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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kamm
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Rotationsdruckd.Waisenhausbuchdruckerei Hasan Fernsprechanichluffe Nr. 1237 und 1238
WM
Nr. 25
Frettag den 30. Januar
1920
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Das Neueste.
In der gestrigen Sitzung der Landesver- stmmlung hielten die Minister Heine und Leser mit den Streikhetzern Abrechnung.
Das Verbot der Ausfuhr, Veräußerung und Verpfändung ausländischer Wertpapiere ist auf zwei Monate verlängert.
Der Landesausschuß des Regierungsbezirks Lasse! sprach sich gestern gegen die beabsichtigte Teilung der Provinz Hessen-Nassau und Än- Memng des Landkreises Hanau an Wiesbaden aus.
In einer französisch-belgischen Konferenz wurde ein Militärbündnis gegen Deutschland behandelt.
StimmungsumschWUNg.
Der Ersatz für die Friedenskonferenz ist noch nicht gefunden. Die von England angeregte uMb in London tagende Botschafterkonferenz ist be- nits zusammengetreten, aber die Vereinigten Staaten von Nordamerika waren nicht vertreten mb tatsächlich ist Englands Sieg innerhalb der Entente dadurch ausgedrückt und durch Clemen- ieaur jähen Sturz noch mehr befestigt worden. Der Oberste Rat, die Versammlung der Häupter bet drei großen Regierungen, wird ebenfalls um- gmodelt werden. Und auch die Taktik. .. Noch scheint eS, als ob der Clemonceaugeist weiter wirke, und Lloyd George ist bekanntlich in der AuSlieferungsfrage eines Sinnes mit Clemen- teau gewesen. dessen letzte Note an Holland der BO^mM
^ schwerfälliger, konservativer und uneinsichti- 9« benn die englische erwiesen. Wir haben darauf üufinerksam gemacht, daß in der russischen Angelegenheit vor allem eine entscheidende Wendung eingetreten ist, die die Gegensätze zwischen Eng- lnnd und Frankreich deutlich klaffen läßt. Augenblicklich steht nach den Aeußerungen der offiziösen Pariser Presse die französische Regierung auf sein Standpunkt, Frieden mit Großrußland zu Gießen, wenn die Sowjets die Zinsen für die panzösischen Milliarden bezahlen wollen. England will nur Handelsbeziehungen mit Rußland, derfolgt aber die Randstaatenpolitik wenn es nifft, um die Randstaaten fallen zu lassen, wenn
als Vorkämpfer und Mietlinge Englands untauglich sind. Frankreich fürchtet den Bolschewismus und dessen imperialistische, gegen Polen geachtete Tendenzen, weil dadurch der alte Cle- >ueaceauplan eines Ringens gegen Deutschland uud Moskau im Osten zerstiebt. Die Hilferufe unterminierten Polenstaates nach Paris und London haben dort die Gefahr der Schaukelpoli- tlar erkennen lassen. Frankreich tüftelte den Plan aus, der wieder seine östlichen Autzbefohlenen stutzig und verärgert werden
England fürchtet den bolschewistischen Ns gegen Indien und wirft — wie englische Matter Lloyd George vorwerfen — dorthin so- Truppen, daß es nicht einmal die nötigen Bataillons für die Besetzung der deutschen Ab- -'»umungsgebiete auftreiben kann.
... ^n äußerst scharfer Weise hatten sich die Pa- ster Blätter gegen die Aenderung der antibol- ^istischen Politik der Entente ausgesprochen, Schicht nur das Journal des Debats hatte, ylmgs rebellierend, der sonst so umschwärmten Wzosischen Diplomatie vorgeworfen, sie habe / Lloyd George hineinlegen lassen. WM lo schrieb das Blatt, sei erstes Opfer Lloyd Äes geworden, sein zweites war Clemenceau.
