neral-Anzeiger
2.00 SHt. 25°|O teuerunsssutol. OfiertgsbMr
L Pfg. Bezuasoreis: Pierteliährlich 6.!>0 Mr^ , ., . _
kKS^ §55 Orgstt für Madl- LKS Dmr«M Sana«
Postscheck-Konto Nr. 26659. Frankfurt a. M.
------— ------——--------v Erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn- und Feiertage
^jBgaiii|iiiiMiiiiiMWM»BBi«»MMg™Mym»8aMma,w!mmiwm»aB^^
Sr. 34
Dienstag Len 10. FeSrnar
Das Neueste.
ReichSminister Müller hat sich in einer Unier- lebung mit dem Berliner Vertreter der „Chicago Edittne* gegen die in der Entontepreste immer «jeder auftauchende Behauptung verwahrt, daß »es deutsche Volk den Friedensvertrag nicht erfüllen wollte und an der Hand von Zahlenmate- M festgestellt, daß. Deutschland schon bis jetzt in die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gegangen sei. Es werde es auch weiter tun, wenn seine Volkswirtschaft durch Kredit gestärkt würde.
Deutschland will eine Gegenliste aufstellen, die genau so ausgearbeitet werden soll, wie die seiner Feinde.
Die Wirtschaftliche Vereinigung Kritzgsbe- ichädigter und Hinterbliebener Deutschlands fordert von der ReichSregierung in Anbetracht her fortlaufenden Teuerung eine einmalige Beihilfe von tausend Mark und die Verdoppelung des laufenden Teuerungszuschlages.
Volk- Regierung und Austtefernng. •
Me Tatsache, daß die Regierung die Trägerin des Volkswillens ist, muß gerade in den lchigen Tagen immer wieder hervorgehoben werden. Die Regierung schwebt nicht über den Wassern. Sie kann nicht etwas verfügen, was im Vegensatz zu der Meinung der Meßzahl des ganzen Voiles steht, sondern sie ist unmittelbar auf den Ausdruck des Vvlkswillens bei ihren Entschließungen angewiesen. Damit erhebt sich aber ^taa^. was nun werden soll? Zwei
werden wir uns rechtzeitig einzustellen haben. Der eine Weg ist der Versuch, auf dem Wege der Verhandlungen zu einem Ausgleich der gegen» verstehenden Auffassungen zu gelangen, und man muß von Anbeginin darauf aufmerksam machen, daß dieser Weg mit Dornen bedeckt ist, und daß es gilt, feine Bitternisse gegen die der zu erwartenden Konsequenzen einer strikten Weisung sorgsam abzuwägen. Zur Stunde stehen aber die Dinge noch so, daß unsere Feinde sich dm Anschein geben, als ob sie überhaupt zu kei- nerlei Zugeständnissen zu bewegen sein würden und dann müssen wir all das andere uns vor Augen halten, was folgen würde. Zwar hat Lwyd Georges feinen Standpunkt in der Aus- WfWungsfrage geändert. Wir sollten aber auch ™ diesem Punkte gewitzigt sein und Lloyd i-eorges Rede erst einmal abwarten, ehe wir auf Mn Gesinnungswechsel Häuser bauen. Oder wir immer noch nicht begriffen; was die
Voraussetzung für einem dauerhaften Umschwung euf der Gegenseite ist? Auch aus italienischer Quelle wird in letzter Stunde noch gemeldet, man auch in Paris nach einem Ausweg, worauf französische und englische Auffassung zur Not singen ließe. Man sei darauf verfallen, die ^solgung der „schuldigen" Deutschen dem Völ- erbund zu übertragen. Wieweit diese Meldung ne^mMt ist, läßt sich im Augenblick nicht «Mrteln. Schon jetzt aber kann dazu gesagt wer-
°aß uns damit, so wie der Völkerbund jetzt Uamniengesetzt ist, gar nicht gedient fein kann, ou reden wäre über dem Ausweg erst, wenn 7^>chianL als gleichberechtigt im Völkerbund
^n wäre, und auch dann erst, wenn ihm die egenlMgkeit zugestanden würde. Nehmen wir :/ Umschwung als Tatsache vorweg und stellen ?" i^chtfertig schon in unsere Rechnung ein, so an das höchstens die Wirkung haben, ihn zu ^zögern oder ganz Hintanzich alten! Uns kann
