Sanauer K Anzeiger
General-Anzeiger
AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Sana«
Erschein! täglich mit Ausnahme dev^Sonn. und Feiertag«
Sr. 39
Montag den 16. Februar
inntiTiwimnurtrftihiiiMr1Tiwmmiiis^
1920
Das Neueste.
Die Antwortnote der Alliierten auf den am 15. Januar gemachten deutschen Vorschlag ist «ich Berlin übermittelte worden. Nach französi- chm Meldungen soll dem deutschen Vorschlag ent- -roche« worden fein.
Das Kabinett in Belgrad hat seinen Rücktritt rngereicht.
Mlson verharrt auf seinen in der Adriafrage imits im Dezember v. I. eingenommenen Stand- pMe, sodaß Schwierigkeiten entstehen dürften.
Die fraazSsische — die deutsche Aevolatron.
In feiner Geschichte der französischen Revolution schildert H. Taipe mit einer geradezu er- MtteMden Anschaulichkeit die Wirkungen der HLchstpreispolitik auf das französische Voll und m allem auf Paris. Die Schilderungen sind für M deshalb von großem Interesse, weil sie ein Mild von verblüffender Portratahnlichkeit un- ierer heutigen Tage geben und an einem drasti- schen und unwidvrleglichen Beispiel der Vergangenheit zeigen, wohin auch heute die Fahrt unso- ««StaatSwagenS geht, wenn nicht binnen allerkürzester Frist die Nmkchr erfolgt. Es ist ohnehin Me Frage, ob diese Umkehr nicht überhaupt schon z« spät kommt. Wir stehen vor der Entscheidung in der Frage: Verewigung der Zwangswirtschaft mit unvermeidlicher grauenvoller Hungersnot, »der schleunigster Abbau mit Uebergang zur ^tr- Wirtschaft, wobei freilich für einige Zeit
: hohe Preise in den Kauf genommen werden
st topfen müffmr. das lehrt mir die ergreifende Schilderung von Tarne, «e un« auch die Zukunft m deutschen Großstädte offenbart, wenn die bis-
Mge Wirffchast aufrecht erhalten bleibt. Hören Är, wie es im Jahre 1794 in Paris zuging:
»Wenn die Regierung sich HM, so kann sie '
sie das M dadurch, daß sie den Notleidenden ein Stück »rot gibt oder — verspricht. Darum stchen acht rmlen tm Umkreis um PariS Posten auf den Straßen, darum streifen überall Patrouillen um- »l ^ Ftchckeute LNzvtreiben. Deshalb der Aefchi, alle Wagen und Pftrde zu beschlagnah- men, um die Transporte bewerkstelligen zu kön- Alle Gemeinden, durch deren Gebiet die Achrstraße geht, erhalten Befehl. Sand, Erde « Mrst anzufahren und auf der Straße auszu- Me«, damit die Pferde trotz des Glatteises vom kommen könne». Die Bol^ beauftragten ^rdrn angewiesen, eine Anzahl Arbeiter aufzu- man braucht, um das Eis um die Msermühlen aufzubrechen. Die ganze Gersten- Lande wird beschlagnahmt, um fie als ^amuttel bei der Brotherstellung zu verwenden. Brauereibesttz ecn wird verboten, Gerste girr ^^Euug von Bier zu gebrauchen, den Stärk- > Kartoffeln zur Starke zu verarbeiten. Zrrwidechandelnde besteht Todesstrafe „we- r Hmterziehung von Lebensrnitteln". Man ^ucht eben in Paris Lebensrnittel, einerlei wel- einerlei auf welche Weise, ohne Rücksicht N^en Preis, und zwar nicht für die nächste Srp nicht für übermorgen, nein —, für morgen, iveil der Hunger, wenn er erst einmal h-» l ^ ^ wen begonnen hat, kein Wac- mehr verträgt. - Ist einmal das Korn glück- " dann muß man es noch der Zahlungs- s^'^ ^ Geldbeutels anpaffen. Denn zwischen und Verkaufspreis besteht eine ganz un- Kluft. Diese wächst immer im selben HM wie das Papiergeld im Kurs sinkt, Mr * Regierung muß den Preisunterschied be- tz^u. — Unter der alten Regierung war doch ’ wenn auch schon viel zu groß, noch ein ölicher Teil des Staatskörpers. Es verbrauchte d » ^ arbeitete noch mchr heraus. Anstatt
u 3“ erschöpfen, ließ es ihm jähr
ig " Millionen zufließen. Die neue Regierung verwandelt in einen gefährlichen Krebs- l.7"°m Herzen Frankreichs, in einen Schma- ^ wit seinen 600 000 Saugarmen seine । Wung im Umkreis von 40 Meilen aus saugt, bu^^n Monat das Jahreseinkommen verzchrt dem m tro$ der Opfer der Staatskasse, die er s^ Runkerott entgegenführt, trotz der Erschöp- h,®,6et Provinzen, von denen er sich nährt, im- ^ungrig bleibt. ...
