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Sanauer 1 Anzeiger

General-Mzeiger

AmMches Organ Mr Eiaöl- und Landkreis Kanan

Erschein! täglich mit Ausnahme bevOomv und Feiertags

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Verlagsleitung: Ad. Jndermüble. Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. Hultsch^für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz; Mr Anzeigen und Reklamen A. Brodt, alle tn Hanau a. M. Rotationsdruckd.Waisenbausbuchdruckerei Scuuw Fernsprechanschlüsse Nr. 1237 und 1238

Kr. 59

Das Neueste.

In Der Nationalversammlung wurde der An­trag der Rechtsparteien, die Nationalversamm­lung zum 1. Mai aufzulösen, abgelchnt.

Die VerhanÄlaugen betr. die Ueberarbeit im Bergbau haben zu einer Vereinbarung geführt, die Dom 15. März ab in Kraft trift.

In der Frage der Auslieferung des deutschen Kaisers hat der Oberste Rat beschlossen, mit der zolländischen Regierung mündlich zu verhandeln.

'Der russische Volkskommissar führt in einem ^unkspruch an die Vevbandsmächte und die japa­nische Regierung Klage über die neuen polnischen Angriffe,

Wilson erklärte, Amerika müsse entweder dem Völkerbund ernsthaft 6ei treten, oder sich so würdig wie möglich zurückziehen.

Der Antrag der Rechten abgetehnk.

Der Antrag der beiden Rechtsparteien, die Nllüonalversammlung, die wir alle einst als Stätte der Ordnung und Rechtmäßigkeit im Gegensatz zu der Anarchie der Arbeiter- und Sol­datenrate hevbeisehnten, möge sich vom 1. Mai d. Js- ab für aufgelöst erklären, brächte eine viel- mmirittene Frage zur Erörterung. Von rechts

wurde erklärt, daß die Nationalversammlung heute nicht mehr der Ausdruck des Mehrheits- öÄ , . daß ihr Venif erfüllt sei. Jeder Tag, an

-WM

Hämmere, Jet wie ein

sie die Nationalversammlung selbst verkündet habe. Es wäre ein Rückfall in der Revolution, wenn man sich der Forderung der Opposition, sich aufzulösen, widersetzen wollte. Die Blätter der Mehrheitsparteien hielten es zwar für erwünscht, die Arbeiten der Nationalversammlung möglichst bald zum Abschluß zu bringen,, konnten sich aber mit1 einem so frühen von der Rechten geforderten Termin der Auflösung nicht einverstanden er­klären, da erst noch eine Reihe wichtiger Vorlagen unter Dach und Fach zu bringen seien. Im übrigen sprach man der Rechten die Berechtigung ab, über eine Ueberalterung der Nationalver­sammlung zu klagen.

ent- An- und eine drei

Dieser Antrag der Rechten bildete nun in der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung das hauptthema. Graf Posadowsky begründete den Antrag, worauf sich eine längere Debatte spann. Die Mehrheitsparteien lehnten den lsag ab, während die Opposition von rechts links für ihn stimmte, sodaß der Antrag Ablehnung mit 176 gegen 60 Stimmen bei Stimmenthaltungen erfuhr.

Ueber die Beratung des Antrages der Rechts- in der Nationalversammlung liegt folgen­der Bericht vor:

Abg. Graf Posadowsky (D. Natl.): Die ^"Uonalversammlung war bestimmt, die Verfassung

Waffen. Die dringendsten Uebergangsverord- Wtzen, das Wahlgesetz für den Reichstag und das Wahlgesetz für das Reichsoberhaupt, das würde ^ugt haben. Statt dessen tagen wir seit % Jahren x ^'^n nicht, wie lange wir nöch tagen werden . was uns noch vorgelegt werden soll. Das ist M du Dauer eine Unmöglichkeit. Das Volk wird nicht länger ertragen. Der Antrag ist nicht Mesolitischer, sondern staatsrechtlicher und ver- (gr "^rechtlicher Natur. Aus parteipolitischen könnte es uns nur erwünscht sein, wenn

