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kinrückunossebübr: Die8aekv.Kolonelzeileod. Ll-n Raum 6u Pfg., die ^aeio. Zeile i. Reklame­teil 2.G, Att^ 25o|oieuetunes$uk6l. Oysrtgebübr NPig. Bezuasvreis: Bierteliabrliw 6.W Mt., monatl. 2.20 9JtL für Postbezug vierteliädrb 6.60 wart monatl. 2.20 Mk. Die Nummer to ^fa. Poltickeck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.

DAMches Organ Kr Sladl- und Landkreis Zanan

Erschein! tSglich mit Ausnahme der -Sonn» und Feieriags

Verlagsleituns: Ad. Indermühle.

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Rotationsdruckd.Waiienbausbuckdruckerei Hanau Fernivreckanicklulle Nr. 1237 und 1238

Nr. 55

Freilag den 8. März ihi»&WMWMiWi<nMrttawäii^äifeM

1928

Man beabsichtige sogar, die Kriegsschuld Deutsch­lands zu kontingentieren, ohne sich darum zu kümmern, ob alle EntschädigungZa-'r^che Frankreichs erfüllt werden oder nicht. Der Ver­treter Frankreichs hat denn auch gegen daS Ma­nifest Vorbehalte gemacht, auch Millerand hielt die Londoner Vorschläge für bedenklich. Frank­reich, das alle Ursache hätte, zur Vernunft zu kommen, scheint sich also immer noch gegen unsere Wiederaufrichtung zu stemmen. Es scheint dort immer noch jener politische Gedanke zu herrschen, der auf die Wahl PoincacoS zum Präsidenten der Gutmachungskommission zurückzuführen^ ist, näm­lich die politische Aufteilung Deutschlands zum Zwecke einer dauernden Ohnmacht und Unsckäd- lichkeit. Hoffen wir, daß auch dieses Land noch zur Einsicht kommt und sich eines Besteren be­lehren läßt. Kommt die Einsicht nicht, hält die französische Politik fest an dem Vernichtunarge- dankon, an dem Geiste der Mißtrauens und Arg­wohns, dann ist Europa einschließlich Frank­reich dem dauernden Siechtum und Zufall ge­weiht. Vorläufig aber wollen wir uns die Hoff­nung an fünf er Recht nicht nehmen lassen und in diesem Sinne wollen wir immer vorarbeiten am Wiederaufbau unseres Vaterlandes. rh.

*

DerFranks- Ztg" wird aus Rom ge­drahtet: Nitti getreu seinem in der Kammer ent­wickelten Programm, den Frieden so umzugestal- ten, daß auch die Besiegten die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln, um am Wiederaufbau Europas mtwirken zu können, ist in London frermdschaft- lich, aber entschieden für die politische und wirt­schaftliche Revision des 53erstrittet Vertrage» ein« getreten Ich erfahre, daß Nittis Demührmg er­folgreich gewesen ist, indem die Verbündeten die- Zem MsvisionSprogramm grundsätzlich zugestimmt haben. Die» ist r.ach der Auslieferung«frage der zweit» Fall daß Italien eine VorsöhnungSaktion im Verbände erfolgreich auSführt.

DOP. Berlin, 5. März. Wie der Korrespon­dent derDeutschen Allg. Zeitung" in Rom enS zuverlästiger Quelle erfährt, ist Nitti mit seinem Vorschlag auf Revision bei Zerstrittet Vertrages in London durchgedrungen. Die Alliierten seien sich einig, daß die wirtschaftliche und politische Mitarbeit Deutschland» für die Rettung Europa? eine Notwendigkeit sei. Vor allem habe die Hal­tung Amerika» diese Sinne»ändernng der En­tente hervorgerufen; denn wenn Europa wirt­schaftlich Zusammenhalte, sei ein eventueller Bruch mit Amerika leichter zu ertragen.

DDP. London, 4. März. Wie der »Daily Telegraph" erfährt, ist in der Londoner Konfe­renz der Ministerpräsidenten eine allgemeine Uebereinstimmung erzielt worden, daß die Summe der deutschen Kriegsentschädigung fest- gestellt werden soll. Die Summe soll keineswegs so groß sein, daß die ArbeitSsteudigkeit und der UniemrhmungSgeist in Deutschland zertrümmert werden.

DDP. Basel. 4. März. Wie denBaSler Nachrichten" auS Pari» gemeldet wird, liegen Vorschläge vor, wonach die Neutralen aufgefor­dert werden, zur Hebung der deutschen Valuta Kredite an Deutschland z« gewähren. Anderer­seits soll Deutschland ermächtigt werden, im AuS- land eine Anleihe aufzunehmen.

