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Nr. 45

Montag den 23. Februar

1926

oftbezug viertslrährll 6.6t.

Watt, monatl. 2.20 Mk. Die Nummer 10 Pfg. PostfÄeck-Äonto Nr. 26859. Frankfurt a. M.

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_______________Llaisenhausbuchüruckerei Hanau Fermprechanschlüffe Nr. 1237 und 1238

Das Neueste.

Der Fähnrich v. S i r s ch f e l d. der das Atten­tat auf Ersberger begangen hatte, wurde zu 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt.

3n der zweiten Abstimmungszone fanden gestern zrohe Massenkundgebungen der deutschen Schles- viger statt.

Der Landwirtschaftsausschuß der preußischen Landesversammlung hat sich für die Beibehaltung der Zwangswirtschaft für Nahrungsmittel aus- seivrochen.

kommen ist. Aber alle Vorräte liegen in kleinen und kleinsten Quantitäten bei den bäuerlichen Produzenten verstreut, und bei der Vernichtung des bisherigen Handelsapparates gibt es heute nur eine Organisation, die bis ins kleinste Dorf und bis zum einzelnen Bauer vorzudringen ver­mag und die allein das vollste Vertrauen des russischen Bauern genießt: die Organisation der Genossenschaften- Ein Bild von diesen Genossen- schasten, von ihrem ungeheuren Wachstum, von ihrem Verwachsensein mit den bäuerlichen Kon­sumenten- und Produzentenmassen und von ihrer Bedeutung für den Weltmarkt gibt eine gerade zur rechten Zeit als Heft 11 (elf) der Tages- sragen der Auslandsivirtschaft, herausgegeben vom Auswärtigen Amt, erschienene Arbeit: Dr. Bruno HahnDie neueste Entwicklung des Ge- nosienschastswesens in Rußland". (Verlag von K. F. Kaehker, Leipzig 1920, Preis 1.60 Mk.) Sie zeigt vor allem, wie die zahllosen rupfen Einzelgenossenschaften (heute gibt es 55- 60 000 Einzelgenosienschasten, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung umfassen), sich in den letzten Kriegsjahren zu großen Verbänden und Zernal- verbänden zusammengeschlossen haben, die für Einkauf und Absatz bis an den Weltmarkt heran­reichen, ja bereits aus dem Weltmarkt aktiv er­schienen sind.

Die russischen Genossenschaften bestehen aus Kredit-, Konsum- und landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften. Die Kreditgenossenschaften zähl­ten Anfang 1918 bereits über 10 Millionen Mit- glieder Ihr ungeheures Wachsen verdanken sie zum Teil der weitgehenden Förderung durch die Regierung, die ihnen reiche Betriebsmittel zur Verfügung stellte. Infolge der Entwicklung wäh­rend des Krieges, auch der ungeheuren Preis-

Ein Notschrei der deutschen Presse.

WB. Weimar, 22. Febr. Die heute hier Sagende allgemeine Zeitungsverlegerversammlung

nach eingehender Aussprache über die chwcre wirtschaftliche Krisis, in der sich die- Elitsche Presse befindet, einstimmig folgend Ent- Weßung an:

Die deutschen Zeitungen stehen vor einer Katastrophe. Die vöMge Unsicherheit der Papier­elieferung, die ungeheuren Preiserhöhungen des Snukpapiers» aller Materialien, der Maschinen, Ahne und Gehälter und- die Unmöglichkeit, auch tut, einen annähernden Ausgleich, der bereits bis ur BruchgrerrZe drückenden Belastung der Zeit­ungen zu erreichen, führte heute in Weimar die »eransgeber der deutschen Zeitungen aus allen teilen des Reiches zusammen. Die Aussprache Mb, daß eine große Anzahl deutscher Zeitun- M, darunter Blätter von historischer Bedeutung, -«noch durch Notkredit vor dem Znsammrn- tM bewährt wurden und oatz »tzue Gtch-^-> tckung des Zeitungsdruckpapiers zu noch erträg­liche« Preisen der Zeitpunkt abzusehen ist, an ^m die überwältigende Mehrzahl der deutschen Leitungen ihr Erscheinen einstellen mnß. Die »richsregierung ist sich anscheinend der Wirkun- eu einer solchen Katastrophe noch gar nicht voll bewußt. Es handelt sich um die Existenz einer Amichttmg, ohne deren Fortbestehen und Auf- nchterhaltung die Wirtschaft und Ordnung in Deutschland den allerschiversten Gefahren ausge- etzt sein werden und ein Wiederaufbau unmög- ich ist. Verschwindet die Zeitung mit ihrer wirt- chustlichrn Vermittelung, mit ihrem Einfluß anf >as In- und Ausland, verschwindet ihre Auf- lärungsarbeit und ihre Ermutigung in Deutsch­lands schwerster Zeit, dann tritt das Gerücht, dann treten die Flugblätter aller zerstörenden Kräfte von drinnen und draußen an ihre Stelle.

