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General-Anzeiger

AmMchrs Organ für MsSt- nrw Landkreis Zanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags

MHiiiiBgaHiaiaiiimamnttMmB^^

Freitag den 13. Februar

1920

Das Neueste.

Die Einberufung der Nationalversammlung wird sik dm 24. Februar angekündigt. /

Da» BetriebSrätegesetz ist verkündet und damit in Kost getreten.

Am englischen Unterhaus erklärte Chamberlain, ki die britische Regierung bereit sei, einen weiteren Betrag von ungefähr 10 Millionen Pfund Sterling jmitzustellen um der verzweifelten Notlage Mittcl- mpar abzuhelfem

Sir Alfred Mae Lean kündigte im englischen Unterlaufe die Einbringung eines Antrages auf foifion des Frieden-Vertrages an.

Amerikas Zögern.

Der Kampf um den Friedensvertrag hat in des Vereinigten Staaten am 10. Februar durch die Debatten im Senat aufs neue eingesetzt. Und der Senat ist tatsächlich der politisch aus schlag- zebende Faktor, da Präsident Wilson vollständig isoliert und einflußlos geworden ist und bis zum l März 1921, dem Tage, an dem Amerikas neuer Wisent sein Amt antreten wird, wohl nicht Nieder zur Vernunft kommen kann. Der Senat totritt aber hauptsächlich den Standpunkt, den Stannard Baker, der Trabant Wilsons in Paris, dectrat, als die Franzosen ihm die Augen über kn bevorstehenden Zusammenbruch der Politik Wilsm auf der Friedenskonferenz zu öffnen ver- Mten. Damals schlug, so erzählt Pertinax, Acker entrüstet auf den Tisch und sagte:Wir ffifcr unsere Txupven und uns^r Geld urück-

MEund Europa in feinem eigenen

tot lassen! Der gute Baker hat mit dieser Vor- Msage Recht gehabt. Amerikas Hilfsaktion für Europa war nichts als amerikanischer Humbug, wd sein Ausscheiden aus der Reihe der Alliier- tot ist längst vollzogene Tatsache- Wenn die Amerikaner sich trotzdem entschlossen haben, an

Valutakonkurrenz teilzunehmen, wenn sie Mtetbings sich bestreben, den Friedensvertrag in irzendeiner Form anzunehmen, so liegt das da- A daß nicht Europa, wohl aber die Vereinigten Staaten von Nordamerika im Fett ersticken, d- h. "berkapitalistert sind und für die gewaltigen Ka­melien neue Anlegestätten suchen müssen. Sonst Wfft dieses Kapital keine Mehrwerte, und die 8e amerikanische Finanzwirtschaft erstickt im ^ wie einst Spanien im Silber erstickte- Die Wgerung der Notifizierung verhindert die Meilhafte Anlegung amerikanischen Kapitals 5 Auslande, und der Sekretär der amerikani»

Handelskammer, Alexander, hat Recht, wenn ^behauptet, durch eine Ratifizierung würden die ^nikanischen Kapitalisten ermutigt, ihr Geld in Mändischen Wertpapieren anzulegen. Die Zu- V der amerikanischen Industrie und des ame- »«iiTifdjen Handels hängt mehr als jemals von aktiven Beteiligung im Ausland« ab. Da- F ergießt sich, da Europa vorläufig den Ameri- verschlossen ist, der Strom des amrikani- M Kapitals' nach der Latino-amerikanischen chublik. Die Amerikaner versuchen vor allem 's Produkte dieser Staaten unter ihre Finanz- zu bringen, die auf dem Weltmarkt augen- Mich am meisten begehrt werden. So ver- nes das Eisenbahnnetz in Honduras, plant ieiner Bahn vom Nikaragua-See nach Atlantischen Küste und den Ausbau der Bah- ^" LüdbrasilienS, vor allem im Staate Notto der zweimal so groß wie Texas ist und «.."er amerikastische Fleischtrust ungezählte ^Werben züchten will, um somit die Fleischver- Mig der ganzen Welt in die Hand zu bekom- ti n und der ganzen Welt die Preise zu dik-

Weshalb LZindenburg auf die Liste gekommen ist.

