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AmMchrs Organ für SAS!- «nt> Landkreis Kanau

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Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. Hultsch- für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: Mr Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau a. M.

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an 57

Montag den 8. März

1920

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Das Neueste.

Der Reichsbürgerrat schlägt Eeneralfeldmarschall o. Hindenburg als Kandidat für die Präsident- jKaftswahl vor.

Die schwedische Regierung hat demissioniert.

In der zweiten Schleswig'schen Abstimmungs- zone hat die internationale Kommission ein 8la$= zenverbot erlassen.

Ker König unterzeichnete das Dokument über len Beitritt Norwegens zum Völkerbund.

In dem Berliner Hotel Adlon kam es zwischen einer Reihe von Gästen und drei Mitgliedern der französischen Militärmission zu einem Zwischenfall.

DasWtrtfchafismanisest.

Im Mittelpunkt der Erörterung der ganzen Welt steht das Manifest des Obersten Rates, in dem die unbestreitbare Tatsache in offizieller Form auch von der Entente zugegeben wird, daß die Rettung Europas von der vorherigen Deutsch­lands abhängt. Aus allen bisherigen Veröffent­lichungen ist zu entnehmen, daß es demnächst zu der Aufnahme einer deutschen Ausländsanleihe kommen wird, deren Bedingungen jedoch dies hat Frankreich durchgesetzt erst von der Wie- dergutmachungskommission festzusetzen sind. Es fragt sich nun, welche Stellung die Vereinigten Staaten zu dieser Anleihe einnehmen werden. Die nordamerikanischen Banken sind wahrscheinlich bereit, Deutschland Kredit zu gewähren für die Beschaffung von Rohstoffen und Lebens Mitteln, . der Vereinigten Staaten nMratiMerl und ist nicht verpflHtenvreErM schädigungsforderungen Frankreichs mit Vorzug

-> ! unterstützen. Der amerikanische Senat hat auch OOis am Samstag mit 41 gegen 22 Stimmen einen Antrag Lodges angenommen, worin der Wiedergutnrachungskommission jedes Recht abge­brochen wird, unter irgendwelchent Vorwänden in Wen freien Handelsverkehr der ^Vereinigten Staaten mit Deutschland einzugreifen. Unter die- fm Umftünben ist es sehr zweifelh-ast, ob das Problem der von Frankreich gewünschten Form iberhaupl gelöst werden kann. DeutsMaird wird sebenfalls ruhig abwarten müssen, wie sich die Singe in dieser Beziehung weiter gestalten wer­ben. Wir habest natürlich gar keinen Anlaß, Eng­land oder Frankreich zu Liebe^nser Verhältnis zu den Vereinigten Staaten trüben zu lassen. Die Zeit WM kommen, wo sich die bisherige Haß- kolitik der Entente bitter rächen wird.

*

Das wirtschaftliche Manifest hat, wie der Temps" mitteilt, auf Verlangen der französischen Regierung einige Abänderungen ecfahten. Es !oll am Freitag abend von London nach Paris telegraphisch übermittelt worden sein und zur ®e= "ebmigung dem Ministerpräsidenten Millerand unterbreitet werden. Inzwischen aber ist in Lon-

wie ebenfalls derTemps" feststellt, ein «uszug des Manifestes veröffentlicht worden. Das Memorandum beschäftigt sich zuerst mit dem ""chselkurse und fährt dann fort:

Die Versuche, die von den Regierungen unter» Kommen wurden, den Wechselkurs zu verbessern, wnnen die völlige Wiederherstellung der Lage nur "brzögern^Jn der Zwischenzeit müssen Mittel Müden m erben, den Zusammenbruch der ge- Mftlichen Operationen gu verhindern. Der oberste Rat glaubt, daß die notwendigen Kredite ^funden werden, sobald die europäischen Regie­rungen Maßnahmen getroffen haben, um Ver- MM für ihre wirtschaftliche und finanzielle , AÜk zu gewinnen. Der Oberste Rat erkennt an, die Wiederaufrichtung der verwüsteten Hr- rmd besonders der verwüsteten Gebiete E.^ukreichs für die europäische Wiederaufrichtung .-bedingt erforderlich ist. Ferner hat er die be- Lage Deutschlands ins Auge gefaßt, wo uzenblickiich zedes Unternehmen gehemmt und . °st Versuch, Händelskredite zu erlangen, fehl und zwar aus dem Grunde, weil seine rWi$tungen zur Wiedergutmachung noch voll- s ^'sh unbekannt sind. Der Oberste Rat glaubt es wäre außerordentlich wünschenswert liege im Interesse der alliierten Länder, wie Interesse Deutschlands, daß die gesamte der Wiedergutmachung, die Deutschland n^,?" '^ nach dem Friedensvertrag von Ver- O ^ zu zahlen, sobald wie möglich festgesetzt . », Der Oberste Rat glaubt, daß Deutschland ^'ne Lage versetzt werden muß, die notwendigen ^oeiiSniittcI und Rohstoffe zu erhalten, und es ! wenn dies nach der Ansicht der Wiedergut- I ^^-'Kommission notwendig ist, berechtigt fein, L ,e Anleihe im Aus land aufzunehmeit.