DDP. Derli«, 5. März. Zu den aus Eng- land kommenden Meldungen, die auf eine mehr entgegenkommende Politik der Alliierten Deutsch­land gegenüber und auf eine eventuelle Revision des Versailler Vertrages schließen lasten, äußert sich der Demokratenführer Ludwig Haas i* Berl. Tagbl." ziemlich pessimistisch. Er schreibt u. a>: Wlk wollen ohne übertriebene Hoffnungen die weiter« Entwicklung abwarten. Schon der .TangSjlftbe Einfluß wird e ner großzügigen Re­form der Versailler FriedenSvertrages entgegen- siehen. Ich glaube nicht an einen plötzlichen Sieg der Gedanken von KeyneS. Wir können jedoch selbst den, Wiederaufbau beschleunigen, wenn wir den Eindruck vermeiden, als ob bedeu­tende Schichten bei deutschen Volkes jetzt noch in >em Gedanken der Gewaltpolitik leben.

WB Paris, 4- März. Die nächste Konferenr der alliierten Ministerpräsidenten soll in San Remo stattfinden und zwar anfangs April. Gleichzeitig wird in Rom di« internationale Finanzzusammenkunft, die der Völkerbund ber- anstaltet tagen

Die Parlser Morgenblätter nehmen allgemein an, daß das wirlichaftliche Manifest morgen Freitag veröffentlicht werden wird. Wie der Petit Parisien" zu wissen glaubt, ist das Ka pitel. dar sich auf die wirtschaftliche Ausbeutung Rußland» bezieht infolge bei Widerspruchs von Frankreich gestrichen worden.

Das Neueste.

3« Erzbergerprozeß beantragte der OberstaatS- mivalt gegen den Angeklagten Dr. Hecherich wegen Bcltibigung eine Geldstrafe von 300 Mark. In vier $iinftcn erachtete der Anklagev-rtreter den WahrheitS- KveiS Helfferich» als erbracht.

Der Oberste Rat der Alliierten hat nach Mätter- «eli»ingen ein wirtschaftliche» Manifest fert'ggestellt, in hm die wirtschaftliche Wiederherstellung Deutschlands anb Rußlands gefordert wird.

Revision Des Friedens?

Ein wirtschaftliches Manifest.

Die inneren Schwierigkeiten in den Entente- ländern werden täglich peinlicher und drückender. Der Schein deS Sieges, ber nach dem Abschluß ser langen WaffengangeS die Lage in Frankreich und Englari-d vergoldete, zerfließt allmählich und immer nackter und unerbittlicher tritt die graue Wahrheit zutage, daß bicfe Lander nicht minder Besiegt, nicht minder zu Tode erschöpft und bem Verbluten nahe sind, wie Deutschland. Man er­kennt aber auch, wenn auch langsam, so doch sicher, daß der Versailler Friedensvertrag nicht nur Deutschland, sondern das ganze Europa und England lebensunkräftig macht, daß die franzö- Me Methode, die sich für ihre Niederlage in einer Nadelstichpolitik gegenüber Deutschland be­merkbar macht, grundfalsch, friedenS- und wirt- ichaflSzerstörend ist, und daß zwischen Deutsch­lands furchtbarer Zwangslage und der Lage der Entente nur ein Gradunterschied vorhanden ist. Seit Wochen werden Stimmen laut, daß der Ver- Ät Frieden einer Reform an Haupt und^Me- bern unterzogen, die politischen und wirtschaft- Lchen Bestimmungen nachgeprüft und mit der virllichen Weltlage und den Erfahrungen seit Versailles in ©entlang gebracht werden müßten. Es genügen nicht das wird täglich klarer einzelne Abänderungen oder Milderungen. Der Versailler Frieden muß vollkommen revolutio inert werden, um für Europa denjenigen Zu- sand zu schaffen, der wirtschaftliches WiSorrauf- älühm aller seiner Glieder und Ausschaltung aßet Kräfte vergeudenden Reibungen garantiert. Von amtlicher englischer Seite wird die gründ­liche Aenderung der FriedensvertrageS vorge- schlagrn und gleichzeitig hat seit einigen Tagen m bemerkenswertem Zusammenspiel eine Kam- sngne in der italienischen Presse für die Abände­rung deS FcredenS eingesetzt. ES handelt sich also um eine sehr starke und offiziöse Bewegung °er übrigen Ententemitglieder gegen Frankreich. Eme Bewegung, die, wie Asquith dieser Tage behauptete, nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa den Mühlstein vom Halse nehmen will, tot es in den Abgrund zu reißen droht.

