aufgerufen. Sie fei in ihrer Gesamtheit der Meinung, daß, wenn nichts anderes übrig bleiben sollte, aller- ding? zur Abwehr der Umsturzbewegung auch der Generalstreik zur Anwendung kommen muffte; Die Situation sehe aber für die Staatsstreichler schon so wenig hoffnungsvoll auS, daß ein so starkes Mittel kaum angewendet zu werden brauche. In allen deutsche« Ländern, auch in Preußen, rüsteten sich gewaltige Kräfte zur Gegenwehr. Dazu komme, daß der militärische Staatsstreich nicht ausreichend vor- bereitet gewesen sei. Durch den Erlaß der Haftbefehle gegen die Führer seien diese früher zum Losschlagen genötigt gewesen, als eS in ihrer Absicht gelegen habe. Erheblich« Kontingente der ReichSivebr seien nicht willen«, ben Umsturz mitzumachen. Der Reichskanzler schilderte dann die verhängnisvollen Fol- g e n d e S P u t s ch e S. Er teilte mit, daß eine der wichtigsten Forderungen deS Generals v. Lüttwitz an die Reichsregierung gewesen sei, die Reichswehr nicht weiter abzubauen, sondern im Gegenteil die militärischen Wüstungen zu erweitern, die Ablieferung und Vernichtung der Waffen einzustellen unb sich für einen neuen Krieg zur Verfügung zu stellen. Der Reichskanzler betonte, daß das Ausland über die Bedeutung der Militärrevolte unterrichtet sei, und es werde nicht lange dauern, bis man mit einer Intervention rechnen könne. Es fei nicht anzunehmen, daß sich die Entente mit Herrn Kapp in Verhandlungen einlasse. Der deutsche Geschäftsträger in Paris habe mitgeteilt, daß Millerand angeordnet habe, eine direkte Leitung nach Stuttgart zu legen, bamit er die Verbindung mit der verkassungsmäßigen Reichsregierung aufrecht erhalten könne. Der Reichskanzler widerlegte auch einige irreführende Meldungen aus dem Kap pichen Hauptquartier.
Der Biinifter des Innern Koch teilte mit, daß alle Meldungen, die Reichsregierung habe mit Kapp eine Verständigung angevahnt, falsch seien. Die Regierung würde verblendet handeln, wenn sie sich in ben Strudel mit sortreißen lasse. Sie lehne es ab, sich durch eine solche Verbiiidung mitverantwortlich zu machen für da», was der Putsch angerichtet habe.
Die Auffafsu«« der Wcaierung über »e« ®encra., rcif.
Von der Presteabteilung des Reichskanzlers wurde die Auffassung über den G e n e r a l st r e i k folgendermaßen präzisiert: e? soll überall da, wo die Geg«i- revolutionäre die Macht in Händen haben, der Generalstreik mit aller Schärfe durchgeführt werden, dagegen liege dort, wo sie Männer der alten Regierung die Macht haben, eine Notwendigkeit für den Generalstreik nicht vor.
Keine Verhandlungen der Reichsregierung Mit Berlin.
«« Stuttgart, 15. März. Die ReichSregierimg tritt allen G ersicht en, die, wie es scheint, in ganz Deutschland getost iiili.fi verbreitet werden, daß \e mit her Legierung kapp durch Mittelmänner in Verbindung getreten ist, mit allem Nachdruck entgegen. Es m kein wahrer Wort an dieser Behauptung. Die ükeichsregicrung ist sich bewußt, daß sie dnrck sol l e Verhandlungen daS ChaoS, in das der Berliner Putsch die heutige Politik und Wirtswaft gestürzt bat, nur in zweckloser Weise verlängern würde. ® s Regierung bat aus allen Teilen Deutschlands, vor- nchmlich naiürlich aus dem Süden und Westen sonn auch aus Mitteldeutschland so viel Vertrauens- tundaedunae« bietber erhalten, daß sie bon dem
besten Stande der verfaffunastreuen Sache überzeugt ist. Sie lehnt auch für die Zukunft jede Verhandlung mit den Berliner Usurpatoren ab.
Eine französische telephonische Berbmörmg mit Sknttgarl
WB. Ltttttgaet, 16. März. Die französische Regierung hat eine eigene tÄevbonische Verbindung mit Stuttgart, iowie einen Kurierdienst Paris—Stuttgart eingerichtet.
MasrÄer in BsEu.
WB. Dresden, 15. März. General Maerker hat sich am Sonntag abend zur Besprechung der neuen Lage nach Berlin begehen.
Wie au» einem weiteren Telegramm «u? Dresden hervorgeht, ist General Märcker ohne Wissen derReich?- rrgicrung nach Berlin, gefahren. Er hat erst nachträglich die letztere von feinem Vorhaben unterrichtet.