George ändere oft seine Ansichten, aber nur ..M wenn er es für nützlich hielte. Tatsächlich . durch die halbamtliche Westminster Gazette angekündigt worden, Lloyd George Halte N Rußland an der alten — also der oben ,.WNten kompcomißelnden und lauernden — Po- ^ lest, aber gegenüber Mitteleuropa ist sich die Anschauung geändert. Lloyd George -?ach Mitteilung des genannten Blattes davon
daß Zentraleuropa dem ^choel zugänglich gemacht werden 3’ und daß nur durch Wiederh erstel- ,’.? be? deutschen Kredites dies «/^ ^^ Daß die Mark weniger wert ist als «,'.ENh, schließt normale Geschäfte ^Mschland gegenwärtig aus. Lloyd George d^?"' daß Deutschland nicht zur Arbeit ge- !^ werden kann, ohne daß der Wechsel- I C ^geändert wird. Der erste Schritt, um I ^ Deutschland Entschädigung zu erhalten, 1511 ^ ^ie Gewährung einer großen Anleihe I Änr^chland fein. Handelsverkehr ist aber nur I *^ wenn der Wechselkurs auf ein Niveau
kommt, das etwas weiter von absoluter Lächerlichkeit entfernt ist, wie das jetzige. Das dürfte dann zu 'einigen A e n d e r un g e n in den Schaderersatzbedingungen führen, sonst ist das deutsche Kapital nicht in Bewegung zu setzen. Zu solchen Veränderungen ist Lloyd George bereit, obgleich eine unmittelbare öffentliche Verlautbarung darüber unwahrscheinlich ist. Trotzdem ist der englischen öffentlichen Meinung diese Wendung seit langem vertraut. Selbstverständlich tritt eine solche Neuorientierung des Verbandes zur Wiedererhaltung Europas nicht von heute auf morgen in Wirksamkeit, aber je stärker der Bolschewismus in Rußland wird — weil er innerlich sich umformt, privatkapitalistischdemokratisch —, je mehr also die rote Flut im Moskowiter Reich abflaut, um in den westlicheren Ländern in alter, unerfahrener Hitze aufzu- schäumen, umso schneller wird England und wird Frankreich den Versailler Vertrag r e- vidieeren müssen, der durch kurzsichtige Politik Clemenceaus und durch den Bolschewismus, also Kräfte, die das Böse wollten, durch Ueberspcnnung der Aussaugungspolitik gegen Deutschland und der Gegenwirkung unterirdischer Gewalten, zum Besseren gewendet wird, soll nicht die ganze abendländische Wirtschaft und Kultur im Maos versinken.
Wer gewohnt war. in europäischen Gedankengängen zu arbeiten, nicht ausschließlich in französischen oder englischen, konnte diese in der Natur der Dinge gegründete Wendung voraussehen. Daß sie so spät kommt, ist ein Beweis für den Satz des alten Oxenstierna. Aber auch diese Bestätigung nach bösen Erfahrungen kann Lehre sein, daß Europa nicht wie bisher, im Pariser Stile oder nach altenglischer Art regiert und be- herrscht werden kann, sondern nur wieder empor- kommt, durch V MS ö-n ii t in i> e i g m^j^ gen Hilfe cmstUe des gegmstmgen Abwur- gens in politischer und wirtschaftlicher Beziehung.
Das Befinden Erzbergers gebefferZ.
Das Befinden der Ministers Erzberger ist normal. Temperatur 36,4, Puls 88. Die Kräfte haben sich gehoben. Es besteht die Hoffnung, daß der Minister feine Tätigkeit bald wieder ausnebmen kann.
Während gestern noch mit der Möglichkeit gerechnet werden mußte, daß der Helfferich-Prozeß vertagt werden müsse, ist es jetzt laut „Bosfischer Zeitung" wahrscheinlich geworden, daß die Verhandlung eine Unterbrechung nicht erfährt, da int Befinden des Neichsfinanzministers seit gestern eine wesentliche Besserung eingetreten ist.
Der feichsifche BergarbeÄerslreM.
