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Kinrückungsgebühr: Die8gesp.Kolonelzeileod. beten Raum 60 Mg., die 4gew. Zeile i. Rellame- teif2J10Alk., 25°toTeuerunqszuschl. Offertgebühr NPfa. Bezugspreis: Vierteljährlich 6.60 Mk., mouatl. 2.20 MlA für Postbezug Vierteljahr!. 6.60 Mark., monatl. 2.20 Mk. Die Nummer 10 Pfg.
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Nr. 27
Das Neueste.
$it Vorbedingungen für den Friedensschluß Meu Sowjet-Rußland und Est- und Lettland sind soffen.
Das Befinden Erzdergers. hat sich wesentlich ge- i-ssert.
Eure vom deutschen Ausschuß für das Herzogtum Lsteswig veranstaltete Versammlung protestierte gegen die Vergewaltigung weiter Schichten des mitten Volkes.
Umkehr zum Schassen.
Gmbglocken klingen über der s o z i a l i st i- Ichen Idee. Sie war nicht lebensstark, verrichte der Wirklichkeit nicht standzuhalten. Solange sie nur ein geistiges Dasein führte, solange sie nur als Waffe diente, konnte sie blutige Wunden schlagen, konnte sie als Werkzeug juin Niederreißen dienen. Eine Idee muß aber nicht nur die Kraft besitzen, niederzureißen, son- dan sie muß auch aufbauen können. In dem Augenblick, in dem die sozialistische Idee aus einer Kampfwaffe zu einem Werkzeug des Aufbaues werden sollte, zerbrach sie in der Hand der sozialistischen Führer wie Glas. Das ist der Erfolg der Revolution, in der wir den Versuch jur Verwirklichung der sozialistischen Idee erblicken müssen. So gesehen, stellte sich die Re- mlution als ein Kampf der sozialistischen Staatsidee gegen die Wirklichkeit dar, in dem diese sich
der stärkere Teil erwiesen hat. Neben dem
Sszialismus überschen, und daran sind sie ge- Wert. Es ist nun einmal so, daß der Egois- W mit dem Menschen geboren und begraben dird. Man mag es beklagen, aber man kann es nicht ändern. Es gilt, so brutal es auch klingt, M, was der Mensch auch' tut, er am letzten Ende nur um feiner s-lbstwillen vollbringt. Man muß Wiesen Gedanken bis in seine fernsten Konsequen- M durchdenken, um zur Erkenntnis des rein Menschlichen, um zur Erkenntnis der rauhen Wirklichkeit zu kommen.
Und dennoch ist der Egoismus die Kraft, die ^utes schafft. Es kommt darauf an, sie auszu- Mi^tt, wie der Mensch die Naturkräfte sich dienst- macht. Benutzen wir den Egoismus als Werkzeug zum Guten. Nehmen wir airs unterem Äaat den sozialen Gedanken, m Wirken für das Allgemeinwohl bedeutet; * überlassen wir jedem das Me. Freiheit dem Ellbogen frei heit d e m 'S ch a f- ienden! Man muß erkennen, daß jeder Schaf- Mde, jeder ehrlich Schaffende nicht nur für sich sondern schließlich für die Allgemeinheit arbeitet, und Arbeit ist es allein, die uns retten Wlt. Völker können ihr Dasein nicht auf Theo- Neu und Ideale einstellen, sondern müssen ihre ^listenz gründen auf die Wirklichkeit, so rauh sie erscheinen mag. Frankreich und England ^i'en es wiederholt 311m Ausdruck gebracht, daß jeder Mensch, ob Arbeiter, Angestellter 7^ Kapitalist nicht nur mehr, sondern vor allem Mnsiver arbeiten müssen als bisher. Und was Frankreich und England gilt, das gilt für ^ bie am Boden liegende Nation, doppelt und ^Wenn deshalb heute in unserem Volke sich Gedanke immer mehr und mehr durchringt, W nur M e^r arbeit uns retten kann, so Wn wir das als ein erfreuliches Zeichen, als ^«n Hoffnungsschimmer buchen. Der aus 54 Miedern bestehende erweiterte Vorstand des -putschen Eifenbabnerve'Pandes bak "ach zwei- 'Vger Beratung einen Beschluß gefußt, in dem heißt:
Es muß nach wie vor daran fcstgÄjalten werden, daß Akkord- ober Stücklohnarbeit für M Ei'enbahnwerkstätten nicht zu empfehlen m- Ohne seinen grundsätzlichen Standpunkt ^"izugeben, jedoch im Hinblick auf die außer- ? ^dentlich en Schwierigkeiten, in ,Cn en unser Verkehrswesen si ch ^findet und in dem Bestreben, an bet ^lederaufrichtung unseres W i rt- ch a s t s l e b e n s nach Kräften mitzuwirken, T11 i g t der erweiterte Vorstand die Erklä- her Tacifverhandlungskommission, wo- M sie bereit ist, auch über die A k k 0 r d- ^beit mit der preußischen Eisenbahnver- ß 'Ztung zu verhandeln.