deutschen Zeitungen wollen keine Liebesgabe iür sich, lehnen sie vielmehr ab, aber sie haben das vshlerworbeue Recht, im öffentlichen Interesse zu verlangen, daß die Existenzgrundlage der Zei- ^nqen sichergestellt wird vor einer sie vernich- tenderr Wirtschaft, die durch die grenzenlosen Spekulationen und Schiebungen auf dem Holz- ««it hauptsächlich den Rohstoff für das Zei- ^»gspapier so verteuert, daß das Papier für die übergroße Mehrzahl der deutschen Zeitungen tm= ssschwinglich wird. Daran ändert nichts, wenn i>»r«lne Unternehmungen ohne Rücksicht auf die Mehrzahl der Zeitungen und die bewährte Struk- M der deutschen Presse aus besonderen Gründen Papier zu jedem Preise zu erlangen suchen. Es W hier nicht um die Privatinteressen einzelner pfleget, sondern um Sein oder Nichtsein Erdrutschen Presse und die Freiheit Unabhängigkeit der öffentlichen Meinung, letzter Stunde richten die deutschen Zeitungs- "Erleger die dringende Mahnung an °'e Reichsregierung. die Regierungen Länder und die Nationalversannnlnng, im EgevreMn Interesse das Erscheinen der Zei­ten zn gewährleisten durch die Sicher st e l - M einer ausreichenden Menge "« Papierholz zu mäßigen Preisen und abnrch Zeitungsdruckpapier. Verhallt

Notschrei ungehört, zögern die Regierun- dann wird der Zusammenbruch der deutschen *chse mit allen seinen Folgen unvermeidlich.

Hass

Produkte

sank aber das Krevrtosdurfnrs der isoliern- wesentlich. Die Regierung zog nun die Genossen­schaften als Einkaufs- und Verteilungsavparat heran und übertrug ihnen umfangreiche Geireide- lieferungen für Heer und Bevölkerung. So ent­wickelten sich die Kreditgenossenschaften zu großen Absatz- und Einkaufsstellen. Auch die Konsum­vereine hatten während des Krieges ungeheures Wachstum zu verzeichnen. Sie zählten Anfang 1918 bereits 18 bis 19 Millionen Haushaltungen zu Mitgliedern. Mit ihnen arbeiten die landwirt­schaftlichen Genossenschaften, die Absatzorgani­sationen der Landwirte und Bauern sind, vielfach Hand in Hand. Diese letzteren haben vielfach eigene industrielle Betriebe errichtet, um nach der Vernichtung der Industrie durch die Sozialisie- rungspolitik der Bolschewisten die Versorgung der ländlichen Bevölkerung sicherzustellen. Den Anschluß an den Weltwavenmarft vermitteln nun Auslandsfilialen in London, Stockholm, Kon­stantinopel, Newyork und anderen Welthandels­plätzen. Die russischen Genossenschaften haben es verstanden, bereits jetzt, wo noch alle russischen Handelsbeziehungen darniederliegen, einen rich­tigen Warenaustauschverkehr, insbesondere mit England, in die Wege zu leiten. Auf diesen auch durch den Krieg mit den Bolschewisten nicht ganz unterbrochenen Beziehungen will England offen­bar seinen Handel mit Rußland in grofnügiger Weise neu aufbauen.

AshieNpreiserhöhnngerr.