Betrag des Kredits auf 400 Millionen Dollar festoelegt worden war, als die englische Militär­mission in Berlin über die schwebenden Verhand­lungen an die englische Regierung berichtete. Auf diesen Bericht drang bei Lloyd George die An­sicht /durch, daß diese Kreditgewährung durch Amerika vermieden werden müsse, um dadurch zu vereiteln, daß in Deutschland eine amerika-freund- liche Stimmung zustande komme. Um die amerikanische Anleihe an Deutschland zu vereiteln, beschloß der Oberste Rat auf englischen Vorschlag, Deutschland selbst eine Anleihe zu ge­währen.

Wie das genannte Blatt weiter erfährt, scheint beim Obersten Rat überhaupt die Absicht durchzudringen, daß der politische Einfluß Ame­rikas vom europäischen Kontinent fern-gehalten werden müsse. Einen sehr grüßen Eindruck haben auf die englischen und amerifanifdjen Regie­rungskreise die Bemühungen amerikanischer Fi­nanziers geinacht, deutsch« und österreichische Unternehmen aufzukauf-en. Die Erkenntnis, daß sich die amerikanische Industrie dadurch in Eu­ropa einnisten würde, hat zu dem Beschluß des Obersten Rats ebenfalls nicht wenig beigetragen.

(Deutschland ist in diesem Falle der Nutz­nießer der beginnenden Eiserspcht zwischen Eng­land und Amerika. Vielleicht kommt auch Ame­rika noch mit einem neuen Angebot, südaß sich die englischen und amerikanischen Bedingungen zum Nutzen Deutschlands gegenseitig beein­flussen.)

Eine PrLisiKenstchaftskKK-rdaSur LZmÄenhArgs.

Vom Reichsbürgerrat wird folgender Aufruf erlassen:

^»^i^lll^l-i^^ Kreisen ist immer

schall v. Hindenburg As Kandidaten für die 8e- vochllehende Neuwahl des Reichspräsidenten aufzu- stellen. Wenn einer geeignet ist, die Hoffnungen zu erfüllen, die das Volk in den neuen Reichs­präsidenten setzt, so ist es Hindenburg, der, über allen politischen Gegensätzen und allem Streit der Parteien stehend, das Vertrauen des ganzen Volkes genießt und in seiner Person den Ein- heits- und Ordnungswillen aller wahren Freunde unseres Vaterlandes verkörpert. Es besteht be­stimmter Grund zu der Annahme, daß der Ge­neralfeldmarschall trotz des ihm zugemuteten Opfers sich einem solchen Wunsch nicht versagen wird, sofern er ihm aus dem Volke heraüs ent- gegengebracht wird. Schon in nächster Zeit wird ein Aufruf von führenden Männern und Frauen aus allen Teilen des Deutschen Reiches, aus allen Berufen, Ständen und Bevölkerungsgruppen sich an unsere deutschen Volksgenossen wenden und zur Wahl Hinderlburgs zuin Reichspräsidenten auf» fordern." t

Diese Kandidatur des Feldmarschalls Hinden­burg zum Repräsentanten des deutschen Volkes und Reiches lag allen längst faßbar in der Luft. Sie im gegenwärtigen Augenblick in das künst­liche und verzerrende Licht der Pärteipolitik zu stellen, erscheint uns jedoch nicht so erfreulich, wenn auch bie geschlossene Gemeinsamkeit der beiden nationalen Parteien bei diesem Schritt den Bedenken ein starkes Gegengewicht entgegen- stellt. Der Name Hindenburg ist kein Partei­name, sondern ein n a t i 0 n a I e k W e r t, den die Nationalgcsiiinten aller Parteien aver­kennen und zu würdigen wissen müssen. 2)1 an muß aber mit der Zersetzung, die das Par.teigezän.k in unsere seelische Verfassung gebracht hat, rechnen und kann sie nur behutsam zu heilen versuchen.