Vorrat geht zu Ende, und die Brotration l Nur noch für die 324 000 „Schwerarbeiter" m, ^ Pfund gehalten werden, während sie für »».anderen auf 1 Pfund herabgesetzt wird. In .j^stlchkeit bekommen mehrere nichts, viele nur I 5 W6.es oder gar ein viertel Pfund. Der Mo- ^ Terminal (April) beginnt, und der WoLl-
fahrtsausschuß.. der seine Speicher sich leeren sieht, setzt alle Bezüge auf ein Viertelpfund herab. Darüber kommt es am 12. d. Mts. zu einem Maffenausstand der Arbeiter und Weiber. Der Konvent wird Überfällen, aber bald von der bewaffneten Macht wieder befreit. Ueber Paris wird der Belagerungszustand verhängt, und die Regierung sitzt wieder im, Sattel und zieht die Zügel an. Dabei wird die Lebensmittelnot immer größer. Das Brot ist schwarz und ungesund und wird täglich schlechter und ungenießbarer. Die „reichen" Leute leben von Kartoffeln; aber die gibt eS eben nur für die Reichen. Denn Mitte des Monats kostet ein Scheffel 15 Fr., gegen Ende 45 Fr. und in den ersten Monaten des Direktoriums 180—224 Fr und die anderen Lebensrnittel steigen ebenso. — Seit Abschaffung der Höchstpreise besteht das Uebel nicht mehr im Fehlen von Lebensrnitteln, sondern in deren Teuerkett. Die Schaufenster sind voll Waren. Wers Geld hat, braucht nur Hineinzugehen und zu kaufen. Infolgedessen können die ehemals Reichen, die Hausbesitzer, Rentiers sich Effea beschaffen. aber nur, wenn sie Papiergeld bündelweise hingeben, ihr letztes Goldstück vorsuchen oder ihr Hab und Gut, Uhren, Möbel und Wäsche verkaufen. Und die Reichgewordenen, Schieber, Wucherer und Revolutionsgewinnler, die Diebe, die für ihr Mittagessen 400, 1000, 3000, ja 5000 Fr. bezahlen, finden in den großen Hotels Ueberskuß an allem vor.
Wer sind diejenigen, die am meisten und über alle Grenzen menschlicher Geduld zu leiden haben? Das sind die Beamten, die kleinen Rentner, die Menge der Arbeiter, die Großstadtmaffen, das untere Volk von Paris, das von Tag zu Tag sich hinschleppt, das mit Leib und Seele jakobine- risch (spariakistifch) ist, das die Revolution gemacht hat, um es oeper zu yaoeu, »em <» frue* jetzt viel schlimmer geht, denn je. Im Juni 96 melden die Bezirksvorsteher: „Verzweiflung und Kummer haben ihren Höhepunkt erreicht. Alles ist nur ein einziger Schrei des Elends. In der Stadt herrscht eine unheimliche Stille. Auf allen Gesichtern matt sich trostlose Verzweiflung. Der Haß, der sich höchst bezeichnend hauptsächlich gegen die Regierung richtet, tritt in allen Gesprächen zutage- Ueberall zeigt sich Verachtung gegen alles, was nur irgendwie mit den augenblicklichen Machthabern zusammenhängt. Der Familenvater betrachtet jeden Tag das Stück seines Hausrates, das er verkaufen muß, um sich ein halbes Pfund Brot verschaffen zu können. Lebensrnittel aller Art steigen in der Stunde bald 6mal im Preis. Die Handelshäuser haben stch in Diebshöhlen verwandelt. Die Diebe sind Kaufleute und die Kaufleute zu Dieben geworden. Dazu herrscht überall die schmutzigste Gier und die gemeinste Selbstsucht. So sieht es in Paris aus."