^M Hindenburg wird auf her Ausliefe- i2'^e anscheinend einzig und allein der Vor- kJ ^hoben, er habe einem Ausscager im Jahre der - ^"6t, "b eT grausamste Krieg sei 1.^. ^rzeste und daher der empfeh- ,.? werte st e. Wie dieser aus dem Zusam- ^Mg gerissene Satz ein ganz anderes Gesicht S ^^" man sich vergegenwärtigt, unter ^"Umständen er ausgesprochen worden ist, sich' wenn man sich die Unterredung, der Sammt, noch einmal vor Augen hält. E^ sich nämlich um eine Unterredung, die ^ornburg im November 1914 dem 23ertretet Leiter Neuen Kreton Nrelle". Raul tRold-

Tex" lbranche mit Tireklor Aschborg aus Stockholm als Kreditvermirtler ist in Berlin eine Gesellschaft ge­gründet worden, bie den Einkauf von Rohstoffen für die deutsche Textilindustrie vermitteln soll. In den Vorstand dieser Gesellschaft wurden gewählt als Vertreter des Arbeiteroerbaudes Legien, für den Ar- ^ Wiener beitgeververbaud der Direktor des sächsischen Textil-

^Nii n ^^^ ^^ - Paul Gold» fadrikanteuVerbandes Dr. Rcitscher-Chemnis und als

iz^' ^Wnh.rt hat. (In Buchform erschienen dritte» Mitglied Bankdirektor Aschberg. Die Svi-uSka L, °em TitelGespräche mit Hindenburg", Ekonomie Äclagedct hat eS überltümm«»!, bie Rdb-

von Karl GtaiiMA ist JBaJittJ. Si^^^*

^ ^^""" gar. (<>n »udjform erschiene L? dem TitelGespräche mit Hindenburg

Schilderung der russischen Ueberwacht an 1 Ostfront hat sich der Feld war schall dann folgen

dermaßen ausgesprochen:

Wenn sie auch wie eine riesige Chaussee­

walze gegen unsere Grenzen kommen, sie wer­den uns nicht Niederwalzen. Im Gegenteil: die Russen sind mürbe. Sie mögen sagen und tun was sie wollen, alle Anzeichen deuten dar­auf hin, daß sie bald fertig sind. An Waffen und Munition beginnt es ihnen zu fehlen. (Daß Japan den Rüsten liefern würde, war damals noch nicht anzunehmen. Die Schrift- leitung.) Die Gefangenen kommen und zeigen mit der Hand auf den Mund. Das will heißen, daß sie hungern. Selbst die Offiziere erman­geln der Nahrung. Einen haben wir neulich gefangen, der sich als Bauer verkleidet hatte. Er sollte als Spion erschossen werden; da stellte sich heraus, daß er sich nur deshalb in Bauern­kleidung herausgeschlichen hatte, um sich etwas zum Esten zu holen. Auch das Land leidet Not. Lodz hungert. Dasist bedauerlich, unddochiftsgutso. MitSenlimen- talttät kann man keinen Krieg führen. Je unbarmherziger die Kriegführung, um so barmherziger ist si e i n Wirklichkeit, denn um so eher bringt sieden Krieg zu Ende. Die menschenfreundlichste Krieg­führung ist und bleibt diejenige, dieden Frieden am rasche st enher- b e i f ü h r t. In Russisch-Polen ist Kohlen- mangel, weil wir das russische Kohlenrevier besetzt-halten. Ich weiß nicht, ob Petersburg seine Kohle aus Russisch-Polen bezieht. Aber selbst, wenn es sie aus England importiert, wie will es sie hereinbringen, wenn die Hafen im

Grundsatz, den

ließlich alle KrregfühH folgt haben, Ruffen, Franzosen, Engländer, den Krieg so schnell als möglich zu beenden, will man den Feldmarschasll jetzt vor ein Tribunal in Pa­ris schleppen. Wir können übrigens den Fran­zosen verraten, daß sich derselbe Grundsatz mit etwas anderen Worten auch in den Schriften eines anderen deutschen Generals findet, eines gewissen C l a u s e w i tz, der zwar selber der Rachgier der Franzosen unerreichbar bleibt, da er vor einigen. Jahrzehnten verstorben ist. An seiner Stelle kann sich das rasende Galliertum ja aber ein Exemplar seiner Schriften arisliefern lassen, um damit in Paris ein patriotisches Auto­dafe auszuführen.

Die miAe!§ttropKifthe WrraKzlags.

Hilfe für GütererzeugU '^ « Güteraustausch.

