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teil 2.00 Mk 25°/0-

L5Psg. Bezugsprer

Nummer 10Pfg. irankfurt a. M.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für StM- und Landkreis Kanm

Erscheint täglich mit Ausnahme der-Sonn- und Feiertags

Derlagsleitung: Ad. Jndermüble.

Verantwortlich: für politischen und allgemeinen TeilRich. HultlÄ: für lokalen und provinziellen Teil sowie Sport W. Moritz: für Anzeigen und Reklamen A. Brodt. alle tn Hanau a. M.

Rotationsdruckd.Waisenhansbnchoruckerei »anau

m»

Sr. 31

Freilag den 6. Februar

1920

Das Neueste.

Die Frckktionrfichrer aller Parteien werden Wwen zusammentreten, um über die Einberufung du Mtionalversammlung zu beraten. Der b al- »ige Zusammentritt der letzteren ist zu erwarten.

In der preußischen Landesversammlung fand & durch das Ausliefemngsbegehren der hervorgerufen, eine gewaltige Kund- zebung statt, in der die Auslieferung als »durchführbur und unmöglich bezeichnet oiude.

erand erklärte, daß die französische Re- entschlossen sei, die Durchführung des

Millerand erklärte,

KalaslrvphenpoliliK.

Deutschlands Schicksal steht erneut vor einem solgenschweren Wendepunkt. Die Uebergabe der AuSlieferunHsnote ist der Beweis, daß die ver- mtwortlich«! Führer der Ententemächte ent- Mossen find, den Krieg gegen Deutschland auch «ach vollzogenem Friede» unerbittlich und mit ier grausamsten Rücksichtslosigkeit fortzuschen, mit dem offenkundigen Ziel unserer moralischen, und,

iimg. Das Gefühl einer europäischen Gemsin- llügschaft, bie Empfindung, daß die Völker Euro- baS auch noch einem so blutigen, so grausamen imb verheerenden Ringen wie diesem Weltkrieg stisammenlelben, zusammen arbeiten, und nur in : Gemeinsamkeit dieses Wirkens die schweren der Krieges ohne dauernden Schaden i^ü0m Linnen, westlichen Staatsmännern vor.

ta- Sie schwingen die Sklavenpeitsche über Deutschland und treiben das schwer leidende, «lühsam nach Festigung und Ruhe und neuer Mt ringende deutsche Volk aus den Schreck­nissen einer unausgesetzten Hungerblockade in die namenlosem Qualen der moralischen Selbftornie- wigMg. Vom Waffensiillftand bis zur Ausliefe- mngsnote, also durch nahezu anderthalb Jahre, V der Leidensweg des deutschen Volkes mit mr- Wgen Marksteinen der Demütigung, Entsagung, Erniedrigung, Beschimpfung und Selbstverleug- tifltg güennzeichnet.

Di« Tatsache, daß Freiherr v. Lersner sich Weigert hat, die ihm übermittelte Note mit den Mnen derdeutschen Verbrecher" weiterzugeben M sofort von seinem Pariser Posten zurückge- Wen ist, läßt darauf schließen, daß er selbst, der schon seit Monaten mit den Pariser Machi- Meru verhandelte, von dieser Wendung Über­sicht war, daß er sich bisher vielleicht der Hoff- Ml hingeben durfte. der sogenannte Oberste werde die überaus schwierige Lage Deutsch- erkennen und würdigen und davon Ab- nehmen, die Dinge auf die Spitze zu trei- Bereits im November v. Js. wurde der Diente von der deutschen ReichSregierung der Endpunkt eines nicht die Ehre der deutschen ^avn in den Schmutz ziehenden Rechts bekannt- und die deutschen Gegenvorschläge in u Auslieferungsfrage waren sachlich so bcgrün- und gewahrten eine so objektive Rcchd Mun-' daß politischer und moralischer Ver- M bei Gegner eigentlich sich mit diesen Vor- hätte befassen müssen. Aber sie sind be- ndm worden, wie die Gegenvorscbläge, welche >,.VNter Drahtverhauen arbeitende deutsche k^o^^kommifsion in Versailles überreichte.

