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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Slaöt- und Landkreis Kaum»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage

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Samstag den 21. Februar

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Verlags leitung: Ad. Judermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich.Hultsch: für lokalen und vrooinzieüeu Teil sowie Sport W.Moritz: für Anzeigen n«d Reklamen A. Brodt, alle in banau a.

RoLationsdruSd.Waiseuhausbuchdruckerei Samu»

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Das Neueste.

Die deutsche Nationalversammlung ist auf «Wen Mittwoch einLsvufen worden.

In der preußischen Lamdesversammlung mrd« der Antrag auf Sch-afsuay eines ReichZ- ^ zur Bekämpfung der Tuberkulose ange- Wmrn.

ImPopulaire* werden alle diejenigen Kameraden aufgefordsrt, die noch Greueltaten im Zedächtnis haben, die von Franzosen auf Befehl begangen wurden, diese mitzuteilsn, damit sie Mffentlicht werden können.

Nach Blattermeldungen aus Madrid steht eine spanische Ministerkrise bevor.

Der Reichskanzler zur Kohlsusrage.

Der Reichskanzler hat im Anschluß an das Mischen den Arbeiterorganisationen und dem Zechenverband zusdand-eFekommenen Abkommen über die Steigerung der Kohlmprodukticm einem Mtarbeiter dar .Deutschen Allgemein. Zeitung" Nchstebeu.de Unterredung gewährt:

Der gwße KohlemnangÄ, unter dem wir zu MbN haben, zwingt uns, unter allen Unlständen fit titte Steigerung der Förderung zu sorgen. Die Verkürzung der Arbeitsschicht aus 6 Stunden »ick dadurch vorerst zur linmöglichkeit. An und für sich kann gesagt werden, daß die Forderung N Sechsstundentages nicht der Berechtigung MaWL, UM ^vn gegM^M^LsLMMu im besonderen bei der fetzigen Notlage läßt sch diese Forderung nicht durchsetzen. Nebrigens könnte dieses schwerwiegende Problem nur durch internationale Regelung geffoft werden. Auf die- im Standpunkt haben sich ja auch die Bergar- diter in ihrer großen Mehrheit gestellt, mit Aus­nahme allein jener Streife» die durch die links- «dikale Agitation irregeletet worden sind- Wann nun die Mrgwrbviter nicht nur von der Forde- Mg des Sechsstundentages abgesehen haben, sondern Wer die jetzige Arbeitszeit hinaus noch llrberschichten zu fahren gewillt sind, so ist das ich will das ehrlich, offen und dankbar ous- sprechen ein Zeichen dafür, daß die Berg- ubeiterschast einsichtig genug ist, unsere Notlage ft übersehen umd die Folgen- daraus zu ziehen, M Mögen worden müssen. Wenn von Sorten d« Arbeitnehmer vorgeschlagen worden ist, die Kohlenförderung durch Einstellung neuer Ar- ^itskräfie zu heben, so läßt sich dieser Vorschlag schon im Hinblick auf den Mangel an geeigneten Wohnungen sowie wegen der technischen Schwie- Miten nicht so schnell vvrwirUicheu Indessen iirrfalgt die Reichsregierung diesen PlE und der Mbau der ArbeiterwohmUngen ist in umfang- ^em Maße vorgesehen. Die Kosten für diese «toten sollen aus den Kohlenpreisen gedeckt wer-

Wir hoffen, in absehbarer Zukunft im ^chrrevier etwa 150 000 Mann unterbringen zu ?Wn. Mit dem Neubau der Wohnungen soll IN im Frühjahr d. JT. begonnen werden, aber ® wird vielleicht Jahre dauern, bis eine aus- '»nnnliche Mehreinstellung von Arbeitskräften w Schwierigkeit verwirklicht werden' kann. Die ^hlenftvge aber ist von größter Dringlichkeit.

müssen schnell handeln, wenn wir aus den Mgen Schwierigkeiten überhaupt heraus wollen, öw Beseitigung der Krisis gibt eS daher nur

Mittel, und das ist nicht Schichtverkürzmig, ändern Streckung der Arbeitzeit.