1V6.London, 13.Febr. (Unterhaus.) Chamber« lain erklärte mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Hilfeleistung für Mitteleuropa sei die britische ^Regierung bereit, neben ben bereits bewilligten 12'/, Millionen Pfund Sterling einen weiteren Betrag beizusteuern, der nicht mehr als die Hälfte der von den Vereinigten Staaten bei gesteuerten Summe ausmache und 10 Millionen Pfund Sterling nicht übersteige. Er ver­traue darauf, daß bie anderen alliierten und neutralen Regierungen zusammenstehen würden, um der ver­zweifelten Notlage Mitteleuropas ab« zuhelfe n. Die bewilligten Mittel wurden dazu verwendet werden, die Gütererzeugung und den Güter­austausch zwischen ben verschiedenen europäischen Staaten zu beleben, um sie in den Stand zu setzen, sich am Leben zu erhalten. Bei der Debatte über den liberalen Abänderungsantrag, in dem die Unmög­lichkeit zur Ausführung verschiedener Bestimmungen des FriedenSvertrage» hervorgehoben wird, erklärte Maclean, daß für die von Deutschland zu leistende Wiedergutmachung eine endgültige Summe festzesetzt werden solle. Die Länge der Liste der KriegSverbrecher mache das ganze Verfahren undurchführbar. Wemi das Verfahren in anständiger Weise dnrchgcführt werden solle, würden lange langjährige internationale Gerichtshöfe die Folge sein.

Hebung der deutschen Textilindttstrie.

Stach einer Meldung derAston Tidningen" wur­den kürzlich in Berlin Maßnahmen beschlossen, um mit Hclfe der schwedischen Valuta die deutsche Textilindustrie wieder in die Höhe zu bringen. Durch Zusammenwirken zwischen dem deutschen Tcx- tilaroeiterverband und dem Arbeiterverband in der

der Revistsn-esFrre-ensvertragss? I

*en' Der llNienwe Rotterdamsche Caurant" meldet aus

London: Im Verlauf der Debatte über die Ant- wortadreff« auf bie Thronrede erklärte der Führer der Arbeiterpartei Adamson: Ich bin der Ansicht, da einige Bedingungen des FriedenSver träges mit Deutschland so schwer sind, da wenig Hoffnung besteht, sie auszuführen. Wir er­blicken Anzeichen basier, daß das deutsche Volk von den Alliierten, die eine oder andere Abänderung der anferlegten Bedingungen erwartet. Ich möcht« den ersten Ministern und den Mitgliedern der Regrerung Vorschlägen, bevor die Verträge mit Oesterreich, Bulga­rien, der Türkei und Ungarn perfekt sind, die Lage zu erwägen unb genau zu untersuchen, damit,, bevor diese Verträge endgültig ratifiziert fixb, ein dauernder Friede gesichert werden kann. In seiner R«de er­klärte Lloyd George über R u ß l a n d, im «mzelnen sei eS nicht gelungen, Rußland gewaltsam gesund zu machen. Er glaube, daß man er durch den Handel

retten könne. Rußland habe Mangel an Lokomotiven, Waggons und FrachtautoS. Ganz Europa benötige das, was er im Austausch für diese Dinge von Ruß­land erhalten könne. Die Lage in Europa sei ernst. Nicht in Rußland allein, sondern^ auch in England lauere Gefahr. Lloyd George sagte:Ich spreche mit Besorgnis und im Gefühl meiner Verantwortung. Wir müssen febe gesetzmäßige Waffe anwenden, um uns gegen diese Dinge zur Wehr zu setzen. Das einzige Mittel ist: Wir müssen die Anarchie mit Ueberfluß bekämpfen."

LautAllgcmccn Handelsblad" hat der Führer der Liberalen im englischen Unterhause Sir Alfred Ma Lean angekündigt, daß er einen Antrag au Revision des Friedens Vertrages ein bringen werde. Mac Lean sagte, auch der französisch- englisch-amerikanische Vertrag müsse abgeändert werden.

Die Neutralen für einen inlernationalen Gerichtshof.

WR. £aag, 13. Februar. Die Zweite Kammer

Bölkerbund geprüft. Die Regierung bestätigt, daß mit Erfolg Schritte unternommen worden sind, zu der baldigen Einberufung einer Versammlung der Ver­treter der Schweiz, Skandinaviens und Hollands im Haag zum Zwecke der Beratung eines einheitlichen Planes über die Errichtung eines inter­nationalen Gerichtshofes. Endlich erklärt die Regierung, daß der Beitritt zum Völkerbimd auch den ihrer Kolonien nach sich ziehe.

ZnkraftZrEtLn -es WetrLeÄsrAe- gesetzss.