Fast in allen linksgerichteten Blättern wird scharf gegen die Kandidatur Hindenburgs Stellung genommen. Man hofft auch, daß Hinden­burg die ihm angebotene Kandidatur nicht an» nehmen werde DerVorwärts" sagt, seit dem Juli 1914 .sei nicht schlimmer mit dem Schicksal des deutschen Volkes gespielt worden, als durch diese Kandidatur, f- DieVoss. Ztg." meint, die Aeußerungen aus beiden Lagern der Sozial- demokratie zeigten zur Genüge, wie der Burg­friede aussehen werde, von dem seit der Bekannt­gabe der Kandidatur gesprochen worden sei-

Ein IWffcherrfÄl! im ^DkeZMÄlvn.

Zp einem schweren Zusammenstoß kam es in der Nacht von Samstag zum Sonntag im Hotel Adlon zwischen dem "Prinzen Joachim Albrecht von Preußen, beut Söhne des Prinzen Albrecht, und anderen deutschen Gästen mit drei Mitglie­dern der französischen Militärkom­mission, Kapitän Klein, Hauptmann Bouevin und Botschaftsserketär Dunerd. Als gegen %U Uhr die Kapelle iin kleinen Saal neben dem Licht­hofDeutschland, Deutschland über alles" spielte, erhoben sich die deutschen Gäste, während die Franzosen sitzen blieben. Der Prinz, der mit einem

Der Oberste Rat ist übereingekommen, gewisse LeitfuZe aufzustellen, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Europas zu verringern. Es scheint ihm von großer Bedeutung zu sein, daß die Friedensverhältnisse so rasch wie möglich wieder hergestellt werden. Die Armeen müssen überall auf den Friedenszustand zurückgeführt werden. Jede Regierung -müßte sofort die Mittel Vrüfen, um dem Volk die vitale Notwendigkeit klar zu machen, jede übertriebene Ausgabe zu vermeiden. Es müssen auch Maßnahmen getroffen werden für die Heraufsepung des Kredits und für 'Die Ein­schränkung des Vanknotenumlaufs. Was die ver­wüsteten Gebiete, namentlich die im Norden von Frankreich anbetrifft, erklärt das Memorandum, daß die Wiederaufrichtung von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Wieder- aufrichtung Europas und für die Rück­kehr zu den normalen wirtschaftlichen Be­ziehungen ist. Diese Wiedecaufrichtungsarbeit, die große Kapitalien erfordert, die man nicht aüs den laufenden Einnahmen bestreiten kann, kann jedoch nicht gusgeschoben werden bis zur Zahlung der im Versailler Vertrag Deutschland auferlegien Summe. Deshalb erachtet es der Oberste Rat für notwendig, daß die Kapitalisten für die Wieder- aufrichtung der verwüsteten Gebiete durch An­leihen gefunden werden müssen, als deren Garan­tien die WiederguDachungssummen gelten müssen, die von Deutschlandstn Ausführung des Friedens­vertrages zu verlangen sind. Der Oberste Rat ist ferner entschlossen, im gemeinsamen Interesse Deutschlands und seiner Gläubiger die Deutsch­land auferlegten Zahlungsfristen auszuwählen und er hat beschlossen, von seinen Delegierten bei der Wiedergutmachungskommission zu verlangen, daß sie Deutschland von der Verlängerung dieser, Leirn-tms. irken, und es fragen, yh lich auf der Grundlage oer' .'Sfüng^ t die Gesamtsumme festgesetzt werde, die Deutsch­land als Entschädigung zu zahlen hat.