^ie sind Kandelsbeziehungen mit Rußland möglich?

, Die Entente sucht mit Rußland in Handels- Achungen zu treten. Mit großem Scharfblick dabei England den Punkt herausgefunden, . angeseht werden muß, soll der Plan der Wie- ,Aufnahme des Handels mit Rußland gelin- das Genossenschaftswesen Rußlands.

7? das Zusammenarbeiten mit diesem läßt zur- ^.^Erfolgreiche Handelsbeziehungen mögli-b er- Maen. Rußland ist auch heute reich an Roh- und Lebensmitteln. Die letzte Ernte ist

Rekordernte, wie ße seit langem nicht vorae-

festgesetzt, nnd zwar für das Casseler Revier im Verhältnis von 3 zu 4, für das Frankfurter Revier im Verhältnis von 1 zu 1.25 und für das Revier von Forst und Görlitz im Ver­hältnis von 1 zu 1.125.

Für -re BerbehMrmg der ^WKKgsrVirZschsft.

Der LandwirtschaftSauSschuß der Preußischen La«de?- versammlnnq hat sich f ü r d i e B e i b e h a l t u n g der Zwanqsbewirtschaft 11 ng der Nab- rungsmittel anSgesprocbcn. Alle Anträge auf Aufhebung der Zwangswirtschaft sind abgelehnt wor­den, so z. B. der Antrag Fried berg (Sem.), der nur für Getreide und Milch noch die Zwangswirtichaft aufrecht erbalten will, ferner der Antrag v. Kessel (D.-Natl.), der freie Wirtschaft für den Zucker ver­langte, der Antrag Dr. P 0 r s ch (Z.), der eine Er- böhnng der Zuckerpreife wünscht und die Anträge PeterS-Hoch (Soz.f und Dr. P 0 rsch (3) auf Annährung der Gehälter und Söhne an die Welt­marktslage. Dagegen wurden die Anträge W i i t i ch (Soz.) auf Förderung der landwirtschaft­lichen Produktion dnrcb Zuführung von künst- lickem Dünger und technischen Hilfsmittel«, sowie auf Schaffung von Arbeitsnachweisen für Landarbeiter, und R i ch t a r 3 k y (30, der mehr Saatgut zur Verfü­gung stellen will, einstimmig angenommen.

MMsMundgLbusIg ö§r L§rrffchers SchleswigEr.

WB. Fletrsburg, 23. Febr. Eine Massenkund­gebung der deutschen Schleswiger fand gestern in Flensburg und 24 anderen Orten der zweiten, teil­weise auch der ersten Zone statt. Das Einbeits- programm für alle Versammlungen lautete: Unser Rechtskampf um die Grenze. Es wurde folgende Ent­schließung angenommen:

Die Teutschen fordern als Nordgrenze eine Linie, die gleich große Minderheiten auf beiden Seiten läßt. müE die Grenze mindestens zurückgedrängt werden. Wir fordern, daß zur enb gültigen Grenzziehung auch das Ergebnis in der zweiten Zone mit hereingezogen werde. Auf der Erimo- lage der letzteren kann eine Verständigung von Volk zu Volk erreicht werden.

Die Kundgebung verlief ohne irgendwelchen Zwischenfall.

Keine AnstösuKg der EinWvhnsrWehren.

Gegenüber verschiedenen Aeußerungen des Neichsmehrministers in Bremen und Hamburg über angebliche Auflösung der Einwohnerwehren zum 1. April 1920, die in entstellter Form in die Presse gelangt sind, stellt die Reichszentrale für Einwohnerwehren nach Anfrage beim Reichs­wehrminister fest, daß Aeußerungen in dieser Form nicht gefallen sind. Der Reichswehr- minister habe lediglich im Hinblick auf die Ententeforderung nach Auflösung der Verbände der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß bei den bevorstehenden Verhandlungen von Seiten der Entente die Existenz der Einwohnerwehren ernst bedroht würde. Die Leitung der Eirrwohner- wehrorganifation fei sich der Schwierigkeiten dieser Verhandlungen wohl bewußt, hoffe aber bestimmt, die Einwohnerwehren zu retten.

Zwei MiLliarHsn für die fachsifchs MssubahK.

