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LtnrückunsssebLbr:Die8aeso.Kolonelzeileod. beten Raum 60 Mg., bie 4eeip. Seile i. fRellante« teil 2.00 Mk- 25°ioTeuerungs,ulchl. Öffertoebühr DPtg. Bezugssreis: Pierteljäbrlich 6.60 Mt- monatl. 2.20 Mk- für Postbezug vierteliäbrl. 6.M Mark- monatl. 2.20 Mk. Die Nummer 10 Pfg.

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General-Anzeiger

AmMches Organ für Skadk- und Landkreis Sana«

Erscheint kaglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierlage

Verlagsleitung: Ab. Indermühle.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilNich. tzu ltsck-für lokalen und provinziellen Teil iowie Sport W. Moritz, für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle in Hanau g. M.

Rotationsdruckd.Waisendausbuchdruckerel Saturn Fernspreckanichlusse Nr. 1237 und 1238

Nr. 54

Donnerstag den 4. MSrz

1929

Das Neueste.

In der gestrigen Sitzung der deutschen Mionalversammlung sprach sich Noske über die Unabhängigen und den Belagerungszustand aus.

Der neue englische Botschafter in Washington erklärte, England, werde die absolute Notwendig- W betonen, Deutschland zu helfen, um sich wieder emporzuarbeiten.

Im Derkehrsrat der Reichspostverwaltung bat man neue Posttariferhöhungen besprochen, iie am 1. April bereits in Kraft treten sollen.

Der Ausschuß der Nationalversammlung für NuSwärtige Angelegenheiten begrüßte die Ab- Wcht, eine Studienkommission nach Rußland zu entsenden.

Der Zeiger rückt!

Schwere Wochen stehen uns bevor. Werden wir sie überstehen? Die Antwort auf diese Frage wird sich in erster Linie danach bestimmen, ob das gegenwärtige Frühjahrswetter anhalten wird, und ob wir für die Uebergangszeit Lebens­mittel aus dem Auslande erhalten. Aber die gesamten tatsächlichen Verhältnisse sind nicht das allein Ausschlaggebende; ja nicht einmal die Hauptsache. So seltsam er klingt: Das Eigent­liche, was die Gefahr heraufbeschwören kann, sind nicht die Not und der Mangel selbst, son­dern der Aerger, die Empörung über sie. Der Mensch hält unendlich viel aus, viel mehr, als ahnt; aber immer nur so lange, als er sich w v°d « ein bittere» Muß U M^ui es ändern kann, daß eS alle trifft. Seine Kraft, und vor allem sein Wille, auszuhalten, erlahmt sofort, wenn er dieses Gefühl nicht mehr hat, sondern im Gegenteil überzeugt ist, daß eS anders sein konnte, anders sein müßte, daß nicht alle leiden, daß mit zweierlei Maß gemessen wird. Dar war der Krebsschaden, der unsere Kraft im Kriege langsam, durch Jahre hindurch aushöhlte, bis sie zu Ende war Wir hätten zweifellos noch länger ausgehalten, denn unser Volk und andere haben im Lauf: der Geschichte schlimmeres über- standen. Wir haben eS auch während der Re­volution nicht besser gehabt als im Kriege. Aber der tödliche Haß, der die Kraft des Volkes und der Menschen zerreibt, die Erbitterung gegen die, die nicht die gleiche Last trugen, machte uns allmählich kraftlos und schließlich kampfunfähig. Eine Hauptschuld an unserem Elend tragen darum die, die in ihren Volksgenossen jenes Ge- W weckten und ihnen durch ihre Lebensweise dauernde Nahrung gaben. Und diese Leute sind M geraumer Zeit wieder am Werke, schlimmer °lr je, und bringen Volk und Staat in eine neue achtbare Gefahr. So wie sie mitschuldig waren, daß wir den Rrieß verloren haben und die aller- chwersten Zeiten über uns hereingebrochen sind, wirken sie jetzt mit, das Letzte zu gefährden, wir noch haben, die ganze Zukunft, auf die hoffen können. Nerven, Geduld, Selbstbe­herrschung der Bevölkerung werden in den kom­menden Wochen und Monaten noch einmal auf die schwerste Probe gestellt werden eine Probe, schwer wie in den verhängnisvollen Sommer­monaten 1918 Und alles kontmt darauf an, die Eiternden Nerven nicht zu reizen, die Belastung zu erschweren dadurch, daß man den Men- das Gefühl nimmt, es sei ein hartes, Deutlich letztes M u ß, das a l l e trifft; nicht dae gleich, das kann nicht sein, und das erwartet jemand, aber alle wuchtig und schwer.