Der Stampf um die Lösung des Problems teilweise sehr erregt Es ist nicht zuletzt der Wnig des Neichskommissars Severing und der Wt^t der Gewerkschafts sichrer zu danken, wenn M schwere Werk der Einigung dennoch gelang.

Vertrauensleute der Arbätnehmer wiesen A Recht auf die mannigfachen und schweren Denken einer verlängerten Arbeitszeit hin. Ale Entschlossenheit, der Not des gesamten Vol- abzuhelfen, besiegte alle naheliegenden Ein-

Nur über die Art und Weise der Mehr- Mungen bestanden noch abweichende Auf- SHimgen. DieZechenbesitzer hatten vorgeschlagen, ^ Arbeitszeit von 7 auf 8% Stunden täglich zu Hiergegen erhoben sich jedoch in den r^fen der Bergarbeiter gewichtige Sorgen, und ' kam man schließlich zu der Einigung, daß Amtlich zwei halbe Ueber schichten gefahren ^°en sollen. Das geschieht in der Weise, daß »' Anschluß an die 7-Stundenschicht 3% Stunden Oberschicht gefahren werden, sodaß in den Teilen der Ueberschicht 'insgesamt 10% Stunden feitet werden. Es ist ein einfaches Rechen-

Zukunft in der Woche ein Sechstel mehr gear­beitet wird, als bisher. Um sich zu vergegenwär­tigen, was das heißt, muß man auf die Förder- zahlen der letzten Monate des Jahres 1919 zu- rüelgreifen. Im Durchschnitt werden 67 Ml- lionvn Tonnen monatlich im Ruhrrevier geför­dert. Die jetzige Schichtverlängerung bringt also eine Steigerung der Leistung um etwa eine Mil­lion Tonnen im Monat, das heißt 12 Millionen Tonnen im Jahre. Das ist gewiß eine erhebliche Summe, aber sie ist doch noch nicht groß genug, um die Schwierigkeiten der Kohlenlage zu be- seitigem. Eine Ausdehnung der Vereinbarung auf Oberschlesien und die Braunkohlengebiete muß angestrebt werden. Nach den bisherigen Meldungen ist darauf zu hoffen, daß auch für diese Gebiete ein ähnliches Abkommen getroffen wird. Die Entschädigung, die für die Ueber- schicht geleistet wird, mußte natürlich hoch sein. Sie mußte für die Bergarbeiter einen stärkeren Anreiz bilden. Es wird ein Lohnzuschlag von 100 Prozent für Arbeit unter Tage und ein Lohnzuschlag von 50 Proz. über Tage gewährt. Geld allein macht aber die Bergarbeiter nicht glücklich. Sie müssen Gelegenheit haben, sich für dieses Geld Lebensmittel zu laufen. Wenn des­halb für die schwer arbeitenden Bergarbeiter Sonderzuweisungen an Brot und Fett bewilligt worden sind, so dürfte das von der übrigen Be­völkerung durchaus verstanden und gebilligt wer­den. In seinen praktischen Folgen wird das ge­troffene Abkommen sowohl innenpolitisch wie außenpolitisch bald dem gesamten Volke sich äußerst wohltätig erweisen. Dies gilt zunächst für die Versorgung der Eisenbahn mit Betriebs­stoffen, wodurch auch der Abtransport von Le- bensnütteln eine Steigerung erfahren wird. Aber auch die Lebensmittel selbst werden hier durch 'MEinb eM^tnlniff^S ^^Teil dieser Kohlen nach dem Ausland gehen' und unsere Devisen für den besonders während der nächsten Monate dringend notwendigen Lebensmitteleinkauf ver­schaffen wird. Daß Industrie und Landwirtschaft gleichmäßig an der gesteigerte Kohlenproduktion teil haben sollen, versteht sich von selbst. Die Landwirtschaft im besonderen wird dadurch in die Lage kommen, ihre Maschinen besser.auszu- nutzen, um so der gegenwärtigen Ablieferungsnot abzuhelfen und dann auch der Frühjahrsbestel­lung die dringend erforderliche Förderung zuteil werdrn zu lassen. Schließlich aber nicht zuletzt muß aiu; -«raus hingewiesen werden, daß jede Steigerung der Kohlenförderung dazu dient, un­sere auf dem Friedensvertrag beruhenden Liefe­rungspflichten möglichst zu erfüllen. Die Entente wird auch aus diesem Abkommen über eine Ver­mehrung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau er­sehen können- wie ernst es uns ist mit der Er­füllung der übernommenen Pflichten. Mehr aber noch dürfte nicht nur der Entente, sondern der ganzen kultivierten Welt aus der Entschlossenheit der deutschen Bergarbeiter, die Arbeitsleistung zu steigern und die Arbeitszeit zu verlängern, die Ueberzeugung sinnfällig werden, daß Deutsch­lands moralische, wirtschaftliche und politische Medergesundung voranschreitet.

