General-Anzeiger
MMHZZ Organ WZ ©feit» mÄ LsKölMs Kamst
Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags
Nr. 21 Montag den 28. Januar
1920
Das Neueste.
Ne preußische Regierung hat 13 unwirtschast- zch arbeitende Eisenbahnwerkstätte geschlossen nnb sämtlichen Arbeitern unter gleichzeitigem Verzicht auf weitere Dienste gekündigt.
Der Nationalversammlung sind die Vorlagen eines neuen Reichswahlgesetzes, sowie eines Gösches über die Wahl des Reichspräsidenten zugegangM.
Me Manzl elle Durchführung.
Mit dem Eintritt des sogenanten Friedens beginnen automatisch für Deutschland die finan^ Men Leistungen, die uns aufgezwungen sind. Nur sehr wenige Personen haben einen Ueber- Kick über die ungeheuren Lasten, deren Abbür- drmg jetzt anfangen soll. Mr haben uns zwar in den letzten Jähren merkwürdig leicht an Millionen >md Mlliarden-Summen gewöhnt; aber was an simmziellen Verpflichtungen aus dem Friedens- sertrc^e von uns gefordert wird, überstorgt doch alle Mherigen Begriffe von Schulden und Zah- bmgsverpflichtungen. Die Regierung hat soeben in einer Denkschrift „Die finanziellen Leistungen Deutschlands aus den Waffenstillstandsverträgen md aus dem Frredensveotrage" zufammeagestM und damit einen Neberblick ermöglicht. Die Zusammenstellung umfaßt 18 bedruckte Folioseiten Wd zählt ganz nüchtern der Rei h e nach die Ver- Mchtungen auf, die von Deutschland zu erfüllen sind. Es ist unmöglich, im Rahmen eines Zei- tungsartikels die Aufzählung hier lückenlos wie- dvMtzeben. Aber einige besonders beachtenswerte
Härenen doch hervorgehoben zu werden.
Dorangestellt find diejenigen Posten, die Deutschland auf seine Wiedergutmachungsschuld Vrigeschrieben werden sollen. Dahin gehören die ßvMMsllen Verpflichtungen, der jetzt abzutreten- kn LandeStokle an der Vorkriegsschuld des Deutschen Reichs und PveußenS, der Wert der Kohlen- graben im Saarbecken, der Wert des Staats- und Neichseigentums in den abgetretenchr Gebieten, die Gelder aus der feindlichen Liquidierung des beweglichen .und unbeweglichen Eigentums deutscher Reichsangehöriger im Ausland. Die Werte fik die ausgelieferten Handelsschiffe und für die rusibedmlgenen Neubauten von Schiffen und
MedergutmachnngZansschrrß festgesetzt rmd zu Gunsten Deutschlands verbucht. Ebenso der W«t der an Frankreich, Belgien, Italien und Luxem- EgM liefernden^ Kohlen und KohlenerAeugnisse. Hi«r fallen insbesondere die Riesenmengen auf, Deutschland liefern soll: allein an Frankreich »»den ersten' fünf Jahren 27 Millionen Tonnen jährlich, an Belgien 10 Jahre lang 8 Millionen «-tränen jährlich und an Italien zuerst 4% Mill. »wer 8 Millionen Tonnen. Die denksche Kohlen- erfährt dadurch eine grausige Erklärung. schließlich sollen auch die Werte für arrsgelie-
Kriegsmaterial, lMdwirtschastlich e Ma- Mren usw. vom W iedergutmachun gsa usschuß ^»geschätzt und Deutschland gutgebracht werden.
^n der Denkschrift folgt dann eine Aufzäh- uchg der Rückgabeverpflichtungen für die Gelder, °>e aus Belgien, Rußland oder Rumänien wah- ^"o des Krieges factgeirommen waren und der ^lanstMen Leistungen, die Deutschland nicht an- ehrtet werden sollen auf seine Kriegsschuld. Hier handelt es sich um zahlreiche Verzichtlei- Nen Deutschlands auf früher erworbene Vor- und Vorteile aus Verträgen mit Eh-ina, mokko, der Türkei, Bulgarien und anderen - 5°^tti. Auch die Tragung der gesamten Unter- ? "Ersten der feindlichen Heere in den besetzten Küchen Gebieten, die bekanntlich hoch in die Witwen gehen, gehört hierher. Nicht weniger b neunundvierzig einzelne PoWonen werden Mchrt, die meist mit dem Wort „Ausliefe- M oder „Verzicht" beginnen.
