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Po^scheck-Kouto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

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Amtliches Organ für Sladl- MS Landkreis Sanan

Erschein! täglich mit Ausnahme bekrönn- und Feiertags

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Verlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen Teil Rich. Hultsch - für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle ,n Sanau a.M.

Rotationsdruckd.WaisenKausbuchdruckerei Sanas Fernsprechanschlüüe Nr. 1237 und 1238

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Gas Neueste.

In der gestrigen Sitzung der Nationalversamm­lung wurde in dritter Lesung das Reichseinkom- «lensteuergesetz angenommen.

In München kam es gestern zu Hungerkra- vallen.

Der deutsche Geschäftsträger in London hat rlloyd George eine Note über die Verfolgung von ^riegsverbrechen überreicht.

Die Neuwahlen in Preußen werden voraus- WliÄ im Oktober stattfinden.

Eine Verordnung über Aufnahme einer höheren Arbeitszeit als 8 Stunden in Tarifverträgen be­findet sich in Vorbereitung.

Warnung an Dönemarb.

Wer die dänische Presse jetzt verfolgt, dem scheint es so, als ob die sonst so gelassenen Dänen die Nerven völlig verloren hätten. Ganz Däne­mark beschäftigt sich nur noch mit der Abstimmung in der zweiten Zone. Der für die Dänen günstige Ausfall in der ersten Zone hat einen förmlichen Heißhunger erregt. Die zweite Zone mit FlenS- burg wird schon als sichere Beute betrachtet, zu­mal ja die Wühlarbeit vor den verwerflichsten und niederträchtigsten Mitteln nicht zurück- schreckte. In der dänischen Presse fand sich sogar die Behauptung, daß die zweite Zone selbst dann an Danmurrk übergehen werde, wenn sich die Be­völkerung für Deutschland entscheiden solle. Und Sar soll dieser Uebergang dadurch erreicht wer- L daß eine Volksabstimmung in Dänemark WWWber entscheidet, ob FlenÄWWWWWWW sisne bei Deutschland bleiben oder nicht! SowZt haben es die Alldänen schon gebracht, daß selbst das ra'oikale Ministerium Zahle vor einer Ver- vewEigung deutscher Gebiete nicht zuruckschreckt. Es ist in diesem Zusammenhang gut, daß das Mitglied der Nationalversourmlung W a l d - st ein, eine kleine Anfrage an die Regierung ge­richtet hat, die sich mit dieser herausfordernden Haltung der Dänen beschäftigt. Im Namen der Reichsregierung hat der Außenminister Müller daraus geantwortet, daß es von Dänemark ab- hänge, ob die dänische Frage für immer eine ge- nchte Lösung finde oder nicht. Wenn die dänische Regierung nicht darauf beharre, daß ihr über­wiegend deutsche Gebiete zugesprochen werden, so »erde Las auch nicht geschehen. Ob sich diese Er­wartung des Außenministers Müller rechtfertigt, wrcd sich bald zeigen. Daß die Dänen den Kopf verloren, daß sie die Hand nach Schleswig aus- streaten, erklärt sich mit daraus, daß sie Wind ^aton betonen, daß Paris und London alle An- Müche Unterstufen werden. Frankreich ist ein Ge- bietsverlust Deutschlands recht,ohne daß die Fran- sich den klopf darüber zerbrechen, ob nicht durch diese Gewaltpolitik neue Reibungsflächen Mafien .werden. England begünstigt aus ähn- S'i Gründen den Landhunger der Dänen. die Briten verfolgen dabei bestimmte Ziele, garnichts mit einem großen und freien Däne- ur-x? tun haben. Will England das Baltikum w^Lchlich als Brückenkopf für die Beherrschung utto Sicherung des nördlichen Rußlands be- utzen, f0 braucht es auch die Herrschaft über die Diese wird England nur dann gewähr- --lM, wenn es in Dänemark festen Fuß fassen w^ Zur Bchecrschung der Ostsee gehört auch der r NordostssekanalS, dessen Wegnahme für -^ t ^nn möglich ist, wenn sich die hJ^6 Hoheitsgrenze bis zum Kanal selbst oder Fuoerhinaus. verschiebt. Wenn die Alldänen ewbrldea, die gewaltsame Angliederung der Zvne werde Dänemark zum unabhängigen Ornat machen, so übersetzen sie in ihrer Ein- :.-' ^ vollständig, daß sie nur Schachfiguren Zst,^tglische Politik sind. Wird unter diesen K t®Wi die Warnung des deutschen Auswär- Buntes an Dänemark etwas helfen? Es etn Fehler, daß die Warnung eine «yiGwrgsche Frage überhaupt anerkennt- Schles- o°^^ Holstein sind geschichtlich und volklich ^^le Einheiten, über deren nördliche Gren- »aa ktoifdjeg Wesen hereinspülen konnten, W avcr trotzdem nicht zu einer grundsätzlichen im volklichen und politischen Auf- 0^ Landes führte. Dänemark hat die Nie- Deutschlands dazu auSgenutzt, um sich U/nteiT an einer Beute zu sichern, der ihm ign^?^ Zukommt. Es ist für das nachbarliche Ver- aut ^^ Dauer nicht gut, daß. Säuenunt t'k* überwiegend deutsche Tondern in der Zvne nicht hergeben will. GeBiß, einst- nnX gerben die Geschicke Europas in London

