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General-Anzeiger
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Nr. 24
Donnerstag den 29. Januar
1920
Das Neueste.
Nach einer Reuterdepesche lehnten die Alliierten in einer Note an Holland in der AuslieferungSfrage ein Eingehen auf die holländischen Gründe ab. Die AuS- hefmmg soll Mitte Februar erfolgen.
RehrheitSsoziallste« wie Unabhängige erheben Einbruch gegen den Gesetzentwurf über die Abfindung des hohenzollernhauseS.
Admiral v. Reuter, der seinerzeit die Verantwortung
«r Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow Sbernomme« hatte und deshalb interniert wurde, ist Nieder freigelaflen.
Die römisch-katholischen Bischöfe von Irland fordern die freie Wahl der Regierungsform für Irland.
Ei» verschlag der Minderheit der norwegischen ilrbeiterkommisfion treu 1918 sieht die Einführung der SetriebSräte in allen Betrieben Norwegens vor.
Slaalsmachk.
Die Revolrrttan hatte alle Machtmittel Deutschlands vernichtet unter Mitwirkung oder stillschweigender Duldung der revolutionären Gewalten. Kvieg den Soldaten! Wo nur irgend eine Treffe am Kragen, eine Achselklappe auf den Schultern leuchtete, da griffen die Hände unreifer Büschen danach und zerfetzten die Uniform. Hin- Wig mit dem Militär! Das war die Parole. Und ater? Als Hamburg und Bremen, Berlin,
I LÄPfig, Braun schweig, München und ■ ,
Hochburgen bei Radikalismus oem virno- MMMMMMM^ wütenden Terror zu unterliegen drohten, da rief „ Andererseits wird von em Ä die Soldaten und die Bevölkerung jubelte ihnen als Retter aus tiefster Not zu. Das neue Militär war die erste Schöpfung des neuen Deutschland, weil die überzeugten Sozialdemo- kraten, denen das Zepter der Macht in die Hand gedruckt war, ersannt hatten, daß ein Staat, ohne Macht sich nicht selbst zu behaupten vermag. Die «flöt Freiwilligenkorps haben, wie das Noske seinerzeit auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Weimar ganz richtig sagte, Deutschland vor
Chaos gerettet.
Und heute? Heute haben wir keine Freiwilli- genkorps mehr, — diese mußten auf Befehl der Entente aufgelöst werden — sondern die Reichswehr, beten Starke von der Entente auf 100 000 Mann festgesetzt wurde. Daß diese Heeresstärke sur einen Staat wie Deutschland viel zu niedrig beineffen ist, dies haben wir an dieser Stelle wiederholt, ohne Revanchegedanken zu haben, zum Ausdrücke gebracht. Jetzt ist auch die Regierung
Ueberzeugung gekommen, daß unser Deutschland nur durch eine militärische Macht gestutzt werden kann. In einer Unterredung mit N^erliner Vertreter des „Telegraaf" erklärte die Neutralen und die Entente hätten das daran, daß Deutschland bald zur ,wmme. Vielleicht komme die Entente noch Augenblick zu der Einsicht, daß das erlaubte Heer von 000 Mann nicht in der Lage sei, e Ruhe im Mittelpunkt EurLpas ^gewährleisten.
bedeutet dies einen großen Wechsel, der den ersten Sturmtagm der Revolution in
j^en Einsicht eingetreten ist, der darauf daß heute die Notwendigkeit einer aus- eAnden Staatsmacht in Gestalt einer siche-
r " dPe allseitig anerkannt wird. Diese N„^^^"ung herrscht auch bei den links radikalen U .bot' wie die andauernde Kriegführung di? M^^^'^egierung zeigt, wie seinerzeit auch
. der Unabhängigen in Deutsch- ^wiesen, als man, um die Freiwilligen- der .^.die Hand zu bekommen, den Führern suK.oieiwllligenvecbände klar zu machen ver- qen * day sich eine Regierung aus Unabhangi- wie jede andere, auf — m i l i t ä r £« «4 t stütz e n müßte. Bei den Unab- ts/ben handelt es sich nur um eine Prato- die % CJ® " ^ de der Diktatur, während ftj/I-^’Mr ohne jede Parteipolitik für unsere m "°ch innen und außen einzutreten hat. An^rtchMtik ist ausgeschloffen. Wenn sich bEf,„dser der sozialdemokratischen Partei heute daß in der Reichswehr eine Militär- , getrieben werde, so kann nur darauf hin-
' werden, was auch Noske in der Diens- des sozialdemokratischen Vorstandes glied/'^hwusschusses getan hat, daß die Mi- dieser Partei sich der Reichswehr zur Ber- A gellen sollen. Die Reichswehr steht jedem offen, der ehrlich auf demokratischem s;^ iW, der Gleichberechtigung aller Volks-
Alles in allem: Die Aeußerungen Noskes in den letzten Tagen zeigen, daß man nach der Bilderstürmerei der ersten Revolutionstage nun endlich soweit gekommen ist, daß die Notwendigkeit einer zuverlässigen Truvpe für Staat und Regierung anerkannt wird. Das ist eine Tatsache, die allen die Augen öffnen sollte über den Weg, den wir zu gehen haben, den Weg durch Macht zur Ordnung, Recht und Freiheit. rh.
