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Geneml-Anzeiger
AerMches Organ für SlaS!- und LanSkreis Sanas
Erscheint täglich mit Ausnahme der-Sonn- und Feiertage
Verlagsleitung: Ad. Indermühle.
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Kr. 60
Donnerstag Len 11. Wärst
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1920
Das Neueste.
*tr Mrtschaftsrat beim Reichswirtschaftsmini- stmnm begann gestern unter Zuziehung zahlreicher Sachverständiger eine größere Aussprache über die Förderung der inländischen Produktion.
ReichSpostminister Giesberts hielt einen Vortrag über den Wiederaufbau des Post- und Telegraphen- vesens.
Die Tiroler Landesregierung hält es in einer Märung als ihre selbstverständliche Pflicht, für den Anschluß Tirols an Deutschland einzutreten.
Frankreichs Starrsinn.
Die Meldungen, die aus Paris und London kommen, haben wenigstens den Vorzug, daß sie klar erkennen lassen, was ist. Grundsätzlich sind Nitti und Lloyd Georg« von der Notwendigkeit einer Nachprüfung des Versailler Vertrages überzeugt. Nitti unbedingt, Lloyd George weniger bedingt, da Englands Interessen eigentlich außerhalb Europas biegen. Aber die City hat ein sehr wirtschaftspolftisches Verständnis dafür, daß Mttel-und Osteuropa nicht zusammenbrechen dür, fen, weil sonst auch Westeuropa unweigerlich in d»en Strudel gerissen wird. Das bedeutet nicht nur den Verlust eines immerhin kaufkräftigen Marktes, sondern auch den Verlust der Milliarden, die England den Verbündeten geliehen hat. Die Briten handeln in der ganzen Sache überlegt und mit kühlem Kopf. Ihre Staatsmänner wissen, daß der Versailler Vertrag buchstabengetreu nicht durchzufübren ist, weil er unmögliche Leistungen
Dafür zeugt, daß immer wieder der eine alles Männer, die wegen ihrer politischen unabhängigen Stellung in der Regel dazu benutzt werden, bestimmte Wandlungen anzukündigen und vorzubereiten. Gewiß, die Imperialisten, die in der Morning Post und in den Times das Wort führen, gebärden sich Nach wie vor als unentwegte Hasser. Allein selbst Balfour hat schon die Möglichkeit einer Vertragsdurchsicht erörtert, nicht um Deutschland zu helfen, sondern um aus dem, Friedensvertrag überhaupt erst ein brauchbares Instrument zum Wiederaufbau Europas W machen.
Frankreich allein will nicht! Es
sich nicht den Schein des Sieges rauben lassen, obschon es allein nicht einmal gehen und stehen kann. Auch dabei spielen realpolitische Erwägungen mit. Die Westminster Gazette, die das Sprachrohr Asquiths ist, bringt den Gegen- iatz der englischen und französischen Auffassung auf die knappe Formel, daß der englische Realismus wirtschaftlich, der französische militärisch sei. ^n der Tat fürchtet Frankreich in gemeiner Philisterangst die Wiedererstarkung Deutschlands.
es selbst ein schlechtes Gewissen hinsichtlich aer Vertragserfüllung hat, so fürchtet es die Ver- geltung. Der Frankfurter Friede ist auch von »rankreich anerkannt und unterschrieben worden.