Eine weitere kurz vor Redaktionsschluß ein­gelaufene Meldung aus Paris lautet:

Die Verhandlungen zwischen den alliierten Regierungen, um das Wirtschaftsabkommen zum Abschluß zu bringen, dauern fort. Das Dokument enthält zuerst eine Erklärung der Ursachen, die die gegenwärtige Wirtschaftskrisis Herbei geführt haben. In dem Memorandum heißt es: Der Friede ist noch nicht völlig wiederhergestellt. Die industrielle und landwirtschaftliche Produktion verringert sich, während der Verbrauch ' überall wächst Der Papiergeldumlauf hät sich erhöht und die öffentlichen Ausgaben werden immer fühl­barer. Die außerordentlichen Ausgaben haben sich in ungeheurem Maße erhöht- Die Valuta hat das Gleichgewicht verloren. Außerdem befaßt sich das Memorandum mit den den kriegführenden Re­gierungen gewährten Krediten. Hierauf folgt eine Reihe von Vorschlägen um-der Wirtschaftskrisis abzuhelfen. Namentlich gegen diesen letzten Teil hat die französische Regierung Einwendungen machen wollen. Sie hat hauptsächlich gegen den Passus protestiert, derpon eimer Revision des Ver faiKer Vertrages Handelt und der Wi-edergut- machungskommission ihre Vorrechte an dem Ver­trage nimmt, sowie Deutschland die Freiheit läßt, über die Ausdehnung seiner Verpfl.chtungen zu 'bestimmen, die ihm obliegen. Die französische Re­gierung betonte außerdem die besondere Wichtig­keit, die sie auf die Wiederherstellung der zerstör­ten Gebiete, besonders Nordfrankreichs lege- Der hohe Rat, der bis zur Abreise Nittis in Lonsion tagte, hat ihre Einwendungen zu Recht erkannt.. Er hält die Verantwortung der Wiedergutma- chungskommission völlig aufrecht und fügt eine Stelle hinzu, in der die Wichtigkeit der Wiederher- stellung der verwüsteten Gebiete hervorgehoben wird. Ueber andere Punkte derselben Frage wer­den die Verhandlungen gegenwärtig fortgesetzt.

Die Vsrgeschrchle des wirSschaftlichen Wanifeslss.

Von einer wohlinformierten neutralen Stelle will dieNat.-Ztg." über 'die Vorgeschichte des wirtschaftlichen Manifestes des Obersten Rats die folgenden interessanten Einzelheiten erfahren haben:

Zwischen Deutschland und Amerika schwebten seit einiger Zeit Verhandlungen über eine lang­fristige Anleihe, die zur Beschaffung von Roh­stoffen bewilligt werden sollte. Die Verhand­lungen waren bereits soweit gediehen, daß der

neben ihm sitzenden früheren russischen Staatsrat bereits einige Flaschen Wein getrunken hatte, sprang erregt auf und rief den französischen Herren zu:Aufstehen, sonst raus!" Da der Aufforderung keine Folge geleistet wurde, warf der Prinz eine Blumenvase nach dem Mitteltisch, wo die Ausländer saß^n- Andere Gäste folgten seinem Beispiel. Als jetzt der Prinz in maß­loser Erregung mit einem schweren Kerzenhalter auf den Gegner, der sich kräftig verteidigte, einzu- schlagen versuchte, umringten ihn die Kellner und drängten ihn hinaus. Den ftanzästschen Herren, die Zivil trugen, waren teilweise die Kleider zer­rissen. Auch hatten sie Beulen, Quetschungen und Schnittwunden davongetragen. Der Prinz soll übrigens schon vor einigen Tagen einen persön­lichen Zusammenstoß mit dem Kapitän Klein ge­habt haben. Der Vorfall wird jedenfalls auch -ein gerichtliche Nachspiel haben. Prinz Joachim Albrecht ist 44 Jahre alt und gehörte seinerzeit der Schutztruppe an-

DDP. Berlin, 8. März. Sämtliche in Berlin anwesenden Ententekommissionen traten laut Berl- Lokalanzeiger" gestern nachmittag im Hotel Adlon zu einer Besprechung des Vorfalles zu­sammen. Welche Beschlüsie dabei gefaßt wurden, steht noch nicht fest, jedoch hat einer der beteiligten Offiziere, Hauptmann Klein, einen Bericht an seine Regierung gesandt.