Ehlen erst in « Monaten stattfinden sollten, er der jetzige Zustand ist verfassungswidrig. Soll to® auch unter Aenderung der Verfassung der m,Mpräsident nicht vom Volke, sondern von der finh -r ^'?ses Hauses gewählt werden? Wir

° -M .einer Massengesetzgebung überschüttet Oo ^P- die niemand mehr übersehen kann. Wir bener Rechten vertreten durch unseren Antrag

moralischen Standpunkt (Heiterkeit und «"'menruse,, und Sie (zu der Mehrheit). den rlnn^^bpüüt Der Revolutionstaumel ist zer-

»>?'..-'^u beginnt die neue Freiheit.

Arl,,,!s ksminifter Koch: Es ist erwünscht, die turn Nationalversammlung möglichst bald dara, *^ 3U bringen. Ich will auch nicht den «m,Achten, ob die Nationalversammlung noch z»a d°T - tz des Volkes darstellt. Es ist der Vor- iPMi?, parlamentarischen Systems, die Vorlagen iubrn.v8üt ber Mehrheit in einer Form ein- $as 1^'n, die schwere Niederlagen ausschließt. war bri» '".Absolutismus. Die Steuergesetzgebung uns .g. "^"«..Darüber war auch die Rechte mit nickt ,^\ Während der Erntezeit können Wahlen es un,,??EstEan werden. Der Regierung scheint weil fiÄ1^' ?6 Wahlen vor der Ernte abzuhalten, werden m"^l bes Landes noch besetzt ist. Hier

-rmrtetfraaen und nationale Fraaan durck-

Mittwoch den 10. März

einanderspielen zum Schaden des Deutschen Reiches. Vielleicht könnten auch die Wahlen in den besetzten Gebieten verboten werden. Dann würden die Reichstagswahlen der Kreise, zu denen diese Gebiete gehören, ungültig werden. So liegt es bei Eupen- Malmedy, bei Schleswig, Masuren, Westpreußen und Oberschlesien. Wir können überall hoffen, daß im Herbst die Abstimmungswahlen in dreien Ge­bieten abgeschlossen sein werden. Nur bei Obei- schlesien ist das noch etwas ungewiß. Das müssen wir hinnehmen. Im Herbst können auch die zurück­gekehrten Kriegsgefangenen an den Wahlen teil- nehmen. Unbedingt erledigt werden muß das Gesetz zum Reichstag, das in allernächster Zeit dem Reichstage zugeht, nachdem der Reichsrat es er­ledigt hat. Das Kabinett hat sich bereits schlüssig gemacht. Allerdings wird das Haus das schwierige Gesetz nicht sehr schnell erledigen können. , (Zuruf des Abg. Schultz-Brombera: Das ist ja alles abgemachte Sache. ' (Heiterkeit). Ferner müssen erledigt werden die Gesetze über den Volksentscheid und die Reichspräsidentenwahl, das neue Wehrgesetz, das Reichseisenbahiwesetz, der Staatsgerichtshof, der Wirtschaftsrat, die Bsamten- ausschüsse. Dazu kommen ferner die Neuregelung der Bezüge der Kriegswitwen und Invaliden und das Reichsausgleichsgesetz. Erwünscht wäre es, wenn es gelänge, in die Etatberatungen einzutreten. Doch wäre dies allein kein Grund, die National­versammlung länger zusammenzuhalten. Auf die Einbringung der Schul- und Justizgesetze verzichten wir. Aber die Beratung der Gesetze darf nicht überstürzt werden. Auch wenn es nicht gelingt, das eine oder andere dieser Gesetze zu verabschieden, wird die Regierung die Wahlen unmittelbar nach der Ernte im Herbst stattfinden lassen. Die National­versammlung muß solange in Kraft bleiben, bis der neue Reichstag zusammengetreten ist. Das Haus wird eine unerhörte Fülle wertvoller Arbeit in IV? Jahren geleistet haben. Vorwärts und Aufwärts! (Beifall).

tenMinister Dr. B e l l' Nachdem es unter den grötz-

. NätiönälversamnMstgoaranneWn.dieseAMm- Estung der Eisenbahnen auf das Reich nun plötzlich sobald wie möglich unter Dach und Fach zu bringen.