Die WirtschaftSbecatungen des Obersten Rates lassen erkennen, daß die stierten sich ernsthaft mit der schweren Notlage ^"NopaZ besassen und daß diese Beratungen auch iu einem positiven Ergebnis geführt haben. Wenn das amtliche Manifest des Obersten Rates M nicht veröffentlicht ist, so liegen doch Nach- Wen über dasselbe vor, die darauf schließen Ulen, daß die Ententemächte zur Einsicht gelangt Das Manifest soll nach in Wien vo'F'egen- ^^achrichten u. a. die folgenden Punkte ent- l. Die Alliierten erklären sich bereit, eine ^°ßrre Menge vrn Rohstoffen an Deutschland » liefern. 2. Die Alliierten wollen sich an dem «stau der deutschen Wirtschaft beteiligen. Die des WiederaufbinreS der zerstörten Ge» Frankreichsnd Belgiens sei keine natio- ^' sondern eine internationale Frage. 3. Das /gastliche Gleichgewicht Deutschlands und ' Alands soll wiederhergestellt werden. 4- Die nutcfrage soll international geregelt werden. - Nach einer weiteren Meldung auS London , es in dem genannten Memorandum u. a. i.^ »Deutschland ist für den gesamten Welt- K^t unentbehrlich. Die Alliierten müssen rJWanb beim Wiederaufbau behilfl ch fein. die deutsche ErzeugungS- B und die deutsche Organi- °" geht die Kaufkraft Europas

1 , u n b e.* Die Alliierten ob auch Frank .,5 W noch dahingestellt sind sich also e nig L^°^n. daß die wirtschaftliche und politische ti^^it Deutschlands für die Rettung Europas .^"'wendigkeit ist. Was Frankreich anbe I && i° Hegen Meldungen vor, die einen fron» IL;^ Widerstand erkennen lasten. Der Lon- | Berichterstatter desEcho de Paris" be- I W :Oa^ keinerlei Einschränkungen gemacht wer- I 15 Derua auf Deutschland und Rußland.

DerinlernKiwrrsle Gärsrverkehr.

WB. Wesel, 4. März. In Basel tagten am 3. nnb 4. März etwa 50 Zertretet der französischen, belgischen, deutschen «nb schweizerisch'«« Ersenbatm- oertoalhmgex, um die Bebingnnaen für die Wieder- ousnadme de» seit MriegSbeginn gänzlich unterbrochenen direkten Güterverkehr» zwischen Frankreich und Belgien einerseits uns Deutschland andererseit-i sestziiletzen. Nach längeren, unter den zurzeit noch be'iehenden Verhältnissen begreiflicherweise mühsamen Verband- lungen, die durch den Präsidenten der Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen, Winkelmann, ge­leitet wurden, ist schließlich eine Einigung zustande- gi fommen, die ei ermöglicht, den direkten Güterverkehr wieder aufzunehmen. V»m Zeitpunkt der Inkraft­treten» her zustandearkommenen Vereinbarungen an werden also Güteriendunge« zwischen Frankreich und Belgien einerseits und Deutschland andererseits (auch über die Sckuxizi wieder Wie vor dem Kriege auf Grund direkter Frachtbriefe und auf Grund der Be- üimimlngen der Uebereii kämmen» über den inter« nationalen F> achtverkehr (ferner Uebereinkomment be- tirbert werden können. Da aber mit diesen Vor- kebrungen allein den Bedürsuisten bei internationalen Güterverkehr» nur zum Teil gedient wäre, sind neben­her auch Verhandlungen über die Wiederaufnahme der gefenieitigen Wagenbenutzung eingeleitet worden. End­lich ist auch noch eine Konferenz in Aussicht ge­nommen, welche die Grundlagen für die Einrichtung bei direkten Personenverkehr» schaffen soll.

EiN IrrMaSivantrag Der Llechrs- partsien.

Die Fraktionen der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Volkspartoi haben in der Nationalversammlung einen gemeinsamen Antrag auf Auflösung der Nationalversammlung eingebracht. Sie forder«, 'die Nationalversamra- lung wolle die Reichsreg'erung ersuchen, airbald mitzuteile«, w«lche Gesetzentwürfe sie in der NatiMalversammIunL noch vor ihrer Auslöjung Ävcrulrgen Kedenke. Die Entwürfe zum Reichs- wahlgesetz, zum Gesetz über die Wahl bei Reichs­präsidenten und zum Gesetz über Volksentscheid und Lolkrüegehren möge die Regierung mit größter Beschleunigung der Nationalversamm­lung vorlegen. um diese dann vom 1. Mai 1920 ab für aufgelöst zu erklären.