alles hat die Franzosen nicht gehindert, sich n großen Tag der Abrechnung militärisch, ^pwmatisch und wirtschaftlich vorzubereiten. Frankreich will einer ähnlich gearteten Entwick- Ä Deutschland vorbeugen. Allein es über- > daß die Verhältnisse heute anders liegen, c lna$ dem deutsch-französischen Krieg. Heute w ganz Europa noch unter den Schlägen des
^" den staatlichen Umwälzungen und " "lormunFen sind soziale Umwälzungen gekom- ", Die den gesamten Wirtschaftsbau von Grund k/ ^u zertrümmern drohen. Trotz alledem läßt rJ oraukrpich nur von engherzigen machtpoliti- K Rücksichten leiten. Es weiß, daß der Völker- h./ -. ^ nicht wird, was er in der Gluthitze stach französischer Auffassung werden ' c.we ^M^ungSgefeafihaft zur Vertei- mL $ Beute. Daß Europa wirklich eine Ge- kaw^, ^ notwendig hat, daß alle Staaten zu- witeinanber arbeiten müssen, um Nicht U lazialen und wirtschaftlichen Anarchie stell,,n dafür ist in der französischen Vor- Raum. Oder doch nur so begrenzt, ^"^ noch ein Verständnis für den Ab- bat. J ^C“luigten Staaten findet, sowie dafür, Europas künftig in englische 5rTr'nr ^Cn ^"tfte. Das will der Ehrgeiz der Ü * nicht zulassen. Jedoch sind die Tat- Necinin»"^ einmal stärker. Verharrt Frankreich e$ umK10 ^u^ den Versaillch: Vertrag, so wird bonV-rn^ ICVln ^ Abhängigkeit von Lon- Dkallu , Frankreich allein besitzt nicht die UM slin^° verfügt auch nicht über die Mittel, ®Uioh/r‘Cs ^"lvrnch auf die Vorherrschaft in >°va burduubrütfejL Nur um den Schein au
retten, will -es wenigstens kein Deutschland dul-
aus als berechtigt anzuerkennen seien. Der
-ben-, das pofftisch« und wj-rffcha-fffiche Ofnergittr teihnfMe BekMb sei wtzsffstsr gut als vordem
in die Wagschale werfen könnte. Das allein wird
Frankreich auf die Dauer nichts nützen. Die Er- drofselungsvolitik läßt sich Deutschland gegenüber nicht aufrechterhalten, wenn Frankreich tatsächlich zu Entschädigungen und Wiedergutmachungen kommen will.
Es ist in diesem Zusammenhang notwendig, auf das verbrecherische Treiben der Unabhängigen hinzuweisen. Sie sind es, die Tag aus Tag ein von der Gefahr einer militärischen Gegen um- Wäffung schreiben. Sie waren und sind es. 'die die Reichswehr, die Sicherh-eits- und Einwohnerwehren als die Instrumente einer sonstigen RachepoUtik anschwärzen. Da die Vertreter des Vielverbandes, die Franzosen an der Spitze, die unabhängige Presse aufmerksam verfolgen, so ergibt sich ohne weiteres, daß deren Anschwär- zungen nach Paris und London gemeldet werden. Ist Deutschland militärisch außer Stande, die innere Ordnung aufrecht zu erhalten, so fällt es den bolschewistischen Truppen als sichere Beute zu. Das ist das Ziel der Unabhängigen. Und die Franzosen leisten sich selbst einen Bären da- mit, wenn sie die Unabhängigen darin unterstützen.
Aus dem WirrschaftsabkoMmeu.
WB. Paris, 10. März. In dem Wirtschafts- memorandum des Obersten Rates wird u. a. die Notwendigkeit der sofortigen Sicherung der Lebenrbedin- gungen, wie sie zu FriedenSzeiten existierten, betont. Dies könne nur durch die.Wiedcrberstellnng normaler WirtschastSbeziebungen erreicht werden. Es sollen keine künstlichen Wirtschaftsschranken errichtet werden. Die Arbeitsleistung müsse zur Hebung der Produktion'gd- ^ördert^ werden, t cn Ländern, die hArch den Stau» der '^H:™ ihr .-rvl>!Bchp'-->K*W »NKWW»M- aufbanen können, wll die Wcederansnabme des Handelsverkehrs ermöglicht werden. Der Lage der verwüsteten Gebiete soll besondere Rechnung getragen werden. Die zum Wiederaufbau notwendigen Summen sollen auf dem Anleibeweg beschafft und durch die Wiedergutmachungssummen garantiert werden. Die Deutschland cingeränmtc Frist von 4 Monaten zur Unterbreitung von Vorschlägen über die von ihm an- zubietende Gesamtsumme für die Wiedergutmachung muß unter den gegenwärtigen Umständen im Interesse Deutschlands ,und seiner Gläubiger verlängert werden. Jedoch wird die Notwendigkeit betont, daß diese Summe bald festgesetzt werden müsse.
Ansere Ernährungslage.