Und was tun in Wirklichkeit die Leute von et Art derer, die schon im Kriege das Empfinden °rer Volksgenossen reizten? Sie führen den Wgernden, Leidenden, Ringenden täglich und endlich bot Augen, büA es noch Glückliche gibt, c gar nicht so wenige, denen die ganze Not, ganze große Elend, nichts, aber auch nicht "8 mindest? angeht! Im Gegenteil! Sie jubeln, protzen, a's wenn wir nicht alle Kraft Aufbau eines riesigen gestürzten Baues ver- wüßten, die schwerste Niederlage seit *l Jahrhunderten erlitten hatten, sondern, U sich nach glänzend gewonnenem Kriege r Volkskörper, von neuen Kräften durchströmt, regen und den Höhenflug antreten könnte, a werden überall, wo mans sehen kann, goldener Anuck und Diamanten zur Schau getragen; "age,^daß der Finger kaum Platz dafür hat; .^während der eine seine eiserne Uhrkette p r und sich eine ähnliche, wie die, die er im geopfert hat, vielleicht in seinem ganzen k rn nicht wieder wird taufen können, stolziert r andere mit der dicken goldenen einher in der

Ueberleguna. daß ihr bie große Valuta»

Für die WiederanfrichtunZ Europas.

WB. Wien, 3 März. Zu den von der Wirt- fchaftssektion des Obersten Rates gefaßten Be­schlüssen über die wirtschaftliche Aufrichtung Europas schreibt dasNeue Wiener Tagblatt": Die Entente möchte heute endlich einsehen, daß Europa eine wirtschaftliche Einheit darstellt, zu der auch die besiegten Länder gehören. Man dürfe hoffen, daß mit dem Abbau des Hasses au dem wirtschaftlichen Gebiete alsbald begonnen werden würde. DieArbeiterzeitung" sagt, erst jetzt, anderthalb Jahre zu spät, entdeckten die Großen der kapitalistischen Welt die Tatsache, daß die Verelendung jedes einzelnen Volkes die Ursache der Verarmung aller anderen Völker werde. DerNeue Tag" schreibt, nur in einer großzügigen internationalen Wirtschaftspolitik liege das Heil für alle Völker. Wenn sich Frank­reich jetzt wirklich dazu bekehren könnte, in den großen weltwirtschaftlichen Organisationen zum Wiederaufbau aller Staaten Deutschland seinen legitimen Platz zu gewähren, dann könnte der Gedanke der Verständigung und Versöhnung endlich Raum gewinnen.

England will Deutschland eine Anleihe bewilligen?

WB. Paris, 4- März. Der neuernannte eng­lische Botschafter in Washington, Sir Auckland Geddes, erklärte einem Londoner Korrespondent derChicago Tribune", England werde bei bei Friedenskonferenz die absolute Notwendigkeit betonen, Deutschland zu helfen, sich wieder em- porzuacbeiten. Es werde Deutschland eine An­leihe bewilligen, damit es seinen Verpflichtungen nachkommen könne.

(Die, Meldung darf uns nicht darüber hin- wegtäuschen, daß England unser Feind nicht mehr sei. Im Gegenteil: noch nie hat der Eng­länder den Deutschen mehr gehaßt wie jetzt. Doch die Gefahren, mit denen England ringt, sind überaus groß, es fühlt bereits den Strick, den es sich selbst in wahnwitzigem Uebermut in Ver­sailles von seinen Staatsmännern und denen der verbündeten Mächte hat drehen lassen, mit pein­licher Klemmung an der Gurgel. Deshalb der Schein der Hilfeleistung. D. Red.)

DKK DsftM

Her §r§;chspVstserMMrmg.

Obgleich die Verkehrsergebnisse für das laufende Etatsjahr begreiflicherweise noch nicht zuverlässig übersehen werden können, rechnet die Reichspostoerwaltung mit einem Defizit von etwas weniger als einer Milliarde. Von einer Bilanzierung kann demnach keine Rede fein. Andererseits ist die Verwaltung sich darüber klar, daß die Erhöhung der Post­gebührensätze, die wir im lokalen Teil der vorliegenden Nummer wiedergeben, eine neue Geldentwertung zur Folge haben wird, woraus sich dann erfahrungsgemäß neue Lohnbewegungen ergeben würden. Es ist dämm das Bestreben der Verwaltung, unter Heranziehung der Veamtenvertretungen den Arbeitseifer des ge­samten Personals nach bestem Vermögen zu steigern. Die Erwartungen in dieser Hinsicht sind nicht ungünstig, zumal bekanntlich die Gehaltssätze im Ressort der Postverwaltung zum 1. April teilweise sehr beträchtlich erhöht werden.