DieKöln. Ztg." schreibt z« diesem Antrag u. a: Fall» die Mehrheitkparteien eS ablehnen sollten, auf diesen Antrag einzugehen, so wird von liberaler Seite in der schärfsten Weise inner­halb und außerhalb doS Parlament» gegen ein Weitertag-n Kampf geführt werden. Di« Natio- nalversanrmluzig sollt« in ihrer Mehrheit endlich einmal selbst erkennen, daß sie ihren Kredit im Volke längst verloren hat. DaS hat die natür­liche Folge, daß sie euch im Ausland auf Ver­trauen nicht rechnen darf. Eine Mehrheit mit einer Regierung, die sich vor aller Welt so schwach- hilsio« und unfähig erweist, auf wirb schaftlichem Gebiet in der Bekämpfung bei Wu­cher» und bei Schi«beus, deS Führen» 311$ in« tensivtn Arbeit und in der Politik einer ausrei­chenden Ernährung, die wird wohl selbst nicht so kühn sein, den Anspruch zu erheben, daß sie vom AuSland die außerottentlich hohen Mittel erhält, die nun einmar zu unserm wirtschaftlichen Wie- beraufblühen notwendig sind. Der neue Reichs­tag wird dagegen die abgeklärte Meinung des Volke» vorstellen, in bet sich die Gärung, die in der Zeit unmittelbar nach 'der Revolution die Urteile trübte aufgelöst hat. Der neue Reichstag hat auch die Möglichkeit und daS Recht, neue Grundlagen und R chtlinien für die deutsche Politik innen und außen zu schaffen, weil er auf eine fest begrenzte längere Frist gewählt ist, wäh. tenb diese» der Mehrheit der Nationalversamm­lung schon die im RevolulionStaumel begangenen eigenen Sünden und die mangelnde Akt vlegiti- mation unmöglich machen. Vor allen Dingen würde der neue Reichstag nicht nur Umwälzun­gen in ben Parteiverhältnissen bringen, sondern er würde davon find wir fest überzeugt andere Persönlichkeiten in daS Parlament brin­gen, von denen letzten Ende» mehr abhängen muß als von den Parteien.

ImVe litt er Dazeb'att" lesen wir: Im Prinzip W rb men nicht« gegen bie möglickü baldige Anilssung >er Nnvonalversammliinn !'«b n. Aber «» gebt nxferet Eiackt-«» nicht an, sie bete schon an einen bestimmten 'erntn zu binden. Nuß r den beiden Wablgeieye!' ind noch eine ganze »leibe anderer Gelege, bie das Parlament bcreiii in Nngriff ge1 ommen bat, zn erle igen. Wir erinnern mir an da» ümmiltfcMbcngefeb 'a? nah immer in her .Komnuii on fteeft uns das bie lefebgeberiichen f onregtten$en au« ben ®egleiterichei> N"ngen ber Revaintivn bar^eßt Er wäre nickt zweck- "ähig, wollte man bis e bereit« geleistete gcfehgeberiiche Vorarbeit ein a b durch einen püihdien Tchlup bei arlamente» unter den Dich 'allen lassen. Ferner wird er Etat, die Varandsedung für eine geordnet« Linons» mrtid>a t, erst noch v n der Nationalveriammlung ver bichiebet werden müssen. Aii- all n bieten Ginuden urb sich die Mehr Seit 6a# Parlamente« niht von »orn« H rein auf einen bestimmten Lag iär die ÄußviuM i*i llatconalvexiewmlMua teitieaen tonnuu

ErzbergerKelfferich.

Der Strafantrag des Oberstaatsanwalt».