DaS BetriebSrätegesetz wird jetzt imReichsanzeiger" amtlich veröffentlicht und tritt damit augenblicklich in Kraft. Zugleich veröffentlicht derReichsanzeiger" eine Wahlordnung zum BetriebSrätegesetz, die unter Zustimmung eines aus 28 Mitgliedern bestehen­den Ausschusses der Nationalversammlung vom Reichs­arbeitsminister erlassen worden ist. Die Wahl erfolgt darnach auf Grund des Prinzips der L r st e u w a h l. Listen müssen von mindestens drei Wahlberechtigten unterschrieben sein. Eine Listenverbindung ist unzu­lässig. Die Wahl ist geheim mit Hilfe eines Stimm- zettelkastcns. Die Berechnung des Wahlergebnisses ge­schieht auf Grund der Verhältniswahl. Kosten, soweit sie sachlicher Natur sind, trägt die Wahl der B e t r i e b s u n t e r n e h m e r.

Die für

Einberufung der NMonn!- versuMMlung.

Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" hört, be­absichtigt Präsident Fehrenbach, die Natioualversamm- liing am 24. Februar einzuberufen. Sollte bis dahin >as Material zu der A u r l i e f c r u n g s f r a g e nicht o vollständig vorliegen, daß er zum Gegenstand der Aerhandluugen gemacht werden kann, so wird bie Nationalversammlung in der Erledigung der laufenden Vorlagen fortfahren.

DLs Befofdung der Reichswehr.

Wie derVoff. Ztg." von sachverständiger Seite über die neuen Gehälter der Reichswehr oersichert wird, ind die vom Ncichssmanzniinister angegebenen Z a h l ch mit großer Vorsicht aufzunehmen. Slnscheinend seien bei den einzelnen Klassen die günstigsten Verhältnisse angenommen, und eS fei schwierig, die Gebützrnisse dex Reichswehr nach den H-chstsäyen der einzelnen Gruppen zu beurteilen.

(Auch bei uns riefen die von einzelnen Blättern initgeteilten Summen Zweifel hervor, weshalb wir von einer Veröffentlichung absahen).

Die Abstimmung in der ersten Zone.

Von gut unterrichteter Seite wird beutB. T." das Abstimmungsergebnis in der 1. Zone Schleswig» als glänzend bezeichnet. An den über die sch'cswigschen Verhältnisse unterrichteten Stellen hat man die feste Zuversicht, daß die zweite Zone all­gemein deutsch stimmen wird. Diese Hoffnung wird unterstrichen, wenn man bedenkt, daß in der zweiten Zone mir 9°/o dänisch Sprechende wohnen. Auch dürfte die erste Zone noch nicht ganz für Deutschland ver­loren sein. Die -Städte T.onderu und Hoher haben deutsch gestimmt. Diese Tatsache muß, wenn bie end­gültigen Llbstimuiungsergebuiffe der 1. und 2. Zone WUa%:;mM:9»ta^ taNiWiiit**^^

halb ist eS nicht richtig, wenn heute m der Oeffeut» lichkeit von der verlorenen Nordmark gesprochen wird.

Verstaatlichung der englischen Bergwerke abgelehnt.

Bei der Unterhausdebatte über die Antwortadreffe auf die Thronrede lehnte Lloyd B«org«, als« auf den Antrag der Arbeiterpartei auf Verstaatlichung der Bergwerke zu sprechen kam, den Grundsatz der V e r st a a t l i ch u n g ab. Auf die Drohung mit einer direkten Aktion erklärte er, eine direkte Aktion bedeute

als er

W

die Herrschaft einer bevorrechtigten Minderheit. Da­gegen werde die Regierung bis znm Tode kämpfen. Der Antrag der Arberterpartei über die Verstaatlichung der Bergwerke wurde mit 329 gegen 64 Stim­men ab gelehnt.

Eine ungarische Note an die Alliierten.

WB. PariS, 18. Febr. Die ungarische Delegatio» überreichte am Donnerstag nachmittag dem Sekretariat der Friedenskonferenz eine lange Note mit der Ueber- schrist: Ungarn zu den FrredrnSbedingunge« der Alliierten. In der Note wird n. a. die Er­haltung des geschichtlichen Ungarns verlangt, ferner eine Volksabstimmung für die umstrittenen Gebiete.

Zur A-riafrage.