Wie lange noch, und man wird in Berlin dasselbe schreiben können?
Aus Her Lonhoner Konferestz.
Entgegenkommen der Alliierten?
Aus italienischen Kreisen wird der Agenim Havas gemeldet, daß die Londoner Konferenz be- schloffen habe, die Schuldigen unter Kontrolle der Alliierten in Leipzig aburteilen zu lassen. Man würde also auf die Auslieferung verzichten und den durch die Deutschen am 25. Januar gemachten Vorschlag mit einigen Abänderungen an nehmen.
Diese Nachricht wird von den französischen Zeitungen, die über die Londoner Verhandlungen, berichten, bestätigt. Auch in Frankreich beginnt jetzt der Koller abzuflauen angesichts der harten Not und der drohenden Gefahren. Man merkt in Paris, daß der Sturz Deutschlands den Ruin Frankreichs bedeutet, wie er natürlich auch den Ruin Englands und eine unheilbare Schädigung Amerikas nach sich ziehen müßte. Hoffentlich kommt die Erkenntnis nicht schon zu spät.
Die ftanzösischen Zeitungen schreibe^ über die Haltung der Alliierten: In der Frage der A u S- lieferung wurde der Wortlaut einer Note angenommen, die noch am Samstag den Geschäftsträgern der Entente in B e r l i n zur Uebermittlung an die Reichsregierung zuging. Der Wortlaut dieser Note entspricht der von LloydGeorge vovgeschlagenen Fassung doch hat M i l l e r a n d die Aufnahme eines Satzes durchgesetzt, worin die deutsche Regierung darauf aufmerksam gemacht wiÄ>, daß das Entgegenkommen der Entente in der Ausliefe- rungSfrage keinerlei Zugeständnisse in Bezug auf die übrigen Verpflichtungen Deutschlands nach
sich ziehen könne. Was die Entscheidung in der AuSlieferungsftage selbst anlangt, so stimmen die Berichterstatter der Pariser Zeitungen, welche Millerand nach London begleitet haben, nicht ganz üherein. Sie stellen fest, daß die Entente auf die Auslieferung derjenigen Personen verzichtet, deren Verantwortung allein politisch oder moralisch ist, daß fie dagegen auf der Aburteilung derjenigen Personen bestehe, die beschuldigt werden» eigenmächttge Ueber griffe oder Gewalttaten gegenüber wehrlosen Feinden begangen M haben. Dem „Matin" zufolge soll das Verlangen der Auslieferung dieser Angeklagten gegenüber auftecht er« hatten worden sein. Nach dem „Echo de Paris" und dem „Journal" ist dagegen der deutsche Vorschlag angenommen worden, daS Gerichtsverfahren in Leipzig durchzuführen. Was das Schicksal Wilhelms n. anlangt, so besteht England in der neuen Note der Entente an Holland nichtmehrauf d er A uS- lieferung. Die Entente spricht dagegen den Wunsch aus, daß Holland in Rücksicht auf die innere Agitation in Deutschland und zur Beruhigung Europas den früheren Kaiser, ohne ihm das Asylvecht zu entziehen, aus der Nähe der deutschen Grenze entfernt und ihn nach einer seiner ostindischen Kolonien überflute.
In der Frage der K o h l e n l i e f e r u n g und des von Millerand gestellten Ultimatums hat die Londoner Konferenz noch keine Entscheidung getroffen- Sie hat das Bedürfnis Frankreichs nach Kohlenliefevungen anerkannt, ebenso wie die Verpflichtung Deuffchlands, die in Aussicht gestellten Lieferungen auch durchzuführen. Sie hat aber, wie der Bericht des „Journal" zugibt, alle endgültigen Beschlüsse vertagt und zunächst ein Gutachten der internationalen Reparationskom- Ä<‘ «MveBmigl.