^^ Staatskunst der Entente auf einen l V^rrt, der ohne Beispiel ist in der Geschichte Ufa u"d der Menschheit, der die elenientar- ^Gebote bet Gerechtigkeit und des Selbstbe- k "Ntngz,rechtes mit Füßen tritt, so liegt darin ,^^"d>gsie Ausdruck einer politischen Unzurech- tz. ^^istkeit, eines geistigen Verfalls, der zum ^sea Europa? führen muß.

, Nn es bedarf gar keiner Auseinander- », §' ^NEr fachlichen Beweisführung, daß L putsche Regierung, sie mag wie immer hei- i(: ub welcher Parteirichtung immer angehören, L ?tt Lage sein könnte, dem Gebot der En- tO r ^ dieser Frage zu folgen. Physisch und >« w - V.^f{ es jeder Regierung ganz H ° ü l i ch, das Auslieferungsb e- ^" zu erfüllen. Das dürfte aber der L' c^1 unbekannt sein. Die verschiedenen ^b m . ^^ deutscher Seite in dieser Frage tatir, 8 gerichtet worden sind, haben keinen Wci gelassen, daß wir lediglich, um endlich

?u zu erlangen, alle Bedingungen unter« ^<tben, in der Voraussetzung, daß die wenn die Flut des Hasses und der m 0^ fuf) verlaufen, in einer Stunde I er Vernunft unb Ueberleouno mit heb reden

und handeln lassen rverden. Wenn diese Voraus setzung, wie die Entwicklung zeigt, getäuscht hat so muß daraus auf den festen Willen und die be stimmte Absicht geschlossen werden, Tc;" lan in Unruhen zu stoßen, aus dem Unglück und der Selbstzerstörung nicht zu Atem kommen zu lassen, offenbar in der Berechnung, daß unsere national und politische Einheit damit vernichtet wird un wir als politischer Faktor, für lange Zeit, wenn nicht für immer ausgeschaltet worden aus dem Getriebe der Welt.

Der satanische Plan ist leider nur zu fein berechnet. Die Entwicklung der Zukunft, der Gang der Dinge ist unabsehbar. Wohl steht das ganze deutsche Volk geschloffen hinter jeder Re­gierung, die eS abte^nt, sich zum Schergen der Entente zu erniedrigen. Aber wenn die Entente erklärt, wir erfüllen damit den Friedensvertrag nicht, wir verletzen eine wesentliche, von unseren Bevollmächtigten unterschriebene, von der Na­tionalversammlung gutgeheißene Vertragsbeftim- mung, was dann? Und wenn sie daraus das Recht ableitet, ihre Truppen nach Effen und nac Frankfurt marschieren zu lassen was dann? Dann hätten wir alle Schmach, alle Demütigun­gen, die Opfer des sogenanntenFriedens^ von Versailles umsonst auf uns genommen. Die Fol­gen wären unausdenkbar, nicht bloß für Deutsch­land, fonbem für ganz Europa. Denn unser Schicksal ist, das vergessen die Herren in Paris, die mit enger Stirn über ganze Völker sich zu walten verwesten, untrennbar vecbundea mit dem Geschick des gesamten zerstörten Festlandes. Schon jetzt faxn Europa nicht zur Ruhe kommen, weil mit Deutschland ein Element der Ruhe und Ste­tigkeit ewiger Ordnung ausgeschaltet ist. Vom Ausgang der deutschen Krise, die jetzt begonnen hat, hängt die Zukunft Europas ab. Dieser Ge-

t schweren Entschließungen der mmen Tage leiten, er muß auch unseren verantwortlichen Männern die unerläßliche Entschloffonheit ver­leihen.

Eine Kundgebung der Preutzifchen Landesverfammküng.

