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Lonnttstag den 26. Februar
Lokales.
Hanau, 26. Februar.
Die Rsichsschulkorrfsrerrz.
Die ReichSschu-lkonferenz, noch im Frühjahr 1917 im Plenum des Reichstages abgelehnt, steht vor der Tür. Sie soll vom 7. bis 17- April im Weichstagsgebäude stattfinden. Ein lange und heiß umkämpfter Gedanke wird Wirklichkeit. Mit der Konserenz darf sich keineswegs die Hoffnung verbinden, als wären wir auf dem besten Wege, unser gesamtes Schulwesen einheitlich zu regeln. Dazu fehlt es unserer Zeit am Wollen und Weitblick. Aber zu einer Annäherung des bisher so vielgestaltigen Schulwesens innerhalb der Reichs- grenzen muß lmd wird es konnnen. Zu begrüßen ist die Hinzuziehung einiger 23 er tretet von tkeutsch-Oesterreich und Danzig. Die Konferenz wird etwa 450 Mitglieder zählen, von denen etwa 100 von den einzelnen Regierungen gestellt werden. Don dem Rest belegt die Volksschule 44, Mittelschule und Seminare 7, die höheren Schulen 30, die Hilfsschule 4 Plätze Wenn man bedenkt, daß 92 Prozent aller Schulkinder Deutschlands die Dottsschule besuchen, so liegt auf der Hand, daß die Lehrerschaft mit Recht erbittert fein muß über die Zurücksetzung, die sich in der Zuweifimg einer so verhältnismäßig geringen Platz-ahl auSdrückt.
Für die Konferenr sind 10 Tag« in Aussicht genommen. Wie sie in dieser kurzen Zeit die oußerordentlick reiche Taoesordnunq bewältigen will, ist vorläufig ein Rätsel. ES soll beha-'^ekt werden: die Einheitsschule, der Arbeitsunterricht, die L e h r e c b i l d u n g, Schulgemeinden und Schülerräte. Elternbeiräte, die technische Vereinheitlichung deS Schulwesens (u. a. Referenten Dr Quarck) und das Pri- vatschulwesen. Auf jedem Gebiet« sind zwei oder drei Berichterstatter gewonnen, die in ihrem Fache anerkannte Werte geschossen haben.
Von besonderer Wichttgkeit sind die drei ersten Punkte: Einheitsschule, Arbeit?unterricht und Lehrerbildung. Merkwürdigerweise ist nun neuerdings der Konferenz, die doch vor der Tür steht, durch einen Gesetzentwurf über die Grundschule, der schon die Zustimmrmg deS Reichskabinetts gefunben hat und jetzt dem Reichsrat zur Beratung übergeben ist, vorgegrif- fen worden. Angeblich war die Angelegenheit eilig, weil die Länder und Gemeinden auf eine sofortige R-welung drängten. Der Kernpunkt deS Entwurfs ist die vierjährige Grundschule Der preußischen imb deutschen Lehrerschaft die aus Gründen der Erziehung die s e ch S= stufige Grundschule fordern, ist es ja kein Geheimnis. wer jene befürwortet und noch recht-
reise, also etwa mit dem 12. Lebensjahre, einstellen. 2. Die vierjährige Grundschule widerspricht den berechtigten Interessen des flachen Landes, das so wie so bei der Schulreform zu kurz kommt. Die Kinder dürfen nicht im zarten Alter von 10 Jahren dem elterlichen Einfluß und dem Vaterhaus entzogen und einer städtischen Pension oder dem Nomadenleben auf der Bahn überantwortet werden. 3. Wird jetzt vorzeitig und einseitig die vierjährige Grundschule festgelegt, so ist später die Umgestaltung der Mittel- und höheren Schulen im Sinne der Einheitsschule äußerst erschwert. Und das dürfte der heimlich treibende Gedanke sein.
Mit Recht hat gegen den Gesetzentwurf der Grundschule eine lebhafte Agitation eingesetzt, besonders vom Lande her. Es muß gefordert werden, daß diese Frage nur im Zusammenhang mit den Mittel- und höheren Schulen und vor der Reichsschulkonferenz gelöst wird.