^^. folgt dann die Aufzählung der Abgabe- ' MuslieferungSüCT^ die als Strafe
. W Besiegten anzusehen sind. Kriegsmaterial LLutem Zustand, militärische Einrichtungen ^ "^rt in unversehrtem Zustand in allen im yXc" geräumten Gebieten, Auslieferung des tJ, und Staatseigentums in Elsaß-Loth-
Verzicht aller deutschen Stellen auf die Wirkung bei der. Ausbeutung der Kaligruben l?s>- Mooren Erzeugnisse Elsaß-Lothringens, ^er Gebäude, Wälder und.sonstigen tz.^ . eigmtums in den an Polen abzutretenden
Abtretung sämtlicher Rechte beweg- unbeweglicher Art in den bisher deut- k^?^rscei schon Besitzungen, Verpflichtung zur l “vtnung des Meistbegünstigungsrechts für teh^an^ E den feindlichen Mächten und Ab- sämtlicher Rheinbrücken. die im Bereich
von Elsaß-Lothringen über den Rheip führen, an den ftanzösischen Staat.
Nicht aufgeführt sind in der Zusammenstellung die Varsl'mmen, welche Deutschland als Kriegsschuld in Gold an die Feinde zu zahlen hat. Diese Summen sind bekanntlich in ihrer Höhe noch garnicht festgestellt und werden erst später benannt werden. Daß sie unerschwinglich hoch sein werden, ficht heute schon fest.
Es wäre zu wünschen, daß die gesamten finanziellen Verpflichtungen Deutschlands aus dem Kriege in einer populär geschriebenen Broschüre zusammengestellt und in Masten in Deutschland und im Ausland verbreitet würden. Dann würde das deutsche Volk vielleicht einen heilsamen Eindruck von der ungeheuren Last bekommen, die ihm auferlegt worden ist, und das Ausland würde Gelegenheit haben, die Grausamkeit und Ver- nichtungswut der Sieger ziffernmäßig nachprüfen zu können. Für die notwendige Revision des Rachevertrages von Versailles wäre das zweifellos eine wirkungsvolle Einleitung.
Schüstzrmg von EHenZKhNWsrWMSkt.
Ein« kinschneiderrtze Maßnahme der preu- tzischen Regierung.
Alle bisherigen Bemühungen der Eismbahnver- Waltung, die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnwerkstätten wirksam zu heben, haben einen genügenden Erfolg nicht gehabt. ?luch den zu diesem Zwecke eingesetzten A r b e i t e r v e r t r e t n n g e n ist es nicht gelungen, die Arbeitsergebnisse zu besser«. >Die Leistungen der Werkstätten sind vielmehr nach vorübergehender Beffe- ning im Herbst in den letzten Monaten ständig ge- >unken, und die Gefahr einer gänzlichen Still- legnng der Eisenbahnbetriebe?! rückt M jpUje^i&rj&uyy&jn jKS^rßl^
»aber heran. Gleichtoobl verschlingen die" Werkstätten riesige Z n s ch n s se. Die Regiernua hat auf die hierin für die Arbeiterschaft liegenden Gefahren seit langem hingewiesen. Sie sieht sich nuumehr gezwungen, im vollen Bewusttsein ihrer Verantwortung vor dem Volke, die besonders munirffchastlich arbeitenden Werkstätten Berlin I und H, Breslau II und IV, Star- gard, SebaldSdrück lBc?. Hannover), Darmstadt I und n, Salbke (Bez. Magdeburg), Frankfurt a. M., Jena.Gotha und Königsberg L Pr. vom 26. Januar ab zu s ch l i e ß e n und sämtlichen Arbeitern unter gleichzeitigem Verzicht auf weitere Dienste zu k ü n d i g e n. Dir Werkstätten werden dern- nächst unter neuen Bedingungen, die Wirtschaftlichkeit und erhöhte Arbeitsergebnisse ernröelichen, wieder geöstnet. Die Wiederaufnahme sämtlicher bisher br- schästigten Arbeiter ist unmöglich; ausgenommen werden nur diejenigen Arbeiter, die sich schriftlich zu einer verständigen Akkordarbeit auf Grund der neu vereinbarten Tariflohnsätze und zu der täglichen Arbeitszeit von vollen 8 Stunden vervstichten. Die mit den Gewerkschaften geführten Tarisverhand- lun^en erknrnt die Regierung voll an. Die neuen Tarife bilden die Grundlage für die Festsetzung der Sätze. Die Regierung bietet damit der Arbeiterschalt dir Möglichkeit, bei guten Leistungen noch mehr als die Tariflöhne zu verdienen.