Die für gestern auf 12 Ubr anberaumte Sitzung wurde erst um 2 Uhr 10 Minuten eröffnet.

Präsident L ein ert: Meine Damen und Herren! Gie haben alle Kenntni? davon erhalten, daß gestern der Reichsregierung die Liste der nach Artikel 228 des Friedensvertrage» den alliierten und assoznerten Mäch­ten anSzuliekernden deutschen Staatsbürger zugestellt worden ist. Aus diesem Anlaß hat sich des deutschen Volkes eine ungeheure Erregung bemächtigt. Alle empfinden, daß das Verlangen der alliierten und assoziierten Mächte die Ehre deS deutschen Volkes aus das tiefste verletzt. Denn, wenn wir auch den Srieg verloren haben, so haben wir doch nicht unsere Ehre verloren. (Lebhafte Zustimmung.) Das ist die Ueberzeugung aller Angehörigen der deutschen Volkes. Dir schniachvolle Zumutung der gegnerischen Städte bat die ReichSregierung immer als u n d u r chfübr- b a r und unmöglich bezeichnet: dem schließen sich daS deutsche Volk und die Preußische LandeSversamm- lnng an. Sie sind ü-erzeugt, daß es keinen Deut­schen geben wird, der daS unerhörte Verlangen der Entente erfüllt. (Lebhafter Beifall.) Im Augen­blick ist noch nicht bekannt, welche angeblichen KriegS- Verbrechen von der Entente den auf der Liste verzeich­neten deutschen Staatsbürgern zur Last gelegt werden: wir wissen also nicht, warum und unter welchen Um­ständen die Au-Uicfenlna verlangt wird. Aber schon die Tatsache allein, daß die Entente die Liste der AuS- zuliefernden überreicht bat, bat eine noch nie dage- wcsene ungeheure Empörung unb Entrüstung im deutschen Volk ausgelöst. (Lebhafte Zustimmung.) Die preußische LaudeSversammlimg ist ergriffen von diesem einmütigen Empfinden unseres so schwer leiden­den Volke». Um Ihre Uebereinstimmung mit dem Volke fefaufteHen u*b der unsagbaren Trauer Aus­druck zu geben über das entsetzliche Ansinnen, das nur m maßloser Rachsucht eines übermütig gewordenen Gegners feine Erklärung findet, (Bewegung) haben bie Mitglieder der preußischen Laudesversammlung, mit Ausnahme einer Pattei, mich beauftragt, Ihnen vor- Utfcbfagen, die heutige Sitzung a u f z u h e b e n. (Leb­hafter Beifall im ganzen Haus, da» die Ansprache des Präsidenten, mit Ausnahme der unabhängigen Sozial- bewofraten, stehend angehört hat.)

Abg. Adolf Hoff Mann (U.) verurteilte mit scharfen Warten da« Vorgehen der alliietteu und assoziierten Mächte, verlangte aber im Namen seiner Fraktion, daß die LageSorduirng erledigt wird.

Das Haus fchtttt deshalb zur Abstinimung. Die Aufhebung der Sitzung wu'de mit allen gegen die Stimmen der Unabhängigen beschlossen.

Eine Erklärunst des ReiKSratS.

ordentlichen Untersuchung und Ahndung vor deutschen Gerichten entziehen zu wollen, teilt die Empörung des deutschen Volkes über die Zumutung der Entente, ihr Hunderte deutscher Männer auSzuliefern. Der Reichs­rat ist überzeugt, daß die Bevölkerung aller deutschen Länder hierbei g e sch l o ssen hinter der ReichS- regierung steht. Auch er erklärt mit der Reichs­regierung das Verlangen der Entente als unerfüll­bar. Der Reichsrat appelliert gegen diese dem deutschen Volk angetane Schmach an den Gerechtigkeitssinn der Welt."

Die Mitglieder des ReichSrats hörten die Verlesung dieser Erklärung stehend an und bekundeten damit ihr Einverständnis.