Untrennbar mit der Einheitsschule ist der Arbeitsunterricht verbunden. Es ist zu bedauern, daß gewöhnlich nur von jener die Rede ist. Damit wird nämlich der Anschein erweckt, aß wäre der äußere Aufbau der Kern der ganzen Schulreform. Hbnd in Hand mit der Umgestaltung der Organisation muß die der Methode gehen, der Form, nach der künftighin die Jugend erwogen werden soll. Hoffentlich gelingt es der Reichsschulkonferenz, dieser Angelegenheit das öffentliche Interesse zuzuwenden.
Der dritte wichtige Punkt der Tagesordnung ist die Frage der Lehrerbildung. Vor allem kommt hier die Bildung der Volksschullehrer in Franc. Die gesamte Lehrerschaft fordert einmütig die höhere Schule und die Universität, und dieser Forderung wird man sich nicht länger verschließen können
Wie verlautet. sollen die Kosten der Reichs- fchulkonferenz nicht, wie doch eigentlich selbstverständlich wäre, vom Reiche getragen werden, sondern von den Teilnehmern, bezw. ihren Behörden und Organisationen. Das kann dazu führen, daß dir ReichShauptstadt mit ihrer Umgebung sowie finanziell gut-gestellte Organisationen aus Kosten anderer vorherrschend werden. Hoffentlich besinnt sich die Reichsleitung noch eines
besseren.
wp.
City unter
längen Vers,
Es ist
richt, eine Behörde, die vom alten Kultusministerium ohne welentliche Aenderungen übernommen ist. ein Institut, dessen Mitglieder seiner Zeit bei der Einrichtung „berufen", also nicht getragen sind vom 23erfreuen der in Frage kommenden Organisationen, deren Größe auch ganz unbeachtet geblieben ist. In diesem überalterten, unzeitgemäßen Institut findet sich mit beherrschendem Einfluß alles zusammen, was Geoner einer durchgreifenden Schulreform ist. — Es sei noch einmal auf die wichtigsten Bedenken gegen die vierjährige Grundschule hingewiesen: 1. Der entscheidende Grundsatz der EinhettSschgle ist der, daß die Kinder allein ihrer verschiedenen Begabung entsprechend den versckiede"en Schularten zugewiesen werden. Darüber dürften sich nachgerade alle einig geworden sein, daß sich bei 1einigen Kindern noch garnicht? Über besondere Begabung sagen läßt, und daß sich wesentliche Unterstehe erst mit dem Eintritt der Gekckleckts-
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Etwas über -ts Anpflanzung
von Gemüsen im Hausgarten„
In den letzten Jahren waren die Gemüse- sämereien fast unerschwinolich im Preise, troh hoher Löhne kann man feststellen, daß die Preise bedeutend gefallen sind. Deshalb kann sich auch jeder Gartenbesitzer mit Samen versehen und da? ist unbedingt notwendig. Der M-mgel an vollwertigen Nahrungsmitteln macht sich noch immer recht fühlbar, wenn auch eine kleine Bess--mme bis zur neuen Ernte unter Umständen mit einer Verschlechterung der Ernährungsvechältnisie zp rechnen.
Der Anbau von Gemüsen ist hasset auch in diesem Jahr von ganz besonderer Wichttgkeit, keine Fläche Landes sollte unbenutzt liegen bleiben. Das Gemüse liefert für den Haushaft billige, aesunde und nahrunasreicke Kost und wird leicht und sicher über vieles hinweg helfen, so einmal Knappheit an anderen Lebensmitteln eintritt. Jetzt ist höchste Zeit, an dir Bestellung von Sämereien zu denken, man muß sick Hat sein, wie man seinen Garten am besten und vorteilhaftesten auSnützt. Alle Sorten Gemüse lassen sich im HauSgarten nicht anpflanzen, da sie in ihren Ansprüchen sehr verschieden sind; im Kleingarten können sie häufig nicht zur vollen Entwicklung gelangen, da die vorhandenen Vecbält- nisse ihnen nicht zusagen. Aber gerade die Kleingärten müssen intensiv auSaenützt werben und
Roman von Hedda Freihold.
36. Fortsetzung.
(Nachdr. verboten.)