Abg. Hoch (Soz.): Auch wir wollen die Natio­nalversammlung nicht eine Minutenlanger,zusammen- halten, als nötig ist. Wir müssen im Herbst die Wahlen haben, aber die nötigen Geietze müssen sämtlich fertiggestellt sein bis dahin und der Bela­gerungszustand muß bis dahin aufgehoben sein Mit den planmäßigen Störungen von Versamm­lungen durch Anhänger der Rechtsparteien hängen die skandalösen Vorgänge im Hotel Adlon eng zusammen.

Minister Koch: Vorgelegt werden die nötigen Gesetze dem Hause unter allen Umständen. Es wird an der Arbeitsfreudigkeit des Hauses liegen, ob sie fertig werden.

Abg. T r i in b o r n (Ztr.): Wir sehen Neuwahlen mit großer Ruhe entgegen. Die Nationalversamm­lung hat verfassungsmäßig das Recht, selbst ihr Ende zu bestimmen. Für die Wahlen im Herbst muß ausschlaggebend sein der zu erledigende Stoff, be­züglich dessen wir dem Minister zustimmen, und ferner die Erwägung, daß die Abstimmungswahlen unbedingt vor den Reichstagswahlen erledigt sein müssen. r

Abg. Brodauf (Dem.): Wir verwahren uns gegen den Vorwurf, daß wir an unseren Mandaten kleben. Die Treibereien der Rechten werden keinen Boden im Volke finden. Unsere Situation ist derart, daß die Staatsmaschine nicht einige Monate still­liegen kann. Was wir hier geschaffen haben, sind keineswegs sogenannte Errungenschaften der Revo­lution, es sind Konsequenzen des zu langen Krieges. Wir lehnen den Antrag ab und sehen den Wahlen mit Gelassenheit entgegen. Die überwiegende Mehr­heit des deutschen Volkes wird das Werk der Na­tionalversammlung als eine rettende Tat ansehen.

Abg. Henke (U. S.) Wir wünschen, uns mit unseren Wählern sobald als möglich auseinander- zusetzen und stimmen daher dem Antrag zu. Die Rede des Grafen Posadowsky, so maßvoll sie war, wird niemand davon überzeugen, daß Graf Posa­dowsky ein Demokrat je war oder noch ist. Der Belagerungszustand muß sofort aufgehoben werden

Minister David: Wenn man am 1. Mai aus­einander will, müßte man die wichtigsten Gesetze fallen lassen bis zum Herbst, so das Beamtenbesoldungsgesetz. (Zuruf: Nein, fertigmachen.) Nun, an der Regierung soll es nicht liegen. Wir wollen sehen, wie weit wir kommen. Die Regierung soll konterrevolutionär sein. Wer trägt die Schuld daran, daß die Reaktion in Denschland wieder tüfmer das Haupt erhebt? In erster Linie die Ent­ente, die der deutschen.Republik das Leben schwer macht. Aber daneben haben auch die Herren von den Unab­hängigen und ihre kommuuistischcn Freunde viel dazu beü getragen, daß der Weizen der Reaktion blühte. Ihre Streiks haben den ÄuWqj unsäglich erschwert. Wenn sie über den Ausnahmezustand klagen, so brauchen ^ic nur zu erklären, daß Sie auch auf verfassungS- widtige Mittel der Propaganda verzichten, um dem ein Ende zu machen. (Präsident Fehrenbach bittet den Minister, die Debatte nicht allzusehr zu verlängern). Trotz aller Hemmungen hat die Nationalversammlung rasche und gute Arbeit gemacht. Sie hat das Haus gebaut mit der Kelle in der einen Hand und dem Schwert in der anderen Hand. Aber das Haus muü noch wohnlich gemacht werden. Die MehrbeitspaKeien wollen dem Haus den Kranz aufsetzen mit der schwarz-rot-galdenen Schleife. Es bleibt bei der Republik und der Demokratie.