M feste Behauptung des eigenen Standpunktes Schwanken bei uns üb ertr ägt sich in groß^tem Maßstabe auf die Stellen der a.^Kiü, die etwa geneigt waren, sich unserem .h^dpumkt anzunähern. Daß von diesem Gesichts- aus die Auslieserungsfrage auch von dem wchuß für auswärtige Angelegenheiten er- >m wird, geht daraus hewor, daß das Er- tlni^8 seiner vertraulich geführten Bera- «An geht, daß er sich mit dem j?reWien Verhalten und den vorgesehenen ^r Regierung in dieser Frage einver- »nden erklärt hat. Auch die sozialdemokratische bw "wn der Nationalversammlung hat sich mit f^^HHHätlicben Haltung der Regierung voll-
^uuerstanden erklärt. Das Ergebnis L? ""^ die Auslieferungsfrage gepflogenen i inJLttC)unf kann laut „Vorwärts" dahin zu -
eine ausgesprochene Reaktion gegen die „ ,, „ Verfolgung der deutschen KriegsVerbrecher s^l^wung rann laut „Vorwärts" dahin zu--in diesem Umfang wahrzunehmen. Die Ansicht ^„Z^siefaßt werden, daß die Fraktion mit der! geht dahin, daß mit der Verfolgung nur der Haltung der Regierung voll- Reaktion in Deutschland in die Hände gearbeitet ,„- ^" einverstanden ist. Es wurde bet Wunsch würde. — Der „Sunday Observor" und die l»n -—e", die Regierung möge mit nüch- „Sunday Tiines" schreiben, es dürfe nichts unter
gesprochn, die Regierung möge mit nW- „Sunday TiineZ" schreiben, es dürfe nichts unter-1 Daniel der Untorsuchungs-Kommisfion des Se- i hi ^ an dem Standpunkt festhalten,! nommen werden, was die jetzige deutsche Re- nats erklärte: Die Vereinigten Staaten müftten
** ^ntmte UnWgMrs ZM MS tzxde«. ÄernrN.^S^LaÄ^. MnLM «M ^ £^ «itracher. dE VÄk^hM»« aMYÄWM«^
Eine derrffche GsgenMe?
WB. Berlin, 9. Febr. In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Nationalversammlung hielt Reichsminister des Auswärtigen Hermann Müller eine längere Rede, in der er sagte: Was die Entente auch androht, wir sind physisch außerstande, diese Leistung zu vollbringen. Die Regierung ist in der Auslieferungsfrage nach wie vor der Meinung, daß die Auslieferung unter allen Umständen verweigert werden muß. Müller bestätigte die Meldung amerikanischer Blätter, daß Deutschland eine Gegenliste aufftellt, und sagte darüber: Unsere Liste wird genau so ausgearbeitet wie die unserer Feinde, um so die Entente mit den eigenen Waffen zu schlagen.
Gegen die ANKtteferrmgsfchMKch.
WB. Berlin, 9. Febr. Die Technische Hochschule nahm heute in einer Kundgebung gegen das AusIieserungsbegehren eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Professoren und Studentenschaft der Technischen Hochschule Berlim- Charlottenburg wenden sich in aller Schärfe gegen das AuslieferunFsbegehren der feindlichen Mächte. Wer bereit ist, Schergendienste bei der Auslieferung deutscher Männer zu tun, deren Pflicktgefühl und Ehrlichkeit dem der feindlichen Heerflchrer in allem Stand hält, ist ein Vorksver- räter! Die Regierung, die solches duldet, zertritt ihrem eigenen Volke vor der Welt das Letzte — seine Ehre.
r- Marburg, 9. Febr. In einer heute in den Stadtsälen abgehaltenen, von den Gruppen aller Parteien innerhalb der Studentenschaft einberufen en allgemeinen Sind entenversammlun g kam MMMWMMHMHft zum Ausdruck, den schmachvollen Ausneferungs- forderungen Widerstand zu leisten. Es wurde ein Ausschuß gewählt, der die in Betracht kommenden Marburger dringend ausser b ern soll, sich nicht freiwiMg zu stellen. Die gesamte Studentenschaft ist gewillt, die auszuliesernden Marburger Bürger am Verlassen Marburgs zu verhindern»
WB. Bremen, 9. Febr. Hier fanden gestern in fast allen Kirchen gewaltige Kundgebungen gegen das feindliche Auslieferungsbegehren statt
WB. München, 9. Febr. Die deutsche demokratische Partei Bayerns veranstaltete heute eine Protestversammlung gegen das Auslieferuagsbr- gehren der Entente und eine Parallelversamm- lung. Der bayerische JustiZministec beleuchtete^ die Unausführbarbeit der .Ententeforderungen vom juristischen Standpunkt aus und wies auf die Unmöglichkeit hin, sie zu verwirklichen» Abg.