Obgleich Liselotte nun seit zwei Jahren in Berlin lebte, kannte sie wenig von dem eigentlichen Treiben der großen Stadt. Das sollte anders werden; sie raffte mutig ihre ganze Energie zusammen, die Krisis der schmerzensreichen Frühlingszeit schien überwunden. Nun hatte sie den festen WiP.n, sich von draußen ein wenig anregende Daseinslust zu holen, vielleicht war es auch der richtigste Weg zu Hellmuts Behagen, wenn sie ihr stilles Heim nicht mehr so ängstlich zar jeden: Laut der Welt behüten würde. — Es fiel ihr leicht, sich inniger an Rita Rekowska an- zuf-bließen.
Die Polin fand sich in Berlin ebenso gut zu- recht wie in Tunis.
»Ich haben schon einmal lange Zeit hier gewohnt," erklärte sie auf Liselotten? erstaunte Fragen, „das alles werrde ich Ihnen bald erzählen, denn ich bin Ihnen gut und Sie sollen wissen, wie mein Herz schaut aus!"
Dann drückte Liselotte nur leise ihren Arm und wußte, daß die Freundin eines Tages Vertrauen gegen Vertrauen erwarten dufrte. Einstweilen plauderten sie von allen möglichen Dingen, Ritas lebhafter Geist beeinflußte das stille, in sich selbst zurückgezogene Wesen der andern aufs günstigste. Mit keinem Wort ließ die Polin Liselotte merken, wie sehr sie sich mit ihr und Hellmut beschäftigte, wie sie die auffallend häu- fige Abwesenheit des Hausherrn sich deutete. Ihr 'charfsichtiger, kluger Sinn reimte sich vieles zusammen, sie begriff, ohne durch den Schein der Reugier verletzen zu müssen, sie wollte Mfen und heilen, soweit es in ihrer Macht stand. Zunächst horste die kleine blasse Frau nicht Tag für Tag
ist eS deshalb schon geboten, auf einige Arten zu verzichten. Wir müssen harrptsächlich solche Gemüse anbauen, die den Erfolg des Anbaues auch sichern, gute Erträg« liefern und deren Erträge für die menschliche Ernährung besonders notwendig sind. Die nährstoffreichen Gemüse kommen hier an erster Stelle. Dann müssen wir unsern Garten in Augenschein nehmen, benn die eine Fläche ist gedüngt, die andere wieder nicht.
Dieses muß bei der Anpflanzung von Gemüsen sehr beachtet werden, denn eS handelt sich hier um den Verbrauch aewisser Nährstoffe, aus denen die berfdiiebenen Gewächse ihre einzelnen Teile bilden, wie: Stengel, Blätter, Blüten und Früchte. Eine Pflanze braucht Stickstoff, die andere Phosphorsäure. Wird mit den Gemüsen nicht gewechselt, so wird der Boden halb erschöpft sein, die nicht gebrauchten Nährstoffe geben für den Boden verloren, ebenfalls wird dieselbe Frischt in der Entwicklung zurück bleiben, während andere ein slotteS Wachsttnn ?einen würden. Don den Schädlingen, die sich ansiedeln, ganz abgesehen. Ein Wechsel muß also durchgeführt werden, nur muß man öfter? mit Dünger nach- bessen, wo sich mehrere Gemüse auf demselben Beet gegenseitig ablösen. — Bei dem Ankaiff von Samen wird nur zu oft an falscher Stelle gespart. b. b dort zu laufen, wo bet zur Aussaat erforderliche Samen am billigsten zu haben ist. Wie oft hat man hier nur New er und Verdruß neben dem bei der Ernte gehabten Schaden Guter keimfähiger Samen kann nattwgemäß nicht der billigste sein. Es liegt daher im eigensten Interesse eines jeden, mehher Samen für Garten und Feld gebraucht, denselben nur dort zu kau- ftn, wo er sicher gut bedient wird: wenn die Sämereien auck e’niae Pfennig« mehr tosten, er wird stets nur Vorteil und Nutzen davon haben.