Wie derBerl. Lok.-Anz." weiter hört, hat die französische Botschaft gestern im Hotel Adlon bei den Hotelangestellten Nachftage gehalten, um die Nanien der um den Vorfall verwickelten Gäste sestzustellen, u. a. wurde auch der Besitzer des Hotels, Herr Lorenz Adlon, nach der Botschaft gerufen, um von ihm eine Darstellung der Vor­gänge zu erhalten.

LautVosi. Ztg." soll gegen den Prinzen iM^.lkcht ^M>,^^sW^ wegen, des Vrr kMes im Hotel Adlon-em 'BerfMsten wW Kör perverletzungAndBeleidigüng anhängig geniachi worden sein. Von den Gästen dös Hotels ÄAon wurde fast einmütig erklärt, daß der Prinz, der vermutlich angetrunken war und von dem man übrigens behauptet, daß er an Tropenkoller lei­det, den unerfteulichen Vorfall provoziert habe.

Berlin, 8. März. Prinz Joachim Albrecht äußerte sich über den Vorfall dahin, daß er sich nicht.erinnern könne, irgendwie provokatorisch vorgegangen zu fein. Der RufAusstehen!" fei von anderen Tischen gefallen. Er habe lediglich halblaut zu einer Dame seiner Tischgesellschaft ge­äußert-Es ist doch ein Skandal, daß diese Leute nicht aufstehm." Er. habe auch weder mit Blumen noch mit Gläsern geworfen und sich auch bei dem aggressiven Vorgehen der anderen Gäsie völlig passiv verhalten. Reichswehrminister Noskc hat, wie verlautet, den Prinzen Joachim Albrecht, der durch Zeugenaussagen beladet erscheint, i" vorläufige Schutzbast nehmen lasten.

Flaggenverbot in Schleswig.

WR. Mcnsvurg, 8. März, Die internaiiotialt Kommission für das nordschlcswiglchc Abstimmungs­gebiet gibt besannt, es sei zu ihrer Kenntnis gelangt, daß in letzter Zeit Veranstaltungen getroffen wurden zu dem Zwecke, die Levölkernng in der zweiten Zone dazu zu bewegen, am AbstimmuiigStage die Fenirci mit den Nationaliarben in ich Mücken. Da bw Agi­tation vielfach in einer Wetze betrieben werde, die ge< fäMidj für die der Bevölkerung zugesicherte Abstim- mungSfreibeit fei, habe sich die Komniiisiou unter Be­rücksichtigung noch anderer Momente mit Bedauern genötigt gesehen, dgs Flaggen, wie auch Schmücken von Hänsern, Fenstern und Ei><Ulbahnen mit National- farben in der Zeit vom 12. bis 14. März einschließ­lich zu verbieten. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

<Eigentümlich, die Dänen durften das Flaggen und Schmücken in der ersten Zone, wo sie in der Mehrheit waren, vornehmen, dort bedeutete diese -Agitation keine Gefahr für die Abstimmungssrelkeit! Die Red.).

Eine bcithdK Kundgebung.

--- FlenSburg, 8. März. Als gestern die Danea unter erwiesener beträchtlicher Verstärkung von außer­halb in drei Sälen eine Kundgebung vcranftrltctem erlebte FlenSbnrg eine machtvolle deutsche G c g e n d e m 0 n st r a t i 0 n , die sich aus spontaner Begeisterung heraus bildete. Die Durchführung eines geordneten Ilmzuges unterband das rücksichtslose Em- greifen der berittenen Schutzmannschaft, die selbst das Singen verbot. Trotzdem durchbrauste mächtig das Schleswig-Holstein-Lied die Straßen. Der Platz vor demFlensburger Hos", wo sich die Internationale Commission befindet, wurde abgesperrt, weil sich die Menge dorthin beg ben wollte. Unter den Verhafteten befindet sich auch ein französischer Alpenjäger, der blauk- gezogen hatte.

Rückifritt der schwedischen Regierung.

WB. Stockholm, 7. März. Die Regierung hat gestern demissioniert. Der König beauftragte Den früheren Mmisterpräsidenlen und Präsidenten der Itbc= ralen Partei, Eden, mit der Bildung des neuen Kabi­netts. Man ist der Alusicht, daß Eden bei der Bil­dung eines liberalen Kabinetts große Schwierigke^cu zu überivmden habe. Es wäre nicht nnSgefchloffen, daß ein s 0 z i'a l, st is che s Kabinett mit Ärm­ling ans Ruder käme.