In den mittteldeutschen und ostelbischen Braunkohlenrevieren sind den Arbeitern mit Wirkung ab 1. Februar namhafte Lohn­erhöhungen bewilligt worden, wobei besondere Zulagen für Arbeiter mit Familie und für jedes Kind vorgesehen sind. Auch für die 9ln= gestellten erwies sich infolgedessen eine Gehalts­erhöhung als nötig. Das mitteldeutsche und ostelbische Braunkohlensyndikat haben diese Lohnerhöhungen zum Anlaß genommen, um bei dem Reichskohlenverband Anträge auf Erhöhung ihrer Verkaufspreise zu stellen. Außer mit der Lohnerhöhung sind die Anträge damit begründet worden, daß die für den Braunkohlenbergbau nötigen Materialien in letzterZeil außerordentlich im Preise gestiegen sind und in nächster Zeit noch weiter steigen werden. Die Anträge wurden vom Reichskohlenverband und vom Reichswirtschaftsministerium eingehend geprüft. Sie haben einesteils Abstriche erfahren, andern- teils ist dem Umstände Rechnung getragen worden, daß die Lohnerhöhung bereits mit Wirkung ab 1. Februar bewilligt worden ist, während die Kohlenpreiserhöhung erst ab 1. März eiutreten soll. Schließlich wurden folgende Preiserhöhungen festgesetzt: Für Briketts und Naßpreßsteine 45 Mark, für Roh­kohle 15 Mark, für Siebkohle 16.50 Mark, für

Seiger'

Die sächsische biegierung verlangt lautLokalan- . H " für die Abtretung der sächsischen Eiscndahncn ändaS Reich rund 2 Mllliardcu Mark.

folgende Preiserhöh Briketts und Naßpreßst kohle 15 Mark, für Si< , Stückkohle 18 Mark, für Grudekoks 60 Mark für die Tonne mit Wirkung ab 1. März 1920, ohne Steuern. Für die mit erhöhten Selbstkosten arbeitendenReviere sind erhöhte Preissteigerungen

Korrttnenlale JnleresfengememfchKfl.

DerTemps" gegen Englands Kohlenpolitik.

Der PariserTemps" beahandelt in seinem Leitartikel vom 17. Februar die Kohlenfrage im Anschluß an Ausführungen der englischen Zeit­schriftTbe Economist" über eine englische amt­liche Denkschrift. DerTemps" stellt mit Be­fremden fest, daß die Ausländer, darunter auch die Verbündeten, für englische Kohle mehralsdoppeltsoviel bezahlen müssen wie die Engländer im eigenen Lande. Der Durch­schnittspreis für Auslan d er beträgt 49Schil­ling 1 Penny, und der Inlandspreis nur 23 Schilling 1 Penny für die Tonne. Nach der englischen Denkschrift kann England für die Zeit vom 1. April 1919 bis zum 31. März 1920 auf einen Bruttogewinn von 44,5 Millionen Pfund Sterling aus seinem Kohlenhandel rech­nen. Ein beträchtlicher Teil dieses Gewinns genau 12 Millionen Pfund ist dazu bestimmt, die Herabsetzung des Jnlandpreises um zehn Schilling für die Tonne unter den normalen Ver­kaufspreis zu gestatten. Der Engländer heizt also, wie derSempS" hervorhebt, im eigenen Lande uiwerhältnismäßig billig auf Kosten der Ausländer, in erster Linie der Verbündeten!

DerEconomist" mißbilligt diese Ver- wenduna des «-e-ckelten Gewinns, aber nicht etwa