Die -euisch-ruMchen Beziehungen.

Aus einer Unterredung, die der Sowjet- unterhändler K o p p» der gegenwärtig in Berlin weilt und Verhandlungen mit der deutschen Re­gierung führt, mit Pressevertretern hatte, ist fol­gendes zu entnehmen:!

Die Zahl der deutschen Kriegsge­fangenen, deren Heimkehr aus Rußland nun­mehr in die Wege geleitet werden soll, beträgt etwa 30 000 Mann. Die Heimkehr kann sich vor­läufig nur auf dem Seeweg über Reval nach Stettin vollziehen. Herr Kopp wies darauf hin, daß sich noch immer eine Viertelmillion russischer Gefangener in Deutschland befinden, deren Frei­lassung von der deutschen Regierung nunmehr zugestanden werden soll. Ueber die künftigen deutsch-russischen Wirtschaftsbe- zieh'u'ngen sagte der Vertreter, daß Rußland mit Deutschland möglichst schnell zu einem regen wirtschaftlichen Güteraustausch zu lammen wünscht. Rußland bedarf dringend deutscher Maschinen, deutscher Kohlen, doutfcher Medika- mente und noch mehr deutscher Facharbeiter, In­genieure, Techniker und Organisatoren. Als Gegenwert wird «s für Deutschland hochwertige Rohstoffe zu bieten haben, wi« Platin, Kupfer, Hirse, Getreide und Holz.

In diesem Zusammenhang wies Herr Kopp auf die Vorbereitungen der Entente zur Wieder­aufnahme des Handels mit Rußland hin. Unter andevem darauf, daß besonders die Engländer in aller Welt Rubel auflaufen, um nicht mit der hohe» *i»Mw« SBöäsmb^ die MK Ritdland ä er*

wartenden Rohstoffe bezahlen zu müssest Dazu bemerkte der Sowjetunterhändler, daß sich in dieser Beziehimg die Entente leicht eine falsche Rechnung machen dürfte. Ein Austausch von Waren gegen Geld wäre auf Grund der heutigen .Valutaverhältnisse das Törichste und Unmög- 'lichste, das Rußland tun könne. Für lange Zeit kommen für Rußland Gegenstände des persön­lichen Scharfes überhaupt nicht in Frage. Transport- umb Betriebsmittel sind das einzige, worauf Rußland heute Wert legt. Ware gegen Ware wird das Prinzip sein, das sich Rußland auch in Bezug auf Deutschland zur Pflicht machen muß. Zur Wieder­aufnahme der diplomatischen Be­ziehung« n zwischen Deutschland und Ruß­land wies Herr Kopp darauf hin, daß die DolM- kommissare viel zu gut wissen, daß sich eine soziale Umwälzung nichtmachen* läßt. Rußland muß vorerst an Rußland denken, ohne den Glauben an dir Weltrevolution aufzugeben. Die Räte­republik sei jetzt fest gegründet und endgültig ge­sichert. Es kann keine andere Regierung geben, die Deutschland so freundlich gesinnt ist, wie die heutige Arböitor- und Bauernregiecung Ruß­lands.