Regierung und Parteien.

Die Vorsitzenden der Fraktionen der Nationalver­sammlung sind von der Reichsregierung für Sams­tag nach Berlin berufen worden. Mit ihnen will dann die Reichsrezierung die gegenwärtige Situation besprechen, und von den Ergebnissen dieser Aussprache wird es abhängen, wann die Nationalversammlung wieder zusammentritt. Bis dahin hofft die Reichs- regierung im Besitz der immer noch ausstehenden Note und der offiziellen AuSlieferungsliste zu sein; nur sie können als Unterlagen für die Verhandlungen der Nationalversammlung dienen. Die ReichSregierung ermattet, daß eine solche Entscheidung bis Montag erfolgen kann.

Noske und Dr. GraSnauer über die AnsUeserung.

Reichswehrminister Noske erklärte einem Be­richterstatter derDaily Mail", daß er in der Auslieferungsfrage nicht das Geringste tun werde, um der Forderung der Entente zu ent­sprechen. Die Durchführung sei einfach unmög­lich. In allen Aemtern würde passive Resistenz geübt werden. Kein Polizeibeamter würde in der Lage sein, einen der Auszuliefernden auf- zugreifen und zwangsweise über die Grenze zu

machen. Jeder Polittker, der in dieser Ange­legenheit die Geschäfte der Entente besorgen wollte, wäre für alle Zeiten unmöglich. Auch die Truppe wurde dem Befehl, bei der Aus­lieferung mitzuwirken, einfach nicht gehorchen. Das Land wurde in die schwersten Wirrnisse geraten. Er könne sich nicht vorstellen, wer regieren soll, wenn die Regierung zurücktrete. Eine Parlamentsmehrheit sei nicht vorhanden. Auch die Unabhängigen hätten keine Möglich­keit, die Auslieferung durchzusetzen. Wer die Auslieferung versuchen würde, würde den Bürger­krieg entfesseln.

Der sozialdemokratische sächsische Minister Dr. Eradnauer führte heute vor Pressever­tretern u. a. aus: Durch eine Prozeßführung, die eine Verhöhnung des wahren Rechtsver­fahrens wäre, soll das einzigste objektive Urteil, das der Geschichtsschreibung, der Nachwelt vor- weggenommen und zu Gunsten der Entente festgesetzt werden. Ich sehe nicht, wie ich zu solchen Verfahren meine Hand bieten könnte. Ich hege auch Zweifel, daß sächsische Beamte solchen Weisungen folgen werden. In dieser Stunde kann es nur einen Weg der Rettung geben: Das deutsche Volk muß sich in voller Einigkeit gegen die unausführbare Auslieferung erklären. Es muß den militärischen und wirtschaftlichen Zwangsmitteln, die der Gegner anzuwenden versuchen wird, Ruhe, Entschlossenheit und Bereitschaft zu jedem Opfer entgegensetzen. Wir müssen die schwere Probe bestehen, dann können wir neue Hoffnung fassen.

Wirksame Mittel zur Durchführung ?

WB. Paris, 5. Febr. (HavaS). In ber Kammer- kommission für auswärtige Angelegenheiten führte Millerand auf Grund des TexreS der Artikel deS Vertrages, die sich mit der Auslieferung der Schuldigen besassen aus, daß das Dokument die wirksamsten Mittel in die Hand gebe, dem Friedensvertrag durch Deutsch­land Achtung zu verschaffen. Er fügte bei, daß die Regie- rimg entschlossen sei, die Durchführung deS Vertrage» mit allen ihr zu Gebote stehenden Mittel zu sichern. (Welcher Art sind die Zwangsmittel die Millerand anwenden will? Heraus mit der Sprache und der Welt das Teufelsmerk mit ihrem ganzen vergifteten Mechanismus gezeigt.)

Presseskimmen.