Dresden, 14. März. General Märcker bat sich nach langen Verhandlungen heute bereit erklärt, die Regierung Ebert zu unterstützen. Er will auch den Schutz der sächsischen Verfassung und Regierung übernehmen und bat heute an Ebert folgenden Brief geschrieben : »Ich fahre heute nach Berlin. Nach Rücksprache mit best zweiten Wehrkreiskommando Distel werde ich den Versuch machen, die.neue Regierung zn veranlassen, die verfassungsmäßigen Zustände wieder herzustellen. Ich bin überzeugt, daß die Erfüllung von drei Forderungen durch die alte Regierung die unbedingte Voraussetzung dazu ist: 1. Bildung einer Koalitionsregierung auf breiter Grundlage, wenn möglich unter Beteiligung von Mitgliedern der jetzigen Berliner Regierung. 2. Frühzeitige Anberaumung, der ReichstagSwablen. 3. Wahl eines Reichspräsidenten durch das Volk und nickt durch den Reichstag. Es wird in Wehrkreis IV nichts geschehen, was gegen die Verfassung verstößt."
(Die Gerüchte, nach denen die RcichSregiemng gewünscht habe, mit bet Berliner Regierung zu verhandeln, sind al'o univahr. Die? geht auch auS der
BermSgerrsernztShung für öLschverrat.
WB. Stuttgart, 15. März. Im Reichs- mimsterium des Innern mitb ein Gesetzentwurf auggearbeitet, wonach Hochverrat außer mit den jetzigen Strafen auch mit einer gänzlichen oder teilweise« Einziehung des Vsrinogens zu bestrafen ist. Es ist in Aussicht genommen, das Gesetz mit rückwirkender Kraft auf den 15. März auszustatten, weshalb schon heute diese Ankündigung erfolgt.
Die Nelchsreglermra forLerk die de- dmgurrgslofe ALLmrLuug der Berliner wb. Stuttgart, 15. März. Das Reichskabinett ist heute nachmittag hier in Anwesenheit des Reichspräsidenten Ebert, Reichskanzler Bauer,dem PrästdMtöNderNationalversamnrlung und unter Beteiligung der Württembergischen Staatsregierun g zu einer Sitzung zusammengetreten. Die verfassungsmäßige Reichsregierung fordert die bedingungslose Abdankung von Kapp und Genossen.
Der Caffeler Regisrungspräsi- deut gegen Kapp.
In einer Sitzung. die im Easseler RegierungSge- bäube ftattranb, und an her alle Setter der verschiedenen Abteilungen her Regierung teilnahmen, gab der Re- gierungSpräsident Spriitgoritni folgende Erklärung ab: „Ich gebäre keiner der bei der Regierung des Deutschen Reiches beteiligten politischen Parteien an, fühle mich aber nur dieser bisherigen Regierung vervllicktet. erkenne die Berliner Diktarur des Herrn Kapp und seiner Mithelfer nicht an und werde keine Wellungen von ihm entgegennehmen. Für mich als dem Präsidenten der Regierung zu Castel und als nein beauftragten Präsidenten für den unbesetzten Teil deS Legierung?- bezirk? Wiesbaden ist die alte Regierung (Bauer) nach wie vor die einzig rechtmäßige."
Die Lage in München.
Für die Lage in München ist eine von dem Re- giernugskommiff-rr v. Kahr und dem StaatSkomillar General V. Mocbl erlassene BKanntmachung bezeichnend, die sich gegen die Auffasiitug wendet, daß die Uebertragung bet Geschälte des StaatskommissarS auf ben Oberbefehlshaber der Reichswehr mit ei.net Militärdiktatur gleichbedeutend oder gar durch den Oberbefehlshaber gewaltsam angemaßt worden fei Diese Auffassung, die auch als Grund zum Generalstreik biene, fei hinfällig. Es wird ausdrücklich erklärt, daß die Uebertragung der Geschäfte des Staatskom- missarS und des RegferungSkoiumiflarS durch den Miuifterrat in gesetzmäßiger Welle erfolgt sei und daher von einer Äilüärd.ttatur. oder gar von einer gewaltsamen Anmaßung per Befugnisse keine Rede sein könne.
UebrigcnS bat man in hiesigen politischen Kreisen den zuverlässigen Emd/iick empfangen, daß sich auch hier auf Grund einer Besprechung mit Herrn Dr. Geßler, der von der Leich»regi?rvug nach München geschickt wurde, jetzt schon eine Wendung der Dinge zum Besseren an bahne. General Moehl wll auf Grund der Informationen,' die Dr. ®e^er erteilen konnte, erklärt haben, nun sei für ihn die Sachlage vollkommen aeklart. General Moebl hatte, wie beruhtet wuw. m-
zwischen auch schon Fühlung mit den Zeitfreiwilliger genommen, die ihm gegenüber erklärten, sie seien teun Puticktruppen, sondern ständen hinter der Regierun-
Berliner Reichswehr gegen LuösnSsrff.