einem Auftuf des Deutschen 8 e= enbundes heißt es:
»Alle Aufrufe, woher sie auch kommen, wa- Jn zwecklos und sind wirkungslos verhallt. Ar Taten können noch helfen. Wohlan denn,
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Amlliches Organ für Stadt- und Landkreis Saturn
Erschein! täglich mit Ausnahme dek Sonn- und Feiertage
Montag den 2. Februar
wir sind zur Tat bereit und wir wollen Ueber stunden auf uns nehmen, und nicht mit schuld sein an der drohenden Selbstvernichtung."
In beiden Beschlüssen wird der Ausgangspunkt zu der Rettungsaktion unseres Vaterlandes — ein solches haben wir, trotz aller Verneinung der Kommunisten und Unabhängigen — aufgezeigt. Mehr schaffen und zwar müssen alle — Beamte, Angestellte, Arbeiter und Kapitalisten — mehr schaffen! Das ist es, was unbedingt notwendig ist. Man sollte annehmen, daß es kaum einen mit gesundem Sinn begabten Menschen im Reiche gibt, der heute nicht von der gebieterischen Notwendigkeit des Mehrschaffens überzeugt wäre, kaum einen, der nicht wüßte, daß wir nur mehr zu essen haben werden, wenn wir mehr arbeiten. Auch unter einer bolschewistischen Regierung muß der Arbeiter m e h r-arbeiten, wie ja das Vorgehen der Sowjetrepublik zeigt, die mit allen möglichen Systemen die Arbeitsleistung auf das äußerste zu steigern sucht. Also auch hier die bezeichnende Erscheinung: das durch sozialistische Ideen zugrunde gerichtete russische Wirtschaftsleben muß durch^Rückkehr zu erprobten Methoden, der Einspannung des menschlichen Egoismus, wieder hochgebracht werden.
Die energischen Maßnahmen, die unsere Regierung endlich ergreift, sind deshalb zu begrüßen. Wer streikt, ist ein Verbrecher gegen das Interesse der Allgemeinheit, wer faulenzt hat keinen Anspruch auf Lohn! Zusammenschluß der Schaffensfreudigen! Den Anfang hierzu hat Minister O e s e r gemacht, nun weiter auf diesem Wege. Was im Eisenbahnbetrieb möglich ist, muß auch in anderen Betrieben möglich sein;
Den Arbeitswilligen und
'Mistigem guten Lohn nun ^cm^ng. jm^Hw*^^
Haltung und Schutz- Wohlan denn- zur Tat, amh f u n g b e r B e r der
wenn sie einen Canossagang der sozialistischen
Regierung bedeutet!
rh.
AeSsrMWsn.
Die Stadt Düsseldorf hat mit dem Be- tciebrat der Zeche Concordia in Oberläufen erfolgreiche Verhandlungen über das Verfahren von Ueberschichten gepflogen. Vor einigen Tagen ist die erste Ueber schicht verfahren worden, zu der sich tausend Mann gefunden hatten. Sie hatte das recht gute Förderergebnis von 707 Tonnen, die den städtischen Wasser-, Elektrsssttäts- und Gaswerken zugeführt wurden, um die Mehrleistung der Düsseldorfer Arbeiterschaft zugute kommen zu lassen. Das Elektrizitätswerk hat bereits Kcaftstrom für eine Tagesschicht von acht Stunden zur Verfügung gestellt. Verhandlungen über weitere Schichten sind im Gange.
D'as WKlrttaprohlsm.
Die deutsche Valuta-Kommission.