In der Fortsetzung her Plaidoyer» erklär!» der Erste Staatsanwalt v. Clausewitz, daß der Fall Hertling ausscheide, da Graf Hertling tot sei. Es könne nicht mehr bewiesen werden, ob er mit Recht Erzberger UnwahrhaftigkÄt vorwars Ebenfalls scheide der Fall wegen der btlgische» Frage aus, da die Erörterung im EmvorstLnÄni» beider Parteien unterblieb. ES sei auch zweifel- hast, ob Helfferich hierin bestraft werden könnte da er in Notwehr handelte. Im Falle Pöplau, wo die eidlichen Aussagen Erzberge« im birelttn Gegensatz zu den uneidlichen standen, erklärte d« Staatsanwalt den Beweis von dem Angeklagt«« als geführt. In dem Falle, in dem Erzberg«»^ Helfferich vorwarf, daß er der leichtfertigste Fi­nanzminister sei, weil er nicht für Kriegsstruer« sorgte, stützte sich der Staatsanwalt auf die Aus­sagen SpähnS. Auf Grund dieser Aussage be­zweifelt der Staatsanwalt auch die Richtigkeit, der Angaben ErzbergerS betreffs der Konferenz bei Bethmann Hollweg. Erzberger teilte nach der kategorischen Abweisung Vurch Bethmann Holk- weg direkt hinterher das Gegenteil Spähn und seiner Partei mit. Der Staatsanwalt betrachtet auch hierin den Beweis ber Wahrheit durch bon Angeklagten als erbracht. Ferner hält er für er­wiesen, daß Erzberger auf andere Weise als durch da» auswärtige Amt zu dem czerninsthen Bericht kam. Bezüglich der Aktwn über den U-Dootskcie^ kam der Regierung das Vorgehen Erzberger« überraschend. Der Staatsanwalt kommt zu bei Ueberzeugung, daß die Behauptungen Hilsferichs in dieser Beziehung als wahr sich erwiesen. Der Staats anwalt stellt ferner in Abrede, daß dat Verhalten ErzbergerS nach der FriedenSresolu. tion der Regierng gegenüber offen und ehrlich gi» ti« »« ANMUN- »egenä. -» . ..... .^^1^, gewesen ist

Der Staatranwaft beschäftigt fich dann mit den Vorkommnissen in bet Verhandlung selbst, aus denen der Angeklagte den Beweis der Lügen­haftigkeit führen wolle. Die Beurteilung dies« Fälle überlasse er dem Gerichtshof. Der Staats- anwalt geht bte einzelnen Fälle durch, für deren zwei der Bcw-iS nicht erbracht sei. Schließlich be­merkt er, für die Staatsanwaltschaft ergebe sich, daß bei dem Nebenkläger der Hang zm Unwahc- hastigkeit bestand. Der Staatsanwalt verbreitet sich sodann über den Vorwurf der gemeinen De­nunziation. Man müsse annehmen, daß die Be­schuldigungen Erzberger» in Sachen der Bestre­bungen in Seigren unter der Aegide Helfferichs zur Aufnahme der angegriffenen Personen in bet Liste der Auszuliefernden führen mußten. Die Staatsanwaltschaft halte den Vorwurf der De­nunziation für erwiesen. Im FallJahnke", Aktendiebstahl im Deutschen Flottenverein, sei Erzberger mit Ausreden gekommen, er müsse seine Aussage verweigern, weil er fürchte, wegen Ver­letzung des Urheberrechtes zur V«antwortunz gezogen zu werden. Der Staatsanwalt fügte hinzu, er brauche über die Sache weiter nichts zu sagen. Das Verhalten Erzberger» im Falle de» Briefes des Majors Düsterberg an den RriegS« minister wird vom Staatsanwalt stark bemängelt. Oberstaatsanwalt Krause lorrnnt nochmals auf den FallDombrowski" zu sprechen und bezeich­net eS als sehr bedenklich, mit welcher Leicht- fertigfeit schwere Angriffe gegen prominente Per­sönlichkeiten erhoben worden feien. Durch solch« Mißbrauche werde daS Vertrauen deS Volkes in die Richtigkeit und Zuverlässigkeit amtlicher Mit­teilungen sehr erschüttert. Zur Begründung des Strafantrage« üb-rFehend erklärte der Ober­staatsanwalt, der Angeklagte habe zweifellos be- leid gen und verletzen wollen. Er habe ben Kampf immer wieder von neuem ausgenommen. Mit diesen Ausführungen wolle er nicht bestreb ten, daß berj Angeklagte von Beweggründen ge­feites worden fei, die in erster Linie uneigennützig gewesen seien. Trotzdem müsse der Staats««» malt die Verurteilung beantragen.

Am Schluß »eines Plaidoyers im Erzbergev» Helfferich-Prozcß sagte der Oberstaatsanwalt: Zu berücksichtigen ist, daß dem Angeklagten ein großer TeF des WahrheitsbrweiseS geglückt ist. wenn auch viele schwere Beschuldigungen sich licht haben rechtfertigen lassen. Ich beantrage die Zerurteihma deS AngeAagten zu einer Geld­strafe von 300 Mark. Die Staatsanwaltschaft hat auf alle politischen Betrachtungen verzichtet. Mögen alle Politik«, Parlamentarier und bie berufenen Vertreter der Presse ihr« Folgerungen aus diesem Prozeß ziehen Möge dieser ProM irr Reinigung und Gesundung deS öffentlich«» Leben» beitragen. Darauf ergriff der ÄW> teibigtr Dr. A l S b e r g das Wort.

(Weiter« politische Nachricht»« Gatt» SJ