DDP. Rom, 12. Febr. DieJdea Nationale* veröffentlichte zur Adriafrage zwei Dokumente, die das größte Aufsehen in Italien erregt haben. Die Ausgabe des Blattes wurde beschlagnahmt, später je­doch wieder freigegeben. Das erste Dokument ist der Text einer Anfrage der südslawischen Regierung an Frankreich wegen einer Militärkonvention zwischen Frankreich und Südslawien. welches sich gegen eine Mittelmeermacht richten soll, unter der nur Italien verstanden werden kann. Der Entwurf der Konven­tion besteht aus neun Artikeln. Südslawien will sich darin verpflichten, im Falle eines Krieges zwischen Frankreich und der Mittelmeermacht sein Heer und

bahnen dem französischen Oberkommando zur Ver­fügung zu stellen. Frankreich solle sich dagegen ver­pflichten, Südslawien für die endgültige Befestigung von Cattaro, dar nach dem Friedensvertrag" geschleift werden soll, freie Hand zu lassen. Es sollte ferner die territoriale Unversehrtheit Süd- s l a w i«n s verbürgen und Südslawien in seinen Be­mühungen zur Wiederherstellung seiner Flotte unter­stützen. DaS zweite Dokument enthält eine Reihe von Bemerkungen einer Kommission, die wahrscheinlich von der französischen Regierung mit der Prüfung der Ent­wurfes einer Militärkonvention mit Südslawien be­auftragt worden ist. Die Kommission empfiehlt, daß Südslawien im Falle eines Krieges zwischen Frankreich und der erwähnten Mittelmeermacht nicht birett ein« greifen, sondern neutral bleiben soll, um das Eingreife» anderer Ätächte zu verhindern.

Erzberger Äelfferich.

Im Prozeß Erzbcrger-Helfferich teilte Rechtkan- walt A l s b c r g mit: Angesichts der Bekundungen BergerS und ErzbergerS, daß sie wäbrend der schieds­richterlichen Tätigkeit Erzberg«rS keine Beziehungen zueinander gehabt hätten, bot sich der RegierungS- und Baurat Morgenstern als Zeuge dafür an, daß tatsächlich jene Beziehungen in der angegebenen Zeit 'ehr eng und rege gewesen seien. Kommerzienrat Ber ger erklärte, der Abgeordnete Faßbender habe ihm Er-zberger als Schiedsrichter vorgeschlagen. Helfferich behauptete, nach aller kaufmännuchen Er­fahrung müsse Erzberger damals schon als AufsichtS- ratimitglieb in Aussicht genommen gewesen sein, b« die Zeit zwischen dem Schiedsspruch und ErzbergerS Eintritt in den AufsichtSrat verhältnismäßig kurz ge­wesen sei. Berger erklärte, daß er darüber feine sicher« Angabe mehr machen könne. Der frühere Geschäfts­führer seiner Firma, RegierungSbaumeister H atz k i, erklärte, daß Erzberger während der SchiedSgerichtS- iache oft von Berger informiert worden fei. Ueber seine Wahl in den AufsichtSrat wurde damals noch nicht gesprochen. Doch sei seine und anderer Meinung die, daß Erzberger als Schiedsrichter für die Firma zweckmäßiger gewesen sei denn als AufsichtSrat.

Kurze Me!dungen.

* Der Oldenburgische Landtag bat daS Seiet wegen Aöfirrduna des GroßherzogS gegen bie Stimmen der Sozialvemokrati« angenommen. Danach geht der Kronicüatz in den Staatsbesitz über. Dem Großherzog verbleibt allein das Eutiner Schloß.

DieMorning Post" meldet aus Madrid, baß die französischen Streitkräfte in Marokko zwei ernste Niederlagen erlitten haben. Die Lage fordere die Ent­sendung neuer französischer Truppen.

* Der Völkerbundsrat hat die Zulassung -Xk Schweiz zum VSlkerdund unter Anerkennung ihrer ewigen Neutralität beschlossen.

* Der Mctallarbciierverband hat eine Eingabe an den ReichSwirtschastsminister beschlossen, in der er ent- chieden gegen bie durchgeführte Kürzung der Brot­ration protestieren will.

* Raoul Pcret wurde mit 372 von 405 abgegebenen Stimmen zum franzSstschen Kammerpräfipente« gewählt.

* Die italienische Regierung beabsichtigt, demnächst in Italien die Brotkarten wieder einzuführeL. Sir ist hierzu infolge der großen Erhöhung t^t Mehlvrr-. brauchts gezwungen.