Verhandlungen mil der SswZelregiernng.

WB. Mailand, 20. Februar. Wie der Carriere della Sera aus London berichtet, steht der Oberste Rat vor wichtigen Entscheidungen in der russischen Frage infolge des Umstandes, daß bei der Wiederaufnahme der Handelsbe­ziehungen die Moskauer Sowjetregierung nicht umgangen werden kann. Es fei wohl nötig, auch mit der Sowjetregierung Handelsverträge Lbzuichließen, was die Hm erkennung der Moskauer Regierung voraus­setzen kann. Dadurch also wäre die Möglichkeit von Verhandlungen mit der Sowjetregierung in greifbare Nähe gerückt. Auch der japanische Botschafter wohnte den Verhandlungen bei. Der rumänische Ministerpräsident ist vom Obersten Rat aufgefordert worden, nach London zu kommen, um den Standpunkt Rumäniens in der Frage des Friedensschlusses mit Rußland bekanntzugeben.

Der FrieSensverkrag eine Parole im amerikanischen Wahlkampf.

Der amerik«nische Senat hat laut Nieuwe Courant die Verhandlungen über den FriedenSvertrag auSgesetzt, weil erst die Lage bezüglich der Adria klar sein muß, und weil der Präsident nicht geneigt ist zu einem Kom­promiß über Artikel 10. Senator Borah, der Führer der Vertragkgegner, sagte, die republikanische Partei werde den Vertrag zu Fall bringen. Der Vertrag werde eine Parole im Wahlkanipf sein.

Spanien vor einer Ministerkrise ?

WB. Madrid, 20. Febr. Nach den Morgen­zeitungen hat die Regiening in einem um Mitternacht abgehaltenen Kabinettsrat die polittsche Lage geprüft. Gewisse Zeitungen melden, daß eine Minister­krise eintreten könnte. Für heute mittag hat die Regierung einen Rat der hauptsächlichsten Parlamen­tarier zusammenberufen, um schnellsten« die Billigung der Erhöhung der E i s e n b a h n t a r i f e zu er­langen. Wenn nicht augenblicklich ein Einvernehmen zustande kommt, wird die Ministerkrise unvermeid­lich sein

Preutzische Lan-esversammlung.

KekSmpfu»g der Tuberkulose.

Berlin, 20. Febr.

Auf eine Austage deS Abg. Herbert (Soz.l er­klärt Nnterstaatssekretär Dr. P e t e r S, daß sämtliche Oberpräsidenten angewiesen worden seien, gegen die Landwirte strafrechtlich vorzugehen, die ihrerAblieferungspficht nicht nachkommen.

Einer Beschwerde des Abg. Gaffel (Dem.) gegen­über, daß bei der Wahl v o n L e d r e r n und Rektoren bei StellenauSschrcibunge« Bewerber ihrer polittschen Gesinnung wegen zurückgestellt worden seien, drückt ein Regierungsvertreter sein Bedauern über solche Neberschreitungen aus. Einer Wiederholung werde vorgebeugt. .

Die Abstimmung über den Antrag dcr Deutsch- n a t i o u a l e n, der besagt, die Regcerun, möge »er- anlaffen, daß die Wahlen zu den Eltern bei- raten verschoben werden, bi« bie Erziehungs­berechtigten die Entscheidung über den Charakter der Bolksichule« getroffen haben, wird abgelehnt. Der Antrag Hergt - Dr. ». Krause, der die Wahl zu den Elternbeiräte« vorläufig aussetzen will, wird in namentlicher Abstimmung abgelehnt.