Die Sitzung der ständigen Valutakommission, die am 29. Jan. im Reichsfinanzministerium st allfand, beschäftigte sich zunächst mit der von angesehenen Persönlichkeiten verschiedener Länder ihren Regierungen gegebenen Anregung, eine internationale Finanzkonferenz einzuberufen, deren Ziel HilsPulaßvegeln zugim- sten der durch den Krieg geschädigten Staaten sein würden. Die Valutäkommission gab ihrer Meinung über Hiese Anregung sowie über die g e g e n w ä r t i g e s ch w i e r i g e Lage in folgender Weise Ausdruck:
^Die Ständige Valutakommission tritt in einem Augenblick zusammen, in dem die deutsche Währung panikartig zusammengebrochen ist. Die Reichsmark ist international nur noch einige Prozente ihrer Parität wert. Das Andauern dieses Zustandes würde nicht nur hoffnungslose wirtschaftliche und finanzielle Zerrüttung für Deutschland. sondern auch schwerste Erschütterungen für die gesamte europäische Welt bedeuten. Die Kom°- mission begrüßt mit Genugtuung die Verhandlungen über das Finanzabkominen mit den Niederlanden, in dem sie einen verheißungsvollen Anfang erblickt. Sie hat mit Zustimmung von dem Memorandum Kenntnis genommen. das, mit den Unterschriften einer Reihe hochangesehener Privatpersonen der verschiedensten — neutralen und früher feindlichen — Länder gedeckt, eine schnelle und weitreichende i n- ternationale Finanzaktion fordert, in allen Ländern, die durch den Krieg wirtschaftlich schwer betroffen sind, den Wiederaufitieg zil ermöglichen. Die Kommission kann sich dieser Auf- fassung und den Grundsätze des Memorandums nur'anschließen. Sie hält eine sofortige Versaniml tt n g von Vertretern der i n t e r- nationalen F i n a n * m c T t für unerläßlich, um das Chaos auf dem Wechselmarke zu
meistern und Hungersnot und ZusawmenbruH
Verlagsleitung: Ad. Indermüble.
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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei dauern Fernsvrechanicklüfle Nr. 1237 und 1238
bruch von Europa — abzuwenden. Das Beispiel von Rußland und Oesterreich zeigt den Weg. Daß Deutschland auf diesem Wege auch andere Länder nach sich ziehen muß, darüber kann kein Zweifel bestehen, wenn man sieht, daß 100 Lire heute weniger als 35 schweiz. Frk. wert sind statt 100, 100 franz. Frk/ weniger als 42 statt 100 und das Pfund Sterling nur 19 schweiz. Frk. statt 25.
Indessen: fremde Finanzhilfe allein reicht nicht aus, das Jnlandmüßhelfen. Wir alle müssen einsehen, daß wir ohne regelmäßige, gewissenhafte und die jetzige Leistung übersteigende Arbeit dem Zusammenbruch entgegengehen. Werden die inneren Voraussetzungen nicht geschaffen, so werden wir voraussichtlich Hilfe von außen nicht erhalten; sollte sie dennoch erhältlich sein, so würde sie nur unter schwersten Bedingungen und Sicherstellungen zur Verfügung gestellt werden und uns daher nicht dauernd retten.
Nachdem das Inkrafttreten des Friedensvertrages die erhoffte Schließung der deutschen Grenzen gegen die uneingeschränkte Warenein- fuhc nicht gebracht hat, richtet die Kommission an die Finanz-Sachverständigen aller Ententoländer den dringenden Ausruf, bei ihren Regierungen die sofortige Schließung der deutschen West grenze und die Inkraftsetzung der deutschen Wirtschaftsgesetze im besetzten Gebiet durchzn- setzen, und sie zu der im Art. 235 des Friedens- vertrages vorgesehenen Hilfe für die Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen und Lebensmitteln zu veranlassen. Hiese Hilfe muß sofort kommen; sonst kommt sie zu spät.
Die bereits bei der letzten Tagung von der
arenausfiihrla u
send anfallenden Devisen muß nunmehr sofort durchgeführt werden. Dabei müssen auch die E c l ö s e kontrolliert und erfaßt werden, die durch VerkäufeandecerArtan Ausländer, insbesondere von Wertpapieren und von Grund stücken entstehen. Die Erfassung dieser laufend anfallenden Devisen genügt aber nicht; wirksamer wäre die Erfassung der bereits best ehenden Valutaguthaben, Bestände in ausländischen Noten und sonstige Geldforderungen an das Ausland.