Der Boden für Gemüsebau sollte der Besi« sein, ein genügend binnuSreicher. feuchter Lehmboden sag* ihnen besonder? zu. Fü^ Tiefwur-ler muß der Boden auck bie nötige Tieft aufixesgen. Ebenfalls darf da? nöttge Licht nickt fehlen, denn wo kein Licht bin kann, h^anckt man erü gar kein Gemüse anzubauen, eS gedeiht hoch nickt, da es zu sehr von Schädlingen heimgesucht wird. Nur
wo PW, Luft und JW"
d-^t eindrin-
ren können, wird der Gemüsebau im Ha"Zacw^en lohnend sein und die Truckt einen guten Gr- fchmack auszeigen. Ebenfalls muß ein- billioe Bewässerung vorhanden sein. Das Waller darf nickt zu kalt sein beim Gießen. Im Frühjahr gießt man am besten morgens, da die Nächte rock »u kühl sind, im Sommer dagegen abends. Das Wasser trägt sehr viel zu einem flotten Wachstum bei, ebenfalls treten die Schädlinge nicht so auf. — Mit der Düngung müssen wir uns den Gemsifgarten anpassen. Ansvrirchsvolle sind: sämtliche Kohlgewächse, Svargel tmb Rhabarber,
wen
Rüben. Baretten,
6 Jahre. Noch länger: Gurken. Melonen^ Kürbisse. Sämereien, die längere Zeit -um A^ men brauchen, kann man vorkeimen, indem sie vorher einige Stunden in Wasser legt. Dem wird der Samen nur zu oft zu tief in den Sobt« gebracht. solcher Samen kann nicht leimen, ist ganz besonders bei schweren Böden der fan Je schwacher das Samenkorn ist, um so 55^ muß eS gelegt werden, je stärker, um so tiefer. Man rechnet ungefähr dreimal so tief, als biy Samenkorn stark ist.
Diese angegebenen Punkte müllen beachtet werden, nach der Bewirtschaftung seines Gartm richtet sich also der Erfolg.
Trautner, Kreis obstbauiechnik«.
* Der Termin für die ElternheftatstvG Die Regierung, Abteilung für Kiccken. mtb Schulwesen, in Cassel, der die Volksschulen st Stadt und Land unterstehen, hat eine neue Anfügung herausgebracht, in der es heißt: flM aus irgend welchen Gründen bei der einen ober anderen Schule die Wahl des El^rnsteftai« m 10. März nicht stattfinden kann, ist sie bis Ms, spätestens 10. Mai d. Js. an einem Sonntage st der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr ngtz- mittag? vorzunehmen.
§ Eine erhebende Feier zu Ehren seiner auf dem Felde der Ehre gefallenen Mitglieder 4^ vv Qt|< 1 startete am Sonntag vormittag der Gesaugvenii ..Melomania" in der ..Karthaune". Nch dem die den Toten geweihte Feier durch m Musikstück eingeleitet war, brächte der Chor unter der bewährten Leitung des Herrn Heinnci Frischkorn das „Hör uns" vollendet zu Gehör, worauf der Vorsitzende des VereinS, Am Carl Herkert, in einer kernigen AnfvraK« die von hoher Begeisterung getragenen AugA tage des Jahres 1914 und den schmählichen 3«, sammenbruch nach mehr als viertähriger siegreicher Abwehr vor Augen führte, mt«
dem und hat. Äum sind
das ganze deutsche Volk jeh!
für lange Zeit noch zu leibe«
Er gedachte weiter der Sänger, dir Schutze des VaterlmrdeS hinauSgezM und, teils nack langer, an Entbehrungen
reicher Gefangenschaft, wieder in die H-inmiW rückkehren konnten. Leider war dieses Glück nicht allen beschieden: von der 27 Mann starken wacheren Schar stürben drei, die Herren Fritz Pfaff. Karl Nix und Michael Mahrs, den Heldentod fürS Vaterland. Als die Hülle der Gedenktafel gefallen war, die die Gefallenen im Bilde zeiji und die für alle Zeiten einen Ehrenplatz im A«- einslokal erhalten soll, sprach Frl. H e l m l i n e mit wohlgesetzten Worten einen Prolog, dem als Schlußchor die wehmütigen Weisen des „Me I» so sanft ruhn" folgten. Die ernste Feierstunde, während der auch der während des KrieoeS ver
Torbenen Mitolieder Herren ?of. TbaHcimcr.