Die Kommunarisierung der Betriebe.

@ht neuer Gesetzentwurf.

Den: Kabinett ist gestern feiten« des Reichs- ministerimn» des Innern der Entwurf eines KcscheS über die Kommunalisiern na von Wirt- schaftsbetrieben ziigestcüt worden. Es ist bie« daS achte größere Geietz, das im Laufe einer Woche im Reichsministerium des Innern fertiggestellt wor­den ist.

Zur DerbiMgung der Lebsus- miltel.

Der zur SerbüFgunn der Lebensmittel von der Nationalversammlung bcwitt«qte Dreiemhalbmilliardeu- kredit ist «»'gebraucht. Die Regierung beabsichtigt, mit einer neuen Kresitforderung an die Nationalner- iammhtng heranzuireten. Eine entsprechende Vorlage ioll in den nächsten Tagen bem Seid) trat ntgeben, und es verlautet, daß man dabei zwei Milliarden fordern wolle.

entwertung nichts anhaben kann und die Reichr- einkommensteuec sie auch ungeschoren lassen wird. Aber nicht nur in den wohlhabenden Kreisen, sondern auch bei vielen Handarbeitern ist heute übertriebener Aufwand alltäglich. Sehr richtig schrieb dieser Tage dieFranks. Ztg." u. a.: Man kann es in den Geschäften sehen, wenn man das kaufende Publikum mustert, und recht beweiskräftig auf der Straße, daß unsere jungen Arbeiterinnen und Arbeiter außerordentlichen Wert auf Eleganz legen. Sie kaufen Lackschuhe, feine Strümpfe, noble Hüte, empfindliche Blusen, die jungen Männer tragen hochmoderne Anzüge, Stiefel von Klasse, Kravatten von schwerer Seide. Und geben zudem noch für Nichtigkeiten tüchtig Geld aus. Es ist ein Skandal und es ist Lan­desverrat, wie Leichtsinn und Genußsucht unsere letzten Pfennige vergeuden!" Der Schreiber die­ser Zeilen hat vollkommen recht. Jeder Preis wird gezahlt für jeden Genuß. Und was wird erreicht? Die Preise werden immer unerschwing­licher, der eine kann sich diese Genußmittel kau­fen, der andere muß um seinen Lebensunterhalt kämpfen.

So leben zwei Welten nebeneinander her: eine dunkle, schaffende, hoffende; und daneben eine, die sich nichts versagt. Diese Welt zehrt zum großen Teil ohnehin, mit ihrem Verdienste an der Kraft, die das Volk für seinen schweren Aufstieg am nötigsten braucht und sie unter­grabt ihm noch durch ihr Beispiel die innere Ruhe, die zum Ausharren notwendig ist, das Gefühl: es muß sein! Diese zweite Gesell­schaft tanzt auf einem Vulkan, während die an­deren leiden, kämpfen und sich mühen» wieder hoch zu kommen; bricht der Vulkan aus, so wird er alle begraben. Der Zeiger rückt vor. Es gibt keine ernstere Mahnung an jeden einzelnen im deutschen Volke, in Sraor uns Laus, als du: sich mit seiner ganzen Person dem eisernen Ge­bote dieser Zeit, der nächsten Jahre, vor allem aber den nächsten Monaten und Wochen anzu- passen. Sich das versagen, was man der Allge­meinheit entziehen müßte. Würdig, einfach leben, arbeiten und Mitleid haben, wenn man selber so glücklich ist, nicht Mitleid zu verdienen. Die neue Verordnung des Generalleutnant von Stolzmann gegen das Schiebertum und den Schleichhandel wird hoffentlich etwas dazu bei­tragen, um den Kreisen, die nicht von selbst Zurückhaltung üben können, das Kaufen von Lebens- und Genußmitteln, auf die die Allge­meinheit verzichten muß, zu erschweren. Wir können die kommenden Monate und Wochen über­stehen, und wenn sie noch so hart werden. Aber wir werden in ihnen zusammenbrechen, wenn an die Stelle des Willens, auszuhalten, der felbst- zersleischeude, kraftzerreibende Haß des Darben­den gegen den Genießenden tritt rh.

*

Amerikanische Schuh verkaufe in Leipzig.