Wie wir schon gestern berichteten, ist am Mittwoch im Lugau-Oelsnitzer Kohlenrevier der Streik ausgebcochen, der, wie die „L. N. N" melden, ebenfalls auf Wühlereien kommunistischer Agitatoren, die die Sechsstunden- schicht gewaltsam herbeiführen und die Anerkennung der unter kommunistischer Führung stehenden Bergarbeiterunion erzielen wollen, mit der die Unternehmer bisher Verhandlungen ab- gelchnt haben, zurückzusühren ist. Nach einer Versammlung am Mittwoch abend begaben sich etwa 200 Mann zu den Werken, auf denen noch gearbeitet wurde, und zwangen die Arbeitswilligen ihre Tätigkeit zu unterbrechen. Somit ist das gesamte Lugau-Oelsnitzer Revier stillgelegt.
Die Folgen dieses vom Zaun gebrochenen Streikes machen sich bereits bemerkbar, so kündigt Leipzig bereits die Stillegung der Gaswerke für die nächsten Tage an. Es bleibt tief bedauerlich, daß es gewissenlosen Streikhetzern immer wieder gelingt, ihr Ziel zu erreichen, und damit die Not in unserem Vaterlande ins Ungemessene zu steigern.
Verhaftung einer Konlmunistin.
Die Kommunistin C lasse wurde verhaftet Und nach der Festung Königstein gebracht. Die kommunistische Partei hat an alle Arbeiteraus- schüsse die Aufforderung zu einem Proteststreik ergehen lassen.
Sperrung der Lebeusmittelzulage.
Als erste Maßregel gegen den Streik im Lugau-Oelsnitzer Kohlenrevier hat die sächsische Regierung laut „Deutscher Mgem. Ztg." mit sofortiger Wirkung die Sperrung der LebensrMtel- zulage angeordnet. Außerdem stehen Truppen bereit, um gegen Ruhestörer und Terroristen sofort einzugreifen.
Dee Lage im Mchrgebie!.
--- Münster, 30. Jan.
Nachdem zahlreiche Belegschastsverfammlniigen von der radikalen Propaganda ausgenutzt und andere Versammlungen, beten Leitung in den Länden be
sonnener Arbeiter lag, gesprengt worden sind, bat der Militärbefehlshaber in Münster in Gemeinschaft mit dem Regierungskommisiar alle Belegschaftsveriamm- lunge» bis auf weiteres verboten. Streikpostenstehen ist verboten, Streikausschüsse und Streikleitungen sind aufzulösen.
Win Aufruf an die Bergarbeiter des Ruhrreviers.
Die vier großen Bergarbeiterverbände erlassen einen Aufruf an ihre Mitglieder im Ruhrrevier, in dem es u. a. heißt: „Wieder einmal sind unlautere Elemente am Werk, um Euch zur Arbeitsniederlegung oder vorzeitigen Entfernen von der Arbeitsstelle zu veranlassen. Seid deshalb in , den nächsten Tagen auf der Hut. Läßt Euch nicht von unverantwortlichen Leuten hinreißen, ihren Worten Folge zu leisten. Die Sechs- ftundenschicht kann nur, wenn die nötigen technischen Einrichtungen dazu getroffen sind und wenn sie inter- natsonal zur Einführung gelangt, Bestand haben. Gewaltsame Einführung der Sechsstundenschicht bedeutet die Gefahr einer zwangsweise verlängerten Arbeitszeit im Bergbau. Die Beschlüsse der General- versammlungen und Konferenzen der Bergarbeiter- Verbände müssen für die organisierten Bergarbeiter Wegweiser sein. Keine gewaltsame Einführung der Sechsstundenschicht, kein Streik in jetziger Zeck. Wer die Parole der Organisation befolgt, wird gut fahren, wer dagegen tändelt, ist ein disziplinloser Gewerkschaftler und versündigt sich an der VolkSgenieinschaft."
Die Aeueinskellung in den Eisen-
LahnMerkstAken.
— Berlin, 30. Jan.
Bisher haben sich- zur Einstellung in den Eisen- bahnwerkstätten unter den neuen Bedingungen gemeldet: Berlin I über 2000, Berlin II über 800, Frankfurt a.M. 2000, Ried 950, Breslau II 1193, BreSlau IV 208, Sobaldsbrück 450, Stargard 388, Sälbke 550. Aus den anderen Bezirken liegen noch keine Nachrichten vor.
Les MzrLsutzrverbols für Kuslünöifche Weripapiere.