Die Erörterung einer Reihe weiterer wichtiger Einzelsragen wurde mit Rücksicht auf die Nichtanwesenheit des Finanzministers vertagt.
Holland und der Rückgang der Valuta.
Der Haager „Nieuwe Courant" schreibt: । Für jeden, der nicht ganz blind ist für die Wirk- ! lichkeit, ist es klar, daß der andauernd» gewaltige Rückgang der Valuta der Zentralmächte und der östlichen Staaten auf die Dauer auch für Holland katastrophal sein wird. Der demokratische Abg. Marrbant erklärte dieser Tage, für unser Land ist diese Angelegenheit von der größten Dringlichkeit. Wir werden sonst bald an unserem eigenen Leibe erfahren, daß die Verarmung des großen Hinterlandes unwiderruflich auf unsere Krakt und auf unseren Wohlstand zurückwirken muß.
Die Mx-errmg -er lKNdWM- fchafMchen ErzeerMng.
Die Dom Landwirtsckaftsminister in seiner Rede am Dienstag erwähnten Vorschläge der von ihm beim preußischen Landwirischastsministerium eingesetzten Konimission zur Erzengungsfördernng bewegen sich auf nachstehenden Richtlinien:
Sobald die Ernte 1920 für den Verbrauch verfügbar wird, werden alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit Ausnahme von Getreide und Milch freigegeben. Für die Milch müssen erhöhte Preve bewilligt werden. Der Bedarf der Erzeuger darf nicht beschränkt bleiben. Die vollkommene Besreiuna der Kartoffel von der Zwangswirtschaft ist weitaus das sicherste Mittel für die dringend notwendige Besserung der Kartoffcloersorgung. Das ganze Gebiet der Z n ck e r w i rt s ch a f t soll schon im Jahre 1920 frei- gegeben werden. Die von der Landwirtschaft zu fordernden Getreidemengen werden durch eine Umlage aufgebracht. Auszugehen ist von der Friedensanbaufläche und Ernte unter Berücksichtigung der durchschnittlich eingetretenen Erntcverminderuugen. Auf dieser Grundlage sind die in Provinzen und Ländern ausznbringcuden Getreideniengen festzusetzen. Bleiben die Ablieferungen hinter den festgesetzten Mengen zurück, so werden sie ans Kosten der Verpflichteten beschafft. Der Preis für das im Wege der Umlage anf- zubringende Getreide muß so hoch sein, daß die Erzeugn Unkosten auch unter ungünstigsten Verhältnissen gedectr werden, und noch ein angemessener Gewinn verbleibt. Die Umlage muß den noiwendigsten Brot-
und Meblbcdarf bet versorqii!
rung decken. Hierzu sind 80 tigen Ration, d. h. 208 ©nv
Mitten Bevölke
her gcgenwär- «uf dcn Ver
meutern und Hungersnot und Zusanrmenbruoj pflegungstag ersorderlick. Bei Si prozentiger «ur- von Deutschland — und damit den Zusammen- Mahlung des Getreides beträat der Bedarf für die
1920
versorgungsberechtigte Bevölkerung 5,4 Millionen Tonnen Getreide. Ueber die der Landwirtschaft frei verfügbare Getreidemenge von etwa 2,7 Million« Tonnen darf der Landwirt frei verfügen.
Die Arbeit -er Nationalversammlung.
Wie die „Köln. Ztg." von maßgebender politisch«? Seite erfährt, wird die Nationalversammlung während der nächsten Tagung, die Mitte Februar beginnt, folgende Gesetzentwürfe erledigen: Das ReichSeinkommen- steuergesetz, das Kapitalertragsrentensienergejetz, ball Landesstenergeietz, das Reichstags- und Präsidenten- wahlgeseh und den Etat für das am 1. April beginnend« neue Geschäftsjahr. Ein Entwurf für ein Gesetz, da? nach englischem Mnster öffentliche Versammlungen nur in einem gewissen Umkreise der gesetzgebenden Körperschaften gestattet, ist bisher der Nationalversammlung nicht »»gegangen, doch dürfte nach den Erfahrungen der 13. Januar die Schaffung einer derartige« Gesetzes in allernächster Zeit zu erwarten sein.