In einer ministeriellen Erklärung imrd Aufschluß über die Schließung von insgesamt dreizehn Werkstätten gegeben. Es heißt darin n. a.: Die Eiscnbahnverwaltmlg hat unter dem Druck der Demobilmachungsvorschriften die Zahl ihrer Arbeitnehmer in den Werkstätten von 70 300 auf 160 000 vermehrt. Trotz dieser gewaltigen Vermehrung der Arbeitskräste haben jedoch die Arbeitsleistungen der Werkstätten bei weitem nicht genügt, um die durch den Betrieb schadhaft gewordenen Betriebsmittel wieder betriebsfähig zu machen. Die Zabl der betriebsfähigen Lokomotiven, die nach der Abgabe an die Entente noch 13200 betrug, ist seitdem ständig Mrückgegangen und beträgt zur Zest nur noch 12 600. Der Reparaturzustand ist in der gleichen Zeit von 38 v. H. auf fast 48 v. H. gestiegen. Die Eisenbahn- b Ermattung ist sich klar darüber gewesen, daß sie von ihren Werkstätten nicht dauernd die großen Leistungen verlangen konnte, die im Kriege erreicht wurden; sie hat nicht einmal die wesentlich geringeren FriedenS- leistungen der Werkstätten von ihrer Arbeiterschaft verlangt, saubern in Anerkennung der Tatsache, daß die Arbeiterschaft durch die Unterernährung in der Kriegszeit oder durch die Leistungen im Felde ermüdet und arbeitsunlustig geworden war, daß ferner eine gewisse Knappheft an Werkzeugen und vor allem noch Alarrgel an guten Ausüesserungsmitteln herrschte, von der im Jahre 1913 erreichten FriedenSleistung jeder Werkstäfte 60 v. H. in Abzug gebracht und auf Grund eingehender Ermittlungen die Leistungen berechnet, die gerechterweise von den Arbeitern unter Berücksichtigung aller Umstände verlangt werden konnten. Aber selbst hinter diesen meieutlid) herabgesetzten Leistungen blieben im großen Durchschnitt aller Werkstätten die Arbeitsleistungen noch um etwa 60 v. H. znrnck. Der eingetretene Rückgang der Arbeitsleistungen hat dazu geführt, daß der Lokomotivmangel beängstigende Formen angenommen hat. Die Verwaltung hat bisher durch Einwirkung auf die Arbeiter zusammen mit den Gewerkschaften 'und durch Einsetzung besonderer Kontrollorgane der Arbeiter in den Werkstätten versucht, das Interesse der Arbeiter an ihrer Arbeit zu heben. Nachdem sich gezeigt hat, daß diese Hoffnung vergeblich ist, bat sie sich im Einverständnis mit der ReichS- rmd StaarSreaüruua daru cnttolefien, ernt
von Elsaß-Lothringern besucht wurde als vielmehr von der französischen Bevölkerung, die ruft in Elsaß Trumpf ist.)
Der italienischeSffenbahnerftreik
wb. Rom, 26. Januar.
Die Lage im italienischen EisenbahnerstreU ist unverändert. Die pensionierten Eisenbahner haben sich zur Verfügung gestellt, sodaß aus zahlreichen Strecken der Eisenbahnverkehr sich erheblich verbesiert hat. An einigen Orten versuchten die Streikenden vergeblich, die Arbeitswilligen einzuschüchtern und von der Arbeit abzuhalten.
Beendigung der Bandstaalen» Konferenz.
--- Helfingfor, 26. Jan. (Priv.-Meld.)
Die Konferenz der Vettreter der Randstaaten und Polen hat am 23. Januar ihre Arbeiten abgrschloffen. Der Antrag auf Neutralisseruug der Ostsee wird auf einer späteren Konferenz besprochen werden.
Eine Bedingung der Sowjet- Negierung.
Nach „HavaS" hat die Sowjet-Regierung die Ententr davon verständigt, daß sie unter der Bevingung bei vorherigen Abschlusses eines Waffenstillstandes bereit fei, die Handelsbeziehungen mit ihr aufzunehmeu. Wenn die Entente diese Bedingung ablehnt, sollen sämtliche alliierten Schiffe, die sich gegenmärtig in russischen Häfen befinden, versenkt werden.
Das BeichsWahlgSseh.