WB. Berlin, 16. März. Nach den ^Parlamen« tarischen Nackrichten" haben sich große Teile der Berliner SicherbeitSwehr gegen die Regierung Kapp erklärt. Die Zahl derer, die den Mcktntt her Kappschar Regierung verlangt, ist ständig im Wachsen begriffen. Auch in Kreisen der Reichswehr ist der Stimmung?» umschwung offensichtlich. Ludendorff hat an Kapp ein Telegramm gerichtet, daß auf die Reichswehr kein Ber- laß mehr sei, und daß daher die Studenten und Gym« nasiasten zu bewaffnen seien. Auch die Zeitfreiwilligen sollen einberufen werden. (Die Verantwortung dieser Meldung, die schwer zu kontrollieren ist, müssen wir den ^Parlament. Nachr." überlafleu. D. Red.)
Die Haltung Amerikas.
WB. Washington, 18. März. Des
Kriegsurinister erklärte, b«8# obwohl die ameritau ischen RH kintrnppc« theoretisd) unter dem Befehl des Marschall Koch stünd-n, sie doch an keiner Operation in Deutschland teilnehmen würden, ohne ansdrücklichen Befehl des Präfidente» Wilson.
Die MmmNNg m Lyndon.
WB. London, 16. März. Das Srie-s*
Ministerium beschäftigt sich gegenwärtig mit den Maßnahmen, die;« ergreifen find, um Eventualitäten zu begegnen, sowie mit der Berstärkung der Armeen am Rhein für- den Fall, daß eine militärische Intervention notwendig sein sollte. I« Lovdo» ist der Eindruck vortzerrscht«», daß sich die Gegen- revolutkon nicht hakte« käu«. Für den Fall, daß die neue Regierung aber d«rchdri«gew sollte, werde eine Intervention, solange der Persailler Bertrag nicht gefährdet iS, nicht notwe«dig.
Eiae §m«-gehs«g in Obeelchrelieu.
WB. Oppel«, 16. Niärz. Eine Kundgebung her "tnternaionalen RegicrunqSkommissiou für Oberschlesier fordert die Bewohner Oberfchlcsieu? auf. von der Beteiligung an etwaigen Umständen abzusehen.
BLMge Zulammeastötze im Matche.
WB. Hagen, 16. März. Hier entwickelte sich gestern ein heftiges Gefecht zwischen bewaffneten Arbefte»truvpen aus Wetter uns Hagen und der Reichswebr, in dessen Verlauf eS aus Seiten bei Arbeiter 5 Site und mehrere Schwerverwundete gab. Auf Seiten der Reichswehr find 18 Mann gefalln, und viele verwundet worden. Zwei 6,7 ern-Geschützk und Minenwerfer, ferner Maschinengewehr und 12 Pferde Wilrden von den Arbeitern erbeutet.
WB. «eipzlg, 15. März. Der heutige erste Tag des Generalstreiks ist unruhig »erlaufen. Die ganze Innenstadt ist irtzt milltärisch abgesperrt. Nachmittags und abends kam e« an verschiedenen Stellen der Stadt zu Sckießereien, wobei wieder eine Anzahl Tote und Verwundete zu beklagen waren.
WB. Brandenburg, 15. März. Der Generalstreik wurde gestern und heute von ben Sozialdemo- traten und Gewerkschaften durchgeführt. NachmUtag» traf daS D-'partement Pogdam der Reichswehr in her Stadt mit Infanterie, Maschinengewehre« und Brillierte ein und besetzte die Stadt. Es wurde der BelagerungS- zustand verhängt. Beim Einrücken der Truppen find mehrere Persouen verwundet worden.
WB. Berlin, 15. Diärz. In Steglitz kam e» heute nachmittag in der Schloßstraße in einem öu« 'ammenstoß zwücke« Militär imd Publikum. Es mürben in der Note der Schöneüeraer Straße eine «n,abl scharfe Schüsse abgegeben. Hierbei gab es 8 Tote, 6 Schwer- unb 8 Leichtverletzte.
WB. Berlin, 13. März. An verschiedenen Stellen Ber inS kam eS im Laufe des Nachmittag? zu schweren Zusammenstößen rwifchen Arbeitern und Reichswehr- truppen, so am Potsdamer Platz, in der Zuvalid«' sttaße, in Steglitz und Ch-rlottrnburg. Hierbei wurden mehrere Personen un» Reichsivehrsoldaten getötet und verletzt. Gegen 4 Uhr nachmittag? wurde im Norden an der Ecke^ der Brunnen- und Invalidenstraße eine etwa 30 Mann starke Militärkapelle, die von einer bewaffneten Truppe in gleicher Stärke begleitet war, von mehreren hundert ZivilisreN angeschosien. Dr- . Truppe gab einige Schüsse ab, die mer Personen verlegten. Hierauf "fiel die Menge über die Truppe ber, drängte sie in die Häuser und entriß ihnen die 23afff.it. Beim Erscheinen von Verstärkungen stob die Menge ailscinander, sodaß die Soldaten befreit wurden. In den späten NachmittagSstundcn haben Baltikumtrupprn im Vorort Friedenau auf einige demonstrierende Mem'chenanlaniminngen geschossen, um sie auseinander- zulreibeil. Es gab dabei 8 bis 10 Tote und mehrere Verwundete.
--- Erfurt, 15. März. Bei Zusammenstößen mit der Reichswehr gab es hier an der Post und am Bah«» hof verschiedene Tote und Verwundete.