Er folgt die Beratung der Verordnuug vom 26. Februar 1919 betreffend die einstweilige Versetzung der unmittelbaren Staatsbeamten tu den Ruhestand. Die Verordnung wird genehmigt.

Er folgt die Beratung des Antrages der Demo­kraten über die landwirtschaftliche Ausnutzung von JCtM.>>A*M*»A«.^^ ~ ** ®*

(Dem): Die Landwirtschaft ist nicht imstande, unser Volk fu ernähren. Eine intensive Bewirtschaftung ist wegen des Düngermangels nicht möglich. Deshalb muß die Anbanffäche vermehrt werden. Die großen Truppenübungsplätze und die örtlichen Exerzierplätze müssen zum Gemüsebau auSgenatzt werden. Abg, Westrup (Ztr^: Dieser Antrag entspricht genau einem alten, längst angenommenen Zentrumvanttag.

Abg. Dr. H o f m a n n (denffch-natl.): Trotz der bereit» erfolgten Annahme deS heutigen Anträge» ist in absehbarer Zeit eine wesentliche Förderung der Volksernährung nicht zu erwarten. Der Antrag tobt damit für erledigt erklärt.

Abg. Dr. W e y l (UnaSh. Soz.) begründet sodann einen Antrag auf Einführung derFamilien- Versicherung. Wg. Preucker (Soz.): @1 ist nicht zu verstehen, weshalb die ReichSregierung der Forderung immer noch nicht gefolgt ist. Ungeheuer sind die Verluste an geistiger und körperlicher Kraft infolge des Mangels einer deutschen Familieuversiche- rang. Die, Abgg. Frahm (deutsch-natl.), Hirt« siefer (Ztr.) und Frau D S nh o ff (Dem.) stim­men dem Antrag« zu. Der Antrag wird angenommen.

Ein Antrag betr. Baukostenzuschüsse zur Bekämpfung der Wohnungsnot wird von der Tages­ordnung abgesetzt, da ein RegienmgSvcrtteter zur Zeit nicht anwesend ist.

Er folgt ein Eintrag der Demokraten auf Erlaß eines Reichsgesetzt» über die. Tuber­kulose. Abg. Dr. Schloßmann (Dem.): Durch die SriegSfolgm bat die Tuberkulose wieder erheblich zugenommen. Es fehlt namentlich an Milch. Die Bekämpfung der Tuberkulose muß schon bei dem Kinde intensiv vor sich gehen. Andererseits muß der SiedelungSgedanke gefördert werden. Ein Reichkgesetz muß schleunigst erfassen werden. Abg. Dr. Beyer- Westpreußen (Soz.): Hauptschuld unseres Zusammen- bruches ist der Himger. der auch die Tnbrrkulose hoch gebracht hat. Sie ist eine soziale Krankheit und kann bekämpft werden durch WohmmgSfürsorge. Die Aerzte und besonders auch die Fakultäun verhalten sich Steuerungen gegenüber ablehnend. Ministerialdirektor Dr. Gottstein: Ein Reichs» gei& ay ^outoittu^^ ist auLL^ei-. tet und wird alsbald ber Slotsottafoe'r® M- gehen. Der Dorwurf deS Abg. Dr. Beyer, die Gesamt­heit der Aerzte sei konservativ und lehne jede Neue­rung ab, ist unbegründet. Eine gewisse Zurückhaltung und Vorsicht den vielen neuen Heilmitteln gegenüber ist aber angebracht. DaS Gesundheitsamt beschäsligt sich jetzt auch mit der Frage, ob ehre MaximaldosiS an Salvarsan festzulegen ist. Äbg. Dr. W e y ! (Unabh.): Alle Achtung vor der Nationalversammlung aber hinsichtlich, der GesundheitSpstege bat Preußen weit bessere Erfolge. (Hört! Hört!) Die Arbeikeu unseres Ausschusses für BcvölkenmgSpolitik sönnen sich sehen lassen. Da herrscht in Preußen ein besserer Wind. (Hött 1 Hört!) Heilbaren Tuberkulosenkran- len muß jede Hilke zuteil werden. Die unheilbar Er« krankten müssen betreut werden und zwar so, daß fi« für ihre Mitmenschen keine G-fabr bilden. Abg. W er n er-HerSfeld (Dt. Vpt.) Erfolgreich kann die Tuberkulose nur bekäinpst werden durch eine vernünf­tige Siedclung?volitik. Eine einheitliche gesetzliche Regelung der Matarie durch das Reich ist natürlich einem LandeSgesetz vorzuziehen. Abg. Frau V ö h l« mann (Dt. Vpt.): Aufgabe der Sozialbeamtinnen muß es sein, auf dein Wege der Wohnungsfürsorge die Tuberkulose zu bekämpfen. Abg. Dr. Brack­mann (Dt.-Hann.): Um die Tuberkulose schon im Anfangsftadium befäntpfen zu können, brauchen wir die Meldepsticht solcher Erkrankungen. Abg. Dr. Schloßmann (Dem.): In sozialhygienischer Be« zichung müssen alle Aerzte linkSradikal sein. Jede» Gesetz muß dahin betrachtet werden, wie das Woh­nungswesen verbessert und die Tuberkulose bekämpft werden kann. Der Anttag wird angenommen.