Das Kavikalserfraqssleuergesetz im Ausschutz.
Der SteuerauSschuß der Nationalversammlung begann am Samstag mit der Beratung deS KapitalS- ertragssteuergesetzes. ES fand zunächst eine allgemeine Aussprache statt Abg. Dr. Rießer (D. Bp.) wies darauf hin, daß das Kapital der Rentner, das durch diese Steuer auk? schärfste erfaßt werden soll, in den weitaus meisten Fällen nichts anderes darstelle, als z u s a m m e n g e s v a r t e Arbeit. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, sei die Gegenüberstellung des Einkommen? aus der Arbeit und desjenigen aus der Rente als grundsätzlich falsch zu bezeichnen. Der Redner behielt sich für seine Fraktion eine endgültige Stellungnahme zum Gesetzentwurf vor. Nach den Anträgen des Redners der Demokraten soll die Kapitalrentensteuer bei einem steuerpflichtigen Einkommen von nicht me.hr als 8000 Mark, also unter Hinzurechnung bei einkommen steuerfreien Exiüciizurmimmns .WP mindestens 2000 Mark auf die Einkommensteuer voll zur Anrechnung, und, soweit Einkommensteuer nicht zu zahlen ist, zur Rückzahlung kommen. Bei den höheren Einkommen soll sich der Änrechmrngsiatz allmählich ermäßigen unb erst bei einem steuerpflichtigen Einkommen von mehr als 17 000 Mark (also einem tatsächlichen Einkommen von etwa 20 000 Marks soll die Kapitalrentensteuer mit dem vollen Satz« der Regierungsvorlage von 10 Prozent zur Erhebung gelangen. Die Abstimmung über den Antrag wird bei der Beratung über die einzelne» Paragraphen erfolgen. Unterstaatssekretär Mösle betonte, daß die Regierung auf die Erträge aus dieser Steuer angesichts unserer Zwangslage nicht verzichten könne.
Am Vorabend der Abstimmung.
Im Plenarfitzungssaale des preußischen Ab- geordnetenhauses fand gestern eine vom deutschen Ausschuß für das Herzogtum Schleswig veranstaltete Versammlung statt. Haus und Tribünen waren überfüllt. Es sprachen Redner aller Parteien. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, in der es beißt:
Die am Vorabend der ersten Abstimmung versammelten schleswig - holsteinischen Männer und Frauen aller Parteien legen nochmals feierlich Verwahrung gegen den Gewaltfrieden ein, der weite Schichten des deutschen Volkes vergewaltigt und ihnen die heilige Heimat zu zerreißen droht. Harrt aus ihr Brüder und Schwestern in der Nordmark! Wir verlassen Euch nicht! Wir kommen zu Euch! Bei der Abstinzmung wird kein Stimmberechtigter fehlen. Das Unrecht, das man Euch antun will, werden wir nie vergessen. Wir warnen in dieser Stunde Dänemark und die Ententeländer, in ihrer Gewaltherrschaft den Bogen zu ii6er- spannen! In unerschütterlichem Vertrauen sind unsere Augen auf die Zukunft gerichtet! Mögen heute frembe Mächte deutsches Recht mit Füßen treten: Was deutsch ist, wird deutsch bleiben!
Erzbergers Bsftnden!
= Berlin, 2. Febr.
Die Gesundung des Ministers Erzbcrger macht weiter günstige Fortschritte. — Der Minister hat bereit? den Aerzten gegenüber betont, er leg« Gewicht darauf, bereits früher, ÄS zu dem angegebenen Termin, an den Gerichtsvcrhaudlungcu tcilzunebmen. Die Aerzte haben aber eine frühere Teilnahme vor dem 9. d. Mts. nicht zugegeben.
Grey Präsidenk des Völker- bunöes?
Nach einem Telegramm aus dem Haag, wird auS London gemeldet, daß Eduard Grey nicht als Botschafter nach Washington zurückkehren, sondern erste» Präsident deS Völkerbundes werden wirb.
Der FrieSsnsschlutz mit Efl- und LettlanS.
Stockholm, 2. Febr. (Havas.l
Alle Vorbedingungen für den Friedensschluß zwischen Estland unv Sowjet-Rußland sind getroffen; ebenfalls steht der Friedensschluß von Sowiet-Rubland mit Lettland nahe bevor.