*®ri8 entstbieden.. Aber die Geschichte ist

nun einmal ein auf- und niedergehen. Das möge Dänemark bevenken, wenn es die Entscheidung vom 14. März umstoßen sollte, um Flensburg zu vergewaltigen.

Graf Brockdorff-Rantzau äußerte einem Ver­treter derDeutschen Allgem. Ztg." gegenüber, im vorigen Jahre hätten Anzeichen Vorgelegen, daß die maßgebenden Kreise in Dänemark sich der Gefahr bewußt gewesen seien, die aus der skrupellosen Ausnutzung der Notlage Deutsch­lands erwachsen müßte. Inzwischen sei aber die chauvinistische Welle in Dänemark immer höher gestiegen. Weil er dauernd gute, Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark mün^e. er­füllten ihn die jetzigen Vorgänge in Nordschles- wig mit großer Sorg«.

Drshungen MMsranös.

Nach Pressemeldungen behaubfete der ^rsnzssilcbe Ministerpräsident Millerand, dass Dentschland die mili­tärischen Bestimmungen deS Vrrsaittcr Fncdcnsver- trageS verletzte, indem es Waffen und Munition ver­borgen beste u. a. m. Im Anschluß bieran tob er wieder Drohungen auS, die bereits auS seiner Koblen- note bekannt sind und stellte die Unterbrechung der RäumnngSfristen und die Wieder- b e se tzu n g bereits geräumter Gebiete in Aussicht.

Hierzu wird unS von zuverlässiger Seite u. a. ge­schrieben: Deutschland denkt nicht daran, irgendwelche geheimen Waffenlager zu unterhalten. Alle Vorgänge spielen sich vor den Augen der Ententemissionen ab, die mit zahlreichen llnterkommissionen das ganze Reich überschwemmen. Sämtliche in den Händen der Armee und de? Reichswebrministeriums befindlichen Waffen werden vielmehr den zuständigen Ententeansschüssen pflichtgemäß angezeigt. Wenn der französische Minister­präsident glaubt, Beschwerde darüber führen zu müssen, daß Deutschland eigenmächtig Kriegsmaterial zerstört MWe rommenomRrtikew 16b des Lerträge? kann für jeden billig Denkenden nur darin gesucht werden, daß das überzählige Kriegsmaterial Deutschlands so schnell und so gründlich wie möglich zerstört wird und zwar auf deutschem Gebiet. denn es wird darin aus- vrLMch festgesetzt, daß die Auslieferung dieses GerätS an die Ententemächte zur Zerstörung auf deutschem Gebiet erfolgen soll. Wenn also Deutschland schon seit dem Abschluß des WaffenstillstsndeS, also noch vor Inkrafttreten der betreffenden VcrtragSbestimniungen, mit dem Zerschrotten von Kriegsmaterial begonnen bat, so handelte eS damit gerade durchaus im Sinne dieses Artikels.

Der LeMchs GsfthäststrägSr Lei MiZlerarrS.