Abg. Sein je (Dt. Vvt.): Die allerwichtigsten Gesetze können bis zum 1. Mai erledigt werden. Da­zu sind auch wir bereit. Aber den Etat,durchzupeitschen, sind wir nicht bereit. Wir haben vom Volke den Auf­trag bekommen, gewisse Aufgaben zu lösen, und diese Aufgaben sind gelöst.

Minister Koch: Wir warten in Ruhe ab, welche Konsequenzen das Volk aus unteren Arbeiten zieht. Wir wären gerne bereit, im Juni zu schließen, wenn wir die wichtigsten Geietze bis dahin fertigstellen könnten. Das ist abhr nicht möglich, und darum müssen wir bis zum November warten.

Abg. Schulte- Bromberg (D. Natl.): Ich möchte missen, wie es im Oktober und November aussieht. Wir sitzen noch bis in den Herbst 1920 (Heiterkeit). Nach persönlichen Bemerkungen der Abg. Trimborn (Zt.), Hoch (Soz.l, Henke ZU., SA und Posadowsky (D. Natl.) folgt die nameritliche Abstimmung über die Auflösung der Nationalversammlung zum 1. Mai. Der Antrag wird mit 17g gegen 60 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen abgelehnt.

*

Vertagung der Nationalversammlung.

Die Nationalversammlung wird sich spätestens am Freitag vertagen, da kein beratungsreifer Stoff vorliegt. In parlamentarischen Kreisen verlautet sogar, die Nationalversammlung werde wahrscheinlich nicht vor Ostern wieder zusammen­treten.

ZuriiMhattung und Würde.

WB. Berlin, 9. März. Die Reichsregierung, warnt in einem Ausruf unter Hinweis auf das Zu­nehmen der Fälle, in denen Mitglieder fremder Missio­nen zum Gegenstand wörtlicher und tätlicher Angriffe gemacht werden, auf das eindriuglichste>or diewr Ver­wilderung des öffentlichen Lebest?, die zur Schädigung des Vaterlandes führen könne. Es sei selbstverständ­liche Pflicht eines jeden Deu! icheu, den fremden Dki.sfions- mitgliebern gegenüber Zurückhaltung und Würde zu

Mtfgikberettter kniffsAeben ttsüertvnchü irgs- kommiffion als Wilddiebe.

Die Gemeinde W ermitz wyr in den letzten Ta­gen breimat von Wilderern beimgesucht worden. Als gestern abermals Wilddiebe festgestellt.wurden, wurde die Einwohnerwehr zusammeugerüsen, die acht Wild­diebe, die mit einem Auto aus Berlin gekommen waren, stellte. Die Wilddiebe wurden «usgefordert sich zu er= geben. Vier leisteten der Aufforderung Folge, während die übrigen zu fliehen versuchten. Von den Vecsolgern wurden Schreckschüsse abgegeben, die von den Fliehen­den mit Gewehrfeuer beantwortet wurden. Zwei wei­tere Wilddiebe ergaben sich, ein dritter blieb verwundet liegen, der letzte entkam. Der Verwundete erlag später seinen Verletzungen. Die Vernehmung im Amtsge- büude zu Wermitz ergab, daß die Wilderer, die sämt­lich Ziviltleidung trugen, Angehörige der französischen Ueberwachungskömmisfiou für Flugwesen in Ehor- loftenburg sind. Das Auswärtige Amt in Berlin bat den französischen Geschäftsträger von diesem Vorfall sofort verständigt.