Abg. Dr. Beyer (Soz.) begründet' sodann einen Antrag, die Staatsregiernng zu ersuchen, tunlichst bald eine Reform der gewerblichen Hygiene dnrchzu« führen, wonach auch die vygieniich vorgebildeten Aerzte neben den technischen GewerbeaufstchtSbeamten als gleichberechtigte Mitarbeiter anzuseben sind. Abg. Werne r-HerSfeld (Dt. Statt! Wir können den An­trag nur unterstützen. Aüg. Schloßmann (Dem.) stimmt dem Antrag zu. Abg. Dr. Weyl (Unabh.): Eine vernünftige hygienische Aufsicht ist nur mit den Arbeitern gemeinsam möglich. Dir Aerzte müssen besser vorgebildet werden, um Vorbeugungs­maßnahmen treffen zu können. Nach weiteren Nutz- führungen des Abgeordneten Dr. Kakle (Dt. 3pt) wird der Antrag angenommen.

Abg. Bergmann tütr.) empfiehlt einen Antrag, die Entschädigung der Schöffen und Geschworenen zeit­gemäß zu erhöhe». Ein Regierungsvertreter er­klärt, die Regierung muffe aus finanziellen Gründe« Zurückhaltung üben, zumal erst vor einem Vierteljahr eine Verdoppelung der Sätze eingetreten sei. Abg. Mülle r-Harburg (Soz.): Die Erklärung der Re­gierung kann uns nicht abhalten, dem Antrag zuzu. stimmen, da bei der jetzigen Eutschädigung die arbei­tende Bevölkerung von der Rechtssprechung ausge­schlossen ist. Abg. Dr. B e rnd t-Stettin (Dem.): Bei Fragen der Rechtsprechung dürfen Finanzsragc« nicht ausschlaggebend sein. Abg. Do lczych (Dt. Statt) stimmt dem Anträge zu. Jedoch ist e» nicht möglich, auch dex EinkommeusauSfall zu erfegen.

Abg. Obuch (Unabh.): Btinderbeurittelte werde« nur vereinzelt zur Recktsprechung »»gezogen. Ein« Erhöhung der Entschädigung ist notwendig. Nach weiterer Debatte wird der Antrag schließlich dem Rechtsausschuß überiviefen. Darauf vertagt sich das Haus auf Samstag 12 Uhr. Anträge und A* fragen.

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