In der gestrigen öffentlichen Sitzung des ReichSrats, sie unter Vorsitz des ReichSminisierS Dr. David statt« and, schlug vor Eintritt in bie Tagesordnung der irensiische Minister des Innern Heine dem ReichSrat vor, tolgende Erklärung anznnehmen:

Der Rrichsrat als vcrfaffungsgcmüße Vertretung der deutschen Länder bekennt sich zu dem heute kund- gegebenen Standpunkt der MleichSregierung in der Frage der Auslieferung Deutscher an die Entente. Der ReichSrat, weit entfernt, gesetzlich strafbare Taten einer

Ohne Unterschied der Parteien stellen die Blätter reft, daß gegenüber dem NuslieferungSverlangen die gesamte öffentliche Meinung in Deutschland vollkommen geschlossen baftebt Das gestrige Auftreten deS Unab- ängige» Abgeordneten Paul Hoff ______ preußischen Landesversammlung wird weder vom

man» in der

Berliner Lokalanzeigec" noch vomVorwärts" als tragisch genommen. Der Letztere schreibt; ES war sogar ganz gut, daß Hoffmann das Wort nahm, denn seine Erklärungen haben gezeigt, daß keine Partei Deutschlands das ?luSlieseruugsverlangen der Entente für gerecht hält. Zu der Bemerkung Hoffmanns, er rechne bei Versuchen der Regierung, den Verhand­lungsweg einzuschlagen, aus du tatkräftige Unter-

stützung der Sozialdemokraten aller Länder, meint der Vorwärts", tatsächlich sei doch festzustellen, daß von dem Einwirken der sozialistischen ausländischen Parteien auf den Friedensvertrag und seine Aurführung bisher nicht das Allergettngft« zu bemerken war.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" glaubt nicht oft genug wiederholen zu müssen, daß die Ünerfüllbarkeit unb die Unerträglichkeit des Versailler FriedensvettrageS die tatsächliche Unmöglichkeit »er« traglich besiegelt habe, daß Deutschland je z«r Rub« kommt. Bei jeder der durchweg unerfüllbaren Be­dingungen deS Vertrages werde hie gleiche Drohung und die Vergewaltigung in irgend einer Form sobald und sooft konimen, wie es den Feinden paßt. Gefetzt, das deutsche Volk zwingt seine 900 Volksgenossen in die Gewalt der Feinde, so würde es nicht etwa :>!uh« und Frieden und die Möglichkeit einer allmählichen Wiederherstellung erhalten, sondern erst recht mit Füßen getreten werden.

DerVorwärts" fühtt aus, daß Repressalien, tan sie jetzt von der Entente beschlossen toeiben würden, nichts daran ändern könnten, da eS keine Regierung in Deutschland gebe, bie das Begehren der Entente zu erfüllen im Stande fei.

Die Wiener Blätter sagen übereinstimmend, die Weigerung LersverS, die Auslieferungsliste entgegen« zunehmen, möge für die Ententemächte eine Warnung fein, den Bogen nicht zu "

London und p o l iti t

überspannen.

In

Pari» werde eine P r e st i g e- schlimmster

Art getrieben Da«Rene Wiener Zagblatt sagt: Die Pariser Regierung hat c8 in der Hand, Deutschland zu ver­nichten, aber dann muß Frankreich auf feine wirt-

schaftliche Wiederaufrichtung verzichten. Der Neue Zag sagt: Wenn PariS nicht in letzter Stunde nachgibt, dann ist der wichtigste Schritt zur Welt­revolution getan.