In der „Tägl. Rundschau" wird das Einverständnis mit der Bestrafung aller, denen ein Verbrechen nach gewiesen wird, durch ein deu tsches Gericht ausdnicklich erklärt, aber auch verlangt, daß auch die Entente das von uns geforderte Gerechtigkeitsgefühl aufbringt und die Verbrechen, die wir ihr nachweisen, nicht nur vor ihre Gerichte zieht, sondern auch mit derselben Strenge, behandelt, welche die deutschen Vergehen finden würden. Von einer Auslieferung auch nur eines Deutschen darf nun undnimmerinkeinemÄergleichdie Rede sein.
WB. London, 16. Febr. Dir am Freitag nach Berlin gesandte Note betreffend die Auslieferung der Schuldigen ist den Prinzipien nach fest Es ist möglich, daß Deutschland die Erleichterung gewährt bekommt, dieSchuldigen vor deutschen Gerichten und deutschen Richtern abzuurteilen. Eine weitere Forderung kann Deutschland kaum zurückweisem
Havas meldet aus London: In der Auslieserun gsfrage sind einige Aenderungen angebracht worden, die eine Anspannung der Lage herbeiführen werden.
Eine Warnung des belgischen Minister- prästdenteit.
Laut „Telegraas" erklärte der belgische Ministerpräsident in London in einer Unterredung mit einem Vertreter Reuter» zur Frage der Auslieferung der „KrieaSverbrecker", die Regiernuzen ber9l(liierten seien »»n der gebieterischen Notwendigkeit überzeugt, praktische Politik zu führen und sich nicht allein von Gefühlen leiten zn lassen. Es müsse eine Atnisspbäre von Frieden und Ruhe geschaffen werden. Um dies zu erreichen, müsse man sich hüten, Maßnahmen zu erwirken die den Frieden und die Ruhe stören könnten.
Laut „Nieuwe Rotierdamsche Courant" schreibt die „Westinlilster chazette': „Trotzdem feit 15 Monaten die Geschütze verstummt seien, bestehe doch kein wirklicher Friede. Um die Luft zu reinigen, müßten viele Bestimmungen deS Frieden »vertrage» abgeändert werden. Wa» die Liste der KriegS- missetäter betreffe, so nüöe cJ nicht», wenn Balfour sich auf die Aussage Hypothetischer französischer Mütter berufe, deren Töchter vor ihren eigenen Singen mißhandelt worden seien. Da» Blatt fragt, ob Bcthman« Hollweg z. B. einer solchen Tat beschuldigt werde und schreibt, gerade Namen wie Betbinanu forderten bie Kritik des Publikums heran». Die Liste scheine mit Absicht anfgesielit zu sein, um den Frieden wieder in Gefahr zu bringen. Ein Hilidtruis für den Frieden seien auch die E nt s ch ä d ig u ng s b c st im m un gen. Je früher der Löikcrbmld die wirtschaftlichen VertragS- bestinmmttgen abäudere, um so besser sei es zwar nicht allein für" Deutschland, sondern vor allem für seine Gläubiger. Wenn der Völkerbund tatsächlich, wie Balfour erklärte, nur ein Name für die Pariser Konferenz sei, dann sei von dem Völkerbund nicht» zu erwarten. Glücklicherweise dürfe man jedoch die Hoffnung hegen, daß der Völkerbund ein Bund aller zivilisierten Nationen werden wird. Daß Balfour diese» nicht einsehe, sei ein Beweis dafür, daß die Regierung sich noch nutzt von ihrem SrMS»»«urttil befreien tarn.
Mikerand „ganz befriedigt".
WB. London. 16. Febr. Millerand teilt« vor der Abreise einem Dertreter von Nenter mit, er sei von dem Ergebnis bet Beratungen ganz befriedigt. Die Beziehungen zwischen Frankreich unb England konnten nicht besser (thu
Die Lage in Angaru.
Gewatttätigkeiten der RumSne«.