Im Auftrage her deutschen Regierung sprach der deutsche Geschäftsträger Dr. Mayer am 9. März vorn Ministerpräsidenten Millerand das Be­dauern der deutschen Regierung über den Vorfall im Hotel Adlon aus und sicherte die Bestrafung der Schuldigen zu. Im Verlaufe des Gesprächs wurden auch die Fälle besprochen, die sich neuer dings ereigneten. Der 'deutsche Geschäftsträger bemerkte hierbei, daß diese Fälle offenbar anders geartet seien. Die deutsche Bevölkerung sei infolge der Unterernährung leichterregbar, sodaß es der Regierung bei politischer Hochspannung schwer falle, jeden Exzeß von vornherein zu verhindern. Der deutsche Geschäftsträg« verwies auf das frühere Ersuchen der-deutschen Regierung, die Mitglieder der Kon­trollkommission mochten zur Vermeidung solcher Vorkommnisse nicht in Uniform gehen. Dieses Ersuchen wurde früher abgelehnt.

Ministerpräsident M i l l e r a n d kam im An­schluß hieran auf die Uebecgriffe zu sprechen, die sich deutsche Soldaten gegenüber der Kommission des Generals Niefsel zuschulden kommen ließen. Der Geschäftsträger verwies hierbei auf die Ver­urteilung dieser Vorfälle burd) die deutsche Presse und sprach hierbei die Hoffnung aus, daß es durch Bestrafung der Schirldigen und Auf­klärung des Publikums gelingen toerbe, die Wie­derkehr ähnlicher Ereignisse künftig bintanzuhal- ten. Ministerpräsident Millerand erklärte hierauf, man wisse, daß das deutsche Volk leide. Das sei unbestreitbar, aber gerade, wenn man helfen und rasch helfen wolle, werde dies außer­ordentlich erschwert, wenn sich solche Vorkomnmisse ereigneten.

Em neztss ÄKLmelk NMi?

Die Stellung Nittis ist nach einer Meldung aus Rom so gekräftigt, daß er feine alte Absicht, das Ministerium umzubilden und parlameiua lisch weiter zu regieren, auSführen kann. Die Blätter veröffentlichen schon die mutmaßlichen Listen, bod) stehen noch keine Namen fest. Beab­sichtigt ist ein Koalitions-Kabinett, in dem alle Parteien mit Ausnahme der Sozialisten vertre­ten fein werden. Verschiedene Parlamentarier, wie der konservative Luzzatti imb der Reformist Bononi, bie im vergangenen Juni den Gin tritt

in das Kabinett Nitti ablehyten, haben sich jetzt grundsätzlich dazu bereit erklärt. Auch die Kle­rikalen wollen Pocteftuilles annebmen. Vielleicht führt Nitti feine Absicht durch, Marine und Krieg in einem einheitlichen Ressort der nationalen Ver­teidigung unter einem bürgerlichen Mnister zu vereinigen.

DTK MiKistKNirm?. Vranking.

wb. Stockholm, 10. März. Branttnas end- giltigs Ministerliste lautet: Ministerpräsident Branti ng, Minister des Aeußern Palm- stj erna,Justizministerlinbon. Kriegsminister P. A. Hansson, Mariueminister Erik so n, Minister des Innern T. E. Svens so n. Fi- nanzminister T h o r s s o n, Kirchenminister Olsson, Ackerbauminister Nilsson, konsul­tative Staatsräte: Sandler, Wothin. Das neue Ministerium löste heute das alte ab.

In dem Programm des neuen Ministeriums heißt es ausdrücklich, daß es die Regierung im Sinns des früheren Kabinetts weiterführen, an die Lösung der sozialistischen Fragen aber an­gesichts der Mehrheitsverhältnisse im Reichstag nicht herantreten werde. Die innerpolitischen Ziele sind die Verbesserung des Gemeindesteuer- gesetzes, die Lösung der Wohnungsfrage und die vorläufige Einschränkung der Militärlasten. In den Fragen der wirtschaftlichen Demokratte und der Sozialisierung sollen fachliche Unter­suchungen angestsllt werden. In der äußeren Politik will die. neue Regierung ebenfalls die Haltung ihrer Vorgängerin einnehmen, die fried­liche Verständigung und Handelsyolittsche Zln- näherung an andere Völker fördern und für den Ausbau des Völkerbundes wirken.