Das Mental auf Erzberger.
Dem Reichssinanzminister Erzberger gehen dauernd Beileidskundgebungen aus dem Jn- und Auslande zu. Zahlreiche Abgeordnete der Nationalversammlung und der Landesparlamente drücken ihre Empörung über das Attentat und Wünsche für baldige Genesung telegraphisch aus. Dasselbe gilt von den großen deutschen Zeitungen, von Verlagen sowie von einer Anzahl sozialer und gemeinnütziger Gesellschaften. Unter den Persönlichkeiten, die dem Reichsfinanzminister kondolierten, befinden sich u. a. der fürstbischöf- liche Delegat Dr. Kleineidam, der Reichsbevoll- mächttgte für Bremen Dr. Nebelthau, der litauische Gesandte Dr. Puritkys, Graf Bernstorff, der ehemalige türkische Botschafter Exzellenz Muttar sowie der erste Vizepräsident der sächsischen Volkskammer Professor Dr. Dietel. Ferner gingen Kundgebungen ein von der preußischen Staatsregierung, von. zahlreichen Zentrumsvereinen, vom Augustinusverein, von der österreichischen Nationalversammlung, vom thüringischen Staatsrat, der Stadt München, dem Präsidenten des badischen Landtages und dem Vizepräsidenten der österreichischen Völker-
nem großen Teil der
Presse und von der Anhängerschaft des von dem Anschlag betroffenen diese sinnlose Tat ausgenutzt, indem man für die verbrecherische Gewalttat eines unverantwortlichen jungen Menschen
ganze Organisattonen verantwortlich zu machen sucht. Dies ist tief bedauerlich und jeder vernünftig denkende Mensch wird eine Verquickung aufs energischste zurückweisen. Jeder von uns muß sich heute auf den Standpunkt stellen, daß die verwerfliche Tat dieses Knaben ein Notsignal ist. So kann es nicht weitergehen, daß irgendein unreifer Bursche den Revolver aus der Hosentasche zieht und losdrückt, ganz gleich ob auf Leute wie Eisner, Haafe, Erzberger oder andere im politischen Kampfe in vorderster Reihe stehenden Persönlichkeiten. Das bedeutet das blanke Faustrecht. Der Kampf, der heute geführt wird, geht um Ansichten, Auffassungen, Weltanschauungen, um Dinge an sich, nicht aber um Persönlichkeiten.
Das Befinden Erzbergers.
Das Befinden Erzbergers hatte sich im Laufe bes gestrigen nachmittags wesentlich gebessert. Am Abend trat jedoch wieder eine kleine Verschlimmerung ein. Die Temparatur stieg auf 37,2, der Puls auf 128. Die Schwäche nahm derart zu, daß Unterstaatssekretär Mösle, der den Minister in wichtigen Geschäften zu sprechen wünschte, nur kurze Zeit empfangen werden konnte. Professor Plesch, der bis gegen 11 Uhr am Krankenlager weilte, hofft, daß es gelingen werde, den Schwächezustand zu heben.
Die AuslieferungSfrage.