<Dr. Hammerschmidt, Vizepräsident des bayerischen Landtages, wies auf die treue deutsche Gesinnung der unter der Last der feindlichen Besetzung seufzenden Rheinlande und im besonderen der Rheinpfalz hin, die ein nachahmenswertes Beispiel von einmütiger Entschlossenheit für das übrige Deutschland gaben. Abg. Dr. Hohmann, Vorsitzender der bayerischen deutschdemokratischen Partei, mahnte zu EinmütiAeit. damit sich die Entente in ihren Forderungen einem geschlossenen deutschen Volk gegenüberfe^e. Die Reden wurden mit stürmischem Beifall auf nommen. Zum Schluß zog ein nach mehreren Tausenden zählender Demonstrationszug unter dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" nach dem Hotel, wo die Ententemissiön wohnt, wo Rufe laut wurden: „Nieder mit Frankreich!"
Was darS Ausland sagt
WB. Wien, 9 Febr- In einem Gespräch mit einem Vertreter der „Sonntag-Montagszeitung" über die dem deutschen Volke von der Entente mit dem A'uslie'srungsbegehren zugedachte Schmach, sagt der österreichische Gesandte in Berlin, Hartmann, vor der Rückreise auf seinen Posten: Gern ergreife ich die Gelegenheit zu erklären, daß wir in Deutsch-Oesterreich in dieser Frage eines Sinnes mit den Brüdern im Reiche sind. Die westliche Orientierung unserer Politik kann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß wir national zmDeutschland gehören und in einer derartigen Kardinalfrage so empfinden und fühlen, als ob es uns selbst anginge.
WB. Amsterdam, 9. Febr. Der „Telegraaf" meldet aus London: In der englischen Presse ist
Der „Sunday Observor" und die
des deutschen Volkes müsse gestärkt werden, der .ein Bollwerk gegen das Junkertum einerseits und gegen die Sowjetherrschaft andererseits sei.
WB. Paris, 9. Febr. Oedipus in der „Lan- terne" prüft die Möglichkeit, aus der Sackgasse, in die man geraten sei, herauszukommen. Er ist der Ansicht, daß die Artikel über die «Strafbar» legungem schlecht gemacht sind. Die Militärgerichte hätten ja selbst in Frankreich Feinde ge- funben. Er frage sich, ob die Jurisdiktion, die angewendet werden solle, alle wünschenswerten Garantien biete. Außerdem erhebe sich die Frage wie die Mlitärgorichte zusammengesetzt sein sollen. Das Gericht, das die ÄSitschen Feld- marschälle aburteilen solle, müsse doch eigentlich aus Oberbefehlshabern der alliiertem Armeen zusammengesetzt sein, also darunter auch Marschall Foch. Das sei aber ein seltsamer Prozeß, in dem
der Sieger das Urteil über seinen Gegner fällen solle, es sei denn, man habe die Absicht gehabt, Hindenburg von jungen Unterlerrtnants verurteilen zu lassen. Der Oberste Rat beging einen schweren Irrtum, als er diese Artikel redigierte; vielleicht wäre es besser, das loyal und spontan anzuerkennen.