Die Vorentwürfe bet Gesetze über die Wahlen zum Reichstage und des Reichspräfidenten sind der National- oeriammiung angegangen und werden nunmehr veröffentlicht. Wr sie.Reichstagswahl sind,dr« Erzr- mürfe auSgearbeitet, die als A, B, C bezeichnet find, im Abschnitt über Wahlrecht und Wählbarkeit einander gleichen, in der Wahlvorbereitung, der Wahlhandlung uud der ©rmütlung des Wahlergebnisses dagegen von- einander abweichen. In den den Entwürfen beige« fügten Erläuterungen heißt eS: das Wahlsvstem zur verfaffunggeüeuden deutschen Nationalversammlung hat nicht durchgehend befriedigt. Die Hauprangriffe richten sich gegen sie Zulassung der -Verbindung von Wabl- vorschlägen, unter der naturgemäß die Parteien leiben, die sich einer Verbindung enthalten. Tatsächlich ist teilweise auf die Listenverbindung zurückzdführen, daß die Zusammensetzung der Nationalversammlung den für einzelne Parteien abgegebenen Stimmen nicht voll entspricht. Als besonderer Mangel deS bisherigen Systems wird weiter die nicht volle Ausnutzung bei in den einzelnen Wahlkreisen, namentlich für die kleinerer Parteien sich ergebenen Reststimmen empfunden. Auch die Einteilung der Wahlkreise und ihre Verteilung auf das Reichsgebiet hat nicht allenthalben befriedigt.
Auf die Einzelheiten der Gesetze werden wir noch zurücklommen.
SismaM über Wilhelm II.
Aus dem dritten Baude der „Gedanken und Erinnerungen".
Der dritte Band von Bisinarcks Gedanken und Erinnerungen enthält, wie jetzt bekannt wird, sechs Briefe Kaiser Mlhelms 11. Im ersten Schreiben vom 19. Dezember 1887 überreichte Prinz Wilhelm dem Kanzler das Konzept eines Erlasses, den er im Falle des Ablebens seines Großvaters und Vaters an die deutschen Reichs- fürsten richten wolle. In dem zwei Tage später geschriebenen Briefe rechffertigt Prinz Wilhelm seine Pläne, zugunsten der inneren Mission ein Komitee zu bilden, das sich über ganz Preußen erstrecken würde, und das im Zusammenhang mit Stöcker stände- Bismarck hat auch davon abgeraten. Weiter schreibt Bismarck, Prinz Wilhelm könne nichts klügeres tun, als den vorbereiteten Erlaß an die Bundes surften alsbald dem Feuer zu übergeben. Bismarck, der, wie an anderer Stelle des Briefes gesagt wird, überschwemmt worden ist mit Briefen des damaligen Prinzen Wilhelm, dürfte diese drei Briefe an die Spitze des dritten Bandes gestellt haben, weil in diesen Briefen der Widerspruch Bismarcks gegen die Pläne des Prinzen Wilhelm enthalten ist und darin die WmzÄ des Zerwürfnisses zwischen Kaiser und Kanzler gelegen ist. Aus anderen Briefen des nunmehr Kronprinz geivordenen Prinzen erfährt man, daß Bismarck die Randbemerkungen des Kronprinzen ausgestrichen^hatte, die dieser schon damals auf den Akten zu machen pflegte.
Kleine MGchrichken.
Verhaftung bolschewistischer Führer in Bulgarien. Der bulgarische Ministerpräsident hat die Verhaftung aller bolschewistischen Führer angeordnet. Bis heute wurden 55 Personen verhaftet Die Streikbewegung in Bulgarien dauert fort. Die Ausständigen werden voh russischen Kommunisten mit Geld unterstützt.
Reihe weiterer Werkstätten zu schließen. Zu Expen- menten ist keine Zeit mehr, sondern es muß gehandelt werden, um in allen Betrieben die Bedingungen in schaffen, die notwendig sind, um die größtmöglichen Arbeitsleistungen zu erzielen.
Zur AusliefewugAfrage.
Reuter meldet ans London, daß in gut unterrichteten Kreisen die Ansicht herrsche, daß die Antwort der Niederlande nicht als das Ende der ganzen Angelegenheit angesehen werden dürfe. Die Antwort, die nicht ganz unerwartet ausgefallen sei, werde vom Obersten Rat in Paris oder seinem Nachfolger erwogen werden und den Gegenstand weiterer Verhandlungen zwischen den Niederlanden und den Alliierten bilden. Es werde Sache der Rechtsberater feix, die Form dieser Verhandlungen zu bestimmen.
Gegen die Auslieferung.