Dem Handelsteil derVossischen Zeitung" entnehmen wir einen Bericht über riesenhafte Umsätze auf der diesjährigen Leipziger Schuh- u n d Ledecmesse, an der auch amerika­nische Aussteller beteiligt waren. Das billigste Paar Schuhe, das gerade bei dieser Ausstellung zu sehen war, kostet 6 Dollar, das sind nach dem heutigen Kurs 600 Mark. Es sind aber auch Schuhe ausgestellt, so meldet der betreffende Be­richterstatter, die 14, 15 urnd 16 Dollar und noch mehr kosten. Dabei haben diese amerikanischen Fabrikanten ihre Produkte bereits gänzlich ausverkauft. Das Blatt bemerkt dazu: Vielleicht sind manche von diesen Dollar-Schuhen und Schühchen aus Leder verfertigt, das einst einer deutschen -Kuh wac.

Das dev^che Verhältnis M Vrchlanö.

Der Ausschutz der Nationalversammlung für auswärtige Angelegenheiten hielt am 2. und 3. März längere Sitzungen ab, in denen u. a. die Ostfrage einer eingehenden Besprechung unterzogen wurde. Als Ergebnis der Aussprache stellte der Vorsitzende Scheidemann folgendes fest: Der Ausschutz ist nach eingehender Prüfung und Besprechung unseres Verhältnisses zuNußland zu folgendem Ergebnis gelangt: 1. Der Beschluß der Neichsregierung, mit einem Delegierten der Sowjetregierung in Verhandlungen über den Austausch der Kriegsgefangenen einzutreten, wird rutflebeifsen. 2. Die Absicht wirtschaftlicher und finanzieller Kreise, eine Studienkommission zur Prüfung der wirtschaftlichen Lage nach Rußland zu entsenden, wird begrüßt. Es wird der Regierung empfohlen, ihr Förderung an­gedeihen lassen zu wollen, um damit die dem- nächstige Aufnahme der Handelsbeziehungen vorzubereite»,

Ein Radiotelegramm aus Honolulu meldet, daß der chinesische Premierminister demissioniert hat,

Deutsche Nationalversammlung.

NoSke über den BelasernnsSznstaud.

Auf bet Tagesordnung steht die Beratung der A» träges Fran Angeles und Genossen betr. Außer lraltletznng einer für die Regierungsbezirke Düsseldorf, Arnsberg, Münster und Minden erlassenen Verordnung des ReichSvrästdenten in Verbindung mit dem Antrag derselben Partei betr. Außerkraftsetzung einer w-iteren Verordnung beS Reichspräsidenten für ba8 Reichs­gebiet.

Abg. OchS (IL S.) begründet bie Anträge. Die Verordnungen, welche u. a. die Zuchthausstrafe für Brandstiftung, Beschädigungen von Eisenbahnen usw. in Todesstrafe umwandeln, sind der Nationalversamm­lung erst vor acht Taoen zugegangm. Sie ünd zu- räckzusübren auf die Gesetze gegen die Unabhängigen im Anschlnß an die Vorgänge am Reichstag. Sie richten sich zuerst nur gegen die Induüriebezirke, dann aber gegen das ganze Reich mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden. Die Mainlini« wird also von neuem gezogen. Die Maßnahmen bei Militärbesehlshabers auf der Grundlage des Belage- nmgszustandeS richten sich gegen die Unabhängige Partei itub arbeiten mit den alten Mitteln der Zei» tungSverbots und der VerfammlnngSsrciheit. Dom Stanbvunkt der Regierung aus bürste eigentlich mir ein Redeverbot erfolgen, nämlich ein solches gegen den Miniüer NoSke, der die Auslands- und Inlands- Politik für den Porzellanladen anzuftben scheint, auf den er in Interviewen mit In- und Ausländern loS- schlagen darf. Die VorbereitungSzeit für die Betriebs- ratSwahlen wird benutzt, um die unbeguemen Personen aus bet Opposition festzusetzen. Bei der B'ratung der Verfassung ist eS niemanden eingefallen, mit dem Ar­tikel 48 bem ReichSvrästdenten ober gar dem Reichs- toebrminifter das Reckt einzuräumen, in einem Bezirke der Reiches wie in Düsseldorf besondere Gerichte ein« zusetzen, die nur auf Todesstrase erkennen sollten. Die Sozialdemokratie unterstützt diese Richter. Die heutige Regierung mißbraucht ihre Machtmittel genau so wie die alte.