....... M*B.-^ Wer ,

wb. Berlin, 11. März. Der deutsche Ge­schäftsträger in London hat dem Prsmierminifter Lloyd George eine Note überreicht, in welcher die deutsche Regierung mittelst, daß sie die Auslieferungsliste der Entente dem Oberreichs- anwalt beim Reichsgericht in Leipzig übermittelt hat, damit gemäß 'dem Gesetz zur Vsrfolgnng von Kriegsverbrechen das Erforderliche ver­anlaßt würde. Weiter heißt es in der Note: Inzwischen ist ein von der deutschen Regiemng eingebrachter Gesetzentwurf zur Ergänzung dieses Gesetzes von der Nationalversammlung ange­nommen worden. Zunächst beseitigt dieses Gesetz alle Hindernisse, die einem neuen Verfahren infolge einer Amnestie oder dergleichen entgegen- stehen können. Ferner schreibt das Gesetz vor, daß die Einstellung des Verfahrens oder die Ablehnung der Wiederaufnahme eines früheren Verfahrens nur durch Enricheidung des Reichs­gerichts selbst erfolgen kann. Die bezeichneten Vorschriften geben alle denkbaren gesetzlichen Garantien für eine erschöpfende und unparteiische Untersuchung. Die Note protestiert ferner gegen die Verhaftung und Verurteilung Deutscher, die in den besetzten deutschen Gebieten leben, burd) alliierte Gerichte. Sie fordert, daß derartige Verhaftungen nicht mehr vorgeuommen und die bereits festgenommenen Deutscken den deutschen Gerichten zur Verfügung gestellt werden. In gleicher Weise würden auch diejenigen Deutschen in die Heimat zu entlassen sein, die bisher wegen Beschuldigungen in der bezeichneten Art in Gefangenschaft zurückbehalten worden sind.

Eine GerVrdNNNg über WehrrtrheL

DDF. Berlin, 12. März. Wie dieBossische Zeitung" hört, ist eine Verordnung in Vorbe­reitung, die dahin geht, daß in den Tarif­verträgen eine höhere Arbeitszeit als acht Stunden täglich ohne vorherige behördliche Genehmigung vereinbart werden kann. Ferner soll es ohne weiteres gestattet werden, daß Kürzungen der Arbeitszeit, die durch vorübergehende Störungen wie Kohlennot und ähnliches hervorgerufen werden, bis zur Grenze der 48 Stundenwoche wieder ausge­glichen werden können. Endlich sollen vorbe­reitende Arbetten für die Betrieb instand Haltung außerhalb der täglichen acht Stunden gestattet sein.

(Der ohne Rücksicht auf die Solange unseres ohnedies aufs schwerste gefährdeten Wictschafts- Iefe'r.3 vom grünen Tisch aus eingeführte Acht­stundentag scheint sich 'demnach im Schwanken zu befinden. Jeder denkende Mensch wird der Ar­beiterschaft eine allmähliche, mit den Erforder­nissen der fortschreitenden Technik in Ueberein­stimmung befindliche Verkürzung der Arbeitszeit gönnen, aber 'die Eimübruna des Achtstunden-.

tages bei Arrsbruch der Revolutino war über stürzt und geschah ohne jede Fühlung bet Wipt schaftslage, lediglich um eine Programmforderuitz zu verwirklichen. In Regierungskreisen scheint man jetzt langsam einzusehen, daß das Experiment überstürzt war. Schlagwörter lassen sich mit bq harten Tatsachen des WirtscbaftslebenS nun ein, mal nicht vereinbaren. D. Red.)

GsweinwirtschafMche Saplfat* Lildttng.

Der Wirtschaftsrat beim ReichswirtschafirmiWstettuN befaßte sich gestern mit der Frage der Kreditbe­schaffung für die deutsche Volkswirt­schaft, Konsolidierung der privateu Lalutaschirlder und Beschaffung von Betriebskapital. Unterstaatt« sekretärDr.Hirsch forderte die gemeinteirtf^aft* liche Kapitalsbildung da, wo das Volkswirt- schastlich notwendige Kapital sich nicht privatwirtschast- lich bildet. Nach eingehender Aussprache konnte fest- gestellt werden, daß daS Prinzip der g-meinwirtschast- schaftlichen Kapitalbildung sowie bie Zentralisierung des Geld Verkehrs zwischen Deutschland und dem Aus­land keinen Widerspruch ersahren hat. Einftimmigkejj Herrschte auch darüber, daß ein Moratorium unter keinen Umständen eingeführt werden dürfe und daß ebenso wenig die Regierung an eine Devalvation denke.