Am gestrigen Sonntag beranffattete die Vermittlungsstelle vaterländischer Verbände im Zirkus Busch in Berlin eine Versammlung, worin gegen die Schmach der Auslieferung beS KeiserS und der Heerführer in schärfster Weise Protest erhoben wurde. Schon vor Beginn der Versammlung versuchten mehrere Hunderte Unabhängige in den Zirkus einzudringen, was jAod) verhindert werden konnte. Nach Schluß der Versammlung kam eS auf der Straße zu erregten Szenen, die schließlich auch zu Tätlichkeiten führten. Eine weitere Protestöersammlung fand in der Singakademie statt, die vom Bund der Airfrechten einbentfen war.
Die ANfgaben der SÄNZWirlschaft.
Die großen landwirtschaftlichen Körpeffchasten richten folgenden Aufruf an alle Landwirte:
Die Lage unserer Brotversorgung ist gegenwärtig ä u ß e r st g e s v a n n t. Die greifbaren Vorräte der ReichSgetreidestelle reichen nur bis zur zweiten Hälfte des Februar, und weun die Lieferungen nicht ganz erheblich steigen, müßten schon im März oder April Stochtugen in der Brotversorgung der Städte eintreren. OM müxue MWjE » «euen Un- r n hen und bannt zum Zusammenbrnch unserer Volkswirtschaft geben. Die deutsche Landwirtschaft tvird und muß dieser Not stenern, soweit es in ihren Kräften steht. Wo der Ausdrusch noch im Rückstand ist, weil bisher die Arbeitskräfte und Kohlen fehlten, rnuß alles daran gesetzt werden, jetzt in der kurzen Spanse bis zum Beginn der Frühjahrsbestellung den Ansörufch zu Ende zu führen und so rasch wie möglich abzuliefern. Wir richten an alle Landwirte die dringende Aufforderung, durch beschleunigte Ablieferung des Brotgetreides darubeizutragen, die jetzigeNotlage znübcr- wiuden. Es ist Vorsorgegetroffen, daß dienötigenDruschmühlen imd sonstigen Betriebsmittel der Landwirtschaft zugeführt und der erforderliche elektrische Strom zur Verfügung gestellt wird. Soweit dies nicht der Fall sein sollte, wende man sich telegraphisch an die ReichS- getreibefteffe.
Zu den Verhandlmigen zwischen dem ReichsauS- schuß der deiftschen Landwirtschaft nnd dem Reichs- Wirtschaftsministerium erfährt die „Bossische Zeitung" aus landwirtfchaftlichen Kreisen, daß die Beratungen nicht abgebrochen, sondern planmäßig in zweitägiger Sitzung zu Ende geführt worden seien. Ein bestimmtes Ergebnis hätten sie nicht haben können, weil sie nur informatorisch gewesen seien. — Der Reichsausschnß der deutschen Landwirtschaft wird am 27. und 28. Januar zu den Beratungen im Reichswirtschafts- minifterium Stellung nehmen.
AbgeUsferlss Silber.
fn. VZrlin, 26. Januar.
In Berlin wurden innerhalb 3 Tage bei der Reichsbank 142000 Mark in Silber abgeliert.
Die Schichtzeit im Bergba«.
Der „Lokalanzeiger" berichtet aus Bochum, daß uach einem mebrstündigen Vottrag von Otto Hus der Generalveffammlung des Allgemeinen Bergarbeitcroer- bandes Deutschlands ein Beschlußantrag vorgelegt mürbe, nach welchem von der Versammlung mit Rücksicht auf die ungeheure Notlage von Millionen deutscher Arbeitsbrüder infolge der mangelnden Kohlenver- forgung in der sofortigen Einführung der sechsitün- digen Arbeitszeit für die Untertagearbeiter kein geeignetes Mittel zur Linderung des großen Notstandes erblickt werden kann.
KrieASZefangens^hsiMkehr.
fn. Köln, 26. Jan. (Priv.-Meld.)
Bis Samstag waren 13 000 Kriegsgefangene im linksrheinischen Gebiet eingetroffen. Für die neue Woche wird die Ankunft von 26 000 Kriegsgefangenen angezeigt.
MMerand
an die Elfaß-^orhrirrger.
WB. StraLburg, 2& Januar.
Millerand hat sich gestern abend von der elsatz- otbringischsn Bevölkerung verabschiedet. Gegenüber dem Bürgermeister von Straßburg. Pe i ro t es' wies er auf die Feiern hin, in denen das elsaß- lothringischs Volk seine Liebe zu Frankreich bekundet habe. Schließlich forderte er zum Zusammenhalten gegenüber den schwierigen Aufgaben auf.
(Wie groß die Liebe der Clsäffer zu Frankreich iüt acht daraus hervor daß die Leier» weuiaer