ReichSminister Schiffer: Die AuSfübrnn-en deS vorgesehen, wtlMParagraPhen der ReichSversasfnng durch Verordnungen deS Reichspräsidenten besass Auf­rechterhaltung der Ordnung außer Kraft gesetzt werden sollen. Die demokratische Regierung muh stark sein und wird unter Verantwortung vor dem Parlament alle Mittel anwenden, um die v.rdnnng zu wahren.

ReichSminister Noske: Die wilden Eisenbahner» streikS, die Vorgänge vor dem Reichstag zwangen bie Regierung zu energischen Maßnahmen. Die Verord- ming kicktet sich gegen bewaffnete Banden, nicht gegen lolmstreikeude Bergleute. Die Todesstrafe, von der so viel bie Rede ist, ist von der Bestätigung bei NeichS- prästrenten abhängig. Bedroht wird lediglich, wer an einem Aufruhr teilnimmt. W r haben mit der An­wendung ernster Mittel bis zum Aeußersten gewartet. Wirklam gemacht von der Verorduunz ist lediglich der erste Teil, der bie außerordentliche Gerichte betrifft. Er ist nur Verhetzung der Bergleute wenn behauptet wird, Streikende feien wegen ihres Streit« vor diele Gerichte gebracht worden. Ein Kriegsurteil ist nicht gefällt worden. AlS b e Unabhängigen im Rudrgebict die Herrschaft hatten, war eS schlimmer als unter dem Belagerungszustand. Der Belagerungszustand im Jn- dnllriebezirk bleibt bestehen, solange dort Gewalt und Terror einer Minderheit abgewebrt werden muß. Der furchtbare Ernst der Lage unfrei La' deS gestattet nicht, auf schnelle Anwendung ernster Mittel zu öe"< zichten. Alle die über Gewalt schreien, mögen selbst auf Gewalt verzichten. (Beisall.)

Abz. L ö b e ( : Wir stimmen gegen den Antrag

Abg. Henke (U. 6.): Minister Schiffer hat mit aller Deutlichkeit gesagt, welche Gefahr in eiu-r i» kolossalen Vollmacht des Reichspräsidenten liegt. Noske und seinesgleichen üben eine Diktatur der Mindertest an?. Die Anträge werden abgelehnt. Zweite Be­ratung der Entwurfes einer Kapitalertrags- 't e u e r q e f e t? e I. Abg. Dr. Braun- Franken (S.) als Berichterstatter bechrickt eine Reihe von Peti­tionen von WobltätigkcitS- und Wissenschaftlichen- Anstalten. Es fei dem Ausschuß sehr schwer geworden, diesen Wünschen sowie denen der kleinen Sparer und Rentner Rechnung zu tragen, da ba§ Gele» eigentlich keine iDifferenzie ilug vertrage. Aber durch die Ein­führung der Rückerstattung habe man diesen sozialen Forderungen einigermaßen entsprochen. Zu § 3 Befreiung von der Stenerl begründen bie Abg. Dr. Dernburg (Dem.). Dr. Sinnet (Dem.) und Herrmani»» Württemberg (Dem.) eine Seihe von Anträgen. Abg. ®über (ZU wünscht eine besondere Berücksichtigung der freien Strafe, zumal her Ioncualisten und Schrift­steller. UntcrftaatSsckretär M 8 S l e mahnt zur V»:- fidjt bei weiteren Befreiungen von der Steuer. Abg. Dr Rießer (D. Dvt.): Eine besondere Berücksich­tigung der freien Berufe wäre zu erwägen, wenn eine angemessene inristische Form da'ür gefunden werden könnte. Nach weiteren Auseinandersetzungen wird § 3 in der Ausscknßsitzung angenommen, ebenso einige AbäuberungSanträge der Demokraten, darunter der­jenige, daß bei den aufgrund beS Reichsßempelgesetze» äugemeldeten Betrieben nur der Neberschuß ber Zinsen» einnahmen über bie ZinsenauSzaben im laufenden RechuungSjahr der Steuer unterliegt, ebenso derjenige, daß b e Kirchen und religiösen Gemeinschaften vom ®e ausgenommen werden. § 7 wird auf Antrag Blunck (Dem.) in der folgenden Fassung angenommenz Steuerträger ist der Gläubiger. Die Ueberwälzung der Steuer ist verboten. Der Rest des Geietzet tvirb angenommen. Donnerstag 1 Uhr Lande?» steuer und Gesetzentwurf betr. KriegSverbrechen.

(Weitere politische Nachrichten Seite 3.),