Wie wir hören, wird das vom Reichsfinanzminister erlassene Verbot der Ausfuhr, Veräußerung oder Verpfändung ausländischer Wertpapiere über den 31. Januar 1920 hinaus wieder auf zwei Monate verlängert.
Eine Aenderung der zuerst am 26. März 1919 er- gangenen Anordnung soll insofern eintreten, als die bisherige Ausnahme, daß das Ausfuhrverbot keine Anwendung findet auf die Ausfuhr von ausländischen Aktien, wenn der Gegenwert in ausländischer Währung der Neichsbank zur Verfügung gestellt wird, aufgehoben wird. Indessen beabsichtigt das Reichsfinanzministerium, soweit nicht die Bestimmungen des Friedensvertrages Einschränkungen erforderlich machen, Anträgen auf Genehmigung der Ausfuhr ausländischer Wertpapiere, auch festverzinslicher Wertpapiere, nach Äiöglichkeit zu entsprechen. Insbesondere gilt dies für neutrale Papiere. Als Bedingung wird allerdings der Grundsatz ausgestellt, daß der Gegenwert in ausländischer Währung der Neichsbank zur Verfügung gestellt wird.
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Über die Auslreferungsfrage.
Der Berliner Korrespondent des „Daily Chronicle" berichte über eine Unterredung mit Kautsky zur Auslieferungsfrage. Kautsky nennt die Forderung eine große Gefahr für Deutschland, die eine Bedrohung der Regierung darstelle und leicht einen Bürgerkrieg entfesseln könne. Die Regierung selbst sei in Bezug auf die Frage uneinig. Ein Teil |ei für, ein anderer gegen die Auslieferung. Man rede bereits davon, daß die bürgerlichen Mitglieder aus dem Kabinett austreten und die Regierung den Sozialdemokraten überlassen werden, falls die Regierung die Auslieferung durchsetze. Ueber die Auslieferung des Kaisers sagte Kautsky: Ich möchte nicht, daß man ihn zu einem Märtyrer macht. Er darf aber nicht in Amerongen bleiben, sondern muß irgend wohin gebracht werden» wo er genau überwacht werden kann, denn er ist jetzt zu nahe an Deutschland und intrigiert mit seinen Anhängern in Deutschland zusammen. (Kein Wunder, wenn die Alliierten den Aufenthalt des Kaisers in Holland als den Frieden Europas gefährdend betrachten. D. Schriftttg.) Es steht fest, daß Intriguen im Gange sind. Ueber die allgemeine politische Lage sagte Kautsky noch: Es besteht die Aussicht, daß die Reaktionäre bei den Neuwahlen eine kleine Mehrheit haben werden. Es sei keineswegs ausgeschlossen, daß Hindenburg Präsident wird-
W1B. Amsterdam, 29. Jan.
Der „Daily Exreß" schreibt: Der nächste Schritt der Alliierten gegenüber den Niederlanden wird von größter Bedeutung sein. Die niederländische Regierung wird nämlich gefragt, ob sie im Hinblick auf ihre ablehnende Antwort bereit sei, zu gewährleisten, daß sie den Kaiser in den Niederlanden feftbalten und ihn für dauernd internieren werde, um zu verhindern, daß er nach Deutschland kommen könne, wenn die Lage in DentschlafG, sich so entwickeln sollte, daß sie ihn verMlaßte, neuerlich dort sein Glück zu versuchen.
Oberschlesien in Erwartung der Besetzung.
«-- Kattowitz, 29. Januar.
Die letzten Vorbereitungen für die zu erwartende Besetzung werden getroffen. Aus Oppeln erfahren wir, daß man mit der Instand- setzung der nötigen Wohn- und Büroräume intensiv beschäftigt ist. Das Abrücken der deutschen Truppen dürfte am 6. Februar erfolgen. In Oppeln soll, wie es heißt, ein englisches Bataillon Infanterie gamisoniert werden. Auch soll französische Kavallerie und Artillerie, allerdings in der Umgebung auf dem Lande, untergebracht werden. Der ober- schlesische Veamtenbund wird sich am Donnerstag mit der Frage beschäftigen, wie sich die Beamten und das Bürgertum während der Besetzung zu Verhalten haben werden.