Nach unbestätigten Meldungen ist der Auslieserungs- antrag an Holland die letzte Tat des grossen, alten Hasses Clemenceau gewesen. Der Haß überlebt die amtliche Wirksamkeit dieses Mannes. Und England ? Man darf wohl sagen, daß zwei Seelen in seiner Brust wohnen. In einsichtigen und einflußreichen Kreisen in London wurde die mutige Weigerung Hollands mit einem Aufatmen ausgenommen, und zwar aus mancherlei Gründen: Vor dem Nachegericht der Entente würde man auch den Kaiser reden lassen müssen, und er würde das atemlose Lauschen der Welt finden. Man weiß in London, daß die Weigerung Japans und Italiens, wie auch aus der unten folgenden Meldung des „Osservatore Romano" bervor- geht, verbürgt unseren ehemaligen Kaiser für ein Naturereignis verantwortlich machen zu wollen, das bekanntlich Großbritanniens glorreicher Herrscher Eduard VII. kommen sah und dessen Hereinbruch er mit allen Kräften unterstützte. Andererseits lockt die Möglichkeit, mit dem Kaiserprozeß britischen Triumpf und britisches „Recht" durch eine historische Tat, die den Völkern des Erdbälle? in den Ohren dröhnen wird, zu besiegeln, den Weltkrieg als Strafgericht ab- zuschließen. Deshalb auch die verschiedenen Meldungen aus dem Auslande über die AuslieferungSfrage. Welche Gedanken und Kräfte am stärksten sind, werden die nächsten Wochen zeigen.
„HavaS" meldet: In offiziellen Kreisen Londons besteht die Absicht, keinerlei wirtschaftlichen Druck auf Holland wegen der Auslieferung Wilhelms II. anszu- üben. Es soll beschlossen werden, den Kaiser in contumaciam zu verurteilen. — Der „Daily LrvieL" will toittm. tast die Alliierte» Holland de»
Vorschlag machten, daß, falls Wilbelm II. in Holland bleiben würde, er seinen Wohnsitz wechseln solle.
Der „Offervatore Romano" vom 25. Jan. schreibt, daß die Auslieferung des früheren deutschen Kaisers und ein Prozeß gegen ihn, im Lichte der elementarsten, modernen Strasrechtswissenschast gesehen, eine Unge- benerlichkeit wäre. Hoffentlich hätte sich die italienische Regierung an der Stellung dieses Antrages nicht beteiligt. Wenn der Antrag von Frankreich und England bis zu einem gewissen Punkte verständlich wäre, so würde die Beteiligung Italiens hieran vollständig unverständlich sein. Die Notwendigkeit zur Beteiligung an einem solchen Beschluß fei durch die Unterzeichnung des Friedensvertrages nicht gegeben, wie die Haltung Japans beweise. Ein Schiedsgericht des Völkerbundes würde die Anfrage Hollands, ob es zur AuSliefening verpflichtet sei, sicherlich mit Nein beantworten. Am besten würde die Angelegenheit überhaupt nicht mehr erörtert, da ein Prozeß gegen den Kaiser und andere deutsche Persönlichkeiten nur den internationalen Haß und die Gefahr einer militaristisch-bolschewistischen Revolution verstärken könnte.
Die Arsachen der Kohlennot.
WB. Essen, 29. Januar.
Auf der Hauptversammlung des Alten Verqarbeiterverbandes in Bochum versuchte einer der delegierten Bergarbeiter den Hinweis darauf, daß unser Witt- schaftsleben bei dem durch eine weitere Verkürzung der Schichtzeit entstehenden Förderaus- fall in ganz kurzer Zeit völlig zufammen- brechen müsse, durch die Behauptung zu entkräften, daß die ungenügende Kohlenförderung auf Mangel an Material, Wagen und elettri- fchen Strom zurückzuführen ist. Auch in den Zufchnften in der Arbeiterpresse wurde in jüngster Zeit mehrfach auf den starken Materialmangel im Berobon hinaetnlefen unb hierbei die An-
ficht vertreten, daß dieser Uebelstand son oer Arbeitgeberseite absichtlich verheimlicht werde.