DDP. Berlin, 10. März. Heute begann die auf zwei Tage berechnete Sitzccng des Wirtschaftsrates beim Landwirtschaftsministerinm, zu der eine große Anzahl von Sachverständigen zngezogen war. Bon dem Programm, das fünf . Punkte umfaßt, wurde gestern der erste Punkt, F ö r b crung der t n I ä n- d ischen Produktion, erledigt. Der Unter= staatssekrktär des Recchsivirtschastsministeriuiils Professor Dr. Hirsch gab einleitend einen Ueberblick über die Lage der deutschen Wirtschaft und die programmatischen Pläne, die das Wirtschaftsministerium verfolgt nüd auszuführen im Begriffe steht. Die Ernährn n g s l a g e sei nicht so g ü n st i g wie im Vorjahre unb es sei unbedingt notzvendig, daß die,Landwirtschaft ihrer Ablieferungspflicht voll nachkoinmc. Man sei außerdeui in erheblichem Umfange auf Bezüge aus dem Ausland angewiesen. Man habe bereit? die Gelddeckung in ausländischer Währung für 5 0 0 0 0 0 $ s n n e n e i n 5 u f ü b r e n b e s ^ r o t= getreidc bereitgestellt. JnK a rt of s eh» sei man durch verhältnismäßig günstige Einkäufe bis zum Juni eingedickt. Die F e t t v e r s o r g u n g habe sich infolge Ausnutzung des amerikanischen Kredits so ge= staktet, daß man die Ration um den allerdings kleinen Betrag von 25 Gramm pro Woche und Kopf werde erhöhen können. Was die Fut t er m it t e lVersorgung alllange, so sei vor kurzem unter Mitwirkung der landivirtschaftlichen Organisationen ein Bertrag über die Einfuhr von 750 000 bis 1 Million Tonnen Äkais getätigt worden. Die Düngemittel- industrie, voran die Kaliindustrie sei seit einiger Zeit auf ihren Wunsch reichlicher mit Kohlen beliefert worden, sodaß sie ihre Erzeugung beträchtlich erhöhen und die Landwirtschaft ansrcicheud beliefern konnte. Der Redner ging alsdann auf die allgemeine Wirtschaftspolitik der Regierung ausführlich eilt. War Die Preispolitik anlauge, so werde tuen den gewerblichen Bereinigungen nahe legen, die von ihnen festgesetzten Preise bezw. Kalkulationsbedingungen durch geeignete Instanzen nachprüfen zu lassen und bann diese Preise als legitime anerkenueu, sodaß bet ihrer Junehaltung Verstöße gegen die Wuchcrgcsetzc ausgeschlossen seien.
Wiederaufbau des Post- und Telegraphenwefeus.
Der Reichsminister Giesberts hielt gestern abend auf Einladung der Berliner Handelskammer einen Vortrag über den Wiederaufbau des Post- .und Telegraphenwesens. Der Minister ging von der Feststellung aus, daß die Klagen über den Betrieb der Reichspost in allen ihren Zweigen vom Standpunkt des Publikums
Krieae. Eine Besierung könne nur dadurch geschaffen werden, daß technische Reformen mit Personalreform und Finanzreform ineinander- greifend zusammenwirken. Von der Post seien zahlreiche Eisenbabnpostwagen mit den neuesten Einrichtungen in Auftrag gegeben worden. Zur verkebrstecbnischen Erschließung der Gegenden ohne Eisenbahnlinien seien 200 Postkraftwagen in Auftrag gegeben worden. Im Telegraphenverkehr seien die Verzögerungen wesentlich darauf zurückzufübren, daß ein während des Krieges nicht genügend in Stand gehaltener Apvarat das mehrfache der Friedensleistung vollbringen müsse. Im vorigen Jahre seien im Inland 30 neue Leitungen fertiggestellt worden, im laufenden würden weitere 60 neue Leitungen in Betrieb genommen werden. Mit England und der Schweiz seien Verhandlungen über Verbesserungen der Telearapbenverbindungen im Gange. Ein Pressefunkdienst mit 15 Emptangs- stellen an den wichtigsten Orten Deutschlands sei gleichfalls zur Entlastung des Telegraphennetzes eingerichtet worden. Auch beim Telerchon- betrieb sei die Ueberlastung des benutzten Apparats für die meisten Schwierigkeiten verantwortlich zu mackien. Die Verwaltung sei bestrebt, durch technische Verbesserungen den Betrieb leistungsfähig zu machen und zu verbilligen. Der Minister rechtfertigte am Schluß seiner Ausführungen feine Tariwalitik. Sie sei deswegen nicht verkehrsfeindlich, weil sie mit einer Besserung der Wirtschaftslage und einer Ver- billigung der Betriebsausgaben rechne. Daher seien die Tariferhöhungen nur so bemessen, daß sie etwas mehr als die Hälfte des Fehlbetrages des Posthaushaltes deckten.