StuSlanMfHmmen«

Die dänische Presse übt bis jetzt zur Anrlieferung?» frage große Zurückhaltung.Extrabkadel" erklärt, daß das Ausliefernngsverlangen eine gewaltige Dummheit der Entente bnrftede.Berlingske Tidende" jagt ii fleht wuit vor der für DmffMlcmd

und auf jcbenfy.-?!/ für diejetzigeRegieruikg kedeMgttäbr- lichen Frage: Wird und kann Deutschland ausführen und den Versprechungen nachkommen, die es in den Artikel der Veriailler Vertrags übernommen hat? Was wird geschehen, wenn sie die deutschen Generäle, Staats- angestellte und sonstige deutsche Untertanen auslieferk? «Es war von vornherein klar, daß die Alliierten eine neue und sehr bedenkliche Taktik im Völkerrecht ein» führten als sie Deutschland durch den Veriailler Fric- deu zwang, feine Schuld »n Weltkrieg zu bekennen und dar Recht forderten, nicht allein den Kaiser unter Anklage zu stellen, sondern auch die Deutschen, die angeklagt sind, Handlungen begangen zu haben, dir gegen die Kriegsgesetze und Gebräuche verstoßen, vor ihr Gericht zu stellen und abzuurteilen. Die deutsche Regierung scheint nicht eine neue Note abfenbeu zu wollen, die die Unmöglichkeit der geforderten AuSbeic- rung betonte. Eine solche Note konnte vielleicht du Katastrophe hinauSschieben, aber sie nicht ver­hindern. Es ist im Augenblick unmöglich festzu- stellen, welche Entwicklung sie Lage nehmen wird. Man sieht aber die deutliche Gefabr einer großen Revolution i n Deutschland und Zwangs­maßregeln der Silierten mit unsagbaren Folgen. <

Nieuwe Couraut" schreibt: War man jetzt von Deutschland fordert, ist ja viel schlimmer eil daS, was man vollkommen unannchmber hielt, al-, es im Jahre 1914 von Serbien gefordert wurde. Die po­litischen Folgen dieser Forderung sind augenblicklich noch gar nicht zu übersehen.

Eine günstige Auffassung.

DerCarriere della Sera berichtet aus Pari», daß in der von den alliierten Rechtskennern auSge- arbeiteten Rote an Deutschland über die Auslieferung gar nicht die Auslieferung an bie Entente verlangt worden sei. In ihrer letzten Sitzung scheinen die alliierten VölkcrrcchtSkknner, mit Ausnahme der fraii» zösischen, zu der Ansicht gekommen zu sein, er der deutschen Regierung zu überlassen, auf Grund der ein« gereichten Litte der Alliierten selbst gegen ihre Staats­angehörigen vorzugeben, bie das Völkerrecht verletzt haben. Der Artikel 228 des Friesensvertrage« von Versailles dürfte das bei etwa? gutem Willen zulassen. Ein entschiedenes Vorgehen der deutschen Regierung gegen die Angeschuldigten hätte vielleicht die Allnetten befriedigt. Der Vorschlag, diese Auslegung deS Wort-

laute« in die Note aufzunehmen, wurde auf daS Drängen Frankreichs aufgegeben. Die Note mußte schon hu« Achtung vor dem griebenboertrag übergeben werden, fei aber nicht so tragisch aufzufassen, wie daS von der deutschen Regierung geschah. Die Rate der Alliierten enthält sogar eine Bestimmung, die die Mög­lichkeit persönlicher Einwendungen durchblicken läßt. Sie stellt fest, daß die Anwendung bei Artikel 228 bei Bersailler Vertrages Gegenstand weiterer Mit» eilungen bildet. E» wird daher in den diplomatischen Pariser Kreisen erwartet, daß die deutsche Re- ieruug weniger überstürzt handelt als Frhr. v. LerSu er.

(Wir glauben an diese SluSlegung vor der Hand noch nicht. Es ist nur eine Mutmaßung, und ei muß der Inhalt der State, die der Auslicjeruugsliüc bet« gelegt wird, erst bekanutwerden. Nach Pariser Blätter- Meldungen hat Clemenceau am Sonntag, unmittelbar vor feiner Abreise nach Aegypten, eine vertrauliche Unterredung mit Millerand gehabt, in der er feine» Nachfolger beschwor, auf die stritte Ausführung des FnedensvettrageS zu bringen und auch in der AtW lieferun-Sfraae üw unnacbaiebia tu zeigen).