Wie wir dazu von zuständiger Seite erfahren, liegt nicht die geringste Veranlaffung vor, aus dem Mangel an Betriebsmaterialien im Bergbau ein G eheimnis zu machen. In der greife wurde auch von jeher immer wieder hervorgehoben, welche außerordentlichen Hindern i f f e der Materialmangel der geregelten Betriebsführung bereitet. Der Mangel verschärfte sich namentlich in den letzten Akonaten derartig, daß die Bergwerke selbst mit Stillleg ung bedroht sind, weil eine Reihe von Fabriken, deren Erzeugnisse im Bergbau unentbehrlich sind, außer Betrieb gesetzt werden mußten. Von den Arbeitern wird bei den Erötte- rungen über den Materialmangel und die Koh- lennot in der Regel die Ursache mit der Wirkung verwechselt. Es soll keineswegs be- stritten werden, daß manche Vetttebsmaterialien schon während des Krieges schwer zu beschaffen waren. Der jetzt herrschende Mangel an den wichttgsten Gegenständen (Förderseilen, Sprengstoffen usw.), ist zweifellos eine Folge des starken Förderrückganges, der in der Hauptsache durch die Verkürzung der Arbeitszeit von 87s auf 7 Stunden entstanden ist. Auch die den Bergarbeitern durch Betriebseinschränkungen oder Stillegung drohende Gefahr der Arbeitslosigkeit kann nur dadurch gebannt werden, daß mit den vorhandenen und zu beschaffenden Materialien eine Steigerung der Kohlenförderung erreicht wird, die ermöglichen würde, die jetzt stilliegenden, für den bringenden Bergbaubedarf arbeitenden Werke wieder in Betrieb zu setzen. Einen anderen Ausweg gibt es nicht. Die Beraleute allein haben es in der Hand, die traurigen Folgen der Arbeitslosigkeit von sich und ihren Familien abzuwenden.
Trotzdem Streik.
Im Lugau-Oelsnitzer Steinkqhlenrevier (Sachsen) sind gestern die Bergarbeiter in den Ausstand getreten. Bis jetzt sind 75 Prozent der Belegschaften ausständig. Es wird befürchtet, daß der Streik auf das ganze Revier und auch auf das Zwickauer Revier sich ausdehnt.
Die französischen Bergarbeiter arbeiten länger.
Die Bergleute des Beckens von Charleroi erklärten sich unter gewissen Voraussetzungen bereit, täglich eine Stunde länger zu arbeiten, um die Kohlenausfuhr nach Frankreich zu ermöglichen.
Belriebsräte für Norwegen
WB. KopStthage», 29. Jan. _____________ ___________
„Rational Tidende* meldet aus Christian,«: Die (deutsch-natl.) auf Berücksichtigung ber besonderen Ver- Minderheit der Arbeiterkommission von 1918 hat einen Hältnisse der in landwirtschaftlichen oder rein gewerb- ™ ■" - - ■ ------jr- ~ 'lichen Betrieben dienenden HnuSangeitelltcn bei der
Schaffung eines Hausangestelltenrechls und des 31 n« träges Schmidt (Soz.) auf retd)$gefe&lidie Regelung ber Landarbeiterverhältnisse. — Abg. Paetzel (Soz.): Die reichsgesetzlichc Regelung der Landarbctterfrage ist notwendig, sonst kommen die Landarbeiter nicht aus der Unruhe heraus, die von den Bolschewiste»
Vorschlag ausgearbeitet, wonach in allen Industriebetrieben Norwegens, die mindestens 50 Arbeiter beschäftigen, durch Gesetz Betriebsräte ciugefübrt werde», die a»s Vertretern der Arbeitgeber, Beawten und Ar
beiter zusammengesetzt sein sollen. Die Betriebsräte sollen ausschließlich beratende Sollmackte» haben.
Ein weiterer Sturz der Mark.
Der Züricher „Tagesanzeiger' meldet: Die deutsche Mark ist an der Genfer Börse am Mittwoch vormittag auf 4,3 Centimes gesunken. In Zürich, notierten sie noch 5 bis 6 Lentimes. 3m freien Ver- kehr wird in Zürich die Hundettmarknotr zu 1'/, unb die Hundert»,«rkuott mit rotem Stempel zu 10 bis 24 Fr. angebote».
Admiral v. Reuter freigetafsen.
WB. London, 29. Jan. (HavaS.)
Die Zeitung „Globe* meldet, daß der verantwortliche Urheber der Zerstörung der deutsche» jkriegsschiffe von Scapa Flow, Admiral V. Reuter, der in England interniert war, freigelassen worden sei und sich bereits auf dem Wege nach Deutschland befinde.
Die internakionate Arbeitsorganisation.