' r AufMuHfraae Tirols.
Volksabstimmung»
WB Ansbruck, 11. Märst Im Hinblick auf die von den JnAbrucker Nachrichten eingeleftete Be- megung über die Herbeffübruna einer freiwilligen Volksabstimmung für den Anschluß Tirols an da? Deutsche Reich verlautbart die Tiroler Landesregierung solgendes:
Der Gedanke des Anschlusses von Tirol an Deutschland ist grundsätzlich Gemeingut im ganzen Twoler Volke und es ist eine selbstverständliche Pflicht der Landesregiercing, auf seine Verwirklichung binzuarbei- ten, umsomebr, als die Verhältnisse, die die Unmöglichkeit des Fortbestandes in der gegenwärtigen Lage immer deutlicher hervortreten lassen, mit Macht dazu bräugen. Gestützt auf den einstimmigen Beschluß des Tiroler Landtaoes vom 11. Dezeüiber 1919, worin der wirtschaftliche Anschluß des Landes an das Deutsche Reich geforbert wird, wird die Landesregstrung in Uebereinstimmung mit allen politischen Parteien und Gruppen auf Durchführung des Beschlusses durch die Staatsregierung unablässig hinzuwirken suchen. Es ist selbstverständlich, daß, wenn eß sich unreinen enb- alistigen Anschluß handeln wird, in Wahrung des AbstimmnugsrechkeS dem Tiroler Volk durch eine VolkSabstiuimung Gelegenheit gegeben wird, selbst das letzte entscheidende Wort zu sprechen.
Nach einer weiteren Meldung sind in drei Tagen bereits 11530 ZustimmungSknndgebungen für die Volksabstimmung eingelaufen.
Eine neue sozialistische Partei?
Der zweite bentsche Sonalistentag setzte ein snnsgtirdrigcs Kartell ein. das noch ein- znat mit den Parteien in Verbindr»ng treten urrd, falls ein Ergebnis nicht erzielt wird, einen neuen deutschen >Pozialistcntag nach Hannover einberufen soll, auf dem ebentuelt die Gründung eiucr neuen Partei erfolgen soll. Dem Kartell gehören u. a. Eduard Bernstein und Heinrich Ströbel an.
Zivilrechtliche Streitigkeiten zwischenDeutschen und Franzosen
WB Paris, 11. März. Das gemischte Schiedsgericht zur Schlichtung zivilrechtlicher Streitigkeiten zwischen Deutschen und Franzosen, welches im Friedensvertrag von Versailles vorgesehen ist, hat sich konstituiert und wird am Montag seine feierliche Eröff. uungssitznng ab halten. DaS Schiedsgericht umfaßt vier Abteilungen, mektie aus je einem neutralen noch zu bestimmenden Vorsitzenden und je einem deutschen und französischen Richter bestellen. Als deutsche Richter sind vorgesehen: v. Richthofeu, Justizrat in Leipzig, Felix Bondi, Recht-anwalt in Dresden, Dr. Herwege, Justizrat am Landgericht in Düsseldorf und Justizrat Liegelebeu vom Landgericht in München.
Die Türkenfrags.
WB. Paris, 10. März. Nach dem „TcmxS" ist als sicher anzunehmeu, da« Mahyahnien getroffen werden, um die Okknpation Konstantinopels effektiv zu machen. Man wolle gewisse bedeutende Punkte besetzen und die Kontrolle über die telegraphischen Ver^ bindnngen ausüben. Die Alliierten mürben zweifellos von der türkischen Regierung verlangen, klar zu bezeigen. daß sie nichts mit den nationaliflückeu Bc-
ftrebungen zu tun habe und daß sie namentlich Mustal,, "Kkinäl Pascha seiner AmteS für verluftig^kllSre« würde.
In einer Rede erklärte Asqnitb, die Lllnerte« müßten die Türkei strafen und Verbindern, daß ihr ermöglicht werde, ihre Verbrechen zu wiederholen. Den Türken müsse die Regierung»gewalt genommen werden. Ueber die irische Frage sprechend sagte Arguith, er wäre ein Verräter, wenn er vom müssen Volke verlangen wollte, daß es sich mit einer geringeren Selbstverwaltung begnüge als der, die ihm das Home Rulegesetz verbürge, daS immer noch nicht in Kraft getreten sei.