UDrhWNNZLerKrisgsöKschMWsn
WB. Berlin, 9. Febr. In den in Berlin und dem Reiche von der Wirtschaftlichen Vereinigung Kriegsbeschädigter und Hinterbliebener Deutschlands, Sitz Berlin, einberufenen stark besuchten Versammlungen gelangte nachstehende Resolution einstimmig zur Nnnabme, die der Reichsregierung übermittelt wurde: Die Wirtschaftliche Vereinigung Kriegsbeschädigter und Hinterbliebener Deutschlands, Sitz Berlin, fordert von der ReichSregierung in Anbetracht der fortlaufende» Teuerung eine einmalige Beibilfe von tausend Mark und die Verdoppelung des laufen«
VErkÄAMg der WiegsveWehsn^
Berlin, 9. Febr. Der Obeoreichsanwalt Dr. Z w e i g er t ist aus Leipzig hier eingetroffea, um sich mit dem Reichsjustizminister Schiffer über die Durchführung des deutschen Gesetzes zur Verfolgung der Vergehen und Verbrechen während des Krieges vom 18. Dezember 1919 zu beraten^
Für Sie H§uttchs BssZlkermrg im S^argshisr.
WB. Berlin, 9. Febr. Wie aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt' wird, hat die Reichs- regisrung in Verhandlungen mit Vertretern von Handel und Industrie aus dem Saargebiet zu- gefagt, die deutsche Bevölkerung im Saargebiet nach wie vor m i t a l l e n L e b e n s b e d a r f s- artikeln zu Inlandspreisen zu be, liefern. Im Saargebiet selbst sind geeignete Maßnahmen getroffen worden, daß die von Deutschland gelieferten Waren nur an die deutsche Bevölkerung abgegeben werden.
FranZsstschS NestZraliZZl.
WI3. Main teim, 9. Rovbr. Die „Pfalzzen- trele" meldet: Sämtliche in Neustadt erscheinenden TaKeszeitungen sind vom französischen Kontrollofsizier auf drei Tage verboten worden, weil sie ein Inserat über die G r e n z sp e n d e für die Aü- stimiiiungsgebiete veröffentlichen. So also sieht die vielgerühmte französische Stentralität aus, die es den Zeitungen im besetzten Gebiet untersagt, für die Ab- sümmungSzebietc Propaganda zu machen, die sogar in den Abstimmungsgebieten selbst erlaubt ist. Das bedeutet eine direkte Gtcllnng^ahme Frankreichs zu Gunsten der Dänen n»d Polen.
Eröffnung des englischen Parlaments.
WB. London, 8. Februar. Das Parlament wird am Dienstag mit großer Feierlichkeit eröffnet werdest. Zum erstenmal seit 1914 werden der König, die Königin und der Prinz v. Wales an der Sitzung teilnehmen. Der König wird die Thronrede verlesen. Die starkbelastete Session nimmt namentlich die Behandlung der Home Rule-Frage und eine Reihe von Problemen der sozialen Gesetzgebung vor.
Valfour Verlreler Großbrirannieus im Völlerl'undsriat.
WB. London, 10- Febr. Auf Ersuchen Lord Georges hat Balfour eingewilligt, Großbritannien im Völlerbundsrat zu vertreten.
Frankreich unS England bMgk öie amerikanische Flotte.
WB. Haag, 9. Febr. Der „Nisuwe Tourant" meldet aus Washington, daß Marine-Sekretär
die größte Flotte unterhalten. Er versicherte, daß die amerikanische Flotte von Frankreich und England gebilligt worden sei und daß er dies durch vertrauliche Dokumente beweisen könne
Der Frie-ensserkrag
im amerikanifchsn Senak.
Washington, 10. Febr. Der Senat nahm mit 62 gegen 10 Stimmen einen Antrag ß a b g e an, der von den Führern der Republikaner und der Demokratischen Partei unterstützt wurde und dir baldige Wiederaufnahme derDe. hatte über den Fr i e d e n s v e rtr a g im Senat zum Gegenstand hatte.
Das PrograMM des türkische« GrstzZseftrs.
^L. Konstantinopel, 8. Februar. (Havas.) Der Eros; wesir Mufiaffa Kemal Pascha verlas am 6. Februar d. Z. im Parlament sein Pro« gramm. Da er sich die Mehrheit sichern wollte, hatte er mit den verschiedenen Gruppen vorher Besprechungen, die nur mühsam verliefen, da die Mehrheit der Kammer aus Nationalisten besteht, die der Parole Mufiaffa Kemal Pascha gehorcht. Die Nationalisten sind in radikale und gemäßigte Gruppen geteilt. Letztere möchten das gegenwärtige Kabinett beibehalten, da sie die Folgen einer Minister-Krise unter den gegenwärtigen Umständen fürchten.
Einnahme Okesfas?