Die Gewalttätigkeiten der Rumänen in den besetzten ungarischen Gebieten spotten jeder Beschreibung. Unausgesetzt erfolgen Todesurteile und Ausweisungen, besonders von Intelligenz- kreisen, sowie Verhaftungen junger Leute unter dem Verdacht, eine Verschwörung gegen Rumänien ins Werk gesetzt zu haben. Die Verhaftete« werden unmenschlich behandelt. Täglich treffen in Budapest mehre« Eisenbahnzüge mit Flücht, lingen und Ausgewiesenen aus Siebenbürgen ein, die den Treueid verweigerten oder fretmulig das Land verlassen. Zumeist sind es Offiziers Richter, Professoren, Lehrer und Verwaltungs- beamte, die mit ihren Familien unter ZurüL lassung der Habe aus ihrem Heim scheiden und in Budapest in ausgemusterten Eisenbahnwagev mit ihren Famillen in furchtbarem Elend leben. Aehnliche Nachrichten über die Behandlung der Ungarn kommen auch aus den von bea Tschechen besetzten Gebieten.
Der Reichsverwrser.
Der bereits angekündigte Gesetzentwurf übet den Rechtskreis des in Ungarn zu wählenden Reichsoerwesers bedeutet nach der endgültigen Auflösung des staatsrechtlichen Verhältnisses zu Oesterreich die erste selbständige legislative Tat Ungarns. Außer den bereits mitgeteilten Be- Iimmungen enthält der Entwurf Verfügungen der bie Ausübung der königlichen tue* walt durch den Reichsverweser. Die National- Versammlung kann innerhalb zwei Jahren nur durch ein besonderes Gesetz aufgelöst werden; die Exekutivgewalten kann der Verweser nur durch eine der Nationalversammlung verantwortliche Regierung ausüben lassen; eine allgemeine Amnestie kann nur durch ein besonderes Gesetz erfolgen. Der Verweser kann keinen Adel verleihen und sein Patronatrecht ausüben. Er legt vor der Nationalversammlung den Eid ab, daß er die ungarische Veffassung einhalten werde. In der Ausübung seines Amtes ist der Vsr, weser, der ein Ehrenhonorar erhält und den Titel „Durchlaucht" führt, unverletzlich.
RKMrM des serbischen KabineRs
WB. Belgrad, 16. Febr. Eine offizielle Mttteilung besagt: Da der Prinzregent den Vorschlag der Regierung auf Auflösung bei gegenwärtigen provisorischen Volksvertretung und Anordnung von Wahlen zu einer großen Nationalversammlung (Konstituante) abgelehni hat, hat das Kabinett seinen Rücktritt eingereicht.
Wilson gegen das Adria- Abkommen.
WB. Paris, 15. Febr. Wie Pertinax dem „Echo de Paris" aus London meldet, ist gestern ein unerwartetes Ereignis eingetreten. Wilson ließ den Regierungen Englands, Frankreichs und Italiens durch Vermittlung des Botschafters Wallace in Paris gestern vormittag mitteilen, daß er einem Kompromiß in der Adriafrage nicht zustimmen könnte. Er halte an feinem Standpunkt fest, den er im Dezember 1919 eingenommen habe.
(Diese Nachricht bedeutet wahrhaftig ein un, erwartetes Ereignis. Die Folgen dieses Stand Punktes Wilsons füib noch nicht zu übersehen.)
Gegen das Spitzbergen- abkommen.
Wie der »Nieuwe Courant" aus M e s k a u meldet, hat der Sowjetkammissar für äußere Angelegenheiten, T s ch i t s ch e r i n, an die Regierungen Norwegen», England», Frankreichs, Italiens, Japans und der Vereinigten Staaten eine Note gerichtet, worin er im Nckmen der Sowjetregierung gegen da» zwischen bet Regierungen Englands, Italiens, Japan», der Vereinigten Staaten, Däneniarks, Hollands, Schwedens und Norwegens abgeschlossene Spitzbergen-Abkommen, wonach Spitzbergen an Norwegen abgetreten wird, Einspruch erhebt. Tichitscherin erklärte, Rußland habe wichtige Interessen in Spitzbergen und denke nicht daran, eine Regelung auzunehmen, an deren Zustandekommen es nicht mitivirken könnte.
Die Zustäude im Lager Rrrhlebe«
In der internen Sitzung vom 14. Februar beschäftigte sich die Kommission zur Untersuchung der An« klagen wegen völkerrechtswidriger Sebandlung der Kriegsgefangenen in Deutschland mit den Angriff«, wddK in der HauSh«lümSk«»'sS»» *• MiD^