WB. $ari6, 11. März. General Franch et d'E S v e r e p soll heute Donnerstag in Konstantinopel eintreffen tyib das Oberkommando der alliiert« Truppen übernehmen.
Amgeflalkung der italienischer Regierung.
WB. Mailand, 9. März. Die Blätter tüm digen die unverzügliche Umgestaltung der Regierung an. Nach allen Anzeichen würden von den Katholiken Meda und andere Persönlich-, feiten in das Kabinett eintreten. Meda soll das Portefeuille der Finanzen übernehmen. Der „Avanti" versichert, daß Bonomi, der den Re- formsozialisten nahe steht, Kriegsminister werden wird. Wenn Nitti das Kriegsministerium an Bonomi übertragen sollte, würde er damit nur ein Versprechen halten, das er abgegeben habe, als er die Regierungsgewalt übernommen habe. Damals habe er nämlich versprochen, das in Frage stehende Amt dem Berufsoffizierkorps zu' entziehen und es einem Bürgerlichen anzuoer- trauen.
FrsuZvfisch.Lextil-Arbeiterstrerk.
WB. Sitte, 11. März. Der Streik der TM- arteter cu Kouba-sse, xounco.ttg mu ucn beuad^arieö Gegenden ist ein vollständiger. Man schätzt die^Zahl der Streikenden auf 65 000. Die Arbeit ruht überall.
China als Sollwerh*
In der Roten Armee hat eine erkleckliche Anzahl Chinesen Anstellung gefunden, die übrigens kürzlich an der lettischen Front angriffen und tapferer sind als die europäische Kulturwelt gemeinhin glaubt. Der Bolschewismus hat seine Fühler bis nach Japan gestreckt. In K'coto ist es kürzlich zum Riffen der Roten Fahne gekommen. Die unter Hungerlöhnen arbeitenden niederen Schichten Japans ftnb ün Gährung geraten und die Tokioter Regierung ist in sozialpolitischer Beziehung äußerst konservativ. Wie Frankreich sich gegen den Bolschewismus durch Anleihen an Polen schützt, so versucht Japan, China vor dem Bolschewismus zu bewahren, um nicht selbst in Bxand gesteckt zu werden. Die staatlich unterstützte Basik Fort Jokohama hat kürzlich unter sehr günstigen Bedingungen daher der Finanznot Chinas durch eine politische Anleihe abgeholfen. Chino erhält neun Millionen Fen, also rund 1.8 Milliarden Mark, als erste Hilfe. — Diese Hilfeleistung kommt Japan aber auch aus anderen Gründen sehr gelegen. Japan erhält nämlich dafür wichtige Minenrechte in Nanking, also die Kontrolle über Zweidrittel der bekannten chinesischen Erzlager. Japan wird dadurch unabhängig von den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Weiter aber hat die japanische Regierung gemäß dem jüvanisch - chinesischen Militärabkommen vor 1918 in der Nordmandschurei große Trup- penm-assen zusammen mit chinesischen Heereskörpern auffustellen, also ein Bollwerk gegen den -Bolschewismus errichten können und die Mandschureibahn unter ihre Hand bekommen. Diese Anleihe ChinaS in Japan wird also von China teuer erkauft, ober sie paßte in die weil voraussehenden japanischen Pläne.
Das Steigen des Sterlingkurses in Amerika.
Kurze Meldungen.
* Reichspräsident Ebert und die Ralchkininin^ Schmidt und Schiffer werden am Montag den 15. Mär- zum Besuch der technische» Messe in Leipzig weilen.
* Den Bfättern zufolge hält sich KereuSki äugen« brieflich in Srhangbai auf, um den Widerstand Chinas gegen die Bolschewisten zu organisieren.
* Das ehemalige deutsche ostafrikanische Lchutz» gebiet soll, Londoner Nachrichten zufolge, schon in allernächster Zeit eine Art Parlament erhalten.
* Die Zahl der bei dem ExplosionSunglück in Beu- rath Umgekommenen hat sich inzwischen äuf 23 erhöht.
* Gestern nachmittag sind die Angestellten von sieben Firmen des Großhandels in Köln in den AuS- stand getreten.
* Der französische ArbeitSminister beabsichtigt infolge des Bergarvciterstre.ks eine ernstliche Se- schränkung des Reiseverkehr? eintreten zu lassen, bet auf ein Drittel herabgesetzt werden soll.