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el. genügsam sind: die Hulftns'i'chte. Wind W7 BrerbenbM und Max Ullrick nebelt würd«
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zu Haufe sitzen, nicht immer warten, nicht immer ihren Gedanken überlassen bleiben. Das tägliche Schachspiel mit Dr. Felstal genügte nickt, sie aus ihrer Lethargie aufzurütteln, — der gute Doktor war ja selbst ein weltfremder Träumer! Und so ersann sie immer neue Zerstreuungen, kam des Morgens „nur für einer Miunte", um irgend eine Vecabreduna zu treffen, rief Liselotte telephonisch an, ließ ihr Auto vor der Tür halten und war unermüdlich in dem Bestreben, ihr von der eigenen überströmenden Lebenslust mitzuteilen. Wie hätte fick Liselotte dieser wohlmeinenden Tyrannei nicht gern und willig fügen sollen? Sie brächte es sogar fertig, stundenlang gar nicht mehr an Hellmut zu denken, ganz sorglos zu genießen, was der Moment ihr bot. Ja, eines Tages überraschte sie die erfreute Polin mit dem ersten selbständigen Vorschlag!
„Ich bin so unternehmuuoSlustia heute — Sie glauben gar nicht, wie sebr! Soll ich verraten. was ick mir ausgedacht habe?"
„Aber gleich müssen Sie damit herausrücken, — ich bin schrecklich — wie sagt man? — ja, schrecklick gespannt!"
Liselotte wurde vor lauter Eiser ganz heiß und rot,
„Ja, ich denke mir also: wir fahren nachher, wenn wir den Atelierbesuch bei Ihrem Bekannten hinter uns haben, gleich in die Stadt, dinieren dort irgendwo — Hellmut ist heute doch wieder zu Mittag auSgebäen — und nehmen dauach noch den Tee bei Adlon oder im Kaiserhos! Nun, was meinen Sie?"
„Ich bin sehr zufrieden mit meine gelehrige Schülerin, — sie macht große Fortschritte, und das ist gut so!"---
Ein halbes Stündchen später stiegen die beiden Damen die breiten Treppen zu dem Atelier des Malers Nordeck in der Hardenbergstraße empor.
Der Künstler der Großstadt arrangiert gern einen bestimmten Emviannstaa in der Woche —
ein Stück Land richtig gedüngt, so folgen z. B als erste Frucht: Kohlaewächse. dann Wurzelgewächse, zuletzt Hülsenkrüchte. Im 4. Jabr wird wieder gedüngt. Auch von der Sortenwahl hängt der Ertrag ab. Bei der Auswahl des Saawutes muß ranz besonders auf die Reinheit. Echtheit und Keimfähigkeit geachtet werden, geschieht das nicht, so darf man sich eben über Mitzerso^, nickt wundern. Wie oft geht der Samen nicht auf. Das liegt nur daran, daß die Keimkraft von verschiedener Dauer ist und der Sauren keine Keimkraft mehr besitzt. Ist der Samen in der Sonn« gewachsen, so wird er erfahrungsgemäß die Keimkraft länger behalten, als der im Schatten gewachsene. Die Keimkraft holten: Bohnenkraut und Schwarzwurzel 2 Jahre. Zwiebel Porree und Petersilie 2—3 Jahr«, Bohnen. Karotten und Möhren 3—4 Jahre, die verschiedenen Salate 4—5 Jahre, Radios, Rettich, Feldsalat. Tomaten, Kohlraben. Mangold und Sellerie 5 bis
wird in dem Gedächtnis aller Telinehmer noch Tanne fortleben
* Preiserhöhung der Theaterkarten. Jnfolqt der ungeheuren Preissteigerung auf allen Gebieten, die das Theater besonders schwer errufirbet ist es der Direktion nicht möglich, die MSberi^ niedrigen Eintrittspreise weiter bei^ubehaM. Es dürfte bei dieser Gelegenheit ermähnt werden, daß die hiesigen Theaierpreise erheblich nieie riger sind, als an anderen Theatern von gleichen Rang. Die neuen Preise toete- «h* itzormtag Kraft, sie sind derart gestaffelt, daß die bisher!^ Mittelpreile als aewöhulickg speise und die W heutigen Sinaspielvreife als Mi^taspreise gesiei. Die Sinafvielpreife bezw. Gastspielvneife N etwa? erhöht, wobei die kleineren Preise * ganz geringe Erhöhung erfahren haben.
* Gesangverein der Marienkirche. Heute a^ ^8 Uhr Uebungsstuude, zugleich Probe 8^ Familienunterbaltt'ng am 29. b. MtS.
dann steht den Freunden, Sachverständigen, Dilettanten, kurz allen, die sich für seine Arbeiten interessieren, seine Werkstatt offen. Man wird da- durch auf seinen Namen aufmerksam, man spricht von ihm — und so kommt es, daß Üch während der Stunden von zwölf bis »wei Uhr meist die Besucher in bunter Fülle durch sein Atelier drängen.