In Kattowitz erwartet man die Besetzung am 2. Februar gegen 10 Uhr vormittags. Der Abmarsch der deutschen Truppen ist, falls nicht in letzter Stunde anders disponiert wird, am Samstag den 31. d. Mts. vorgesehen. Sonntag den 1. Fetzmar wird Kattowitz nur von der Sicherheitswehr und Gendarmerie geschützt sein. Von polnischer Seite boten wir, daß keinerlei Putsche geplant sind^ Von wem Kattowitz besetzt werden wird, ist noch immer unsicher. Wahrscheinlich werden polnische Emigranten in französischer Uniform vermischt mit Franzosen die Besetzungstruppen stellen. Es verlautet aber auch, daß nach Kattowitz das zweite, ursprünglich für Oppeln bestimmte Bataillon englischer Jnsanterie geleitet werden soll.
Eine franzssifch-belgische Konferenz.
--- Drusfel, 30. Januar. (Priv.-Meld.)
Die Konferenz, die zwischen dem Präsidenten Poincar« und dem König von Belgien im Beisein von den Regierungsleitern beider Länder stattgesunden hat, scheint von großer Wichtigkeit gewesen zu sein. Aus den Mitteilungen, die offiziöse Kreise machen, geht beroot, daß hauptsächlich von militärischen Maßnahmen die Rede gewesen ist, die zur Verteidigung der belgisch-französischen Grenze gegen Deutschland zu treffen sind. Der Meinungsaustausch über dies Militärbündnis war unvollständig, untres wurde kein endgültiges Ergebnis erzielt. Indessen wird die Frage in späteren Besprechungen zwischen den beiden Regiemngen gelöst werden. Weiter faßte man die Maßnahmen ins Auge, die getroffen werden sollen, um den Sturz der französischen und belgischen Franken aufzuhalten. Die Zusammenkunft konnte wegen der vorgerückten Stunde nicht verlängert werden. Es wird aber erklärt, daß die Verhandlungen in allernächster Zeit in Brüffel und in Paris weitergeführt werden sollen, um über die aufgeworfenen Fragen zu entscheiden.
Belgrad lehn! das Enlente-- AMmatum ab.
Signier Central meldet aus Belgrad: Am 27. Fan. fand ein Kronrat statt zur Beratung des Entente- Ultimatums. Nack längerer Beratung beschloß der Kronrat, das Ultimatum mit Nein zu beantworten, und zugleich an die Entente gewisse Fragen 'zu stellen und die Versicherung abzugeben, daß das Königreich wobl zu äusserster Nachaiebigkeit bereit sei, jedoch nur auf solche Vorschläge Rücksicht nehmen könne, die von der Entente und den Vereinigten Staaten zugleich gemacht wurden.
Eine Tummulifzene in der belgischen Kammer.
WB. Brüssel, 30. Januar. (HavaS.)
Als in der belgischen Kammer im Verlauf einer Diskussion der Katholik Cauwelaert sich der flämischen Sprache bedienen wollte, erfolgte ein heftiger Tumult von Seiten aller wallonischen Deputierten. Inmitten dieses Tumultes verließ der Socialist Bruqucant mit seinen Anhängern den Saal. Nachdem die Rube wieder hergestellt war, fragte bei Sozialist Hubin, wann sich die Regierung entschließen wolle, Maßnahmen zu treffen gegen die flämischen Zeitungen, welche, wie der Redner erklärte, zum Bürgerkrieg reizten. Keiner der Redner antwortet« auf diese Frage.
Prenfzifche Lan-esversamminng.
Minister Heine und Oeser gegen die Streikhetze. .
Berlin, 29. IM.
Die heutige 107. Sitzung der preußischen Lande?« Versammlung wurde im Großen und.Ganzen durch die Regierungserklärungen der Minister Heine und Oeser ausgeftillt, die diese auf die förmliche Anträge der Mehrbeitsparteien über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der lebenswichtigen Betriebe, sowie die bei Sozialdemokraten über die Schließung der Eisenbahn- Werkstätten und die der Unabhängigen über die Wird«»