WB. Amsterdam, 9. Febr. Nach einer Reuter» Meldung berichten die Bolschewiken br<f t« los die Einnahme OdessaS.
Murze Melönngen.
* Der Reichskanzler sandte der Wiüve DebmelS ein Telegramm, in dem er sie seiner Teilnahme versichert unb zum Ausdruck bringt, daß das ganze Bock um Debmel, der wie kaum ein zweiter mit wahrem deutschen Wesen Erkenntnis und Gefühl für die große soziale Bewegung unserer Zeit verbunden und davon in höchster geistiger Vollendung der Welt Kunde gegeben habe, trauere.
* Der deutsche Geschäftsträger i« PartS, Dr. Mayer, wird sich heute nach Paris begeben. Er hatte gestern eine Besprechung mit dem Reichskanzler und dem Minister des Aeußern. Es ist daher anzn- nehmen, daß er bestimmte Instruktionen seitens der Regierung erhalten hat.
* Gestern nachmittag ist daS Gros deS englischen Besatzungsbataillons in Sannst eingetroffen. Ueber dem Generalkommando weht jetzt die englisch« National» flagge.
* Im Meineidsprozest gegen den Hauptmann Kessel wurde die Beweisaufnahme zu Ende geführt. Der Anklagevertreter, der bcrvorhsb, daß Kessel keineswegs einen Schurkenstreich begangen habe, fon» dem glaubte, int vaterländischen Interesse zu handeln, beantragte gegen den Angeklagten wegen Meineide» eine Einsatzstrafe von 2 Jahren Z»chtliauS, die er aufgrund der § 157,2 auf ein Drittel, also 8 Monate Zu thau?, zu ermäßigen bitte, welche in ein Jahr Gefängnis umzuwandeln sei. Wegen Anstiftung zu einer unerlaubten Entfernung beantragte er 6 Monate Festung und wegen Herausforderung zum Zwcikampj eine Wowe Festung. Rechtsanwalt Dr. AlSberg, bei eine der Verteidiger, kam in seiner Verteidigungsrede zu dem Schluß, daß sich nichts ergeben habe, was de« schweren Vorwurf des Meineides rechtfertigen könne. Der andere Verteidiger beantragte, wenn das Gericht nicht wegen des Meineides zur Freisprechung kommen sollte, die Sache zwecks weiterer Beweisführung zu vertagen. In dem letzten Wort erklärt der Angeklagte, seit dein frühen Morgen hohes Fieber zu haben. Die Urteilsverkündung wurde basier auf heute vertagt.
* Die Allgemeine Omnibu »-Gesellschaft in Berlin stellt wegen Unwirtsckaftlichkeit den Pfcrdeomnibtts« »ersehe bis auf eine Linie für den Tagesverkehr ein.
* Das Interesse des AuSlandeS an der vorgestern eröffneten Berliner Modewoche ist sehr rege. Stark vertreten finb die nordischen Länder, aber auch aus Holland kamen viele Gäste.
* Infolge des l'tuiferstreik können die Zeitungen in Köln mit Ausnahme der sozialdemokratisch«» »Rheinischen Zeitung" nicht erscheinen.
* Bei dem gestrigen Umzüge der Deutschen in FlenSburg anläßlich deS festlichen Empfanges der Stimmberechtigten au8 dem Reiche kam es zu einem Zwischenfoll. Einige der Matrosen der französische« Kreuzers „Marseillaise" rissen Schulkinder» die deutschen Fähnchen aus der Hand, warfen sie fort und zertraten sie. Die Menge war darüber so empört, haß sie einen der Matrosen ins Wasser warf. Ein« Barkasse von der „Marseillaise" xahm ihn später auf.
* Auf bei Tbyssen'schen Zechen des Hambornet Bezirks w.rdcn feit kurzem tx großen Umfange Ucverschichten gemacht, die seit letztem SamStag zu einer Steigerung in der durchschnittlichen Fördern», vo» 30 Prozent flirten.
♦ Der im Jahre 1872 in Frankfurt geboren« Diplomat Lay wurde zum belgische« ®efanbten- in Pekinq ernannt.
* Der Prozess der ^Gazette deS Slrben««S^ ist wegen einer Berufungscingabe verschiedener verurteilter zur nochmaligen Aufnahme der Verfahreuist