Paul Nordeck und die Polin tannfen sich schon längere Zeit, sie hatten sich in Gesellschaft verschiedentlich getroffen — so wußte Liselotte von Rita
Er begrüßte dir Damen mit großer Freude, führte sie durch alle seine Wohnräume, die mit Bildern und Kostbarkeiten augesullt waren, und machte in liebenswürdigster Weise die Honneurs.
Liselotte schaute neugierig umher. Sie betrat zum ersten Mal ein Atelier und fühlte sich eigentlich ein bißchen enttäuscht- Unwillkürlich hatte sie die berühmte „geniale Unordnung", den Stich ins Zigeunerhafte erwartet und sah nun mit Erstaunen die geschmackvolle, künstlerisck-vornehme Einrichtung der eleganten Zimmer. Sie wußte selbst nicht, daß da noch immer ein ganz klein wenig anerzogene, ererbte Neberhebung in ihr war! Mit dem Theater fühlte sie sich allerdings eng verwachsen, der Begriff „Maler" behielt jedoch für sie etwas Leichtfertiges, Ungebundenes!
In einer lauschigen Ecke, wo auf sinnen ein- gelegten Tischchen allerlei Skiz-enbücher und Photographien umherlagen und bunte, reichgestickte Kissen das hinter hohen Blattpflanzen versteckte Sofa so recht traulich und heimlich machten, filmte Paul Nordeck verstohlen und mit ^ärme die schlanken Hände b-er Polin.
Er war ein gutnewacksener Mann, nicht mehr ganz jung, mit schlichtem, dunklem Haar, seinen klugen Zügen und einem unendlich sympathischen Ausdruck in den hellbraunen Augen.
„Ich bin sehr glücklich, Sie hier zu sehen," flüsterte er mit verhaltener Stimme, und Rita nickt« ihm lächelnd zu, sah sich aber bastia nach
ihrer Begleiterin um. Doch Liselotte konnie nickts bemerkt haben, sie studiert« gerade ein Bild, das ihr besonders gut gefiel: ein kleines Haus am Gardasee, die Fenster hinter leuchtenden Blumen verborgen, mit weitem Blick übet tiefblaue Wellen, und in schimmerndes Gold getauchte Berge. Ein malerisches Sujet wie lausend andere, gar nicht besonders erhaben oder gar originell, und doch lag in seiner Ausführung Zauber eines starken Gefühls, den Liselotte p fort empfand.
Da trat die Polin an ihre Seite und ihr Aug umfaßte das Werk des Malers mit jäher, kau» beherrschter Erregung.
„Dies ist Maqugnano. nicht wahr?" .
Ihre Frage blieb nur dem Künstler ve^an lich. „Ja," sagte er ganz leise und wandle W dann nach ein paar entschuldigenden feinen übrigen Gästen zu, die sich überall los gruppierten, um nun plaudernd, vergleiche und unterfvAenb ihre Kritik zu üben. — — 's,,.
Am nächsten Autohalteplatz bestiegen
und Liselotte eins der schnellen Gefährte- , „Wie hat Ihnen das Malermann gefallen.^ Liselotte lehnte sich beauem zurück — f
Augen taten ihr ein bißchen weh vom we Bilderbetcachten. _
»Ich finde ihn sehr angenehm," sagleßa ' stimmt, „ich glaube, daß er talentvoll, liebe würdig und klug ist!"
Die Polin nickte befriebigt und in ihr«
Züge trat der Ausdruck einer stillen Freude- , Liselotte achtete gar nicht darauf, sie selbi
plötzlich verändert au?. ,
„Ob ick nickt deck fiebec nack Ha"ft ä .* Wenn Hellmut vielleicht zurückgekommen wu-
»Nix da!" Rita wurde ganz eneraihh- -^ fallt Ihnen ein? Tut Ihnen schon leid, daß mal Unternehmung gezeigt haben? Herr denkt ja nicht daran, so bald wiederzukmnuien und wenn? Nun sieht er, daß fein DA^ auch flieaeu versteht!" 1 (Forts. W^'