Die neue WahlkrerseinteiluKg«

Der Entwurf für die Wahlkreiseinteilung, die ein Bestandteil der neuen Reichstagswahlgesetzes bilden wird, ist vom ReichSministerium des Innern nunmehr fertiggestellt worden. Der Bericht beruht auf den vor­läufigen Ergebnissen der Volkszählung vom 8. Oktober 1919. Er teilt das Reichsgebiet in 122 Wablkxcstr ein. 62 Wahlkreise sind für die Wahl von 4, 23t für die Wahl von 3 und 37 für die Wahl von 5 Stbee» MMW LeMM». Mehrere WMMe werden je- weilS z« einem Verbandswahlkreis zmammengefaßt. Insgesamt sind 23 Wahlverbände vorgesehen unpzwar 8 mit je 4, 6 mit je 5, 4 mit je 6, 4 mit je 7 und ein Wahlverband mit 8 Wahlkreisen. Die Vrröffcnt«' lichung des Entwurfs erfolgt in den nächsten Tagen.

KArrgerKvLWGllL in München.

An München, wo gestern die auf 2l/t Pfurw vr» Woche gekürzten Brotkarten auSgegeben wurden, kam e$ nachmittags trotz vorausgegangener Warnung, der Polizeipräsideuteir zu Hunzerkrawallen, an denen sich namentlich Weiber und Kinder sowie Arbeitslose be­teiligten. Sie zogen vom Westend au« nach den Marienplatz, wo sie die Polizerkrtte durchbrachen uns schreiend zum abgesperrten Rathaus vordrangen, aber schließlich ^urüdgemiefen wurden. Auch Wordnungen, die zum Bürgermeister dringen wollten, wurde der Krtrüt verweigert und bie Temonsttonten schließlich durch Reichswehr und Polczciwehr zerstreut.

^Sirr Kölner ^AngeirSMenstreiK,

Der drohende Lage stellten streik im Ä öb n e r Großhandel wurde in letzter Stunde dadurch ver uneben, daß der Angestelltenschaft je nach Alter unS Familienstand für das erste Bcertelsadr 1920 150 bil 250 Prozent auf das gegenwärttge Larrsgehall be« willigt wurden.

21881 nene BsaMrensteUsn bei der Eisenbahn.

Der Landesversammlung istaer Effeubahrt« nad)trag3etat für 1919 jetzt so zugegangen, wir ihn der Minister vor einiger Zeit bereits ange» sagt hat. Der Etat verfolgt den Zweck, bei der bevorstehenden Uebernahme der Eifenbahneu durch das Reich die Rechte der preußischen Be­amten gegenüber den übrigen Bundesstaaten zu wahren. Der Nachtragsetat soll Wirkung vom 16 März haben und die Beförkderungsverhältniss« der mittlern preußischen Eisenbahnbeamten ver- beffertt. Es werden 21681 neue BramtLustellen geschaffen, darunter, wie gleichfalls schon mitge. teilt worden ist, 1700 Eisenbahn-Inspektoren- stellen für gehobene mittlere Beamte, 3000 Schaff­ner, 1600 @ifenbagngcl)tlfcn, 2200 Lokonrotiv- Hejrer, 1400 Untcrassisiertten, 900 Werkführer, 1200 Zugführer, 2200 Lokomotivführer, 600 Er- senbahnasfistentsn, 250 Bahnhofsvorsteher, 400 (Äsenbahngehilfinrren, 600 Assistenten, 400 tc^ Nische Büroassistenten.

(Aus dieser Meldung geht nicht klar hervor, ob es sich durchweg um vollständig neue Stele» handelt. Sollte dies jedoch der Fall sein, so stülp den einer derartigen Forderung schwerste B» denken gegenüber. Wir haben zurzeit ein B» amtenheer, das inbezug auf die Zahl es toi rund zwei Millionen geradezu einen Rekord 'barstest. Die Boamtenbtsoldimgsreform steht in Kürze bevor und dabei fordert man jetzt eine derartige Zahl neuer Beamtenstellen, für deren Besoldung wiederum Hunderte von Millionen Mark jährlich nöttg waren. In dieser Beziehung ist uns die ^arberung in dem Eisendahnncuü- tragSetat unverständlich.)

(Weitere politische LKchrrchtry auf Seite -S^