(Mit dem gleichen Nachdruck, mit dem mir von unseren eigenen Volksgenossen den Takt verlangen, her unserer Lage entspricht, »um auch von Angehörigen der «alliierten Staaten gefordert werden, daß sie in inrem Betragen jede Herausforderung Dermeiben. Ge­rade die französischen Soldaten sind in letzter Zeit wiederholt verletzend ausgetreten.)

Dss mrgekLndigle Wirrfchaftsprogramm.

WB. Rotterdam, 9. März./ LautNieuwe Notterdamsche Courant" MeldetDaily Chronicle", daß das anr.ekündigte Wirtschafts- programm folgende Hauptpunkte enthalten wird: Die Heere und Flotten müssen auf das Mindest­maß herabgesetzt werden. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Regierungen sollen gepflegt und äußerste Sparsamkeit den Re­gierungen und Völkern zur Pflicht gemacht werden. Deutschland soll Zeit gelassen werden, eine Entschädigungen zu bezahlen. Diese Entschädigungen gelten als Bürgschaften für die Anleihen, die die Alliierten im Auslande unter­bringen, um Kapital zu beschaffen, das zur Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete not­wendig ist. Deutschlaitd wird ebenfalls gestattet, Anleihen im Auslande unterzubringen. Man wird ihm bei Beschaffung von Lebensmitteln und Rohstoffen zur Förderung seines Erzeugungs- vermögens behilflich.sein. Sodann soll eine internationale Finanzkömmisfion gebildet werden. Zur Erzielung des Gleichgewichts der Wechsel- Mrse soll der Abschluß von internationalen Handelskrediten gefördert werden.

5272 Milliarden Franken?

Wie der Berliner Vertreter desJournal" von einem deutschen Regierungsmitglied erfahren laben will, soll Deutschland in einer Denkschrift die Alliierten um die Gewährung einer An­leihe von wenigstens 52% Milliarden Franken ersuchey, um Rohstoffe und Lebensnnttel für seinen Wiederaufbau kaufen zu können. Ebenso wird die deutsche Regierung auf der endgültigen Festsetzung der Entschädigungssumine bestehen

ISA

und auf die Folgen der jetzigen llnficherhe^ Hinweisen. Sie wird unbedingt die Schließung der westlichen Zollgrenze und die Aenderung des Besatzungsregimes in den Rheinlanden verlangen.

Aeberarbeil im Bergbau.

WB. Essen, 9. März.^ Die Verhandlungen betr. die Ueberarbeit int Bergbau haben zu einer Verein­barung geführt. Danach werden vom 15. März die Belegschaften unter Tage wöchentlich zweimal im Art- schluß an eine regelmäßige Schicht je eine halbe Ueber- schicht fahren. Die Belegschaftsmitglieder über Tag« machen, soweit erforderlich, entsprechende Ueberftunbeh. Allen Belegschaftsmitgliedern wird für die in dieser Weise geleisteten Ueberstunden unter Tage ein 100« prozextiger Lohnzuschlag, über Tage ein solcher von 50 Proz. gezahlt. Außerdem werden für die an dieser Ueberarbeit beteiligten Belegschaftsmitglieder LebenS« mittelzulagen festgesetzt.

Kriegsgefangenen-Keimbehr.

Wie die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivjl« gefangene mitteilt, ist der Heimtransport aus Frankreich int Großen und Ganzen als beendet anzusehen. So­bald die noch in den Durchgangslagern befindlicher Heimkehrer zur Entlassung gekommen seien, werde eil Ausruf an alle Angehörigen erfolgen, um festzustelleu, welche Kriegsgefangenen noch zurückgehalten werden. Für die Heimbesörderung der sibirischen Gefangenen seien drei japanische Dampfer gechartert worden, welche im Mai Wladiwostok anliefen. Unabhängig babon erfolgte bereits der Abtransport durch den von de^ deutschen Kommission in Wladiwostok gecharterte» Schiffsraum.