wie derTemps" mit wachsendem Befremden feststellt aussittlichen Gründen", weilder Edelmut geböte, die unter den Kriegsfolgen schwer leidenden Kontinentalvölker 5n schonen", sondern lediglich, weil der ganze GA> winn seiner Ansicht nach der Staatskasse zugeführt werden sollte. Von einer Herab­setzung der Auslandspreise will auch derEconomist" nichts wissen. Der .Temps* zieht daraus folgenden Schluß:A l l e N a t i 0- nen des europäischen Kontinents, welches auch die materiellen oder sittlichen Schranken sein mögen, die sie trennen, hatten einen gemeinsamen Vorteil von der Steigerung ihrer Kohlenproduk- Hort. Es ist weder für sie noch für England selbst gut, daß sie in diesem Maße von bet britischen Produktion abhängig sind. Monopole führen notwendig zu Miß­brauchen. Nur die Konkurrenz sichert gesunde Zustände." DerTempZ" richtet weiter eine Mahnung an die V er ei n i g t en Sta a - t e n, ihre europäischen Interessen nicht zu ver­kennen, und schließt mit den Worten:Möchten diese Lehren dem Wiedergutmachungs­ausschuß seine Aufgabe erleichtern, wenn er sich mit der Frage der deutschen Kohlen- lieferungen befaßt."

PoZmears.

Der abgetretene Prändeat von Frankreich, Raimontz Poincare. Hat sich anstelle von Ionnart zum Dele­gierten Frankreichs in der Wiedergutmachungs- komumsion ernennen lassen. Tiefe knrze Meldung aus Paris ist scinckichalsschwer für die deutsche Zu­kunft. Die WiedergiitniachunxskonmiissisN wird für das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus nach dem FriedenSvertrag die weitesigchenden Demanisse gegen­über Deutschland ausüben. Sie hat nicht nur die

Kriegsschulden zu zählen hat, 'ondcrn sie hat auch darüber zu wachen, daß die Steuerbe.astung Deutschlands nicht geringer ist, als die des me/ belasteten Ententelandes. Von welcher Tra :^eite die Ernennung des Deutschenhassers von reinstem Wasser zum Präsidenten der WiederherstellungSkommission ist geht aus folgender Meldung hervor:

0O?. Genf, 23. Febr. Als Präsident der Wieder- bersrelbmgSkommisfioa wird Pvincarv, wenn er will, fast diktatorische M a ch t a u s ü b e n könnrrr. dlach ken Bestimmungen des Beriailler Vertrages uuter= steht die Kommission seiner parlamentarischen Kontrolle imS ist an keine Justiz irgend eines Landes gebunden. Lie soll sich souverän nur durch die Prinzipien der Billigkeit und des guten <- laubens leiten lassen und hat vor allem die Befugnis, Zwangsmaßnahmen gegen ein widerspenstiges Deutschland vorzuschlagen.

Dsr SsrZrag vs« Versailles im SchWmöeu.

WB. Rotterdam, 22. Febr. Das englische BlattRation" schreibt: Der Vertrag von Versailles ist im Schwinden. Frank­reich habe in der Auslieferungsfrage nachgeaeben. aber als Gegenleistung die Belassung der Türkei in Konstantinopel verlangt. Das Blatt begreift nicht, warum sich Wilson wegen Fiuma so er­eifert. Er trete als Verteidiger einiger hundert­tausend halbzivilisierter Menschen auf, und lasse zu, daß die Rechte von Millionen höher stehen­der Menschen mit Füßen getreten werden.

Die bolschewrWche WsAe.

WB. Budapest, 23. Febr. In einer Unter» redung mit einem Vertreter der amerikanischen Hearstpresse warnte der ungarische Minister Friedrich vor der nach Westen ziehenden bolschewistischen Gefahr. Ungarns Wunsch, zur Monarchie zurückzukehren, hätte seinen Emnd darin, daß es dann das beste Bollwerk gegen den extremen Radikalismus bilden würde. Wir haben Nachrichten, so sagte der Minister, daß die russischen Bolschewisten einen Einfall nach Mittel- und Westeuropa, vorbereiten. Ihre mit itärische Stärke mit der sie den Vormarsch antreten wollten, setze sich aus 216 russischen Bat aillonen; 270 Bataillonen Chinesen und 54 Bataillonen Ungarn zusammen. Die letz­teren sind in Sibirien befindliche Kriegsge­fangene, die gezwungenermaßen mitmachen. Die Entente hat nur zwei Wege: Entweder sie ver­bindet sich mit den Bolschewisten oder sie kräf­tigt Deutschland in einer Weise, die es befähige, seine historische Rolle, die Gefahr des Ostens aufzuhalten, durchzusühre»

ssWeikere Politische Nachrichten Seite 3.).