WB. PariS, 28. Jan.
Der Rat der internationalen Organisation bet 3fr» Seit schritt nach der Wahl verschiedener Kommissionen zur Vorbereitung der bevokstehenden Konferenz der Seeleute. Diese wurde für den 15. Juni nach Genua angesetzt. Albert Thomas schlug vor, daß die Konferenz folgende Punkte behandele: 1. Die Arbeitszeit der Seeleute und im Zusammenhang damit die Umgestaltung der Wohnungseinrichtungen an Bord; 2. Kontrolle der Arbeiterverträge und der Lohnbedingungen; 3. die Arbeit der Kinder unter 14 Jahren. Jouhaux erklärte, daß die Konferenz da? Prinzip des Achtstundentages nicht in Erwägung sieben könne, sondern daß sie sich mit der Prüfung ihrer Verwendungsmöglichkeit auf die maritime Arbeit beschränken müsse. Oudegeest schlug vor, die Schaffung einer internationalen Arbeitsgesetzgebung auf die Tagesordnung zu nehmen. Ueber diese Frage entspann sich eine Diskussion, in deren Verlauf die Vertreter der Arbeite, verlangten, daß die Konferenz den Seeleuten ein Mim-
wurde angenommen. Die Sitzung »u Mittwoch nachmittag vertagt.
Kilse für Polen.
-»» Paris, 29. Ja».
Fach und Die alliierten Heerführer wurden von bet Botschafterkonferenz ersucht, schleunigst Maßnabmeil zu treffen, um Polen bei einem Angriff der Bolschc- wiste» zu Hilfe zu kommen.
Irland fordert freie Wahl der Regierungsform.
WB. London, 29. Jan. (Reuter.)
Die römisch-katholischen Bischöfe bon Irland veröffentlichen eine Kundgebung, in der sie die gefahrvollen Zustände, die infolge der Unterdrückung und Beschränlung der nationalen Freiheiten im Lande herrschen, beklagen unb erkläre», der einzig richtige Weg, auf dem ftemidschaftliche Beziehungen zwischen England unb Irland bergeiteHt werden könnten, sei der, dem ungeteilten Irland zu erlauben, sich eine Regierungsform 'zu wählen.
(Weitere Drahtmeldungen nächste Seite.) l
Preuhische Landesversammlung4
Berlin, 28. Jan.
Die Sitzung beginnt mit der Abstimmung über bett Antrag betreffend dieErhöhung der Erzeugerpreise für Getreide, Kartoffeln und Zucker und die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Zucker. Angenommen wird ein Antrag Fried- berg (Dem.), nach dem für solche landwirtschaftlichen Erzeugnisse, für die die Zwangswirtschaft aufrecht- erbalten wird, schon jetzt Preise für die nächste Ernte festgesetzt werden sollen, in solcher Höhe, daß sie der Gefahr eines Rückganges der Erzeugung entgegen- wirken itnb den Landwirten für einen ausgedehnten Kartoffelanbau diureichend Saatkartoffeln belassen werden. An den LandwirtschaftSansschuß werden verwiesen ein Antrag Peters-Hochdonn (Soz.>, die Arbeitgeber zu verpflichten, die durch die Annahuic deS Antrages Friedberg heroorgerufene Verteuerung bet Lehensmittel durch Gehalts- und Lohnerhöhungen voll anszugleichen und ein Antrag Friedberg tDem.), sobald die Ernte von 1920 zur Verfücmng steht, alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse, mit Ausnahme von Milch unb Getreide, freizugeben. Ueber die Frage, ob der Antrag Schreiber -Halle (Dem.^, der den Antrag v. Kessel auf Aufhebung der Zwangswirtschaft für Zucker mit Beginn des nächsten Wirtschaftsjahrer Unter Hinzufügung .einiger Maßnahmen zur Begünstigung des Rübenbaues ergänzt sehen will, noch im Ausschuß verbandelt werden soll, findet namentliche Absttmmung statt. Die Verweisung an den Landwirt- schaftSausschuß wird mit 181 gegen 102 Stimmen beschlossen. An den Ausschuß geht auch zurück ein Antrag, eine sofortige Festsetzung von angemessenen, ber Rübenbau lohnenden Zuckerpreisen herbeizuführen.
Es folgt die Beratung des Antrages D allm ec