Die deutschen Friesen.

DDP. Flensburg, 9. März. Eine Friesena!« ordnung von der Wescküste und den Inseln sprach heute bei der internationalen Kommission vor, um einer Forderung Ausdruck zu geben, daß Friesland gant und ungeteilt bei Deutschland.bleibe.

, . ,i£wk getaugt em^Emcu» tu-u^cu Lritiew rtnb 'Mrneulum statt Ausdruck, der sich aber nicht etwa erst jetzt bcrauBgebißet bat, sondern im Verlauf.{inet fast 1000jährigen geschichtlichen Entwicklung entstauben und gewachsen ist. Diese Erklärung der Friesen war zu erwarten, haben doch schon die in der ersten Ab- stimmungszohne wohuenden Deutsche« die Zugehörig­keit zu Deutschland bewiesen. T. Red.)

Mündüche Verhandlungen in der ANsUeferungssrage Wilhelms II.

DDP. Basel, 10. März. Der Oberste Rat be. schüfligte sich gestern mit der Frage der Auslieferung des deutschen Kaisers. Er will, von weiteren schrift- lichen Auseinandersetzungen mit. der holländischen Re­gierung absehen und eine Einigung in dieser Frmie durch mündliche Verhandlungen anstreben.

Amerika und der Friede.

WB. Amsterdam, 9. März. LautTelegraas" meldetTimes" aus Washington, Wilson setzte allen Versuchen, ihn zur Annahme der Lodge-Vorbehalte zu bestimmen und eine Lösung in der Ratisikationsfragc zu finden, unveränderten Widerstand entgegen.

WB. Washington, 9. März. In einem Schreiben erklärte Wilson, er stelle sich nur Vorbehalten entgegen die tatsächlich Artikel des Friedensvertrages annul­lierten. Amerika würde entweder dem Völkerbiind ernü- baft beitreten, oder sich so würdig wie möglich zurück- ziehen.

Butzlauds Klage über neue polnische Angriffe.

DDP. Wien, 9. März. Der russische Volks« fommiifar für Auswärtiges hat an die Vev bandsmüchte und an die japanische Regierunc einen Funkspruch gerichtet mit dem Ersuchen die polnische Regierung dahin zu beeinflussen, daß sie die militärischen Angriffe auf Sowjet­rußland und die Ukraine einstellt. Rußland und die Ukraine beklagten austichtig, daß wenige Tage nach der Erklärung der ^Verbündeter Polen neue und groß angelegte Angriffe be gönnen habe. Die russische und die ukrainisch« Sowjetrepublik ständen vor einer neuen Lag« und müßten den Verbündeten mitteilen, daß fit sich in anbetracht der vor,zunehmenden militäri­schen Operationen außer Stande sähen, die vor­gesehene wirtschaftliche Verbindung mit bett Verbündeten zu pflegen. Rußland und die Ukraine seien jedoch noch immer bereit, in Fric- densoerhandlungen mit Polen einzutreten.

Kurze Meldungen. ,

* Aus Lille wird bem Matin gemeldet, die Del» gierten der Textilarbeitersyndikote hätten für Donners­tag Ltreikbefchl gegeben, der 60000-Text-Mrbeitei: umfasse. . st '

* Wie Genfer Blätter aus Paris melden, wird sich der Vollzugsausschuß des Bölkcrbundcs «in 1§. oder 13. März in Paris versammeln, um eine Unter» uchmtaBlommittion für Rußland zusammenzustellen.

* Der ReichSparteworstand und der Reichsausschüß der deutschen Zentrumsportei treten am 18. Märf in Berlin zuiammeu, um, wie die Germania sagt, z» wichtigen politischen Fragen Stellung zu nehmen, »or allem zu dem. Ergebnis des Helffcrich-ProzesseS.